Media Monday #498

11. Januar 2021

Kaum ins neue Jahr gestolpert nähern sich auch schon unaufhaltsam zwei Jubiläen. Doch erst einmal folgt Ausgabe 498 des Media Mondays, mit den wöchentlichen Fragen von Wulf aus dem Medienjournal.


Beiträge der Woche

Mein Fernsehjahr 2020
Mein Filmjahr 2020
Them Came You
(2018)


Fragen der Woche

1. Meine liebste Anlaufstelle in Sachen Streaming oder digitalem Fernsehen ist mein smarter Fernseher! 😉

2. Das unglaublich Vorhersehbare an Filmen sind eine festgefahrene Dramaturgie sowie die immer wieder gleichen Muster und Motive, die aus meiner Sicht zu wenig variiert werden. Darüber ließe sich ein endloser Essay schreiben. Das ist aber eher was für versierte Filmwissenschaftler.

3. Sonequa Martin-Green hat mich in in der dritten Staffel Star Trek: Discovery dahingehend überrascht, dass ihre Figur Michael Burnham nicht nur immer langweiliger und nervtötender wird, sondern auch mit ihrem verstärkt miesen Schauspiel. Ganz großes Kino. Nicht.

4. Gerade an Wochenenden im tiefsten Winter ist es eine Wohltat wenn sich die Sonne doch mal zeigt. Bis sich die Sonne vorgestern (Samstag) wieder etwas zeigte hatte ich vermutet sie hätte aufgrund der völligen geistigen UmNACHTung in manchen Teilen der Welt den Dienst quittiert.

5. Die vielen ungelesenen Bücher hier in meiner Hobbithöhle bieten sicher nicht nur spannende Lektüre, sondern verdienen es überhaupt mal gelesen zu werden. Leider bin ich seit Monaten viel zu lesefaul!

6. Kaum zu glauben, dass anscheinend wirklich geplant ist weiterhin nichts gegen die ohnehin schon existenten sozialen Missstände zu unternehmen, welche durch die Corona-Pandemie noch verstärkt werden.

7. Zuletzt habe ich ein gemütliches Wochenende zuhause verbracht und neben einer Filmkritik auch meinen TV-Jahresrückblick (siehe oben) veröffentlicht und das war schön, weil sich die Artikel auch nicht immer von selbst schreiben.

 


Then Came You (2018)

9. Januar 2021

Ein von Ängsten dominierter Hypochonder wird von einem todkranken Mädchen ausgewählt, um gemeinsam ihre „To-Die-Liste“ abzuarbeiten. Davon handelt Then Came You, mit Asa Butterfield (Sex Education) und Maisie Williams (Game of Thrones) in den Hauptrollen.

She’s like the wind

Calvin (Asa Butterfield), der mit Vater (David Koechner) und Bruder (Tyler Hoechlin) in der Gepäckabfertigung eines Flughafens arbeitet, leidet unter Angstzuständen und hält sich für schwer krank. Doch die Ärzte finden keinerlei Anzeichen für ein physisches Leiden und empfehlen ihm den Besuch einer Selbsthilfegruppe für Krebspatienten. Dort trifft Calvin auf Skye (Maisie Williams), die keinerlei Aussichten mehr auf Heilung hat und die ihr verbleibende Zeit noch in vollen Zügen genießen will. Ausgerechnet Calvin soll ihr dabei helfen, die noch offenen Punkte auf ihrer „To-Die-Liste“ abzuhaken. Mit ihrer direkten Art überrumpelt Skye Calvin immer wieder und ermutigt ihn, seinen heimlichen Schwarm, die Stewardess Izzy (Nina Dobrev) nach einem Date zu fragen…

Filme über zwei junge Menschen, von denen einer oder beide an einer schweren (meist tödlichen) Krankheit leiden, erfreuen sich immer wieder großer Beliebtheit. Man denke nur an Das Schicksal ist ein mieser Verräter (2014, nach dem Roman von John Green), Ein ganzes halbes Jahr (2016, nach Jojo Moyes) oder Milla Meets Moses (2019) aus Down Under. Regisseur Peter Hutchings und Drehbuchautor Fergal Rock gewinnen mit ihrem Beitrag zum Thema Then Came You beleibe keinen Innovationspreis, gleichzeitig gelingt es ihnen aber auch, eine überaus kitschige und übermäßig rührselige Ausrichtung zu vermeiden.

Insgesamt verläuft die Story der im US-Bundesstaat New York gedrehten Produktion nach gängigen Mustern ab. Calvin und Skye helfen sich auf ihre jeweils eigentümlich Weise gegenseitig. Sie holt ihn mit ihrer stürmischen Art aus seinem dauerhaften Tief und er steht ihr in den letzten Wochen ihres Lebens bei. Die Beziehung der beiden Protagonisten funktioniert auch deswegen so gut weil man mit Asa Butterfield (Hugo Cabret, Die Insel der besonderen Kinder, Sex Education) und der als Arya Stark aus Game of Thrones berühmten Maisie Williams (Gold (2014), Mary Shelley, The New Mutants) exakt die passenden Darsteller gefunden hat. Butterfield gibt gekonnt den introvertierten Hypochonder während Williams als trotzig-furchtloses Girlie wie eine Naturgewalt über ihr Gegenüber hereinbricht. Die weiteren Figuren, darunter Calvins Angebetete Izzy (Nina Dobrev aus Vampire Diaries), bleiben allerdings weitgehend blaß und austauschbar und werden auf ihre nackte Handlungsfuktionalität beschränkt. Insgesamt hat mich Then Came You allerdings ganz passabel unterhalten, auch weil der Film zwar über weite Strecken auf Humor setzt, die ernsten Szenen aber dennoch gut funktionieren.

Then Came You ist seit dem 18. Juli 2019 auf DVD und Bluray erhältlich sowie bei diversen Streaminganbieter verfügbar.

Then Came You
Tragikomödie USA 2018. FSK 12. 97 Minuten.
Mit: Asa Butterfield, Maisie Williams, Nina Dobrev, Tyler Hoechlin, David Koechner, Peyton R. List, Tituss Burgess, Sonya Walger, Margot Bingham, Ken Jeong, Brianna Venskus u.a. Drehbuch: Fergal Rock. Regie: Peter Hutchings.

 

Credits
Bilder (c) Concorde/EuroVideo.

 


Media Monday #497

4. Januar 2021

Mit dem ersten Montag des Jahres 2021 beginnt leider auch wieder der Ernst des Lebens, sprich die Arbeit. Aber auch der Media Monday startet wieder durch, auf seiner Zielgeraden zum Jubiläum.

Ein erfolgreiches, frohes, gesundes, gutes und überhaupt wunderbares neues Jahr an alle!


Beiträge der Woche
African Kung-Fu Nazis
Binge Reloaded
Deutschland 89
I’m Thinking of Ending Things

Fragen der Woche

1. Was ich mir für 2021 besonders wünsche ist ganz einfach, dass die Corona-Pandemie dank flächendeckender Impfung massiv eingedämmt wird.

2. Gute Vorsätze sind ja immer so eine Sache, aber ich habe mir vorgenommen Filme und Serien anzusehen, Musik anzuhören und auch mal was zu lesen. Potzblitz!

3. Die Sonne kann sich dann bitte jetzt auch mal wieder melden. Das letzte Mal habe ich sie letztes Jahr, also vor einer Ewigkeit, gesehen!

4. Auch wenn ich es schön fände, sieht es wohl so aus dass die Menschheit aus den vielen Problemen nichts lernen und den Planeten auch weiterhin konsequent gegen die Wand fahren wird.

5. Dass es manche Menschen aber doch gegen alle Widerstände versuchen lässt mich aber hoffen und ich würde mich freuen, falls sich manche Dinge wider Erwarten doch zum Besseren entwickeln.

6. Und das Schön(st)e an einem gerade erst frisch gestarteten Jahr: bisher kein Stress!

7. Zuletzt habe ich das Blog mal ein paar Tage ruhen lassen und das war irgendwie auch entspannend, weil ich so gemütlich in das neue Jahr starten konnte.

 

 

 


Review(s) Dezember 2020

3. Januar 2021

Trotz der Corona-Pandemie hat sich der Wechsel ins neue Jahr nicht verschoben. Als erstes Lebenszeichen 2021 gibt es auf diesem Blog heute die Rückschau auf den Dezember.



Einen für meine Verhältnisse produktiven Review-Jahresendspurt wie in den Vorjahren gab es dieses Mal leider nicht. Es gibt also einige Vorsätze für 2021 in Form von nachzuholenden Rezensionen oder Sichtungen!


Filme
African Kung-Fu Nazis
Comrades & Cash (Doku)
I’m Thinking of Ending Things
Performaniax

Serien
Binge Reloaded
Deutschland 89
Drinnen – Im Internet sind alle gleich
Die Schauspielschüler: Staffel 1
Tatort: Die Nacht gehört dir

Sonstiges
Mein Musikjahr 2020

Außerdem gesehen und (noch) nicht rezensiert
Braindead
Italian Spiderman (Kurzfilm) (RW)
Mel Brooks‘ Die verrückte Geschichte der Welt
Monty Python’s Die Ritter der Kokusnuss

 

The Crown – Staffel 4
Pushing Daisies – Staffel 1, Folgen 4 und 5
Star Trek Discovery – Staffel 3, Folgen 8 bis 11

 

 


Media Monday #496

28. Dezember 2020

Der letzte Media Monday im Krisenjahr 2020. So ein Jahr wollen wir alle sicherlich nicht noch einmal erleben. Auf ein besseres 2021! Guten Rutsch!

Beitrag der Woche
Mein Musikjahr 2020

Fragen der Woche

1. In filmischer Hinsicht war 2020 sicherlich kurios. Da gab es bei mir Zeiträume mit häufigen Kinobesuchen und leider auch Wochen/Monate, in denen die Kinos gezwungenermaßen geschlossen waren, was sie ja auch noch sind. Dennoch habe ich für meine Verhältnisse viele aktuelle Filme gesehen.

2. Das (zunehmende) Angebot an Streaming-Inhalten ist in Zeiten der Corona-Pandemie und deren Auswirkungen eine dankbare Alternative, um Filme (und auch Serien) zu schauen, ohne aus dem Haus gehen zu müssen. Doch die unmittelbare Intensität eines Kinobesuches kann das alles nicht ersetzen.

3. Begrenzte Ausgehmöglichkeiten und eingeschränkte Außer-Haus-Beschäftigungen haben sich bei mir dahingehend bemerkbar gemacht dass ich aufgrund von reduzierter Bewegung etwas zugenommen habe. Könnte mir vorstellen, dass es vielen so geht. 😉

4. Mit Filmen, Serien, Musik, Comics, Büchern, Schlafen, Essen/Trinken, gelegentlicher Hausarbeit und ziellosen Internetrecherchen konnte ich mich ja wunderbar auch daheim beschäftigen und musste mich daher auch in Zeiten des Lockdowns nicht so sehr umstellen. Ich bin eben gerne in meiner (überirdischen) Hobbithöhle.

5. Mitunter größte Hilfe gegen drohende Langeweile war für mich in den vergangenen Wochen und Monaten Langeweile? Was ist das???

6. Nicht nur zu den Feiertagen hat sich eine gewisse Entschleunigung breitgemacht, die bei mir dazu geführt hat, dass ich an den Tagen vor Weihnachten kaum etwas geschrieben habe.

7. Zuletzt habe ich mit meinen Eltern sowie meiner aus den USA mit ihren Kindern angereisten Schwester Weihnachten gefeiert und das war sehr schön, weil ich den „amerikanischen Teil“ der Familie das letzte Mal im Sommer 2019 getroffen hatte und weil es mein erstes Weihnachten mit Mama, Papa, Schwester, Neffe und Nichte war. Dass der Besuch aus Amerika überhaupt anreisen konnte schien lange Zeit auch alles andere als selbstverständlich. Umso schöner, dass es geklappt hat. 🙂

 

 


Media Monday #494

14. Dezember 2020

Was für eine merkwürdige Woche hinter mir liegt. Mehr dazu und sieben Fragen gibt es im heutigen Media Monday

Die Woche begann kurios. Montag, gegen 16:50 Uhr. Ich war gerade dabei Feierabend zu machen und kurz davor das Büro zu verlassen als ein Freund anrief und sagte, dass zwei italienische Straßenmusiker gleich ein Konzert in der Innenstadt geben würden. Kurze Zeit später war ich dort und lernte Alessandro alias Gap’s Orchestra (Gitarre, Gesang, Percussion usw.) und Giacomo Gamberucci (E-Cello) kennen, die am Marktplatz dann noch einen schönen „Guerilla-Gig“ mit Coverversionen bekannter italienischer Songs spielten. Dass ich sowas in 2020 noch erleben darf, ein Konzert!

Eine Tag später gab es allerdings eine ziemliche Hiobsbotschaft: Herr-der-Ringe-Film.de wird nach dem 31. Dezember 2020 vom Netz genommen. Die Fan-Website zur Verfilmung von J.R.R. Tolkiens Romanepos, vor allem das dazugehörige Forum, war ab 2001 für einige Jahre eine feste Anlaufstelle für mich als damaliger HdR-Newbie. Von 2002 bis 2004 lernte ich unzählige Leute auf Stammtischen und Usertreffen kennen. Ohne HDRF.de hätte ich einen Großteil meiner Freunde niemals getroffen und wäre vielleicht niemals Filmkritiker/Blogger geworden. Auch wenn sich im Lichte dieser Schreckensmeldung die Community auf Facebook zusammengefunden hat und über eine Weiterführung von Teilbereichen der Site diskutiert wird so wird das Internet ohne HDRF.de nicht mehr dasselbe sein. Die restliche Woche war daher von Wehmut und dem gemeinsamen Schwelgen in Erinnerungen geprägt.

Weniger nostalgisch gestalten sich meine Antworten auf die heutigen Fragen.

(Unterstützt durch Produktdeplatzierung)

Beiträge der Woche
Performaniax
Die Schauspielschüler: Staffel 1

Fragen der Woche

1. Derweil die Vorweihnachtszeit langsam in ihre heiße Phase geht beginnt ab Mittwoch der bundesweite Lockdown. Das sorgt dafür, dass es bis Dienstag in den Geschäften, die einen Tag später schließen müssen, besonders heiß hergeht. Wohlmöglich gibt es bürgerkriegsähnliche Verhältnisse. #lastminuteschnaeppchen #survivalofthefittest #battleforchristmas

2. Kitsch und Pomp gehen in der filmischen Betrachtung der Festtage Hand in Hand. Für mein Empfinden gibt es viel zu viele kitschige und klischeetriefende Weihnachtsfilme. Die Anzahl wird durch die mittlerweile bereits zahlreichen Netflix-Produktionen leider noch erhöht.

3. Nachdem Disney höchst hochtrabende Pläne für das Star-Wars-Franchise formuliert hat habe ich mir kürzlich die DVD von Spaceballs (dem viertbesten Star Wars-Film) gekauft. Beim Tippen der Zeilen trage ich gerade „Spaceballs – Das T-Shirt“. Zum Frühstück gibt es „Spaceballs – Die Müsliflocken“ und in meiner Mittagspause esse ich „Spaceballs – Das Lunchpaket“. Um nach der Arbeit runterzukommen nutze ich „Spaceballs – Das Buch zum Ausmalen“. Als treuer Fan warte ich seit Jahrzehnten auf „Spaceballs 2 – Auf der Suche nach noch mehr Geld“!

4. Kaum zu glauben, dass sich das Jahr schon beinahe wieder dem Ende neigt und ich es auch diesmal nicht geschafft habe unzählige Filme und diverse Serienstaffeln von meiner endlos langen Watchlist anzusehen.

5. Womit man mir persönlich in diesem Jahr noch eine riesige Freude machen könnte? Dass der geplante Besuch meiner Schwester und ihren Kindern aus den USA zu Weihnachten trotz der ganzen Situation wahr wird und reibungslos funktioniert!

6. Erfreulich immerhin, dass ihnen trotz der irrsinnigen Lage in den USA (Trump, Corona etc.) gut geht.

7. Zuletzt habe ich siehe oben und das war ____ , weil ____ .

 

 


Media Monday #493

7. Dezember 2020

Der Montag nach Nikolaus. Zeit, um ganz artig die heutigen Fragen des Media Mondays zu beantworten.

Beiträge der Woche
Deutschland 86
Comrades & Cash

Fragen der Woche

1. Vorweihnachtszeit heißt bei mir ja immer auch, dass die Wohnung trotz meiner Abneigung gegen Weihnachtskitsch etwas dekoriert wird. Hier und da ein paar Figürchen, eine Kerze, passende Tischdeckchen und eine Lichterkette.

2. Eines der in meinen Augen „schönsten“ Klischees in Bezug auf die besinnliche Zeit ist die Zustellung der Weihnachtsgeschenke durch einen Logistikmitarbeiter eines Mega-Konzerns, der in manchen Ländern den Mensch ihr Trinkwasser stiehlt, um es ihnen dann hinterher für Geld zu verkaufen, also klassische Mafia-Methoden.

3. Ich bin aber auch froh, wenn Ende des Monats das Kapitel 2020 beendet ist, denn Diese Frage kann ich so nicht stehen lassen. Ich halte es für falsch zu denken, dass nur 2020 das große Corona-Horror-Jahr ist. Die Situation wird sich auch in 2021 erst einmal nicht ändern. Außerdem war für mich persönlich 2020 bisher nicht so schlimm. Ich habe/hatte eben Glück.

4. Eine Serie, die ich erst spät für mich entdeckt habe ist Twin Peaks. Eigentlich wollte ich schon länger mal ein ausführliches Review über die Kultserie von David Lynch und Mark Frost schreiben.

5. Der Trailer zu Machete Kills Again…in Space! verspricht beste Unterhaltung in meinen Augen, allerdings muss Regisseur Robert Rodriguez den 2013 bereits angekündigten Film endlich mal drehen und sich nicht mit belanglosem Kram wie Battle Angel Alita oder We Can Be Heroes aufhalten. Machete braucht seinen dritten Film!

6. Schon kurios, wie sich der eigene Medienkonsum verändert, wenn man zeitweise nicht ins Kino kann. Ich habe dieses Jahr verstärkt neue Filme (die hierzulande auch wirklich 2020 erstmals veröffentlicht wurden) auf DVD/BluRay und im Stream gesichtet.

7. Zuletzt habe ich entspanntes Wochenende mit Filmen, Serien, Musik und einem schönen Sonntagsspaziergang verbracht und das war sehr schön, weil ich mich in den letzten Tagen viel fitter fühle, nachdem ich von letzten Montag bis Mittwoch ziemlich kaputt gewesen bin.

 


Comrades & Cash

5. Dezember 2020

Nach Deutschland 86 habe ich mir gleich noch die Doku Comrades & Cash: Geheime Geschäfte unter dem Eisernen Vorhang als Hintergrundmaterial zu den schmutzigen Deals der DDR zur Devisenbeschaffung angesehen.


Devisen um jeden Preis

Als von der Welt abgeschottetes Wirtschaftssystem litt die Deutsche Demokratische Republik unter einem chronischen Mangel an ausländischen Devisen, die in den 1980ern fast zur Zahlungsunfähigkeit des sozialistischen Ostdeutschlands führte. Comrades & Cash – Geheime Geschäfte unter dem Eisernen Vorhang von Alexander Lahl und Max Mönch befasst sich mit den dubiosen Maßnahmen der DDR-Führung, um diesem Problem Abhilfe zu schaffen. Als Erzähler fungiert Jonas Nay, Hauptdarsteller der dreiteiligen Ost-West-Spionageserie Deutschland 83 (2015), Deutschland 86 (2018) und Deutschland 89 (2020).

Prägende Figur der Devisenbeschaffung war Alexander Schalck-Golodkowski (1932-2015), der den 1966 gegründeten Bereich Kommerzielle Koordinierung (KoKo) als Teil des Ministeriums für Außenhandel leitete. Mit dem Gebahren eines Mafia-Bosses und gleichzeitig als scheinbar unsichtbarer Mann im Hintergrund war Schalck-Golodkowski hauptverantwortlich dafür, dass die KoKo im Laufe der Zeit 25 Milliarden DM erwirtschaftete und somit die verschuldete DDR finanziell am Leben erhalten konnte. Dies gelang allerdings nur dadurch, dass mein einerseits entgegen aller sozialistischer Ideal in höchstem Maße kapitalistisch handelte und andererseits vor verbrecherischen Machenschaften nicht zurückschreckte.

Eines der Kernschäfte der KoKo war die Verstrickung in den internationalen Waffenhandel. Da wurden nicht nur Kriegsgüter an sozialistische Bruderstaaten verkauft, sondern auch Deals mit kapitalistischen Staaten, die eigentlich Feinde waren, durchgeführt und dabei nicht selten gegen internationale Handelsembargos verstoßen. Comrades & Cash lässt hier zwei ehemalige Insider zu Wort kommen: einen französischen Mittelsmann für Waffendeals und den pensionierten Mitarbeiter eines schwedischen Rüstungskonzerns. Schalck-Golodkowski & Co füllten die Devisenkassen aber auch mit weiteren „Unternehmungen“. Durch betrügerisch-fingierte Steuernachzahlungsbescheide wurden viele DDR-Bürger um ihre wertvollen Kunstwerke und Wertgegenstände gebracht, die man dann für teures Geld ins Ausland verkaufte. Dazu wurden die Bewohner Ostdeutschland zum Blutspenden für die gute Sache aufgerufen, um die Blutkonserven in den Westen zu veräußern. Auch vor noch brutaleren Methoden gegen die eigene Bevölkerung wurde nicht zurückgeschreckt.

Lahl und Mönch kombinieren die erklärenden Texte des Off-Erzählers und Interview-Beiträge mit Impressionen internationaler Schauplätze. Statt der meist üblichen nachgestellten Spielzenen rekonstruieren sie die Vorgänge anhand von Animationssequenzen. Zwar wirkt die 80minütige Doku keineswegs so chaotisch wie etwa Electric Boogaloo, aber insgesamt hätte ihr etwas mehr Struktur gutgetan. Für mich war das Ganze immerhin sehr erhellend weil ich wie sicherlich viele Menschen bisher von den dubiosen Geschäftsbeziehungen der DDR im Grunde nichts wusste.

Comrades & Cash: Geheime Geschäfte unter dem Eisernen Vorgang ist als Bonusmaterial von Deutschland 86 bei Amazon Prime und als Teil der DVD-Box verfügbar.


Comrades & Cash: Geheime Geschäfte unter dem Eisernen Vorhang
Dokumentation Deutschland 2018. 80 Minuten. Erzähler: Jonas Nay. Buch und Regie: Alexander Lahl und Max Mönch.

Credits
Bild (c) MobyDok/UFA Fiction/Amazon.

 

 


Review(s) November 2020

2. Dezember 2020

Bevor ich endgültig in winterschlafähnliche Zustände verfalle hier noch schnell der Rückblick für den 11. Monat des Jahres 2020.

Während die Infektionszahlen in der Corona-Pandemie weiterhin recht hoch sind hat sich zumindest im Kopf bei mir hinsichtlich des Lockdowns Routine breitgemacht, um nicht zu sagen Müdigkeit. Der November war daher bei der Medienkonsum- und Review-Ausbeute leider nicht so ergiebig. Immerhin hab ich in den letzten ein bis zwei Wochen wenigstens wieder ein wenig gelesen.


Filme
David Copperfield – Einmal Reichtum und zurück (Tilda Swinton Festival)
Egomania – Insel ohne Hoffnung (Tilda Swinton Festival)
Lipsias fantastische Fabelwesen (Kurzfilm)
GOTT von Ferdinand von Schirach (TV-Film)

Serien
Parlament – Staffel 1
Blood of Zeus
Deutschland 86 

Sonstiges
Das war der Horroctober 2020
Tilda Swinton Festival – And so it begins

Außerdem gesehen und (noch) nicht rezensiert
Drinnen – Folgen 1 und 2
Pushing Daisies – Staffel 1, Folgen 1 bis 3
Star Trek Discovery – Staffel 3, Folgen 3 bis 7

 

 


Tilda Swinton Festival: David Cooperfield – Einmal Reichtum und zurück

25. November 2020

Als nächsten Beitrag meines persönlichen TSFs habe ich mir nach dem Frühwerk Egomania einen aktuellen Film mit Tilda Swinton angesehen.

In Armando Iannuccis Verfilmung von Charles Dickens bekanntem Bildungsroman David Copperfield spielt Tilda Swinton als Betsey Trotwood zwar keine Hauptrolle, gehört aber zu einem wundervollen, homogenen Darsteller-Ensemble, angeführt von Dev Patel als Titelheld. In rasanter Manier springt der Film durch die unterschiedlichen Stationen im Leben seines Protagonisten, von der Kindheit bis zur erfolgreichen Karriere als Schriftsteller.

Zur kompletten Kritik bei Vieraugen Kino

 

 


LESELISTEN

LITERATUR - PROSOPAGNOSIE - FILM

Neue Filmkritik

braucht das Land

Apokalypse Film

Schaut vor der Apokalypse keine schlechten Filme!

Klappe!

Das Filmmagazin

Bette Davis left the bookshop

Bücher, Filme und viel mehr

VERfilmt&ZERlesen

Wo Kafka und Kubrick sich treffen

Schreiben als Hobby

Aus den Aufzeichnungen der Skáldkonur: Wo Worte sich zu Texten fügen, ist es Zeit für den Barden seine Geschichten zu erzählen.

11ersfilmkritiken.wordpress.com/

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