Vorsicht! Irrtum!

29. Juli 2021

Das Internet ist zu unserer Hauptquelle für Information und Wissen geworden. Doch leider tummeln sich im Worldwideweb auch viele Falschinformationen und andere Unwahrheiten. Um diesen Schwachpunkten entgegenzutreten rufe ich hiermit eine neue Rubrik ins Leben: Vorsicht! Irrtum!

Sogenannte „False friends“ kennen wir aus dem Englisch-Unterricht. So heißt das englische Wort „actual“ auf deutsch übersetzt nicht „aktuell“, sondern „eigentlich“. Um solche falschen Freunde geht es heute, allerdings aus der Welt der prominenten Menschen.


Also, vorsicht vor irreführenden Namen!

  • Blixa Bargeld ist nicht die Schwester von Johnny Cash
  • Die griechische Schauspielerin und Sängerin Irene Papas war niemals Mitglied von The Mamas & the Papas
  • Dietmar Dath ist nicht der Bundesdatenschutzbeauftragte
  • Frauke Petry und Wolfgang Petry waren zu keiner Zeit miteinander verheiratet

Vielen Dank fürs Lesen. Hoffentlich konntet ihr etwas lernen. Sobald ich weitere Irrtümer entdecke wird es einen neuen Beitrag geben. Bis dahin denkt daran: Augen auf im Internet! 😉

 


40 Jahre Hermkes Romanboutique

15. Januar 2021

Am 15. Januar 1981 eröffnete in Würzburg Hermkes Romanboutique, ein Laden für Fantasy- bzw. Science-Fiction-Literatur, Comics und Rollenspiele. Alles Gute zum 40. Geburtstag!


Heute vor 40 Jahren eröffnete Hermke Eibach seine Romanboutique in Würzburg (Unterfranken, Bayern). Der auf Bücher aus den Bereichen Science-Fiction, Fantasy und Horror sowie Comics, Rollen- und auch Gesellschaftsspiele spezialisierte Laden avancierte seitdem nicht nur zur ersten Anlaufstelle für Fans der genannten Genres und Medien, sondern auch für die lokale Rollenspielszene. Im Lauf der Jahre gab es auch immer wieder Veranstaltungen mit prominenten Gästen wie dem für seine Disney-Arbeiten bekannte US-Comiczeichner Don Rosa oder dem viel schreibenden deutschen Autoren Wolfgang Hohlbein. Der alljährliche Gratis Comic Tag wird hier mit kostenlosen Probeexemplaren, dem Kiloverkauf gebrauchter Comics und unterschiedlichsten Cosplayern zelebriert. 1996 übergab Hermke Eibach seinen Laden an die „nächste Generation“, nämlich seinen Sohn Gerd und dessen Geschäftspartner bzw. langjährigen Mitarbeiter Bernie Sterner, weiter. In genau diesem Jahr muss ich im zarten Alter von 15 Jahren das erste Mal die Romanboutique betreten haben.

Meine eigentlich aus der Erlangener Gegend stammenden Cousins hatten sich schon früh für Pen-&-Paper-Roleplay-Games sowie Tabletop- und Sammelkarten-Spiele begeistert. In Würzburg besuchten sie regelmäßig ihre (mit mir nicht verwandte) Oma und erzählten mir von einem „Fantasyladen“. Ich weiß nur noch, dass ich damals erst einmal überhaupt nichts gefunden und dann ein Spaceview-Special zu Akte X gekauft habe, weil ich zu der Zeit die Serie im Fernsehen verfolgte. Meine eigene Geschichte als „Konsument sequenzieller Kunst“ hatte irgendwann in der Grundschule mit den üblichen Verdächtigen, nämlich Mickey-Maus-Heften und dem Lustigen Taschenbuch, sowie mit Comics zur Animeserie Heidi, die auf den Romanen von Johanna Spyri basiert, begonnen. Zur Mitternachtspremiere von Der Herr der Ringe: Die Gefährten im Dezember 2001 nahm ich an einem Gewinnspiel des Ladens teil und gewann einen 3-Euro-Gutschein, den ich Anfang 2002 bei meinem zweiten Besuch in die Karte von Mittelerde investierte. In den letzten etwa 10 Jahren ist dank Gerd, Bernie & Co meine Sammlung an Comics und Graphic Novels beträchtlich gewachsen. Eigentlich hatte ich vor, heute persönlich meine Glückwünsche zum stolzen Jubiläum zu unterbreiten, aber leider macht uns Corona dahingehend immer noch einen Strich durch die Rechnung.

An dieser Stelle nochmal die allerbesten Glühstrümpfe zum 40. Geburtstag an den Laden und seine guten Seelen!

 

 

Auf ihrer Website erzählen die Macher übrigens in mehreren Minipodcast-Folgen die Geschichte der Romanboutique.

Credits
Bilder (c) Hermkes Romanboutique

 

 


Review(s) Oktober 2020

1. November 2020

Und auch der Oktober 2020 ist schon wieder Geschichte. Zeit für einen bunten Rückblick auf einen Monat, der nicht nur Horror bereithielt.

Da ab morgen wieder das öffentlicht Leben heruntergefahren wird (Kinos und andere Kultureinrichtungen müssen schließen, Reisen werden schwierig bis unmöglich) freue ich mich, dass mir im Oktober noch ein Kurzurlaub und Kinobesuche mit echten Highlights vergönnt war. Im November heißt es nun zuhause bleiben und dort Filme bzw. Serien schauen. Kein Problem. 😉


Filme
Milla meets Moses
Niemals selten manchmal immer
Oeconomia
Rabbits (1972) (Horroctober 2020)
Luz (RW) (Horroctober 2020)
Die Farbe aus dem All (2019) (Horroctober 2020)
The Dead Don’t Die (RW) (Horroctober 2020)
The Bad Batch (Horroctober 2020)
Bram Stoker’s Dracula (Horroctober 2020)

Serien
Babylon Berlin – Staffel 3
Upload – Staffel 1
Nightflyers (Horroctober 2020)

Sonstiges
Meine 5 liebsten Filme zu Halloween
Verschiebungen – The Story Continues


Außerdem gesehen und (noch) nicht rezensiert

Lipsias fantastische Fabelwesen (Kurzfilm)
Geniale Göttin – Die Geschichte von Hedy Lamarr

Die Chefin – Staffel 11. Folge 1
Cursed – Staffel 1, Folgen 4 und 5
Parlament – Staffel 1, Folgen 1 bis 4
SOKO Leipzig – Staffel 21, Folge 7
Star Trek: Discovery – Staffel 3. Folgen 1 und 2
Star Trek: The Next Generation – Staffel 2, Folgen 19 bis 22
Walker, Texas Ranger – Staffel 5, Folgen 3 und 4

 

 


Verschiebungen – The Story Continues

6. Oktober 2020

Die Corona-Pandemie hat neben den unmittelbaren Auswirkungen leider auch einige Konsequenzen für diverse Lebensbereiche. Aus Sicht von uns Film-Bloggern ist vor allem die Verschiebung vieler großer Blockbuster, von denen manche schon lange herbeigesehnt werden, sehr unschön.

Nach diversen anderen aufwändigen Hollywood-Streifen hat es nun auch den neuesten James-Bond-Film Keine Zeit zu Sterben und Dune, die Neuverfilmung des gleichnamigen Science-Fiction-Romans von Frank Herbert, „erwischt“. Bond-Film Nr. 25 von Regisseur Cary Joji Fukunaga, der ursprünglich im April 2020 starten sollte und bis vor kurzem noch für den 12. November geplant war, wird erst im April 2021 in die Lichtspielhäuser kommen. Denis Villeneuves neue „Wüstenplanet“-Version wurde dagegen von Dezember 2020 auf Ende September/Anfang Oktober 2021 verlegt.

Aus diesen und anderen Gründen bin ich nach Rücksprache mit dem zuständigen Komittee zum Entschluss gekommen, dass mein bevorstehender 40. Geburtstag von Mitte Januar 2021 (17.01.) nun auf Mitte Januar 2022 verschoben wird. Das macht auch deswegen Sinn, weil ich dann gleichzeitig mit meiner besten Freundin feiern kann, die fast auf dem Tag genau ein Jahr jünger als ich ist. Vorausgesetzt sie verlegt ihr 40. Wiegenfest nicht auch noch.

Der wichtigste Interessenverband der Wirtschaft namens „Kapitalismus und Kommerz“ (KuK) hat unterdessen beschlossen, Weihnachten 2020 (24. bis 26.12.2020) auf Ostern 2021 (4. bis 5. April 2021) zu verlegen. Ostern 2021 findet dafür erst an Pfingsten (23./24.05.2021) statt. Pfingsten hingegen muss ausfallen. Aber mal ehrlich, wer braucht schon den Heiligen Geist, wenn es auch Himbeergeist tut.

Im diesem Sinne, frohes Verschieben!

Hinweis:
Die nachfolgenden Beiträge verschieben sich um mindestens einen Tag.


Media Monday #476

10. August 2020

Kaum hatte ich meinen Fehlbeitrag veröffentlicht, ploppte doch der neue Media Monday in meinem Reader auf. Auf ans Werk!



Gerade mutmaßte ich noch, warum Wulf gestern Abend oder heute keinen neuen Media Monday veröffentlicht hatte, da erfuhr ich dank Bullion von Moviescape, dass tatsächlich „technische“ Probleme der Grund sind. Myofb.de ist aber dankenswerterweise eingesprungen!


1. Wenn denn Kinofilme wieder richtiges Thema sein werden, freue ich mich derzeit ganz besonders auf Tenet, X-Men: The New Mutants (so Gott will!) und Dune.

2. Bei den teils mörderischen Temperaturen im Moment ist es aber ohnehin viel schöner bei kühlen Getränken einen schlechten Film zu „genießen“, der das hitzegeplagte Hirn nicht fordert. 😉

3. Und auch meine Liebe zu ausschweifenden Filmkäufen habe ich neu entdeckt, schließlich schlug ich kürzlich bei einem günstigen Angebot zu und habe dabei sechs BluRays und zwei DVDs ergattert.

4. Hitze und Sonne hingegen habe ich im Moment ziemlich über und freue mich schon sehr darauf, wenn es wieder kühler wird.

5. Ansonsten in ich gespannt, ob die o.g. Highlights dieses Jahr wirklich noch in die Kinos kommen.

6. Und wer weiß, vielleicht gibt es ja nächstes Jahr wieder ein Bloggertreffen, das dieses Jahr aus bekannten Gründen ausfallen musste

7. Zuletzt habe ich mir überlegt, warum es keinen neuen Media Monday gibt und das war unnötig, weil es ja jetzt doch einen gibt.

 

 

 

 


Montag ohne Media Monday

10. August 2020

Ein ganz normaler Montag? Nicht ganz…


Sicherlich nicht nur ich werde relativ irritiert darüber gewesen sein, dass Wulf, der nimmermüde Dauer-Rezenator beim Medienjournal, und Zeremonienmeister des Media Mondays, weder gestern noch heute eine neue Ausgabe mit neuen Fragen unters Bloggervolk gebracht hat.

Bei näherem Hinsehen fällt auf, dass Wulf seit letztem Montag (3. August 2020) nichts Neues veröffentlicht hat, was bei seinem Output (seit Jahr und Tag ein halbes Dutzend Reviews pro Woche!) schon sehr ungewöhnlich ist. Auf dem klitzekleinen Bloggertreffen im Hause Gnislew fast auf den Tag genau vor einem Jahr erzählte Wulf unter anderem, dass er zwischenzeitlich zwei Wochen in Urlaub gewesen war und dies aber durch seine „Review-Produktion auf Vorrat“ überhaupt niemandem auffallen konnte. Von daher denke ich, dass entweder die Technik streikt (und mehrere Beiträge in der „Warteschleife“ feststecken) oder Wulf sich doch mal eine komplette Auszeit gönnt. Wir hoffen jedenfalls alle, dass es ihm und einer besseren Hälfte gut geht.

Gestern Abend meinte ich noch per Textnachricht zu Gnislew, dass man sich doch bei der Gelegenheit selbst ein paar Fragen ausdenken könnte. Aber irgendwie hatte ich wohl aufgrund der aktuellen äußeren Umstände keine Lust darauf, weder gestern Abend noch heute. Zwar gestaltet sich der Sommer 2020 im Vergleich zu den Vorjahren äußerst human, aber das Wochenende hatte es wahrlich in sich und noch ist die Welle nicht vorbei. Die Hitze hat sich in den letzten Tagen auch ziemlich auf die „Qualität“ der von mir konsumierten und rezensierten Medien ausgewirkt, siehe unten. 🙂

Bleibt gesund und lasst es euch im Rahmen der gegebenen Möglichkeiten gutgehen!

Euer mwj

Beiträge der Woche
Ator – Herr des Feuers
Drei Engel auf der Todesinsel
Castle – Staffel 8

 

 

 


Media Monday #475

3. August 2020

Zum Wochenstart heute wieder der Media Monday. Dieses Mal geht es allerdings weniger um Medien…



Beiträge der Woche
Black Lagoon – Staffel 1
Dark – Staffel 3
Penny Dreadful: City of Angels, Folgen 6 und 7

Fragen der Woche

1. Ich könnte mich ja stundenlang über Dummheit, Egoismus und Narzissmus vieler Menschen auslassen, denn in der aktuellen Situation mit der Corona-Pandemie zeigen zu viele Leute unmögliches Verhalten oder offenbaren ihre überaus zweifelhaften Ansichten/Meinungen.

2. Besonders „begeistert“ bin ich hier nämlich von den Idioten, die aus purem Egoismus auf andere Menschen keine Rücksicht nehmen.

3. Überhaupt sind Diskussionen darüber, ob/dass die Maßnahmen zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie etwas bringen und vor allem die hirnrissen Verschwörungsmythen von Zwangsimpfung zur Manipulation der Bevölkerung total ermüdend wenn nicht hoffnungslos. Hinsichtlich des Themas Chip möchte ich noch hinzufügen, dass ich am liebsten Mauschips nur mit Salz mag.

4. Eigentlich hatte mich ja Xavier Naidoo schon mit seiner Musik genervt, aber allein seine üblen Äußerung zur nicht existenten QAnon-Verschwörung und seine Nähe zur Reichsbürgerbewegung machen den Mann mittlerweile völligst untragbar.

5. Müsste ich allerdings in wenigen Worten meine Begeisterung begründen, so sehen diese so aus: die Idioten sind nicht die Mehrheit! Ich bin für meinen Teil bin von vernünftigen Menschen umgeben.

6. ____ ist sicherlich auch nicht unschuldig dran, schließlich mochte ich Irgendwie frage ich mich gerade wann es in dieser Ausgabe eigentlich wieder um Filme, Serien usw geht.

7. Zuletzt habe ich die drei oben genannten Reviews fertigestellt/veröffentlicht und trotz der Hitze ein einigermaßen entspanntes Wochenende verbracht, dessen Höhepunkt sicherlich die Gartenparty mit Freunden (und Kaninchen!) war. Nebenbei habe ich auch einen Film (Drei Engel auf der Todesinsel) und ein paar Serienfolgen (von Star Trek: The Next Generation und Cursed) gesehen.

 


Review(s) Mai 2020

1. Juni 2020

Meine gesammelten Werke des just vergangenen Wonnemonats entbehren nicht einer gewissen Besonderheit. Doch lest selbst…

Fast alles, was ich im Mai 2020 an Filme und Serien konsumiert habe, erfuhr im gleichen Monat auch eine zeitnahe Besprechung. Für mich durchaus ungewöhnlich, weil ich mir öfters (meist unfreiwillig) Zeit lasse, vor allem für längere/komplexere Reviews. Mit Beiträgen aus den Bereichen Science-Fiction, Action, Horror, (Jugend-)Drama, Love Story, Krimi und Experimentalfilm dürfte für jeden Geschmack etwas dabei sein. Außerdem gab es eine Premiere: meine erste Hörspiel-Rezension.

Für alle Leinwand-Enthusiasten im hiesigen süddeutschen Sumpfgebiet gibt es einen Silberstreif am Horizont: ab 15.06.2020 dürfen die Kinos wieder öffnen! Das wird aber auch wirklich Zeit!

Filme
Destino (Kurzfilm)
Drugstore Indians
Electric Girl
Guardians (2017)
Iron Sky
Spring – Love is a Monster

Zwei im falschen Film

Serie
Castle – Staffel 7
Clique – Staffel 1
Clique – Staffel 2
Star Trek: Picard – Staffel 1

Sonstiges
Danger 5: Stereo Adventures (Hörspiel)
Interview mit Mira Sommer (Drugstore Indians)
Über den magischen Ort für Filme
(Stöckchen)

 

Außerdem gesehen und (noch) nicht besprochen
(RW= Rewatch)

After Midnight (2019)

American Gods – Staffel 2, Folge 5 (RW)
She-Ra und die Rebellenprinzessinnen – Staffel 5, Folgen 1 und 2


Danger 5: Stereo Adventures

27. Mai 2020

Das haut das stärkste Känguru um! Die fünfköpfige Agententruppe aus der genialen australischen Nazisplotation-Camp-Trash-Serie Danger 5 sind zurück! Allerdings „nur“ in Hörspielform! Ohren auf für Danger 5: Stereo Adventures!

The Super Team that killed Hitler is back!

 

Warnung: Die folgende Rezension enhält häufige Beispiele für massive Ubertreibung, mäßige Satzstruktur, überzogene Vergleiche, unbeholfenes Bloggen und den durchgehend nerdigen Geschmack des Verfassers. Vorsicht von Seiten der Leser ist geboten!

Vergesst Die drei ???! Vergesst Fünf Freunde! Denn jetzt kommt das ultimative Hörspielerlebnis: die neuen Abenteuer von Danger 5!

Dank des furchtlosen und beherzten Einsatzes der Allierten-Truppe von „Danger 5“ konnten Hitler und Nazi-Deutschland besiegt werden. Doch nach Ende des Zweiten Weltkrieges gibt es eine neue, noch viel viel schlimmere Bedrohung: den Kommunismus!!! Colonel Chestbridge schickt das Team, bestehend aus dem steifen Australier Tucker (Sean James Murphy), der professionell-zugeknöpften Britin Claire (Michelle Nightingale), der russischen Femme Fatale Ilsa (Natasa Ristic), dem ernsten Amerikaner Jackson (David Ashby) und dem gut gelaunten Cocktail-Virtuoso Pierre (Aldo Mignone), auf neue Missionen, um die freie Welt vor der „roten Gefahr“ und anderem Unheil zu bewahren.

In den letzten 18 Jahren habe ich ja schon viel besprochen, vor allem Filme und Serien, aber auch Bücher, Comics, Tonträger, Konzerte und ein kurioses Theaterstück. Der vorliegende Text ist eine Premiere: mein erstes Review zu einem Hörspiel. Seitdem ich vor drei Jahren zufällig Danger 5 entdeckt habe, liebe ich diese australische Serie wie kaum eine andere. Leider war nach zwei Staffeln mit insgesamt 14 Episoden Schluss mit diesem genialen Camp-Cocktail aus Agentenfilm, Nazisplotation, Swinging-Sixties-Ästhetik (Staffel 1) und Eighties-Overkill (Staffel 2). 2017 bzw. 2018 wurden zudem Requisiten und Kostümen auf Ebay versteigert. Eine Fortsetzung also unwahrscheinlich.

Nachdem die beiden Serienschöpfer Dario Russo und David Ashby zuletzt zwei Webvideos veröffentlichten – die 1990er-Videospiel-Parodie Computer Man und den Tierfilm-Ulk The Australian Wildernesssetzt das dynamische Duo nun ihr Meisterstück fort, wenngleich nur als Hörspielserie. Danger 5: Stereo Adventures spielt irgendwann zwischen der ersten und zweiten Staffel. Das Ende des Weltkrieges und damit das Verschwinden eines hartnäckigen Feindbildes hat unser heldenhaftes Aliierten-Quintett gehörig aus dem Tritt gebracht. Jackson mampft wo er nur kann und versucht sich außerdem eher erfolglos als Comedian. Tucker möchte in die Fußstapfen eines verstorbenen Verwandten treten und arbeitet nebenbei fieberhaft an seinem australischen Traum. Ilsa wünscht sich nichts mehr als einen Palast aus Diamanten. Während Pierre durch den Nach-Weltkriegs-Hangover plötzlich in allem eine große Verschöwrung sieht so wird selbst die so beherrschte Claire in der ein oder anderen Situation aus ihrer Wohlfühlzone geholt. Daneben müssen die fünf Superspione aber wichtige Missionen – wie immer knackig-direkt von Colonel Chestbridge („Let‘ s get straight to the biscuits!“) in Auftrag gegeben – ausführen. Die weltpolitische Situation hat sich grundlegend geändert und so bekommen es die Agenten mit gefährlichen Antagonisten wie einem Seemonster, einem obskuren Surfer mit Doktortitel, einem hinterhältigen Zauberlehrling oder einer riesigen Miezekatze zu tun.

Beim Medium Hörspiel muss man komplett auf die visuelle Komponente verzichten, was bei der herrlichen Retro-Camp-Ästhetik natürlich jammerschade ist. Dafür sind aber der Phantasie der Macher hier keine Budgetgrenzen gesetzt und das Kopfkino der Zuhörer wird ordentlich angeregt, vor allem bei den durchgeknallt-abstrusen Stories, die einem hier um die Ohren fliegen. Vor und hinter dem Mikrofon hat Maestro Russo wieder die üblichen Verdächtigen zusammengetrommelt. Die Schauspieler der TV-Serie sprechen auch hier wieder ihre Hauptrollen, mit Ausnahme von Claire. Die blonde Britin wurde zwar bisher von Amanda Simons verkörpert, die Stimme stammte aber durchgehend von Michelle Nightingale, welche auch hier den Part übernimmt. Natasa Ristic spricht als Ilsa wie gewohnt durchgehend russisch. Da man ihre Dialogzeilen nicht untertiteln kann ergibt sich deren Inhalt aus dem Kontext der betreffenden Szene. Die Rolle des Erzählers bekleidet mit Shaun Micallef ein bekannter australischer Comedian, der auch in zwei Serienfolgen Gastauftritte absolvierte (Johnny Hitler und Back to the Führer).

Wird der kleine mwj diese als Review getarnte, schier endlose Lobeshymne auf sträflich vernachlässigte Unterhaltung aus Down Under jemals zu einem befriedigenden Ende bringen? Das erfahren Sie gleich, werte Leser, nach einer Botschaft unserer Sponsoren:

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Zurück zur Hörspiel-Rezension. Bekamen in der Original-Show (neben Nazis) vor allem Italiener und Japaner ihr Fett weg so ziehen die acht gut halbstündigen Audio-Abenteuer Klischees, Eigenheiten, altbekannte Traditionen sowie Unsitten von Briten, Griechen, Australiern, Surfern, Piraten und anderen genüsslich durch den Kakao. Mein persönlicher Höhepunkt: das dritte Kapitel, eine krude Mixtur der Mit Schirm, Charme und Melone-Folge Afrikanischer Sommer (1966) gemischt mit Motiven aus Das Dschungelbuch und dem Humor knalliger Monty Python-Sketche. Im letzten Drittel lässt die ganze Chose bedauerlicherweise etwas nach. Man braucht schon sehr gute Englischkenntnisse um die anspielungsreichen und mit allerlei Wortspielen gespickten Dialoge sowie die diversen Akzente von unterschiedlicher Qualität zu verstehen. Dass Dario Russo hier wirklich fast jede Nebenrolle spricht hat den ganzen Aufnahmeprozess sicherlich vereinfacht, macht alles aber auch bisweilen etwas zu monoton.

Der geneigte Fan bekommt in diesen außergewöhnlichen audiblen Action-Abenteuer nicht nur die üblichen D5-Zutaten wie die von sterbenden Nebencharakteren mit ihrem letzten Atemzug kommunizierten Cocktailrezepte und die hemmungslos behämmerten Werbespots (eine Hörspiel-Produktion muss ja schließlich auch irgendwie finanziert werden!) serviert. Die Fortsetzung greift auch aktuelles weltpolitisches Geschehen auf, was für eine zusätzliche anachronistische Note im Abgang sorgt. Co-Autor, Regisseur und Sprecher Dario Russo hat es sich natürlich nicht nehmen lassen, neues musikalisches Material zwischen Surfer-Sounds und Santana-Gitarren zu komponieren. Neben kurzen Varianten des Titelthemas, passend zum Setting der jeweiligen Episode, gibt es gut 20 Minuten weitgehend neue Stücke, die auf Russos Bandcamp-Seite erhältlich sind, darunter den schrillen Gassenhauer The Fruity. Als hätten Piero Umiliani und Electric Mayhem, die Hausband der Muppet Show, einen gemeinsam Track aufgenommen. Was kommt als nächstes? Ich wünsche mir eine Zeichentrickserie. Man wird ja noch träumen dürfen!

Alle acht Kapitel von Danger 5: Stereo Adventures sind seit dem 28. April 2020 bei Audible verfügbar. Den Soundtrack gibt es bei Bandcamp.

Dieser Text wurde präsentiert von Tamico Tape Terminator, dem absoluten Killer-Endgerät unter den Kassettenspielern!

Danger 5: Stereo Adventures
Agenten-Action/Abenteuer/Hörspielserie Australien 2020. 8 Folgen. Gesamtlänge: 264 Minuten.
Sprecher: David Ashby (Jackson), Aldo Mignone (Pierre), Sean James Murphy (Tucker), Michelle Nightingale (Claire), Natasa Ristic (Ilsa), Shaun Micallef (Erzähler), Cathy Adamek (diverse), Dario Russo (diverse) u.a. Autoren: Dario Russo und David Ashby. Musik: Dario Russo. Regie: Dario Russo.



Credits
Bilder (c) Dinosaur/Audible.

Unterstützt durch Produkt(de)platzierung.


Media Monday #456

23. März 2020

Was ist aktuell der größte Vorteil des Bloggens? Richtig, man muss das Haus nicht verlassen. Von daher geht es hier gleich weiter mit einer neuen, gesunden Ausgabe des Media Monday



Seit Anfang Februar konntet ihr hier an dieser Stelle im Media Monday keinen Eingangstext mehr gelesen, in welchem ich früher gewöhnlich die Ereignisse der Woche zusammengefasst habe. Stattdessen fandet ihr diese Informationen in Kurzform als Antwort zu Frage 7. Doch die aktuellen Entwicklungen, die für fast alle von uns noch nie dagewesene Zustände bedeuten, schreien förmlich danach, etwas zu schreiben.

Wie manche von euch (die mich etwas näher kennen) wissen, leide ich seit Langem an diversen chronischen Erkrankungen. Eine davon, Asthma, macht mich in Zeiten der Corona-Pandemie zu einem Risikopatienten. An dieser Stelle folgt aber gleich die Entwarnung: es geht mir gut. Ich habe keine unüblichen Beschwerden, bin nicht in Quarantäne, hatte keinen Kontakt zu Infizierten und war kürzlich auch nicht in einem der Krisengebiete. Dennoch scheinen sich meine Chefs Sorgen um meine Gesundheit zu machen. Deshalb darf ich seit Donnerstag teilweise Homeoffice machen, was eigentlich ziemlich schwierig ist, wenn man bedenkt, dass sich meine Tätigkeit als Personalsachbearbeiter fast ausschließlich um physische Akten dreht. Der Publikumsverkehr ist bei uns im Büro ohnehin seit letztem Mittwoch bis zum Ende der Osterferien ausgesetzt. Die unerlässlichen Maßnahmen, um der nicht zu unterschätzenden Bedrohung Herr zu werden, machen vor Niemandem Halt. Und dass ist auch gut so. Denn nur wenn wir alle an einem Strang ziehen, uns konsequent in unsere Häuser/Wohnungen zurückziehen (vorbehaltlich Arbeit, Einkaufen, Arztbesuche und Spazierengehen), dann schaffen wir es diese neuartige Ausnahmesituation zu überleben.

Die Website letterboxd.com hat die wichtigsten Maßnahmen auf geniale Weise anhand von Filmpostern zusammengestellt:
Link

 

Bleibt gesund!


Doch nun zum eigentlichen Sinn dieses Beitrags:

Beitrag der Woche
Sex Education: Staffel 2

Fragen der Woche

1. Einer meiner All-Time-Favourite-Actionfilme ist und bleibt ja Matrix. Warum die ganze Chose jetzt weitergeführt wird, wo ich doch die beiden Fortsetzungen von 2003 insgesamt eher durchwachsen fand, erschließt sich mir nicht.

2. Was ich in punkto Action allerdings überhaupt nicht mehr sehen kann ist Wackelkamera in Actionszenen. Da wird man als Zuschauer doch seekrank!

3. Dass die Bösen im Nahkampf immer Nacheinander angreifen oder mit ihren Waffen immer danebenschießen ist auch so ein Klischee, das in beinahe jedem Film bemüht wird, wobei der Held/die Helden dagegen fast immer treffen.

4. Ein verdammt gutes Beispiel, wo nicht nur mitreißende Inszenierung, sondern auch gelungene Geschichte Hand in Hand gehen, ist natürlich die beste Serie des just vergangenen Jahrzehnts: Legion.

5. Ansonsten lässt sich Action ja auch wunderbar mit anderen Genres kombinieren und spontan fällt mir da sofort wenige wirklich gelungene Comicverfilmungen ein, schließlich verkommen manche Filme dieser Art zu reinen Action-und-Effekte-Verhikeln.

6. Hingegen von Captain America: The Last First Avenger hätte ich mir doch deutlich mehr erwartet beziehungsweise ich verstehe nicht, wieso der ansonsten so gefeiert wird, denn dieses doch eher lahme Scifi-Abenteuer liefert nur ein halbgares Nummernfilmchen.

7. Zuletzt habe ich die Pilotfolge von The Mandalorian auf Pro Sieben gesehen sowie das Martial-Arts-Drama Shadow von Regisseur Zhang Yimou auf BluRay gesichtet und das war ein interessantes Kontrastprogramm, weil eines der beiden Werke ein gut halbstündiger Werbefilm ist und das andere nicht. Ihr dürft die beiden Medien jetzt den richtigen Beschreibungen zuordnen. 😉


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