Media Monday #481

14. September 2020

Herzlich willkommen zum spätsommerlichen Media Monday, gewohnt zuverlässig abgeliefert von Zeremonienmeister Wulf aus dem Medienjournal



Beiträge der Woche
Avenue 5 – Staffel 1
Freaks – Du bist eine von uns
Die 5 besten Filmmusicals

Fragen der Woche

1. Die Möglichkeiten, Kinofilme alternativ im Heimkino zu sehen oder auch, Theaterstücken via Stream beizuwohnen mag in der Hochzeit der Corona-Pandemie eine denkbare Alternative darstellen, um aktuelle Filme und Theateraufführungen zum Publikum zu bringen, aber ein dauerhafter Ersatz kann das nicht sein.

2. Zu den üblichen Ritualen beim Filme oder Serien schauen gehört bei mir ja meistens eine kleine Tüte Popcorn und ein halber Liter Softdrink. Die Zeiten von Monsterportionen sind vorbei. Und ganz wichtig natürlich: Smartphone/Handy ausschalten!

3. Was es nicht alles gibt! Mir war bis vor kurzem gar nicht bewusst, dass es so etwas wie „Luftbuchungen“ gibt. Gibt es auch „Erde-„, „Feuer-“ und „Wasser-Buchungen“?

4. Enttäuschend war die Krimiserie Castle nun nicht unbedingt, doch hätte ich mir erwartet dass sich die Show im Laufe der acht Staffeln inhaltlich etwas weiter entwickelt und nicht nur den üblichen Procedural-Kram auftischt.

5. Das Star Trek-Franchise kann mich auch heute noch begeistern, denn mit wenigen Ausnahmen bietet die von Gene Roddenberry ins Leben gerufene Raumfahrtsaga hochwertige Science Fiction.

6. 2020 ist ja nun ohnehin kein allzu schönes Jahr, aber die Nachrichten von einem brennenden Flüchtlingslagern, einer verheerenden Explosion in einer Hauptstadt, Waldbränden und Dürren sowie der Vormarsch menschenverachtender Ideologien und Diktaturen sind kaum zu ertragen. Wie gut, dass ich nicht mehr wirklich jung bin.

7. Zuletzt habe ich doch etwas getan, was vor einiger Zeit nicht mehr möglich erschien und das war die Sichtung von The New Mutants im Kino! Ja, ihr habt richtig gelesen. Den Film gibt es und er hat es trotz diverser Widrigkeiten (zuletzt die Corona-Pandemie) doch noch auf die Leinwände dieser Breitengrade geschafft. Wie ich den leider letzten X-Men-Streifen fand könnt ihr bald auf meiner anderen Website nachlesen. Zu Feier des Tages habe ich mir dann am Abend noch den alten Sandalen-Streifen Die Schlacht von Marathon (1959) reingezogen. Vielleicht ist es meine Superkraft, dass ich die meisten dieser Filmchen aushalte. 😉

 

 

 


Avenue 5

13. September 2020

Der Weltraum, unendliche Weiten. Dies sind die Abenteuer des Raumschiffes Avenue 5, das auf seiner Reise zum Saturn massiv vom Kurs abgekommen ist. Die Besatzung und Passagiere werden mit Problemen konfrontiert, die kaum ein Mensch zuvor erlebt hat.


Planlos im Weltall

In nicht allzu ferner Zukunft. Die Menschheit hat den Weltraum dahingehend erschlossen, dass Touristen in großen Raumschiffen durch das Sonnensystem reisen können. Auf einer dieser Kreuzfahrten ist auch Milliardär Herman Judd (Josh Gad) unterwegs, dem das einzige Raumfahrtunternehmen gehört. Captain Ryan Clark (Hugh Laurie) hat das Kommando auf der Avenue 5, einem Raumkreuzer mit mehreren Tausend Passagieren an Bord, welches gerade seine auf acht Wochen angelegte Reise zum Saturn-Mond Titan und zurück begonnen hat. Doch eine gravierende Fehlfunktion in der künstlichen Schwerkraft sorgt dafür, dass die Passagiere quer durchs Schiff geschleudert werden. Doch die dabei erlittenen Verletzungen sind eher das geringste Problem. Denn die Avenue 5 ist einerseits massiv vom Kurs abgekommen, wodurch sich die Reisezeit von wenigen Wochen auf über drei Jahre verlängert hat. Zum allem Überfluss entpuppt sich der vermeintliche Captain Clark als lediglich für repräsentative Aufgaben engagierter Schauspieler. Gemeinsam mit Ingenieurin Billie McEvoy (Lenora Crichlow), Passagier-Sprecherin Karen Kelly (Rebecca Front), dem Service-Beauftragten Matt (Zach Woods) und Judds knallharter Assistentin Iris (Suzy Nakamura) versucht Clark die Situation in den Griff zu bekommen. Auf der Erde sucht Missionsleiterin Rav Mulcair (Nikki Amuka-Bird) nach Lösungen, wie man der Avenue 5 helfen kann. Unterdessen häufen sich dort die Probleme und auch der egomane Judd ist keine Hilfe…

Armando Iannucci (geboren 1963 in Glasgow) hat sich seit Anfang der 1990er vor allem mit Comedy-Serien einen Namen gemacht. Der italienisch-schottische Komiker, Autor und Regisseur erfand gemeinsam mit Schauspieler Steve Coogan die in mehren Produktionen auftretende Figur des überforderten Moderators Alan Partridge. Außerdem schuf Iannucci die Polit-Satiren-Comedyserie The Thick of It – Der Intrigantenstadel (2005-2012) mit dem späteren Doctor Who-Titeldarsteller Peter Capaldi in der Hauptrolle. 2009 erschien mit In the Loop – Kabinett außer Kontrolle außerdem ein Film zur Serie, bei welchem Iannucci auch Regie führte. Mit Veep – Die Vizepräsidentin (2012-2019), einer Art amerikanischen Adaption von The Thick of It konnte der Brite in Hollywood Fuß fassen. Nachdem sein dritter Film als Regisseur, die Literaturverfilmung David Copperfield – Einmal Reichtum und zurück (2019) im Herbst 2019 auf dem Filmfestival in Toronto debüttierte (deutscher Kinostart: 24. September 2020), folgte die vorliegende Scifi-Comedy. Avenue 5 entpuppt sich als chaotische Mischung aus der Star Trek-Parodie Galaxy Quest (1999) und dem Handlungsstrang um das Raumschiff Axiom aus dem Pixar-Animationsfilm WALL-E (2008).

Iannuccis TV-Werk zeichnen sich durch einen Stil namens „Cinéma vérité“ (wörtlich „Wahrheitskino“) aus, der auch hier durchgehend beibehalten wird. Die dynamische Kameraführung von Eben Bolter (iBoy) erinnert an Mockumentarys wie The Office oder dessen deutsches Pendant Stromberg. Nur wird hier keine Doku gedreht oder die vierte Wand zum Publikum durchbrochen. Stattdessen lässt sich durch diese „unruhige“ Inszenierung die hektische Atmosphäre auf dem Raumschiff perfekt einfangen, auch wenn so dem Zuschauer ständig große Aufmerksamkeit abverlangt wird, um nicht den Anschluss zu verlieren. Denn hier prallen unwissende Trottel in Führungspositionen und selbstsüchtige Egomanen aufeinander. Die wahren Helden, die wirklich alles geben, um die Menschen an Bord des Raumschiffes aus der misslichen Lage zu befreien, werden von den Blendern untergebuttert und ihrer eigentlich mehr als verdienten Anerkennung beraubt. Quasi wie die Weltraum-Variante von „Der Fisch stinkt vom Kopf her“. Auch lassen es sich Iannucci und seine Co-Autoren nicht nehmen, einen kräftigen Seitenhieb gegen Fake News, deren Anhängern und andere Verschwörungsspinner auszuteilen. Selbstverständlich lässt sich die Serie auch als bitterer Abgesang auf den immer gigantischeren Kreuzfahrtschiff-Tourismus, der für den menschengemachten Klimawandel mitverantwortlich sein dürfte, verstehen. Mit Hugh Laurie (Dr. House) als „falschem“ Captain, Josh Gad (Die Schöne und das Biest, Mord im Orientexpress [beide von 2017]) in der Rolle des übergewichtigen, narzisstischen Milliardärs und etwa Rebecca Front (The Thick of It) als resolute Passagierin kann Avenue 5 auf einen illustren Cast bauen, zu dem in Person von Ethan Phillips (Star Trek: Raumschiff Voyager) als abgehalfterter Ex-Astronaut sogar ein Star Trek-Alumnus gehört.

Nach der Premiere bei Sky ist die erste Staffel von Avenue 5 bei diversen Streaminganbietern wie Amazon und Google Play erhältlich. Eine zweite Season wurde von HBO bereits bestellt.


Avenue 5
Science-Fiction-Comedyserie USA 2020. 9 Folgen (Staffel 1). Gesamtlänge: ca. 250 Minuten.
Mit: Hugh Laurie, Josh Gad, Lenora Crichlow, Suzy Nakamura, Rebecca Front, Zach Woods, Nikki Amuka-Bird, Ethan Philipps, Andy Buckley, Jessica St. Clair, Kyle Bornheimer u.v.a. Idee: Armando Iannucci.


Credits
Bilder (c) HBO/Sky.

 


Die 5 besten Filmmusicals

10. September 2020

Lange ist es schon wieder her seit ich das letzte Mal bei der von Gina (Passion of Arts) ausgerichteten Blogparade „Die 5 besten am Donnerstag“ teilgenommen habe. Heute geht es um Filmmusicals!

Richtig gute Musicals, die auch als Film funktionieren? Gibt’s die üherhaupt? Das waren meine Gedankengänge, deren Ergebnis hier nun lest:

 

1968/2005 The Producers: Frühling für Hitler / The Producers

1975 The Rocky Horror Picture Show

2000 Dancer in the Dark

2001 Moulin Rouge

2013 Lisa Limone & Maroc Orange: A Rapid Love Story

 

 

 


Media Monday #480

7. September 2020

Nach vier Woche unfreiwilliger Abwesenheit ist Wulf mit seinem Medienjournal zurück im Media Monday-Business! Hurra!

Die große Freude über die Rückkehr Wulfs in den Media-Monday-Betrieb (an dieser Stelle nochmals danke an Mathias von myofb.de fürs Einspringen in den letzten vier Wochen) kann mich immerhin etwas davon ablenken, dass ich in letzter Zeit unter der Woche relativ unproduktiv geworden bin, zumindest was Reviews angeht. Was ncht heißt, dass ich nach der Arbeit nur noch faul in der Ecke rumliege. Das Wochenende verbrachte ich nicht nur mit dem Verfassen der untenstehenden Beiträge, sondern auch u.a. mit der Fortsetzung meiner Sichtung von Babylon Berlin – Staffel 3 (ab Oktober im Free-TV). Am Freitagabend lud zudem ein Freund zu einem Männer-kochen-gemeinsam-Abend ein und am Samstag der hiesige Nerd-Laden zum diesjährigen Gratis Comic Tag. Mal sehen was die neue Woche so bringt.

Beiträge der Woche
Gratis Comic Tag 2020
She-Ra und die Rebellenprinzessinnen: Staffel 5

Fragen der Woche

1. Mit James Bond: Keine Zeit zu Sterben steht mal wieder ein waschechter Blockbuster ins Haus und ich freue mich schon sehr auf den neuen 007-Film, wobei ich hoffe, dass er besser als der insgesamt zu unausgegorene Spectre wird.

2. Besonders freue ich mich aber auf den Start von The New Mutants, schließlich wurde der Kinostart (aktuell 10. September 2020, also in wenigen Tagen) schon fast so oft verschoben wie die Eröffnung des neuen Berliner Flughafens oder der Brexit. Momentan bange ich allerdings noch ob der Film auch wirklich hier in der Provinz gezeigt wird.

3. Wusstet ihr eigentlich, dass vorgestern der Gratis Comic Tag 2020 mit Verspätung stattfand?

4. Eine – selbst gewählte oder auch erzwungene – Blog-Auszeit gab es bei mir in der Vergangenheit häufig zwischen den einzelnen Media Mondays, in letzter Zeit allerdings kaum noch.

5. Die nimmermüde Ausdauer mit welcher Wulf wöchentlich den Media Monday und dazu noch unzählige Rezensionen abliefert ist ja etwas, was ich an Wulf besonders schätze, denn sein Output und seine Zuverlässigkeit sind bewundernswert und ein großer Ansporn für die eigene Bloggerei. Chapeau!

6. Nachdem sich nun langsam aber sicher auch der Sommer dem Ende neigt bin ich einerseits froh darüber, dass die brutale Hitze vorbei ist, aber andererseits zieht mich die verstärkte Dunkelheit am frühen Morgen und Abend etwas runter.

7. Zuletzt habe ich siehe oben und das war ____ , weil ____ .


She-Ra und die Rebellenprinzessinnen: Staffel 5

6. September 2020

Eigentlich war ja 2019 das Jahr, in welchem große Serienepen endeten. Doch eine nicht ganz so gigantische Netflix-Show hat sich ihr Finale für 2020 aufgehoben.


Das große Finale

Finstere Zeiten drohen Etheria und seinen Bewohnern. Horde Prime, der oberste Anführer der Horde, hat mit seiner Raumschiff-Armada den Planeten erreicht und außerdem Glimmer, die junge Königin von Brightmoon, in seiner Gewalt. Catra bietet dem Tyrannen ihre Dienste an und enthüllt ihm, welche Macht in Etheria schlummert. Adora hat unterdessen schweren Herzens das magische Schwert zerstört, um eine Katastrophe zu verhindern. Nun kann sie sich nicht mehr in die überaus starke Heldin She-Ra verwandeln, versucht diesen Mangel mit allerlei Wut und blindem Ehrgeiz zu kompensieren, was sie nicht selten in Gefahr bringt. Denn die Truppen der Horde sind zahlenmäßig überlegen und nur ein vereinter Widerstand hat gegen den mächtigen Feind eine Chance…

Ehrlich gesagt bin ich mit dem aktuellen Trend bei Zeichentrick- und Animationsserien nicht so mit den Themenschwerpunkten vertraut noch kann ich mit großer Sicherheit sagen, dass sich seit den Sendungen meiner Kindheit diesbezüglich viel geändert hat. Nichtsdestotrotz halte ich She-Ra und die Rebellenprinzessinnen, ein komplettes Re-Imagining des Masters of the Universe-Spinoffs She-Ra – Prinzessin der Macht (1985/86), für einen Quantensprung in diesem Bereich. Denn die Gemeinschaftsproduktion des Streaminganbieters Netflix und des Animationsstudios Dreamworks vermittelt seinem anvisierten jungen Publikum nicht nur eine grellbunte, knallige Mischung aus Fantasy und Science-Fiction sondern auch Werte wie Freundschaft, Toleranz, gesundes Selbstbewusstsein und den Mut, auch mal Fehler zu machen, vor allem weil man aus diesen lernen kann. Serienschöpferin und Showrunnerin Noelle Stevenson, die sich zuvor besonders mit der anfangs als Webcomic veröffentlichen Graphic Novel Nimona (2012/15) einen Namen gemacht hatte, wagte mit „She-Ra“ von vorneherein eine Gratwanderung, zwischen kindlichen, überkandidelten Figuren (die manchmal auch nerven) und einer über die gesamte Serie solide entwickelte Geschichte, die sich zum Teil düster gestaltet.

Mit seinen gnadenlosen Methoden vor allem in Form der Gedankenkontrolle entpuppt sich Horde Prime, welcher erst spät in der Serie überhaupt auftauchte, als übermächtiger Antagonist. Zwar erschienen mir die Wendungen in der Finalstaffel bisweilen zu beliebig aber Stevenson und ihrem Autorenteam gelingt ein runder Abschluss, der fast keine Fragen offenlässt. Dabei profitiert die Serie natürlich davon, dass Netflix von vorneherein fünf Staffeln bestellt hatte. Einige Nebenfiguren, die in den vorherigen Season eher wenig zu tun hatten, werden in den letzten Folgen stärker in den Vordergrund gerückt. Die große Stärke von She-Ra und die Rebellenprinzessinnen war von Anfang an eine menschliche Ausgestaltung der Figuren, die eben nicht als (langweilige) strahlende Heldinnen bzw. Helden glänzen, sondern trotz ihrer besonderen Fähigkeiten immer mit Rückschlägen und Selbstzweifeln zu kämpfen haben. Am Ende hat mich die Figurendynamik sehr an Orphan Black erinnert, weil sich auch in der kanadischen Mysteryserie über Klone eine überaus heterogene Gruppe trotz allerlei Unterschiede und Widrigkeiten zusammenrauft.

Von Beginn an wurde in der Neuauflage von „She-Ra“ Diversität groß geschrieben, ohne diese jedoch zum zentralen Thema zu machen. In den letzten Episoden geht die Serie dann konsequenterweise einen Schritt weiter und gibt dem bisher ambivalenten Verhältnis zweier Hauptcharaktere eine klare Ausrichtung. Doch geschieht die Repräsentierung der LGBTQ-Community fernab plumper Klischees, wodurch die jungen Zuschauer behutsam an die Thematik herangeführt werden, was der Serie allein zur Ehre gereicht.

Während das Masters of the Universe-Franchise bald mit weiteren Serien bei Netflix aufschlagen wird, darunter mit Masters of the Universe: Revelation eine eher für Erwachsene geeignete Serie von Kultregisseur Kevin Smith (unter anderem mit Mark Hamill, Liam Cunningham, Lena Headey, Sarah Michelle Gellar und Voice-Acting-Legende Alan Oppenheimer als Sprecher), freue ich mich besonders darauf, dass voraussichtlich im Januar 2022 die Adaption von Nimona als Animationsfilm ins Kino kommt.

Die komplette Serie She-Ra und die Rebellenprinzessinnen mit allen fünf Staffeln ist seit dem 15. Mai 2020 bei Netflix abrufbar.


She-Ra und die Rebellenprinzessinnen: Staffel 5
(She-Ra and the Princesses of Power: Season 5)
Zeichentrick/Fantasy-Serie USA 2020. 13 Folgen. Gesamtlänge: ca. 312 Minuten. Originalsprecher: Aimee Carrero (Adora/She-Ra), AJ Michalka (Catra), Karen Fukuhara (Glimmer), Marcus Scribner (Bow), Keston John (Hordak/Horde Prime), Lauren Ash (Scorpia), Christine Woods (Entrapta), Genesis Rodriguez (Perfuma), Vella Lovell (Mermista), Merrit Leighton (Frosta), Adam Ray (Swift Wind) u.v.a. Nach der Originalserie von Larry DiTillo und J. Michael Straczynski. Adaption: Noelle Stevenson.

 


Credits:
Bilder (c) Netflix/Dreamworks.

 


Gratis Comic Tag 2020

5. September 2020

Wegen der aktuell immer noch vorherrschenden Covid-19-Pandemie sind fast alle größeren Veranstaltungen abgesagt oder verschoben worden. Letzeres Schicksal ereilte auch den diesjährigen Gratis Comic Tag.

Nicht nur, dass der GCT 2020 um knapp vier Monate nach hinten verlegt werden musste (vom 09.05.2020 auf den 05.09.2020), auch ansonsten war heute so manches anders als in den Vorjahren (2017, 2018, 2019). Wie gewohnt besuchte ich zur Feier des Tages den Comicbuchladen meines Vertrauens: Hermkes Romanboutique. Große Aktionen und ein bunter Auflauf von Cosplayer mussten dieses Mal leider ausfallen, wenngleich ich unter den anderen Besuchern einen Trachtman (nur echt mit bajuwarischem Schnurrbart!) erblickte. Immerhin durfte man sich bei den Gratisheften mehr bedienen als sonst, statt maximal drei Exemplaren pro Person waren heute bis zu sechs erlaubt. Freilich dient die ganze Aktion nicht nur dem großzügigen Verteilen von kostenlosen Proben sequentieller Kunst, sondern natürlich auch als Werbung für die Händler. Daher schlug ich auch beim traditionellen Kiloverkauf (gebrauche Comics unterschiedlichr Art zum Preis pro kg) zu und holte mir meine getätigten Bestellungen ab. Hoffentlich gibt es nächstes Jahr wieder einen GCT wie er sein soll: mit vielen Cosplayern, Aktionen sowie mehr Zeit und Raum fürs Fachsimpeln!

Meine diesjährige Heft-Ausbeute:

 


Credits:
GCT Banner (c) Gratis Comic Tag
Austrian Superheroes (c) Austrian Superheroes
Cinema Purgatorio (c) Dantes Verlag
Horrorschocker (c) Weissblech
Invincible (c) Cross Cult
Onkel Dagobert und Donald Duck (c) Egmont Comic Collection

 

 


Review(s) August 2020

2. September 2020

Nicht nur der Sommer 2020 ist Geschichte, sondern auch der August. Es folgt die mediale Bilanz.

Ich vermisse zwar die brutale Hitze nicht wirklich, trauere dem Sommer aber schon etwas hinterher. Die Dunkelheit am Morgen und Abend zieht mich seit Anfang der Woche doch etwas runter. Immerhin war mein August in Sachen Filmen und Serien sehr bunt und abwechslungsreich.

Filme
Der göttliche Andere
Tenet
Ator – Herr des Feuers
Deathstalker – Der Todesjäger
Drei Engel auf der Todesinsel
Following
Krull

Serien
Black Lagoon – Staffel 1
Black Lagoon – The Second Barrage
Castle: Staffel 8
Penny Dreadful Revisited VII: Possession
Penny Dreadful: City of Angels, Folge 8
Penny Dreadful: City of Angels, Folge 9
Penny Dreadful: City of Angels, Folge 10
Penny Dreadful: City of Angels
(Komplett-Besprechung)

Sonstiges
Fehlanzeige

Außerdem gesehen und (noch) nicht rezensiert
Doodlebug (Kurzfilm)

American Gods – Staffel 2, Folge 8 (RW)
Avenue 5 – Staffel 1
Cursed – Staffel 1, Folge 3
The Great – Staffel 1
Pfarrer Braun: Kurschatten (Folge 18)
Saber Rider and the Starsheriffs – Folgen 25 bis 27 (RW)
Star Trek: The Next Generation – Staffel 2, Folgen 7 bis 12 (RW)
Years and Years (Miniserie)

 


Media Monday #479

31. August 2020

Auch zum vierten Mal in Folge musste CruEllY von myofb.de beim Media Monday einspringen.



Während Wulf vom Medienjournal noch mit seinen nicht alltäglichen technischen Problemen hat mich seit letzter Woche der Alltag in Form des regulären Arbeitslebens wieder. Das hat sich leider auch in meiner Review-Ausbeute niedergeschlagen. Die Woche stand medial deutlich im Zeichen von Christopher Nolan. Innerhalb von zwei Tagen sichtete ich nicht nur seinen neuen Film Tenet (2020), sondern auch seinen ältesten, Following (1998). Quasi meine Version der temporalen Zange.

Beiträge der Woche
Following
Tenet

Fragen der Woche

1. Ich hatte mich 2020 besonders auf einen Kurzfilm-Dreh nach Ostern in Leipzig gefreut, doch dank Corona konnte die Aktion in der geplanten Form leider nicht stattfinden. Auf die Premiere des Kurzfilms bin ich glücklicherweise eingeladen.

2. Es kommt nicht oft vor, dass ich mich über Christopher Nolan „aufrege“, aber sein neuer Film Tenet war einfach enttäuschend.

3. Auf das Bloggen gekommen bin ich durch meine Tätigkeit als Hobby-Filmkritiker bei Vieraugen Kino. Aus der Website ging seinerzeit auch ein Blog hervor. Das wiederum brachte mich dazu, selbst ein kleines Blog zu eröffnen, welches mittlerweile aber seit gut zehn Jahren ruht. Dieses Blog hier existiert seit 2009.

4. Zuletzt bin ich bei ____ eingeschlafen, weil Ehrlich gesagt bin ich schon lange nicht mehr bei einem Film oder einer Serie eingeschlafen und kann mich daher auch nicht daran erinnern, welche/r es war.

5. Xavier Naidoo kann mir gestohlen bleiben, seitdem er sich durch seine „politischen Ansichten“ als völlig untragbar geoutet hat. Seine Musik fand ich vorher schon ätzend.

6. Mein liebstes Hobby neben dem Bloggen, von dem kaum einer etwas weiß, ist ausgefallene Musikhören und auf Konzerte gehen. Letzteres konnte in diesem Jahr bisher leider nicht stattfinden, doch für das letzte September-Wochenende ist ein Festivalbesuch fest eingeplant.

7. Zuletzt habe ich siehe oben und das war ____, weil ____.

 


Media Monday #478

24. August 2020

Trotz unermüdlichen Einsatzes ist es Wulf vom Medienjournal bisher nicht gelungen, die Probleme mit seiner Website zu lösen. Daher stammt der heutige Media Monday erneut aus der Feder CruEllYs von myofb.de.



Mein äußerst medienintensive Urlaubswoche, welche in allerlei Serienwelten verbracht wurde, ist leider zu Ende. Als erstes wurde die Sichtung von Penny Dreadful: City of Angels vollendet. Wenige Tage nachdem ich mein Komplettreview (siehe unten) veröffentlicht hatte, kam die Meldung, dass die Serie abgesetzt wurde. Auch wenn mich die fälschlicherweise als Penny Dreadful-Spinoff verkaufte Produktion des Senders Showtime nicht vollends überzeugen konnte, so hätte ich nicht damit gerechnet, dass nach nur einer Staffel mit 10 Folgen Schluss ist. Mit Hugh Laurie & Co beamte ich mich anschließend an Bord des Raumschiffes Avenue 5. Dummerweise kommt die Weltraum-Fregatte mit Tausenden Space-Touristen gewaltig vom Kurs ab und diverse andere Probleme treten auf. Etwas weniger lustig, aber dafür knallig, abgründig und nachdenklich gestaltete sich der zweite Trip der Crew des Torpedobootes aus Black Lagoon. In der schrägen „Hysterienserie“ The Great verfolge ich derzeit die Anfänge der jungen Catherine, die neu an den russischen Zarenhof kommt und schnell bemerkt, dass ihr Ehemann, Zar Peter, ein tyrannischer Schwachkopf und ihre fortschrittliche Denkweise nicht gefragt ist. Nach drei von zehn Folgen lautet mein vorläufiges Urteil: Huzzah! 😉

Beiträge der Woche
Krull
Black Lagoon: The Second Barrage
Penny Dreadful: City of Angels, Folge 9
Penny Dreadful: City of Angels, Folge 10
Penny Dreadful: City of Angels (Komplettreview)

Fragen der Woche

1. In meiner Kindheit habe ich Lego geliebt und so gut wie jeden Tag damit gespielt, weil es meine kindliche Phantasie so angeregt hat.

2. Die Ankündigung von Showtime, dass Penny Dreadful: City of Angels nach nur einer Staffel abgesetzt wird hat mich schon überrascht, weil ich doch mit einer weiteren Season gerechnet hatte.

3. Italian Spiderman ist mein liebster Superheld, weil er im Gegensatz zu den ganzen Nasen von Marvel und DC einfach die personifizierte Coolness darstellt. 😉

4. Während der aktuellen Corona-Pandemie habe ich weder das Bier einer bestimmten Marke getrunken noch The Rhythm of the Night, den einzigen Hit eines italienischen Eurodance-Projektes, gehört.

5. Über seriöse Nachrichten informiere ich mich nicht via Telegram.

6. Schon seit Jahr(zehnten)en möchte ich groß werden. Klappt aber nicht, was mit daran liegen könnte, dass ich seit knapp 20 Jahren nicht mehr gewachsen bin und auch vorher nicht wirklich viel. So ein Pech.

7. Zuletzt habe ich siehe oben und das war ____, weil ____.


 

 


Krull

23. August 2020

Nach zwei billigen Barbaren-Streifen hatte ich Lust auf einen ungleich aufwändigeren Film. Die Wahl fiel auf Krull, ein Fantasy-Abenteuer von Regisseur Peter Yates aus den 1980ern.

Das magische 5-Klingen-Schwert

Der Planet Krull wird von einer außerirdischen Macht heimgesucht. Von der Schwarzen Festung aus entsendet das Unsagbare Ungeheuer seine Truppen, die Slayers, um die Bewohner des Planeten in seine Gewalt zu bringen. Prinz Colywn (Kenneth Marshall) und Prinzessin Lyssa (Lysette Anthony) wollen mit ihrer Heirat die eigentlich verfeindeten Königreiche ihrer Väter vereinen und so gemeinsam gegen die außerirdischen Invasoren kämpfen. Doch die Hochzeitszeremonie wird von einem Angriff der Slayers unterbrochen. Lyssa wird entführt und in die Schwarze Festung gebracht. Colwyn erholt sich dank der Heilkraft des weisen alten Ynir (Freddie Jones) schnell von seinen Verletzungen. Gemeinsam mit Ynir, dem unbeholfenen Gestaltwandler Ergo (David Battley) sowie einer Gruppe von Räubern, die von Torquil (Alun Armstrong angeführt werden, macht sich Colwyn auf, seine Braut zu befreien und das Monster zu besiegen…

Peter Yates, der zuvor unter anderem einige Episoden der britischen Krimiserien Danger Man – Geheimauftrag für John Drake und The Saint – Simon Templar sowie den Kult-Actionthriller Bullitt (1968) mit Steve McQueen inszeniert hatte, drehte mit Krull seinen ersten und einzigen Beitrag zum Genre Fantasy. Auch wenn man sich hier in einem kruden Mischmasch aus John Boormans Artussagen-Adaption Excalibur (1981) und George Lucas‘ Star Wars-Filmen wähnt so gehört die britische-amerikanische Co-Produktion keinesfalls zur Welle der billig nachgemachten Epigonenfilme. Das liegt vor allem daran, dass die Macher hier mit etwa 30 Millionen Dollar über ein damals mehr als üppiges Budget verfügen konnten. Dieses Geld wurde mehr vor allem in die wirklich gelungenen Kulissen und die überwiegend mit Modellen und optischen Illusionen erschaffenen Spezialeffekte investiert.

Bis auf wenige Details (darunter das „Schwert“ mit fünf Klingen) gestaltet sich der Plot überaus generisch. Man erfährt so gut wie gar nichts über die Welt des Planeten, außer dass sie von Rittern, Magiern, Räubern, Gestaltwandlern, Zyklopen und Flammenpferden bevölkert wird. Für innere Logik war bei der Drehbuchentwicklung wenig Zeit. Geht eine Unternehmung schief, so gibt es meist einen zweiten Weg, das wichtige Ziel zu erreichen, auch wenn es vorher hieß, dass nur einen gebe. Zwar entwickelt sich in der heterogenen Helden-Riege so etwas wie Gruppendynamik, aber die meisten Figuren kommen über Allgemeinplätze kaum hinaus. Während es für den ordentlichen Hauptdarsteller Kenneth Marshall (später als Michael Eddington in Star Trek: Deep Space Nine zu sehen) der einzige Part als Leading Man bleiben sollte erreichten zwei jüngere Darsteller namens Liam Neeson und Robbie Coltrane (siehe Foto unten) später große Bekanntheit. Freddie Jones alias Ynir und die in einem kleinen Part als „Spinnenfrau“ verheizte Francesca Annis agierten danach gemeinsam in David Lynchs berüchtiger Verfilmung von Frank Herberts Dune – Der Wüstenplanet (1984). Lysette Anthony (Dr. Jekyll and Ms. Hyde, Dracula – Tot aber glücklich) spielt hier als Prinzessin Lyssa leider nur die passive Rolle der Damsel-in-Distress, auch wenn sie Zwiegespräche mit dem Ungeheuer (dessen wahre Gestalt lange ein Rätsel bleibt) führt und durch labyrinthische Sets irrt. Mit einer besser ausgearbeiteten Geschichte und profundem Worldbuilding hätte Krull wohlmöglich das Zeug zum großen Fantasy-Blockbuster gehabt.

Krull ist auf DVD erhältlich sowie bei ein paar Streaminganbietern abrufbar.

Krull
Fantasy-Abenteuer UK, USA 1983. FSK 12. 116 Minuten (PAL-DVD). Mit: Kenneth Marshall, Lysette Anthony, Freddie Jones, Alun Armstrong, David Battley, Bernard Bresslaw, Robbie Coltrane, Graham McGrath, Liam Neeson u.v.a. Drehbuch: Stanford Sherman. Regie: Peter Yates.

Credits
Bilder (c) Sony.

 


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