Tilda Swinton Festival: Musikvideos

2. September 2022

Auch im Bereich Musikvideo hat die schottische Ausnahmeschauspielerin Tilda Swinton bereits ihre Spuren hinterlassen, nämlich in The Box (1996) von Orbital und in The Stars (Are Out Tonight) (2013) an der Seite von David Bowie.

Orbital: The Box
UK 1996. 5 Minuten. Regie: Jes Benstock, Luke Losey.

Für den Track The Box des britischen Elektronik-Duos Orbital (die Brüder Phil und Paul Hartnoll) schufen die Filmemacher Jes Benstock und Luke Losey (letzterer Produktionssassistent beim Kurzfilm Caprice, in welchem Tilda Swinton 10 Jahre zuvor ebenfalls die Hauptrolle spielte) ein dystopisches Musikvideo. Ein Alien (Tilda Swinton) kommt auf die Erde, erlebt Zeit allerdings in einer gänzlich anderen Geschwindigkeit. Dank der virtuosen Mischung aus Zeitraffer-Aufnahmen und Stop-Motion-Animation offenbart sich dem außerirdischen Besucher eine rastlose Welt, die von den Menschen allmählich zerstört wird. Der Kurzfilm von Benstock und Losey lief auf mehreren Filmfestivals und wurde in San Francisco ausgezeichnet. Von der Prämisse her und wegen der äußerlichen Ähnlichkeit seiner Hauptfiguren erinnerte mich das Werk etwas an den Film Der Mann, der vom Himmel fiel (1976) von Nicolas Roeg, mit David Bowie als Alien. Teile des Stücks The Box wurden übrigens für das Intro von Mike Myers Verschwörungscomedyserie The Pentaverate (2022) verwendet, für welche Orbital die Musik komponierten.

Das komplette Musikvideo mit Credits kann man sich hier auf Youtube ansehen.

David Bowie: The Stars (Are Out Tonight)
USA 2013. 6 Minuten. Regie: Floria Sigismondi.

The Stars (Are Out Tonight) ist die zweite Single von The Next Day, dem 24. und vorletzten Album von Musiklegende David Bowie (1947-2016). Das dazugehörige Musikvideo inszenierte die italienisch-kanadische Filmemacherin und Fotografin Floria Sigismondi, welche unzählige weitere Videoclips, den Film The Runaways (2010) über die gleichnamige Band, sowie Episoden von The Handmaid’s Tale und American Gods in ihrer Vita stehen hat. David Bowie und Tilda Swinton spielen ein einfaches Ehepaar, dessen biederes, aber glückliches Leben von den zwei titelgebenden Stars (Andreja Pejic und Saskia de Brauw), die nebenan einziehen, aus den Fugen gebracht wird. Auf bizarre und herrlich schräge Weise vermischen sich hier Träume, Fantasien und die Leben der beiden unterschiedlichen Paare. Als junge Version Bowies ist das weibliche norwegische Model Iselin Steiro zu sehen, die für mich aussieht als hätte man Bowie und Swinton (die sich ohnehin irgendwie sehr ähnlich sehen) miteinander gekreuzt. Make Up, Hairstyling und Kostümbild sind so herrlich überdreht. Die kuriosen Szenen lassen das Ganze in Richtung Horror abdriften. Und dank der androgynen Aura aller beteiligten Akteure verwischen hier auch die Geschlechtergrenzen. Sigismondi, die übrigens auch das wenige Monate später erschienene Video zum Titelsong The Next Day gedreht hat (mit Marion Cotillard, Gary Oldman und erneut Bowie himself), gelang mit The Stars (Are Out Tonight) ein wilder sechsminütiger Trip.

Das Video ist hier auf Youtube zu sehen.

Credits
The Box (c) Technobabble/London Records
The Stars (Are Out Tonight) (c) Black Dog Films

 

 


Tilda Swinton Festival: The Invisible Frame

30. August 2022

21 Jahre nach Cycling the Frame und 20 Jahre nach dem Mauerfall radelt Tilda Swinton in The Invisible Frame die nun nicht mehr existente Grenze zwischen West- und Ost-Berlin nach.

21 Jahre später

Als großer Fan von Tilda Swinton kann ich der schottischen Schauspielerin ehrlich gesagt bei fast jeder erdenklichen Aktivität zuschauen. Im Falle von Cycling the Frame, einem knapp halbstündigen TV-Beitrag von 1988, eben dabei, wie sie die Berliner Mauer auf einem Fahrrad entlangfuhr. 21 Jahre später und 20 Jahre nach dem Fall eben jener Mauer, welche Ost- und West-Berlin 28 Jahre trennte, kehrten Swinton und Filmemacherin Cynthia Beatt für The Invisible Frame an den Ort des Geschehens zurück.

Juni 2009. Viel hat sich geändert. Tilda Swinton ist nun keine 27jährige, eher unbekannte Schauspielerin mehr, sondern eine 48jährige, international gefragte Mimin, die für ihre Performance in Michael Clayton gut ein Jahr zuvor den Oscar als beste Nebendarstellerin gewinnen konnte. Statt lange rote Haare trägt Swinton ihre Haarpracht mittlerweile kurz und blond. Und auch der Schauplatz dieser Radtour hat sich unweigerlich verändert, nicht nur weil über zwei Jahrzehnte vergangen sind und – richtig – die Mauer weg ist! Und so kann die Protagonistin die „unsichtbare Grenze“ von beiden Seiten nachfahren, passenderweise in der doppelten Spielzeit. Wie viel (abgesehen vom Fall der Mauer) sich das Stadtbild Berlins und die Örtlichkeiten gewandelt haben lässt sich am besten in einem Video erkennen, in welchem die entsprechenden Szenen aus beiden Filmen gegenübergestellt wurden. Es befindet sich als Bonusmaterial auf der DVD und hier bei Youtube. Tildas Tour führt auch zum gleichen Fischteich wie damals zurück und zum See, der einst in der Mitte geteilt war.

Wohl aufgrund der besseren Produktionsbedingungen hat mir die Fortsetzung etwas besser gefallen. Die Kamera ist näher am Geschehen, welches dadurch plastischer wirkt. Mit den von Simon Fisher Turner, der bereits in der Vergangenheit mit Tilda Swinton zusammengearbeitet hatte, aus Originaltönen komponierten „Soundscapes“ besitzt The Invisible Frame eine wesentlich präsentere Tonkulisse als der Vorgänger. Die von der Protagonistin eingesprochenen Off-Kommentare und Textzitate gestalten sich weniger albern-spielerisch, dafür umso poetischer und tiefgründiger. Zwischenzeitlich äußert Swinton das paradoxe Gefühl, die verschwundene Grenze sei für sie erfahrbarer als zur Zeit als diese noch physisch existierte.

The Invisible Frame ist auf DVD erhältlich sowie als Stream bei Amazon, Apple TV, MUBI, Realeyz und Chili abrufbar.


The Invisible Frame
TV-Dokumentation Deutschland 2009. 59 Minuten.
Mit: Tilda Swinton. Regie: Cynthia Beatt.

Credits
Bilder (c) Filmgalerie 451/ZDF/3sat.

 

 

 


Tilda Swinton Festival: Cycling the Frame

28. August 2022

Und weiter im Frühwerk von Tilda Swinton. 1988 radelte die schottische Schauspielerin für den TV-Beitrag Cycling the Frame die Berliner Mauer entlang.


Idylle an der Grenze

Zwischen 1961 und 1989 war West-Berlin quasi eine Insel in der damaligen Deutschen Demokratischen Republik, getrennt vom Osten der Stadt durch die Mauer. Unter Regie der britischen Filmemacherin Cynthia Beatt und begleitet von einem Kamerateam fuhr die 27jährige Tilda Swinton (lange bevor sie wirklich bekannt wurde) auf ihrem Fahrrad die ca. 160 km lange Grenze entlang.

Cynthia Beatt, die in Jamaika sowie auf den Fidschi-Inseln aufwuchs und seit Langem in Berlin lebt, liefert hier allerdings keine analytische und strukturierte Dokumentation, sondern reiht Impressionen von unterschiedlichsten Örtlichkeiten recht intuitiv aneinander. Die Radtour beginnt und endet am Brandenburger Tor, führt vorbei an Brücken, Gewässern und diversen Gegenden, die fast beiläufig von der Grenze gezeichnet werden. Swinton kommentiert ihre Reise mit mal albernen, mal tiefsinnigen Gedanken, füttert Fische, besucht ihre Landsleute vom schottischen Bataillon und bestaunt die Spuren, welche die Mauer hinterlassen hat respektive auf ihr hinterlassen wurden. Immer wieder besteigt sie eine der Aussichtsplattformen, um in den Osten hinüberzuschauen, wobei sie freilich von den Grenzsoldaten beobachtet wird. Dass ihr Wunsch die Mauer möge verschwinden gut ein Jahr später Wirklichkeit werden würde hätte Tilda Swinton damals wohl kaum zu träumen gewagt.

Diese aus heutiger Sicht surreal-idyllische Reise in das geteilte Deutschland entstand damals für den Sender Freies Berlin (SFB), Vorläufer der heutigen öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt Radio Berlin-Brandenburg (RBB), wo der knapp halbstündige Beitrag am 30. August 1988, also vor genau 34 Jahren, ausgestrahlt wurde. Cynthia Beatt und Tilda Swinton sollten 21 Jahre später erneut zusammenkommen, um die Fortsetzung The Invisible Frame (2009) zu drehen. Darin umfährt die Schauspielerin die nicht mehr existente Grenze sowohl von westlicher als auch östlicher Seite.

Cycling the Frame ist Teil des Angebots von Arthouse-Streaminganbieter MUBI (welcher derzeit einige, teils frühe Werke von Tilda Swinton zeigt) und als Bonusmaterial auf der DVD zur Fortsetzung The Invisible Frame enthalten.

Cycling the Frame
TV-Doku/Kurzfilm Deutschland 1988. 27 Minuten.
Mit: Tilda Swinton. Regie: Cynthia Beatt.


Credits
Bilder (c) RBB/Filmgalerie 451.

 

 

 


Tilda Swinton Festival: Caprice (1986)

20. August 2022

Es wird höchste Zeit, meine Rezensionsreihe zur unnachahmlichen Tilda Swinton wieder aufzunehmen. Nicht nur weil der letzte Beitrag schon neun Monate zurückliegt. Sondern auch weil der Arthouse-Streamingdienst MUBI aktuell frühe Werke der schottischen Ikone zeigt, wie den 36 Jahre alten Kurzfilm Caprice.

Lucky im Mode-Wunderland

Im gleichen Jahr wie ihre ersten beiden Spielfilme, das Maler-Biopic Caravaggio von Derek Jarman und Christoph Schlingensief schräger Experimentalfilm Egomania – Insel ohne Hoffnung, war die junge Tilda Swinton auch in Caprice, einem Kurzfilm von Filmemacherin Joanna Hogg, zu sehen.

Lucky (Tilda Swinton) liebt Mode und ihr größter Lebensinhalt ist das wöchentliche erscheinende Modemagazin „Caprice“, welchem sie immer wieder aufs Neue entgegenfiebert. Doch zu ihrer völligen Überraschung gelingt es ihr, das Magazin auf magische Weise zu betreten und die einzelnen Seiten zu erkunden. Dabei macht Lucky faszinierende und zugleich beängstigende Entdeckungen…

Das vorliegende Werk ist der Abschlussfilm von Joanna Hogg (geboren 1960) an der National Film and Television School in England. Ich kenne zwar ansonsten noch keinen Film der britischen Filmemacherin, allerdings liest sich ihre Vita interessant. Nach dem Abschluss inszenierte Hogg bis in die frühen 2000er ausschließlich TV-Produktionen (darunter Episoden der Dauerbrenner Casualty und EastEnders) bevor sie erst 20 Jahre nach Caprice ihr Langfilmdebüt als Regisseurin, Unrelated (2007), veröffentlichte. Es folgten die Filme Archipelago (2010) und Exhibition (2013).The Souvenir (2019), welcher auf Hoggs eigenen Erlebnissen als junge Frau basiert, brachte Hogg und Swinton wieder zusammen. Die Hauptrolle spielte allerdings Tildas Tochter Honor Swinton Byrne (geboren 1997). Seit Jahren warte ich sehnlichst darauf, dass dieses Werk endlich in Deutschland veröffentlicht wird, bisher vergebens. 2021 erschien mit The Souvenir: Part II bereits eine Fortsetzung.

Doch zurück zu Caprice. Die von der ca. 25jährigen Tilda Swinton verkörperte Protagonistin kommt ähnlich wie der Zuschauer aus dem Staunen nicht mehr heraus, als sie im Stile von Alice im Wunderland (nach Lewis Carroll) und Der Zauberer von Oz (nach L. Frank Baum) durch die einzelnen Stationen der phantastischen Mode-Wunderwelt spaziert. Hogg und ihr Team machten das Beste aus einem sicherlich nicht besonders großen Budget, erschaffen dabei eine ganze Reihe von kuriosen surrealen Szenerien und Bilderwelten. Ästhetisch bleibt das Ganze fest in den 1980ern verortet, wenngleich Expressionimus und bunte Technicolor-Filme Pate standen. Anfangs noch mit kindlicher Naivität und Verspieltheit durchstreift die Heldin Lucky die einzelnen Teilbereiche der schönen Modewelt inklusive verführerischer Werbe-Fantasien, nur um im Verlauf der 28 Minuten auch die ein oder andere Schattenseite kennen zu lernen. Zwischenzeitlich wähnt man sich hier auch in einem langen Musikvideo aus den Achtzigern wenn ein Billy Idol-Klon (Robert Parnell, schrieb auch die Songs zum Kurzfilm) seinen neuesten Hit performt. Eine kurioser Ausflug in eine auf Oberflächlichkeiten fixierte Blase. Durch den ständigen Wechsel von Kulissen, Kostümen und Make Up wird hier bereits die später zu ihrem Markenzeichen gewordene Wandelbarkeit von Tilda Swinton quasi vorweggenommen. An ihrer Seite spielte damals mit Bruce Payne (u.a. Dungeons & Dragons [2000]) ein heute ebenfalls nicht ganz unbekannter Akteur. Die Kamera führte damals David Tattersall, später bekannt für seine Arbeit in gleicher Funktion bei The Green Mile (1999) oder Star Wars: Episode III (2005).

Caprice ist aktuell Teil des Angebots von MUBI, neben weiteren Werken mit der schottischen Schauspielerin, wie etwa The Human Voice.


Caprice
Fantasy/Kurzfilm UK 1986. 28 Minuten.
Mit: Tilda Swinton, Bruce Payne, Rachel Byrd, Marty Cruikshank, Anthony Higgins, Helen Cooper, Robert Parnell, Darlene Johnson u.a. Drehbuch: David Gale und Joanna Hogg. Regie: Joanna Hogg.


Credits
Bilder (c) NFTS/MUBI.

 

 

 


Gratis Comic Tag 2022

15. Mai 2022

Allmählich kehrt wieder Normalität in den Kulturbetrieb ein. Und auch der Gratis Comic Tag, eine Institution für die sequentielle Kunst, fand am gestrigen 14. Mai 2022 endlich wieder unter regulären Bedinungen statt.


Der Gratis Comic Tag 2020 musste wegen der Corona-Pandemie von Mai auf September verschoben werden und fand in einer abgespeckten Version statt. Die Ausgabe im letzten Jahr wurde ersatzlos gestrichen. Doch dieses Jahr ging wieder alles seinen gewohnten Gang. Im Comicbuchhandel meines Vertrauens namens Hermkes Romanboutique in Würzburg, respektive davor, versammelten sich am gestrigen Tag bei bestem Wetter wieder neue und langjährige Comic-Fans, um der gemeinsamen Leidenschaft zu frönen und über unterschiedlichste Themen zu fachsimplen. Nebenbei schnappte man sich bis zu drei der extra für diesen Tag produziertne Gratis-Heftchen.

Unter die im Laufe des Tages zahlreichen Besucher mischten sich auch einige Cosplayer, vor allem als Figuren von Marvel, DC oder aus dem Star Wars-Universum. Aber auch ein kleiner, etwas zerzaust wirkender Halbling war vor Ort. Das Cosplay-Highlight lieferten allerdings die Stammgäste Bärbel und Mario als unnachahmliche Doubles der beiden Ladenbesitzer Bernie und Gerd. Danke für diesen besonderen Tag!

 


 

Foto: Ralf Thees, Würzblog

 

Foto: Hermkes Romanboutique

 

Mehr Bilder gibt es in den Beiträgen von Hermkes Romanboutique und Würzblog.

Weitere Credits:
GCT-Banner (c) Gratis Comic Tag
Danger Girl (c) Dani Books
Donjon (c) Reprodukt
Zöliakie (c) Kult Comics

 

 


Besondere Animationsfilme: Ruben Brandt, Collector

28. Dezember 2021

Zum dritten Mal in diesem Jahr tauchen wir ein die Welt eigenwilliger Werke der Animationsfilmkunst. Kunst ist genau das richtige Stichwort beim heutigen Beitrag. Denn Ruben Brandt, Collector von Milorad Krstić dreht sich um einen Therapeuten, dessen Träume von bekannten Gemälden heimgesucht werden.

Dr. Ruben Brandt gilt in Fachkreisen als einer der besten Therapeuten der Welt. Doch seit dem Tod des Vaters leidet Ruben unter merkwürdigen Albträumen, in welchen ihn Figuren aus weltbekannten Gemälden attackieren. Angeführt von der kleptomanischen Kunstdiebin Mimi beschließen seine Patienten, ihm zu helfen. Gemeinsam stehlen sie einige der wichtigsten Kunstwerke der Welt. Doch Detektiv Kowalski ist den Dieben bereits auf der Spur, neben Polizei und Mafia…

Milorad Krstić wurde 1952 im heutigen Slowenien geboren und wanderte 1990 nach Ungarn aus. Nach unzähligen Werken als Maler und Multimediakünstler veröffentlichte er 2018 im zarten Alter von 66 Jahren mit Ruben Brandt, Collector seinen ersten abendfüllenden Animationsfilm. Seit Januar 2021 gibt es dieses außergewöhnliche Werk hierzulande auf DVD und BluRay. Krstić zelebriert darin nicht nur seinen eigenwillien Stil, sondern liefert auch eine mit allerlei berühmten Kunstwerken des 20. Jahrhunderts und Filmzitaten vollgestopfte Wundertüte. Mehr dazu gibt es in meiner Rezension auf Vieraugen Kino.

 

 


Tilda Swinton Festival: The Human Voice (2020)

19. November 2021

Im letzten Jahr stand Tilda Swinton das erste Mal für den spanischen Regisseur Pedro Almodóvar vor der Kamera. Das Ergebnis, der Kurzfilm The Human Voice, wurde am vergangenen Sonntag in den deutschen Kinos gezeigt.

Seit drei Tagen wartet eine Frau (Tilda Swinton) auf die Rückkehr ihres Geliebten. Die Beziehung steht vor dem Ende und seine Koffer stehen schon zur Abholung bereit. Auch der Hund des Mannes (Dash) sehnt sich nach seinem Herrchen. Mit der Zeit beginnt die Frau zu verzweifeln und zu drastischen Mitteln zu greifen. Da erhält sie einen Anruf…

Tilda Swinton (mittlerweile 61 Jahre jung) hat in ihrer seit gut 30 Jahre andauernden Karriere mit einigen großen und visionären Filmemachern zusammengearbeitet, etwa Sally Potter (Orlando), Derek Jarman (Caravaggio, Edward II), Christoph Schlingensief (Egomania – Insel ohne Hoffnung), David Fincher (Der seltsame Fall des Benjamin Button), Jim Jarmusch (Only Lovers Left Alive, The Dead Don’t Die), Luca Guadagnino (I Am Love, Suspiria [2018]), Bela Tarr (The Man from London), Bong Joon-ho (Snowpiercer), Wes Anderson (Grand Budapest Hotel, The French Dispatch) und kürzlich auch mit Aichatpong Weerasethakul (Memoria, 2021). Das erste Mal mit dem spanischen Regisseur Pedro Almodóvar, bekannt für seine Filme über starke Frauen, sollte allerdings erst inmitten der Corona-Pandemie im Sommer 2020 passieren. Frei nach dem Ein-Personen-Stück La Voix humaine von Jean Cocteau aus dem Jahre 1930 entstand der 30minütige Kurzfilm The Human Voice, in welchem Swinton eine verlassene Frau am Rande des Abgrunds spielt. Wie sich meine schottische Lieblingsschauspielerin in einer One-Woman-Show (mit Hund) geschlagen hat, lest ihr in meiner Filmkritik bei Vieraugen Kino.

Credits
Poster (c) Studiocanal.

 

 


Tilda Swinton Festival: Video zum Geburtstag

5. November 2021

Performance- und Fashion-Ikone Tilda Swinton feiert heute ihren 61. Geburtstag. Aus diesem Anlass gibt es heute ein ganz spezielles Video.

Möglicherweise aus Anlass ihres 61. Wiegenfestes hat sich die schottische Ausnahmeschauspielerin Tilda Swinton mit einer Kollegin zum kurzen Austausch über Themen wie Teamwork, Liebe und Vampirismus getroffen. Das dazugehörige Video seht ihr nun:

 

 


Credits
Video (c) The Talk Series

 


Besondere Animationsfilme: Cryptozoo

5. November 2021

Die Welt der Animationsfilme gestaltet sich so bunt und mannigfaltig. Cryptozoo von Dash Shaw gehört zu den besonders eigenwilligen Werken.

Vor fünf (!) Monaten habe ich die neue Rezensionsreihe „Besondere Animationsfilme“ mit Der Illusionist ins Leben gerufen. Nur sind Aktionen dieser Art meinerseits dazu verurteilt, über lange Zeit brachzuliegen, siehe auch das „Tilda Swinton Festival“. Doch heute geht es endlich weiter mit einem Animationsfilm, sogar einem aktuellen.

Tierärztin Lauren (Stimme im Original: Lake Bell) hat es sich zur Lebensaufgabe gemacht, sogenannte Krytide – besondere, magische und oft im Verborgenen lebende Kreautren – zu finden und zu retten. In einem großen Themenpark, dem Cryptozoo, sollen diese Wesen vor der Außenwelt geschützt und gleichzeitig den Besuchern präsentiert werden. Doch bevor der Park eröffnet werden sollte will Lauren mit der Hilfe ihrer Mentorin Joan (Grace Zabriskie) und der neuen Assistentin Phoebe (Angeliki Papoulia) endlich den Baku finden. Das Fabelwesen aus der japanischen Mythologie ernährt sich von Träumen und half Lauren in ihrer Kindheit schreckliche Alpträume loszuwerden. Aber nicht nur Lauren und ihre Getreuen sind dem Baku auf den Fersen, auch der für das Militär arbeitende Söldner Nicholas (Thomas Jay Ryan) hat es auf das Wesen abgesehen. Die US-Streitkräfte möchten die Kryptide in ihren Besitz bringen, um diese als Waffen einzusetzen…

Cryptozoo, der zweite abendfüllende Film von Comicautor, Zeichner und Filmemacher Dash Shaw, ist einer der Gründe für mein Probeabo beim Arthouse-Streamingdienst. Wie sehr mir der psychedelische Trickfilm gefallen hat erfahrt ihr in meiner Rezension bei Vieraugen Kino.

 


Das war der Horroctober 2021

1. November 2021

Kaum November ist der Spuk leider schon wieder vorbei. Hier nun mein Rückblick auf den Gruselmonat Oktober.

Aufgrund widriger Umstände (die Sichtung/Rezensierung des neuen James-Bond-Films und ein Musikfestival) begann mein persönlicher Horroctober 2021 etwas später als sonst. Das „Standard-Ziel“ der Aktion von dreizehn Filmen habe ich erneut nicht erreicht, aber das war auch nicht die Absicht. Dafür waren es am Ende sieben abendfüllende Filme, ein Kurzfilm und eine absolut geniale Serienfolge, mit Schwerpunkt auf Vampiren. Ehrlich gesagt hätte ich noch ein paar Wochen weitermachen können. Ein paar Sichtungen wurden auf nächstes Jahr verschoben.

Was kann man eigentlich mit dem November so thematisch anfangen? Im Noirvember könnte man Werke aus dem Genre Film Noir sichten. Eher medienunabhängig gestaltet sich der Movember, in welchem man sich als Mann einen Schnurrbart wachsen lässt, um Aufmerksamkeit für gesundheitliche Problematiken von Personen mit Y-Chromosom zu schaffen. Für mich jetzt nicht direkt eine sinn- und wirkungsvolle Aktivität. 😉

Von daher werde ich in den kommenden Monaten einfach wie gewohnt meine Watchlist „abarbeiten“ und hoffen, dass sie nicht allzusehr wächst.


Penny Dreadful Revisited VIII: Grand Guignol
5 Zimmer Küche Sarg
What We Do in the Shadows: Interview with Some Vampires
(Kurzfilm)
Dracula (1931)
Dracula: Tot aber glücklich
Unsane – Ausgeliefert
Das Geheimnis von Marrowbone
Das blutrote Kleid
Frankenstein (1931)


Außerdem interessant:
Das war der Horroctober 2020

 

 

 


Aequitas et Veritas

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