Free Fire

28. März 2021

Bei einem geplanten Waffendeal löst ein Streit eine blutige Schießerei unter den anwesenden Gangstern aus, im prominent besetzten Free Fire von Regisseur Ben Wheatley.


The Trigger-Happy Twelve

Boston, 1978. In einer leerstehenden Fabrikhalle treffen sich die IRA-Mitglieder Chris (Cillian Murphy) und Frank (Michael Smiley) um Maschinengewehre vom südafrikanischern Waffenhändler Vernon (Sharlto Copley) zu kaufen. Als Mittelsmänner fungieren die beiden Amerikaner Ord (Armie Hammer) und Justine (Brie Larson). Zwischen Stevo (Sam Riley), einem Kollegen von Chris und Frank, sowie Harry (Jack Reynor), einem Mitarbeiter Vernons, bricht plötzlich ein Streit aus, der sich nach und nach auf die anderen Anwesenden, wie Vernons Geschäftspartner Martin (Baboo Ceesay), Harrys Kollegen Gordon (Noah Taylor) und Stevos Komplizen Bernie (Enzo Cilenti) überträgt. Schließlich münden die Unstimmigkeiten in einer handfesten Schießerei…

Mehrere zwielichtige Gestalten kommen am gleichen Ort zusammen. Dort stellt sich heraus, dass die Leute sich nicht wirklich grün sind und irgendwann trachtet man sich nach dem Leben. Quentin Tarantino, der gestern seinen 58. Geburtstag feierte, benötigte für diese Konstellation in seinem Western The Hateful Eight (je nach Fassung) zweieindreiviertel bis drei Stunden. Ben Wheatley (High-Rise) dagegen schaffte es mit dem hundert Jahre später angesiedelten Free Fire in etwa der Hälfte der Zeit. Die Idee zum filmischen Shootout kamen dem britischen Filmemacher und seiner Ehefrau Amy Jump, die gemeinsam das Drehbuch schrieben und auch für den Schnitt verantwortlich waren, durch die Lektüre diverser Polizeiberichte. Das minutiöse FBI-Protokoll einer Schießerei in Miami in den 1980ern fiel dem Paar besonders auf. Schließlich entstand ein bleihaltiges, großräumiges „Kammerspiel“, welches sich realistischer als andere Gangsterfilme gestaltet. Denn die Figuren sterben hier nicht gleich nachdem sie von einer Kugel getroffen werden. Außerdem wird die Schwierigkeit, ein bewegliches Ziel zu treffen., veranschaulicht.

Rein inhaltlich mag Free Fire recht wenig zu bieten haben, doch die abwechslungsreiche Dynamik der Schusswechsel sowie die ein oder andere überraschende Wendung vermögen für kurzweilige Unterhaltung zu sorgen. Wenn gegen Ende die (noch lebenden) Beteiligten aufgrund ihrer Verletzungen fast nur noch am Boden entlangkriechen dann nimmt die ganze Sache fast absurde Ausmaße an. Ins Rennen schicken Wheatley und Jump gemäß der Herkunft der Figuren ein internationales Ensemble aus fünf (überwiegend) englischsprachigen Ländern (USA, Großbritannien, Irland, Südafrika und Australien), darunter Oscar-Preisträgerin Brie Larson (Raum, Captain Marvel), Sharlto Copley (District 9), Armie Hammer (Spieglein Spieglein, Call me by your Name), Cillian Murphy (Peacock, Peaky Blinders) und Jack Reynor (What Richard Did, Midsommar [2019]).

Free Fire ist auf DVD und BluRay sowie als kostenpflichtiger Stream bei diversen Anbietern erhältlich.


Free Fire
Actionfilm UK 2016. FSK 16. 90 Minuten. Mit: Cillian Murphy, Armie Hammer, Brie Larson, Sharlto Copley, Jack Reynor, Sam Riley, Michael Smiley, Baboo Ceesay, Enzo Cilenti u.a. Drehbuch: Amy Jump und Ben Wheatley. Regie: Ben Wheatley.

Credits
Bilder (c) Splendid Film.

 


Austin Powers

27. März 2021

Groovy, baby! Vor knapp einem Vierteljahrhundert wurde mit Austin Powers der schrillste Agent weit und breit auf der Leinwand losgelassen. Doch wie gut funktioniert das erste Abenteuer des wandelnden Brusthaartoupets heute noch?


„Danger is my middle name.“

London in den wilden 1960ern. Austin Powers (Mike Myers), Geheimagent im Dienst ihrer Majestät, gelingt es erneut, die Pläne seines Erzfeindes Dr. Evil (ebenfalls Mike Myers) zu durchkreuzen. Daraufhin flieht der Bösewicht mit einer Rakete ins All und lässt sich einfrieren. Auch Austin begibt sich in den Kälteschlaf. Dreißig Jahre später kehrt Dr. Evil auf die Erde zurück und bedroht die Welt mit einer neuen Superwaffe. Nur einer kann den Finsterling stoppen: Austin Powers! Doch der muss sich nach dem Auftauen erst einmal an die neue Welt der 1990er gewöhnen. Dabei soll ihm die attraktive Agentin Vanessa Kensington (Elizabeth Hurley), die Tochter seiner früheren Kollegin (Mimi Rogers), helfen. Vor allem die Emanzipation bereitet dem sexbessessenen Ladykiller Schwierigkeiten. Dr. Evil muss ebenfalls feststellen, dass sich in drei Jahrzehnten so Einiges geändert hat. So erfährt der glatzköpfige Schurke von der Existenz seines Sohnes Scott (Seth Green). Wird es Austin Powers gelingen, seine Nemesis auch in den Neunzigern zu besiegen?

Seit langem habe ich mir kürzlich wieder mal Austin Powers – Das Schärfste was ihre Majestät zu bieten hat angesehen, erstmals in der englischen Originalfassung. Konnte ich mich bei früheren Sichtungen noch über die diversen Gags kaputtlachen, so haben diese heutzutage ihre Wirkung auf mich etwas verloren, mit Ausnahme der Sight Gags. Trotzdem gefällt Austin Danger (!) Powers‘ erster Kinofilm als spaßig-kurzweilige Parodie auf diverse Agentenfilme, vor allem natürlich die Werke mit einem gewissen Agenten namens James Bond. Gekonnt werden hier diverse 007-Streifen zitiert, vor allem Goldfinger (der mit Schuhen werfende Handlanger Random Task als Parodie auf den Hüte schleudernden Oddjob oder die auf Pussy Galore anspielende Privatsekretärin Alotta Fagina), Feuerball (Dr. Evils Umgang mit seinen weniger kompetenten Mitarbeitern und der Augenklappe tragende Mr. Nummer 2) und natürlich Man lebt nur zweimal (Dr. Evil als Kopie von Donald Pleasence in der Rolle von Bonds Dauergegner Blofeld).

Garniert wird dieser überaus zotige Swinging-Sixties-Spy-Spoof mit einem kultigen Soundtrack – der brasilianische Evergreen Mas Que Nada darf ebenso wenig fehlen wie Quincy Jones‘ Gassenhauer Soul Bossa Nova – sowie einem passenden Score von George S. Clinton, schrillen Kostümen, absurden Einfällen und einem überaus gut aufgelegten Cast um Mike Myers (auch Drehbuchautor und Produzent; bekannt aus Saturday Night Life und Wayne’s World), Elizabeth Hurley (Teuflisch), Michael York (Cabaret) und Robert Wagner (Ihr Auftritt, Al Mundy; Hart aber herzlich). Dazu gibt es Cameos von Carrie Fisher (Star Wars), Lois Chiles (Moonraker), Christian Slater (True Romance, Mr. Robot) und Musiker Burt Bacharach. Für den herrlich überzeichneten Retro-Charme sorgen natürlich auch die psychedelischen Einschübe mit der Band Ming Tea, die Mike Myers bereits Anfang der 1990er gründete. Insgesamt viel „Hit and Miss“, aber dennoch „groovy“. Mit Austin Powers – Spion in geheimer Missionarsstellung (1999) und Austin Powers in Goldständer (2002), den ich damals sogar im Kino erleben konnte, gab es zwei Fortsetzungen. Zu einem immer mal wieder kolportierten vierten Teil kam es bisher nicht.

Austin Powers – Das Schärfste was ihre Majestät zu bieten hat ist auf DVD und BluRay erhältlich sowie bei diversen Streaminganbietern abrufbar.

Austin Powers – Das Schärfste was ihre Majestät zu bieten hat
(Austin Powers: International Man of Mystery)
Agentenparodie USA 1997. FSK 12. 94 Minuten. Mit: Mike Myers, Elizabeth Hurley, Robert Wagner, Michael York, Seth Green, Mindy Sterling, Fabiana Udenio, Joe Son u.v.a. Drehbuch: Mike Myers. Regie: Jay Roach.

Credits
Bilder (c) Concorde/Winklerfilm.

 

 


Media Monday #508

22. März 2021

Der Frühling, die gefährlichste Jahreszeit. Denn die Bäume schlagen aus, der Salat schießt und in manchen Gegenden spuckt das Erdreich Lava. Und der Media Monday spuckt wie jede Woche sieben Fragen aus.

Interessant, dass es ab und zu auch mal spannende Nachrichten fernab der unsäglichen Corona-Pandemie gibt. In Island ist vor wenigen Tagen der Vulkan Fagradalsfjall ausgebrochen. Ein Naturschauspiel, welches spektakuläre Bilder liefert. Am gleichen Ort drehte Islands Musikikone Björk vor sechs Jahren das einmalige Musikvideo zu ihrem Song Black Lake.


(c) Björk

Beiträge der Woche
Nico, 1988
Two Weeks to Live (Miniserie)

Fragen der Woche

1. Glaubt man den Gerüchten, könnte es tatsächlich sein, dass die Corona-Pandemie in 15 Jahren vielleicht doch langsam abflaut. #schwarzseher

2. Ich habe lange nicht mehr erlebt, dass mich ein Vulkanausbruch so beeindruckt.

3. Austin Powers zaubert mir immer wieder ein Lächeln aufs Gesicht, denn der Typ hat auf seine eigenwillige Art Stil. Das sage ich jetzt auch nicht, weil meine Zähne ähnlich schlecht wie die von Mr. Powers sind. Ob mir so ein Samtanzug mit Rüschenhemd stehen würde? #fashion

4. Bei all dem, was mich so umtreibt, sind Antrieb, Auftrieb und Betrieb die wichtigsten Triebfedern. Oder Vertrieb. #triebtriebtrieb

5. Aubrey Plaza hat einen festen Platz in meinem Fan-Herzen, einfach weil ihre Performance als Lenny in Legion so furios und unerschrocken ist. #itsalwaysblue

6. Auch wenn ich es mir lange nicht vorstellen konnte, so weiß ich doch seit Mitte Januar wie es ist, wenn die große Vier gekommen ist. Irgendwie merkwürdig. #40istdasneue20nicht

7. Zuletzt habe ich die o.g. Reviews geschrieben sowie die Filme Austin Powers (1997) und Free Fire (2016) angesehen und das war schön, weil sich mein Wochenende dadurch doch nicht so faul gestaltete wie befürchtet.

 


Media Monday #507

15. März 2021

Schon wieder Montag? Zeit für den Media Monday

 

So langsam nervt es. Ein Ende der Corona-Pandemie scheint nicht wirklich in Sicht. Und die Politik „glänzt“ derzeit nur mit einer Mischung aus blindem Aktionismus, leeren Versprechungen sowie schlicht und ergreifend Inkompetenz. Ich könnte mich jetzt noch ewig darüber aufregen, lasse aber heute mal zwei Kulturschaffende zu Wort kommen:

„Artistically it has been a time for reflection on what really matters in life.. it has been a wakeup call on so many levels and has particularly exposed the shortcomings of governments and global co-operation. Our world is strongly based upon competition at every level so when it came time for co-operation in order to defeat this virus we were woefully unprepared and ill equipped. „

Brendan Perry, Musiker (Dead Can Dance), im Interview mit All About Jazz

„Die Verachtung von Kultur können Kulturschaffende in diesem Land schon immer implizit spüren (den Fehler, dem Taxifahrer beim obligatorischen Smalltalk auf die Frage nach dem Beruf eine ehrliche Antwort zu geben, macht kein*e Künstler*in zwei mal), richtig an die Oberfläche gekommen ist sie freilich seit dem Start der ersten großen zivilisatorischen Krise dieses Jahrhunderts. Wie widersinnig das ist – Die Zivilisation wackelt, also entfernen wir ihr Fundament – scheint niemanden so richtig zu stören. Das wird keine positiven Folgen haben. Selbstverständlich ist es richtig, sämtliche notwendige Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung vor einer Pandemie zu ergreifen. Die wichtigsten Maßnahmen – Schließung der Wirtschaft, Schließung von Büros, vollständiger Lockdown – werden seit einem Jahr vermieden – Zum Preis zehntausender Menschenleben, damit Milliardäre ungestört weiterhin Profit aus der Krise schlagen können.
Nur ein Wirtschaftszweig – Die Kulturindustrie – wird, rein symbolisch, geschlossen gehalten – Und zwar ohne Aussicht auf Wiedereröffnung.“

Lars Henriks, Filmemacher (Leon muss sterben, Bearkittens, Performaniax), auf seinem Blog

 

Beitrag der Woche
El Mariachi

Fragen der Woche

1. Derweil lässt der Frühling noch auf sich warten und auch das Wetter lädt nicht unbedingt zu Außer-Haus-Aktivitäten ein. Wie schön ist es da, drinnen etwas zu machen, etwa gemütliches Beisammensein mit der Familie.

2. Um sich ein bisschen Kino-Flair nach Hause zu holen plane ich seit Längerem mir eine Soundbar zu kaufen. Nur sind diese Planungen durch die Schließungen der nicht lebensnotwendigen Geschäfte seit einiger Zeit ins Stocken gekommen.

3. Meine Antworten auf die Fragen des Media Monday versprechen nicht nur spannende Lektüre, sondern geben euch Leser*innen zudem eine Vorstellung davon, was derzeit so in meinem Kopf vorgeht.

4. Reguläres, lineares Fernsehen hat für mich ziemlich seinen Reiz verloren. Einerseits durch die „zeitliche“ Beschränkung, andererseits auch durch die mangelnde Innovation in vielen Bereichen.

5. Der Kampf der Streaming-Anbieter um die neuesten Produktionen oder verschobene/abgesagte Kinoveröffentlichungen wird die Filmbranche am Leben erhalten können, aber leider nicht die Kinolandschaft retten. Im Gegenteil.

6. Die Veränderungen in den letzten Jahren, was die politische Radikalisierung nach rechts angeht, hätte ich vor zehn Jahren nicht für möglich gehalten. Umso schlimmer, dass es doch soweit gekommen ist.

7. Zuletzt habe ich das Wochenende bei meinen Eltern verbracht und das war wieder sehr schön, weil ich meine Eltern seit acht Wochen nicht besucht hatte. Neben leckerem Essen (Spinat! / Kaffee und Kuchen) haben wir enen Sonntagsspaziergang durch die Innenstadt von Kitzingen gemacht wo die preisgekrönten Bilder des World Press Photo Award in diversen Schaufenstern ausgestellt sind (zur Website). Die Ausstellung macht seit 15 Jahren Station in Kitzingen, wegen der Corona-Pandemie dieses Jahr aber nicht wie üblich im Rathaus, sondern eben in 40 Schaufenstern.

 


El Mariachi

14. März 2021

Robert Rodriguez ist vor allem für seine unterschiedlichen Filme wie Spy Kids (2001), Sin City (2005) oder Machete (2010) bekannt. Doch seinen ersten abendfüllenden Spielfilm drehte der mexikanisch-stämmige US-Filmemacher für ganz wenig Geld und fast im Alleingang. In El Mariachi gerät der titelgebende Musiker aufgrund einer Verwechslung zwischen die Fronten einer blutigen Auseinandersetzung unter Gangstern.

Der Mann mit dem Gitarrenkoffer

Irgendwo in Mexiko. Ein namenloser Musiker (Carlos Gallardo) kommt in eine kleine Stadt und versucht dort, ein Engagement zu ergattern. Unterdessen tobt ein blutiger Konflikt zwischen Gangsterboss Mauricio (Peter Marquardt) und seinem ehemaligen Partner, dem eiskalten Azul (Reinol Martinez). Mauricio hat seine Männer auf Azul angesetzt. Weil sowohl der Mariachi als auch Azul (teils) in Schwarz gekleidet sind und einen Gitarrenkoffer bei sich tragen kommt es zu einer folgenschweren Verwechslung. Die Killer halten den Musiker für ihr Ziel und machen Jagd auf ihn. Der Mariachi flüchtet sich in die Bar der hübschen Domino (Consuelo Gómez), die ihm vorerst Unterschlupf gewährt…

Die Entstehungsgeschichte von Robert Rodriguez‘ Erstling ist unter Filmfans sicherlich schon legendär. Als kleiner Machete-Fan, der ansonsten mit Exploitation eher wenig am Sombrero hat, musste ich mir den Streifen früher oder später mal reinziehen. El Mariachi wurde im Sommer 1991 im mexikanischen Bundesstaat Coahuila, welcher an Texas grenzt, mit einem Budget von lediglich ca. 7.000 Dollar gedreht. Davon finanzierte Rodriguez etwa 3.000 dadurch, dass er an Medikamententests teilnahm. Bei dieser Gelegenheit schrieb er am Drehbuch und lernte auch einige Mitstreiter kennen, wie Peter Marquardt, den Darsteller des Mauricio. Marquardt sprach im Gegensatz zu den anderen Schauspielern kein Spanisch und musste daher seinen Text ablesen. Weil Rodriguez kein Geld für eine echte Filmcrew hatte, übernahm er fast alle Aufgaben beim Dreh selbst, nicht nur Regie, Skript und Produktion, sondern auch Kamera, Schnitt, Spezialeffekte und Tonschnitt, zum Teil auch mit der Unterstützung seines guten Freundes Carlos Gallardo, der den Titelhelden spielte.

Vor allem in Anbetracht der spärlichen Produktionsbedingungen erweist sich El Mariachi aus meiner Sicht als durchaus solider Action-Streifen. Insgesamt orientiert sich Rodriguez in der recht einfach gestrickten Geschichte sicherlich an Italo-Western und amerikanischen Gangsterfilmen. Neben den authentischen Locations fielen mir besonders die kuriosen Kamerafahrten auf. Da der Regisseur keinen Kamerawagen zur Verfügung hatte nutzte er seinen kaputten Rollstuhl als Ersatz. Die weitgehend trostlos-angespannte Atmosphäre wird gelegentlich durch humorvolle Szenen „aufgelockert“, etwa durch „Vorspulen“ oder Slapstick-Elemente. Wenn der Mariachi in Zeitlupe an zwei Gegnern vorbeirennt und diese sich dann vor lauter Schreck gegenseitig erschießen dann fühlte ich mich deutlich an die Agenten-Comedyserie Mini-Max (OT: Get Smart; 1965-1970) erinnert.

Obwohl Rodriguez sein Langfilmdebüt ursprünglich nur für den lateinamerikanischen Videomarkt konzipiert hatte, wurde Columbia Pictures auf den Streifen aufmerksam. Das Studio kaufte die amerikanischen Verleihrechte und investierte 200.000 Dollar in die Postproduktion. El Mariachi spielte mit 2 Millionen ein Vielfaches des ursprünglichen Budgets ein und bildet mit den wesentlich aufwändiger produzierten Fortsetzungen Desperado (1995, mit Antonio Banderas und Salma Hayek) sowie Irgendwann in Mexico (2003, mit Banderas, Hayek und Johnny Depp) die „Mexico-Trilogy“.

El Mariachi ist auf DVD und BluRay erhältlich sowie bei diversen Streaminganbietern abrufbar.

El Mariachi
Actionfilm/Neo-Western USA, Mexiko 1992. FSK 18. 81 Minuten. Mit: Carlos Gallardo, Consuelo Gómez, Peter Marquardt, Reinol Martinez, Jaime de Hoyos u.a. Drehbuch und Regie: Robert Rodriguez.

 

Credits:
Bilder (c) Columbia/Sony.

 


Media Monday #506

8. März 2021

Es geht irgendwie weiter, auch mit dem Media Monday, heute in seiner 506. Folge. Für mich ist es „erst“ die 450. Egal, los geht’s!

 

Beiträge der Woche
Malcolm & Marie
Star Trek: Discovery – Staffel 3

Fragen der Woche

1. Ich bin sehr erstaunt darüber dass Wulfs Vorgaben bei den Lückentexten diese Woche so reduziert ausfallen. 😉

2. Das Produzieren und Veröffentlichen einer Fortsetzung mag ja eine recht sichere finanzielle Sache sein, wenn der Vorgängerfilm erfolgreich war, in zu vielen Fällen kommt es aber einer kreativen Bankrotterklärung gleich. Statt ein paar neue Filme mit Originalmaterial zu machen wird zu oft lieber die Sequelkuh gemolken bis nichts mehr kommt.

3. Filme, die wirklich im Kino gezeigt werden, gab es in diesem Jahre nicht wirklich viele. Oder spielen sich irgendwo illegale Kinovorführungen ab? 😉

4. Mich bewegen quasi meine zwei Beine. Was daran liegen könnte, dass ich nicht auf den Händen laufen kann. Immer am Boden entlang robben ist auch nicht so toll.

5. Malcolm und Marie streiten sich im Film Malcolm & Marie. Wie ich das fand könnt ihr in der oben verlinkten Rezension nachlesen.

6. Seltene gute Nachricht wie die, dass der Comicbuchladen meines Vertrauens ab heute wieder öffnen darf, begeistern. Da bleibt dann auch noch ein wenig Hoffnung, dass nicht alle kleinen Geschäfte der Corona-Krise um Opfer fallen.

7. Zuletzt habe ich ein gleichzeitig erholsames und doch halbwegs produktives Wochenende verbracht und das war sehr angenehm, weil ich mich so hoffentlich ausreichend für eine voraussichtlich stressige neue Arbeitswoche aufladen konnte.

 

 


Review(s) Februar 2021

2. März 2021

Ein Sechstel von 2021 haben wir bereits hinter uns. Meine Reviewbilanz für Februar gestaltet sich (wieder) sehr filmlastig.

 

Bedingt durch die „Aufarbeitung“ der Internationalen Filmwoche Würzburg (28. Januar bis 3. Februar 2021) und der Tatsache, dass die aktuelle Situation hinsichtlich meiner Produktivität nicht unbedingt förderlich ist, habe ich im Februar überwiegend Filmkritiken geschrieben/veröffentlicht. Die Serien-Reviews mussten da leider (erneut) ziemlich kürzer treten. Als Kontrastprogramm zu den fünf hochwertigen Festivalbeiträgen habe ich mir zwei miese Streifen gegönnt. 😉


Filme
Filles de Joie – Freudenmädchen (Internationale Filmwoche Würzburg)
Nafi’s Father (Internationale Filmwoche Würzburg)
Farewell Paradise (Internationale Filmwoche Würzburg)
Old Men Never Die (Internationale Filmwoche Würzburg)
Halef (Internationale Filmwoche Würzburg)
Wizards of the Lost Kingdom
Ninja Assassin

Serien
Black Lagoon: Roberta’s Blood Trail
Years and Years

Sonstiges
MWJ Film Awards 2020
Star Trek: Corona (Roman)

Außerdem gesehen und (noch) nicht besprochen
Malcolm & Marie
Puparia (Kurzfilm)

Borkum… mit Judith Rakers (TV-Doku)
Das Geheimnis George Méliès (TV-Doku)

American Gods: Staffel 3, Folgen 4 bis 6
Babylon 5: Staffel 1, Folgen 14 bis 16
Disenchantment: Teil 3, Folgen 6 bis 10
His Dark Materials: Staffel 2, Folgen 1 bis 4

 

 


Media Monday #505

1. März 2021

Und schon wieder ist es März. Verrückt, nicht wahr? Die Zeit vergeht, aber es ändert sich wenig. Das hat aber auch seine Vorteile. Etwa in Form der Verlässlichkeit des Media Mondays, der heute wieder mit sieben Fragen aufwartet…

Beiträge der Woche
Ninja Assassin
Years and Years


1. Im Kampf der Streaming-Dienste befindet man sich aus meiner Sicht gerade in der „Zersplitterungsphase“, in welcher gefühlt jeder Sender einen eigenen Streaming-Dienst aufmacht oder viele kleine Anbieter aus dem Boden schießen. Als Fan hochwertiger Film- und Serien-Kost steht man da irgendwie zwischen zu vielen Stühlen. Wie viele der Anbieter längerfristig überleben wird sich noch zeigen.

2. Der Star Trek-Roman Corona war für mich eine erfreuliche Entdeckung, quasi ein Geheimtipp, denn so habe ich nach langer Zeit wieder mal einen Roman aus Gene Roddenberrys Sternensaga gelesen, der allerdings das „Aktualitätsversprechen“ des Titels nicht einlösen konnte. 😉

3. Auch jetzt noch ist Kino (und auch Fernsehen) eine Form des Eskapismus für mich, die mich nach 19 Jahren als Hobbyfilmkritiker und 30 Jahren als Kinogänger noch begeistern und verzaubern kann.

4. Was es braucht für eine in allen Punkten überzeugende Produktion, stellt Francis Ford Coppolas Verfilmung von Bram Stokers Roman Dracula aus dem Jahre 1992 eindrucksvoll unter Beweis, denn für mich funktioniert der Film durch seine ungemein atmosphärisch-düstere Inszenierung als ganzheitliche Adaption des Stoffes.

5. Nick & Norah – Soundtrack einer Nacht (OT: Nick & Norah’s Infinite Playlist) kommt mit einer „bestechenden“ Playlist an Songs daher, nur leider hat sich weder die Playlist noch der Film an sich besonders in mein Gedächtnis eingebrannt. Beides habe ich nämlich seit der Sichtung des Films im Juli 2016 wieder vergessen.

6. Wenn TV/PC/Laptop mal ausbleiben, bevorzuge ich ja Musik und/oder (in letzter Zeit zu selten) ein interessantes Buch, gerne auch in Comicform. Mit Freunden treffen und solche Sachen ist ja derzeit schwierig.

7. Zuletzt habe ich meine beste Freundin und ihre kleine Familie besucht und das war seit langem überfällig und daher sehr schön, weil wir uns seit Anfang August nicht gesehen hatten.

 


Ninja Assassin

24. Februar 2021

Eine Europol-Ermittlerin kommt einem jahrhundertehalten Clan von Ninja-Killern auf die Spur und begibt sich in Gefahr. Wie gut, dass sich Kämpfer Raizo auf ihre Seite schlägt…

Licht aus, Ninja-Angriff!

Seit Jahrhunderten nehmen neun Ninja-Clans jeden Mordauftrag an, sofern sie mit der richtigen Menge Gold bezahlt werden. Der Ozuno-Clan unter seinem Meister (Sho Kosugi) bildet Waisenkinder mit aller Härte zu perfekten Kampfmaschinen aus. So auch Raizo (Rain), der dem Clan jedoch abgeschworen hat und schließlich gegen seine alte „Familie“ kämpft. Die Europol-Ermittlerin Mika (Naomie Harris) ist dem geheimen Assassinenbund auf der Spur und bringt dabei nicht nur ihren Chef Ryan (Ben Miles) in Bedrängnis, sondern sich selbst auch in tödliche Gefahr…

Zugegebenermaßen stand Ninja Assassin schon länger auf meiner Watchlist. Allerdings weniger weil ich mich für Martial-Arts-Action begeistern kann, sondern wegen einer kuriosen Geschichte aus der Entstehung des Films. Die Wachowskis (damals noch Brüder, heute Schwestern), bekannt vor allem für die Matrix-Trilogie, produzierten diesen von ihrem langjährigen Mitstreiter James McTeigue (V wie Vendetta) inszenierten Actionreißer und schnitten ihn komplett auf den koreanischen Sänger/Schauspieler Rain zu, mit welchem die beiden schon bei ihrer Anime-Adaption Speed Racer (2008) zusammengearbeitet hatten. Doch das ursprüngliche Skript von Matthew Sand (Deepwater Horizon) war nicht überzeugend genug und so baten die Wachowskis ihren guten Freund J. Michael Straczynski (Schöpfer und Autor der hochklassigen Space-Opera-Serie Babylon 5) um Hilfe. Straczynski verfasste ihn nur 53 Stunden ein fast komplett neues Drehbuch und ermöglichte so den rechtzeitigen Beginn der Dreharbeiten, die ausschließlich in Berlin und den Babelsberg Studios stattfanden.

Nach Sichtung des fertigen Films bin ich allerdings der Meinung, dass keine der Skriptfassungen verwendet wurde. Denn die Handlung ergibt überhaupt keinen Sinn und funktioniert selbst als grober Aufhänger für die Actionsetpieces nur bedingt. Das Personal gestaltet sich zudem als überaus austauschbar, die Dialoge wirken eher peinlich. Generell krankt Ninja Assassin daran, dass die ganze Sache komplett bierernst aufgezogen wird. Hauptdarsteller Rain präsentiert hier zwar seinen gestählten Körper und überzeugt dank sechs Monaten Training in den von Chad Stahelski (John Wick) und David Leitch (John Wick, Deadpool 2) ansprechend inszenierten Kampfszenen, entpuppt sich beim Schauspiel aber relativ schnell als völlig farblos. Zugute halten muss man der „Story“, dass die Vorgeschichte und Ausbildung des Protagonisten sukzessive in Rückblenden erzählt wird und somit seine Motivation einigermaßen nachvollziehbar wirkt. Die von Raizo erlittenen Qualen vermag der Zuschauer durchaus mitzuerleben. Auch an Gewaltspitzen wird über weite Strecken nicht gespart, wobei der Gore- und Splatter-Faktor der Eingangsszene unerreicht bleibt. Fast könnte man zum Schluss gekommen, dass die oben erwähnte Geschichte mit dem Drehbuch (das wohl in der Tonne gelandet ist) spannender als der fertige Film ist. Oder dass Uwe Boll, seit ein paar Jahren nicht mehr im Filmbusiness tätig, hier einen uninspirierten Martial-Arts-Klopper mit Anleihen bei Batman Begins und Wanted gedreht hat. Einer weiteren Zusammenarbeit der Wachowskis und Straczynski hat Ninja Assassin jedoch nicht geschadet. Ein paar Jahre später schufen sie gemeinsam die Netflix-Serie Sense8.

Ninja Assassin ist auf DVD und BluRay erschienen sowie bei diversen Streaminganbietern abrufbar.

Ninja Assassin
Actionfilm USA, Deutschland 2009. FSK 18. 99 Minuten. Mit: Rain, Naomie Harris, Ben Miles, Rick Yune, Sho Kosugi, Anna Sawai u.v.a. Drehbuch: Matthew Sand, J. Michael Straczynski. Regie: James McTeigue.

Credits
Bilder (c) Warner.

 


Media Monday #504

22. Februar 2021

Frühlingsgefühle im Februar. Das und mehr gibt es im heutigen Media Monday

Beitrag der Woche
Black Lagoon: Roberta’s Blood Trail

Fragen der Woche

1. Man mag ja von einfallslosem Ausfüllen eines Lückentextes halten was man will, aber manchmal passiert es einfach. 😉

2. Als Ausgleich für fehlende Kinobesuche kann/muss man Filme auf anderen Wegen sehen, etwa auf haptischem Datenträger, im linearen Fernsehen oder als Stream.

3. Hätte man mir vor einem Jahr erzählt, dass die Corona-Pandemie solche Ausmaße annehmen würde hätte ich das schlicht und ergreifend nicht geglaubt.

4. Der ein oder andere Superheldenfilm ist ein lupenreines Retortenprodukt, das nur hergestellt wurde, damit es halt zu Superheld XY einen Filme gibt, der möglichst viel Kohle einspielen sowie natürlich Comics, Spielzeug und anderes Merchandising in Unmassen verkaufen soll.

5. Manchmal glaube ich, ich sollte besser weniger über manche Sachen nachdenken als mich vielmehr direkt ans Werk zu machen.

6. Bis vor kurzem habe ich ja nicht einmal geahnt, dass sich Tim Burton der Addams Family zuwenden würde, doch wie ich vorhin HIER lesen durfte plant er eine Serie über Wednesday Addams.

7. Zuletzt habe ich ein ziemlich faules Wochenende verbracht aber auch einen schönen Sonntagsspaziergang gemacht und das war schön, aber auch etwas irritierend, weil einerseits letztes Wochenende noch tiefster Winter herrschte (siehe Foto aus dem letzten Media Monday) und andererseits weil manche Leute schon fast wie im Hochsommer angezogen waren.

 


Martinas Buchtagebuch

Rezensionen und mehr (02012482970)

LESELISTEN

LITERATUR - PROSOPAGNOSIE - FILM

Neue Filmkritik

braucht das Land

Apokalypse Film

Schaut vor der Apokalypse keine schlechten Filme!

Klappe!

Das Filmmagazin

Bette Davis left the bookshop

Bücher, Filme und viel mehr

VERfilmt&ZERlesen

Wo Kafka und Kubrick sich treffen

Schreiben als Hobby, kreativ sein - Poetik für Anfänger

Aus den Aufzeichnungen der Skáldkonur: Wo Worte sich zu Texten fügen, ist es Zeit für den Barden seine Geschichten zu erzählen.

11ersfilmkritiken.wordpress.com/

Ich heiße euch herzlich auf meinem Blog willkommen.

Weltending.

Buch. Musik. Film. Serie. Spiel. Ding.

Adoring Audience

Kritiken zu Filmen, Serien und Theater

Parkwelten

Freizeitparks, Kirmes & Co.

Blaupause7

die Pause zur blauen Stunde

The Home of Horn

What i like, what i don't. Short Reviews, Top-Lists, Interests.

Sneakfilm - Kino mal anders

Kino…DVD…Blu-ray…und mehr!

Gina Dieu Armstark

Passion of Arts

Filmexe - Blog über Filme und Serien

Filme und Serien werden bei uns besprochen, in Form von Kritiken und auch einem Podcast. Jede Woche gibt es zwei Filmkritiken zu Filmen die gerade im Kino laufen oder auch schon länger draußen sind, der Filmpodcast heißt Filmexe Podcast.

Miss Booleana

says "Hello World!"

Marcel Michaelsen

Selbsternannter Schriftsteller

Trivial

Friedl Von Grimm - fast eklig polygam

flightattendantlovesmovies

Die Flugbegleiterin, die gerne gute Filme und Serien guckt und darüber schreibt.

28 Books Later

Schundliteratur und anderer Unfug

neuesvomschreibtisch

You're gonna be fine.

ergothek

Der Blog mit dem DeLorean

Filmschrott

Schlechte Filme von Mainstream bis Trash. Die Lücke ist kleiner als man denkt.

Singende Lehrerin

Tagebuch einer singenden, film-, serien- und theaterverrückten Lehrerin

Xanders Blog

Ein Blog über Filme, Fernsehen, Games, Bücher, Comics und sowas.

moviescape.blog

Texte über Filme, Serien, Popkultur, Laufen und das Vatersein.