Review(s) Februar 2021

2. März 2021

Ein Sechstel von 2021 haben wir bereits hinter uns. Meine Reviewbilanz für Februar gestaltet sich (wieder) sehr filmlastig.

 

Bedingt durch die „Aufarbeitung“ der Internationalen Filmwoche Würzburg (28. Januar bis 3. Februar 2021) und der Tatsache, dass die aktuelle Situation hinsichtlich meiner Produktivität nicht unbedingt förderlich ist, habe ich im Februar überwiegend Filmkritiken geschrieben/veröffentlicht. Die Serien-Reviews mussten da leider (erneut) ziemlich kürzer treten. Als Kontrastprogramm zu den fünf hochwertigen Festivalbeiträgen habe ich mir zwei miese Streifen gegönnt. 😉


Filme
Filles de Joie – Freudenmädchen (Internationale Filmwoche Würzburg)
Nafi’s Father (Internationale Filmwoche Würzburg)
Farewell Paradise (Internationale Filmwoche Würzburg)
Old Men Never Die (Internationale Filmwoche Würzburg)
Halef (Internationale Filmwoche Würzburg)
Wizards of the Lost Kingdom
Ninja Assassin

Serien
Black Lagoon: Roberta’s Blood Trail
Years and Years

Sonstiges
MWJ Film Awards 2020
Star Trek: Corona (Roman)

Außerdem gesehen und (noch) nicht besprochen
Malcolm & Marie
Puparia (Kurzfilm)

Borkum… mit Judith Rakers (TV-Doku)
Das Geheimnis George Méliès (TV-Doku)

American Gods: Staffel 3, Folgen 4 bis 6
Babylon 5: Staffel 1, Folgen 14 bis 16
Disenchantment: Teil 3, Folgen 6 bis 10
His Dark Materials: Staffel 2, Folgen 1 bis 4

 

 


Media Monday #505

1. März 2021

Und schon wieder ist es März. Verrückt, nicht wahr? Die Zeit vergeht, aber es ändert sich wenig. Das hat aber auch seine Vorteile. Etwa in Form der Verlässlichkeit des Media Mondays, der heute wieder mit sieben Fragen aufwartet…

Beiträge der Woche
Ninja Assassin
Years and Years


1. Im Kampf der Streaming-Dienste befindet man sich aus meiner Sicht gerade in der „Zersplitterungsphase“, in welcher gefühlt jeder Sender einen eigenen Streaming-Dienst aufmacht oder viele kleine Anbieter aus dem Boden schießen. Als Fan hochwertiger Film- und Serien-Kost steht man da irgendwie zwischen zu vielen Stühlen. Wie viele der Anbieter längerfristig überleben wird sich noch zeigen.

2. Der Star Trek-Roman Corona war für mich eine erfreuliche Entdeckung, quasi ein Geheimtipp, denn so habe ich nach langer Zeit wieder mal einen Roman aus Gene Roddenberrys Sternensaga gelesen, der allerdings das „Aktualitätsversprechen“ des Titels nicht einlösen konnte. 😉

3. Auch jetzt noch ist Kino (und auch Fernsehen) eine Form des Eskapismus für mich, die mich nach 19 Jahren als Hobbyfilmkritiker und 30 Jahren als Kinogänger noch begeistern und verzaubern kann.

4. Was es braucht für eine in allen Punkten überzeugende Produktion, stellt Francis Ford Coppolas Verfilmung von Bram Stokers Roman Dracula aus dem Jahre 1992 eindrucksvoll unter Beweis, denn für mich funktioniert der Film durch seine ungemein atmosphärisch-düstere Inszenierung als ganzheitliche Adaption des Stoffes.

5. Nick & Norah – Soundtrack einer Nacht (OT: Nick & Norah’s Infinite Playlist) kommt mit einer „bestechenden“ Playlist an Songs daher, nur leider hat sich weder die Playlist noch der Film an sich besonders in mein Gedächtnis eingebrannt. Beides habe ich nämlich seit der Sichtung des Films im Juli 2016 wieder vergessen.

6. Wenn TV/PC/Laptop mal ausbleiben, bevorzuge ich ja Musik und/oder (in letzter Zeit zu selten) ein interessantes Buch, gerne auch in Comicform. Mit Freunden treffen und solche Sachen ist ja derzeit schwierig.

7. Zuletzt habe ich meine beste Freundin und ihre kleine Familie besucht und das war seit langem überfällig und daher sehr schön, weil wir uns seit Anfang August nicht gesehen hatten.

 


Media Monday #504

22. Februar 2021

Frühlingsgefühle im Februar. Das und mehr gibt es im heutigen Media Monday

Beitrag der Woche
Black Lagoon: Roberta’s Blood Trail

Fragen der Woche

1. Man mag ja von einfallslosem Ausfüllen eines Lückentextes halten was man will, aber manchmal passiert es einfach. 😉

2. Als Ausgleich für fehlende Kinobesuche kann/muss man Filme auf anderen Wegen sehen, etwa auf haptischem Datenträger, im linearen Fernsehen oder als Stream.

3. Hätte man mir vor einem Jahr erzählt, dass die Corona-Pandemie solche Ausmaße annehmen würde hätte ich das schlicht und ergreifend nicht geglaubt.

4. Der ein oder andere Superheldenfilm ist ein lupenreines Retortenprodukt, das nur hergestellt wurde, damit es halt zu Superheld XY einen Filme gibt, der möglichst viel Kohle einspielen sowie natürlich Comics, Spielzeug und anderes Merchandising in Unmassen verkaufen soll.

5. Manchmal glaube ich, ich sollte besser weniger über manche Sachen nachdenken als mich vielmehr direkt ans Werk zu machen.

6. Bis vor kurzem habe ich ja nicht einmal geahnt, dass sich Tim Burton der Addams Family zuwenden würde, doch wie ich vorhin HIER lesen durfte plant er eine Serie über Wednesday Addams.

7. Zuletzt habe ich ein ziemlich faules Wochenende verbracht aber auch einen schönen Sonntagsspaziergang gemacht und das war schön, aber auch etwas irritierend, weil einerseits letztes Wochenende noch tiefster Winter herrschte (siehe Foto aus dem letzten Media Monday) und andererseits weil manche Leute schon fast wie im Hochsommer angezogen waren.

 


Black Lagoon: Roberta’s Blood Trail

20. Februar 2021

Ein letztes Mal geht es zurück in die Gangster-Metropole Roanapur, wo die Mitglieder der Lagoon Company in einen überaus blutigen Rachefeldzug mit hineingezogen werden, in der OVA-Fortsetzung zur Serie Black Lagoon.

 


Die Fährte des Bluthundes

Roberta, Hausmädchen der einflussreichen venezuelanischen Lavres-Familie und eine schier unüberwindbare Killerin/Ex-Guerillakämpferin der FARC, startet einen überaus blutigen Rachefeldzug. Denn Diego Lavres, Robertas Arbeitgeber und Oberhaupt der Lavres-Familie, wurde bei einem vom US-Geheimdiensten inszenierten Bombenattentat getötet. Bald schon mischt Roberta das südostasiatische Ganoven-Moloch Roanapur auf. Die herrschenden Verbrecher-Organisationen wollen sich die USA auf keinen Fall zum Feind machen. Garcia Lavres, Diegos Sohn, wendet sich mit seinem Bodyguard, dem Hausmädchen Fabiola Iglesias, hilfesuchend an die Lagoon Company, um zu verhindern, dass Roberta ein komplettes Blutbad anrichtet, und um sie nach Hause zu holen. Dutch, Chef der Söldnertruppe, lehnt ab. Doch Garcias Bitte richtet sich an Rock, den japanischen Ex-Büroangestellten der Lagoon Company…

Ein halbes Jahr nach Sichtung der ersten und zweiten Staffel bin ich endlich dazu gekommen, zurück nach Roanapur zu reisen. Die auf der Manga-Reihe von Rei Hiroe basierende Animeserie wurde nicht mit einer dritten Season bedacht, sondern als Original Video Animation (OVA), die in Japan zwischen dem 17. Juli 2010 und dem 22. Juni 2011 veröffentlicht wurde, fortgesetzt. Im Zentrum von Roberta’s Blood Trail steht, wie auch schon der Titel vermuten lässt, der blutige Rachefeldzug der als Dienstmagd getarnten, scheinbar unkaputtbaren Killerin Roberta. Bereits in den Episoden acht bis zehn von Staffel bekamen es Rock, die übel gelaunte Gunwoman Revy, Vietnam-Veteran Dutch und Technikexperte Benny von der Lagoon Company bzw. die Verbrecher-Syndikate Roanapurs mit der eiskalten Ex-Guerillakämpferin zu tun, als diese ihren entführten Schützling Garcia Lavres befreite. Nun bittet genau dieser Junge die „Lagoons“ um Hilfe. Denn Roberta hat einen gefährlichen Vergeltungkrieg gegen die Verantwortlichen des Mordanschlag auf Garcias Vater, eine Gruppe von US-Agenten, angezettelt, der die „Neutralität“ Roanapurs und dessen Unberührtheit hinsichtlich internationaler Ermittlungen zu gefährden droht. Auch wenn Drehbuchautor/Regisseur Sunao Katabuchi und das Anime-Studio Madhouse (u.a. Perfect Blue, Death Note, Highschool of the Dead) hier wieder die gewohnten stylisiert-brutalen Actionszenen aufbieten und sich die Szenerie der Serie trotz wechselnder Beteiligter zunehmend repetitiv gestaltet so erweist sich Roberta’s Blood Trail einen guten Balanceakt zwischen Exploitationkost und introspektivem Drama.

Lässt sich die Spirale der Gewalt durchbrechen? Ist Roberta, die wie ein Berserker im Blutrausch agiert und in ihrem Wahn kaum noch Freund von Feind unterscheiden kann, noch aufzuhalten oder gar zu retten? Diese und andere Fragen werden immer wieder in den Raum geworfen. Wie auch in den beiden Staffeln zuvor gibt es immer wieder gekonnte, nicht selten mit einem Off-Kommentar (meist von Rock) unterlegte Montageszenen, welche die Vergangenheit einzelner Figuren oder Charaktere beleuchten oder Vorahnungen über künftige Geschehnisse geben. Trotz (oder vielleicht gerade wegen) der düsteren Abgründigkeit erweist sich Roberta’s Blood Trail als gelungener Abschluss der Anime-Serie.

Black Lagoon: Roberta’s Blood Trail ist auf DVD und BluRay erschienen sowie aktuell im Angebot von Netflix enthalten.

Black Lagoon: Roberta’s Blood Trail
Anime-Action/Miniserie Japan 2010/11. FSK: Freigegeben ab 16 Jahren. 5 Folgen. Gesamtlänge: ca. 168 Minuten. Deutsche Sprecher: Tobias Nath (Rock), Antje von der Ahe (Revy), Thomas Petruo (Dutch), Christoph Banken (Benny), Katrin Zimmermann (Roberta), Hannes Maurer (Garcia Lavres), Maximiliane Häcke (Fabiola Inglesias) u.v.a. Nach der Manga-Serie von Rei Hiroe. Drehbuch und Regie: Sunao Katabuchi.

 

 

Credits
Bilder (c) Kazé

 

 


Media Monday #503

15. Februar 2021

Die zweite Februarhälfte startet (wie schon die erste) mit dem Media Monday

Beiträge der Woche
Halef (Internationale Filmwoche Würzburg 2021)
Star Trek: Corona (Roman)
MWJ Film Awards 2020

 

Fragen der Woche

1. Was mich immer wieder aufs Neue fasziniert ist der immersive Effekt bei Filmen und Serien (bei ersterem vor allem im Kinosaal).

2. Anonymus ist mal ein richtig untypischer Film für Roland Emmerich, schließlich ist der aus dem Schwabenland stammende Filmregisseur ja eher für seine Katastrophenfilme bekannt. Das genannte Historiendrama widmet sich aber einer möglichen Theorie zur Autorenschaft von William Shakespeare.

3. Ich bin ja schon ziemlich aufgeregt, wenn ich daran denke dass irgendwann vielleicht mal wieder Kinos öffnen und Konzerte stattfinden dürfen.

4. Fernab von bombastischen Effekten und allgemein Blockbuster-Attitüden spielt sich mein Filmkonsum in den letzten Jahren weitgehend ab.

5. Im Vergleich zwischen dem, was früher und heutzutage optisch und inhaltlich in Serien möglich ist hat sich vor allem in narrativer Hinsicht Einiges getan. Es gibt aber auch immer noch „althergebrachte“ Formate.

6. Star Trek: Corona wusste mich von der ersten Seite an zu fesseln, denn ich wollte unbedingt wissen ob der Roman etwas mit unserer gegenwärtigen Lage zu tun hat. 😉

7. Zuletzt habe ich das Wochenende genutzt, um ein wenig produktiv zu sein (siehe oben) und gleichzeitig aber auch wieder Kraft zu tanken und das war sehr wichtig, weil die aktuelle Situation bisweilen schon an den Nerven zehrt. Am Sonntag machte ich einen kleinen Spaziergang durch den noch verschneiten und vereisten Park in der Nähe, siehe Foto.

 


Media Monday #502

8. Februar 2021

Was kommt denn hier hereingeschneit? Die neue Ausgabe des Media Mondays mit sieben flockigen Fragen!

Von Donnerstag vorletzte Woche bis Mittwoch letzte Woche war ich quasi im Festival-at-Home-Modus (aka Cineast im Homeoffice), weil das seit 2012 jedes Jahr von mir besuchte Filmwochende in Würzburg in eine digitale Filmwoche umgewandelt wurde. Leider habe ich es noch nicht ganz geschafft, das ganze halbe Dutzend Filme zu rezensieren, es fehlt nur noch der letzte Beitrag. Als Kontrastprogramm zum hochwertigen Filmgenuss gab es zwischendurch einen echten Fantasy-Trashfilm, nämlich Wizards of the Lost Kingdom.

Internationale Filmwoche Würzburg 2021
Die Erlösung der Fanny Lye
Filles de Joie – Freudenmädchen
Nafi’s Father
Farewell Paradise
Old Men Never Die
Halef (Kritik folgt noch)


Fragen der Woche

1. Jetzt, wo man durch widriges Wetter noch mehr ans eigene Heim gefesselt ist überlegt man sich vielleicht das ein oder andere Mal nach draußen zu gehen.

2. Apropos Eskapismus, ist es doch immer wieder schön von besonderen Filmen (und Serien) in eine andere Welt/Lebenswirklichkeit versetzt zu werden. Auch wenn das Heimkino das richtige Kinoerlebnis nicht ersetzen kann, ein immersives Eintauchen ist auch zuhause möglich.

3. Ansonsten ist sequentielle Kunst ein Thema, das mich ein ums andere Mal zu begeistern weiß, denn es gibt auf diesem Gebiet einfach viele tolle Werke.

4. Die Baustelle gegenüber hat nun schon länger (seit Freitag) nichts mehr von sich hören lassen und ich frage mich ob die Arbeiten im angekündigten Schneetreiben einfach weitergehen.

5. In den letzten Monaten beobachte ich bei mir in Sachen Medienkonsum ja durchaus dass die Vielfalt immer bunter wird, vor allem da sich die Bandbreite zwischen anspruchsvollerem Arthouse-Kino bis hin zu miesem Trash erstreckt.

6. Der iranische Film Old Men Never Die, über eine Gruppe uralter Männer, die auf den Tod warten, ist meines Erachtens eine unbedingte Empfehlung wert, schließlich hat er mich mit herrlich schwarzem Humor, urigen Figuren und tollen Landschaftaufnahmen begeistert.

7. Zuletzt habe ich siehe oben und das war ____ , weil ____ .

 

 


Review(s) Januar 2021

1. Februar 2021

Ein Zwölftel von Zweitausendeinundzwanzig ist schon wieder vorbei. Zeit für eine erste Zwischenbilanz.

An der Serienfront gestaltete sich der Januar leider etwas mau. Das muss im Februar unbedingt besser werden. Sobald die Internationale Filmwoche und die dazugehörigen Reviews fertig sind. Außerdem stehen noch die diesjährigen Verleihungen der „MWJ Film Awards“ und der „MWJ Television Awards“ aus.

Filme
Then Came You (2018)
Leon muss sterben
Das Wikipedia-Versprechen
(TV-Doku)
Bolero – Ein Refrain für die Welt (TV-Doku)
Stille Reserven
Bearkittens
Die Erlösung der Fanny Lye (Internationale Filmwoche Würzburg)

Serien
Tatort: Das ist unser Haus
Die Schauspielschüler – Staffel 2

Sonstiges
Mein Filmjahr 2020
Mein Fernsehjahr 2020
40 Jahre Hermkes Romanboutique
Media Monday #500
Mira Furlan (1955-2021)

Außerdem gesehen und (noch) nicht besprochen
Filles de Joie – Freudenmädchen (Internationale Filmwoche Würzburg)
Nafi’s Father (Internationale Filmwoche Würzburg)
Robin Hood – Helden in Strumpfhosen (RW)

Die Bühne ein Spielzimmer – Musikerin Ingeborg Freytag im Kurzportrait (Kurzfilm)
Luthiens Traum (Kurzfilm)

American Gods: Staffel 3, Folgen 1 bis 3
Disenchantment: Teil 3, Folgen 1 bis 4
Star Trek: Discovery – Staffel 3 , Folgen 12 und 13

 

 

 

 


Die Schauspielschüler: Staffel 2

30. Januar 2021

Zurück bei den Schauspielschülern, die in der zweiten Staffel eine Inszenierung von Frank Wedekinds Frühlingserwachen zu stemmen haben. Keine einfache Aufgabe für die zusammengewürfelte Truppe um den schwierigen Lehrer Frank…

Eine schrecklich nette Schauspielfamilie

Als semesterübergreifendes Theaterprojekt wagt sich das Bühnenstudio ausgerechnet an Frank Wedekinds berühmt-berüchtigtes Stück Frühlingserwachen heran. Schauspiellehrer Frank (Moritz Mutzmann) führt Regie während Mimi (Virginia Roncalli) ihm assistiert und Praktikantin Belly (Kionia Winter) für das Make Up verantwortlich zeichnet. Doch bereits während der ersten Proben zeigen sich massive Probleme. Denn Frank nutzt jede Gelegenheit, seine Leute nieder zu machen und zu beschimpfen. Außerdem unterhält der egomane Dozent eine Affäre mit Hauptdarstellerin Lilith (Paula Hauss), in welche wiederum der schüchterne Tagträumer Nico (Lukas Kaack) verliebt ist. Die weiteren Akteure wie Freddy (Paula C. Hugenschmidt), Mia (Laetitia Au) und Marcel (Robin Guillaud Bongarts) haben unterdessen mit ihren eigenen Schwierigkeiten zu kämpfen…

Statt eines Imagefilms für ihre Schauspielschule schufen die Obsessive Filmmakers Nisan Arikan und Lars Kokemüller alias Lars Henriks (Leon muss sterben, Bearkittens, Performaniax) eine kleine Webserie über Studenten des Bühnenstudios Hamburg. In der ersten Staffel wurden in zehn fast dokumentarischen Kurzepisoden die Anfänger einer neuen Schauspielklasse und ihre ersten Gehversuche in der Ausbildung beleuchtet. Für Season 2 wechselt nicht nur ein Großteil der Besetzung, sondern auch die inhaltliche und inszenatorische Ausrichtung. Im Mittelpunkt der zehn neuen Folgen steht eine Produktion von Frühlingserwachen, jenem als „skandalös“ geltenden Stück von Frank Wedekind, welches bereits 1891 veröffentlicht, aber erst 15 Jahre später erstmals aufgeführt wurde. Wedekind thematisiert darin die aufkommende Sexualität von Jugendlichen in der oppressiven Gesellschafts des späten 19. Jahrhunderts. Wie viel „Zündstoff“ der Stoff auch über 100 Jahre später noch besitzt zeigt der Fall eines Schweizer Lehrers, welcher 2009 wegen des Vorwurfs der Pädophilie und der Weitergabe pornographischen Materials an Minderjährige angeklagt wurde, weil er unter anderem Frühlingserwachen im Unterricht behandelt hatte.

Die Motive und Figurenkonstellationen der Vorlage spiegelt sich natürlich auch in der Dynamik der Seriencharaktere wieder. Als ob die Ensemble-Mitglieder nicht schon genug eigene Probleme hätten müssen sie auch noch die herablassenden, beleidigenden und unprofessionellen Verhaltensweisen ihres narzisstischen Dozenten Frank aushalten, der bereits in einer Episode der ersten Runde zu sehen war. Von den Hauptdarstellern kehren außerdem Virginia Roncalli (Bearkittens) als esoterisch-feministische Mimi und Paula C. Hugenschmidt in der Rolle der Videobloggerin Freddy zurück während Clarissa Karrasch als Melanie (in Staffel 1 noch Teil eines leider nicht aufgelösten Liebesdreiecks) in ihren wenigen Folgen ziemlich im Hintergrund bleibt. In Person des pensionierten Staatsanwaltes und Schauspielers Dietrich Kuhlbrodt (Egomania – Insel ohne Hoffnung), der auch beim dadaistischen Performance-Kollektivs Hgich.T mitmischt, konnten die Macher einen prominenten Gaststar gewinnen.

Die teils klaustrophobisch gefilmte 2. Staffel (ein Großteil der Handlung spielt im Hamburger Bühnenschiff) präsentiert sich überzeichneter als die erste. Außerdem schwelgt man ab und an in Tagträumen, wie man es aus der Krankenhaus-Comedy Scrubs – Die Anfänger kennt. Die chaotischen Verwicklungen im Ensemble erinnerten mich freilich sehr an Peter Bogdanovics Film Noises Off! – Der nackte Wahnsinn (1992), welcher auf dem gleichnamigen Theaterstück von Michael Frayn basiert. Doch richtet sich der Blick bei Die Schauspielschüler auch immer wieder auf die meist gar nicht lustigen Einzelschicksale seiner Charaktere außerhalb des Theaters. Anstelle einer dritten Staffel der Serie drehten Nisan und Lars übrigens die surreale Theater-Satire Performaniax.

Staffel 2 von Die Schauspielschüler ist wie die erste Season kostenlos bei Youtube abrufbar.


Die Schauspielschüler: Staffel 2
Webserie Deutschland 2018. 10 Folgen. Gesamtlänge: ca. 105 Minuten. Mit: Lukas Kaack, Paula Hauss, Robin Guillaud Bongarts, Virginia Roncalli, Kionia Winter, Paula C. Hugenschmidt, Niklas Bähnk, Philipp Strauss, Laetitia Au, Moritz Mutzmann u.a. Idee und Konzept: Nisan Arikan und Lars Henriks. Regie: Lars Henriks.

 

Credits
Bilder (c) Bühnenstudio Hamburg.

 

 


Media Monday #500 – Jubiläumsausgabe

25. Januar 2021

Es ist da, das unglaubliche Jubiläum des Media Mondays von Wulf aus dem Medienjournal! Auf zur 500. Ausgabe!

In unserer schnellliebigen Zeit, in welcher Blogs auftauchen und teilweise gleich wieder verschwinden, „soziale“ Netzwerke als überwiegender Ausdruck von Oberflächlichkeit alles vereinnahmen, grenzt es doch einigermaßen an ein Wunder, dass es den Media Monday auch nach 500 Jahren Ausgaben immer noch gibt. Ich selbst bin seit Ausgabe Nummer 56 (23. Juli 2012) dabei, wobei ich beim ersten Mal einen Tag zu spät dran war. Seitdem ist Wulfs wöchentlicher Fragebogen eine feste Konstante geworden. Denn ich bin mir nicht sicher ob ich ohne den „MM“ so regelmäßig bloggen würde wie ich es mit ihm tue. Der Media Monday hat mich auch mit vielen Gleichgesinnten verbunden, die ich auf keinen Fall missen möchte. Danke dafür!

Beiträge der Woche
Dokutipps: Wikipedia / Bolero
Stille Reserven

Fragen der Woche

1. Für die nächsten 500 Ausgaben des Media Monday wünsche ich mir dass dieser wie bisher weitergeht, die Community weiter zusammenwächst und auch neue Kandidaten teilnehmen,

2. Seit ich im Juli 2012, also vor 102 Monaten/ 8,5 Jahren (>3.100 Tage) den Media Monday für mich entdeckt habe, hat sich bei mir so einiges getan: ich trage seit Anfang 2014 Kontaktlinsen, habe mich 2015 von meiner langjährigen Freundin getrennt (und sie sich von mir), bin daher umgezogen, habe 2017 nach langer Wartezeit endlich eine unbefristete Stelle erhalten, im gleichen Jahr mit dem Cosplayen angefangen, dabei wieder festgestellt dass ich ein Hobbit bin, und erstmals andere Blogger (Friedel von Grimm, Singende Lehrerin, Bullion) getroffen, ab 2018 sukzessive eine massive Verbesserung meines allgemeinen Gesundheitszustandes erreicht, 2019 ein Bloggertreffen bei Gnislew von Sneakfilm besucht (mit Gnislews Familie, unserem „Guru“ Wulf und dessen Freundin), die Corona-Situation bisher schadlos überstanden (Toitoitoi!) und kürzlich im kleinsten Kreis meinen 40. Geburtstag gefeiert. Außerdem haben sich in dieser Zeit mein Geschmack und meine Interessen was Filme, Serien und Musik angeht fast grundlegend verändert. Quasi die Entwicklung vom ziellosen Medienkonsumenten Anfang 30 zu einem weniger ziellosen Blogger/Mediengourmet Anfang 40.

3. Die wöchentliche Beschäftigung mit dem, was man so gesehen, gelesen oder gehört hat zählt mittlerweile völlig selbstverständlich zu meinem Alltag als Blogger.

4. Fernab des Konsums von Medialem finde ich es ja immer reizvoll Leute persönlich zu treffen, was seit Monaten ja leider sehr schwierig ist. Es wird aber wieder einfacher werden, davon bin ich überzeugt. Und dann wird es auch wieder ein Treffen mit anderen Bloggern geben.

5. Film schauen und darüber schreiben ist wohl meine größte Passion, schließlich mache ich das seit Anfang Januar 2002, also seit genau 19 Jahren.

6. Das Wunderbare an dem Austausch, den frischen Impulsen ist ja dass man immer wieder interessante Empfehlungen bekommt, die man sonst vielleicht übersehen hätte, und die bunte Vielfalt der Blogger, Meinungen, Perspektiven.

7. Zuletzt habe ich nachgerechnet seit wann/wie lange ich schon am Media Monday teilnehme und das war wundervoll, weil ich nur die ersten 55 Ausgaben „verpasst“ hatte und seitdem jedes Mal dabei war.

 

 


Media Monday #499 – Jubiläumsausgabe

18. Januar 2021

Ja, ihr lest richtig! Für mich ist auch Nummer 499 des Media Mondays eine runde Sache. Warum erfahrt ihr im Folgenden.

Am vergangenen Freitag feierte der Comicbuchladen meines Vertrauens sein 40jähriges Bestehen (siehe Beitrag). Und zwei Tage später bin ich dann eben altersmäßig nachgezogen. Gefeiert wurde gestern wirklich nur im kleinsten Familienkreis. Den gefühlt halben Tag habe ich die zahlreichen Glückwünsche über unterschiedliche Kanäle verarbeitet. Die ganze Sache erscheint mir aber immer noch einigermaßen unwirklich. Nächste Woche gibt es dann für alle was zu feiern! 😉

Beiträge der Woche
40 Jahre Hermkes Romanboutique
Leon muss sterben

Fragen der Woche

1. Der letzte Film, der meine Erwartungen gänzlich enttäuscht hat muss schon länger her sein, denn ich kann mich gerade nicht so wirklich an eine völlige Enttäuschung erinnern.

2. Alle meinen ja, so viel Zeit – und auch Langeweile – zu haben. Bei mir ist das so gut wie nie der Fall.

3. Die Art und Weise, wie Kinofilme entweder ein ums andere Mal verschoben oder alternativ an Streamingdienste verkauft werden lässt den aufmerksamen Cineasten um die Zukunft des richtigen Kinos (also in ein Lichtspielhaus gehen und dort auf einer Leinwand einen Film ansehen) bangen.

4. Aktuell ist schon eine komische Zeit, um einen runden Geburtstag zu feiern. Ich wollte das diesjährige Wiegenfest ja aufs nächste Jahr verschieben, aber irgendwie funktioniert das nicht. Man wird wohl zwangsläufig ein Jahr älter. Laut meiner Ex-Freundin bin ich übrigens zum 22. Mal 18 geworden. 😉

5. Wäre ja mal klasse, wenn man (ich wiederhole mich hierbei) die Corona-Pandemie zum Anlass nehmen würde, der ohnehin schon grassierenden sozialen Ungerechtigkeit mit dauerhaften Maßnahmen entgegen zu treten. Aber bevor das passiert bin ich vermutlich 80. Oder ich erlebe es sehr wahrscheinlich nicht mehr.

6. Im Grunde bitter, wenn man bedenkt, dass siehe 5.

7. Zuletzt habe ich siehe oben und das war ____ , weil ____ .

 

 


 

 


LESELISTEN

LITERATUR - PROSOPAGNOSIE - FILM

Neue Filmkritik

braucht das Land

Apokalypse Film

Schaut vor der Apokalypse keine schlechten Filme!

Klappe!

Das Filmmagazin

Bette Davis left the bookshop

Bücher, Filme und viel mehr

VERfilmt&ZERlesen

Wo Kafka und Kubrick sich treffen

Schreiben als Hobby

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Tagebuch einer singenden, film-, serien- und theaterverrückten Lehrerin

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