Media Monday #586

19. September 2022

Vorbei scheint es mit den sommerlichen Temperaturen. Huch, was hat denn der Wind da hereingeweht? Den heutigen Media Monday mit sieben Fragen.

Beitrag der Woche
Chloe (Serie)

Fragen der Woche

1. Hätte ich nur früher mit dem gelegentlichen Cosplayen angefangen. Dann wäre ich jetzt vielleicht ein wenig versierter in der Frage der Beschaffung geeigneter Gewandungen und anderer Problematiken.

2. Würde es den Roman Der Herr der Ringe und die Verfilmung von Peter Jackson nicht geben hätte ich möglicherweise nie oder unter anderen Umständen mit dem Schreiben von Filmkritiken und dem Bloggen angefangen. Siehe auch der Beitrag zum 20jährigen Jubiläum meiner ersten Filmkritik HIER.

3. Wobei ich gerne nicht nur über Filme, sondern auch über Serien und Musik schreibe.

4. Disney braucht wirklich nicht ständig seine alten Zeichentrickfilmklassiker als Realfilme neu zu machen. Das finde ich zumindest einfach unnötig.

5. In der Vergangenheit war die aktuelle Gegenwart noch Zukunft.

6. Noch ist die Zukunft nicht Gegenwart, aber wenn nicht bald wann dann? 😉

7. Zuletzt habe ich das Wochenende bei meiner Familie verbracht und das war wie immer sehr erholsam und zudem interessant, weil es am Sonntagmittag in das Knauf-Museum in Iphofen ging. Dort läuft noch bis 6. November 2022 die Ausstellung „Marilyn – Die Frau hinter der Ikone“, welche sich dem vor 60 Jahren verstorbenen Schauspielstar und Sexsymbol Marilyn Monroe widmet. Außerdem gibt es in der Dauerausstellung Exponate aus dem Alten Ägypten, dem Antiken Griechenland und Rom, dem Hethiterreich sowie von den Hochkulturen Mittel- und Südamerikas.

 

 


Chloe (Serie)

17. September 2022

Nach dem Tod ihrer ehemals besten Freundin schleicht sich Becky in deren Freundeskreis ein, um mehr über die genauen Umstände herauszufinden, in der Miniserie Chloe von Alice Seabright, einer BBC-/Amazon-Co-Produktion.


Hinter dem schönen Schein

In ihrer Kindheit und Jugend waren Becky (Eloise Thomas) und Chloe (Gia Hunter) die besten Freundinnen. Doch im Alter von 17 Jahren brach der Kontakt ab. Die erwachsene Becky (Erin Doherty) verfolgt weiterhin das scheinbar perfekte Leben Chloes (Poppy Gilbert) aus der Ferne über ein soziales Netzwerk. Doch dann erhält Becky die Meldung, dass Chloe Selbstmord begangen hat. In der gleichen Nacht rief Chloe Becky mehrmals an, obwohl die beiden seit Jahren nicht mehr miteinander gesprochen hatten. Beckys eigenes Leben als Aushilfe in einem tristen Bürojob, die mit ihrer demenzkranken Mutter Pam (Lisa Palfrey) zusammenlebt, ist von Einsamkeit geprägt. So entschließt sich die junge Frau, mehr über die Umstände von Chloes Ableben herauszufinden. Als Sasha nimmt sie den Kontakt zu Chloes bester Freundin, der PR-Unternehmerin Livia (Pippa Bennett-Warner) auf und lernt auch Chloes Witwer, den jungen Politiker Elliot (Billy Howle) sowie weitere Freunde wie DJ Richard (Jack Farthing) und Finanzunternehmer Nish (Akshay Khanna) kennen. Schnell wird sie von der Gruppe aufgenommen. Dabei erfährt Becky nicht nur mehr über ihre alte Freundin Chloe, sondern kommt auch allmählich Elliot näher. Ihrer Mutter geht es unterdessen immer schlechter…

Soziale Netzwerke sind innerhalb der letzten Dekade ein immer zentrales Thema im Leben vieler, vor allem jüngerer Menschen geworden. Auch in Filmen und Serien werden Facebook, Instagram, Twitter und andere Netzwerke immer mehr zum Thema. Regisseurin und Drehbuchautorin Alice Seabright, bisher vor allem für die Netflix-Serie Sex Education tätig, behandelt in ihrer ersten eigenen Serie Chloe mehrere Aspekte dieses Themenfeldes und erforscht auch die Auswirkungen.

Dank Social Media können alte (Schul-)Freunde, die sich eigentlich seit Langem aus den Augen verloren oder mit den Jahren „auseinanderentwickelt“ haben, ganz einfach den Kontakt wiederherstellen und etwas darüber erfahren, was die/der andere in der Zwischenzeit so getan und erlebt hat. Becky fristet eine einsame, recht triste Existenz, hat einen nicht wirklich erfüllenden Job und außerdem damit zu kämpfen, dass ihre an Demenz leidende Mutter gesundheitlich immer stärker abbaut. Voller Faszination verfolgt Becky daher das so wunderschön wirkende Leben von Chloe, ihrer besten Freundin aus Jugendzeiten, die aber als beide 17 Jahre alt waren den Kontakt abbrach, über eine Plattform, welche Instagram sehr ähnelt. Als eben jene Freundin überraschend stirbt möchte Becky mehr erfahren und verschafft sich unter falschem Namen Zugang zum persönlichen Umfeld der Verstorbenen. Eigene Freunde hat Becky nicht. Gelegentlich schleicht sie sich auf irgendwelche schicken Veranstaltungen. Auf einer davon lernt Becky den Amerikaner Josh (Brandon Micheal Hall) kennen, der sie schnell durchschaut.

Die Prämisse des Sechsteilers lässt den Schluss zu, dass wir es hier mit einem stylishen Thriller zu tun haben. Doch das Interesse von Serienschöpferin Alice Seabright und ihrem Team (darunter die Co-Autorinnen Poppy Cogan und Kayleigh Llewellyn sowie Co-Regisseurin Amanda Boyle) liegt gänzlich anderswo. Vielmehr geht es einerseits darum, das vermeintlich perfekte Leben der verstorbenen Titelfigur zu entzaubern sowie die nach Antworten und Anschluss suchende Protagonistin immer tiefer in Abgründe und ein selbst aufgebautes Lügengebäude eintauchen zu lassen. Ehrlich gesagt hatte ich damit gerechnet, dass die für die BBC und Amazon Prime Video produzierte Serie früher oder später in reißerische Gefilde abdriftet, um dem Publikum am Ende einen potenziell überraschenden, aber im Endeffekt ziemlich konstruierten Twist zu präsentierten. Doch weit gefehlt. Chloe erweist sich zwar als abgründiges Psychodrama, bleibt gleichzeitig aber auch angenehm unreißerisch und glänzt durch eine organisch entwickelte Handlung, die zudem gekonnt mit Auslassungen arbeitet, den Zuschauern eben nicht alles von vorne bis hinten erklärt. Die Erzählperspektive bleibt konsequent bei Becky, die sich aus den Dingen, welche sie über Chloe und ihr privates Umfeld erfährt, immer wieder mögliche Szenen in ihrer Phantasie zusammenreimt. Hinzu kommen die realen Flashbacks auf die innige Freundschaft der beiden jungen Mädchen. Am Ende ergibt sich aus diesen ganzen Bestandteilen ein stimmiges, aber keinesfalls vollständiges Bild, nicht ohne Brüche und Widersprüche.

Es spricht ebenfalls für die Qualität der Miniserie, dass die zentrale Hauptfigur Becky nicht dämonisiert, sondern trotz ihrer Probleme neutral dargestellt wird. Bezüglich ihres Innenlebens bleibt die ganze Angelegenheit recht vage. Dank der starken Performance von Hauptdarstellerin Erin Doherty, bekannt für ihre Verkörperung von Prinzessin Anne in Staffel 3 und Staffel 4 von The Crown, wird diese widersprüchliche Figur lebendig. Außerdem überzeugen Billy Howle (Dunkirk, Am Strand [2017]) als Chloes Ehemann Elliot und Lisa Palfrey (Sex Education) als Beckys demenzkranke Mutter.

Die komplette sechsteilige Miniserie Chloe ist seit dem 24.06.2022 Teil des Angebots von Amazon Prime.


Chloe
Psychodrama/Miniserie UK 2022. FSK 12. 6 Folgen. Gesamtlänge: ca. 335 Minuten.
Mit: Erin Doherty, Billy Howle, Pippa Bennett-Warner, Jack Farthing, Brandon Micheal Hall, Lisa Palfrey, Poppy Gilbert, Alexander Eliot, Akshay Khanna, Eloise Thomas, Gia Hunter u.a. Idee: Alice Seabright. Drehbuch: Alice Seabright, Poppy Cogan, Kayleigh Llewellyn. Regie: Alice Seabright, Amanda Boyle.

Credits
Bilder (c) Amazon/BBC.

 

 


Media Monday #585

12. September 2022

Und wieder ein Media Monday. Aber nicht irgendeiner. Der erste seit dem Tod von Königin Elisabeth II., die 70 Jahre lang Monarchin des Vereinigten Königreichs und weiterer Staaten war.

Beitrag der Woche
Hai-Alarm auf Mallorca


Fragen der Woche

1. Endlich gibt es einen Teaser/Trailer zu ____ und Aktuell fällt mir da gerade keiner ein. Zuletzt habe ich den Teaser zur im Februar 2022 startenden dritten und letzten Staffel von Star Trek: Picard gesehen.

2. Ralf Möller ist schon ein ziemliches (Muskel-)Brett, immerhin war er früher ja auch ein sehr erfolgreicher Bodybuilder.

3. Es ist schon erstaunlich, wie schlecht Dialoge und Umsetzung von Hai-Alarm auf Mallorca sind.

4. Die Haie in Hai-Alarm auf Mallorca hätte man vielleicht einfach durch Unterwasser-Killerkaninchen ersetzen sollen. Das hätte zumindest den Unterhaltungsfaktor beträchtlich erhöht. Dann würde allerdings der Titel nicht mehr passen.

5. Ich würde es ja feiern, wenn in diesem Land längst überfällige Errungenschaften wie zum Beispiel ein Tempolimit auf Autobahnen kommen würden.

6. Überraschend gut gealtert ist mein Onkel, der letzte Woche Geburtstag hatte, und dem man seine 63 Jahre kaum ansieht.

7. Zuletzt habe ich das STRAMU Würzburg besucht, genau genommen das Konzert von Sara Teamusician und das war sehr schön und angenehm. Vor ziemlich genau einem Jahr (siehe HIER) war ich ebenfalls auf einem Konzert der Singer-/Songwriterin. Auch wenn ihr erstes Album noch etwas auf sich warten lässt bin ich nun im Besitz von zwei Veröffentlichtungen: vier Songs auf CD und weitere fünf auf einem USB-Stick.

 

 

 


Hai-Alarm auf Mallorca

11. September 2022

Etwa eine Dekade vor dem ersten Sharknado (2013) probierte sich der deutsche Privatsender RTL an einem Riesen-Raubfisch-Reißer. Das Ergebnis namens Hai-Alarm auf Mallorca eröffnete kürzlich die zweite Hälfte der aktuellen SchleFaZ-Staffel.


Hailloses Durcheinander

Vor zwei Jahren starb Rebecca, die Ehefrau von Sven Hansen (Ralf Moeller), einem Hubschrauberpiloten und ehemaligen Kampfschwimmer, bei einem Tauchgang. Diesen Verlust hat Sven bisher nicht verwunden und so plant er gegen den Widerstand seiner gerade erwachsenen Tochter Maja (Oona Devi Liebich) mit ihr Mallorca zu verlassen, um nach Deutschland zu ziehen. Um den Verlust ihrer Mutter zu verarbeiten hat sich Maja von ihrem Vater entfremdet und arbeitet auf einem Boot, welches Touristen eine Bootsfahrt mit Hai-Besichtigungen anbietet. Bei einer dieser Fahrten kommt es zu einem Zwischenfall und die im Käfig unter Wasser gefangene Familie kann nur durch das schnelle Eingreifen von Sven und der eben auf der Insel angekommenen Biologin Julia Bennet (Julia Stinshoff) gerettet werden. Sven ist sich sicher, dass ein Megalodon, ein eigentlich seit 100.000 Jahren ausgestorbener Riesenhai sein Unwesen treibt, der einst Rebecca tötete. Doch niemand schenkt Sven Glauben, nicht einmal als die zerfetzte Leiche eines jungen Mannes am Strand gefunden wird. Auch Polizeichef Carlos (Gregor Bloéb), Svens bester Freund und Taufpate Majas, hält nichts von diesem Verdacht. Die Spur führt unterdessen zum Meresbiologischen Institut (MBI) unter Leiterin Dr. Verena Brandauer (Katy Karrenbauer), die an einem Mittel zur möglichen Heilung von Krebs forscht…

Bevor die hiesige Privatsenderlandschaft ein niveauarmes und/oder billiges Reality-TV-Format nach dem anderen produzierte, auch als Verwertungskette für die hauseigens erschaffenen Generationen von Z- bis Omega-Promis, investierte man in als aufwändig Event-Filme beworbene, aber im Grunde meist eher kostengünstige Fernsehproduktionen. Zu dieser Gattung zählt Hai-Alarm auf Mallorca, der nach diversen Produktionsschwierigkeiten (unter anderem bei der Computeranimation der Haie) seine Erstausstrahlung am 17. Oktober 2004 bei RTL feierte. Dass sich Oliver Kalkofe und Peter Rütten für Die Schlechtesten Filme aller Zeiten (SchleFaZ) mit dem vorliegenden Werk einen TV-Film vornehmen ist eher ungewöhnlich. Hai-Alarm auf Mallorca passt aber perfekt in die Tele 5-Reihe.

Ehrlich gesagt besitze ich wenig Seherfahrung, was Filme über blutrünstige Hai-Fische betrifft. Den Kultklassiker Der weiße Hai (Jaws, 1975) von Steven Spielberg habe ich bisher nicht gesehen und von der endlos überhypten Billigfilm-Reihe Sharknado (2013-2018) von The Asylum nur Szenen des ersten sowie den kompletten dritten Teil (letzterer mit Cameos von Kalkofe und Rütten). Keine Ahnung, was mich geritten hat mir ausgerechnet den mit Ralf Moeller, Ex-Bodybuilder und Nebendarsteller in Hollywood-Streifen wie Universal Soldier (1992) und Gladiator (2000) sowie Leading Man der Serie Conan, der Abenteurer (1997-1998), sowie einigen RTL-Soap- und Seriensternchen besetzten Knorpelfisch-Kracher anzutun. Auch wenn „Hai-Alarm“ wie einige andere Produktionen ähnlicher Art glücklicherweise ziemlich dem Vergessen anheim gefallen ist, so besitzt er doch einen nicht zu leugnenden Trash-Unterhaltungswert.

Was das zum großen Teil sowohl Serien- als auch Soap-erfahrene Autoren-Quartett Jörg Alberts, Roland Heep, Frank Koopmann und Don Schubert angeht so kam mir während der Sichtung immer wieder der Verdacht, die Herren hätten (vermutlich nacheinander) versucht, das Skript mit maximalem Overkill an peinlich-kitischigen und hemmungslos abgedroschenen Dialog-Plattitüden zu sprengen. Es ist Ihnen wahrlich gelungen. Es vergeht kaum eine Szene, in welcher nicht milliardenfach schon durchgekaute Worthülsen und Sätze, die selbst bei der Vorauswahl für Kalendersprüche durchfallen würden, zum „Besten“ gegeben werden. Den Schauspielern muss man schon Respekt zollen, denn es grenzt an eine übermenschliche Leistung, solche Dialoge fehlerfrei in die Kamera zu sagen, ohne in Gelächter oder Tränen auszubrechen.

Hätte man sich konsequent an bekannte Zutaten des Genres gehalten wäre am Ende vielleicht ein halbwegs mittelmäßiger Streifen rausgekommen. Doch obwohl Regisseur Jorgo Papavassilliou (u.a. Held der Gladiatoren, Der Bergdoktor ) und sein Team sich bei allerlei Vorbildern bedienen (die Story wurde quasi 1:1 aus Deep Blue Sea [1999] von Renny Harlin übernommen), in Sachen innere Logik und Konsequenz versagen sie fast völlig. Diverse Subplots und Elemente werden in ein, zwei Szenen angerissen, um wenig später keine Rolle mehr zu spielen oder fast nebenher abgefrühstückt zu werden. Die Actionszenen sind dermaßen unübersichtlich im ständigen Wechsel zwischen Nahaufnahmen und Totalen eingefangen, dass wirkliche Spannung nur zu selten aufkommt. Darüber hinaus werden potenziell rasante Verfolgungsjagden fast bis zur Unkenntlichkeit zerschnitten. Das Endprodukt erweckt den Anschein, dass die inhaltliche Ausrichtung im Verlauf der Produktion mehrfach wechselte und deswegen alles so unausgegoren wirkt beziehungsweise oberflächlich und vage (vor allem bei den Örtlichkeiten der Handlung) bleibt.

Immerhin entpuppt sich die ganze Haifisch-Chose trotz inhaltlicher und inszenatorischer Unzulänglichkeiten sowie einer für Fernsehfilmchen recht langen Laufzeit von 110 Minuten als recht kurzweilig. Es wird nicht viel erklärt, sondern der Zuschauer gleich ins (haifischverseuchte) Wasser geworfen. Und ehrlich gesagt habe ich in manchen, neueren Produktionen der Mockbuster-Schmiede The Asylum schon wesentlich schlechter animierte Kreaturen gesehen, wobei man den zentralen Urzeit-Antagonisten und seine kleineren Artgenossen ohnehin kaum zu Gesicht bekommt, was aber nichts Schlechtes heißen muss. In die „So-schlecht-dass-es-schon-wieder-gut-ist“-Schublade gehört Hai-Alarm auf Mallorca definitiv nicht, aber ganz öde ist er auch nicht geworden.

Für eine ausführliche Analyse des Films empfehle ich den Beitrag von Journalist und Autor Torsten Dewi auf seinem Blog.

Hai-Alarm auf Mallorca ist auf DVD erhältlich und als Stream bei RTL plus.

Hai-Alarm auf Mallorca
TV-Actionfilm Deutschland 2004. FSK 12. 110 Minuten.
Mit: Ralf Moeller, Julia Stinshoff, Gregor Bloéb, Oona Devi Liebich, Katy Karrenbauer, Patrick Pinheiro, Simone Hanselmann, Carsten Spengemann, Ottfried Fischer u.a. Drehbuch: Jörg Alberts, Roland Heep, Frank Koopmann, Don Schubert. Regie: Jorgo Papavassilliou.

Und der Haifisch, der hat Zähne…

 


Credits:
Bilder (c) RTL/Universum Film.

 

 


Media Monday #584

5. September 2022

Mit der heutigen Ausgabe ist auch der Media Monday im September diesen Jahres angekommen.

Beiträge der Woche
Der Herr der Ringe: Die Ringe der Macht – Folgen 1 und 2
Tilda Swinton Festival: The Invisible Frame
Tilda Swinton Festival: Musikvideos

Fragen der Woche


1. Das letzte Drittel des Jahres hat gerade erst begonnen und
langsam gestalten sich die Temperaturen angenehmer als in den letzten paar Monaten.

2. So manches Drehbuch mag sehr kreativ sein, aber zu oft merkt man davon im fertigen Film nicht mehr viel.

3. Die lang erwartete Der-Herr-der-Ringe-Serie ist gestartet und ich habe ein Review über die ersten beiden Folgen geschrieben, siehe oben.

4. Der Herr der Ringe: Die Ringe der Macht ist am Ende auch „nur“ aufwändige Fanfiction, denn die Vorlage (die Anhänge des Romans von Tolkien) geben inhaltlich lediglich Eckdaten vor, deren Leerstellen die Serien-Autoren füllen.

5. Eine wirklich herausragende Darstellerin dieser Tage und überhaupt ist Tilda Swinton, deren kurzen (Früh-)Werke ich seit ein paar Wochen sichte, im Rahmen meiner Reihe „Tilda Swinton Festival“. Ihr aktueller Kinofilm Three Thousand Years of Longing, der in Deutschland eigentlich am 1. September 2022 gestartet ist, läuft nur leider hier in der Provinz (wie so manche andere Werke, die ich im Kino sehen will) nicht * seufz*

6. Es schürt schon durchaus Vorurteile, wie manche Minderheiten oder Bevölkerungsgruppen diffamiert und willkürlich an den Pranger gestellt werden.

7. Zuletzt habe ich einen Tag mit meinem besten Freund (seit Schulzeiten) und seiner Familie verbracht und das war sehr schön und überfällig, weil wir uns drei Jahre nicht gesehen hatten.

 


Review(s) August 2022

1. September 2022

Stress, Hitze, Erholung, Urlaub, das alles und mehr gab es bei mir im just vergangenen August.

Erstmals seit neun Jahren weilte ich im August 2022 im Auslandsurlaub. In dieser Woche habe ich keinen einzigen Film und keine einige Serienfolge gesehen. Auch eine seltene Erfahrung. Was ich an den anderen 24 Tagen angesehen und rezensiert habe, folgt nun. Viel Spaß beim Nachlesen!


Filme
Nightmare Alley (2021)
Tiger & Dragon
In der Natur (Kurzfilm)
Caprice (1986) (Kurzfilm)
Cycling the Frame (Kurzfilm)
The Invisible Frame 

Serien
The Great: Staffel 2
Frau Jordan stellt gleich: Staffel 3

Konzert
Boy Harsher

Sonstiges
Die besten Superhelden-Filme aller Zeiten
Hin und wieder zurück

Außerdem gesehen und (noch) nicht besprochen
The Marx Brothers: Cocoanuts
Die Kunst zu lieben (1971)

Orbital: The Box (Musikvideo)
David Bowie: The Stars (Are Out Tonight) (Musikvideo)

Castle: Staffel 3, Folgen 16 und 17
Mission: Erde – Staffel 4, Folgen 8 bis 22
Die nackte Pistole – Folge 1
Star Trek: The Next Generation – Staffel 4, Folgen 12 bis 15

 

 

 

 


Tilda Swinton Festival: The Invisible Frame

30. August 2022

21 Jahre nach Cycling the Frame und 20 Jahre nach dem Mauerfall radelt Tilda Swinton in The Invisible Frame die nun nicht mehr existente Grenze zwischen West- und Ost-Berlin nach.

21 Jahre später

Als großer Fan von Tilda Swinton kann ich der schottischen Schauspielerin ehrlich gesagt bei fast jeder erdenklichen Aktivität zuschauen. Im Falle von Cycling the Frame, einem knapp halbstündigen TV-Beitrag von 1988, eben dabei, wie sie die Berliner Mauer auf einem Fahrrad entlangfuhr. 21 Jahre später und 20 Jahre nach dem Fall eben jener Mauer, welche Ost- und West-Berlin 28 Jahre trennte, kehrten Swinton und Filmemacherin Cynthia Beatt für The Invisible Frame an den Ort des Geschehens zurück.

Juni 2009. Viel hat sich geändert. Tilda Swinton ist nun keine 27jährige, eher unbekannte Schauspielerin mehr, sondern eine 48jährige, international gefragte Mimin, die für ihre Performance in Michael Clayton gut ein Jahr zuvor den Oscar als beste Nebendarstellerin gewinnen konnte. Statt lange rote Haare trägt Swinton ihre Haarpracht mittlerweile kurz und blond. Und auch der Schauplatz dieser Radtour hat sich unweigerlich verändert, nicht nur weil über zwei Jahrzehnte vergangen sind und – richtig – die Mauer weg ist! Und so kann die Protagonistin die „unsichtbare Grenze“ von beiden Seiten nachfahren, passenderweise in der doppelten Spielzeit. Wie viel (abgesehen vom Fall der Mauer) sich das Stadtbild Berlins und die Örtlichkeiten gewandelt haben lässt sich am besten in einem Video erkennen, in welchem die entsprechenden Szenen aus beiden Filmen gegenübergestellt wurden. Es befindet sich als Bonusmaterial auf der DVD und hier bei Youtube. Tildas Tour führt auch zum gleichen Fischteich wie damals zurück und zum See, der einst in der Mitte geteilt war.

Wohl aufgrund der besseren Produktionsbedingungen hat mir die Fortsetzung etwas besser gefallen. Die Kamera ist näher am Geschehen, welches dadurch plastischer wirkt. Mit den von Simon Fisher Turner, der bereits in der Vergangenheit mit Tilda Swinton zusammengearbeitet hatte, aus Originaltönen komponierten „Soundscapes“ besitzt The Invisible Frame eine wesentlich präsentere Tonkulisse als der Vorgänger. Die von der Protagonistin eingesprochenen Off-Kommentare und Textzitate gestalten sich weniger albern-spielerisch, dafür umso poetischer und tiefgründiger. Zwischenzeitlich äußert Swinton das paradoxe Gefühl, die verschwundene Grenze sei für sie erfahrbarer als zur Zeit als diese noch physisch existierte.

The Invisible Frame ist auf DVD erhältlich sowie als Stream bei Amazon, Apple TV, MUBI, Realeyz und Chili abrufbar.


The Invisible Frame
TV-Dokumentation Deutschland 2009. 59 Minuten.
Mit: Tilda Swinton. Regie: Cynthia Beatt.

Credits
Bilder (c) Filmgalerie 451/ZDF/3sat.

 

 

 


Media Monday #583

29. August 2022

Eine Woche voller Arbeit, Schmerzen, Stroboskopie, düsterer Musik und mehr liegt hinter mir. Wie jede Woche bietet sich der Media Monday an, um das alles Revue passieren zu lassen…

Beiträge der Woche
Nightmare Alley (2021)
Cycling the Frame (Kurzfilm)

Fragen der Woche

1. Nun, da sich langsam die Veröffentlichungen der Serien-Highlights des Jahres zu häufen beginnen, bin ich zumindest auf Der Herr der Ringe: Die Ringe der Macht (am Freitag gibt es die ersten beiden Folgen) sehr gespannt.

2. Ich will ja nicht unken, aber diese ultraheißen Sommer und die chronische Trockenheit können auf Dauer nicht gut sein.

3. Es ist schon interessant, wie sich TV-Serien seit den frühen 2000ern verändert haben, denn damals setzte man noch viel mehr auf in sich abgeschlossene Einzelepisoden. Ich merke das derzeit während der Sichtung von Mission: Erde (1997-2002), wo es zwar durchgehende Motive und Elemente gibt, aber meistens nach jeder Folge der Status Quo ziemlich der gleiche bleibt. Wäre die aus dem Nachlass von Gene Roddenberry erschaffene Science-Fiction-Serie 10 oder 15 Jahre später entstanden sähe sie inhaltlich und dramaturgisch definitiv anders aus. Wobei bei Mission: Erde nach jeder Staffel ein paar Hauptdarsteller wechselten

4. Ginge es nach mir, könnte es gerne noch mehr Filme von meiner Watchlist beim Arthouse-Streamingdienst MUBI landen. Denn aktuell arbeite ich mich durch die Werkschau meiner Lieblingsschauspielerin Tilda Swinton (siehe Beiträge der Woche), von welcher einige frühe, aber auch aktuelle Filme gezeigt werden.

5. MUBI hat eventuell das Potential, um mein bevorzugter Streamingdienst zu werden, sollte ich mich eines Tages von den klassischen Anbietern wie Amazon und Netflix zurückziehen.

6. Eine Lektüre, die ich wirklich nur empfehlen kann, sind die Anhänge von Der Herr der Ringe, denn auf diesen dürfte die bei 1. erwähnte Serie so ziemlich basieren, wobei wohl auch Elemente aus anderen „Mittelerde“-Werken von Tolkien als Vorlage dienen könnten.

7. Zuletzt habe ich eine durchwachsene Woche verbracht und das war nicht so schön weil die Arbeit derzeit wieder sehr stressig ist und die Migräne sich bei mir scheinbar als Dauergast einrichten will aber andererseits auch schön, weil ich am Mittwochabend das amerikanische Elektronik-Duo Boy Harsher (deren Song Pain sich seit gut zwei Jahren durch mein Hirn bohrt) in Frankfurt live erleben und außerdem noch angenehme Zeit mit Freunden verbringen durfte.

 

Video von Dirk K

 

 


Tilda Swinton Festival: Cycling the Frame

28. August 2022

Und weiter im Frühwerk von Tilda Swinton. 1988 radelte die schottische Schauspielerin für den TV-Beitrag Cycling the Frame die Berliner Mauer entlang.


Idylle an der Grenze

Zwischen 1961 und 1989 war West-Berlin quasi eine Insel in der damaligen Deutschen Demokratischen Republik, getrennt vom Osten der Stadt durch die Mauer. Unter Regie der britischen Filmemacherin Cynthia Beatt und begleitet von einem Kamerateam fuhr die 27jährige Tilda Swinton (lange bevor sie wirklich bekannt wurde) auf ihrem Fahrrad die ca. 160 km lange Grenze entlang.

Cynthia Beatt, die in Jamaika sowie auf den Fidschi-Inseln aufwuchs und seit Langem in Berlin lebt, liefert hier allerdings keine analytische und strukturierte Dokumentation, sondern reiht Impressionen von unterschiedlichsten Örtlichkeiten recht intuitiv aneinander. Die Radtour beginnt und endet am Brandenburger Tor, führt vorbei an Brücken, Gewässern und diversen Gegenden, die fast beiläufig von der Grenze gezeichnet werden. Swinton kommentiert ihre Reise mit mal albernen, mal tiefsinnigen Gedanken, füttert Fische, besucht ihre Landsleute vom schottischen Bataillon und bestaunt die Spuren, welche die Mauer hinterlassen hat respektive auf ihr hinterlassen wurden. Immer wieder besteigt sie eine der Aussichtsplattformen, um in den Osten hinüberzuschauen, wobei sie freilich von den Grenzsoldaten beobachtet wird. Dass ihr Wunsch die Mauer möge verschwinden gut ein Jahr später Wirklichkeit werden würde hätte Tilda Swinton damals wohl kaum zu träumen gewagt.

Diese aus heutiger Sicht surreal-idyllische Reise in das geteilte Deutschland entstand damals für den Sender Freies Berlin (SFB), Vorläufer der heutigen öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt Radio Berlin-Brandenburg (RBB), wo der knapp halbstündige Beitrag am 30. August 1988, also vor genau 34 Jahren, ausgestrahlt wurde. Cynthia Beatt und Tilda Swinton sollten 21 Jahre später erneut zusammenkommen, um die Fortsetzung The Invisible Frame (2009) zu drehen. Darin umfährt die Schauspielerin die nicht mehr existente Grenze sowohl von westlicher als auch östlicher Seite.

Cycling the Frame ist Teil des Angebots von Arthouse-Streaminganbieter MUBI (welcher derzeit einige, teils frühe Werke von Tilda Swinton zeigt) und als Bonusmaterial auf der DVD zur Fortsetzung The Invisible Frame enthalten.

Cycling the Frame
TV-Doku/Kurzfilm Deutschland 1988. 27 Minuten.
Mit: Tilda Swinton. Regie: Cynthia Beatt.


Credits
Bilder (c) RBB/Filmgalerie 451.

 

 

 


Media Monday #582

22. August 2022

Der heiße Sommer hört und hört nicht auf, mein Urlaub ist dagegen bedauerlicherweise vorbei. Dabei hat Wulf vom Medienjournal den heutigen Media Monday extra urlaubslastig gestaltet.

Beiträge der Woche
Tiger & Dragon
Caprice (Kurzfilm)
In der Natur (Kurzfilm)


Fragen der Woche

1. Bevor wir es erleben werden, dass in Deutschland wirklich etwas voran geht, werden noch mindestens einige Jahrzehnte vergehen. Denn Stillstand ist leider eines der letzten deutschen Kulturgüter.

2. Prädestiniert für den Urlaub ist ja eigentlich auch das „Abarbeiten“ des SuF oder SuS, sofern man den Urlaub zuhause verbringt.

3. Die Sichtung der kompletten Serie von Star Trek: The Next Generation sollte man auch nur in Angriff nehmen, wenn man genügend Zeit mitbringt, schließlich besteht die zweite Trek-Serie aus sieben Staffeln und insgesamt 178 Episoden, die vier nachfolgenden Kinofilme nicht mitgerechnet. Mein immer wieder unterbrochener Rewatch (das erste Mal in der Originalfassung) dauert jetzt auch schon über drei Jahre an. Momentan befinde ich mich in Staffel 4.

4. Ich bin ja durchaus der Ansicht, man könnte endlich mal das Beamen erfinden. Dann wären Reisen nicht immer so zeitaufwändig und mitunter schwierig.

5. Ein Buch über besondere Filme, die ziemlich unbekannt sind, wäre auch so ein Projekt, das ich mit mehr Zeit und Ressourchen gerne realisieren würde.

6. Auf der Suche nach klassischer Strandlektüre muss man sich nur begeben, wenn es am Strand nichts Anderes zu sehen gibt. Dann kann man z.B. Dune – Der Wüstenplanet von Frank Herbert lesen.

7. Zuletzt habe ich Teile des Wochenendes bei meinen Eltern verbracht und das war schön und dennoch etwas unangenehm, weil ich mich ab Sonntagmittag mit Migräne herumschlagen musste, die hartnäckiger als sonst ist. Das Essen von Mama war trotzdem sehr gut, wie immer!

 

 

 


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