Media Monday #491

23. November 2020

Frisch aus dem Lockdown: der heutige Media Monday!

Beitrag der Woche
Blood of Zeus

Fragen der Woche

1. Man meint ja immer, mit dem „Lockdown light“ hätten wir alle viel mehr Zeit zum Spielen, Fernsehen, Lesen etc., wobei ich sagen muss dass sich für mich persönlich das Leben jetzt nicht gravierend geändert hat. Außer dass ich weniger oft Freunde treffe, dieses Jahr kein Konzert besuchen konnte und ich aktuell (wie in der Zeit von Mitte März bis Mitte Juni) nicht ins Kino gehen kann.

2. Sollte mir ein gutes Angebot begegnen, könnte ich mir durchaus vorstellen eine sehr reiche Frau zu ehelichen, die mich dann durchfüttert 😉

3. Was ich mir schon lange wünsche, aber bislang nicht gegönnt habe ist eine Soundbar. Diese Investition will ich bald in Angriff nehmen.

4. Der riesige Hype um die neue Playstation 5 ist vollständig an mir vorbeigegangen. Könnte daran liegen, dass ich kein Gamer bin.

5. Diese Frage nicht wirklich zu beantworten ist mal wirklich verlockend, weil mir nichts einfällt.

6. Konsum und Schnäppchenjagd schön und gut, aber wäre es nicht auch mal toll den ganzen Kommerzterror ein wenig einzudämmen?

7. Zuletzt habe ich mir seit Freitag Abend einen eisernen Lockdown verordnet und das war/ist überaus sinnvoll weil durch die Begegnung mit Null Menschen seitdem mein persönliches Risiko mich mit Covid-19 anzustecken massiv reduziert wurde. Der Lockdown wird voraussichtlich noch bis heute Nachmittag andauern, da ich frei habe.

 


Blood of Zeus

21. November 2020

Die Sagenwelt des antiken Griechenlands dient immer wieder als Inspirationsquelle für TV- und Kino-Produktionen. Die Animationsserie Blood of Zeus von den Gebrüdern Parlapanides zeigt, dass es dabei nicht immer ein teurer Live-Action-Blockbuster sein muss.

Of Gods and Men and Splatter

Im antiken Griechenland. Der junge Heron lebt mit seiner Mutter Elektra nahe einer kleinen Stadt. Weil er als Bastard ohne Vater aufwuchs werden Heron und Elektra von den Bewohnern der Stadt mit Verachtung gestraft. Nur der alte Elias steht den beiden immer wieder bei. Eines Tages greift eine Gruppe von Dämonen an. Der Offizierin Alexia und ihren Truppen gelingt es dank der Hilfe Herons, die finsteren Kreaturen zur Strecke zu bringen. Doch neues Unheilt naht in Person des mächtigen Dämonen-Anführers Seraphim. Indes erfährt Heron die Wahrheit über seine Herkunft und gerät mitten in einen verheerenden Konflikt unter den Göttern des Olymps…

Viele Jahre lang habe ich fast ausnahmslos keine Animationsserien angesehen. In letzter Zeit entwickelte sich auch dank der Streaminganbieter ein größeres Angebot interessanter Show aus diesem Bereich, etwa Disenchantment  und Undone. Nicht direkt in diese Kategorie passt Blood of Zeus, eine achtteilige Trickserie aus der Feder der griechisch-amerikanischen Brüder Charley Parlapanides (geb. 1977) und Vlas Parlapanides (geb. 1971). Aber unter vielen meist mäßigen Adaptionen griechischer Sagen macht die Netflix-Produktion eine ganz gute Figur.

Die Parlapanides-Brüder haben sich bisher vor allem mit ihrem Skript zu Tarsem Singhs Krieg der Götter (2011) einen Namen gemacht, der ebenfalls durch die antike Sagenwelt inspiriert wurde. Der aufwändige Blockbuster geriet zwar in visueller Hinsicht durchaus beeindruckend, inhaltlich blieb die ganze Geschichte aber ziemlich mau. Eine (Mini-)Serie bietet freilich mehr Zeit, Figuren und Setting zu entwickeln. Leider wird das bei Blood of Zeus nur bedingt genutzt. Zwar werden die Origin-Stories des Protagonisten Heron und seines mächtigen Gegenspielers Seraphim (der wie ein nachtblauer Dunkelelf aussieht) innerhalb der ersten Episoden enthüllt, doch erfährt man über die nicht weniger kampfestüchtige Soldatin/Amazone Alexia (die dritte Hauptfigur) nichts. Auch weitere Nebenfiguren bleiben auf ihre nackte Funktionalität reduziert, vor allem in der zweiten Hälfte, als der Plot unaufhaltsam auf den großen Endkampf zusteuert. Wie die Schöpfer in einem Interview mit Collider verrieten, war die Serie ursprünglich als Zehnteiler geplant.

Doch im Gegensatz zu vielen anderen Verfilmungen plündert Blood of Zeus nicht einfach die Sagenstoffe wie ein Schnäppchenjäger die Sonderangebote sondern bedient sich diverser Elemente, die geschickt verwoben werden. Für die Biographie des neu erfundenen Helden Heron standen Herakles, Perseus, Bellerophontes und andere Pate. Dazu liefert die Serie quasi das Sequel zur Gigantomachie, dem Kampf der olympischen Götter gegen die von Erdmutter Gaia geschickten Giganten. Außerdem dient eine massive Ehekrise zwischen dem chronisch untreuen Göttervater Zeus und seiner eifersüchtigen Gattin Hera als weiterer Aufhänger für ein episches Spektakel. Die Charaktere sind im üblichen Comic-Kitsch-Stil gezeichnet doch insgesamt macht die Animationsproduktion in ästhetischer Hinsicht durchaus etwas her.

Das für Serien wie Castlevania und Die Abenteuer von Kid Danger bekannte Studio Powerhouse Animation und der ebenfalls animationserfahrene Regisseur Shaunt Nigoghossian inszenieren hier einen überaus effektvollen Kracher, der eindrucksvoll zeigt, dass Realfilme nicht zwangsläufig die richtige Verfilmungsart für die Larger-than-Life-Tales aus dem klassischen Altertum sein müssen. Mit überbordendem Bombast und einem im besten Sinne altmodischen Monumentalscore von Paul Edward-Francis (Hogfather – Schaurige Weihnachten) präsentiert sich Blood of Zeus als knallige Mixtur aus Kampf der Titanen, dem bereits erwähnten Krieg der Götter und 300. Die Altersfreigabe (FSK 16) ist bei dem überaus blutigen Gemetzel keinesfalls zu hoch angesetzt. Dazu hat man hier einen weitgehend namhaften und soliden Voicecast versammelt, darunter Jason O’Mara, der seit 2015 Batman in diversen DC-Animationsfilmen (z.B. Justice League Dark) spricht, als Zeus, Claudia Christian (Babylon 5) als Hera, Jessica Henwick (Game of Thrones, Marvel’s Iron Fist) als Alexia und Mamie Gummer (The Good Wife) als Elektra. Mit Elias Toufexis und Chris Diamantopoulos sind auch zwei griechischstämmige Sprecher dabei.

Blood of Zeus ist seit dem 27. Oktober 2020 bei Netflix abrufbar.


Blood of Zeus
Fantasy-Abenteuer/Animationsserie USA 2020. FSK 16. 8 Folgen. Gesamtlänge: ca. 248 Minuten. Originalsprecher: Derek Phillips (Heron), Jessica Henwick (Alexia), Elias Toufexis (Seraphim), Jason O’Mara (Zeus), Claudia Christian (Hera), Chris Diamantopoulos (Evios/Poseidon), Matthew Mercer (Hermes), Mamie Gummer (Elektra) u.a. Idee & Drehbuch: Charley Parlapanides und Vlas Parlapanides. Regie: Shaunt Nigoghossian.

Credits
Bilder (c) Netflix/Powerhouse Animation.

 


Media Monday #490

16. November 2020

Die zweite November-Hälfte 2020 beginnt mit dem 490. Media Monday. Das heißt die 500 ist nicht mehr weit…

Beitrag der Woche
Tilda Swinton Festival: Egomania – Insel ohne Hoffnung

Fragen der Woche

1. Wenn es etwas gibt, das mich jüngst begeistert hat, dann sind das Francis Ford Coppolas Verfilmung von Bram Stokers Roman Dracula und die europäische Serie Parlament.

2. Insbesondere sonntags schätze ich es ja mittlerweile sehr, dass die gefühlt 20 Baustellen hier in der unmittelbaren Umgebung wenigstens an diesem Wochentag STILLstehen.

3. Der 60. Geburtstag von Tilda Swinton, einer meiner absoluten Lieblingsschauspielerinnen, am 5. November 2020 hat mich jüngst dazu inspiriert, mich in nächster Zeit verstärkt ihrem filmischen Schaffen zu widmen.

4. Könnte ich nur viele Sprachen sprechen und einige Instrumente spielen, dann müsste ich mir diese Wünsche nicht für das nächste Leben aufheben! 😉

5. Eigentlich wäre es schön, wenn in den verbleibenden anderthalb Monaten des Jahres sich die „Corona-Situation“ wieder entspannt, so dass man vielleicht doch ein halbwegs normales Weihnachten feiern kann. Wobei ich den alljährlich immer schlimmer werdenden Kitsch-und-Kommerz-Terror natürlich nicht brauche.

6. Mein Lieblingsplatz daheim pendelt zwischen dem Esstisch/vor dem Fernseher, am Computer und nicht zu vergessen meinem Bett!

7. Zuletzt habe ich nach einer weiteren stressigen Arbeitswoche ein entspanntes Wochenede erlebt, welches ich zum Teil bei meinen Eltern verbrachte. Gestern unternahmen wir einen gut zweistündigen Waldspaziergang und das war sehr wohltuend, weil durch die angenehmen Wetterverhältnisse der Wald in einem schönen Licht erstrahlte.

 

 

 


Media Monday #489

9. November 2020

Und nun zum Media Monday Nummero 489, heute am geschichtsträchtigen 9. November.

Was habe ich die Woche so getrieben, außer mich teilweise „durchzuarbeiten“ (siehe Frage 7)? Irgendwie habe ich es doch noch geschafft, ein paar Serienfolgen zu sichten sowie zwei Reviews zu schreiben: über den Kurzfilm Lipsias fantastische Fabelwesen, den ich vor drei Woche in Leipzig sehen durfte, und zum anderen über die wirklich gelungene Politsatire Parlament, die leider nur bis morgen (10.11.2020) in der ARD-Mediathek abrufbar ist. Vielleicht werde ich irgendwann selbst mal eine Comedyserie mit dem potenziellen Titel Administration schreiben. Vorerst wird es aber bei Film- und Serienkritiken sowie ganz aktuell den Antworten auf die heutigen sieben Fragen bleiben. 😉


Beiträge der Woche
Lipsias fantastische Fabelwesen (Kurzfilm)
Parlament (Serie)

Fragen der Woche

1. Nachdem die Medien in den letzten Tagen von den US-Wahlen dominiert worden sind wird das Corona-Virus sich die mediale Dominanz wieder zurückerobern.

2. Ich habe mich ja kürzlich an einen sehr frühen Film mit Tilda Swinton herangetraut und das war schon eine kuriose Erfahrung. Mehr dazu bald.

3. Die ausstehenden Serien und Filme, die hier physisch ungesehen rumliegen oder virtuell als Teile einer Watchlist beschäftigen mich aktuell allerdings weit mehr als der Unmut über die Folgen der Covid-19-Pandemie, denn letzteres sorgt vielleicht für eine „Besserung“ bei ersterem.

4. Hätte man mir vor einem Jahr gesagt, ich würde 2020 kein einziges Konzert besuchen so hätte ich das einfach nicht geglaubt. Leider ist es aber genauso gekommen.

5. Lesen und Schreiben musste ich auch erst einmal lernen, schließlich hatte ich diesbezüglich keine vorgeburtliche Frühstförderung.

6. Es fehlt mir schon sehr, auf Konzerte zu gehen. Habe ich erwähnt, dass ich das hautnahe Erleben von Live-Musik auch vermisse?

7. Zuletzt habe ich ziemlich brutale Arbeitswoche erlebt und das war nicht ohne, weil ich gleich zwei Kollegen vertreten musste, wegen Krankheit und Urlaub. Ich hoffe auf Besserung in der heute startenden neuen Arbeitswoche.

 

 


Media Monday #488

2. November 2020

Der Horroctober 2020 ist vorbei und heute beginnt der Lockdown-November, allerdings nicht ohne den Media Monday.

 

Kurze Randnotiz zu Beginn: WordPress hat mir mitgeteilt, dass ich einen wahren Lauf habe. Seit letzten Montag gab es jeden Tag einen neuen Beitrag. Mal sehen wie lange die „Glückssträhne“ anhält 😉

Beiträge der Woche
Die Farbe aus dem All
The Bad Batch
Bram Stoker’s Dracula

Meine 5 liebsten Filme zu Halloween

Fragen der Woche

1. Jetzt, wo wir im November wieder alle noch mehr daheim bleiben werden hoffe ich doch sehr, dass sich das Indektionsgeschehen innerhalb der nächsten vier Wochen beruhigen wird. Wir können die Zeit nutzen, um uns zuhause um Dinge zu kümmern, für die wir sonst vielleicht wenig bis keine Zeit haben. Oder einfach wie immer Filme und Serien schauen. Manche müssen/dürfen ja auch ganz normal auf die Arbeit.

2. Schade, dass auch die Kinos wieder schließen, denn den ein oder anderen Film aus dem Indie- bzw. Programmkino-Sektor hätte ich schon gerne auf der großen Leinwand gesehen, schließlich wurden die meisten Blockbuster ja auf nächstes Jahr oder später verschoben. Bin gespannt ob Kenneth Branaghs Neuverfilmung von Tod auf dem Nil am 17. Dezember 2020 noch in die Kinos kommen wird oder erst 2021.

3. Die ausbleibenden Film-Neustarts lassen einen ja aber auch denken, man könnte mal (endlich) Dinge nachholen wie etwa einige (aktuelle) Filme auf haptischem Datenträger oder im Streaming sowie natürlich auch Serien.

4. Die Flut an Serien-Neuveröffentlichungen hingegen reißt nicht ab und ich komme bei dem zahlreichen interessanten Angebot teilweise kaum nach, weshalb ich immer wieder Serien verschiebe oder gar nicht anschaue.

5. Der November ist ja immer auch ein bisschen das Vorspiel zur Vorweihnachtszeit und Weihnachten fällt doch dieses Jahr aus, oder?

6. Was es auf alle Fälle geben wird in den nächsten Wochen sind Rezensionen von Filmen und Serien, die nicht zum Genre Horror gehören.

7. Zuletzt habe ich seit Freitag Nachmittag einen knallharten Lockdown durchgehalten, der bis Montag früh andauert und das ist für mich jetzt kein großes Problem, weil ich schon öfter am Wochenende die Wohnung kaum oder gar nicht verlassen habe. Dauerhaft Home Office möchte ich aber nicht durchziehen.

 


Review(s) Oktober 2020

1. November 2020

Und auch der Oktober 2020 ist schon wieder Geschichte. Zeit für einen bunten Rückblick auf einen Monat, der nicht nur Horror bereithielt.

Da ab morgen wieder das öffentlicht Leben heruntergefahren wird (Kinos und andere Kultureinrichtungen müssen schließen, Reisen werden schwierig bis unmöglich) freue ich mich, dass mir im Oktober noch ein Kurzurlaub und Kinobesuche mit echten Highlights vergönnt war. Im November heißt es nun zuhause bleiben und dort Filme bzw. Serien schauen. Kein Problem. 😉


Filme
Milla meets Moses
Niemals selten manchmal immer
Oeconomia
Rabbits (1972) (Horroctober 2020)
Luz (RW) (Horroctober 2020)
Die Farbe aus dem All (2019) (Horroctober 2020)
The Dead Don’t Die (RW) (Horroctober 2020)
The Bad Batch (Horroctober 2020)
Bram Stoker’s Dracula (Horroctober 2020)

Serien
Babylon Berlin – Staffel 3
Upload – Staffel 1
Nightflyers (Horroctober 2020)

Sonstiges
Meine 5 liebsten Filme zu Halloween
Verschiebungen – The Story Continues


Außerdem gesehen und (noch) nicht rezensiert

Lipsias fantastische Fabelwesen (Kurzfilm)
Geniale Göttin – Die Geschichte von Hedy Lamarr

Die Chefin – Staffel 11. Folge 1
Cursed – Staffel 1, Folgen 4 und 5
Parlament – Staffel 1, Folgen 1 bis 4
SOKO Leipzig – Staffel 21, Folge 7
Star Trek: Discovery – Staffel 3. Folgen 1 und 2
Star Trek: The Next Generation – Staffel 2, Folgen 19 bis 22
Walker, Texas Ranger – Staffel 5, Folgen 3 und 4

 

 


Das war der Horroctober 2020

1. November 2020

Der filmische Horrormonat ist nun zu Ende, zumindest für dieses Jahr. Hier nochmal alle meine Beiträge im Überblick.

Der Anspruch, wie andere „Horroctober-Teilnehmer“ 13 Filme anzuschauen (und wohlmöglich noch zu besprechen), bestand bei mir von vorneherein nicht. Sicherlich hätte ich den ein oder anderen Gruselstreifen noch gerne mitgenommen, doch sechs Filme (davon zwei Rewatches) und eine komplette Serie sind eine ordentliche Ausbeute.

 

Rabbits
Luz
Nightflyers (Serie)
Die Farbe aus dem All
The Dead Don’t Die
The Bad Batch
Bram Stoker’s Dracula

 


Media Monday #487

26. Oktober 2020

Und wieder beginnt die Woche mit dem Media Monday. Heute ohne große Einleitung von meiner Seite…

Beiträge der Woche
Milla meets Moses
Oeconomia

Fragen der Woche

1. Zu Halloween ist es hier Tradition nicht die Tür zu öffnen, wenn es klingelt.

2. Horror, Splatter, Grusel und Psychoschocker sind ja Geschmacksache. Mir persönlich graut es vor den möglichen Folgen der US-Präsidentschaftswahl.

3. Wenn es aber mal so richtig „familienfreundlicher“ Horror sein darf empfehle ich Die Addams Family in verrückter Tradition.

4. Schon komisch, jetzt nach der Zeitumstellung laufen die Uhren quasi anders.

5. Mit dem guten Wetter scheint es derweil auch vorbei zu sein und der Winter naht. Sehr langsam, aber stetig.

6. Schön, dass wenigstens das Internet nicht pandemiebedingt ausfällt oder verschoben wird, schließlich brauche ich es für sehr viele Dinge/Tätigkeiten in meinem Leben. Hoffen wir daher, dass die „Elders of the Internet“ gut auf die Box aufpassen. 😉

7. Zuletzt habe ich zwei Horrorfilme angesehen (mehr dazu bald), die beiden Kinobesuche vom vorherigen Wochenende reviewtechnisch verarbeitet und meine Sichtung der Fantasyserie Cursed – Die Auserwählte fortgesetzt und das war schaurig, spaßig, produktiv, schillernd und durchwachsen, weil weil halt.

 

 


Media Monday #486

19. Oktober 2020

Die heutige Ausgabe des Media Mondays kommt meinerseits direkt aus dem Kurzurlaub in Leipzig.

 

Der geplante Urlaub nach den Osterfeiertagen fiel leider der Corona-Pandemie zum Opfer. Trotz derzeit fragilem Infektionsgeschehen in ganz Deutschland konnte ich allerdings meine recht kurzfristig geplante Reise nach Leipzig am Freitag antreten. Der Anlass war definitiv ein besonderer. Mira Sommer, eine Freundin von mir, die nicht nur als Fotografin, multimediale Künstlerin, Designerin und Cosplayerin wirkt (und mich nebenbei zu gelegentlichen Cosplay-Aktionen inspiriert hat), sondern mit Drugstore Indians auch einen Doku-Film über die Indianistik-Szene gemacht hat, stellte am Samstag ihr neues Projekt im Leipziger Cinestar-Kino vor. Lipsias fantastische Fabelwesen ist ein 10 Minuten langer Kurzfilm, den Mira in einem kreativen Workshop mit Kindern zwischen 4 bis 14 Jahren inmitten der Corona-Hochphase dieses Jahr erschaffen hat. Wie der Titel schon sagt dreht sich das Werk um Kreaturen aus den Legenden und Sagen Leipzigs. Voraussichtlich Ende des Monats wird von mir auch eine Rezension bei Vieraugen Kino mit Link zum Film erscheinen. Ohne groß etwas vorweg nehmen zu wollen: Lipsias fantastische Tierwesen ist einfach bezaubernd.

Neben Treffen mit Mira und anderen Freunden/Bekannten aus Lipsia bot sich aber auch die Möglichkeit eines weiteren Kinobesuches, welche ich nur allzu gerne wahrnahm. Gestern Mittag stand im „Wintergarten“ der Passage Kinos Oeconomia auf dem Programm. Carmen Losmann, die mir vor acht Jahren mit Work Hard – Play Hard, ihrer Doku über den fortschreitenden Optimierungswahn in der Arbeitswelt, die Augen geöffnet hatte, befasst sich in ihrem neuen Film mit den Mechanismen des Kapitalismus, speziell der Wechselwirkung von Wachstum und Verschuldung, entlarvt dabei ein absurdes System. Mehr dazu auch demnächst von mir.

Eine schöne Woche!

Beiträge der Woche
Horroctober #3: Nightflyers (Serie)
Upload (Serie)

Fragen der Woche

1. Um einfach auch mal wieder etwas richtig Schönes erzählen zu können, wollte ich einen Kurzurlaub in Leipzig verbringen, was ich gerade tue. 😉

  1. Wenn ich mal die Zeit finde mache ich eine Liste mit den besten Serien der 2010er Jahre oder ich update endlich mal meine „Tops und Flops“ auf dem Blog.
  2. Mythen, Sagen und Legenden sind nun alles andere als noch taufrisch, aber sie gehören zum kulturellen Erbe einer Region und haben allein dadurch eine Daseinsberechtigung.
  3. Es gibt düstere, anstrengende, fordernde, entspannende, witzige, anrührende Geschichten und noch einiges mehr. Mir persönlich gefällt bei meinem Medienkonsum die Abwechslung. Hauptsache die Filme und Serien sowie die Musik haben etwas Besonderes und/oder Eigenwilliges an sich.
  4. Der Umstand, dass viele Messen dieses Jahr nicht oder nur digital stattfinden, wie etwa jüngst die Frankfurter Buchmesse oder auch nächste Woche die SPIEL Messe Essen, tangiert mich persönlich jetzt kaum, die beteiligten Berufszweige dafür umso mehr.
  5. Wenn sich alles und jedes jetzt so langsam bei den fallenden Temperaturen wieder einzuigeln beginnt bleibe ich getreu meiner Natur im Siebenschläfer-Modus. 😉

7. Zuletzt habe ich siehe oben und das war ____ , weil ____ .


Upload (Serie)

18. Oktober 2020

Was wäre wenn der Tod nicht das Ende des Lebens, sondern nur den Übergang in eine andere „Daseinsform“ bedeuten würde? Die Scifi-Comedy Upload erforscht diese Prämisse in einer nicht ganz so fernen Zukunft.

Second (After-)Life

2033. Gemeinsam mit seinem besten Freund Jamie (Jordan Johnson-Hinds) möchte Programmierer Nathan (Robbie Amell) eine neue Software an interessierte Unternehmen verkaufen. Doch da baut Nathans selbstfahrendes Auto einen Unfall und er wird schwer verletzt. In Erwartung seines baldigen Todes lässt sich Nathan von seiner oberflächlich-nervigen Freundin Ingrid (Allegra Edwards) überreden, seinen Geist in die digitale Welt hochzuladen, um so sein Weiterleben zu sichern. Im virtuellen Lake View, einer gigantischen Hotelanlagen mit riesigen Grünanlagen, angekommen muss Nathan bald feststellen, dass sich das Leben nach dem physischen Tod nicht wirklich paradiesisch abspielt. Dort trifft der junge Neuankömmling auf den ebenfalls upgeloadeten Ex-Soldaten Luke (Kevin Bigley), der ein paar Tricks kennt. Mit seiner „realen“ Kundenservice-Beauftragten Nora (Andy Allo) entwickelt Nathan schnell eine freundschaftliche Beziehung. Nora stößt in Nathans Dateien auf Ungereimtheiten…

Mit der herausragenden britischen Miniserie Years and Years und der vorliegenden amerikanischen Produktion sichtete ich innerhalb weniger Wochen gleich zwei Serien, welche sich mit dem Hochladen des menschlichen Geistes in einen Computer befassen. Bei ersterer Serie fungierte dieses Thema allerdings nur als eines von vielen, während es in Upload die zentrale Rolle spielt. Protagonist Nathan hatte eigentlich noch fast sein ganzes Leben vor sich, findet sich aber nach einen verheerenden Autounfall im digitalen Leben nach dem Tod wieder und kann dank modernster Technik sogar seiner eigenen „Begräbnisfeier“ beiwohnen. Schöpfer Greg Daniels, bekannt für die US-Adaption von The Office und Parks and Recreation, der dieses Jahr mit Space Force eine weitere Comedyserie beim anderen großen Streaminganbieter namens Netflix am Start hat, und seine Co-Autoren haben aber keine futuristische Utopie kreiert, in welcher sich jeder das süße „Second Life“ leisten kann. Nur besonders wohlhabende Kunden kommen in den Genuss der Luxus-Hotel-Version, die nicht so reichen Nutzer landen im spartanischen grauen Digital-Keller. Nathan selbst könnte sich das teure Nachleben eigentlich nicht leisten, doch seine Freundin stammt aus einer Familie, die in Geld schwimmt, und zahlt für ihn. Diese Konstellation sorgt natürlich für Zündstoff in ihrer Beziehung, einfach weil sich Nathan von Ingrid immer wieder wie ein Spielzeug kontrolliert fühlt. Was er an der narzisstischen, immer perfekt gestylten und über die Maßen oberflächlichen Frau findet hat sich mir (und sicherlich vielen weiteren Zuschauern) nicht erschlossen. Da passt es konsequent ins Bild, dass der upgeloadete Freund für die hippe Modepuppe ein veritables Statussymbol darstellt.

Abgesehen vom virtuellen Jenseits gestaltet sich die hier gezeigte Zukunft aber gar nicht einmal so futuristisch, sondern denkt unsere heutige Welt mit Smartphones bzw. -watches, unzähligen Apps, digitalen Assistenten usw. logisch weiter. Die sehr farbenfrohe Welt von Lake View hat mich sehr an Pushing Daisies erinnert. Vom Format her (die erste Folge geht 46 Minuten, die weiteren um die 30) und aufgrund der hohen Anzahl an Hochglanzgesichern im von Robbie Amell (Akte X – Staffel 10, Code 8) angeführten Cast fühlte sich die Serie eher wie eine Networkserie an und weniger wie eine Produktion eines Streaminganbieters an. Mit William B. Davis (der berüchtigte Raucher aus Akte X) und Barclay Hope (PSI Factor, Riverdale) sind zwei erfahrene kanadische Serienstars in Gastrollen vertreten.

Die zehn Episoden gestalten sich kurzweilig und unterhaltsam, doch krankt die ganze Sache etwas daran, dass man sich hier nicht entscheiden konnte, was man denn eigentlich erzählen will. Eine zarte Romanze zwischen zwei Personen, von denen nur eine aus Fleisch und Blut ist während die andere rein virtuell existiert? Ein Krimi mit Schwerpunkt auf Nathans mysteriöses Ableben? Oder die humoristische Aufarbeitung eines voll durchdigitalisierten haptischen Lebens mit Aussicht auf Fortsetzung als virtuelles Wesen? Upload versucht alle drei Genres in die dafür zu knappe Laufzeit von fünf Stunden zu packen. Das macht die Serie leider zu unentschlossen. Dennoch bin ich gespannt wo die digitale Reise in der bereits bestellten zweiten Staffel hingehen wird.

Die komplette erste Staffel von Upload ist seit dem 1. Mai 2020 im Angebot von Amazon Prime enthalten.


Upload
Science-Fiction-Comedyserie USA 2020. 10 Folgen (Staffel 1). Gesamtlänge: ca. 300 Minuten. Mit: Robbie Amell, Andy Allo, Allegra Edwards, Zainab Johnson, Kevin Bigley, Owen Daniels, Andrea Rosen u.v.a. Idee: Greg Daniels.

Credits
Bilder (c) Amazon.


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