Rezensionsleichen von 2002

Heute mal was Kurioses aus der Review-Mottenkiste: zwei Filmkritiken von 2002!

Bloggerkollege Gnislew von Sneakfilm – Kino mal anders recycelte in den letzten Wochen unter dem Stichwort Rezensionsleichen einige seiner Kurzreviews von Letterboxd aus den Jahren 2013 bis 2019. Beim kürzlichen „Blättern“ durch das Archiv meiner alten Texte stieß ich auf eine Datei mit zwei meiner ganz ganz frühen Filmkritiken vom April 2002. Die Reviews zu Moulin Rouge (2001) und A Beautiful Mind (2001) sind meine Filmrezensionen Nummer zwei und drei überhaupt. Die erste Filmkritik veröffentliche ich übrigens Anfang Januar 2002 zu Der Herr der Ringe: Die Gefährten (mehr dazu siehe HIER).

Seit 2003 schreibe ich für die Website Vieraugen Kino Filmkritiken. Meine ersten Rezensionen (wie die drei oben genannten) wurden auf einer Website des Vieraugen-Networks (welches zwei Freunde und ich im Sommer 2001 gestartet hatten) veröffentlicht, die heute nicht mehr existiert. Eine separate Kinoseite gab es damals noch nicht. 2002 war der kleine mwj ganz klein jung (21) und chronisch unerfahren, was das Schreiben über Filme betrifft. Dennoch finde ich aus heutiger Sicht meinen Text zu Moulin Rouge (ein Rewatch ist bald mal fällig, schließlich feiert Baz Luhrmanns Musical dieses Jahr 20jähriges Jubiläum) ganz ordentlich. Fertiggestellt hatte ich die Reviews am 5. April 2002, also vor genau 19 Jahren.

Viel Spaß beim Lesen!
(Rechtschreibung und Interpunktion wurden im Original belassen)

 

Rezension zum Film „Moulin Rouge“

Filmmusical, USA/Australien 2001. Regie: Baz Luhrmann. Mit Nicole Kidman, Ewan McGregor, John Leguizamo, Jim Broadbent, Richard Roxburgh u.a. 123min. Ausgezeichnet mit zwei Oscars: Beste Ausstattung und Beste Kostüme.

Ein Festival der Sinne, ein Sittengemälde der Pariser Bohème um die Jahrhundertwende, eine tragische Liebesgeschichte, das alles trifft auf Baz Luhrmanns Hommage an das berühmte Pariser Nachtlokal zu. Gedreht wurde in den FOX Studios in Sydney, die Kulissen wurden aufwendig mit Miniaturen nachgebildet. Ein weiterer großer Film Luhrmanns nach „William Shakespeares Romeo und Julia“ aus dem Jahr 1996.

Zuerst zur Story des Films: Paris 1899, in die von der Bohème beherrschten Metropole verschlägt es den mittellosen und erfolglosen englischen Schriftsteller Christian (Ewan McGregor). Er gerät in den Bann des „Moulin Rouge“ , einer Mischung aus Tanzlokal und Bordell und verliebt sich in die Prostituierte Satine (Nicole Kidman), die Hauptattraktion des „Moulin Rouge“. Und auch Satine verliebt sich in den talentierten Autor. Doch ihre Liebe hat keine Zukunft, denn Harold Zidler (Jim Broadbent), Satines Chef und Besitzer des „MR“ hat große Pläne und will das Nachtlokal in ein Theater umfunktionieren, mit Satine als Schauspielstar. Zidlers Geldgeber, der schmierige Duke (Richard Roxburgh), verlangt für weitere finanzielle Unterstützung die Garantie, dass er Satine besitzen kann. Es droht die Katastrophe.

Von acht Oscarnominierungen (u.a. Nicole Kidman als beste Hauptdarstellerin) gewann das bild- und akustikgewaltige Musical immerhin zwei. Man muss sich aber fragen, warum die Filmmusik von „MR“ nicht für den Oscar nominiert war. Denn hier liegt die Brillianz des Films, der ständig zwischen einer leicht-verspielten Komödie und einem tragischen Drama hin- und herschwankt. Berühmte Popsongs wie „Sparkling Diamonds“, „Like A Virgin“ und „The Show Must Go On“ sowie die beeindruckende Ausstattung und die Kostüme machen den Film zu einem wahren Festival der Sinne, Musik und Filmhandlung verschmelzen zu einem fast perfekten Ganzen. Einfach wunderbar auch das Filmduett McGregor/Kidman mit dem Song „Come What May“. Im Großen und Ganzen ein wahrer Augen- und Ohrenschmaus, der jedem Filmfan nur wärmstens zu empfehlen ist.

 

Rezension zu „A Beautiful Mind“

Psychodrama, USA 2001. Regie: Ron Howard. Mit Russell Crowe, Jennifer Connelly, Ed Harris, Paul Bettany, Christopher Plummer u.a. 130min.

Ausgezeichnet mit vier Oscars: Bester Film, Beste Regie (Ron Howard), Beste Nebendarstellerin (Jennifer Connelly) und Bestes Adaptiertes Drehbuch.

Ron Howard verfilmte mit „A Beautiful Mind“ die Biographie des berühmten amerikanischen Mathematikgenies John Nash von Sylvia Nasar. Nash gewann 1994 den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften in Stockholm.

A Beautiful Mind“ ist die Geschichte des genialen Mathematikgenies John Forbes Nash jr., der durch seine Theorien Wirtschaft und Biologie beeinflusst hat. Der Film schildert, wie Nash mit der Zeit schizophren wird und den Bezug zur Realität verliert. Doch mit zunehmendem Alter gelingt es ihm nach und nach die Krankheit zu besiegen.

Wie schmal die Grenze zwischen Genie und Wahnsinn ist, zeigt dieser Film eindrucksvoll. Dem Zuschauer ist meist selbst nicht klar, was Realität und was Fantasie ist uns so macht sich eine ungemeine Spannung breit. Ein empfehlenswerter Film für alle Kinogänger.

 

3 Responses to Rezensionsleichen von 2002

  1. […] Beiträge der Woche Mord im Orientexpress (2017) (Rewatch) Rezensionsleichen von 2002 […]

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  3. […] ich vor einigen Wochen auf zwei 19 Jahre alten Reviews von mir gestoßen bin gibt es heute die „Wiedergeburt“ einer meiner Filmkritiken von […]

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