Rezensionsleiche von 2009

Nachdem ich vor einigen Wochen auf zwei 19 Jahre alten Reviews von mir gestoßen bin gibt es heute die „Wiedergeburt“ einer meiner Filmkritiken von 2009.

Zwischen 2008 und 2010 schrieb ich nebenbei ein paar Filmrezensionen für sf-radio.net. Diese Seite gibt es in der früheren Form nicht mehr. Aus SF-Radio wurde „Robots and Dragons“. Manche meiner Reviews haben den Sprung auf die neue Page geschafft, andere nicht. Eine der Leichen feiert hier heute ihre Wiedergeburt, nämlich mein Text zum Animationsfilm Renaissance. Geschrieben (und vermutlich auch veröffentlicht) wurde die Filmkritik am 13. März 2009, also vor 12 Jahren.

Viel Spaß beim Lesen!
(Rechtschreibung und Interpunktion wurden im Original belassen)


Renaissance

Frankreich/UK/Luxemburg, 2006, 101 min.
DVD-Start: 28. Dezember 2006 [FSK 12]
Regie: Christian Volckman
Drehbuch: Alexandre de La Patellière und Mathieu Delaporte
Musik: Nicholas Dodd

Mitte des 21. Jahrhunderts beherrscht ein Großkonzern die Metropole Paris. Als eine ambitionierte Wissenschaftlerin entführt wird, bekommt ein umstrittener Polizist, den Auftrag die junge Frau zu finden. Ein dunkles Geheimnis könnte die Menschheit für immer verändern…

Paris im Jahre 2054. Der Megakonzern Avalon beherrscht mit seinen allgegenwärtigen Videokameras die Stadt. Eines Nachts wird die brillante Wissenschaftler Ilona Tasuiev entführt. Mit dem Fall wird der umstrittene Polizist Karas betraut. Mit der etwas widerwilligen Hilfe von Ilonas Schwester Bislane gelingen Karas Fortschritte bei den Ermittlungen. Ilona war einem Geheimnis auf der Spur, dass das Leben der Menschen für immer verändern könnte.

Renaissance“ hat eines mit vielen anderen ambitioniert hergestellten Animationsfilmen gemeinsam: es gilt die Formel Form vor Inhalt. Die Story ist auch hier wenig ausgefeilt, allerdings glücklicherweise nicht so pseudo-spirituell „vollgedröhnt“ wie in „Final Fantasy – die Mächte in dir“. Insgesamt präsentiert sich „Renaissance“ als futuristischer Krimi mit Film-Noir-Zutaten und bewegt sich irgendwo zwischen „Blade Runner“, „Sin City“ und „Immortal“. Die Handlung könnte auch einer der bekannten Mysteryserien entspringen. So gibt es eine Folge in der ersten Staffel von „Akte X“, die sich ebenfalls thematisch mit der Krankheit Progerie befasst. Als mit der Zeit immer verstörend wirkendes Element präsentiert sich der im Film sehr oft wiederholte „Avalon“-Werbespot, in dem der Megakonzern für Gesundheit, Schönheit und ewige Jugend wirbt. Dieser Spot findet sich auch im Hauptmenü der DVD.

Visuell ist der Film natürlich beeindruckend. Die ständig wechselnden Schwarz-Weiß-Animationen verleihen dem Dargebotenen einen eigenwilligen, düsteren Charme. Fast die komplette Handlung spielt bei Nacht und wenn es dann doch einmal hell ist, so wirkt dies extrem kontrastreich. Das permanente Spiel von Licht und Schatten birgt aber auch das Problem mit sich, dass man sich am Anfang schwer tut, die einzelnen Charaktere optisch auseinander zu halten. Außerdem ermüdet die Optik mit der Zeit die Augen dann etwas.

Im Gegensatz zu den Bildern herrscht bei den Charakteren keine übliche Aufteilung in Gut und Böse oder Schwarz und Weiß. So ist die Hauptfigur, der Polizist Karas, ein klassischer Anti-Held. Für seine erfolgreiche Ermittlungsarbeit wird er geschätzt, wegen seiner mitunter zweifelhaften Methoden ist Karas allerdings umstritten. Mit Bislane, der Schwester der verschwundenen Ilona, bekommt es Karas mit einer mysteriösen Femme Fatale zu tun.

Mit einem Budget von 14 Millionen Euro und sechs Jahren Produktionszeiten dürfte „Renaissance“ sicher zu den aufwändigsten europäischen Produktionen zählen. Für die internationale englische Fassung konnte man zudem prominente Schauspieler als Sprecher gewinnen, z.B. Daniel Craig als Karas, Romola Garai als Ilona, Jonathan Pryce als Avalon-Firmenchef und Ian Holm. Der Film lief 2006 auf dem Fantasy Filmfest, konnte aber kein großes Publikum erreichen und erschien Ende 2006 auf DVD.

Fazit: „Renaissance“ ist optisch beeindruckend, aber ansonsten leider nur mittelprächtig. Die eigenwillige Mischung aus Zukunftsvision, Film Noir und Animation ist jedoch für Sci-Fi-Fans einen Blick wert.

 

 

 

3 Responses to Rezensionsleiche von 2009

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