Sex Education: Staffel 3

30. September 2021

Kurz nach dem Beginn des Schuljahres in einigen deutschen Bundesländern hat Netflix die lang ersehnte dritte Staffel von Sex Education veröffentlicht. Im dritten Jahr müssen Otis und seine Mitschüler mit den rigiden Vorschriften einer neuen Schulleiterin zurecht kommen. Unterdessen kämpft die Sex-Therapeutin Jean, Otis‘ Mutter, mit ihrer unverhofften Schwangerschaft.

Growth is a group project

Nach der überaus frivolen Musical-Aufführung von Shakespeares Romeo und Julia im letzten Schuljahr hat die Moordale Secondary School einen Ruf als „Sex School“ weg. Der bisherige Schuldirektor Michael Groff (Alistair Petrie) wurde gefeuert und durch die jüngere Hope Haddon (Jemima Kirke) ersetzt. Hope präsentiert sich den Schülern gegenüber auf den ersten Blick auf Augenhöhe, zögert aber nicht für das Erreichen ihrer Ziele die Bildungseinrichtung massiv zu ändern, sehr zum Missfallen der meisten Schüler, mit Ausnahme der ambitionierten Viv (Chinenye Ezeudo). Jackson (Kedar Williams-Stirling), der seine Führungsrolle als „Head Boy“ verloren hat, lernt Cal (Dua Saleh), einen aus den USA kommenden nichtbinären Neuling, kennen. Nachdem die von ihm betriebene „Sex Clinic“ zur Aufklärung und Beratung der Mitschüler in sexuellen und beziehungstechnischen Fragen nicht mehr existiert findet sich Otis (Asa Butterfield) plötzlich in einer zwanglosen Affäre mit der eitlen Ruby (Mimi Keene) wieder, welche allerdings auf ihr Betreiben geheimgehalten werden muss. Dr. Jean Milburn (Gillian Anderson), Sex-Therapeutin und Mutter von Otis, ist unerwartet schwanger geworden und kämpft mit den Mühen einer späten Mutterschaft. Schließlich schafft es die in eigenen Beziehungen immer etwas unglückliche Therapeutin dem Kindesvater/ ihrem Ex-Partner Jakob (Mikael Persbrandt), davon zu erzählen. Auch wenn sie sich eigentlich getrennt hatten beschließen Jean und Jakob das Kind gemeinsam großzuziehen und mit ihren Familien zusammenzuziehen, obgleich Otis und Jakobs Tochter Ola (Patricia Allison) davon nicht begeistert sind.

Maeve (Emma Mackey), die aus schwierigen Verhältnissen stammende begabte Schülerin und frühere Komplizin von Otis‘ in der „Sex clinic“, lebt zwar weiterhin auf sich allein gestellt in einer Wohnwagensiedlung, hat in Nachbar Isaac (George Robinson), der nach einem Unfall im Rollstuhl sitzt, aber einen guten Freund und möglichen Partner gefunden. Auch wenn ihre immer wieder auftauchende, drogenabhängige Mutter Erin (Anne-Marie Duff) für Schwierigkeiten sorgt. Maeves beste Freundin Aimee (Aimee Lou Wood) hat noch immer mit dem Trauma des von ihr erlittenen sexuellen Übergriffes zu kämpfen und entschließt sich zu Therapiesitzungen bei Jean. Der schon seit langem als homosexuell bekannte Eric (Ncuti Gatwa) und Adam, Sohn des ehemaligen Schuldirektors Groff, sind mittlerweile ein Paar. Doch Adam, dessen Eltern sich getrennt haben, tut sich mit der Beziehung und seiner neuen Rolle aber noch schwer. Auch Ola und die nerdige Lily (Tanya Reynolds) machen eine schwierige Zeit durch. Was wird das neue Schuljahr bringen?

Bereits Staffel 1 der britischen Serie von Laurie Nunn konnte mich überzeugen, doch richtig begeistert hat mich Sex Education mit der zweiten Staffel. Während die ersten beiden Seasons noch in einem Abstand von ziemlich genau einem Jahr erschienen verzögerte sich die Produktion von Staffel 3 (wie bei vielen anderen Filmen und Serien auch) durch die Covid19-Pandemie und daher mussten wir Zuschauer dieses Mal nicht zwölf, sondern zwanzig Monate auf die neuen Folgen warten. Das Warten hat sich aus meiner Sicht aber gelohnt. Season 3 knüpft dort an, wo die vorherige Staffel aufgehört hat, entwickelt die Serie und ihre Figuren weiter.

Auch wenn es immer wieder (absurd-)witzige Szenen gibt, so distanziert sich die britische Netflix-Produktion auch weiterhin von niveaulosen Sexkomödien. Sex Education erweist sich dahingehend auch für ältere Zuschauer als lehrreich, wenn konsequent eine positive Einstellung zu Sexualität progagiert wird. Sex, Beziehungen und ähnliche Thematiken werden als völlig normal angesehen, genauso wie die unterschiedlichen, damit verbundenen Probleme der einzelnen Personen. Dabei gibt es nicht nur die „klassischen“ heterosexuellen Beziehungen, sondern auch solche mit homosexuellen, bisexuellen und pansexuellen Partnern. Geschickt streuen Laurie Nunn und ihr Autorenteam immer wieder wie bei den Anfängen ein Paar mit einem konkreten Problem ein, um dieses dann im Verlauf einer Episode zu lösen. Doch bleibt immer das große Ganze im Blick, nämlich das überaus herausragende Darstellerensemble um die beiden Headliner Asa Butterfield als Otis und Gillian Anderson als Jean, für mich die größte Stärke der ganzen Serie.

Beeindruckt hat mich dieses Mal bersonders Connor Swindells als in sich gekehrter, eher einsilbiger Adam, der sich in seiner neuen Situation als „poofter“ und in der Beziehung mit Eric noch finden muss. Viele der unzähligen Charaktere, die zuvor mehr Screentime hatten, treten etwas in den Hintergrund, spielen aber immer noch eine wichtige Rolle im Gesamtgefüge. Als prominienster Neuzugang im Cast spielt Jemima Kirke (Girls) die neue Schuldirektorin der Moordale Secondary Schoo, die sich anfangs progressiv und modern gibt, aber sukzessive ein rigides, puritanisches Regime an der Schule installiert, welches Schüler in Uniformen zwängt, Individualität limitiert und die Sexualerziehung auf veraltete oder überzogen drastische „Lehrfilme“ reduziert, die Enthaltsamkeit predigen und Homosexualität denunzieren. Ich kann mir gut vorstellen, dass in einigen besonders christlich geprägten Gegenden der USA genau solche Schulen in der Realität existieren. Außerdem sehen wir die Harry Potter-Alumni Sophie Thompson (Vier Hochzeiten und ein Todesfall) als Lilys Muter und Jason Isaacs in einer verschenkten Rolle als herablassend-widerwärtiger Bruder des vor dem Nichts stehenden Michael Groff. Mit Dua Saleh als Cal und Robyn Holdaway als Layla gibt es erstmals zwei nichtbinäre Figuren, die freilich unter dem strikt binären Dresscode zu leiden haben.

Staffel 3 muss sich dennoch einen großen Kritikpunkt gefallen lassen. Es sind wieder nur acht Folgen. In 10 oder 12 könnte man den ein oder anderen Handlungsstrang noch etwas besser ausarbeiten und ein noch runderes Gesamtbild schaffen. Eine vierte Staffel wurde bereits bestellt und dürfte sicherlich heiß erwartet werden. Denn am Ende von Staffel 3 sind einige Fragen offen, vermeintliche Happy Ends doch nicht so happy und eine unerwarte, dramatische Entwicklung eingetreten, welche das noch ausstehende restliche Schuljahr des Abschlussjahrgangs massiv beeinträchtigt. Wenn Sex Education dann noch in eine fünfte Season gehen wird könnte diese sicherlich an der Universität spielen. Denn wie Dr. Jean Milburn in ihrem Buch feststellt, wissen auch Erwachsene beiweitem nicht alles über die schönste Nebensache der Welt.

Die komplette dritte Staffel von Sex Education ist seit dem 17. September 2021 bei Netflix abrufbar.

Sex Education: Staffel 3 (Sex Education: Season 3)
Comedyseire UK 2021. 8 Folgen. Gesamtlänge: ca. 455 Minuten.
Mit: Asa Butterfield, Gillian Anderson, Ncuti Gatwa, Emma Mackey, Connor Swindells, Kedar Williams-Stirling, Alistair Petrie, Mimi Keene, Aimee Lou Wood, Chaneil Kular, Simone Ashley, Tanya Reynolds, Mikael Persbrandt, Anne-Marie Duff, Rakhee Takrar, Jemima Kirke, Jim Howick, Samantha Spiro, Chinenye Ezeudo, Sami Outalbali, George Robinson, Dua Saleh u.a. Idee: Laurie Nunn. Ben Taylor und Runyaro Mapfumo.

Credits
Bilder (c) Netflix.

 


Masters of the Universe: Revelation – Teil 1

31. Juli 2021

Am 23. Juli sind die ersten fünf Folgen der neuen Masters of the Universe-Zeichentrickserie von Kultfilmemacher Kevin Smith (Clerks, Dogma, Jay and Silent Bob) bei Netflix erschienen. Relevation knüpft an die Original-Mattel-Serie aus den 1980ern an, gewinnt dem Stoff aber neue Facetten ab.


Eternia’s Endgame?

Auf dem Planeten Eternia. Während Teela (Originalstimme: Sarah Michelle Gellar) am Hofe von König Randor (Diedrich Bader) und Königin Marlena (Alicia Silverstone) mit einer feierlichen Zeremonie zum obersten Waffenmeister ernannt wird und damit in die Fußstapfen ihres Vaters Duncan alias Man-At-Arms (Liam Cunningham) tritt startet Skeletor (Mark Hamill) einen weiteren Versuch, Schloss Grayskull und die darin beheimatete Magie an sich zu bringen. He-Man (Chris Wood), das mächtige Alter Ego des schmächtigen Prinzen Adam,, Teela und ihre Freunde eilen der Sorceress (Susan Eisenberg), welche das magische Schloss hütet, sogleich zu Hilfe. Durch den folgenden Kampf wird die Magie Eternias vollständig zerstört und Anarchie breitet sich aus. Es liegt nun an Teela und ihrer Freundin Andra (Tiffany Smith) das Schwert der Macht zu erneuern und nicht nur die Magie, sondern auch den kompletten Planeten zu retten. Ausgerechnet an der Seite der bösen Hexe Evil-Lyn (Lena Headey) starten Teela und Andra ihre Mission…

Wie viele meiner Altersgenossen kam auch ich in den späten 1980ern und frühen 1990ern durch den Cartoonblock am Nachmittag bei der damaligen Version des Privatsenders Tele 5 in den Genuss von He-Man and the Masters of the Universe (1983/84), aber auch anderer actionreicher Zeichentrickserien wie Adventures of the Galaxy Rangers (1986) oder Saber Rider and the Star Sheriffs (1987/88), vorausgesetzt mir wurde der Konsum dieser Sendungen damals nicht von elterlicher Seite verboten. Als Grundschüler fand man vor allem He-Man & Co damals ja supercool. Als ich die Cartoon-Show um 2002 dann wieder ansah funktionierte sie frielich nur noch als unfreiwillig komischer Partyspaß. 2010 veranstalteten ein paar Freunde einen „Zeichentrick-Trash-Abend“ und da waren natürlich auch ein paar MOTU-Folgen fällig. Doch vor dem Cartoon gab es ja bekanntlich die Actionfiguren. Einer Legende zu Folge entwickelte man diese ja ursprünglich als Merchandising für John Milius‘ Fantasyfilm Conan, der Barbar (1982), nach den Stories von Robert E. Howard, mit Arnold Schwarzenegger in der Hauptrolle. Da der Film aber eine Altersfreigabe nur für Erwachsene erhielt konnten die hergestellten Figuren nicht wirklich an Kinder verkauft werden und wurden daher umgestaltet. Daraus soll dann die Masters of the Universe-Toyline entstanden sein. Egal ob diese Tall Story stimmt oder nicht, die Zeichentrickserie wurde damals (wie heute so ziemlich alles Neue von Star Wars) gemacht, um Spielzeug zu verkaufen, quasi als überlanger Werbespot.

Nach der Spielfilm-Adaption von 1987 folgten weitere Figurenreihen und dazugehörige Serien (The New Adventures of He-Man [1990] bzw. He-Man and the Masters of the Universe [2002-2004]). Bereits 1985 startete mit She-Ra – Princess of Power eine Spinoff-Serie über Adams/He-Mans Schwester, die auf einem anderen Planeten lebt und dort gegen Skeletors Meister Hordak und dessen Truppen kämpft. Über die Jahre bildete sich eine treue Fangemeinde, deren Mitglieder auch als Erwachsene ihre Begeisterung für MOTU nicht verloren. Wie etwa eine Gruppe Anhänger aus Texas um Filmemacher John F. Carroll, die zwischen 2011 und 2015 die drei Fanfilme The Wizard of Stone Mountain, The Fountain of Life und The Trials of Darksmoke veröffentlichten. Außerdem erschienen bei Netfliy zwischen 2018 und 2020 fünf Staffeln von She-Ra and the Princesses of Power, einer von Comicautorin/Zeichnerin Noelle Stevenson erschaffenen/betreuten, sehr bunten und diversen Neuauflage von „She-Ra“. Im August 2019 kündigte Kevin Smith Revelation als Fortsetzung der Originalserie für ein eher erwachsenes Publikum an.

Mit einer schönen Eingangssequenz, die optisch im Stil der alten Show, Comics und Figuren gehalten wurde, holt die Netflix-Produktion die alten Fans gut ab und bietet neuen Zuschauern einen kurzen Abriss der bisherigen Mythologie. Anschließend spinnen Showrunner/Executive Producer Smith und seine Co-Autoren die ganze Geschichte auf eher unerwartete Weise weiter. Einige Kreaturen werden gleich in der ersten Folge ziemlich vom Antlitz Eternias getilgt und liegt es nun bei Teela gemeinsam mit einer eher dysfunktionalen Gruppe das Schwert der Macht wieder zu vereinen und somit das Universum zu retten. Mit seiner Kompromisslosigkeit was das Ableben einiger Personen betrifft fühlte ich mich etwas an Avengers: Infinty War erinnert. Revelation erweist sich bisher nicht gerade als große Offenbarung, jedoch im Vergleich zur infantilen, simpelst gestrickten und albern-trashigen Serie aus den 1980ern erzählerisch massiv weiterentwickelt. Im Gegensatz zu früher haben die Wendungen dauerhafte Konsequenzen für die Figuren. Dennoch bleibt das Ganze am Ende aber auch nicht mehr und nicht weniger als eine mit gängigen, überwiegend generischen Motiven und Versatzstücken arbeitende Fantasyserie mit Scifi-Anleihen, die inhaltlich keine Bäume ausreißt. In ästhetischer Hinsicht entpuppt sich die Optik als Mischung der Ur-Show und der 2002er Inkarnation, entspricht dabei dem gängigen, stilisierten Zeichentrick-Standard, den man vom Animationsstudio Powerhouse (siehe auch Blood of Zeus) gewohnt ist. Allerdings empfinde ich es als recht armselig, dass fast zwei Jahre nach der Ankündigung lediglich mickrige fünf Folgen veröffentlicht werden. Wobei ich schon hier und da gelesen habe, dass Teil 2 möglicherweise noch Ende 2021 oder Anfang 2022 erscheinen soll.

Die Neuauflage von MOTU punktet vor allem mit einem famosen Voicecast voller prominenter Namen. Sarah Michelle Gellar, als Titelheldin in Joss Whedons Teenie-Horror-Serie Buffy the Vampire Slayer (1997-2003) zum Idol avanciert, leiht der im Zentrum stehenden Heldin Teela ihre Stimme. Für ihren Widerpart Evil-Lyn konnte man die unnachahmliche Lena Headey (Cersei Lannister aus Game of Thrones). Mit Liam Cunningham als Man-At-Arms ist ein zweiter GoT-Star mit von der Partie, dieses Mal leider ohne seinen charakteristischen irischen Akzent. Außerdem dabei: der nicht nur als Luke Skywalker bekannte, sondern auch als Sprecher des Jokers in unzähligen animierten Batman-Produktionen geschätzte Mark Hamill als Skeletor. Voice-Actor-Legende und Original-Skeletor Alan Oppenheimer (mittlerweile 91!) hat eine kleine Rolle als Moss Man.

Leider stören sich die rassistischen, sexistischen N*z*-Puristen unter den Anhängern massiv an der inhaltlich eher progressiven Ausrichtung des neuesten MOTU-Cartoons. Teela und nicht He-Man als Hauptfigur? Möglicher queerer Subtext? Das und anderes geht in den trüben Augen dieser unverbesserlichen, ewiggestrigen „Fans“ natürlich überhaupt nicht. Dahe erdreisteten sich diese Dumpfbacken die Serie am Erscheinungstag bei imdb.com und Rotten Tomatoes mit unrechtmäßig schlechten Bewertungen abzustrafen. Dabei wird doch niemand gezwungen, sich Relevation anzusehen! Es bleibt ja weiterhin die Möglichkeit den infantilen Originalcartoon bis zu Verblödung zu bingen oder im stillen Kämmerlein auch im Midlife-Crisis-Alter wieder/noch mit den alten Actionfiguren zu spielen. Ja, ich oute mich hiermit als „aufgeweckter“ Blogger, der gleichzeitig auch im Alter von 40 Jahren mit einer prominent besetzen, anspruchslosen Animationsserie seinen Spaß haben kann.

Die ersten fünf Folgen von Masters of the Universe: Revelation sind seit dem 23. Juli 2021 bei Netflix abrufbar. Als kleinen Bonus gibt es das 25minütige Special Revelations: The Masters of the Universe Aftershow, in welchem Showrunner Kevin Smith, Mattel-Produzent Rob David und Andra-Sprecherin Tiffany Smith mit den prominenten Stimmen über die Serie labern.

Masters of the Universe: Revelation – Teil 1
(Masters of the Universe: Revelation – Part 1)
Fantasy/Science-Fiction/Zeichentrickserie USA 2021. 5 Folgen. Gesamtlänge: ca. 130 Minuten. Originalsprecher: Sarah Michelle Gellar (Teela), Lena Headey (Evil-Lyn), Liam Cunningham (Duncan/Man-At-Arms), Tiffany Smith (Andra), Griffin Newman (Orko), Justin Long (Roboto), Chris Wood (Adam/He-Man), Mark Hamill (Skeletor), Diedrich Bader (Randor/Trap-Jaw), Henry Rollins (Tri-Klops), Kevin Michael Richardson (Beast Man), Susan Eisenberg (Sorceress) u.a. Nach der Originalserie Masters of the Universe von Lou Scheimer. Idee: Kevin Smith. Drehbuch: Kevin Smith, Diya Mishra, Marc Bernardin, Tim Sheridan, Eric Carrasco. Regie: Adam Conarroe und Patrick Stannard.

Credits:
Bilder (c) Netflix/Mattel/Powerhouse Animation.

 

 


Aktuelle Kurzfilm-Tipps: Imagination und Mushin

18. Juni 2021

Heute gibt es zwei ganz aktuelle Kurzfilm-Tipps von mir: Imagination und Mushin. Beide Werke kann man sich kostenlos bei Youtube ansehen.


Imagination – A Psychedelic Trip in 2021

Der 27minütige Short ist eine Werkschau von Gerd Sommer, einem aus Leipzig stammenden Künstler, der mittlerweile in Dresden lebt. Experimentelle Multimedia-Kunst mit LED-Acryl-Farben und wirkungsvoller Beleuchtung. Ein (wie der Untertitel schon sagt) psychedelischer Trip, dessen unfassbar vielschichtige und plastische Bilder von Gerd Sommers Tochter, der Künstlerin/Filmemacherin/Designerin/Cosplayerin Mira Sommer (Drugstore Indians, Apocalyptic4: Forever Dead, Lipsias phantastische Fabelwesen), eingefangen wurden. Die musikalische Untermalung stammt von Rasmus Rudengren, der bei den beiden letztgenannten Projekten in gleicher Funktion tätig war.


Mushin

Der japanische Titel bezeichnet einen Geisteszustand, in welchen sich Kampfkünstler und andere Sportler durch intensives Training und langjährige Erfahrung versetzen können. Ein Zen-Begriff mit der Bedeutung „Bewusstsein ohne Bewusstsein“. Diesen Zustand erreicht ein japanischer Bogenschütze (Yuya Akahoshi) während er sich auf den Abschuss eines Pfeils vorbereitet, im abstrakt-meditativem Kurzfilm von Designer Graham Wood. Aufmerksam wurde ich auf den 10-Minüter dadurch, dass die Musik zu Mushin von meiner Lieblingsband Dead Can Dance stammt. Wood hatte vor 20 Jahren das Artwork zum Best-Of-Album Dead Can Dance (1981-1998) erschaffen.

Credits
Imagination (c) Gerd Sommer/BTK Bildtonkunst
Mushin (c) Graham Wood/Dead Can Dance

 


Sex Education: Staffel 2

17. März 2020

Ziemlich genau ein Jahr nach der ersten erschien im Januar 2020 die zweite Staffel der beliebten, britischen Netflix-Comedy Sex Education, die aus dem interessanten und nicht selten turbulenten Szenario noch weit mehr herausholt.

Liebe, Sex und andere Schwierigkeiten

Mehrere bekannte Fälle von Chlamydien unter den Schülern der Moordale Secondary School führen einerseits dazu, dass Otis Milburn (Asa Butterfield) und seine Mitschülerin Maeve Wiley (Emma Mackey) ihre „Sex clinic“ wieder eröffnen. Außerdem bricht unter Schülern und Eltern Panik aus. Auf Geheiß der Schulaufsichtsbehörde und sehr zum Widerwillen von Schuldirektor Groff (Alstair Petrie) soll Sextherapeutin Dr. Jean Milburn (Gillian Anderson), Otis‘ Mutter, den Lehrplan für Sexualkunde überprüfen. Zudem bietet Jean eine Art kostenlose Sprechstunde an, die nicht nur von Schülern genutzt wird. Potenzielle Komkurrenz für ihren Sohn und seine kostenpflichtigen Beratungen. Otis und seine Freundin Ola (Patricia Allison), deren Vater Jakob (Mikael Persbrandt) aktuell mit Jean zusammen ist, kommen sich langsam näher. Maeve muss nicht nur um ihre Wiederaufnahme an der Schule kämpfen, sondern auch mit dem erneuten Auftauchen ihrer drogensüchtigen Mutter Erin (Anne-Marie Duff) zurechtkommen. Nach diversen Verfehlungen wurde Direktor-Sohn Adam Groff (Connor Swindells) von seinem Vater auf eine Militärakademie „strafversetzt“. Die Karriere von Leistungsschwimmer Jackson (Kedar Williams-Stirling) gerät durch eine Verletzung ins Stocken, eröffnet dem Athleten aber neue Möglichkeiten. Der französische Austauschschüler Rahim (Sami Outalbali) scheint sich weniger für Mädchen als vielmehr für Eric (Ncuti Gatwa) zu interessieren…

Auch wenn ich mich lange nicht an die Serie rangewagt hatte, so empfand ich die erste Runde der von Laurie Nunn erschaffenen Netflix-Show über Sex, seine „Begleiterscheinungen“ und andere Themen von jungen Erwachsenen als sehr erfrischend. Die späte Sichtung Ende Dezember erlaubte es mir, fast nahtlos mit der zweiten Staffel anzuknüpfen, in dessen Verlauf ich mich in die Serie geradezu verliebt habe. Nunn und ihrem überwiegend weiblichen Autorenteam gelingt es nicht nur, interessante neue Figuren einzubauen, sondern die Storylines des bestehende Ensembles sehr gut weiter zu entwickeln.

Sex Education behandelt nicht nur die Höhen und Tiefen erster sexueller Erfahrungen sondern deckt ein breites Spektrum romantischer und/oder körperlicher Beziehungen ab. Dieses reicht von „klassischer“ Heterosexualität über Homosexualität und Pansexualität bis hin zu Asexualität. Im Mittelpunkt der diversen Handlungsstränge stehen zum Teil auch die Eltern der Moordale-Schüler. Denn nicht nur die Teenager haben mit entsprechenden Problemen zu kämpfen. Inhaltlich gestaltet sich die ganze Sache zwar immer wieder schräg, turbulent und witzig, aber vor allem sehr offen und lebensbejahend. Zwar werden die einzelnen Themen (wie auch schon im Vorjahr) immer wieder humoristisch aufbereitet oder ironisch gebrochen, die Figuren und Situationen aber nie völlig der Lächerlichkeit preisgegeben. Sex Education behandelt mit dem nötigen Ernst auch den Fall einer weiblichen Hauptfigur, die während einer Busfahrt sexuell belästigt wird und dieses Erlebnis zu verarbeiten hat, was auf wundervolle Weise mit der Hilfe anderer erfolgt. In diesen und anderen Szenen propagiert die Serie voller Überzeugung eine positive Einstellung zu Sexualität.

Einen nicht zu unterschätzenden Beitrag zum besonderen Charme der britischen Netflix-Show leisten natürlich die hervorragenden Schauspieler. Asa Butterfield (Hugo Cabret, Ender’s Game, Die Insel der besonderen Kinder) und Gillian Anderson (Akte X, The Fall: Tod in Belfast, American Gods) erhalten zwar die meiste Screentime, ich muss aber ehrlicherweise zugeben, dass ich eher an einigen der Akteure aus der „zweiten Reihe“ einen Narren gefressen habe. Vor allem Tanya Reynolds (Emma [2020]) als herrlich nerdige Lily, die nicht nur mit ihrem kurios-bunten Kleidungsstil auffällt, sondern in ihrer Freizeit erotische Comics mit Aliens kreiert. Auch dank Lily mutiert die Moordale-Aufführung von Romeo und Julia zur vermutlich frivolsten Bühnenperformance, die je auf Film gebannt wurde. Zum Schreien! 🙂

Die zweite Staffel von Sex Education ist seit dem 17. Januar 2020 bei Netflix abrufbar. Eine dritte Season wurde bereits angekündigt und wird voraussichtlich im nächsten Jahr erscheinen.

Sex Education: Staffel 2 (Sex Education: Season 2)
Comedyserie UK 2020. 8 Folgen. Gesamtlänge: ca. 420 Minuten. Mit: Asa Butterfield, Gillian Anderson, Emma Mackey, Ncuti Gatwa, Connor Swindells, Kedar Williams-Stirling, Alistair Petrie, Aimee Lou Wood, Tanya Reynolds, Patricia Allison, Mikael Persbrandt, Anne-Marie Duff, Sami Outalbali, Chineye Ezeudu u.v.a. Idee: Laurie Nunn. Regie: Sophie Goodheart, Alice Seabright, Ben Taylor.

 

Credits
Bilder (c) Netflix

 

 

 

 

 

 


Sex Education: Staffel 1

5. Januar 2020

Sex sells, sagt man. Bei der britischen Serie Sex Education, die innerhalb eines Monats von über 40 Millionen Zuschauern bei Netflix gestreamt wurde, mag das wohl irgendwie zutreffen.

Let’s talk about sex

Otis (Asa Butterfield) lebt bei seiner Mutter, der erfolgreichen Sex-Therapeutin Jean Milburn (Gillian Anderson). Von daher dürfte die schönste Nebensache der Welt eigentlich kein großes Ding für den 16jährigen sein. Doch Otis wirkt auch aufgrund der Offenheit seiner Mama überaus gehemmt und zwar derart, dass der junge Mann nicht einmal bei sich Hand anlegt. Als er jedoch Adam (Connor Swindells), dem tumben und seine Altersgenossen schikanierenden Sohn von Schuldirektor Groff (Alistair Petrie), einen wirkungsvollen Ratschlag gibt, sieht Maeve (Emma Mackey), eine als promiskuitiv verschriene Mitschülerin, großes Potenzial. Sie überredet Otis zum Betrieb einer geheimen „Sexklinik“, in welcher er seine Mitschüler in sexuellen Dingen beraten soll. Nach einiger Zeit beschleicht Otis das Gefühl, die ganze Sache könnte ihm über den Kopf wachsen. Zudem hat er nun weniger Zeit für seinen besten Freund, den offen homosexuellen Eric (Ncuti Gatwa), der aus einer religiösen ghanaischen Migrantenfamilie stammt. Maeve kämpft derweil mit ihren eigenen Problemen. So möchte ihr Sex-Buddy, der Schülersprecher und Leistungsschwimmer Jackson (Kedar Williams-Stirling), nun eine richtige Beziehung mit ihr führen…

Lange hatte ich mich nicht an Sex Education herangewagt, in der falschen Annahme, die britische Netflix-Produktion wandle auf den Sexklamauk-Pfaden von American Pie und dessen unzähligen/unsäglichen Fortsetzungen. Kurz vor Jahresende sichtete ich schließlich doch die acht Folgen innerhalb von kürzester Zeit und habe es nicht bereut. Die Serie von Debüttantin Laurie Nunn (die laut imdb.com bisher nur an Kurzfilmen arbeitete) kann man sicherlich grob dem Genre Comedy zuzuordnen, platte Gags werden hier allerdings vermieden. Zwar gibt es immer wieder herrlich witzige Szenen, doch stellt Sex Education seine Figuren nie bloß. Bezüglich des Personals wird vom nicht sehr hellen „Schlägertypen“ (Adam), der beliebten Sportskanone (Jackson), einer narzisstisch-oberflächlichen Schickiemickie-Gang bis zu einigen schrägen bis nerdigen Charakteren so ziemlich alles geboten, eine gute Mischung aus bekannten Teenagerkomödien-Versatzstücken, nur eben ohne überzogenen Kitsch.

Sex Education das eigentlich „Sex Therapy“ oder „Sex Counseling“ heißen sollte, weil Protagonist Otis seine betreffenden Mitschüler nicht erzieht, sondern berät – hält gekonnt die Balance zwischen humoristischer Aufarbeitung und dem notwendigen Ernst, den die einzelnen Situationen erfordern. Da geht es nicht nur um sexuelle Details, sondern vor allem um damit untrennbar verbundene, nicht selten zwischenmenschliche Aspekte/Problematiken wie etwa die Dynamik einer Beziehung, Mobbing, Bodyshaming und der Umgang mit Zurückweisung. Die meisten Folgen beginnen mit einem Paar, dessen Problem dann im Verlauf gelöst wird. Diese Struktur wird jedoch nicht stur durchgehalten. Vor allem präsentiert uns Sex Education vielschichtige Charaktere, deren äußerer Schein oft die innere Unsicherheit überlagert, was überwiegend natürlich auf die Jugendlichen zutrifft, aber nicht ausschließlich. Auch für Otis‘ Mutter Jean, die Beziehungen so intelligent zu analysieren weiß, läuft nicht immer alles nach Plan. Zwar gibt sie sich ihrem Sohn gegenüber sehr offen und verständnisvoll, reagiert aber auf dessen Schweigsamkeit mit überfürsorglichen Aktionen.

Die Show kann sich auf ein starkes Ensemble verlassen, welches mit Ausnahme der beiden „Headliner“ Asa Butterfield (Hugo Cabret, Ender’s Game, Die Insel der besonderen Kinder) und Gillian Anderson (Akte X, The Fall: Tod in Belfast, American Gods), die sich in den letzten Jahren zu einer meiner Lieblingsschauspielerinnen entwickelt hat, aus bisher unbekannten und daher unverbrauchten Gesichtern wie Emma Mackey als Maeve und Ncuti Gatwa als Eric besteht. Der bunte Vintage-Look und schöne Panorama-Aufnahmen runden das Gesamtbild gekonnt ab.

Die komplette erste Staffel von Sex Education ist seit dem 11. Januar 2019 bei Netflix abrufbar. Am 17. Januar 2020 kommt Staffel 2.

Sex Education: Staffel 1 (Sex Education: Season 1)
Comedyserie UK 2019. 8 Folgen. Gesamtlänge: ca. 400 Minuten. Mit: Asa Butterfield, Gillian Anderson, Emma Mackey, Ncuti Gatwa, Connor Swindells, Kedar Williams-Stirling, Alistair Petrie, Aimee Lou Wood u.v.a. Idee: Laurie Nunn. Regie: Ben Taylor und Kate Herron.


Credits:
Bilder (c) Netflix.


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