Mysterious Mermaids (Kurzkritik)

17. März 2019

In Siren, in Deutschland unter dem Titel Mysterious Mermaids bei Pro Sieben ausgestrahlt, erhält eine amerikanische Küstenstadt unerwarteten „Besuch“ von Meerjungfrauen.

Von Meerjungfrauen und Menschen

Die Bewohner des Küstenstädtchens Bristol Cove im US-Bundestaat Washington leben überwiegend vom Fischfang. Der junge Ben Pownall (Alex Roe) arbeitet allerdings nicht bei seiner Familie im großen Fischereiunternehmen der Stadt, sondern kümmert sich gemeinsam mit seiner Freundin Maddie (Fola Evans-Akingbola) als Meeresbiologe um gestrandete Meerestiere. Eines Tages gabelt Ben eine merkwürdige, zierliche Frau (Eline Powell) auf. Kurz zuvor ist ein Fischer verschwunden, der von einer geheimnisvollen Meereskreatur angegriffen wurde…

Zugegebenermaßen war meine Erwartungshaltung bei Mysterious Mermaids eher gering. Schließlich befürchtete ich nach Sichtung des ersten Trailers Teenie-Kitsch mit Hochglanz-Gesichtern, auch weil junge Erwachsene die Zielgruppe des produzierenden US-Senders Freeform sind. Und doch vermag einen die Serie in so mancher Hinsicht positiv zu überraschen. Das liegt nicht nur daran, dass die meisten Schauspieler recht normal aussehen und lediglich Hauptdarstellerin Eline Powell (die bereits im Fantasy-Blockbuster King Arthur: Legend of the Sword eine der drei „Sirenen“ spielte) mit ihrer anderweltlichen Erscheinung hervorragt. Die Inszenierung mag zwar vor allem zu Beginn etwas altmodisch wirken, umschifft aber gekonnt allzu reißerische Schockmomente und vermeidet eine plump übersexualisierte Darstellung der Meerjungfrauen. Inhaltlich bietet Mysterious Mermaids eine solide Story zwischen Meeresmenschen-Mythologie, Öko-Drama und Verschwörungskrimi à la Akte X. Die Meerjungfrauen kommen deshalb dem Land immer näher, weil sie durch die Überfischung ihrer Nahrungsquellen beraubt werden. Da hier mit Sirenen und Meerjungfrauen zwei an sich unterschiedliche Fabelwesen vermischt werden erscheint der englischsprachige deutsche Titel etwas weniger unsinnig als man meinen könnte.

Nach der deutschen Free-TV-Premiere am 27. Februar, 6. März und 13. März 2019 ist die erste Staffel von Mysterious Mermaids aktuell noch in der Mediathek von Pro Sieben oder kostenpflichtig über Amazon Video abrufbar.

Mysterious Mermaids (Siren)
Mysteryserie USA 2018. 10 Folgen (Staffel 1). Gesamtlänge: ca. 400 Minuten.
Mit: Alex Roe, Eline Powell, Fola Evans-Akingbola, Ian Verdun, Sibongile Mlambo, Rena Owen, Ron Yuan u.a. Idee: Eric Wald & Dean White.

 

Credits:
Bilder (c) Freeform/Pro Sieben.

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Schwermetall Chronicles: Die Krone des Königs (Kurzkritik)

4. November 2018

Für mehrere Jahrzehnte prägte das französische Anthologie-Magazin Métal Hurlant die Comicwelt. 2012 und 2014 erschien eine TV-Serie mit zwei Staffeln, die im Stile der Vorlage eigenständige Geschichten erzählt. In Folge 1, Die Krone des Königs, kämpfen tapfere Recken um den Thron ihrer Heimat…

Zwischen 1975 und 1986 bzw. 2002 und 2006 erschien das französische Comic-Magazin Métal Hurlant. Unter dem Titel Schwermetall (Untertitel: Fantastische Comics für Erwachsene) gab es zwischen 1980 und 1999 auch eine Schwesterpublikation in Deutschland. Ins Leben gerufen wurde die Anthologie von Stories aus den Genres Science-Fiction, Fantasy sowie Horror von Jean Giraud alias Moebius und Philippe Druillet. Über die Jahre wirkten weitere renommierte Künstler wie Enki Bilal, Milo Manara, Richard Corben und Alejandro Jodorowsky mit. Auf Basis der amerikanischen Variante entstanden zwei Animationsfilme: Heavy Metal (1981) und Heavy Metal F.A.K.K.² (2000). In französisch-belgischer Ko-Produktion wurde in Rumänien eine aus zwei Staffeln und insgesamt 12 Episoden bestehende englischsprachige Fernsehserie gedreht, wobei Guillaume Lubrano Regie führte und die Drehbücher mitverfasste. Als Verbindungsglied zwischen den einzelnen Geschichten dient der titelgebende Komet, welcher den Planeten passiert, auf dem sich die jeweilige Episodenhandlung abspielt.

In einer dystopischen, mittelalterlichen Welt regiert ein despotisch-hedonistischer König dank seiner Armee von Roboterdronen. Kurz vor dem Tod des Tyrannen wird in einem Turnier auf Leben und Tod um dessen Nachfolge gekämpft. Vier Männer, Guillam (Scott Adkins), Teague (Michael Jai White), Julian (Matt Mullins) und Adam (Darren Shahlavi), stehen im Finale. Vor allem der aus einem Slum stammende Guillam möchte die Tyrannei beenden, dabei den Menschen Technologie und Wohlstand zurückgeben. Doch auch seine Kontrahenten haben große Ziele…

Das Szenario klingt grundsätzlich erst einmal nicht uninteressant, bietet über einen Großteil der 23 Minuten nur eine zwar ohne große Tricks auskommende, aber dafür mit zuvielen Zeitlupen garnierte Gladiator– bzw. Spartacus-Variante in Kurzform, die dann auch noch teilweise holprig inszeniert wurde. Scott Adkins, wie die übrigen drei Darsteller (von denen Darren Shahlavi 2015 mit nur 42 Jahren an einem Herzinfarkt verstarb) ausgewiesener Martial-Arts-Experte, spielt seine Rolle immerhin besser als den Antagonisten im miesen The Legend of Hercules (2014). Der für seinen Musik zu den Assassins Creed-Videospielen bekannte Däne Jesper Kyd spult leider nur ein generisch-nerviges Programm herunter. King’s Crown wäre also eher ein Reinfall, wäre da nicht das recht unerwartete Finale dieser ersten Episode.

Schwermetall Chronicles, 1×01: Die Krone des Königs
(Métal Hurlant Chronicles: King’s Crown/La Couronne du Roi)
Frankreich, Belgien 2012. FSK 16. 23 Minuten. Mit: Scott Adkins, Michael Jai White, Matt Mullins und Darren Shahlavi. Regie: Guillaume Lubrano. Drehbuch: Guillaume Lubrano und Justine Veillot. Nach der Comic-Story von Jim Alexander und Richard Corben.


Bilder (c) Universal Pictures.


The Gifted – Folgen 1 bis 6

22. Februar 2018

Weil sich die beiden Kinder als Mutanten entpuppen muss eine vierköpfige Familie ihr bisheriges Leben hinter sich lassen und untertauchen. Dies ist die Prämisse von The Gifted, einer neuen Serie aus dem X-Men-Universum.

The Gifted – Folgen 1 bis 6 Science-Fiction-Serie USA 2017. Episodenlänge: ca. 42 Minuten. TV-Erstausstrahlung: 17. Januar 2018.
Mit: Stephen Moyer, Amy Acker, Sean Teale, Natalie Alyn Lind, Percy Hynes White, Coby Bell, Jamie Chung, Blair Redford, Emma Dumont, Elena Satie u.a. Idee: Matt Nix. Nach Comics von Stan Lee und Jack Kirby.

 

Fast NiX Neues

In nicht allzu ferner Zukunft. Die Existenz von Mutanten, Menschen mit besonderen Fähigkeiten, ist der Weltöffentlichkeit bekannt. Sowohl die X-Men als auch die Bruderschaft von Magneto sind verschwunden. Mutanten werden als potenzielle Terroristen verfolgt. Staatsanwalt Reed Strucker (Stephen Moyer) hat schon des öfteren solch „gefährliche“ Individuen hinter Gittern gebracht. Doch seine Ansichten bezüglich der „Begabten“ ändern sich, als seine eigenen Teenager-Kinder, Lauren (Natalie Alyn Lind) und ihr jüngerer Bruder Andy (Percy Hynes White), sich als Mutanten herausstellen. Nach einem Zwischenfall in der Highschool, bei welchem Lauren und Andy ihre Kräfte offenbaren, gerät die Familie ins Visier der Sentinel Service, einer Spezialeinheit zur Ergreifung von Mutanten. Reed, dessen Ehefrau und Krankenschwester Caitlin (Amy Acker) sowie die Kinder begeben sich auf eine abenteuerliche Flucht und suchen Kontakt zum lokalen Mutanten-Untergrund. Führende Mitglieder dieses Netzwerkes sind Marco „Eclipse“ Diaz (Sean Teale), John „Proudstar“ Thunderbird (Blair Redford) und Sonya „Dreamer“ Simonson (Elena Satie). Bei der Rettung der flüchtigen Clarice alias Blink (Jamie Chung) wurde Marcos schwangere Freundin Lorna „Polaris“ Dane (Emma Dumont) von der Polizei gefasst und ausgerechnet von Reed ins Gefängnis überstellt. Den flüchtigen Struckers dicht auf den Fersen: Agent Jace Turner (Coby Bell) von den Sentinel Services…

Nach Legion (Staffel 1 mittlerweile auf DVD und BluRay erhältlich, Staffel 2 ab 04.04.2018 beim deutschen Fox Channel) kommt mit The Gifted die zweite Serie welche im Universum von Marvels Comic-Mutanten spielt, mit den bisherigen Kinofilmen (z.B. X-Men, X-Men 2, X-Men: Der letzte Widerstand, X-Men: Erste Entscheidung, X-Men: Zukunft ist Vergangenheit und X-Men: Apokalypse) aber nur lose verbunden ist. Die Figuren basieren zum Teil auf vorhandenen Sprechblasen-Vorbildern, sind aber auch Eigenkreationen von Serienschöpfer Matt Nix (Burn Notice) und seinem Autorenteam.

Obwohl ich persönlich keine großen Erwartungen an The Gifted hatte (und vor allem nicht der Illusion verfalle, dass die neue Show nur annähernd an die unbeschreiblich grandiose erste Runde von Legion heranreichen könnte), so bin ich doch eher unbeeindruckt, wenngleich die Produktion des US-Networks Fox keinesfalls misslang. Nur leider gewinnt The Gifted dem Stoff kaum etwas Neues ab, vor allem wenn man eine oder mehrere der erwähnten Filme und/oder die thematisch sehr ähnliche Serie Heroes sowie deren Nachfolger Heroes Reborn schon kennt. Selbst die Verbindung mit tagesaktuellen Thema wie Terrorismus und Flüchtlingskrise bringen da keinen besonderen Mehrwert. Immerhin wird die Handlung schnörkellos inszeniert (bei der Pilotfolge führte Bryan Singer Regie, bei der zweiten Folge der unter anderem durch Underworld bekannte Len Wiseman) und die Actionszenen sind glücklicherweise alles andere als überladen.

Aus den oben erwähnten Gründen endet meine Sichtung der Mutanten-Show nach sechs Episoden. Es gibt schließlich noch viele andere interessantere Serien, die meine Aufmerksamkeit verdienen, etwa die 11. Staffel von Akte X, die nächste Woche (Mittwoch 28. Februar 2018) ihre Free-TV-Premiere auf Pro Sieben feiert. Und ab April kehrt schließlich Legion zurück.

The Gifted läuft seit dem 17. Januar 2018 immer mittwochs um 21:00 Uhr beim deutschen Pay-TV-Sender Fox Channel und ist über die Streamingplattformen von Sky und Vodafone abrufbar.

Fazit: Die ersten sechs Folgen von The Gifted liefern zwar solide Serienkost, bleiben hinsichtlich der Mutanten-Thematik aber recht uninspiriert. 5 von 10 Punkten.


 

Credits:
Bilder © Fox/Fox Channel Deutschland.


The Shannara Chronicles: Staffel 2

20. Dezember 2017

Nach der Rettung des Elfenreiches werden die vier Lande von neuen Bedrohungen überschattet. Haldelf Wil Ohmsford und seine Freunde sind auch in der 2. Staffel von The Shannara Chronicles gefragt.

The Shannara Chronicles: Staffel 2 (The Shannara Chronicles: Season 2)
Fantasyserie USA 2017. FSK: Freigegeben ab 16 Jahren. 10 Folgen Gesamtlänge: ca. 410 Minuten.
Mit: Austin Butler, Ivana Baquero, Manu Bennett, Aaron Jakubenko, Marcus Vanco, Malese Jow, Vanessa Morgan, Gentry White, Caroline Chikezie, Desmond Chiam, Andrew Grainger u.a. Nach der Romanreihe von Terry Brooks. Adaption: Alfred Gough und Miles Millar.

Terror und Finsternis

Ein Jahr nachdem Dämonenfürst Dagda Mor und seine Truppen unter schweren Verlusten besiegt werden konnten droht neues Ungemach in den vier Landen der postapokalyptischen Erde. Der gnadenlose General Riga (Desmond Chiam) will mit seiner Terrormiliz „Crimson“ Magie komplett ausrotten und schreckt dabei vor Mord an vielen Unschuldigen nicht zurück. König Ander Elessedil (Aaron Jakubenko), dessen Nichte Amberle sich opferte und zur Reinkarnation des magischen Baumes Ellcrys wurde, plant das geschwächte Reich der Elfen durch eine Allianz mit dem menschlichen Königreich Leah unter Königin Tamlin (Caroline Chikezie) zu stabilisieren. Tamlin indes hat eigene Pläne. In der Gnomenstadt Storlock führt Haldelf Wil Ohmsford (Austin Butler) ein genügsames Leben als Heilkundiger, bis die geheimnisvolle Mareth (Malese Jow) auftaucht. Die ehemalige Rover-Tochter Eretria (Ivana Baquero) lebt mit ihrer Geliebten Lyria (Vanessa Morgan) in den Ruinen von San Francisco. Der von dunkler Bessesenheit befallene Bandon (Marcus Vanco) macht sich an die gefährliche Aufgabe, den finsteren Warlock-Lord wieder zum Leben zu erwecken. Druide Allanon (Manu Bennett) will den Ausbruch der Dunkelheit verhindern…

Wil hadert mit seinem Schicksal

Keine Ahnung, was mich nach der durchwachsenen ersten Staffel geritten hat, The Shannara Chronicles weiterzuschauen. Denn trotz einiger neuer Figuren und Thematiken liefert Season 2 der in Neuseeland gedrehten Fantasyserie weitgehend den gleichen (Teenie-)Einheitsbrei wie zuvor ab.

Dabei gestaltet sich die Story der zehn neuen Episoden zu Beginn noch interesssant, eröffnet mit der Bedrohung durch die Terrormiliz „Crimson“ (als Genre-Variante real existierender Terroristen-Gruppen) und den finsteren Plänen des gefallenen Magiers Bandon doch ein mehrschichtiges Szenario mit Potenzial. Doch im Verlauf wird die Handlung immer einfallsloser und spult die gängigen Tropen und Motive per Autopilot ab. Es würde sich zum Beispiel lohnen, ein Trinkspiel zu veranstalten, jedes Mal wenn Protagonist Wil Ohmsford mit seiner Rolle als schicksalsträchtiger Held hadert. Da dürfte der Alkoholpegel nach wenigen Folgen hoch sein. Oder man führt eine Strichliste mit den entsprechenden Klischees und hakt diese nach Erledigung ab.

Auch ohne Kenntnisse der Bücher von Autor Terry Brooks (*1944) gehe ich davon aus, dass die zweite Season auf keinem seiner Roman direkt basiert, und es sich stattdessen um Fanfiction handelt, siehe das plötzliche Auftauchen der Tochter einer Hauptfigur oder die Zeitreise eines anderen Charakters, der auf die eigenen (in der Gegenwart bereits verstorbenen) Eltern trifft.

Dabei wirkt die Serie nicht durchgehend mäßig. Bei den „Production Values“ kann „Shannara“ mit den ausgefallenen Kostümen, teils opulenten Setpieces und ordentlichen CGI-Effekten durchaus punkten. Die immer für eine Augenweide geeignete Landschaft von Neuseeland würde allerdings besser zur Geltung kommen, wenn nicht fast jede Episode der gleiche Strand für diverse Schauplätze herhalten müsste. Positiv anzumerken ist die Diversität im Darsteller-Ensemble hinsichtlicht verschiedener Ethnien und in Ansätzen bezüglich sexueller Orientierung.

Die größten Schwachpunkte der Fantasy-Adaption sind aber wie letztes Jahr die äußerst armseligen Dialoge. Warum die Autoren meinen sich dabei auf ein abgedroschenes Highschool-Niveau begeben zu müssen und dem Stoff/Genre nicht eine angemessenere Wortwahl angedeihen, wissen wohl auch nur die weisen, längst vergessenen Druiden aus den vier Landen. Auch wenn in der 2. Staffel neue Figuren etabliert werden (darunter mit Königin Tamlin eine teilweise ambivalente Oprah-Winfrey-Kopie), so kommt ein Großteil des Ensembles aus der Riege ausdrucksloser hochglanzgesichter mit limitierten schauspielerischen Fähigkeiten. Manu Bennett (Gallier Crixus aus Spartacus, Ork Azog aus der Hobbit-Trilogie) darf hier nicht nur weiter als Druide Allanon hohle Weisheiten und eindringliche Warnungen in seinen Bart nuscheln, sondern im letzten Drittel auch als eine Art düsterer Aquaman agieren. Die ebenfalls magiebegabte Mareth wirkt wie der fleischgewordene Traum von Manga-/Videospiel-Nerds. Immerhin müssen wir die hilflos dreinschauende Poppy Drayton als Amberle nur noch in wenigen Visionen erleben.

Man kann es drehen, wie man will, aber die bessere der beiden aktuellen Endzeit-Shows des Autoren-/Produzentenduos Alfred Gough und Miles Millar (Smallville) ist bei weitem Into The Badlands, die 2018 in eine dritte Staffel geht. Ob The Shannara Chronicles ebenfalls verlängert wird, darf aufgrund der schwachen Quoten beim US-Publikum eher bezweifelt werden.

Staffel 2 der Shannara Chronicles erscheint am 21. Dezember 2017 auf BluRay und DVD. Seit 14. Dezember ist die Season auch komplett bei Amazon Prime Video arufbar. Für echte Fanfiction zur Serie und den Büchern empfehle ich einschlägige Internetseiten.

Fazit: Auch in Runde zwei verschwendet die nicht uninteressante, optisch ansprechend aufgemachte Fantasyserie ihr inhaltliches Potenzial und verliert sich in allzu beliebigen Storywendungen mit armseligen Dialogen sowie ausdruckslosen Hochglanzgesichtern. 3 von 10 Punkten.


Nein, das ist nicht Oprah Winfrey

Bilder (c) Amazon/Concorde.


Coffee and Cigarettes (Kurzkritik)

27. Februar 2017

In seinem achten Spielfilm widmet sich der amerikanische Indie-Regisseur Jim Jarmusch den beiden (vielleicht) liebsten Genussmitteln überhaupt.

coffee-and-cigarettes_dvdDurch seine letzten beiden Filme, Only Lovers Left Alive (2013) und Paterson (2016) wurde ich auf den Filmemacher Jim Jarmusch besonders aufmerksam. Auch wenn ich selbst nur einem der beiden im Titel genannten „Laster“ fröne, so war es nur eine Frage der Zeit, bis die Koffein-und-Nikotin-Collage konsumiert werden musste.

Zwei oder mehr Leute treffen sich bei ein paar Tassen Kaffee und Zigaretten. Es wird geplaudert, über Gott und die Welt, die Folgen von übermäßigem Koffein- und Nikotin-Konsum, gesunde Ernährung, Starrummel und vieles mehr. So kommt es zu den unterschiedlichsten Begegnungen der kuriosen und komischen Art. Da treffen Joie Susannah Lee und Cinqué Lee (Geschwister des Regisseurs Spike Lee) als Zwillinge auf einen etwas aufdringlichen Kellner (Steve Buscemi), der ihnen die Geschichte von Elvis Presleys bösem Zwillingsbruder zum Besten gibt. Die Kultmusiker Iggy Pop und Tom Waits feiern ihre Nikotin-Abstinenz mit einer Zigarette. Alfred Molina offenbart seinem Schauspielkollegen Steve Coogan freudestrahlend, dass die beiden über 50 Ecken miteinander verwandt sind, was letzteren sogar nicht beeindruckt. Cate Blanchett trifft in einer Doppelrolle auf ihre eigene (fiktive) Cousine, die ihr sogar nicht ähnelt. Zwei Rapper diskutieren mit Kellner Billy Murray seine Suchtprobleme.

Schwarzer Kaffee, weiße Glimmstengel, dazu ein durchgehendes Schwarzweiß-Muster auf Bodenfliesen und Tischdeko und nicht zu vergessen: die Bilder sind auch nur zweifarbig. Jim Jarmuschs optisch minimalistische Kurzfilm-Anthologie – die ersten drei Episoden entstanden bereits zwischen 1986 und 1993 – serviert elf kleine Personenkonstellationen um zwei der angesehensten Genussmittel, die zwischen vergnüglicher Banalität sowie hintersinnigem Tiefgang pendeln und dabei nicht selten mit den realen Personalien der Akteure spielen. Fürs Protokoll: ich persönliche trinke meinen Kaffee immer schwarz, mit Rohrzucker.

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7-10Coffee and Cigarettes
Episodenfilm USA 2003. FSK 12. OmU. 92 Minuten. Mit: Roberto Benigni, Stephen Wright, Joie Lee, Cinqué Lee, Steve Buscemi, Iggy Pop, Tom Waits, Alex Descas, Isaach De Bankolé, Cate Blanchett, Meg White, Jack White, Alfred Molina, Steve Coogan, GZA, RZA, Bill Murray u.a. Drehbuch und Regie: Jim Jarmusch.

Bilder (c) Arthaus/Kinowelt.


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Aus den Aufzeichnungen der Skáldkonur: Wo Worte sich zu Texten fügen, ist es Zeit für den Barden seine Geschichten zu erzählen.

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