The Pentaverate

30. Juni 2022

Comedian Mike Myers hat erstmals eine Serie für Netflix geschaffen, in welcher er außerdem nicht weniger als acht unterschiedliche Rollen spielt. The Pentaverate dreht sich um einen Geheimbund, der es ausnahmsweise mal gut mit der Menschheit meint.


„The Pentaverate must never be exposed!“

Nach dem Ausbruch der Pest in Europa im Jahre 1347 wurde ein Geheimbund von fünf Gelehrten gegründet, um die Welt zu verbessern. Auch in der Gegenwart besteht dieses „Pentaverate“ noch immer. Als eines ihrer Mitglieder, der Computer-Experte Jason Eccleston (Mike Myers) tot aufgefunden wird, rekrutieren die vier anderen – der betagte Lord Lordington (Mike Myers), der australische Medienmogul Bruce Baldwin (Mike Myers), der Musik- und Talentmanager Shep Gordon (Mike Myers) und der russische Oligarch Mishu Ivanov (Mike Myers) einen neuen in ihre Runde: den Nuklearphysiker Hobart Clark (Keegan-Michael Key). Clark soll helfen, die Klimakrise zu stoppen. Doch wenig später gibt es weitere Todesfälle. Unterdessen wird der erfahrene kanadische TV-Reporter Ken Scarborough (Mike Myers) von seinem Sender entlassen. Gemeinsam mit der jungen Kamerafrau Reilly (Lydia West) gerät Ken an den Verschwörungstheoretiker Anthony Lansdowne (Mike Myers), der ihnen vom „Pentaverate“ erzählt. Ken gelingt es, sich in die Hausarmee des Geheimbundes einzuschleusen und will mit einer Enthüllungsstory seinen Job wiederbekommen…

Schauspieler, Comedian, Autor und Produzent Mike Myers wurde zu Beginn seiner Karriere als Mitglied der traditionsreichen Sketchcomedyreihe Saturday Night Live und als schräger Titelheld in Wayne’s World (1992) sowie dessen Fortsetzung aus dem Folgejahr bekannt. Noch größeren Bekanntheitsgrad erreichte der 1963 geborene Kanadier als schriller Geheimagent in den drei Austin Powers-Filmen (1997, 1999, 2002) und als Sprecher des Ogers Shrek in der gleichnamigen Animationsfilmreihe. Kürzlich ist Mike Myers‘ erste Arbeit für Netflix erschienen. Bei der sechsteiligen Comedy-Miniserie The Pentaverate fungierte Myers nicht nur als Schöpfer und Chefautor, sondern spielt insgesamt acht (!) verschiedene Rollen. In der gesamten Austin Powers-Reihe waren es dagegen „nur“ fünf.

Es erscheint unglaublich was manche Spinner da draußen so alles glauben: die Erde ist eine Scheibe, die Mondlandung wurde in einem Filmstudio inszeniert, die Geschicke der Welt werden im Verborgenen von Reptiloiden gesteuert, echte Vögel gibt es nicht, die Sache mit den Chemtrails usw. Von Reichsbürgern und Querdenkern will ich gar nicht erst anfangen. Jedenfalls ein weites Feld an absurden Theorien, aus dem man in einer fiktionalen Serie viel machen kann. Nur machen Myers und seine Co-Autoren daraus viel zu wenig. Natürlich darf man nicht erwarten, dass die Thematik in einer Gesamtlaufzeit von lediglich gut zweieinhalb Stunden (die Episodenlänge variiert zwischen 21 und 31 Minuten) erschöpfend behandelt wird. The Pentaverate erweist sich über weite Strecken als ziemlich unlustig und wechselt überwiegend zwischen niveaurmen Humor unter der Gürtellinie, abgedroschenen kulturellen Stereotypen und fadem Wortwitz. Die starke Leistung des Make-Up-Departments, einige wenige gelungene Gags und die überschaubare Länge gestalten die Angelegenheit immerhin einigermaßen kurzweilig. Erst zum Ende hin lässt die Serie ihr mögliches Potenzial kurzzeitig aufblitzen. Insgesamt wirkt das Ganze aber wie ein überlanger Saturday Night Live-Sketch. Mein persönliches Highlight in dieser sehr mauen Produktion war die herrlich überzeichnete, aber nicht sehr umfangreiche Doppelrolle von Jennifer Saunders (Absolutely Fabulous, Shrek 2) als „Maester“ von Dubrovnik und dessen Schwester.

The Pentaverate ist seit dem 5. Mai 2022 Teil des Angebots von Netflix.


The Pentaverate
Comedyserie USA 2022. 6 Folgen. Gesamtlänge: ca. 160 Minuten.
Mit: Mike Myers, Debi Mazar, Lydia West, Keegan-Michael Key, Ken Jeong, Richard McCabe, Jennifer Saunders u.v.a. Idee: Mike Myers. Regie: Tim Kirkby.

Credits
Bilder (c) Netflix

 

 

 


Penny Dreadful: City of Angels, Folge 8

16. August 2020

Seit ein paar Tagen ist auch die deutsche Erstausstrahlung der ersten Staffel von Penny Dreadful: City of Angels bei Sky vollendet während ich noch ein wenig im Rückstand bin. Heute geht es weiter mit Folge 8.

American Horror Story oder The Good German

Trevor Craft (Hudson West) beerdigt seinen Hamster und vertraut Haushälterin Maria Vega (Adriana Barraza) an, dass „Stiefbruder“ Frank Branson (Santino Barnard) ihn getötet hat. Doch dies ist nur der Auftakt zu den schaurigen Taten des kleinen Satansbratens. Als nächstes plant Franks „Mutter“ Elsa (Natalie Dormer) nämlich die mexikanische Angestellte loszuwerden, weswegen der Junge einen gehörigen Spuk veranstaltet. Willkommen in John Logans eigener Version von American Horror Story!

Papa Peter Craft (Rory Kinnear) hat es derzeit auch nicht leicht. Seine Ehefrau Linda (Piper Perabo), die er in die Klapse eingewiesen hat, droht ihn zu vernichten. Und bei der Versammlung des German-American Bunds sieht sich Peter einer Mehrheit von Mitgliedern gegenüber, die mit aller Macht gegen die Juden vorgehen wollen. Doch Craft, dessen wahre Herkunft enthüllt wird, sieht sich zwar als stolzer Deutscher, aber auch als Pazifist, was seiner neuen Flamme Elsa so gar nicht schmeckt.

Die Polizisten Tiago Vega (Daniel Zovatto) und Lewis Michener (Nathan Lane) versuchen heraus zu finden, wie weit die „Stützen der Gesellschaft“ mit den Nazis zusammenarbeiten. Michener prallt bei Stadtratsmitglied Townsend (Michael Gladis) ab, erhält jedoch Unterstützung von anderer Seite. Unterdessen besucht Tiago den „Joyful Voices“-Tempel und bekommt von Adelaide Finnister (Amy Madigan), der Mutter seiner heimlichen Geliebten Molly (Kerry Bishé), einen Einblick in die Arbeit der Organisation. Hierbei wird Tiago Zeuge wie seine Schwester Josefina (Jessica Garza) getauft wird.

Townsend und sein Lover/Aufpasser Kurt (Dominic Sherwood) gehen in einen geheimen Club wo Männer mit Männern und Frauen mit Frauen tanzen. Die Clubsängerin spielt niemand Anderes als Patti LuPone, die in Penny Dreadful als Hexe Joan Clayton (Staffel 2, Folge 3) sowie auch in der Rolle der Psychotherapeutin Dr. Seward (Staffel 3) zu sehen war. Unnachahmlich wie die erfahrene Broadway-Aktrice den insgesamt nicht einfachen Jazzsong Stardust (1927) von Hoagy Carmichael intoniert. Gerne mehr davon.

Penny Dreadful: City of Angels, 1×08: Hide and Seek
USA 2020. 53 Minuten. Drehbuch: Tatiana Suarez-Pico. Regie: Sheree Folkson.

 

 

Credits
Bilder (c) Showtime/Sky.

 


Batman (TV-Serie) – Folgen 1 und 2 (Kurzkritik)

21. Juni 2018

Bei all den B-Film-Superhelden und dem hemmungslosen (Retro-)Camp im diesjährigen Kurzkritiken-Sommer darf natürlich die Mutter aller Superhelden-Fernsehserien nicht fehlen! Nanananananana…BATMAAAN!



Rätsel, Mammuts, Doppelgänger

Auf der Weltausstellung in Gotham City versetzt ein Rätsel des hinterhältigen Riddlers (Frank Gorshin) die Polizei in Aufruhr. Commissioner Gordon (Neil Hamilton) und Chief O’Hara (Stafford Rapp) alarmieren Milliardär Bruce Wayne (Adam West) alias Batman, der gemeinsam mit seinem minderjährigen Mündel Dick Grayson alias Robin (Burt Ward) sogleich zur Stelle ist. Doch bei ihren Ermittlungen wird das dynamische Duo vom Riddler und seiner Gespielin Molly (Jill St. John) überlistet. Wird es unseren Helden gelingen, den ruchlosen Rätselkönig zur Strecke zu bringen…?

Das US-Fernsehen der 1960er brachte nicht nur die ikonischen Kultserien Mission: Impossible (zu deutsch Kobra, übernehmen Sie; 1966-1973) und Star Trek (Raumschiff Enterprise; 1966-1969) hervor, sondern lange vor dem Marvel Cinematic Universe oder dem DC Extended Universe eine Superheldenshow: Batman. Zwischen 1966 und 1968 kämpften Adam West (1928-2017) und Burt Ward (geb. 1945) als menschliche Fledermaus und jugendlicher Sidekick in 120 Episoden (drei Staffeln) gegen die üblichen Verdächtigen des batman’schen Bösewichter-Kabinetts wie den Pinguin, den Joker, den Riddler und natürlich Catwoman! Zwischen den ersten beiden Staffeln dieser campy-ironischen und in jeglicher Hinsicht formelhaften Actionserie erschien mit Batman hält die Welt in Atem sogar ein Kinofilm. Doch zuvor wurde den Fledermaus-Fans in der Pilot-Doppelfolge so Einiges zugemutet: ein tanzender Batman unter Drogeneinfluss, die Entführung des minderjährigen Sidekicks sowie Austausch durch einen fiesen Doppelgänger, das mit Briefmarken gefüllte moldawische (!) Mammut und mehr. Durch die HD-Fassung kommen die quietschbunten Kostüme unserer Helden und der Strampelanzug vom „Special Guest Villain“ Riddler (Kermit der Frosch als rumhampelnder Rätselkönig auf Speed) wunderbar zur Geltung. Alberne Wendungen, unzählige Bat-Gadgets, klischeetriefende Figuren, infantile Dialoge und natürlich die obligatorische Prügelei zum großen Finale gibt’s gratis dazu. Mehr als vier Folgen am Stück halte ich allerdings kaum aus. Für weitere Episoden-Besprechungen verweise ich daher auf den unerschrockenen Kollegen vom Filmschrottplatz.

Seit dem 18. Juni 2018 läuft die Serie in HD beim deutschen SyFy-Channel. Auf DVD und BluRay ist sie bereits seit November 2014 erhältlich.

Batman – Folgen 1 und 2
Superhelden-Actionserie USA 1966. FSK 6. Gesamtlänge: 50 Minuten. Mit: Adam West, Burt Ward, Alan Napier, Neil Hamilton, Stafford Rapp, Madge Blake, Frank Gorshin, Jill St. John u.a. Nach Comics von Bill Finger und Bob Kane. Adaption: William Dozier und Lorenzo Semple Jr.. Drehbuch: Lorenzo Semple Jr. Regie: Robert Butler.

 

Credits:
Bilder (c) Warner


The Hour (Kurzkritik)

28. März 2013

Vom 7. bis 21 . März 2013 zeigte der Kultursender Arte die erste Staffel der britischen Serie The Hour, welche sich um ein Nachrichtenmagazin bei der BBC im Jahr 1956 dreht.

The Hour_TrioDie junge Journalistin Isabel „Bel“ Rowley (Romola Garai) sowie ihr bester Freund und Kollege Freddie Lyon (Ben Whishaw) werden für „The Hour“, das neue Nachrichtenmagazin der BBC, engagiert. Während Freddie als findiger Rechercheur eher hinter der Kamera agiert, übernimmt Bel die Leitung der Sendung, die der gut aussehende und privilegierte Hector Madden (Dominic West) moderiert. Als die Suezkrise in Ägypten ausbricht, die Russen in Ungarn einmarschieren und sich zwei mysteriöse Todesfälle ereignen, scheint genügend Stoff für die nächsten Sendungen gesichert. Doch Programmchef Clarence Fendley (Anton Lesser) und das Team von „The Hour“ bekommen immer wieder Druck von „oben“, meist in Gestalt von Angus McCain (Julian Rhind-Tutt), dem Pressesprecher des Premierministers, die Berichterstattung regierungskonform zu halten.

The Hour präsentiert sich in seiner ersten von zwei produzierten Staffeln schauspielerisch stark, vor allem von Romola Garai (Abbitte) als Bel und Ben Whishaw (Das Parfum) als Freddie, sowie spannend und wirkungsvoll inszeniert. Das Problem an der Serie ist deren Unentschlossenheit. Autorin Abi Morgan (Die Eiserne Lady) entwarf eine bisweilen undurchsichtige Mischung aus Gesellschaftsstudie wie Mad Men, Journalismus-Drama wie The Newsroom und Verschwörungsthriller. Diverse Handlungsstränge werden begonnen, aber nicht zu einem logischen Ende geführt, was zur Folge hat, dass man als Zuschauer am Ende nicht unbedingt viel schlauer ist. Um der Themenvielfalt gerecht zu werden, wären mehr als sechs Folgen nötig gewesen. Unterhaltsam ist das Ganze trotzdem. Hoffentlich strahlt Arte auch die zweite und letzte Season aus.

7-10The Hour
Drama-Serie UK 2011. 6 Folgen (Staffel 1). Gesamtlänge: ca. 360 Minuten. Mit: Romola Garai, Dominic West, Ben Whishaw, Anna Chancellor, Anton Lesser, Julian Rhind-Tutt u.v.a. Idee und Drehbuch: Abi Morgan.

Bild (c) BBC/Arte.


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