Das letzte Problem (2019)

9. Februar 2020

Personal und Gäste eines abgelegenen Hotels in Vorarlberg sitzen wegen starken Schneefalls fest. Da passiert ein Mord. Wie gut, dass ein Wiener Kommissar mit seinem Assistenten zur Stelle ist…

Die Arbeiten des Kommissars Horak

Durch starken und andauernden Schneefall ist das Hotel Edelweiss in den Bergen Voralbergs von der Außenwelt abgeschnitten. Ungehaltene Gäste, die einen Teil der Übernachtungskosten zurückerstattet haben wollen, sind allerdings bald das geringste Problem für Hoteldirektorin Beate Riegler (Maria Fliri) und ihren Bruder Franz (Max Moor). Denn das Zimmermädchen (Vidina Popov) findet den einsamen Meeresbiologen Hefenstein (Haymon Maria Buttinger) ermordet vor. Wie gut, dass der erfahrene Kommissar Jonas Horak (Karl Markovics) zu den Gästen zählt und sich mit seinem Assistenten Freitag (Stefan Pohl) sogleich an die Ermittlungen macht. Denn mit der hiesigen Polizei ist aufgrund der Witterungsverhältnisse vorerst nicht zu rechnen…

Seit 2012 produziert der ORF die Anthologie-Reihe Landkrimi. Die einzelnen Episoden sind in den unterschiedlichen Regionen Österreichs sowie auch in Südtirol angesiedelt. Das letzte Problem (nicht zu verwechseln mit dem unsäglichen Finale der vierten Staffel von Sherlock) spielt im westlichsten Bundesland unseres Nachbarlandes, in Vorarlberg. Nach einem Drehbuch des renommierten Schriftstellers Daniel Kehlmann (Die Vermessung der Welt, Tyll) wurde die Episode von Schauspieler Karl Markovics (Die Fälscher, Babylon Berlin) inszeniert, der auch die Hauptrolle übernahm.

Sehr zufällig und spontan entschloss ich mich zur Sichtung des TV-Krimis. Die Grundkonstellation erinnert natürlich an bekannte Whodunit-Klassiker, etwa nach Romanen von Agatha Christie, im Allgemeinen und an Die Arbeiten des Hercule, einer der letzten Episoden der langjährigen britischen Serie Poirot, im Besonderen. Eine mehr oder minder illustre Gesellschaft, von der Außenwelt abgeschnitten, hat einen Mörder in ihrer Mitte, den es zu entlarven gilt. Glücklicherweise gehört zu den Gästen auch ein erfahrener Kriminaler. Das letzte Problem liefert vordergründig genau diese Zutaten, um dann vor allem im letzten Drittel einen ganz anderen Weg einzuschlagen, vom scheinbar herkömmlichen Kriminalfall zum zwischen Tragik und Ironie pendelnden Drama, welches das ganze Szenario gehörig auf den Kopf stellt. Markovics scheint der Part des „routinierten“ Ermittlers Jonas Horak wie auf den Leib geschrieben. Daneben sind auch die hierzulande nicht ganz unbekannten Marc Hosemann (Parfum [TV-Serie], Der Goldene Handschuh), Sunnyi Melles (Der Große Rudolph) und der sonst eher als TV-Moderator agierende Max Moor (ttt – titel, thesen, temperamente) zu sehen.

Das letzte Problem gibt es seit dem 13. Dezember 2019 auf DVD. Nach der deutschen Erstausstrahlung ist der TV-Krimi noch bis einschließlich 29. Februar 2020 in der Arte-Mediathek abrufbar.

Landkrimi: Das letzte Problem
TV-Krimi Österreich, Deutschland 2019. 88 Minuten. Mit: Karl Markovics, Stefan Pohl, Maria Fliri, Max Moor, Laura Bilgeri, Julia Koch, Sunnyi Melles, Marc Hosemann, Kristina Bangert, Dominik Warta, Julia Heinze, Vidina Popov u.v.a. Drehbuch: Daniel Kehlmann. Regie: Karl Markovics.

 

Credits
Bilder (c) Superfilm/ORF/Arte.


Hercule Poirots Weihnachten

25. Dezember 2019

Eigentlich wollte Privatdetektiv Hercule Poirot ein gemütliches Weihnachten zuhause verbringen. Doch dann wird er von einem alten reichen Mann kontaktiert, der sein baldiges Ableben vermutet…

Christie’s Christmas Murder Mystery

Irgendwie hat es sich bei mir dieses Jahr nicht so recht ergeben, einen der zahlreichen Weihnachtsklassiker im Fernsehen, auf DVD oder per Streaming anzuschauen. Am Vormittag des 24. Dezember entschloss ich mich allerdings spontan, mit Hercule Poirots Weihnachten eine thematisch passende Episode der über einen Zeitraum von fast 25 Jahren in 13 Staffeln (1989-2013) veröffentlichten Krimiserie Poirot (basierend auf dem Romanen und Kurzgeschichten Agatha Christies über den exzentrischen belgischen Detektiv) anzusehen. Die Handlung der Folge in Spielfilmlänge (Staffel 6, Episode 1) spielt im Jahre 1936.

Der durch Diamantenfunde in Südafrika reich gewordene Simeon Lee (Vernon Dobtcheff) ist mittlerweile ein alter und kranker Mann, aber auch ein misanthroper, tyrannischer Patriarch, dessen Familie daher nicht viel für ihn übrig hat. Simeon lädt seine drei Söhne samt Anhang und seine spanische Enkelin Pilar (Sasha Behar) zu Weihnachten ein, um diese über eine geplante Testamentsänderung zu informieren. Gleichzeitig engagiert Lee Hercule Poirot (David Suchet), um herauszufinden wer ihm selbst nach dem Leben trachtet. Doch bereits am ersten Abend liegt Simeon Lee tot in seinem Zimmer. Der Raum wurde verwüstet und aus dem Safe fehlen vier ungeschliffene Diamanten. Der zufällig anwesende Superintendent Sugden (Mark Tandy) beginnt sogleich seine Ermittlungen. Poirot zieht aber auch seinen guten Bekannten, Chief Inspector Japp (Philip Jackson) von Scotland Yard, zu Rate. Jeder der Anwesenden – die Söhne George (Eric Carte), Alfred (Simon Roberts) sowie deren Ehefrauen Magdalene (Andrée Bernard) und Lydia (Catherine Rabett) inklusive des weitgereisten schwarzen Schafes Harry (Brian Gwaspari) und Pilar, dem einzigen Kind von Simeons verstorbener Tochter Jennifer – besitzt ein Motiv für den Mord…

Hercule Poirots Weihnachten feierte seine Premiere vor genau einem Vierteljahrhundert, am Christmas Day 1994. Generell ziehe ich bei der insgesamt 70teiligen Serie die Folgen in Spielfilmlänge den 50-Minütern vor. Die Weihnachtsepisode bildet ein gutes Beispiel für einen guten, soliden Whodunit-Beitrag, der mit einem etwas überraschenden Twist aufwartet. Eine Zweitsichtung macht aber dennoch Sinn. Denn wenn man die Lösung des Falles bereits kennt so bemerkt man beim zweiten Mal die im Verlauf der Geschichte subtil gestreuten Hinweise und Anspielungen. Bezüglich der Bildqualität mögen die frühen Staffeln etwas antiquiert wirken, aber Regisseur Edward Bennett, der für neun weitere Poirot-Folgen verantwortlich zeichnete, und sein Team machen inszenatorisch das Beste aus einem nicht sehr üppigen Budget und dem folglich weniger opulenten Szenenbild. Ab „Series 9“ (2003/04) sollten sich Look und Setting der TV-Produktion etwas verschwenderischer gestalten.

Hercule Poirots Weihnachten ist am 26. November 2010 auf DVD erschienen, als Bestandteil von Collection 7, welche die komplette 6. Staffel mit allen vier Episoden in Spielfilmlänge beinhaltet. Außerdem ist die Folge über einige Streaminganbieter abrufbar.

Poirot: Hercule Poirots Weihnachten (Poirot: Hercule Poirot’s Christmas)
TV-Krimi UK 1994. FSK 12. 103 Minuten (PAL-DVD). Mit: David Suchet, Philip Jackson, Simon Roberts, Catherine Rabett, Brian Gwaspari, Sasha Behar, Eric Carte, Andrée Bernard, Mark Tandy u.v.a. Nach dem Roman von Agatha Christie. Drehbuch: Clive Exton. Regie: Edward Bennett.


Credits
Bilder © ITV/Polyband

 


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