Fistful of Vengeance

4. März 2022

Anstelle einer zweiten Staffel wurde die Martial-Arts-Fantasyserie Wu Assassins mit einem Film fortgesetzt. In Fistful of Vengeance jagen der kämpfende Koch Kai und seine Freunde einen Killer bis nach Thailand.


Zombie Assassins

oder Nur noch kurz die Welt retten

Vor zweieinhalb Jahren, im August 2019, veröffentlichte Netflix die erste (und bisher einzige) Staffel von Wu Assassins. Darin erfuhr ein von Indonesiens Martial-Arts-Star Iko Uwais (The Raid) gespielter Koch aus Chinatown in San Francisco, dass er der letzte in einer Linie von übermenschlich begabten Kriegern ist, die verhindern müssen, dass die Mächte der fünf Elemente in falsche Hände geraten und so die Welt bedrohen. Gemeinsam mit seinen Freunden, dem Luxusauto-Garagenbesitzer Lu Xin (Lewis Tan) sowie den Geschwistern Jenny (Li Jun Li) und Tommy Wah (Lawrence Kao), die ein Restaurant betreiben, kämpfte Kai gegen Gangsterbosse wie seinen eigenen Ziehvater Uncle Six (Byron Mann) und den schottischen Mobster Alec McCollough (Tommy Flanagan). Hinsichtlich herausragend choreographierten Kampfszenen fast völlig ohne Wirework konnten mich die zehn Folgen überzeugen, ansonsten aber weniger. Dennoch bot die Serie kurzweilige Unterhaltung. Das hatte ich mir auch von der filmischen Weiterführung erhofft.

Wu Assassin und Koch Kai (Iko Uwais) ist mit seinen Freunden Lu Xin (Lewis Tan) und Tommy (Lawrence Kao) nach Bangkok gereist, um den Mord an Tommy Schwester Jenny zu rächen. Die Spur führt zum Biotech-Milliardär William Pan (Jason Tobin). Dieser erklärt, dass seine Zwillingsschwester, Unterweltboss Ku An Qi (Rhatha Phongam), hinter dem Mord steckt. Ku An Qi selbst ist ein Jiangshi, ein unsterblicher Vampir, der seinen Opfern Lebensenergie nimmt und andere Menschen zu kontrollien vermag. Mit der Hilfe von Tommys Bekanntschaft Preeya (Francesca Conroy) schaffen es Kai und seine Freunde die Sicherheitsvorkehrungen des Hotels zu umgehen, in welchem sich Ku An Qi mit anderen Triaden-Anführern trifft. Doch schon bald sehen sich die vier einer großen Übermacht von Kämpfern gegenüber, die alle unter Kus Kontrolle stehen. Kai trifft zudem auf eine alte Bekannte. Unterstützung erhält das Team in Person der südafrikanischen Interpol-Agentin Zama Zulu (Pearl Thusi), einer alten Flamme Lu Xins…

Meine Erwartungshaltung an Fistful of Vengeance war trotz oben geäußerter Hoffnung dann doch eher gering. Rein inhaltlich ergibt die ganze Sache auch sehr wenig Sinn. Das Drehbuch von Cameron Litvack, Jessica Chou und Yalun Tu (alle drei schrieben auch für Wu Assassins) reiht eine beliebige Wendung an die nächste und der Fantasyanteil des generischen Plots wirkt hier noch banaler als in der Serie. Die Figurendynamik erweist sich zudem als recht durchwachsen. Man kann aber mit dem Netflix-Film trotzdem seinen Spaß haben. Die Handlung hält sich nicht mit großen Erklärungen auf und wird geradlinig abgespult. Fast beiläufig, aber durchaus gekonnt werden die notwendigen Details aus der Serie in der Eröffnungsmontage von Tommy zusammengefasst, der gerade eine hübsche Frau mit seinen Erlebnissen als „Superheld“ beeindrucken möchte während Kai und Lu Xin sich zur gleichen Zeit mit allerlei Schergen prügeln. Fistful of Vengeance gehört definitiv nicht zu den Produktionen, die man sich wegen der Story oder Charakterentwicklung anschaut, sondern aufgrund der Action. Hinsichtlich dieser Kernkompetenz weiß das fertige Produkt auch wahrlich zu überzeugen. Auch wenn der niederländische Regisseur Roel Reiné (Inhumans), der bereits zwei Episoden der Serie inszenierte, unter anderem Direct-to-Video-Fortsetzungen wie Death Race 2 (2010), The Scorpion King 3 (2012) und Hard Target 2 (2016) in seiner Vita stehen hat, so liefert er mit dem vorliegenden Streifen eben kein billig heruntergekurbeltes Videotheken-Gekloppe.

Die ebenfalls von Reiné geführte Kamera liefert nicht nur eindrucksvolle Impressionen unterschiedlicher Schauplätze der thailändischen Hauptstadt, sondern beeindruckt auch mit ihrer Art die brachialen und hochwertig choreographierten Kampfszenen einzufangen. Vor allem wenn dank Dronen-Shots zwischen einzelnen Setpieces hin- und hergewechselt wird oder eine Prügelei mit mehreren Gegnern im Finale ohne Schnitt gefilmt wird. Vom Look her erinnert Fistful of Vengeance etwas an Filme aus derThe Fast and the Furious-Reihe, die Mission: Impossible-Blockbuster mit Tom Cruise und James Bond-Streifen. Lange in Erinnerung bleiben dürfte die inhaltlich dürftige Angelegenheit nicht, aber als kurzweiliger Actionkracher taugt sie dennoch.

Fistful of Vengeance ist seit dem 17. Februar 2022 bei Netflix abrufbar.

Fistful of Vengeance
Fantasy/Actionfilm USA 2022. FSK 16. 96 Minuten.
Mit: Uko Uwais, Lewis Tan, Lawrence Kao, Pearl Thusi, Francesca Conroy, JuJu Chan, Jason Tobin, Rhatha Phongam u.a. Nach Charakteren von John Wirth und Tony Krantz. Drehbuch: Cameron Litvack, Jessica Chou, Yalun To. Regie: Roel Reiné.

 

Credits
Bilder (c) Netflix.

 

 


Wu Assassins (Kurzkritik)

6. September 2019

Nach dem Ende von Into the Badlands hatte ich wieder Lust auf eine Martial-Arts-Serie. Wu Assassins, mit Indonesiens Kampfsport-Star Iko Uwais in der Hauptrolle, verknüpft ein Triaden-Krimidrama mit leider etwas halbgaren Fantasy-Elementen.

Kai, der kämpfende Koch

Chinatown, San Francisco. Eigentlich führt der chinesisch-indonesische Koch Kai Jin (Iko uwais) ein einfaches Leben. Tagsüber arbeitet er als Angestellter eines Foodtrucks, abends hilft er im Restaurant seiner Freunde, den Geschwistern Jenny (Li Jun Li) und Tommy Wah (Lawrence Kao), aus. An einem dieser Abende kommt es zu einem Zwischenfall mit einer Gruppe Triadengangster, die Kai daraufhin verfolgen. Doch bevor er es mit den Schlägern aufnimmt, begegnet er in einer Vision der Kriegerin Ying Ying (Celia Au). Diese offenbart ihm, dass er als letzter der sogenannten Wu Assassins dazu ausersehen ist, die Welt vor den zerstörerischen Kräften der Wu Warlords zu bewahren, von denen jeder die Macht über eines der fünf Elemente besitzt. Kai muss die fünf Warlords ausschalten. Doch ausgerechnet sein Adoptivvater, der rücksichtsloser Triaden-Boss Uncle Six (Byron Mann), gehört zu dem mächtigen Personenkreis. Während Kai mit seinem Training bei Ying Ying beginnt, wird die Undercover-Polizistin Christina „CG“ Gavin (Katheryn Winnick) in die Autowerkstatt von Kais bestem Freund Lu Xin (Lewis Tan) eingeschleust, in welcher teure Schlitten nicht nur repariert und aufgemotzt werden…

Iko Uwais, ein indonesischer Schauspieler, Stuntman, Kampfszenen-Choreograph und Experte in Pencak Silat (den traditionellen Kampfkunstformen seiner Heimat) wurde durch seine Rolle in Gareth Evans‘ Actionfilm The Raid (2012), über eine tödliche Razzia in einem von Gangstern kontrollierten Hochhaus, international bekannt. Die Autoren/Produzenten John Wirth (Hell on Wheels, Hap and Leonard) und Tony Krantz (Mulholland Drive, Dracula) schrieben Uwais die zentrale Rolle ihrer Serie Wu Assassins auf den Leib. Fast völlig ohne Wirework glänzt die Netflix-Produktion durch brachiale-rasante, ansprechend inszenierte Prügelszenen. Dafür wurden weitere MA-erprobte Darsteller wie Byron Mann (Streetfighter, The Man with the Iron Fists), Lewis Tan (Into the Badlands, Deadpool 2), Mark Dacascos (Pakt der Wölfe, Born 2 Die) und Katherynn Winnick (bekannt aus der Historienserie Vikings) verpflichtet. Der Fantasyteil überzeugt am wenigsten, auch weil die Effekte teilweise etwas altbacken wirken. Trotz Logiklöcher so groß wie die Golden-Gate-Bridge (und die Skyline von San Francisco, die hier durchgehend ins Bild gerückt wird, obwohl in Vancouver gedreht wurde) bleibt die Spannung hoch, auch weil die Story durchaus ein paar Überraschungen bereithält. Immer dann wenn der Schwerpunkt eher auf der Dynamik zwischen den vier alten Freunden Kai, Lu Xin, Jenny und Tommy liegt wirkt die Serie am stärksten. Ein Gesellschaftsdrama über das Leben und die organisierte Kriminalität in Chinatown ohne übersinnlichen Hoku Pokus wäre aus meiner Sicht die bessere Wahl gewesen.

Die zehnteilige erste Staffel von Wu Assassins ist seit dem 8. August 2019 bei Netflix abrufbar.

Wu Assassins
Action/Fantasyserie USA 2019. 10 Folgen (Staffel 1). Gesamtlänge: 450 Minuten. Mit: Iko Uwais, Byron Mann, Li Jun Li, Lawrence Kao, Lewis Tan, Katheryn Winnick, Celia Au, Tommy Flanagan, JuJu Chan, Tzi Ma u.v.a. Idee: John Wirth und Tony Krantz.

 

Credits
Bilder (c) Netflix.


Into The Badlands: Staffel 3, Teil 2

24. Mai 2019

Mehr als neun Monate zog sich die Wartezeit auf die zweite Hälfte der dritten (und letzten) Staffel von Into The Badlands. Die postapokalyptische Martial-Arts-Serie bietet in den verbleibenden Episoden noch einmal Einiges auf…

Into The Badlands: Staffel 3, Teil 2
(Into The Badlands: Season 3, Part 2)
Actionserie/Endzeitdrama USA 2019. FSK: Freigegeben ab 16 Jahren. 8 Folgen. Gesamtlänge: ca. 345 Minuten.
Mit: Daniel Wu, Aramis Knight, Nick Frost, Emily Beecham, Orla Brady, Ally Ioannides, Baboo Ceesay, Lorraine Toussaint, Ella-Rae Smith, Sherman Augustus, Lewis Tan, Chipo Chung u.a. Idee: Alfred Gough und Miles Millar.

 


Black Lotus, Dark Acolytes

Der charismatische Kultanführer Pilgrim (Baboo Ceesay) will mit seinem Heer williger Akolythen, darunter auch M.K. (Aramis Knight), die dank wiederentdeckter Technologie aus dem legendären Reich von Azra die dunkle Gabe erhielten, die Badlands erobern und seine Gegner ausnahmslos vernichten. Die besten Kämpfer der Gegend müssen sich nun gegen die Armee von Fanatikern vereinen. Sunny (Daniel Wu) wird derweil von seiner Vergangenheit eingeholt. Und die als „Widow“ gefürchtete Minerva (Emily Beecham) kämpft vorerst mit ihren eigenen Dämonen…

Es dauerte über ein halbes Jahr bis es nach der Ausstrahlung der ersten Hälfte der dritten Staffel (April bis Juni 2018) von Into The Badlands wieder ein Lebenszeichen der Endzeit-Martial-Arts-Show gab. Und zwar in Form einer Ankündigung des Senders AMC im Februar 2019, dass die Serie gecancelt sei. Die verbleibenden acht Episoden wurden schließlich von Ende März bis Anfang Mai ausgestrahlt und sind seitdem auch bei Amazon Prime abrufbar. Es mag unschön sein, wenn eine Serie wie die vorliegende früher endet als vielleicht geplant. Doch obwohl das unfreiwillige Finale etwas unvollendet wirkt und eine weitere Staffel angeteasert wird, so kommt der Schlusspunkt nicht wirklich zu früh. Denn Into The Badlands geht auf der Zielgeraden inhaltlich ziemlich die Luft aus.

Im Laufe der Zeit vermischte die von Alfred Gough und Miles Millar (Smallville, The Shannara Chronicles) ins Leben gerufene Show Motive aus Die Reise nach Westen, einem klassischen chinesischen Roman aus dem 16. Jahrhundert, mit Versatzstücken aus Südstaatensaga, postapokalyptischem Drama und actionreichem Eastern, präsentiert in der farbenfrohen und überstilisierten Ästhetik von Anime-Serien und epischem Wuxia-Kino. Die ungemein virtuos und eindrucksvoll (von den „action directors“ Stephen Fung und Andy Cheng) mit intensivem Wire-Work inszenierten Kampfszenen, in denen auch die individuell unterschiedlichen Stile gut erkennbar sind, bleiben neben den ausladenden Setpieces auch in den finalen Episoden die große Stärke der Produktion. Zum Finale lassen es die Macher nochmal ordentlich krachen und erhöhen auch den Gewaltfaktor etwas.

Das kann leider nicht darüber hinwegtäuschen dass die Serie inhaltlich auf der Stelle tritt. Im Verlauf der letzten Folgen, in denen auch einige Hauptcharaktere ihr Leben lassen müssen, fielen mir die formelhaften Storylines und die beliebigen Wendungen sogar noch deutlicher auf als zuvor. Obwohl die Autoren hier Hintergründe zur Zerstörung der großen Zivilisation von Azra und Sunnys Herkunft miteinbauen. Dennoch war mein letzter Ausflug in die Badlands kein Reinfall. Im Gegenteil: das Abschiednehmen von ein paar Figuren fiel nicht so leicht.

Alle drei Staffeln von Into The Badlands (insgesamt 32 Folgen) sind über Amazon abrufbar. Die ersten beiden Staffeln gibt es außerdem auf DVD und BluRay.

Fazit: Into The Badlands kulminiert in einem gewohnt stark inszenierten, aber zu beliebigen Finale. 6 von 10 Punkten.

Pilgrim und seine dunkle Armee
The Widow in Red

Credits:
Bilder (c) AMC/Amazon


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