Happiest Season

17. Dezember 2021

Harper nimmt ihre Freundin Abby an Weihnachten mit zu ihrer Familie. Doch wissen die noch nichts von Harpers sexueller Orientierung und der Beziehung zu Abby. Werden die beiden Frauen das Geheimnis aufrechterhalten können oder findet Harper den Mut, ihren Eltern die Wahrheit zu sagen? Davon handelt Happiest Season von Regisseurin Clea DuVall.


Die perfekte Familie?

Seit einem Jahr sind Harper (Mackenzie Davis) und Abby (Kristen Stewart) ein Paar und vor wenigen Monaten auch zusammengezogen. Weihnachten steht vor der Tür und Harper entschließt sich Abby mit zur Familienfeier zu nehmen. Harpers Vater Ted (Victor Garber) ist Mitglied des Stadtrates und arbeitet an seiner Kandidatur zum Bürgermeister. Deshalb möchte Harpers Mutter Tipper (Mary Steenburgen) ein perfektes Weihnachtsfest veranstalten. Dummerweise hat Harper ihrer Familie bisher nichts von ihrer sexuellen Orientierung erzählt und so wird Abby als ihre Mitbewohnerin vorgestellt. Doch die geheimgehaltene Beziehung wird schon bald auf eine harte Probe gestellt. Harpers Eltern haben ihren Ex-Freund Connor (Jake McDorman) zu den Feierlichkeiten eingeladen. Außerdem taucht auch Riley (Aubrey Plaza), Harpers Jugendliebe aus der High School, auf. Harpers Familie wird durch ihre kindliche, jüngere Schwester Jane (Mary Holland) sowie die ältere Schwester Sloane (Alison Brie), die mit Ehemann Eric (Burt Moseley) und den Zwillingen Magnus (Anis N’Dobe) und Matilda (Asiyih N’Dobe) angereist ist, komplettiert. Bei der ganzen Heimlichkeit kommen Abby immer mehr Zweifeln daran, ob es Harper auch wirklich Ernst mit ihr meint. Abby bester Freund John (Dan Levy), welcher in ihrer Abwesenheit auf die Haustiere aufpasst, versucht aus der Ferne zu helfen…

Nach dem brandneuen Knetanimationskurzfilm Rote Robin und dem Komödienklassiker Schöne Bescherung folgt nun mein dritter Ausflug in die Gefilde weihnachtlicher Filme dieses Jahr. Happiest Season ist die zweite Regie-Arbeit von Clea DuVall, die man vermutlich eher als Schauspielerin kennt. Die 1977 geborene Kanadierin spielte unter anderem in Filmen wie Identittät (2003) und dem 2013 mit drei Oscar ausgezeichneten Argo sowie in Serien wie Heroes und American Horror Story. In ihrem zweiten Film als Regisseurin verarbeitet DuVall ihre Erlebnisse mit ihrer Familie und dem eigenen Coming Out. Ohne jetzt das breite Spektrum an Weihnachtsfilmen zu kennen wage ich zu behaupten, dass Werke dieses Genres mit LGBTQI-Thematik bisher nicht so zahlreich vorhanden sind. Von daher besitzt der vorliegende Streifen durchaus eine gewisse Relevanz. DuVall vermeidet gekonnt ein zu ernstes Drama oder eine zu leichte Komödie. Auch der Kitsch-Faktor hält sich dankenswerterweise in Grenzen. Vielmehr wird die ganze Geschichte recht authentisch und weitgehend ohne übermäßiges Spektakel erzählt. Wirklich viele „Gags“ gibt es nicht, was die wenigen aber umso wirkungsvoller macht, etwa wenn sich Abby in einem Wandschrank (!) verstecken muss.

Die Regisseurin kann sich auf ihren starken Cast verlassen. Kristen Stewart (J.T. Leroy, Jean Seberg – Against All Enemies) und Mackenzie Davis (Halt and Catch Fire, Blade Runnder 2049, Terminator – Dark Fate) bilden ein glaubwürdiges Paar ab, deren Beziehung inmitten des ganzen Festtagstrubels immer mehr auf der Kippe steht. Dazu kommen mit Victor Garber (Alias: Die Agentin, Argo), Mary Steenburgen (Zurück in die Zukunft III, The Help) und Alison Brie (Mad Men, GLOW) weitere namhafte Darsteller. Comedienne Mary Holland, die mit DuVall das Drehbuch schrieb, spielt Harper eigenwillig-merkwürdige jüngere Schwester während Aubrey Plaza (wohl der Hauptgrund, warum ich den Film angesehen habe) als Harpers verleugnete Ex-Freundin aus der Schulzeit eine eher kleine, aber wahrlich nicht unbedeutende Nebenrolle hat. Vielleicht wird Happiest Season nach der Sichtung nicht unbedingt lange im Gedächtnis bleiben, aber ein solider und sympathischer Beitrag ist er dennoch geworden.

Happiest Season ist seit dem 12. Dezember 2020 als VoD bei diversen Anbietern verfügbar und seit 21. Oktober 2021 auch auf DVD erhältlich.

Happiest Season
Komödie/Drama USA 2020. FSK 6. 97 Minuten. Mit: Kristen Stewart, Mackenzie Davis, Alison Brie, Aubrey Plaza, Mary Holland, Dan Levy, Victor Garber, Mary Steenburgen u.a. Drehbuch: Clea DuVall und Mary Holland. Regie: Clea DuVall.

 


Credits
Bilder (c) Sony.

 

 

 


Chaos on the Bridge

17. Juli 2020

Während der Recherchen zu meiner Rezension der ersten Staffel von Star Trek: The Next Generation stieß ich zufällig auf die von William „Captain Kirk“ Shatner moderierte und inszenierte Doku Chaos on the Bridge, welche die schwierigen Anfänge der Serie anhand von Interviews erforscht.

The Untold Story behind Trek’s Next Generation

Auch wenn Raumschiff Enterprise: Das nächste Jahrhundert (1987-1994) auf lange Sicht ein großer Erfolg war und vier Kinofilme (Star Trek: Treffen der Generationen [1994], Star Trek: Der Erste Kontakt [1996], Star Trek: Der Aufstand [1998] und Star Trek: Nemesis [2002]) sowie aktuell die Spin-Off-Serie Star Trek Picard nach sich zog, so gestalteten sich die Anfänge dieser Maßstäbe setzenden Fernsehproduktion mehr als schwierig. William Shatner, der keiner weiteren Vorstellung bedarf, spricht in der vorliegenden Dokumentation mit beteiligten Personen von damals und zeichnet so das zeitweilige „Chaos auf Brücke“ nach.

Zum 20jährigen Jubiläum von Raumschiff Enterprise (Star Trek, 1966-1969) wurde eine zweite Live-Action-Serie mit neuen Figuren angekündigt. Serienschöpfer Gene Roddenberry (1921-1991) wurde nach dem ersten Kinofilm ziemlich ausgebootet und erhielt in der Folge auch kaum noch oder gar keine Tantiemen mehr. Dies sollte bei der zweiten ST-Show anders werden, denn „The Great Bird of the Galaxy“ (wie Roddenberry genannt wurde) wollte kreativ involviert sein und auch finanziell davon profitieren. Die Studiobosse handelten mit ihm einen lukrativen Deal aus. In Roddenberrys Vision einer utopischen Zukunft war kein Platz für Konflikte, vor allem nicht unter den Hauptfiguren von The Next Generation, wie die neue Serie schließlich genannt wurde. Das sorgte immer wieder für Streit mit den anderen Autoren und Produzenten sorgte.

Diese überaus holprigen Anfänge von TNG illustriert Shatner in Interviews mit unzähligen Gesprächspartnern, die alle in unterschiedlichster Form in die Produktion involviert waren. Sowohl Autoren wie D.C. Fontana, David Gerrold (beide auch an der Originalserie beteiligt) und Tracy Tormé kommen zu Wort als auch Maurice Hurley, der die letzten acht Folgen der ersten und die komplette zweite Staffel als Showrunner fungierte, und andere Produzenten wie Roddenberrys Nachfolger Rick Berman. Von den Schauspielern berichten Sir Patrick Stewart (Captain Picard), Jonathan Frakes (Commander Riker), Denise Crosby (Lieutenant Yar) und Gates McFadden (Dr. Crusher) von ihren Erlebnissen während den Vorbereitungen und Dreharbeiten zur ersten TNG-Season.

Chaos on the Bridge findet aus meiner Sicht eine gute Balance zwischen interessanten Einsichten zum Thema und schnell geschnittenen Interview-Schnipseln, bleibt dabei im Gegensatz zu anderen Dokumentationen, die auf ein US-Publikum zugeschnitten sind, vergleichsweise unhektisch. Sehr gefallen haben mir die im kontrastreichen Comicstil gehaltenen Animationen, welche in überspitzer Form Schlüsselmomente und Begebenheiten illustrieren. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass andere Gesprächspartner eine zumindest in Teilen andere Version der Geschichte erzählt hätten.

Die Dokumentation ist auf DVD und BluRay erhältlich sowie bei den Streaminganbietern Amazon, iTunes, Videoload und Maxdome abrufbar.

Chaos on the Bridge
Dokumentation Kanada, USA 2014. 59 Minuten. Mitwirkende: William Shatner, Dorothy „D.C.“ Fontana, David Gerrold, Maurice Hurley, Rick Berman, John Pike, Susan Sackett, Patrick Stewart, Ronald D. Moore, Denise Crosby, Jonathan Frakes, Gates McFadden u.v.a. Buch und Regie: William Shatner.

Credits
Bilder (c) New KSM.


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