Star Trek: Short Treks (Kurzkritik)

4. August 2019

Im Vorfeld der 2. Staffel von Star Trek: Discovery veröffentliche CBS All Access vier Kurzfilme, die im Universum der Serie spielen. In Star Trek: Short Treks erleben wir eine royale Ausreißerin, eine hochentwickelte künstliche Intelligenz, einen ungewöhnlichen Pionier und die Tricks eines gewieften Con Artists…

Ursprünglich war mein Plan, diesen Sommer wieder einen Kurzkritiken-Sommer zu veranstalten, mit dem speziellen Thema Anthologie-Serien. Philip K. Dick’s Electric Dreams (basierend auf Kurzgeschichten des visionären Autors) sowie die ersten paar Folgen der britischen Show Black Mirror sollten Episode für Episode gesichtet und rezensiert werden. Dazu kam es aus unterschiedlichen Gründen nicht. Als kleinen „Ersatz“ gab es die vier Kurzfilme von Star Trek: Short Treks, einer Anthologiereihe, die als Tie-In zu Star Trek: Discovery fungiert.

Die Beiträge im Einzelnen:

Runaway
Mit: Mary Wiseman, Yadira Guevara-Prip u.a. Drehbuch: Jenny Lumet und Alex Kurtzman. Regie: Maja Vrvilo.
Zufällig entdeckt die junge Kadettin Sylvia Tilly, dass sich auf der USS Discovery eine junge Ausreißerin versteckt.

Calypso
Mit: Aldis Hodge und Annabelle Wallis. Drehbuch: Michael Chabon und Sean Cochran. Regie: Olatunde Osunsanmi.
Seit 1.000 Jahren treibt das verlassene Raumschiff Discovery durchs All. Der Schifsscomputer hat sich mittlerweile zu einer empfindsamen Intelligenz entwickelt und rettet einen verletzten Krieger namens Craft…

The Brightest Star
Mit: Doug Jones, Hannah Spear, Robert Verlaque und Michelle Yeoh. Drehbuch: Bo Yeon Kim und Erica Lippoldt. Regie: Douglas Aarniokoski.
Um die „große Balance“ auf dem Planeten Kaminar zu bewahren müssen sich die Kelpianer den technologisch weit überlegenen Ba’ul opfern, sobald ihre Zeit gekommen ist. So zumindest predigen es die kelpianischen Priester. Der intelligente Fischer Saru gibt sich damit nicht zufrieden und blickt zu den Sternen…

Houdini (The Escape Artist)
Mit: Rainn Wilson, Harry Judge u.a. Drehbuch: Michael McMahan. Regie: Rainn Wilson.
Der windige Trickbetrüger Harry Mudd wird im ganzen Quadranten gesucht. Als es einem Tellariten gelingt, Mudd zu schnappen, möchte der Außerirdische seinen Gefangenen an die Föderation ausliefern…

Insgesamt bin ich von den Kurzepisoden (mit einer Laufzeit zwischen 15 und 18 Minuten) eher „underwhelmed“. Freilich sind alle vier Shorts aufwändig produziert und technisch gelungen, allerdings kaum mehr als kleine Appetizer für die zweite Discovery-Season bzw. (wenn man diese schon gesehen hat) die ausstehende Staffel 3, welche im nächsten Jahr erscheinen soll. Am besten hat mir die Begegnung zwischen einer empfindsamen künstlichen Intelligenz und einem gestrandeten Mann in Calypso gefallen. Runaway und The Brightest Star dienen als Prequels für zwei Discovery-Episoden, müssen zu derem inhatlichen Verständnis aber nicht zwingend angesehen werden.

Die ersten vier Kurzfilme der Reihe sind seit 17. Januar 2019 auf Netflix unter „Trailer und mehr“ bei Star Trek: Discovery abspielbar. Im Juli 2019 wurden sechs weitere „Short Treks“ angekündigt. Drei davon sollen sich jeweils um die Figuren Spock, Captain Pike und Number One drehen. Neben einer weiteren Episode, welche die Serie Star Trek: Picard (ab 2020 bei Amazon Prime) einleiten soll, wird es auch animierte Folgen geben.

Star Trek: Short Treks
Science-Fiction-Anthologieserie USA 2018/19. 4 Folgen. Idee: Bryan Fuller und Alex Kurtzman. Nach
Star Trek von Gene Roddenberry.

Credits:
Bilder (c) Netflix.

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Star Trek: Discovery – Folgen 1 und 2

26. September 2017

Seit gestern ist auch hierzulande die mehrfach verschobene, neue Star Trek-Serie über Netflix verfügbar. Ich persönlich war sehr gespannt auf die beiden ersten Folgen von Discovery.

Star Trek: Discovery – Folgen 1 und 2
Science-Fiction-Serie USA 2017. Gesamtlaufzeit: 82 Minuten.
Mit: Sonequa Martin-Green, Doug Jones, Michelle Yeoh, Chris Obi, James Frain u.a. Nach
Star Trek – Raumschiff Enterprise von Gene Roddenberry. Idee: Bryan Fuller und Alex Kurtzman.

Sta Tiv – Die Entdeckung

Wir schreiben das Jahr 2256. Das Föderationsraumschiff USS Shenzhou unter dem Kommando von Captain Philippa Gregoriou (Michelle Yeoh) findet einen schwer beschädigte Satelliten nahe einem Binärstern-System. Als sich Commander Burnham (Sonequa Martin-Green), die erste Offizierin des Schiffes, auf die Suche nach der Quelle eines merkwürdigen Signals macht, findet sie ein geheimnisvolles Raumschiff, das sich schnell als Klingonischer Kreuzer entpuppt. Burnham versucht Captain Gregoriou zum schnellen Erstschlag gegen die Klingonen zu bringen, von denen man in der Föderation seit 100 Jahren kaum etwas gehört oder gesehen hat. Zu spät. Denn T’Kuvma (Chris Obi), dem Anführer einer Gruppe von Exil-Kriegern, gelingt es die 24 Häuser des Hohen Rates des Klingonischen Reiches mit ihren Schiffen zu versammeln und die Shenzhou sieht sich einer hoffnungslosen Übermacht gegenüber…

Allein durch die mehrfache Verschiebung der Premiere (von Januar auf Mai und schließlich auf Ende September 2017) hat Star Trek: Discovery seit letztem Jahr ordentlich für Wirbel gesorgt. Jetzt hat die Ausstrahlung begonnen. Von den 15 Episoden der ersten Staffel werden die ersten acht bis November 2017 wöchentlich auf Netflix einen Tag nach US-Erstausstrahlung verfügbar sein. Die übrigen sieben Folgen gibt es dann ab Januar 2018.

Im Gegensatz zu vielen Trekkies und zugeneigten Zuschauern sah ich mit großen Erwartungen aber doch unvoreingenommen der neuen Show entgegen. Das im Kontext des bisherigen Prime-Universums (alle Serien und Filme bis auf die drei neuesten Kinoabenteuer von J.J. Abrams bzw. Justin Lin) ungewöhnlich andersartige Aussehen der Klingonen machte mich im Vorfeld etwas stutzig. Schwerwiegender schätzte ich den frühen Weggang von Miterfinder/Co-Autor/Produzent Bryan Fuller (Pushing Daisies) ein, der sich zugunsten seiner Arbeit an der ebenfalls neuen Serie American Gods entschied. Nach den ersten beiden Episoden bin ich teilweise positiv überrascht, aber inhaltlich erscheint Discovery noch keine (pun intended) große Entdeckung. Das kann aber noch werden.

Die äußeren Parameter waren relativ früh klar. Die Geschichte spielt sich etwa zehn Jahre vor Kirk & Co ab und Hauptfigur ist nicht wie gewohnt ein Captain, sondern der erzählerische Fokus liegt auf einem ersten Offizier: Michael Burnham, entgegen des Vornamens eine Frau, zu Beginn „Number One“ auf der Brücke der Shenzhou. Das Zusammenspiel zwischen ihr und Captain Philippa Gregoriou überzeugt. Selten hat man selbst im mit starken Frauenrollen gesegneten Trek-Universum ein solches Zusammenspiel zweier willenstarker Frauen gesehen. Sehr „trekky“ erscheint auch die Dynamik der beiden mit dem vorsichtigen (um nicht zu sagen ängstlichen) Wissenschaftsoffizier Saru (Doug Jones), vom Planeten der Kelpiens, einer für die Serie neu kreiierten Alien-Rasse.

Bezüglich der „production values“ darf man sich keine Sorgen machen. Die geschätzten acht Millionen Dollar Budget pro Folge sieht man dem Endresultat durchaus an. Was die visuellen Effekte angeht, blieb man nah am Abrams-Look (Lensflare!!!) der Reboot-Kinoreihe ohne jedoch dessen verwackelte Bilder zu verwenden (scheinbar haben die Kameraleute ein Stativ entdeckt!). Die Weltraumszenen erinnern aber auch eher an Battlestar Galactica (2003-2009). Zwar kommt es zu Raumgefechten, auf abgedroschene Actionmomente wird jedoch verzichtet.

Weiterhin umstritten dürfte die massive (optische) Neuinterpretation der Klingonen sein. Das detailreiche Innere des Klingonen-Kreuzers empfand ich jedoch als mächtig und wirkungsvoll, genauso wie das stark veränderte Make Up. Mit der Zeit erschienen mir die Szenen mit den diversen Mitgliedern der Krieger-Rasse (vollständig in Klingonisch mit Untertiteln) als etwas schwerfällig.

Zur allgemeinen „Verwirrung“ fehlen bisher sowohl das titelgebende Raumschiff Discovery als auch die Hauptfiguren (mit Ausnahme von Burnham und Saru). Die ersten beiden Episoden lassen sich daher am besten als eine Mischung aus Prolog und Pilotfilm betrachten. Die Ursprungsgeschichte unserer neuen Protagonistin wird zweifelsohne geschickt durch Rückblenden in die lineare Handlung eingewoben, aber dass man Commander Michael Burnham ausgerechnet als Ziehtochter/Schülerin des vulkanischen Botschafters Sarek (James Frain als Papa von Spock) konstruiert, wirkt reichlich bemüht und erinnert zu sehr an die diesbezüglich teilweise einfallslose Prequel-Serie Enterprise (2001-2005). Für mich war dieser erste Ausflug in die „neue Welt“ leider etwas zu kurz. Obwohl Discovery als Streaminganbieter-Produktion an wenig zeitliche Begrenzungen gebunden sein müsste, unterwirft man sich der 40-Minuten-Doktrin und limitiert damit zumindest vorläufig die inhaltlichen Möglichkeiten, was sicherlich zu der ein oder anderen erzählerischen Unebenheit beigetragen hat.

Obwohl meine persönlichen Hoffnungen/Erwartungen inhaltlich etwas unterboten wurden, so freue mich sehr auf die verbleibenden 13 Folgen der ersten Staffel. Denn Star Trek: Discovery wäre nicht die erste Serie, bei welcher ein nicht ganz überzeugender Pilot hervorragende Folgen nach sich zog.

Fazit: Bei Ausstattung und Technik erscheint Discovery mindestens auf Augenhöhe mit den verwackelten Reboot-Filmen zu sein. Inhaltlich stottert der Warpkern allerdings noch etwas. Aber nichts was sich innerhalb der noch ausstehenden Folgen nicht beheben ließe. 7 von 10 Punkten.

Bilder (c) CBS/Netflix.


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