Star Crash 2 – Flucht von Galaxy 3 (Kurzkritik)

17. September 2017

Als würdiger Abschluss der diesjährigen Kurzkritiken-Sommer-Saison kommt nur ein Film in Frage: Star Crash 2, ein „Sequel“ wie es durchgeknallter kaum sein könnte.



Star Crash meets The Blue Lagoon

Mit seiner übermächtigen Raumflotte erobert der finstere Oraclon (Don Powell) nach und nach die gesamte Galaxis. Auch der Planet Exolon, wo der friedliche König Zanor (Chris Avram) herrscht, wird angegriffen. Die Streitmacht von Zanors erstem Offizier Lithan (Fausto Di Bella) ist Oraclons Flotte allerdings hoffnungslos unterlegen. Daher flieht Lithan gemeinsam mit Prinzessin Belle Star (Cheryl Buchanan) um Hilfe zu holen. Das Schiff der beiden kommt durch einen Defekt im Navigationscomputers vom Kurs ab. Lithan und Belle müssen auf der Erde landen, wo sie auf einfache Menschen treffen, die ohne Fortschritt und Wissenschaft existieren. Nach anfänglichen Feindseligkeiten schließen die beiden Parteien Frieden. Die unsterblichen Lithan und Belle lernen durch ihre Zusammenleben mit den Erdlingen sogar das Wunder der (körperlichen) Liebe kennen…

Im Jahr 1981 kam nicht nur der kleine mwj auf die Welt. Auch die B-Movie-Maschinerie auf der Apenninhalbinsel gebar eine kuriose (filmische) Kreatur, nämlich Star Crash 2, auch bekannt als Flucht von Galaxy 3, wobei man hier anmerken muss, dass beinahe mehr Alternativtitel als Darsteller existieren. Diese inoffizielle Fortsetzung zum kultig-schlechten Sternenkrieg-Abklatsch von 1978 setzt dem spatialen Wahnwitz teilweise noch einen drauf. Die Weltraumszenen sind gleichsam wie die Modelle (natürlich auch die geniale Raumschiff-Kralle!) komplett aus Teil 1 recycelt. Ansonsten hat die vermeintliche Fortsetzung mit dem „Original“ eher wenig gemeinsam. Mit zunehmender Laufzeit verwandelt sich das unlogisch-einfallslos-generische Weltraumgedöns nämlich in eine zwischen Langeweile und unfreiwilliger Komik pendelnde, brave Softsex-Robinsonade à la Die Blaue Lagune, da unsere beiden übermenschlichen, aber völlig „vergeistigen“ Helden von den Erdbewohnern (vermutlich Sandalenfilm-Statisten in zweiter Generation oder Komparsen, die beim Moonraker-Casting durchgefallen sind) wichtige sinnliche Erkenntnisse gewinnen. Die Liebesszenen sind mit einer derart kitschig-schleimigen Musik unterlegt, dass einem die Ohren bluten. Immerhin kommen trotz der miesen Bildqualität (fast unter VHS-Niveau) die unbeschreiblich farbenfrohen Kostüme, die so manchem Cosplay-Veteran Tränen in die Augen treiben dürften, sehr gut zur Geltung. Vor allem die Erscheinung von Bösewicht Oraclon als quietschbuntem, Harlem-Disco-Ming mit Glitzerbart (!) sucht ihresgleichen. Dass es im Anschluss zu keinem weiteren Sequel unter dem Titel Star Crash 3 – Flucht von Galaxy 2 kam, macht mich irgendwie etwas traurig. Daher werde ich jetzt online nachforschen, ob es die Klamotten von Oraclon auch in meiner Größe gibt.

Kurzkritik von Emmo Weo Joddo alias Emery W. Johnson

Star Crash 2 – Flucht von Galaxy 3 (Giochi erotici nella terza galassia)
Science-Fiction-Abenteuer Italien 1981. FSK 12. 84 Minuten. Mit: Cheryl Buchanan, Fausto Di Bella alias James Milton, Don Powell, Chris Avram alias Auran Cristea, Max Turilli, Attilio Dottesio u.a. Regie: Bitto Albertini alias Ben Norman. Drehbuch: Bitto Albertini alias John Thomas.

Bilder (c) Team One/Horgi Music.

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