Lerchenberg (Kurzkritik)

12. Juni 2015

Zum 50jährigen Senderjubiläum im Jahr 2013 spendierte sich das Zweite Deutsche Fernsehen (ZDF) nicht nur eine große Fernsehgala sondern ließ das Publikum mit der kleinen Serie Lerchenberg auch einen fiktiven Blick hinter die eigenen Kulissen werfen.

 

Ein Fall für zwei

Lerchenberg_DVDEigentlich wollte Billie (Eva Löbau) das von ihr seit über einem Jahr betreute Filmprojekt über einen Mann im Rollstuhl weiterführen. Doch dann erhält die für „Innovation“ zuständige ZDF-Redakteurin einen besonders wichtigen Auftrag von ihrer Chefin Dr. Wolter (Karin Giegerich): dem gealterten TV-Star Sascha Hehn (Sascha Hehn) ein Comeback auf den Fernsehschirmen der Republik zu verschaffen. Das Unterfangen erweist sich als äußerst schwierig, vor allem da sich Hehn, der immer noch von seinem Ruhm aus Die Schwarzwaldklinik oder Das Traumschiff zehrt, bisweilen als wenig kooperativ und hinterhältig erweist…

Wer schon immer beim öffentlich-rechtlichen Fernsehen Mäuschen spielen wollte, erhält mit Lerchenberg dazu Gelegenheit. Aus der Sicht von Redakteurin Billie werden die Vorgänge und Abläufe in der Abteilung „Innovation“ der Fernsehanstalt erzählt. Obwohl sich Billie immer wahnsinnig reinhängt und bemüht, so bleibt sie doch vom Pech verfolgt. Die neue, junge, attraktive Kollegin Judith (Cornelia Gröschel) schnappt ihr immer wieder potenzialträchtige Projekte vor der Nase weg oder streicht für die gemeinsam erarbeiteten Erfolge allein die Lorbeeren ein. Und auch die Versuche, neue Formate für/mit Sascha Hehn auf die Beine zu stellen (Kochshow, Dokusoap) sind zum Scheitern verurteilt, nicht selten der Eitelkeit und Selbstüberschätzung Hehns geschuldet. Lerchenberg überzeugt durch seine unverkrampfte Selbstironie und die nicht unauthentischen Charaktere. Zur Satire fehlt allerdings noch einiges an Bissigkeit. Negativ fällt nur die uninspirierte, ausgelutschte Rockmusik bei den Szenenübergängen auf. Aufgrund der geringen Episodenanzahl wirkt die Serie auch unfertig und das Ende kommt zu früh. Von Anfang Oktober bis Anfang November 2014 wurde übrigens eine zweite Staffel gedreht. Wirklich mehr als vier Folgen werden es aber bei der kurzen Drehzeit wohl auch nicht.

 

Fazit: Selbstreferentielle ZDF-Produktion, die über weite Strecken Spaß macht, aber insgesamt etwas zu bieder geraten ist. 7 von 10 Punkten.

7-10Comedy/Miniserie Deutschland 2013. FSK 6. 4 Folgen (Staffel 1). Gesamtlänge. ca. 96 Minuten. Mit: Eva Löbau, Sascha Hehn, Karin Giegerich, Cornelia Gröschel, Matthias Lier, Anke Sevenich u.v.a. Idee: Felix Binder, Maren Lüthje, Florian Schneider.

Bild (C) ZDF/Tellyvisions.

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Akte X: Staffel 10 – Band 3

8. April 2015

Eigentlich wollte ich mir nach dem enttäuschenden zweiten Band weitere Ausgaben der Comic-Fortsetzung von Akte X ersparen. Doch irgendwie hab ich mich wohl wieder breitschlagen lassen und Band 3 mit dem Titel Pilgrims eine Chance gegeben.

4-10Akte X: Staffel 10 – Band 3: Pilgrims
(X-Files: Season 10 – Vol. 3: Pilgrims)
Story: Joe Harris. Zeichnungen: Matthew Dow Smith. Nach der Fernsehserie von Chris Carter. Übersetzung: Thomas Gießl. Dani Books (Dezember 2014). 128 Seiten, broschiert.

Akte X - Staffel 10 - Band 3_Cover 

Eine Geschichte, wenig Inhalt

Bei Bohrungen in Saudi-Arabien fördern die Arbeiter eine geheimnisvolle und gefährliche Substanz zu Tage. Die Regierung des Wüstenstaates engagiert Dana Scully und Fox Mulder, um dem Geheimnis auf den Grund zu gehen. Dabei stoßen die erfahrenen FBI-Agenten nicht nur auf das außerirdische „Schwarze Öl“, sondern auch auf einen totgeglaubten alten Bekannten…

Als Hauptproblem bei Chitter, dem zweiten Band von Akte X: Staffel 10, entpuppte sich die völlige inhaltliche Zersplitterung. Vier Stories in vier verschiedenen Zeichenstilen wurden auf den Leser losgelassen. Im wahrsten Sinne des Wortes nur Stückwerk also. Diesbezüglich darf beim Nachfolger Entwarnung gegeben werden. Pilgrim, der dritte Band der Comic-Adaption, beschränkt sich darauf, eine Geschichte zu erzählen. Und das erscheint auf den ersten Blick auch gut so.

Dass eine Comicreihe inhaltlich nicht so ausgearbeitet wie ein Roman oder eine Fernsehserie sein kann leuchtet ein, aber nichtsdestotrotz kann man eine gewisse erzählerische Kohärenz oder das Voranschreiten der Handlung erwarten. Und hierbei versagt Akte X: Staffel 10 auch im dritten Anlauf. Es werden Versatzstücke aus der Serienmythologie hemmungslos zusammengemixt und einige bereits gestorbene Charaktere auf unmotivierte Weise wieder zum Leben erweckt, wobei selbst Autor Joe Harris nicht immer klar war, ob es sich um Alien-Klone oder nicht handelt.

Die permamente inhaltliche Konzept- und Substanzlosigkeit lässt sich auch nicht mit der sicherlich erzeugten Spannung oder dem soliden Zeichenstil so kompensieren, dass man die gravierenden Schwächen unter einen Tisch fallen lassen könnte. Am Ende lohnt es sich für Fans eher einen der diversen Akte X-Romane in die Hand zu nehmen. Im Grunde dürfte sich die Comic-Fortsetzung schon allein dahingehend erledigt haben, dass sie bald nicht mehr als „Ersatzdroge“ herhalten muss. Denn wie kürzlich bestätigt, wird Akte X demnächst als sechsteilige Miniserie fortgesetzt.

Fazit: Gnädigerweise widmet sich Pilgrims nur einer einzigen Geschichte, vermag diese aber nicht mit Substanz zu füllen. 4 von 10 Punkten.

Bild (c) Dani Books/IDW.


Akte X: Staffel 10 – Band 2

1. Juli 2014

Vor vier Monaten entdeckte ich zufällig den ersten Band der Fortsetzung von Akte X in Comicform, welcher im Dezember 2013 bei Dani Books erschienen war. Seit Ende Mai gibt es Band zwei.

4-10Akte X: Staffel 10 – Band 2: Chitter (The X-Files: Season 10 – Vol. 2: Chitter)
Story: Joe Harris: Zeichnungen: Elena Casagrande, Silvia Califano, Michael Walsh, Gregg Scott, menton³, Tony Moy. Nach der Fernsehserie von Chris Carter. Übersetzung: Thmas Gießl. Dani Books (Mai 2014). 128 Seiten, broschiert.

 

Akte X - Staffel 10 - Band 2_Cover

Viele Schnipsel, wenig Auflösung

Nachdem eine geheimnisvolle Gruppe es scheinbar auf jeden ehemaligen Mitarbeiter der X-Akten abgesehen hat, werden Mulder und Scully vom FBI reaktiviert. Der erste Fall führt Mulder in seine Heimat. Dort trifft er auf einen alten Bekannten: den „Flukeman“. Anschließend führt eine geheimnisvolle Mailbox-Nachricht die beiden Agenten in Mulders altes Appartment. In einem weiteren Fall macht Scully unfreiwillig die Bekanntschaft des „zirpenden Gottes“…

Der obige Versuch einer Inhaltszusammenfassung wirkt konfus und zerstückelt? Richtig. Denn genau das ist Chitter, der zweite Band von Akte X: Staffel 10, der Fortsetzung der erfolgreichen Mysteryserie in Comicform. Anstelle sich auf eine Geschichte zu konzentrieren, werden gleich vier halbfertige oder nur angerissene präsentiert. Kein Handlungsstrang führt die Story aus dem ersten Band weiter, was besonders schade ist, weil man ja den zweiten Band genau deshalb gekauft hat.

Das halbe Dutzend Zeichner hat sich richtig ausgetobt und so gelingt es Chitter immerhin visuell zu überzeugen. Die einzelnen Stories unterscheiden sich optisch teilweise stark voneinander. Dadurch entsteht ein kontrastreicher Bilderbogen verschiedener Stile.

Akte X: Staffel 10 mag vielleicht irgendwann in den noch kommenden Bänden zu einer Weiterführung der in Band 1 neu installierten Mythologie kommen, aber für mich ist mit dem zweiten Band die Angelegenheit beendet. Da sollte man sich lieber Comics oder Graphic Novels zuwenden, die es mehr verdient haben. Oder aber man schaut sich die gute alte Fernsehserie wieder an.

 

Fazit: Optisch sehr gelungen, aber inhaltlich so kohärent wie ein Konfettiregen. 4 von 10 Punken.

Bild (C) Dani Books/IDW.


Akte X: Staffel 10 – Band 1

4. Februar 2014

Überraschend bin ich im hiesigen Comic-Laden auf etwas Mysteriöses gestoßen: die Fortsetzung der Mystery-Serie Akte X in Comicform. Doch was bietet der erste Band von „Staffel 10“?

5-10Akte X: Staffel 10 – Band 1: Believers
(The X-Files: Season 10 – Vol. 1: Believers)
Story: Joe Harris und Chris Carter. Skript: Joe Harris. Zeichnungen: Michael Walsh. Nach der Fernsehserie von Chris Carter. Übersetzung: Alex Kurzweil. Dani Books (Dezember 2013). 136 Seiten, broschiert.

Akte X - Staffel 10 - Band 1_Cover

Und immer noch ist die Wahrheit irgendwo da draußen…

Als Teenager und frühen Twen gab es für mich vor allem eine Serie, die ich auf keinen Fall verpassen wollte: Akte X: Die unheimlichen Fälle des FBI. Obwohl ich mir im Grunde keine Horrorfilme anschauen kann und erst recht damals nicht konnte, schaffte es diese Mutter aller modernen Mystery-Serien trotz ihrer teilweise sehr gruseligen Episoden mich in ihren Bann zu ziehen. Zwar habe ich damals bei der Erstausstrahlung im deutschen Fernsehen bis auf ein paar wenige alle Folgen gesehen, doch war ich enttäuscht wie in den letzten zwei, drei Staffeln allmählich die Serie an Qualität einbüßte, auch durch den Teil-Ausstieg von David Duchovny alias Agent Fox Mulder. Vor allem in der neunten Season schienen die Drehbuchautoren die von Ihnen erschaffenen Alien-Verschwörungen und Verstrickungen selbst nicht mehr durchblicken zu können. Und so endete eine Genre prägende und preisgekrönte Serie mit einem äußerst schwachen Finale.

Über zehn Jahre und einen zweiten, immerhin ordentlichen, Kinofilm später erhält Akte X (ähnlich wie Buffy oder Firefly, beides Serien von Joss Whedon) eine Fortsetzung im Comic-Form. Der erste Band von „Staffel 10“ mit dem Titel „Believers“ erschien im Dezember 2013 mit einer Erstauflage von 1.200 Exemplaren bei Dani Books und vereint als Sammelband die ersten fünf Einzelhefte.

Akte X - Staffel 10 - Band 1_BildDie ehemaligen FBI-Agenten Fox Mulder und Dana Scully leben (seit einigen Jahren verheiratet) unter neuem Namen in friedlicher Anonymität. Bis Scully plötzlich unter mysteriösen Umständen von finsteren Gestalten entführt wird. Mulder und sein ehemaliger FBI-Vorgesetzter, Walter Skinner (mittlerweile zum Deputy Director befördert), machen sich auf die Suche nach ihr. Einige Wochen zuvor wurde die FBI-Datenbank gehackt, um so Zugriff zu persönlichen Daten des ehemaligen X-Akten-Personals zu bekommen…

Als ich im Comicbuchladen zufällig auf Akte X: Staffel 10 – Band 1 stieß, war ich kaum minder überrascht wie nach der Erkenntnis, dass die Comic-Fortsetzung dem Kanon der TV-Serie folgt und die Stories von Serienerfinder Chris Carter mitverfasst wurden. Obwohl ich aufgrund der schwachen neunten Staffel im Fernsehen recht skeptisch war, habe ich die 136 Seiten an einem Nachmittag quasi fast verschlungen, was für mich recht untypisch ist.

Auch nach dem Lesen ist die Skepsis immer noch vorhanden. Irgendwie bin ich hin- und hergerissen. Band 1 des X-Akten-Revivals ist spannend und ein ziemlicher Pageturner. Die Zeichnungen sind recht einfach gehalten, aber wirkungsvoll, weil sie nicht durch übermäßige Detailliertheit oder plumpe Effekthascherei vom Wesentlichen ablenken. Durch diverse Anspielungen und das Wiederauftauchen beliebter Charaktere entflammt streckenweise das gute alte Serienfeeling erneut.

Und doch bin ich enttäuscht. Warum? Die zehnte Staffel macht aus meiner Sicht mit dem gleichen Verschwörungen weiter, welche die letzte TV-Season so verwirrend und ermüdend wirken ließen. Zwar sind auch wie im wahren Leben in der Geschichte elf Jahre vergangen und die Handlung spielt daher nach dem 2008 veröffentlichten zweiten Kinofilm Jenseits der Wahrheit, doch irgendwie scheinen Chris Carter und Comic-Autor Joe Harris (Vampirella vs. Dracula) dennoch die endlose Unübersichtlichkeit der letzten Episoden fortsetzen zu wollen. Natürlich kann es sein, dass am Anfang viele Fragen aufgeworfen und Unklarheiten beim Leser zurückbleiben, die dann später aufgelöst werden, doch habe ich eher die Befürchtung, dass die wirre Serienmythologie  mit der Zeit nicht wirklich durchsichtiger wird.

Ob sich die ganze Comic-Fortführung wirklich lohnt, wird sich wohl erst noch nach weiteren Bänden zeigen. Der zweite Band soll voraussichtlich im April oder Mai 2014 erscheinen.

Fazit: Der erste Band der Fortsetzung von Akte X in Comicform bietet spannende Bildgeschichten-Unterhaltung fast im Stil der Serie, aber leider auch so wirr wie ihre letzte Staffel. 5 von 10 Punkten.

Bilder © Dani Books / IDW.


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