Derry Girls (Kurzkritik)

14. April 2019

Erwachsenwerden ist nicht einfach. Vor allem nicht, wenn man als Teenager in Derry zur Zeiten des Nordirland-Konfliktes lebt. Aus dieser Ausgangssituation hat Lisa McGee die Comedyserie Derry Girls erschaffen, die hierzulande bei Netflix zu sehen ist.

Teenage Troubles

Erin (Saoirse-Monica Jackson) ist 16 und lebt mit ihrer katholischen Familie, Mutter Mary (Tara Lynne O’Neill) und Vater Gerry (Tommy Tiernan) sowie Tante Sarah (Kathy Kiera Clarke) und Cousine Orla (Louisa Harland) – beide auf ihre eigene Art durchgeknallt – in der nordirischen Grenzstadt Derry. Die Sippe komplettieren der knorrige Großvater Joe (Ian McElhinney) und Baby Anna, Erins Schwester. Gemeinsam mit Orla sowie ihren Freundinnen Clare (Nicola Coughlan) und Michelle (Jamie-Lee O’Donnell) besucht Erin die katholische Mädchenschule „Our Lady Immaculate“, geleitet von der dauergenervten Ordensschwester Michael (Siobhan Sweeney). Zu aller Überraschung wird Michelles englischer Cousin James (Dylan Llewellyn) als erster männlicher Schüler aufgenommen. Weniger die Gefahren des Nordirland-Konfliktes bestimmen die Lebenswirklichkeit der Mädchen, sondern vielmehr ganz normale Teenager-Probleme…

Die fiktionale Verarbeitung des Nordirland-Konfliktes zwischen den unionistischen Protestanten und den irisch-nationalistischen Katholiken, der zwischen Ende der 1960er und Ende der 1990er für etwa 3 500 Todesopfer und über 47 000 Verletzte sorgte, erfolgte bisher (berechtigerweise) nur in ernster Form, in Kinofilmen wie Im Namen des Vaters (1993) und Hunger (2008). Die Bühnen- und Fernsehautorin Lisa McGee (Raw) schuf aus ihren Jugenderinnerungen zur Zeit der „Troubles“ (wie der Konflikt im englischen Sprachraum genannt wird) allerdings kein knallhartes (Teenie-)Drama, sondern eine schräge Comedyserie. Abgesehen vom Setting, dessen tragisch-gefährliche Situation meist nur Hintergrundrauschen darstellt, bietet Derry Girls die üblichen Themen und Problematiken, die Teenager eben bewegen, wie erste romantische/sexuelle Erfahrungen, das Mühsal der Schule, Streit mit den Eltern und die Hoffnung auf eine rosige Zukunft. McGee gestaltet dieses Minenfeld des Erwachsenwerdens als temporeichen Sechsteiler, der nicht nur von seinen eigensinnig bis urigen, gleichzeitig irgendwie authentischen Figuren und dem herrlichen Akzent (die Serie wurde dankenswerterweise nicht in andere Sprachen synchronisiert, sondern ist bei Netflix im Original mit deutschen oder englischen Untertitel verfügbar) lebt. Ohne den schwarzen Humor, einen stark vorherrschenden Katholizismus und die irrational-komisch agierenden Schauspieler (Nicola Coughlan, die Darstellerin der putzigen Clare war bei den Dreharbeiten zur ersten Staffel bereits 30 Jahre alt), darunter der aus Game of Thrones bekannte Ian McElhinney als Opa Joe, wäre Derry Girls nicht einmal halb so spaßig. Diverse Hits aus der Dekade (von Salt’n’Pepa über Ace of Base bis zu Whigfield) und andere Referenzen verankern das Geschehen fest in den 1990ern. Die Ambivalenz des nordirischen Lebens zwischen Normalität und Bombenterror unterstreicht die Schlussmontage auf sehr passende Weise. Im Vereinigten Königreich premierte die Serie im Januar 2018 bei Channel 4 und erreichte mit durchschnittlich 500 000 Zuschauern in Nordirland (ein Marktanteil von ca. 64 Prozent) die höchsten dort jemals gemessenen Einschaltquoten.

Die erste Staffel von Derry Girls ist seit dem 21. Dezember 2018 bei Netflix abrufbar. Vom 5. März bis 9. April 2019 lief Season 2 beim britischen Channel 4.

Derry Girls
Comedyserie UK 2018. 6 Folgen (Staffel 1). Gesamtlänge: ca. 142 Minuten. Mit: Saoirse-Monica Jackson, Louisa Harland, Nicola Coughlan, Jamie-Lee O’Donnell, Dylan Llewellyn, Tara Lynne O’Neill, Kathy Kiera Clarke, Siobhan McSweeney, Tommy Tiernan, Ian McElhinney u.a. Idee & Drehbuch: Lisa McGee. Regie: Michael Lennox.

Credits
Bilder (c) Netflix/Channel 4.

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She-Ra und die Rebellenprinzessinnen (Kurzkritik)

27. Dezember 2018

Eine neue Serie über die schillernde Heldin She-Ra?! Das kann doch eigentlich nichts werden, oder? Und dennoch gelingt der jungen Comic-Künstlerin Noelle Stevenson (26) mit She-Ra und die Rebellenprinzessinnen eine zeitgemäße Adaption des 1980er Cartoons.

The soldier who became a princess

Der finstere Lord Hordak versucht mit seiner mächtigen Armee, der sogenannten Horde, den Planeten Etheria komplett zu erobern. Königin Angella von Bright Moon und andere leisten Widerstand gegen die Horde. Doch die einzelnen Reiche sind untereinander zerstritten. Adora, eine in Hordaks Armee ausgebildetete, junge Frau, entdeckt eines Tages ein geheimnisvolles Schwert irgendwo im Wald. Als Adora das Schwert berührt und überraschenderweise die richtigen Worte spricht, verwandelt sie sich in die mächtige Kriegerin She-Ra. Angellas Tochter Glimmer und Bogenschütze Bow, die zufällig zugegeben sind, nehmen Adora als Gefangene mit nach Bright Moon. Unterwegs begreift die junge Frau, dass die Horde für Frieden und Freiheit Etherias eine ernste Bedrohung darstellt. Daher entschließt sich Adora als She-Ra gegen ihre frühere „Familie“ wie die ehemals beste Freundin Catra zu kämpfen. Doch um dringende Verstärkung zu erhalten müssen Adora, Glimmer und Bow auch die anderen Prinzessinnen des Planeten überzeugen, sich der Rebellion gegen die Horde anzuschließen…

Worin liegt der elementarste Unterschied zwischen She-Ra: Prinzessin der Macht (1985/86) und der neuen Serie She-Ra und die Rebellenprinzessinnen? Letztere dient nicht als Marketingtool zum Verkauf von Actionfiguren. Somit gelingt der jungen Showrunnerin Noelle Stevenson (bekannt für die preisgekrönten Comicreihen Nimona und Lumberjanes) und ihrem Team bei Dreamworks Animation ein zeitgemäßes Update der bekannten, an der Schnittstelle von Fantasy und Science-Fiction angesiedelten Welt. Natürlich sind die fast ausschießlich handgezeichneten Bilder (lediglich bei „komplizierten Maschinerien“ verwendete man CGI) grellbunt bis kitschig und der Titelsong von Aaliyah Rose grauslig schlecht, aber der liebevolle Stil zwischen Filmen von Hayao Miyazaki (Prinzessin Glimmer sieht aus als wäre sie das Kind des Schweizer Bergmädchens Heidi und eines Glücksbärchis) und den Werken des französischen Comicgurus Jean Giraud alias Moebius überzeugt. In Sachen Diversität, Feminismus (die kreative Crew sowie das Figurenensemble und somit der Voicecast bestehen fast ausschließlich aus Frauen) und neutralem Erscheinungsbild der Charaktere erscheint „Princesses of Power“ vielen anderen Trickserien um Einiges voraus. Die weitgehend nach Schema F abgefrühstückten Episodenstories, in deren Zentrum meist die Rekrutierung einer weiteren Prinzessin für die Rebellion steht, lassen sich als größte Schwäche der Serie ausmachen, aber im Gegensatz zur Vorgängershow gibt es hier eine Entwicklung bei der Titelheldin. Als junge Frau, die soeben ihre Vergangenheit hinter sich gelassen hat, kämpft Adora erst einmal mit den Hindernissen und der Macht, welche ihr Alter Ego mit sich bringen. „She-Ra 2018“ punktet nicht nur mit der Vermittlung von Werten wie Freundschaft und Toleranz an die jungen Zuschauer, sondern suhlt sich auch in Selbstironie mit einem Hauch Überzeichnung. Mich jedenfalls hat die Neuauflage gut unterhalten. Und Muskelmann He-Man wird hier keineswegs vermisst.

Die erste Staffel (13 Folgen) von She-Ra und die Rebellenprinzessinnen ist seit dem 16. November 2018 komplett bei Netflix abrufbar.

She-Ra und die Rebellenprinzessinnen
(She-Ra and the Princesses of Power)
Zeichentrick/Fantasy-Serie USA 2018. 13 Folgen (Staffel 1). Gesamtlänge: 312 Minuten. Nach der Originalserie von Larry DiTillo und J. Michael Straczynski. Adaption: Noelle Stevenson.

Credits:
Bilder (c) Netlix/Dreamworks.


Schwermetall Chronicles: Der Herr des Schicksals (Kurzkritik)

14. November 2018

Ein Söldner reist ans Ende der Galaxis, um von einer exotischen Alienrasse seine Zukunft zu erfahren. Das Finale der ersten Staffel, nach einer Vorlage von Altmeister Alejandro Jodorowsky.

Nachdem Söldner Hondo (Joe Flanigan) entscheidend am Gewinn eines intergalaktischen Krieges beteiligt war, macht er sich auf den weiten Weg an den Rande der Galaxis, um auf dem Planeten Gatha von den prophetisch begabten schildkrötenähnlichen Bewohnern zu erfahren, wie lange er noch zu leben hat. Sein Schicksal ist eng mit dem der gejagten Schmugglerin Skarr (Kelly Brook) verbunden. Doch anders als er vermuten würde…

Im Finale der ersten Staffel (bzw. Folge 5 in der Originalfassung) adaptieren Regisseur Lubrano und seine Co-Autorin Justine Veillot eine Vorlage von Alejandro Jodorowsky, sicherlich überwiegend für eine berüchtigten Filme wie El Topo oder Montana Sacra – Der heilige Berg aber auch als Regisseur einer nie realisierten, gigantomanisch geplanten Verfilmung von Frank Herberts Scifi-Epos Dune – Der Wsütenplanet bekannt. Weil die Szenerie aufwändiger wirkt als zuvor und wegen der teilweise zynischen Schlusspointe gehört Der Herr des Schicksals zu den besseren Beiträgen der Anthologie-Reihe. Und dennoch wirkt vieles hier leider wieder recht plump inszeniert, etwa die Einführung von „Covergirl“ Kelly Brooks Figur. Was man mit etwas mehr Budget und dem Willen die Story inhaltlich zu verdichten oder zu erweitern aus dem Stoff hätte machen können! So hinterlässt Staffel 1 von Schwermetall Chronicles auch einen zwiespältigen Gesamteindruck und ich bin daher unschlüssig, ob die sechs weiteren Folgen (Season 2) überhaupt eine Sichtung verdient haben.

Schwermetall Chronicles: Der Herr des Schicksals
(Métal Hurlant Chronicles: Master of Destiny/Les Maîtres du Destin)
Frankreich, Belgien 2012. FSK 16. 23 Minuten. Mit: Joe Flanigan, Kelly Brook u.a. Regie: Guillaume Lubrano. Drehbuch: Guillaume Lubrano und Justine Veillot. Nach der Comic-Story von Alejandro Jodorowsky und Adi Granov.

Übersicht Staffel 1

Die Krone des Königs 4/10
Beschütze mich 6/10
Rotes Licht/Das kalte Herz 5/10
Und raus bist du 6/10
Der Schwur der Anya 3/10
Der Herr des Schicksals 6/10

Gesamtwertung: 5/10

Bilder (c) Universal Pictures


Schwermetall Chronicles: Der Schwur der Anya (Kurzkritik)

11. November 2018

Nach ein paar Tagen Pause ging meine Sichtung der Schwermetall Chronicles mit der fünften Episode weiter, die in Fantasy-Gefilden beginnt, aber ihren Helden in eine ganze andere Welt schickt.

Von klein auf wurde Joshua (Grégory Basso) zum Krieger ausgebildet. Kern (Rutger Hauer), Priester der Göttin Anya, schickt ihn auf eine gefährliche Reise durch Raum und Zeit, damit Joshua ein überaus gefährliches Ungeheuer tötet. Doch der heilige Auftrag bringt den muskulösen Kämpfer an seine Grenzen…

Bei Folge 5 (in der deutschen Fassung bzw. Folge 6 in der Originalversion) der Genre-Anthologie-Reihe, basierend auf Comic-Kurzgeschichten des gleichnamigen Kult-Magazins, zeigt sich erstmals auffällig, dass es bei der TV-Umsetzung doch am nötigen Budget mangelt, wenngleich man dies bisher gut zu kaschieren vermochte. Die Story benötigt zu lange, um halbwegs in Fahrt zu kommen und nimmt sich leider zu ernst. Das Fantasy-Setting wirkt immerhin noch recht stimmungsvoll. Der Genre-erfahrene Star Rutger Hauer (Blade Runner, Merlin) darf in seiner Priester-Rolle allerdings nur mystische Platitüden aufsagen. Verstärkt werden die plumpen Dialoge in der englischen Originalfassung zudem durch die schaurigen Akzente der Nebendarsteller. Geld für eine Nachsynchronisation war wohl nicht mehr drin. Der Plottwist gegen Ende kann die mäßige Angelegenheit dann auch nicht mehr wirklich aufwerten. Schade, denn das Szenario oder die Prämisse hätten sicherlich mehr hergegeben.

Schwermetall Chronicles, 1×05: Der Schwur der Anya
(Métal Hurlant Chronicles: Pledge of Anya/Le Serment d’Anya)
Frankreich, Belgien 2012. FSK 16. 23 Minuten. Mit: Grégory Basso, Rutger Hauer u.a. Regie: Guillaume Lubrano. Drehbuch: Guillaume Lubrano und Justine Veillot. Nach der Comic-Story von Julien Blondel und Jérôme Opena.

Bilder (c) Universal Pictures.


Schwermetall Chronicles: Und raus bist du (Kurzkritik)

7. November 2018

Kurz bevor ihr Raumschiff zerstört wird können sich drei Männer in ein Shuttle retten. Doch wie lange wird es ihnen gelingen zu überleben?

Das „kreischende Metal“ ist zurück. Äußerst fatal allerdings für die Besatzung der Atlanta. Denn der Einschlag des Kometen zerstört das gigantische Raumschiff. Drei Männer können sich gerade noch rechtzeitig in ein kleines Shuttle retten: die beiden Offiziere Timarek (Craig Fairbrass) und Kaskoff (Eriq Ebouaney) sowie der Ingenieur Stanley Summers (Dominique Pinon). Doch ein Leck in der Hülle lässt den Sauerstoffvorrat der drei Überlebenden schnell zur Neige gehen…

Und raus bist du, die vierte (oder je nach Länderfassung auch dritte) Folge der Métal Hurlant Chronicles lässt den „Titelcharakter“ so entscheidend wie nie zuvor in die Handlung eingreifen. Insgesamt besteht die Episode aus zwei qualitativ sehr unterschiedlichen Teilen. Als erstes wird vermutlich der Gipfel der Peinlichkeit für die gesamte Serie erreicht als der weibliche Captain der Atlanta einen ihrer Offiziere brutal zusammenstaucht nur um ihn hinterher zur Belohnung „ran zu lassen“ kurz bevor der Komet das Raumschiff trifft. Die beiden Wachposten vor dem Quartier der Kapitänin machen dazu noch dumme Bemerkungen. Diese Szene scheint ein Zugeständnis an jene Fans zu sein, welche die Comicreihe vor allem wegen der leichtbekleideten Damen auf dem Cover oder in den Geschichten gekauft haben (siehe auch der Vorspann). Dank der stärkeren zweiten Hälfte kommt am Ende dann aber doch noch ein solider Beitrag heraus. Denn der Überlebenskampf unter den verbliebenen Besatzungsmitglieder wird wenig verharmlost, verläuft dabei aber anders als man es erwarten würde. Mal wieder eine unerwartete Schlusspointe. Egal welche Art von „Nahkampf“ man bevorzugt, diese Story bedient auf ihre Art beide Vorlieben. So wirklich eingeschlagen hat die Anthologie-Reihe bisher aber nicht.

Schwermetall Chronicles, 1×04: Und raus bist du
(Métal Hurlant Chronicles: Three on a Match/Oxygène)
Frankreich, Belgien 2012. FSK 16. 23 Minuten. Mit: Dominique Pinon, Craig Fairbrass, Eriq Ebouaney u.a. Regie: Guillaume Lubrano. Drehbuch: Guillaume Lubrano und Justine Veillot. Nach der Comic-Story von R.A. Jones und Ryan Sook.

Bilder (c) Universal Pictures.


Schwermetall Chronicles: Rotes Licht / Das kalte Herz (Kurzkritik)

6. November 2018

Nicht nur eine, sondern gleich zwei Geschichten erzählt die dritte Folge der Schwermetall Chronicles. Ein Gefangener versucht aus seiner Zelle zu fliehen. Auf der Erde wird ein seit Jahrhunderten eingefrorerener Mann geborgen.

Nachdem sich sein Volk in einem verheerenden Krieg selbst ausgelöscht hat und Aliens seinen Planeten eroberten, versucht ein Mann (David Belle) in Rotes Licht aus der Gefangenschaft der Invasoren zu entfliehen. Dabei muss er sich gegen übermächtige Wächter zur Wehr setzen. Das kalte Herz spielt im Los Angeles des Jahres 2312. Die Erde ist völlig überbevölkert, gigantische Metropolen wachsen unaufhaltsam zusammen. Bei archäologischen Ausgrabungen wird der eingefrorene, noch lebendige Körper eines Mannes (Patrice Delmont) aus dem 20. Jahrhundert gefunden. Doch was soll mit ihm nun geschehen?

Bei dieser aus zwei Stories bestehenden Episode, je nach Länderfassung innerhalb der Staffel an dritter oder vierter Stelle geführt, handelt es sich um die von Regisseur/Produzent/Co-Autor Guillaume Lubrano eigenfinanzierte und inszenierte Pilotfolge. Gleichsam wie die ganze Serie werden die beiden Teile durch den titelgebenden Kometen vereint, der an beiden Planeten vorbeifliegt und durchaus Auswirkungen auf die Geschehnisse hat. Wie ich anderen Rezensionen zur Serie entnehmen konnte, scheinen die Adaptionen der Original-Comic-Kurzgeschichten in jedem Falle sehr werkgetreu. Und doch wäre es hier besser gewesen, dass jede der beiden Stories eine eigene Episode zur besseren inhaltlichen Ausarbeitung bekommen hätte. So bleibt das Ganze zwar ein wirkungsvoller Appetizer für die weitere Serie, den man ruhig als Staffelpremiere hätte positionieren sollen, aber sobald die Handlung interessant wird ist sie auch schon wieder vorbei.

Schwermetall Chronicles, 1×03: Rotes Licht / Das kalte Herz
(Métal Hurlant Chronicles: Red Light/Cold Hard Facts // Lumière Rouge/Réalité Glaçante)
Frankreich, Belgien 2012. FSK 16. 22 Minuten. Mit: David Belle, Jean-Yves Berteloot, Guy Amram u.a. Regie: Guillaume Lubrano. Drehbuch: Guillaume Lubrano und Justine Veillot. Nach Red Light von Geoff Johns und Christian Gossett sowie Cold Hard Facts von R.A. Jones und Matt Cossin.

Bilder (c) Universal Pictures.


Schwermetall Chronicles: Beschütze mich (Kurzkritik)

5. November 2018

Die zweite Folge der Comic-Anthologie-Adaption bietet ein völlig anderes Szenario, nämlich in Form eines Zwei-Personen-Stücks mit James Marsters und Michelle Ryan.

Jennifer (Michelle Ryan) erwacht in einem unbekannten Zimmer. Ihr Nachbar, Brad Davis (James Marsters), erklärt, dass er sie in seinen Bunker gebracht hat um sie vor dem Atomraketenangriff zu retten, der höchstwahrscheinlich alle anderen Menschen ausgelöscht hat. Nachdem sich Jennifer von diesem Schock erholt, beginnt sie sich allmählich an das gemeinsame Leben mit Brad in völliger Isolation zu gewöhnen. Doch was, wenn er nicht die Wahrheit sagt?

Inhaltlich erinnert die zweite Episode der Schwermetall Chronicles etwas an den knapp vier Jahre später veröffentlichen Kinofilm 10 Cloverfield Lane (2016). Vielleicht wurden die Drehbuchautoren des amerikanischen Spielfilms von Beschütze mich inspiriert. Aufgrund des reduzierten Settings und des weitgehenden Verzichts auf Effekthascherei hinterlässt Folge 2 einen stärkeren Eindruck als der durchwachsene Auftakt. Mit James Marsters (Buffy – Im Bann der Dämonen) und Michelle Ryan (Bionic Woman) sind die beiden einzigen Rollen auch passend besetzt. Leider wirkt nicht jedes Detail vollkommen logisch und die knappe Laufzeit erweist sich der Plotentwicklung als wenig dienlich. Aber insgesamt ein solider Genre-Kurzfilm, der zudem recht unaufgeregt inszeniert wurde.

Schwermetall Chronicles, 1×02: Beschütze mich
(Métal Hurlant Chronicles: Shelter Me/Protège-Moi)
Frankreich, Belgien 2012. FSK 16. 24 Minuten. Mit: James Marsters und Michelle Ryan. Regie: Guillaume Lubrano. Drehbuch: Guillaume Lubrano, Justine Veillot und Dan Wickline. Nach der Comic-Story von Dan Wickline und Mark Vigouroux.

Bilder (c) Universal Pictures.


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