Into The Badlands: Staffel 1 (Kurzkritik)

7. Juli 2017

Wenn das Autoren-Duo Alfred Gough und Miles Millar (Smallville) nicht gerade in Shannara weilt, arbeiten die beiden an der postapokalyptischen Südstaaten-Saga Into The Badlands.



Crouching Widow, Hidden Darkness

In ferner Zukunft. Die sogenannten Badlands, ein Gebiet irgendwo in den nicht mehr existenten Vereinigten Staaten von Amerika, werden von sieben Baronen regiert. Industrialisierung und technologische Errungenschaften gibt es kaum noch, Schusswaffen sind verboten. Mit einer großen Schar von Sklaven und Dienern erwirtschaften die Baronate wichtige Güter. Quinn (Marton Csokas) ist einer dieser Barone. Auf seinen Feldern wird Mohnblumensaft für die Opium-Herstellung abgebaut. An der Spitze von Quinns Heer von Clippern (Schwertkämpfern) steht der legendäre Krieger Sunny (Daniel Wu). Sunny gelingt es den Jungen M.K. (Aramis Knight) vor räuberischen Nomaden zu retten. Jedes Mal wenn M.K. Blut verliert, ergreift eine dunkle Macht Besitz von ihm. Quinn, seine erste Ehefrau Lydia (Orla Brady), deren Sohn Ryder (Oliver Stark) und Quinns künftige zweite Gattin Jade (Sarah Bolger) sind ständig auf der Hut. Denn „The Widow“ (Emily Beecham) möchte mit ihrer Armee von weiblichen Kämpferinnen, darunter ihre Tochter Tilda (Ally Ioannides), die Ordnung der anderen Barone stürzen und schreckt dabei vor wenig zurück…

Alfred Gough und Miles Millar sind bei vielen Serienfans vor allem für ihre Superman-Teenie-Show Smallville (2001 bis 2011). Nach einigen Filmen (u.a. Die Mumie: Das Grabmal des Drachenkaisers und Ich bin Nummer vier) sowie einer gescheiterten TV-Neuauflage von Drei Engel für Charlie kreiierte das Duo Into The Badlands, eine sehr nach Manga-/Animematerial klingende Mischung aus Südstaaten-Saga, postapokalyptischen Drama und Samurai-Eastern. Obwohl im Handlungsgeflecht um Macht, Intrigen, Verrat, Liebe und die Suche nach der eigenen Identität das Rad nicht unbedingt neu erfunden wird, so gestaltet sich das Setting vor allem durch das bunte Figurenensemble als durchaus spannend. Glücklicherweise verzichtete man trotz ein paar Hochglanzgesichter im Cast auf die unsägliche Anbiederung an Teenies. Die von erfahrenen Martial-Arts-Meistern choreographierten Kampfszenen sind vor allem für eine TV-Produktion ein echter Hingucker. Vermutlich kann die Serie in der zweiten Staffel (10 Folgen) etwas mehr Substanz beim Worldbuilding entwickeln.

Die erste Staffel von Into The Badlands ist über Amazon Prime abrufbar sowie seit November 2016 auf BluRay und DVD erhältlich. Im Frühjahr 2017 erschien Season 2 bei Prime.

Into The Badlands: Staffel 1 (Into The Badlands: Season 1)
Actionserie/Endzeitdrama USA 2015. FSK 16. 6 Folgen. Gesamtlänge: ca. 256 Minuten. Mit: Daniel Wu, Marton Csokas, Aramis Knight, Orla Brady, Sarah Bolger, Oliver Stark, Emily Beecham, Madeleine Mantock, Ally Ioannides u.a. Idee: Alfred Gough und Miles Millar.

Bilder (c) AMC/Amazon.


Castle: Staffel 1 (Kurzkritik)

30. Juni 2017

Auch wenn die Hitzewelle (pun intended) mittlerweile eine Pause eingelegt hat, so haben die hohen Temperaturen ihren Tribut hinsichtlich der Art meines Serienkonsums gefordert. In wenigen Tagen konsumierte ich die erste Staffel der letztes Jahr beendeten Krimiserie Castle.

Richard „Rick“ Castle (Nathan Fillion) ist ein erfolgreicher Krimiautor, lebt nach zwei Scheidungen mit seiner 15jährigen Tochter Alexis (Molly C. Quinn) und seiner Mutter Martha (Susan Sullivan), einer etwas in die Jahre gekommenen Schauspielerin, in einer schicken, großen Wohnung. Seit Castle seine beliebte Figur Derrick Storm sterben ließ, plagt den Autor eine Schreibblockade. Weil ein Serienkiller Morde aus Castles Romanen kopiert, engagiert das New York Police Department in Person von Detective Kate Beckett (Stana Katic) ihn als Berater. Durch die starke und ambitionierte Polizistin fühlt sich Castle zu einer neuen Figur für sein nächstes Werk inspiriert. Daher lässt er seine guten Beziehungen spielen, um fortan an den Ermittlungen mitwirken zu dürfen, sehr zum Missfallen von Beckett…

Bei der deutschen Free-TV-Premiere der Krimiserie von Andrew W. Marlowe (Air Force One, Hollow Man) im Jahr 2010 habe ich bereits die ersten Folgen gesehen, aber schnell das Interesse verloren. Nicht weil Castle jetzt wirklich schlecht ist, sondern eher weil man hier, wie bei ähnlich gelagerten Produktionen (Bones, Elementary), inhaltlich fast durchgehendes auf das bewährte „Ein-Fall-in-40-Minuten“-Rezept setzt. Castle unterhält dank seines charmanten Hauptdarstellers Nathan Fillion (bekannt als Captain Reynolds aus Firefly) und der bisweilen amüsanten Dynamik der Figuren untereinander. Die kurze erste Staffel war jedenfalls für mein hitzegeplagtes Gehirn genau das richtige.

Castle: Staffel 1 (Castle: Season 1)
Krimiserie USA 2009. FSK 16. 10 Folgen. Gesamtlänge: ca. 405 Minuten.
Mit: Nathan Fillion, Stana Katic, Seamus Dever, Jon Huertas, Tamala Jones, Molly C. Quinn, Ruben Santiago-Hudson, Susan Sullivan u.a. Idee: Andrew W. Marlowe.

Bild (c) ABC/Touchstone.


Zeichen und Wunder

20. Juni 2017

Es gibt Neuigkeiten, auf mehreren Ebenen. Aber lest selbst…

Man (vor allem als Atheist) glaubt es kaum, aber es gibt noch Zeichen und Wunder (womit in diesem Fall nicht die erste Staffel von Babylon 5 gemeint ist)! Halleluja!

Wie gestern bekannt wurde, gibt es endlich einen Starttermin für die neue Star Trek-Serie Discovery. Ab dem 25. September 2017 (einen Tag nach der US-Premiere) wird die von Bryan Fuller (Pushing Daisies, American Gods) und Alex Kurtzman ins Leben gerufene Show mit den ersten beiden Folgen auf Netflix verfügbar sein. Die erste Staffel mit insgesamt 15 Episoden wird in zwei Blöcken gesendet. Die ersten acht Folgen gibt es jede Woche bis Anfang November 2017. Ab Januar 2018 laufen dann die verbleibenden sieben.

Das ist noch mal ein Signal, vor allem in Richtung der Verantwortlichen (Pappnasen) beim Flughafen BER und eines gewissen Autors namens George R.R. Martin, der vielleicht doch endlich seinen Roman The Winds Of Winter fertigstellen könnte. Also, rasch ans Werk!

Jetzt noch eine Meldung in eigener Sache:

Eigentlich schreibe ich hier kaum oder gar nicht über private Dinge. Aber die folgende Entwicklung möchte ich nicht vorenthalten. Nach einer „vorübergehenden“ Befristung seit Mai 2008 habe ich heute endlich meinen neuen, dieses Mal unbefristeten (!), Arbeitsvertrag erhalten und selbstredend sogleich unterschrieben. Der kleine mwj ist also jobmäßig in trockenen Tüchern. Wenn ihr mich jetzt entschuldigt, ich gehe mich mit Reismilch betrinken! 🙂

Bild (c) CBS/Netflix.


Sherlock: Staffel 4

16. Juni 2017

Trotz des Specials Die Braut des Grauens (2016) war die Wartezeit auf die 4. Staffel von Sherlock äußerst lang. Leider hat sich das Ausharren nicht unbedingt gelohnt.


Sherlock: Staffel 4 (Sherlock: Series Four)
Krimiserie UK 2017. FSK: Freigegeben ab 12 Jahren. 3 Folgen. Gesamtlänge: ca. 266 Minuten. TV-Erstausstrahlung: 4. Juni 2017.
Mit: Benedict Cumberbatch, Martin Freeman, Mark Gatiss, Una Stubbs, Amanda Abbington, Sian Brooke u.v.a. Nach Arthur Conan Doyle.
Adaption: Steven Moffat und Mark Gatiss.

 

 

Bakerstreet-Boys-Blödbuster

Gerade hat Sherlock Holmes (Benedict Cumberbatch) den einflussreichen Erpresser Magnussen erschossen, da wartet auch schon sein nächster Fall. Ein Unbekannter zerstört Büsten der früheren britischen Premierministerin Margaret Thatcher. Der erfolgreiche Unternehmer und Wohltäter Culverton Smith (Toby Jones) erscheint dem Meisterdetektiv aus London verdächtig. Währenddessen ist John Watson (Martin Freeman) familiär ausgelastet. Und Mycroft (Mark Gatiss) wird von einem Geheimnis aus seiner Vergangenheit verfolgt…

Nachdem das überwiegend im viktorianischen Zeitalter angesiedelte Special Die Braut des Grauens der auf den Werken von Arthur Conan Doyle basierenden britischen Miniserie einen surreal-überraschenden Twist gegeben hatte, waren die Erwartungen an die etwas verspätete vierte Staffel von Sherlock sicherlich nicht gering. Nur leider kann sie diese inhaltlich nicht ansatzweise erfüllen.

Anzeichen für das schwindende Niveau bei der Handlung gab es bereits in der letzten Folge der dritten Staffel als sich John Watsons frisch angetraute Ehefrau Mary als ehemalige Super-Agentin/Auftragskillerin entpuppte und von ihrer Vergangenheit eingeholt wurde. In Season 4 treiben es die beiden Autoren Steven Moffat (Coupling, Doctor Who) und Mark Gatiss (auch Darsteller des Mycroft Holmes) mit ziemlich bemüht wirkenden Wendungen sowie haarsträubenden Logikfehlern auf die Spitze. Am Ende der ersten Episode gibt es den mehr als unnötigen und vor allem gänzlich unmotivierten Tod einer wichtigen Figur. Während Sherlock im mittleren Fall noch trotz seiner starken Drogenabhängigkeit Ereignisse zwei Wochen im Voraus vorhersieht, so ist es schier unglaublich, dass im Staffelfinale der neue Mega-Super-Bösewicht den Meisterdetektiv und seinen kaum minder begabten Bruder wie Schulbuben aussehen lässt. Warum man überhaupt einen Antagonisten so völlig unmotiviert aus dem Hut zaubern muss, der fast die gesamte Serienmythologie ab absurdum führt, das weiß wohl nicht einmal die Sun.

Der inhaltliche Qualitätsabfall wirkt zudem besonders bitter, weil die neue Season immer noch spannend und vor allem erneut virtuos inszeniert ist. Es bleibt also die Frage, was man künftig daraus macht. Den dramaturgischen Scherbenhaufen zusammenkehren und einen Neuanfang mit dem bisherigen Personal wagen? Oder die Serie einfach enden lassen. Beide Optionen sind nach diesen drei Folgen möglich.

Die vierte Staffel von Sherlock ist seit dem 12. Juni 2017 auf BluRay und DVD erhältlich.

Fazit: Auch im vierten Jahr glänzt Sherlock mit einer famosen Inszenierung, verspielt diesen Kredit aber vor allem im Staffelfinale mit einer beispiellos unlogischen und schwachsinnigen Story. 5 von 10 Punkten.


Mrs. Hudson hat die Faxen dicke

 

Bilder © BBC


Legends Of Tomorrow – Folgen 1 und 2

25. März 2017

Die Ausbreitung der Superhelden in Kino und Fernsehen kennt keine Gnade. Ebenso wenig Grenzen. Wie ließe sich sonst erklären, dass nach The Flash, Arrow und Supergirl noch eine TV-Serie aus den Untiefen der DC Comics produziert wird?

Legends Of Tomorrow – Folgen 1 und 2 (DC’s Legends Of Tomorrow – Pilot)
Science-Fiction-Serie/Comic-Adaption USA 2016. FSK: Freigegeben ab 16 Jahren. 82 Minuten. TV-Erstausstrahlung: 30. August 2016.
Mit: Arthur Darvill, Victor Garber, Brandon Routh, Caity Lotz, Franz Drameh, Ciara Renée, Falk Hentschel, Dominic Purcell, Wentworth Miller u.a. Idee: Greg Berlanti, Marc Guggenheim, Andrew Kreisberg, Phil Klemmer. Nach Charakteren aus DC Comics.

 

Generics Of Yesterday

Der Zeitreisende Rip Hunter (Ex-Doctor-Who-Companion Arthur Darvill) versammelt im Januar 2016 eine heterogene Truppe von Superhelden und -schurken, um den unsterblichen Superbösewicht Vandal Savage (welch subtiler Name) davor abzuhalten, die Menschheit im Jahr 2166 zu versklaven. Zum unfreiwillig zusammengetrommelten Team gehört ein hochintelligenter Wissenschaftler mit Brille (Victor Garber), der gemeinsam mit einem jungen, afroamerikanischen Automechaniker (Franz Drameh) die menschliche Fackel spielen kann. Außerdem die vielfach wiedergeborenen Silverhawks (Ciara Renée, Falk Hentschel), eine austauschbare blonde Kampfmieze (Caity Lotz), der schrumpfbare Ant-Man (Brandon Routh) sowie zwei fiese Gangster, einer mit Eismaschinekanone (Wentworth Miller), der andere (Dominic Purcell) mit Spaceballs dem Flammenwerfer. Auf Hunters Zeitschiff (das wider Erwarten von außen nicht wie eine britische Polizei-Notrufzelle aussieht, dafür aber verdächtig wie Han Solos Millennium-Falke) reist das bunte Nonett durch die Zeit, um den wilden Vandalen ausfindig zu machen…

 Nein, das ist nicht der neue Doctor!

Aufgrund einer losen Empfehlung aus meinem Freundeskreis habe ich mir frohen Mutes den Piloten der Serie, also die ersten beiden Folgen, angesehen. Was sich mir da präsentiert hat, ist leider nicht so schlecht, dass es schon wieder lustig wirkt. Nein, Legends Of Tomorrow stellt vielmehr eine unermüdliche und recht humorlose Aneinanderreihung bereits x-fach ausgelutschter Comichelden-Tropen dar, die mit einem ebenfalls nicht ganz neuen, epochalen Zeitreiseplot vermixt wurde.

Vor allem die „Einführung“ der „Charaktere“ wird mit einer unbeirrbaren Wurschtigkeit abgefrühstückt, dass mir vom vielen Kopfschütteln eigentlich schon nach zehn Minuten der Nacken himmlisch schmerzen müsste. Ist dies etwa meine Superkraft? Wie konnte so ein uninspirierter Käse die Pilot-Phase überstehen? Das wissen nur die Bosse des US-Networks The CW, welches sein junges Publikum wohl noch nie für besonders intelligent hielt, und deshalb von ihrem hausgemachten Superhelden-Quark XY mittlerweile schon die dritte Staffel geordert haben. Wie schon bei The Flash und Arrow tummeln sich hier weitgehend auf Autopilot agierende Hochglanzgesichter ohne Profil, die natürlich in jeder Lebenslage top gestylt und perfekt geschminkt sind. Neben Dialoghülsen von Dreijährigen für Dreijährige saugen sich die Drehbuchautoren um das unkreative Terror-Quartett Berlanti/Guggenheim/Kreisberg/Klemmer immer wieder völlig konstruierte Wendungen aus den Fingern, die besonders dämlich wirken, wenn sie emotional sein sollen. Die ganze Chose ist aber zugegebenermaßen fehlerlos inszeniert, aber bei dem Geld, was hier für die Produktion verschleudert wird, darf man nichts anderes erwarten.

Mit tausend Anspielungen auf ihre bisherigen Auftritt im Arrowverse, allen denkbaren Klischees und faden Meta-Witzchen wird versucht, so etwas wie eine Team-Dynamik aufzubauen. Oder was die Autoren dafür halten. Wenn das alles nur nicht so abgedroschen und uninspiriert wäre! Das wirkt selbst die überwiegend langweilige, auf Endlosigkeit ausgelegte Konkurrenz-Show Marvel’s Agents Of S.H.I.E.L.D. wie eine HBO-Produktion. Daher werde ich mich nach zwei Episoden aus diesem erzählerischen Nirgendwo zurückziehen und stattdessen lieber die aktuelle Folge von Legion erneut anschauen.

Fazit: Ein Doctor-Who-Klon rekrutiert die DC-Avengers, und das in schlecht. Oder anders gesagt: Legends Of Tomorrow ist das Superheldenserien-Äquivalent eines Helene-Fischer-Schlagers. 1 von 10 Punkten.

Bilder (c) Warner.


Miss Fishers mysteriöse Mordfälle: Staffel 2 & 3 (Kurzkritik)

7. März 2017

Nach der unterhaltsamen ersten Staffel bgann ich mit viel Vorfreude die weiteren Episoden der australischen „Sleuth Show“ im Free-TV zu verfolgen, in deren Verlauf wir u.a. mehr über Miss Fisher Familie erfahren…

Am Ende der ersten Season konnte Phryne Fisher (Essie Davis) endlich den Mörder ihrer Schwester Jane seiner gerechten Strafe zuführen. In ihrem nächsten Fall muss die lebenslustige Detektivin die Unschuld des stellvertretenden Polizeipräsidenten – gleichzeitig Inspektor Jack Robinsons (Nathan Page) Ex-Schwiegervater – beweisen, der neben einer ermordeten Prostituierten erwacht. Auch die unzähligen Wohltätigkeitsaktivitäten von Tante Prudence (Miriam Margoyles) sind Ausgangspunkt für diverse Ermittlungen. Phrynes Hausmädchen, die zurückhaltende und sehr katholische Dorothy „Dot“ Williams (Ashleigh Cummings), und der junge Constable Hugh Collins (Hugo Johnstone-Burt) kommen sich langsam näher. Doch auch zwischen der patenten Detektivin und dem coolen Inspektor knistert es immer wieder…

Mit der 34. Episode, in welcher Phryne Fisher ihrem spielsüchtigen und unzuverlässigen Vater (Pip Miller) vor einem mehrfachen Mörder zu beschützen versucht, endete die australische Sleuth Show nach drei Staffeln. Zwar gibt es immer wieder Gerüchte über einen oder mehrere geplante Kinofilme, doch diese scheitern bisher daran, dass Hauptdarstellerin Essie Davis (mit 3-Folgen-Auftritt in Season 6 von Game Of Thrones ) mit ihrem Ehemann, dem Regisseur Justin Kurzel (Macbeth von 2015, Assassins Creed) und den gemeinsamen Kindern, derzeit in England lebt. Dabei wäre aus dramaturgischer Sicht ein Spielfilm genau das richtige für die junge Melbourne-Marple. Denn leider sind die meisten Folgen (mit einer Laufzeit von ca. 55 Minuten) inhaltlich oft wenig berauschend und nicht selten ziemlich konstruiert, was die Identität und Beweggründe des Mörders betreffem. Die unerschrockene Protagonistin, die als Lebedame bereits in den späten 1920er für die Rechte der Frauen kämpft (auch in Männerdomänen wie dem Rennsport), und ihre modernen Ansichten, sowie das liebenswerrte Ensemble der weiteren Hauptfiguren in Miss Fishers Entourage entschädigen aber weitgehend für die allzu schematischen Plots. Das oben erwähnte Serienfinale wirkt allerdings recht enttäuschend, vor allem weil zu viel Handlung hineingepresst wird und lang erwartete Szenen daher überhastet abgehandelt werden. Dennoch ist Miss Fisher’s Murder Mysteries über weite Strecken unterhaltsamer als so manche 40-Minuten-Procedural-Krimiserie aus den USA.

Alle drei Staffeln von Miss Fishers mysteriöse Mordfälle sind mittlerweile auf BluRay und DVD erhältlich. Die erste Season kann man auch auf Netflix streamen.

Miss Fishers mysteriöse Mordfälle (Miss Fisher’s Murder Mysteries)
Krimiserie Australien 2013, 2015. FSK 12. 13 Folgen (Staffel 2, 734 Min.) bzw. 8 Folgen (Staffel 3, 432 Min.). Mit: Essie Davis, Ashleigh Cummings, Nathan Page, Hugo Johnstone-Burt, Richard Bligh, Travis McMahon, Anthony Sharpe, Tammy MacIntosh, Miriam Margoyles u.a. Nach
The Phryne Fisher Mysteries von Kerry Greenwood. Adaption: Deb Cox und Fiona Eagger.

Bilder (c) ABC/Polyband.


The Muppets (2015) – Folgen 1 und 2

4. Dezember 2016

Mittlerweile macht die überflüssige „Reboot“-Welle auch nicht mehr vor TV-Klassikern halt. Der Megakonzern Disney und US-Network ABC lassen die beliebtesten Puppen des Showbiz wieder über die Flimmerkiste tanzen. Und das überraschenderweise ohne Ermüdungserscheinungen.

8-10The Muppets.
Puppentrick/Comedy-Serie USA 2015/16. Mit: David Goelz, Eric Jacobson, Bill Barretta, Peter Linz, David Rudman, Matt Vogel, Steve Whitmire, Julianne Buescher u.a. Idee: Bill Prady und Bob Kushnell. Nach Charakteren von Jim Henson.


the-muppets-2015_poster

 

It Aint Over Til It’s Over

Trotz ihrer Trennung gehen Kermit der Frosch und Schweinedame Miss Piggy keinesfalls getrennte Wege. Denn Piggy hat beim US-Network ABC eine Latenight-Show und Kermit ist deren Produzent. Dass jemand den Laden zusammenhält ist auch nötig, denn hinter den Kulissen der Show tummeln sich mit Fozzie Bär, Tier, Scooter, Gonzo, dem schwedischen Chefkoch und Ratte Rizzo die üblichen Verdächtigen. Außerdem ist die Gastgeberin für ihre unberechenbaren Launen berüchtigt. Sicherlich auch weil ihr Ex mit der hübschen rothaarigen Denise (ebenfalls eine Schweinin) aus der Marketing-Abteilung des Senders eine neue Freundin gefunden hat. Unterdessen versucht Fozzie Bär bei den Eltern seiner menschlichen Freundin Eindruck zu machen. Mit dem nächsten Gaststar, der Schauspielerin Elizabeth Banks, ist Piggy so gar nicht einverstanden. Könnte es daran liegen, dass vor ein paar Jahren die Probeaufnahmen für eine Rolle in Die Tribute von Panem völlig schiefgelaufen sind?


the-muppets-2015_frosch-und-schwein Kermit und Piggy haben sich getrennt

Die wilden, verrückten, liebenswerten Puppen aus Jim Hensons (1936-1990) kreativer Werkstatt sind zurück. Nach den beiden letzten Kinofilmen – Die Muppets (2011) und Muppets Most Wanted (2014) – nun auch im deutschen Fernsehen. Denn seit dem 3. Dezember 2016 zeigt Pro Sieben (gut ein Jahr nach der US-Premiere) die TV-Neuauflage der kultigen Puppentrickserie (1976-1981) immer samstags gegen 14 Uhr in Doppelfolgen. In den USA wurde The Muppets als Serie nach nur einer Staffel (16 Folgen) im Mai 2016 abgesetzt. Nach den ersten zwei Episoden fragt man sich allerdings etwas verwundert: warum? Denn die neue Puppenshow ist alles andere als ein lauer Aufguss.

Die verantwortlichen Kreativen hinter „Muppets 2015“, Bill Prady (The Big Bang Theory) und Bob Kushnell (Hinterm Mond gleich links, Anger Management), sind wahrlich keine Neulinge in der Sitcom-Welt. Geschickt adaptierten sie das Grundkonzept der Originalserie in die heutige Fernsehwelt. Das aktuelle sehr in Mode geratene Format der Mockumentary, in welchem eine Kameracrew einen fiktiven Dokumentarfilm dreht, bietet sich perfekt an, um bei der geschäftigen und heterogenen Puppentruppe hinter die Kulissen zu blicken. Der zentrale Aufhänger ist nicht wie früher eine Musical-/Variete-Produktion sondern „Up Late with Miss Piggy“, eine spätabendliche Talkshow, in welcher die berühmt-berüchtigte Schweinedame Prominente zu Gast hat. In gewohnter Manier agieren der nicht selten genervt-verzweifelte Kermit (als Produzent und Motivator), der geschäftige Scooter (Assistent und „Mädchen für alles“), Fozzie Bär (meist wenig witziger Anheizer), das Senioren-Duo Statler/Waldorf (lästernde Dauergäste) und die Progrock-Formation Electric Mayhem (inklusive ihrem nicht zu bremsenden „tierischen“ Drummer) als Showband der Sendung. Die aus Serien wie The Office oder dem deutschen Pendant Stromberg bekannten Interview-Schnipsel geben freilich den Beteiligten die Chance, das Geschehen zu kommentieren.

Im Mittelpunkt der neuen Serie stehen natürlich Miss Piggy und Kermit. Im August 2015, wenige Wochen vor der US-Premiere, erklärte das seit Jahrzehnten unzertrenntliche Promi-Paar ihre romantische Beziehung für beendet. Doch sind der Frosch und die Schweinedame beruflich weiterhin verbandelt und das sorgt regelmäßig für Wirbel, einfach weil Kermit die ständig wechselnden Launen seiner Ex auf Dauer nicht so gut wegstecken kann wie früher („Mein Leben ist die in Speck gerollte Hölle auf Erden.“). Und weil Piggy sicherlich auch darüber erbost ist, dass Kermit mit dem süßen „Marketing-Schweinchen“ Denise bereits eins neue Flamme hat.

Der hektische Mockumentary-Stil macht es mitunter etwas schwer die teilweise im Sekundentakt eingestreuten Gags alle mitzubekommen, passt aber wunderbar zum chaotischen Personal. Wie schon vor 40 Jahren sollte man nicht dem Irrglauben verfallen, dass die neue „Muppet-Show“ wirklich für Kinder geeignet sein kann. Dazu ist der Humor wie gewohnt zu anarchisch und der Dialogwitz zu zweideutig („Dann haben wir uns crosspromotet.“). Mit den unterschiedlichen Stars, die sich hier die Klinke in die Hand geben (in den ersten beiden Folgen der Sänger Josh Groban, die Band Imagine Dragons sowie die bekannten Schauspieler Elizabeth Banks und Laurence Fishbourne), wird der überbordende Starhype und Medienrummel durch den Kakao gezogen. Im Grunde eignet sich das Format der „halbstündigen“ (d.h. knapp über 20 Minuten Laufzeit) Comedyshows auch besser für die Eigenheiten der Muppets als ein abendfüllendes Leinwandabenteuer.

Fazit: Auch wenn der Mockumentary-Stil etwas hektisch wirkt, so funktioniert die neue Serie als gelungene Adaption der spaßig-verrückten Puppenshow an heutige TV-Trends und gleichzeitig als bisweilen beißende Mediensatire. 8 von 10 Punkten.


TV-Tipp: The Muppets.
immer samstags gegen 14:00 Uhr mit zwei neuen Folgen auf Pro Sieben.

 

the-muppets-2015_denise
Kermit und seine neue Flamme
the-muppets-2015_meeting
Die Muppets beim Meeting
the-muppets-2015_buffet
Das Büffet ist eröffnet

Bilder (c) ABC/Pro Sieben.


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