Violet & Daisy (Kurzkritik)

7. November 2016

Zwei junge Auftragskillerinnen wollen noch schnell ihren neuesten Job erledigen, um sich dann vom verdienten Geld etwas zu gönnen. Doch die beiden haben die Rechnung ohne ihr „Opfer“ gemacht.

Violet (Alexis Bledel) und Daisy (Saoirse Ronan) sind zwei junge Frauen, die sich ihren Lebensunterhalt als Auftragskillerinnen verdienen. Dabei bedienen sich die beiden nicht selten einer besonders unschuldig wirkenden Tarnung. Um sich das neue Kleid aus der Kollektion ihrer Lieblingssängerin Barbie Sunday leisten zu können, nehmen die Mädchen etwas widerwillig einen violet-daisy_coverweiteren Auftrag ihres unbekannten Bosses an, obwohl sie eigentlich Daisys Geburtstag feiern wollten. Doch die schnelle Erledigung des Jobs entfällt, denn die Zielperson, der einsame Michael (James Gandolfini), begegnet den Todesengeln mit entwaffnender Freundlichkeit und macht keinerlei Anstalt, um sein Leben zu kämpfen…

2010 wurde Geoffrey Fletcher für das Drehbuch zum Sozialdrama Precious (2009) mit dem Oscar ausgezeichnet. Im gleichen Jahr drehte Fletcher sein Regiedebüt Violet & Daisy in New York. Alexis Bledel (Gilmore Girls, Sin City) und die 13 Jahre jüngere Saoirse Ronan (Abbitte, In meinem Himmel) agieren hier als junge Killerinnen, die gleich in der Anfangsszene in Nonnenkostümen eine Horde Gangster über den Haufen schießen. Doch wer jetzt hier einen lässigen-coolen, quasseligen Actioner im Stile von Quentin Tarantino oder Robert Rodriguez erwartet, wird eines Besseren belehrt und überrascht. Das Hauptaugenmerkt liegt hier nicht auf den gelegentlichen Shootouts, sondern auf den ruhigen Szenen zwischen Michael, gespielt vom 2013 mit nur 51 Jahren verstorbenen James Gandolfini (The Sopranos), und den Mädchen. Zwar wirkt die Story oft etwas unlogisch, sie pendelt aber gekonnt zwischen Geballer und einem reduzierten Drei-Personen-Stück. Das auch insgesamt überschaubare Darsteller-Ensemble wird von Danny Trejo (Machete) und Tatiana Maslany (Orphan Black) in ganz kleinen Parts ergänzt.

7-10Violet & Daisy
Action/Drama USA 2011. FSK 16. 85 Minuten (PAL-DVD). Mit: Alexis Bledel, Saoirse Ronan, James Gandolfini u.a. Drehbuch und Regie: Geoffrey Fletcher.

Bild (c) Capelight.


Der Kurzkritiken-Sommer #7: Lost River (Extended Version)

2. August 2016

Vor gut einem Jahr erlebte ich Lost River im Open Air-Kino. Was darf man von der „Extended Version“ dieses Mystery-Thrillers von Ryan Gosling erwarten?

Kurzkritiken-Sommer_Cloud

In einem Vorort von Detroit. Während um sie herum alle Häuser verwahrlosen oder gar abgerissen werden, hält die alleinerziehende Mutter Billy (Christina Hendricks) an ihrem Entschluss fest, mit ihren beiden Söhnen im Haus der längst verstorbenen Großmutter auch weiterhin zu leben. Mit der Tilgung des Hauskredits ist sie jedoch drei Monatsraten im Rückstand. Der neue Bankmanager Dave (Ben Mendelsohn) bietet ihr einen Job in seinem Nachtclub an. Billys Teenager-Sohn Lost River_Extended Version_Blu-Ray-BoxBones (Iain De Caestecker) versucht unterdessen mit dem Ausschlachten von Häuserruinen ein bisschen Geld zu verdienen und wildert dabei im Revier des sadistischen Gangsters Bully (Matt Smith). Auch Nachbarin Rat (Saoirse Ronan) hat es nicht wirklich leicht. Das junge Mädchen lebt mit ihrer seit Jahren katatonischen Großmutter (Barbara Steele) zusammen. Rat erzählt Bones vom Fluch von Lost River, dessen Geheimnis im vom künstlich angelegten Wasserreservoir überschwemmten alten Städtchen begraben liegt…

Das Echo auf Lost River, das Regiedebüt des Schauspielers Ryan Gosling (Blue Valentine, Drive), war eher durchwachsen. Für die BluRay-Veröffentlichung wurde die eigentümliche Mischung aus Sozialdrama, Mystery und Endzeitfilm in einer zehn Minuten längeren Fassung auf den Markt gebracht. Diese sogenannte „Extended Version“ (105 Min.) wurde auf dem Filmfestival von Cannes 2014 als erste Fassung gezeigt, aber vor dem US-Kinostart von Gosling noch einmal gekürzt. Die 10 Minuten zusätzliches Material im Vergleich zur Kinoversion (95 Min.) wurden bis auf wenige Sekunden komplett im ersten Filmdrittel ergänzt. Zwar habe ich mir jetzt aufgrund des geringen Laufzeitunterschieds keinen anderen, inhaltlich dichteren Film erwartet, aber etwas mehr über die versunkene Stadt hätte Lost River stimmiger gemacht. Die Langfassung bietet aus meiner Sicht daher keinen Mehrwert, aber durch die neuen bzw. längeren Szenen sowie das zeitliche Umarrangieren wirkt die Einführung der Charaktere und ihrer Situation etwas organischer. Jedenfalls hat Ryan Gosling mit seinem Erstling als Regisseur ein düster-modernes Märchen aus den verlassenen Ruinen von Detroit geschaffen, mit eindrucksvollen Bildern und stimmungsvollem Soundtrack.

Zum Schnittbericht der „Extended Version“ geht es HIER

Lost River_Extended Version_Eingang

7-10Lost River – Extended Version
Mystery-Thriller/Drama USA 2014. FSK 16. 105 Minuten. Mit: Christina Hendricks, Iain De Caestecker, Saoirse Ronan, Ben Mendelsohn, Matt Smith, Eva Mendes u.a. Drehbuch und Regie: Ryan Gosling.

Bilder (c) Tiberius Film.


Byzantium (Kurzkritik)

26. Februar 2016

Knapp 20 Jahren nach seiner Verfilmung des Anne-Rice-Romans Interview mit einem Vampir wandte sich Regisseur Neil Jordan erneut dem Thema Vampire zu. Der Film Byzantium bricht allerdings mit den klassischen Blutsauger-Motiven.

Byzantium_DVDClara (Gemma Arterton) und ihre Tochter Eleanor (Saoirse Ronan) sind Vampire, die seit etwa 200 Jahen durch den gelegentlichen „Konsum“ von Menschenblut überleben. Um der Verfolgung durch „Die Bruderschaft“ (einem Vampirorden, der die Existenz der Unsterblicher geheimhalten will) zu entgehen, müssen die beiden Frauen immer wieder ihre Zelte abbrechen und fliehen. Während die pragmatische Clara immer nach vorne schaut und von der Vergangenheit nichts mehr wissen will, hat die grüblerische Eleanor von dem rastlosen Leben auf der Flucht genug und möchte endlich sesshaft werden. Vor allem als die beiden sich im leerstehenden Hotel „Byzantium“ beim gutmütigen Noel (Daniel Mays) einnisten und der todkranke Frank (Caleb Landry Jones) in Eleanors Leben tritt.

Vampir verbrennen im Sonnenlicht, verabschauen Kreuze und Knoblauch, können einen sterblichen Menschen durch Blutaustausch zu einem der ihren machen. All diese klassischen Eigenschaften und Wesenszüge der in Literatur und Film ewig präsenten Untoten gibt es in Byzantium nicht. Um ein unsterblicher Vampir zu werden muss man eine geheime Insel aufsuchen und dort in einer dunklen Höhle sich selbst begegnen. Neil Jordans zweiter Vampirfilm ist auch dahingehend ungewöhnlich, dass es zwar bisweilen etwas blutig zugeht, aber die Inszenierung angenehm unspektakulär wirkt. Auch wenn es sicherlich schön gewesen wäre, manche Aspekte der Geschichte etwas besser herauszuarbeiten, so wirkt der Gegensatz zwischen Clara und Eleanor ähnlich stimmig wie das Nebeneinander von Vergangenheit und Gegenwart, wodurch die Vorgeschichte der beiden Vampirinnen kontinuierlich weitergesponnen wird. Zusätzlich zu den beiden Hauptdarstellerinnen ist der Film mit Caleb Landry Jones (X-Men: Erste Entscheidung), Jonny Lee Miller (Elementary) sowie Sam Riley (Control, On The Road ) bis in die Nebenrollen gut besetzt.

7-10Byzantium
Fantasy-Drama UK/USA/Irland 2012. FSK 16. 113 Minuten.
Mit: Gemma Arterton, Saoirse Ronan, Caleb Landry Jones, Sam Riley, Jonny Lee Miller, Daniel Mays, Tom Hollander u.a. Regie: Neil Jordan. Drehbuch: Moira Buffini.

Byzantium_Eleanor


Bilder (c) Universum Film.


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