The Mandalorian: Kapitel 1

23. März 2020

Fans haben eine Live-Action-Serie im großen Sternensaga-Universum schon lange herbei gesehnt. Mich als begeistertem Zuschauer der unerreichten Originaltrilogie lässt der ganze Hype eher kalt. Und doch habe ich dank der exklusiven Free-TV-Ausstrahlung bei Pro Sieben am gestrigen Sonntag einen Blick in die erste Folge von The Mandalorian riskiert.

Der Kopfgeldjäger, der zu wenig wusste

Fünf Jahre nach dem Fall des Imperiums. Eine namenloser Kopfgeldjäger (Pedro Pascal) schlägt sich mehr schlecht als recht durch. Von seinem Auftraggeber Greef Karga (Carl Weathers) erhält der sogenannte Mandalorianer eine neue lukrative Mission. Ein geheimnisvoller Kunde (Werner Herzog), der von Sturmtrupplern bewacht wird, verspricht dem Kopfgeldjäger eine hohe Belohnung wenn er eine nicht näher bezeichnete Zielperson lebend fängt oder nachweisbar deren Tod herbeiführt. Kein ganz einfacher Auftrag, wie der Mandalorianer bald feststellen muss…

Es war einmal, auf einem alles andere als weit entfernten Kapitalismus-Planeten, ein großes Imperium namens Disney, das sich nicht mit der Übernahme von Marvel Studios, der durch ihr eigenes Kinouniversum erfolgreichen Produktionsfirma des Comic-Giganten, begnügt, sondern auch noch das bekannte Hollywood-Studio namens Fox schluckte. Die hohen Zuschauerzahlen der Streaminggiganten Netflix und Amazon Prime weckten Begehrlichkeiten bei der ersten Vorstands-Ordnung und so wurde Disney+ ins Leben gerufen, seit November 2019 bereits in den USA sowie anderen Ländern zu empfangen und ab dem morgigen 24. März 2020 auch in Deutschland. Als eines der Hauptverkaufsobjekte für den neuen Anbeiter wurde unter Federführung von Jon Favreau (u.a. Regisseur von Iron Man und Iron Man 2) die erste Live-Action-Serie im Star Wars-Universum ins Leben gerufen.The Mandalorian dreht sich um die Abenteuer des titelgebenden Kopfgeldjägers, der dank seiner Rüstung große Ähnlichkeit mit Jango und Boba Fett aus den Filmen hat. In der Rüstung steckt Schauspieler Pedro Pascal (genial als Oberyn Martell in Game of Thrones) oder, wenn er gerade keine Zeit hat, jemand anderes. Ist ja auch egal. Zumindest in der Pilotfolge nimmt der Protagonist seinen Helm ohnehin nie ab. Als Gaststar überrascht hier Werner Herzog. Die deutsche Arthouse-Legende (Aguirre, der Zorn Gottes; Fitzcarraldo; Nosferatu: Phantom der Nacht) hat anscheinend gerade Geld für die Finanzierung eines neuen Filmes gebraucht.

Bei all den gruseligen CGI-Verbrechen aus Star Wars: The Clone Wars erscheint es optisch wie eine Wohltat, dass Favreau und Co hier, ähnlich wie bei der Sequel-Trilogie, verstärkt auf echte Sets, Kostüme, Prosthetics sowie Animatronics setzen und nicht einfach alles am Rechner lieblos zusammenschnippeln lassen. Auch wenn sich die „Story“ darauf beschränkt, den Helden von A über B nach C zu schicken, so geriet das erste Kapitel aus meiner Sicht recht kurzweilig. Zur 40-Minuten-Obergrenze, die man von Network-Serien kennt, hat es bei der Laufzeit nicht ganz gereicht. Aber für eine Serienpremiere, die mich als Film- und Serien-Afficionado davon überzeugen soll, mir noch einen weiteren Streamingdienst mit überwiegend Kinderkram zuzulegen, wirkt das alles zu brav und einfallslos. Vielleicht liegt der Hund aber auch in meinem fehlenden Interesse, mich über die Hauptreihe hinaus mit weiteren Star Wars-Medien zu beschäftigen, begraben. Oder möglicherweise eher daran, dass The Mandalorian dann eben doch nur einen gut halbstündigen Werbespot für unzählige Merchandisingprodukte im Allgemeinen und Baby-Yoda-Puppen im Besonderen darstellt. Denn eine Kopfgeldjäger-Show kann sich noch so kantig und mürrisch geben, wenn ein kleines grünes Knuddelalien im Zentrum der Handlung steht. Erwachsene als Zielgruppe. Pah. Wer eine wirklich gelungene Mischung aus Weltraumabenteuer und Westernsetting sehen will, dem empfehle ich Joss Whedons viel zu früh beendete Serie Firefly plus dazugehörigem Kinofilm Serenity.

Kurze Frage zum Schluss: gehört Spaceballs (für mich der viertbeste Star Wars-Film) auch zum Angebot von Disney Plus? Egal, ich zieh mir jetzt noch ne Wiederholung von Star Trek: The Next Generation rein…

Die erste Staffel (acht Folgen) von The Mandalorian startet am 24. März 2020 bei Disney+.

The Mandalorian: Kapitel 1 (The Mandalorian: Chapter 1)
Science-Fiction/Western USA 2019. 39 Minuten. Mit: Pedro Pascal, Carl Weathers, Werner Herzog u.a. Regie: Dave Filoni. Idee & Drehbuch: Jon Favreau. Nach Charakteren von George Lucas.

Credits
Bilder (c) Disney/Lucasfilm

 


Schwermetall Chronicles: Rotes Licht / Das kalte Herz (Kurzkritik)

6. November 2018

Nicht nur eine, sondern gleich zwei Geschichten erzählt die dritte Folge der Schwermetall Chronicles. Ein Gefangener versucht aus seiner Zelle zu fliehen. Auf der Erde wird ein seit Jahrhunderten eingefrorerener Mann geborgen.

Nachdem sich sein Volk in einem verheerenden Krieg selbst ausgelöscht hat und Aliens seinen Planeten eroberten, versucht ein Mann (David Belle) in Rotes Licht aus der Gefangenschaft der Invasoren zu entfliehen. Dabei muss er sich gegen übermächtige Wächter zur Wehr setzen. Das kalte Herz spielt im Los Angeles des Jahres 2312. Die Erde ist völlig überbevölkert, gigantische Metropolen wachsen unaufhaltsam zusammen. Bei archäologischen Ausgrabungen wird der eingefrorene, noch lebendige Körper eines Mannes (Patrice Delmont) aus dem 20. Jahrhundert gefunden. Doch was soll mit ihm nun geschehen?

Bei dieser aus zwei Stories bestehenden Episode, je nach Länderfassung innerhalb der Staffel an dritter oder vierter Stelle geführt, handelt es sich um die von Regisseur/Produzent/Co-Autor Guillaume Lubrano eigenfinanzierte und inszenierte Pilotfolge. Gleichsam wie die ganze Serie werden die beiden Teile durch den titelgebenden Kometen vereint, der an beiden Planeten vorbeifliegt und durchaus Auswirkungen auf die Geschehnisse hat. Wie ich anderen Rezensionen zur Serie entnehmen konnte, scheinen die Adaptionen der Original-Comic-Kurzgeschichten in jedem Falle sehr werkgetreu. Und doch wäre es hier besser gewesen, dass jede der beiden Stories eine eigene Episode zur besseren inhaltlichen Ausarbeitung bekommen hätte. So bleibt das Ganze zwar ein wirkungsvoller Appetizer für die weitere Serie, den man ruhig als Staffelpremiere hätte positionieren sollen, aber sobald die Handlung interessant wird ist sie auch schon wieder vorbei.

Schwermetall Chronicles, 1×03: Rotes Licht / Das kalte Herz
(Métal Hurlant Chronicles: Red Light/Cold Hard Facts // Lumière Rouge/Réalité Glaçante)
Frankreich, Belgien 2012. FSK 16. 22 Minuten. Mit: David Belle, Jean-Yves Berteloot, Guy Amram u.a. Regie: Guillaume Lubrano. Drehbuch: Guillaume Lubrano und Justine Veillot. Nach Red Light von Geoff Johns und Christian Gossett sowie Cold Hard Facts von R.A. Jones und Matt Cossin.

Bilder (c) Universal Pictures.


Boardwalk Empire (Pilotfolge)

26. September 2012

Die Sopranos, Rom, In Treatment oder Game Of Thrones. Das sind nur einige der vom amerikanischen Bezahlsender HBO produzierten, hochwertigen TV-Serien. Seit zwei Jahren gibt es da auch noch Boardwalk Empire, das im Atlantic City zur Zeit der Prohibition spielt.

 

Boardwalk Empire
Krimi/Drama-Serie USA 2010. FSK: Freigegeben ab 16 Jahren. 69 Minuten (PAL-DVD).
Mit: Steve Buscemi, Michael Pitt, Kelly Macdonald, Michael Shannon, Shea Whigham, Aleksa Palladino, Michael Stuhlbarg, Stephen Graham, Vincent Piazza, Paz de la Huerta u.v.a. Idee & Drehbuch: Terence Winter. Regie: Martin Scorsese.

Atlantic City, 1920. Die soeben in Kraft getretenen Prohibitionsgesetze will sich der Schatzmeister Enoch „Nucky“ Thompson (Steve Buscemi) mit regem Alkoholschmuggel zu Nutze machen und dabei ordentlich abkassieren. Mit seinem Bruder Eli (Shea Whigham), dem hiesigen Sheriff, macht Nucky einen Deal mit dem „jüdischen Mafioso“ Arnold Rothstein (Michael Stuhlbarg). Nuckys Chauffeur und Assistent James „Jimmy“ Darmody (Michael Pitt), erst seit einigen Monaten vom Militärdienst zurückgekehrt, fühlt sich übergangen und nimmt seine „Karriere“ in die eigenen Hände. Die schwangere Irin Margaret Schroeder (Kelly Macdonald) bietet Nucky um Hilfe für ihre Familie…

Boardwalk Empire ist wider Erwarten nicht der neue Gangster-Kinofilm von Oscar-Preisträger Martin Scorsese (u.a.Taxi Driver, Casino, Gangs Of New York, Departed), sondern eine Drama-Serie über die Folgen der Prohibition am Beispiel der Vorgänge in der Stadt Atlantic City im US-Bundesstaat New Jersey in den 1920ern. Auf Basis des Sachbuches „Boardwalk Empire: The Birth, High Times, and Corruption of Atlantic City“ von Nelson Johnson kreierte Drehbuchautor Terence Winter (Die Sopranos) die Serie, deren Pilotfolge die im TV-Bereich äußerst hohe Summe von 18 Millionen Dollar kostete und die niemand geringeres als Scorsese selbst inszenierte. Das meiste Geld verschlang die authentisch konstruierte Strandpromenade (englisch „boardwalk“). Insgesamt kosteten die zwölf Folgen der ersten Staffel 72 Millionen. Doch auch abseits dieser astronomischen Summen bietet der Pilot mehr „production values“ als so manch kostspieliger Blockbuster.

Trotz aller produktionstechnischen Qualitäten und der starken Besetzung mit der die Serie aufwartet – u.a. Steve Buscemi (Fargo) als Nucky, Michael Pitt (Die Träumer) und Kelly Macdonald (No Country For Old Men, Gosford Park) – hat mich die erste Folge nicht wirklich sehr mitgerissen. Zumindest nicht so, dass ich jetzt unbedingt die weiteren Folgen anschauen möchte. Zugegeben, für die komplexen Handlungsstränge um das recht zahlreiche Figurenensemble wird hier freilich erst der Grundstein gelegt und zweifelsohne ist die Pilot-Episode auch sehr gut geschrieben. Aber im Endeffekt ist alles etwas zu schwer durchdringbar und sperrig. Und möglicherweise waren meine Erwartungen durch die Lobeshymnen überall etwas zu hoch.

Fazit: Hochwertig und aufwändig produziert, stark besetzt, aber inhaltlich sperrig und schwer. 7 von 10 Punkten.

Bild © HBO.


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