Love: Staffel 2 (Kurzkritik)

12. März 2017

Ein seltenes Binge-Watching-Erlebnis hatte ich dieses Wochenende mit der zweiten Staffel der Netflix-Serie Love. Elf von zwölf Episoden habe ich ein einem einzigen Tag gesehen. Und hat es sich gelohnt?

Nachdem Mickey (Gillian Jacobs) Gus (Paul Rust) gestanden hat, dass sie nicht nur alkohol- und drogenabhängig, sondern auch süchtig nach Sex und Liebe ist, wollte sie eigentlich ein Jahr lang für sich allein sein und keine intime oder romantische Beziehung eingehen. Doch der Vorsatz mit Gus erstmal nur eine unverbindliche Freundschaft zu pflegen wird schnell gebrochen. Denn trotz ihrer großen Unterschiede können die beiden nicht voneinander lassen. Auch Mickeys australische Mitbewohnerin Bertie (Claudia O’Doherty) führt mittlerweile eine Beziehung, mit Randy (Mike Mitchell), einem gemütlichen und arbeitslosen Kumpel von Gus. Beide Paare haben mit diversen Schwierigkeiten und Hürden zu kämpfen. Werden Mickey und Gus diese überwinden können?

Von der ersten Staffel der Serie war ich letztes Jahr durchaus angetan, wenngleich inhaltlich so manches noch etwas unausgegoren wirkte und man leider trotz der „realistischeren“ Geschichte gegen Ende doch etwas in gängige Klischees verfiel. Mit Season 2 kann sich Love als authentische, unprätenziöse sowie vergleichsweise unglamuröse Mischung aus Beziehungskomödie und Liebes-Drama etablieren. Die Entwicklung der beiden Hautfiguren und die Dynamik ihrer etwas undefinierbaren Beziehung wirkt organischer und angenehm befreit von festgefahrenen dramaturgischen Zwängen anderer US-Serien. Vielleicht auch wegen meines seltenen Binge-Watching-Verhaltens kam es mir nicht so vor, als würde die Staffel aus 12 Episoden mit um die 30 Minuten Laufzeit pro Folge bestehen, sondern vielmehr wie eine Miniserie mit vier Teilen in Spielfilmlänge. Für 2018 ist bereits eine dritte Staffel angekündigt. Es wird auf jeden Fall interessant zu verfolgen, wie das Autorenteam um Judd Apatow, Lesley Arfin und Hauptdarsteller Paul Rust die „Love Story“ von Mickey und Gus weiterführt.

 

Alle 12 Folgen der 2. Staffel von Love sind seit dem 10. März 2017 bei Netflix abrufbar.

Love: Staffel 2 (Love: Season 2)
Comedy-/Drama-Serie USA 2017. 12 Folgen. Gesamtlänge: ca. 365 Minuten. Mit: Gillian Jacobs, Paul Rust, Claudia O’Doherty u.a. Idee: Judd Apatow, Lesley Arfin und Paul Rust.



Bilder (c) Netflix.


Emelie (Kurzkritik)

4. Januar 2017

Kleine Filme haben es schwer, eine flächendeckende oder überhaupt eine Kinoauswertung zu ergattern. Da bieten sich Streamingdienste als Veröffentlichungsplattform an. Wie beim Babysitter-Thriller Emelie, zu sehen bei Netflix.

emelie_posterJoyce (Susan Pourfar) und Dan (Chris Beetem) plannen an ihrem 13. Hochzeitstag ein gemeinsames Abendessen in einem schicken Restaurant. Weil ihre etatmäßige Babysitterin Maggie (Elizabeth Jayne) keine Zeit hat, engagiert das Ehepaar deren Freundin Anna (Sarah Bolger), um auf die drei Kinder, den elfjährigen Jacob (Joshua Rush), die neunjährige Sally (Carly Adams) sowie den vierjährigen Christopher (Thomas Bair), aufzupassen. Doch so nett und vertrauenswürdig die junge Frau zu Beginn wirkt, umso finsterer sind ihre wahren Absichten…

In Spielfilmdebüt von Michael Thelin, der bisher überwiegend Musikdokumentationen drehte, wird von Anfang an eine unheilschwangere, beklemmende Atmosphäre erzeugt, vor allem durch das Filmen aus der Perspektive eines heimlichen Beobachters. Emelie spielt gekonnt mit den Ängsten von Eltern, die ihre lieben Kleinen einer noch unbekannten Aufsichtsperson überlassen und natürlich nur auf das Beste hoffen. Kaum sind die Erziehungsberechtigten weg, beginnt die von Sarah Bolger (Die Tudors, In America) verkörperte Babysitterin ihre drei Schützlinge mit verstörenden Spielchen zu manipulieren. Nachdem sich die Situation zugespitzt hat, verändert sich der Psycho-Thriller zu einer eher unlogischen Home-Invasion-Variante und verschenkt dabei leider etwas das Potenzial der unbehaglich-stimmungsvollen Inszenierung.

6-10Emelie
Psychothriller USA 2015. FSK: ungeprüft. 82 Minuten. Mit: Sarah Bolger, Joshua Rush, Carly Adams, Thomas Bair, Susan Pourfar, Chris Beetem u.a. Regie: Michael Thelin. Drehbuch: Richard Raymond Harry Herbeck.

Bild (c) Netflix.


Love (Netflix) (Kurzkritik)

15. Dezember 2016

In der Dramedy Love, eine der unzähligen Eigenproduktionen des Streaminganbieters Netflix aus diesem Jahr, finden zwei eigenwillige, höchst unterschiedliche Singles allmählich zueinander. Die Zukunft der Rom-Com in Serienform?

Eigentlich wollte Gus (Paul Rust), der als Privatlehrer am Set einer TV-Serie arbeitet, mit seiner Freundin Natalie (Milana Vayntrub) den nächsten Schritt wagen. Doch als sie einen Seitensprung gesteht, macht Gus Schluss und zieht aus. Unterdessen kommt Mickey (Gillian Jacobs), Redakteurin bei einem kleinen Radiosender, nicht von ihrem Ex-Freund Eric (Kyle Kinane) los, auch weil der sie weiterhin mit Drogen versorgt, was einer Überwindung ihrer Suchtprobleme natürlich nciht gerade zuträglich ist. Schließlich gelingt es Mickey doch, Eric vor die Tür zu setzen und die gut gelaunte Australierin Bertie (Claudia O’Doherty) als Mitbewohnerin zu gewinnen. Als wieder einmal so alles richtig schief läuft trifft Mickey auf Gus, der ihr aus der Patsche hilft. Die beiden „einsamen Herzen“ mögen sich auf Anhieb, doch der Weg zu einer Romanze ist noch weit…

love_netflix_posterRegisseur/Drehbuchautor und Produzent Judd Apatow dürfte vor allem für Komödien wie Jungfrau (40), männlich, sucht… oder Beim ersten Mal bekannt sein. Mit den Co-Autoren Lesley Arfin (Brooklyn Nine-Nine) und Paul Rust (Arrested Development) entwickelte der 49jährige eine Serie, welche da ansetzt wo die halbgaren Romantik-Komödien mit ihren ausgelutschten Klischees aufhören. Mit der zehnteiligen ersten Staffel von Love gelingt das auch über weite Strecken. Obwohl sich die Handlung im Dunstkreis von Hollywood abspielt, so wird hier überwiegend auf übliche Hochglanzgesichter verzichtet. Verschiedener könnten die beiden Hauptfiguren nicht sein. Gus (gespielt von Co-Autor Rust, optisch irgendwo zwischen Dr. Dubenko aus Emergency Room und dem Zauberer Schmendrick aus Das letzte Einhorn), ein braver, etwas nerdiger Typ, der wie ein erwachsener Schulstreber wirkt und es allen Recht machen will. Die von Gillian Jacobs (Community) verkörperte Mickey dagegen ist temperamentvoll, spontan und auch aufgrund ihrer Suchtprobleme nicht selten unberechenbar. Als ausgleichenes Element und Bindeglied zwischen den Protagonisten fungiert Mickeys Mitbewohnerin Bertie, eine Australierin mit positiver Ausstrahlung und sonnigem Gemüt. Während man sich als Zuschauer gut in einige Situationen hinein versetzen kann und die Serie dadurch vergleichweise authentisch wirkt, so wird es im letzten Drittel leider etwas klischeehafter. Dennoch sind die ersten zehn Episoden, deren Länge übrigens zwischen 27 und 40 Minuten variiert, ein Schritt in die richtige Richtung.

Die komplette erste Staffel von Love ist seit 19. Februar 2016 über Netflix verfügbar. Für 2017 ist eine zweite Staffel mit 12 Episoden bestellt.

7-10Love
Comedy-/Drama-Serie USA 2016. 10 Folgen (Staffel 1). Gesamtlänge: ca. 330 Minuten. Mit: Gillian Jacobs, Paul Rust, Claudia O’Doherty u.v.a. Idee: Judd Apatow, Lesley Arfin und Paul Rust.

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Bilder (c) Netflix.


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