Kommissar Van der Valk (2020)

5. Juli 2020

Mehr zufällig stolperte ich in der ARD auf Kommissar Van der Valk, das Remake einer Krimiserie über einen Polizeiermittler und sein Team in Amsterdam.


Mord in Amsterdam

In der von Geschichte, Architektur, Kunst und Tourismus geprägten niederländischen Metropole Amsterdam ermittelt Kommissar Piet Van der Valk (Marc Warren) an der Seite seines Team, bestehend aus der burschikosen Lucienne Hassell (Maimie McCoy), dem einfach gestrickten Brad de Vries (Luke Allen-Gale), dem fleißigen und begabten Neuling Job Cloovers (Elliot Barnes-Worrell) sowie Gerichtsmediziner Hendrik Davie (Darrell D’Silva), in kniffligen Mordfällen. Die Bar von Cliff (Mike Libanon) dient nicht selten als inoffizieller Besprechungsraum der Truppe. Van der Valks teils unorthodoxe Methoden stoßen bei seiner Vorgesetzten Julia Dahlman (Emma Fielding) nicht immer auf volle Zustimmung.

Nicholas Freeling (1927-2003) lebte die meiste Zeit seines Lebens in Frankreich und den Niederlanden. Bekannt wurde der britische Krimi-Autor für die Figur des Amsterdamer Kommissars Van der Valk, welcher in einem Dutzend Romanen als Hauptfigur agierte. Die Bücher wurden mehrmals fürs Fernsehen adaptiert. So entstanden in den 1970ern drei Fernsehfilm in deutsch-französischer Co-Produktion mit dem englischen Schauspieler Frank Finley in der Titelrolle. Der Sender ITV veröffentlichte zwischen 1972 und 1992 eine Serie mit fünf Staffeln, in welcher Barry Foster (Frenzy) Van der Valk spielte. Über ein Vierteljahrhundert später entstand ein Remake mit drei Fällen in Spielflmlänge als Gemeinschaftsproduktion von Company Pictures (UK), NL Film (Niederlande), ARD Degeto (Deutschland) und Masterpiece (USA).

Den titelgebenden stoischen, emotional distanzierten und effektiven Ermittler verkörpert Marc Warren (Hogfather, State of Play: Mord auf Seite Eins). An seiner Seite agieren neben überwiegend britischen Darstellern wie Maimie McCoy (Mylady de Winter aus Die Musketiere [2014-2016]) meist niederländische Schauspieler in den Nebenrollen. Gedreht wurde ja schließlich in Amsterdam. Mit seiner lesbischen Kollegin Lucienne verbindet Piet, der auf einem Boot lebt, eine Art Freundschaft. So hilft er ihr über die Trennung von ihrer Partnerin hinwegzukommen, was der nicht sehr hell wirkende Kollege Brad gleich zum Anlass nimmt, Gerüchte über eine Affäre von Piet und Luciennce in Umlauf zu bringen. Der fachlich kompetente Gerichtsmediziner Hendrik wirkt bisweilen abgelenkt oder etwas angeschlagen. Und da wäre noch der junge Rookie Job Cloovers, der mit seinem Fleiß und seiner Auffassungsgabe scheinbar vergeblich um die Anerkennung Van der Valks kämpft. Die Gruppendynamik unter den Hauptfiguren gestaltet sich schonmal durchaus interessant, wenngleich alles eher unterkühlt wirkt, was etwas an Scandi-Noir-Reihen wie Wallander erinnert.

Ein größeres Problem sehe ich allerdings bei den Fällen. Diese gestalten sich über fast die gesamte Laufzeit durchaus abwechslungsreich, auch wenn jetzt selten große Spannung aufkommt. Allerdings nur bis zur Enthüllung der betreffenden Täter, die aus meiner Sicht ziemlich an den Haaren herbeigezogen wirkt. Im dritten und letzten Teil wiegt das allerdings nicht so schwer, weil im Finale Van der Valk und seine Chefin von einem früheren Fall „eingeholt“ werden. Eine zweite Staffel befindet sich derzeit in Vorbereitung. Die Dreharbeiten mussten durch die Corona-Pandemie verschoben werden. Für weitere Folgen würde ich mir wünschen, dass die Hauptcharaktere etwas mehr Tiefgang bzw. Background erhalten (wie in der ersten Staffel ja teilweise schon angedeutet) und die Fälle nicht wieder so konstruiert abgeschlossen werden.

Die drei Folgen von Kommissar Van der Valk sind noch bis 29. November 2020 in der ARD-Mediathek abrufbar.

Kommissar Van der Valk
(Van der Valk)
Krimiserie UK, Niederlande, Deutschland, USA 2020. 3 x 90 Minuten (Staffel 1). Mit: Marc Warren, Maimie McCoy, Luke Allen-Gale, Elliot Barnes-Worrell, Darrell D’Silva, Emma Fielding u.v.a. Nach Romanen von Nicholas Freeling. Drehbuch: Chris Murray. Regie: Colin Teague, Max Porcelijn, Jean van de Velde.

Credits
Bilder (c) Company Pictures/ARD.

 

 


Coffee and Cigarettes (Kurzkritik)

27. Februar 2017

In seinem achten Spielfilm widmet sich der amerikanische Indie-Regisseur Jim Jarmusch den beiden (vielleicht) liebsten Genussmitteln überhaupt.

coffee-and-cigarettes_dvdDurch seine letzten beiden Filme, Only Lovers Left Alive (2013) und Paterson (2016) wurde ich auf den Filmemacher Jim Jarmusch besonders aufmerksam. Auch wenn ich selbst nur einem der beiden im Titel genannten „Laster“ fröne, so war es nur eine Frage der Zeit, bis die Koffein-und-Nikotin-Collage konsumiert werden musste.

Zwei oder mehr Leute treffen sich bei ein paar Tassen Kaffee und Zigaretten. Es wird geplaudert, über Gott und die Welt, die Folgen von übermäßigem Koffein- und Nikotin-Konsum, gesunde Ernährung, Starrummel und vieles mehr. So kommt es zu den unterschiedlichsten Begegnungen der kuriosen und komischen Art. Da treffen Joie Susannah Lee und Cinqué Lee (Geschwister des Regisseurs Spike Lee) als Zwillinge auf einen etwas aufdringlichen Kellner (Steve Buscemi), der ihnen die Geschichte von Elvis Presleys bösem Zwillingsbruder zum Besten gibt. Die Kultmusiker Iggy Pop und Tom Waits feiern ihre Nikotin-Abstinenz mit einer Zigarette. Alfred Molina offenbart seinem Schauspielkollegen Steve Coogan freudestrahlend, dass die beiden über 50 Ecken miteinander verwandt sind, was letzteren sogar nicht beeindruckt. Cate Blanchett trifft in einer Doppelrolle auf ihre eigene (fiktive) Cousine, die ihr sogar nicht ähnelt. Zwei Rapper diskutieren mit Kellner Billy Murray seine Suchtprobleme.

Schwarzer Kaffee, weiße Glimmstengel, dazu ein durchgehendes Schwarzweiß-Muster auf Bodenfliesen und Tischdeko und nicht zu vergessen: die Bilder sind auch nur zweifarbig. Jim Jarmuschs optisch minimalistische Kurzfilm-Anthologie – die ersten drei Episoden entstanden bereits zwischen 1986 und 1993 – serviert elf kleine Personenkonstellationen um zwei der angesehensten Genussmittel, die zwischen vergnüglicher Banalität sowie hintersinnigem Tiefgang pendeln und dabei nicht selten mit den realen Personalien der Akteure spielen. Fürs Protokoll: ich persönliche trinke meinen Kaffee immer schwarz, mit Rohrzucker.

coffee-and-cigarettes_cate-und-cousine-shelly
coffee-and-cigarettes_gza-rza-und-bill-murray

7-10Coffee and Cigarettes
Episodenfilm USA 2003. FSK 12. OmU. 92 Minuten. Mit: Roberto Benigni, Stephen Wright, Joie Lee, Cinqué Lee, Steve Buscemi, Iggy Pop, Tom Waits, Alex Descas, Isaach De Bankolé, Cate Blanchett, Meg White, Jack White, Alfred Molina, Steve Coogan, GZA, RZA, Bill Murray u.a. Drehbuch und Regie: Jim Jarmusch.

Bilder (c) Arthaus/Kinowelt.


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