Watership Down – Unten am Fluss (2018) (Kurzkritik)

18. Januar 2019

Für Kaninchenfans bot 2018 gleich zwei Buchverfilmungen. Nachdem Peter Hase um Ostern in einem Animations-Realfilm-Mix auf der großen Leinwand hoppelte, veröffentlichten die BBC und Netflix kurz vor Weihnachten noch die Neuadaption von Richard Adams‘ Roman Watership Down – Unten am Fluss als vierteilige Miniserie…

Von Kaninchen und mäßigen Animationen

In Südengland. Der junge Fiver (Originalstimme: Nicholas Hoult) bewohnt mit vielen anderen Kaninchen einen großen Bau. Nachdem er eine Vision von der Zerstörung ihrer Heimstätte erlebt, beschließt sein älterer Bruder Hazel (James McAvoy) vor dem bevorstehenden Unheil zu fliehen. Bei Anführer Threahrah (Tom Wilkinson) stoßen die beiden allerdings auf taube Ohren, können aber andere Kaninchen für die Suche nach einer neuen Heimat überzeugen, darunter Bigwig (John Boyega), Bluebell (Daniel Kaluuya) und Dandelion (Daniel Rigby), allerdings keine Weibchen. Und so macht sich die kleine Gruppe auf eine abenteuerliche Reise voller Gefahren, zu denen nicht nur die üblichen Feinde zählen, sondern auch ein vom tyrannischen General Woundwort (Ben Kingsley) geführter Kaninchenstaat…

Der britische Autor Richard Adams (1920-2016) verlieh den Kaninchen in seinem Roman Watership Down (1972) zwar kein anthromorphes Aussehen, dafür aber eine eigene Sprache, Kultur, Mythologie und Gesellschaftsstruktur. 1978 gab es eine erste Adaption, als abendfüllender Zeichentrickfilm von Regisseur Martin Rosen. 40 Jahre später erschien kurz vor Weihnachten die bereits seit ein paar Jahren angekündigte Neuauflage in Form einer animierten Miniserie. Regie führte der Israeli Noam Murro (300: Rise of an Empire), nach einem Drehbuch von Tom Bidwell. Mit einer Laufzeit von insgesamt etwa 200 Minuten besitzt der Vierteiler inhaltlich natürlich die besseren Möglichkeiten, den Stoff adäquat umzusetzen, was hier auch gut genutzt wird. Allerdings hat die 2018er Version ein gravierendes Problem: die Computeranimationen sehen aus als entstammten sie einem Videospiel aus Zeiten der Jahrtausendwende. Irgendwie schien die lange Produktionszeit (angekündigt wurde das Projekt erstmals 2014) nicht ausgereicht zu haben, denn die Animationen und teilweise auch Hintergründe wirken unfertig, trotz der flüssigen Bewegungen der Kaninchen. Insgesamt geriet die Optik recht farblos, das erschwert vor allem die Unterscheidung der einzelnen Charaktere untereinander sehr. „Watership Down 2018“ besticht eher durch die abwechlungsreiche, bewegende Geschichte über den mit gesellschaftkritischen Themen unterfütterten Überlebenskampf besonders gefährdeter Tiere. Die harten Szenen wurden im Gegensatz zum Zeichentrickfilm leider etwas entschärft. Ein Großteil des Budgets von 20 Millionen Pfund dürfte vielleicht für die Gagen des überaus prominenten Voicecasts angefallen sein. Mit den X-Men-Stars James McAvoy und Nicholas Hoult als Hazel bzw. Fiver sowie John Boyega (Star Wars), Peter Capaldi (Doctor Who), Daniel Kaluuya (Black Panther), Gemma Arterton (James Bond – Ein Quantum Trost), Oliva Colman (The Favourite) und Oscar-Preisträger Ben Kingsley liest sich die Besetzungsliste fast wie ein Who-is-Who der aktuellen britischen Schauspielszene. Ich persönlich hätte mich an Ostern 2019 mehr über den Vierteiler gefreut. Dann wären noch ein paar Monate Zeit geblieben, um die Animationen fertig zu rendern.

Die komplette Miniserie ist seit dem 23. Dezember 2018 bei Netflix abrufbar.


Watership Down – Unten am Fluss
(Watership Down)
Animation/Miniserie UK 2018. 4 Folgen. Gesamtlänge: ca. 204 Minuten. Nach dem Roman von Richard Adams. Drehbuch: Tom Bidwell. Regie: Noam Murro.

Credits:
Bilder (c) Netflix/BBC.

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Parfum (Kurzkritik)

19. Dezember 2018

12 Jahre nachdem Tom Tykwer Patrick Süskinds Roman Das Parfum verfilmt hat gibt es eine sechsteilige Serie, welche die Prämisse des Buches in die Gegenwart verlagert. Als eine Sängerin ermordet wird geraten ihre fünf Freunde aus der Schulzeit ins Visier der Ermittlungen…

Böse Mütter, arme Kinder

In der Region Niederrhein wird die Leiche der rothaarigen Sängerin Katharina „K“ Läufer (Siri Nase) in deren Swimmingpool entdeckt. Der Toten wurden sämtliche Körperbehaarung mit chirurgischer Präzision entfernt. Die Spur des Ermittlerteams um Profilerin Nadia Simon (Friederike Becht) und ihren Kollegen Matthias Köhler (Jürgen Maurer) führt zu Katharinas alter Clique aus einem katholischen Internat, bestehend aus dem Arzt Roman Seliger (Ken Duken), seiner Ehefrau Elena (Natalia Belitski), dem Parfumeur Moritz de Vries (August Diehl), Zuhälter Thomas Butsche (Trystan Pütter) und dem einsamen Loser Daniel „Zahnlos“ Sluiter (Christian Friedel). Inspiriert durch den Roman Das Parfum (1985) experimentierte die Gruppe vor etwa 20 Jahren mit Gerüchen und Düften, genau wie Grenouille, der Protagonist des Buches. Auch der Mörder von „K“ scheint dessen Vorgehensweise zu kopieren…

Patrick Süskinds Welterfolg über die Welt der Gerüche als Vorlage für einen düsteren Kriminalfall in der Gegenwart. Warum auch nicht? Doch was Regisseur Philipp Kadelbach (Unsere Mütter, unsere Väter) und Drehbuchdebütantin Eva Kranenburg aus dieser Prämisse machen ist auf eine ganz andere Weise schaurig als beabsichtigt. Nicht nur das die Story teilweise wirklich ekelerregende Details beinhaltet, bisweilen wirkt die ganze Angelegenheit auch einfach unfreiwilig komisch. Doch das wirklich schlimme an Parfum ist die durchgehende Misogynie, die zum Himmel stinkt. Die zentrale Ursache für die Probleme fast aller Figuren, somit Auslöser für Mord und andere Verbrechen, sind schlicht und ergreifend: böse Mütter; die ihren Nachwuchs vernachlässigen, zurücklassen, demütgen oder sogar misshandeln. Die Söhne dieser Rabenelternteile werden zur frauenhassenden Monstern, die Töchter zu unterwürfigen und irrational agierenden Opfern. Der Versuch dadurch eine ausgewogene, gar psychologisch vielschichtige Charakterzeichnung zu erreichen scheitert auf ganzer Linie. Und dabei kann man nicht einmal sagen, dass der Sechsteiler durchgehend misslungen sei. Durch die farbentsättigen Bilder der trostlosen Schauplätze sowie die geschickte Montage der Gegenwartshandlung mit den Ereignissen vor 20 Jahren wirkt Parfum zumindest inszenatorisch ansprechend. Insgesamt solide agiert auch das Darsteller-Ensemble, vor allem Friederike Becht (Die Vierhändige) und August Diehl (Der junge Karl Marx). Aber von hochwertiger Serienware bleibt das Endprodukt Lichtjahre entfernt.

Parfum ist seit der Erstausstrahlung bei ZDFneo in der ZDF-Mediathek noch bis einschließlich 27. Dezember 2018 abrufbar, aus Jugendschutzgründen allerdings nur zwischen 22:00 Uhr und 6:00 Uhr.

Parfum
Krimiserie Deutschland 2018. FSK 16. 6 Folgen. Gesamtlänge: 346 Minuten. TV-Erstausstrahlung: 14. November 2018.
Mit: Friederike Becht, Natalia Belitski, August Diehl, Ken Duken, Christian Friedel, Trystan Pütter, Jürgen Maurer, Wotan Wilke Möhring u.v.a. Nach Motiven des Romans Das Parfum. Die Geschichte eines Mörders von Patrick Süskind. Idee: Eva Kranenburg, Philipp Kadelbach, Oliver Berben. Drehbuch: Eva Kranenburg. Regie: Philipp Kadelbach.

Credits:
Bilder (c) Constantin Film/ZDF Neo.


Das karmesinrote Blütenblatt (Kurzkritik)

6. November 2016

In Das karmesinrote Blütenblatt erhält eine belesene junge Frau im viktorianischen London die Chance, ihr Leben als Prostituierte hinter sich zu lassen. Für die BBC wurde der Roman von Michel Faber als Vierteiler mit prominentem Cast adaptiert.

Im viktorianischen London ist die junge Sugar (Romola Garai), die im Bordell der zerknitterten Mrs. Castaway (Gillian Anderson) anschafft, bei begüterten Männern sehr gefragt. Der unbedarfte und antriebslose Industriellensohn William Rackham (Chris O’Dowd), dessen Ehefrau Agnes (Amanda Hale) unter schweren psychischen Problemen leidet, verfällt Sugar sofort und bietet ihr die einmalige Gelegenheit, als seine Mätresse der Düsterheit des Elendsviertels zu entfliehen. Sugar, die an einem Buch schreibt, in welchem sie mit den Freiern abrechnet, willigt ein…

das-karmesinrote-bluetenblatt_dvdDie Verfilmung des Romans The Crimson Petal And The White (2002) – der Titel ist ein Zitat aus einem Gedicht von Alfred Lord Tennyson – passt gut ins Portfolio der BBC, die seit Jahrzehnten die Werke von Jane Austen, Charles Dickens und anderen Schriftstellern der Zeit als Fernsehfilme oder Mehrteiler adaptiert. Wie bei Austen und Dickens geht es auch hier um Liebe über Standesgrenzen hinweg, gesellschaftliche Zwänge, bittere Armut und die Emanzipation der Frau gegen Unterdrückung durch Männer. Regisseur Marc Munden (Die Mätresse des Teufels) inszenierte auf Basis des Drehbuchs von Lucinda Coxon (The Danish Girl) ein abgründiges Sozialdrama mit düsteren Kulissen, karger Farbgebung und fast klaustrophobischer Kameraführung. Die Geschichte hätte vielleicht ein oder zwei Episoden mehr gut vertragen können, um etwas organischer zu wirken. Angeführt von Romola Garai (Abbitte, The Hour) und Chris O’Dowd (The IT Crowd, Friends With Kids) sowie u.a. mit Gillian Anderson (Akte X, The Fall – Tod in Belfast) und Mark Gatiss (Sherlock) in wichtigen Nebenrollen glänzt Das karmesinrote Blütenblatt durch seine starke Besetzung.

8-10Das karmesinrote Blütenblatt (The Crimson Petal And The White)
Gesellschaftsdrama/Miniserie UK, Kanada 2011. FSK 16. 4 Folgen. Gesamtlänge: ca. 236 Minuten. Mit: Romola Garai, Chris O’Dowd, Amanda Hale, Shirley Henderson, Richard E. Grant, Mark Gatiss, Gillian Anderson u.a. Regie: Marc Munden. Drehbuch: Lucinda Coxon. Nach dem Roman von Michel Faber.

Bild (c) Polyband.


Der Mann an ihrer Seite (Kurzkritik)

27. April 2016

Der als perfekter Schachzug geplante Rücktritt des britischen Wirtschaftsministers geht nach hinten los. Stattdessen wird seine Ehefrau ins Kabinett berufen und er in den Hintergrund gedrängt.

Mit seinem geschickt ins Szene gesetzten Rücktritt vom Amt des Wirtschaftsministers wollte Politiker Aiden Hoyns (David Tennant) eigentlich die Position des umstrittenen britischen Premierministers schwächen. Doch der Schachzug geht nach hinten los, weil Aiden ausgerechnet von seinem langjährigen (nicht nur politischen) Weggefährten und besten Freund Bruce Babbish (Ed Stoppard) ausmanövriert wird. Zusätzlich zu diesem demütigenden Verrat wird Aidens Ehefrau Frey Gardner (Emily Watson) das Arbeitsministerium angeboten. Nach Rücksprach mit ihrem Ehemann übernimmt Freya den Posten, wobei Aiden natürlich hofft, durch seine Frau weiterhin die Fäden in der Hand zu haben, abgesehen davon dass er von nun an „lediglich“ als Familienvater und einfacher Abgeordneter agiert. Doch Freya bestreitet eigene Wege, die ein enges Verhältnis zum „Verräter“ Bruce nicht ausschließen. Aus dem Hintergrund versucht Aiden die Aktionen seines Konkurrenten zu sabotieren. Zuhause könnte es auch besser laufen. Denn der am Asperger-Syndrom leidende Sohn Noah (Oscar Kennedy) und dessen Zwänge bereiten zunehmend Schwierigkeiten…

The Politicians Husband_DVDAuch wenn inhaltlich ähnliche Geschichten schon in einem Spielfilm abgehandelt wurden, so wird relativ früh klar: Der Mann an ihrer Seite ist als Dreiteiler dann doch zu kurz, um alle Handlungsstränge und Themen adäquat zu entwickeln bzw. umzusetzen. Vor allem erweist sich die von Paula Milne (The Virgin Queen) verfasste und von Simon Cellan Jones (Klondike) angenehm unaufgeregt inszenierte Miniserie trotz ihrer TV-Premiere bei der BBC vor ziemlich genau drei Jahren (25. April bzw. 2. und 9. Mai 2013) was die Flüchtlingsfrage angeht als überraschend und zufällig aktuell. Denn der fiktive Premierminister (der persönlich nie in Erscheinung tritt) möchte die Einwanderung stark einschränken und aus dem Vereinigten Königreich eine Festung machen. Im Gegensatz zu ihrem Ehemann gibt Freya vor, mit diesem fragwürdigen Vorhaben des Regierungschefs einverstanden zu sein, vor allem um ihre eigene Position zu stärken. Dass sie dabei nicht wie mit Aiden abgesprochen vorgeht, macht ihren Ehemann eifersüchtig und so lässt er sich hinter ihrem Rücken zu diversen Intrigen hinreißen. Die zynische Wahrheit, dass man mit der investierten Zeit und Energie für die Machtspielchen ja die wirklich großen Probleme würde lösen können, ausgesprochen vom parlamentarischen Geschäftsführer Marcus Brock (gespielt von Roger Allam, Die Queen), kommt aus dem Nichts und bildet den Höhepunkt des präzisen (wenn auch zu kurzen) Blicks auf die Hinterzimmer der Politik.

Nach der deutschen Erstausstrahlung bei Arte am 10. März 2016 lässt hierzulande eine Heimkinoveröffentlichung noch auf sich warten.

7-10Der Mann an ihrer Seite (The Politician’s Husband)
TV-Polit-Drama UK 2013. 3 x 57 Minuten. Mit: David Tennant. Emily Watson, Ed Stoppard, Jack Shepherd. Roger Allam u.a. Drehbuch: Paula Milne. Regie: Simon Cellan Jones.

Bild (c) BBC.


Akte X – Schwierigkeiten bei der Rückkehr

14. Januar 2016

 

Am 24. Januar kehren Mulder und Scully auf die US-Fernsehschirme, am 8. Februar auf die deutschen zurück. US-Talkmaster Jimmy Kimmel enthüllte nun, dass er auch einen Gastauftritt in der sechsteiligen Event-Serie habe. In jener Szene offenbart das eingespielte Agentenpaar Schwierigkeiten wieder in ihrem alten Metier Fuß zu fassen. Aber seht selbst!

 


Die Bibel – Serienevent ab Donnerstag auf VOX

13. April 2014

Bereits im März des letzten Jahres gab es im US-Fernsehen eine neue Adaption des Buches der Bücher. Der Privatsender VOX hat sich die Rechte an Die Bibel gesichert und strahlt die zehnteilige Serie von Gründonnerstag bis Karsamstag zur Primetime aus.

Bibel-Verfilmungen zu Ostern? Das hat vor allem im deutschen Fernsehen lange Tradition. Seit Jahrzehnten wird etwa Cecil B. DeMilles Monumentalklassiker Die Zehn Gebote am Karfreitag gesendet. 2006 gab es ein schwaches Remake als TV-Zweiteiler. Zu den Oster-Feiertagen 2014 hat sich VOX die Rechte an einer neuen Serie gesichert, welche die bekanntesten Geschichten aus dem Buch der Bücher adaptiert hat. In einer aktuell leider nicht ganz unüblichen Eventprogrammierung läuft die komplette “Miniserie” von Gründonnerstag bis Karsamstag jeweils um 20:15.

Die Bibel ist eine zehnteilige Serie, sowohl erschaffen als auch produziert vom Ehepaar Roma Downey und Mark Burnett. Während in der ersten Hälfte die Handlung sich von Adam und Eva bis zur Gefangennahme in Babylon erstreckt, spielen die weiteren fünf Episoden ausschließlich im Neuen Testament, mit Jesus als zentraler Figur. Roma Downey dürfte so manchem als Hauptdarstellerin aus Ein Hauch von Himmel bekannt sein. Die Irin spielte in der US-Serie von 1994 bis 2003 einen auf Erden wandelnden Engel. Bei Die Bibel war Downey nicht nur hinter den Kulissen tätig, sie übernahm in vier Episoden auch die Rolle von Jesus‘ Mutter Maria. Gedreht wurde die etwa 20 Millionen Dollar teure Produktion des amerikanischen History Channel in Marokko, ohne bekannte Namen in der Besetzungsliste, sondern mit Darstellern , die überwiegenden aus der Londoner Theaterszene kommen. Die Musik zur Serie stammt von Blockbuster-Konponist Hans Zimmer, Lorne Balfe und Sängerin/Komponistin Lisa Gerrard (Dead Can Dance). Für Oktober 2014 ist die Veröffentlichung auf DVD und BluRay geplant.

Die Bibel 2013_Banner

Die Sendetermine auf VOX im Überblick

Gründonnerstag, 17. April
20:15 bis 22:50: Folge 1 bis 3

Karfreitag, 18. April
20:15 bis 22:50: Folge 4 bis 6

Karsamstag, 19. April
20:15 bis 23:45: Folge 7 bis 10

Die Bibel (The Bible)

Bibel-Adaption/Historienserie USA 2013. 10 Folgen. Gesamtlänge: ca. 440 Minuten. Deutsche Erstausstrahlung: 17. April 2014. Mit: Diogo Morgado, Darwin Shaw, Paul Brightwell, Roma Downey, Greg Hicks, Sebastian Knapp, Amber Rose Revah, Adrian Schiller u.v.a. Idee: Roma Downey und Mark Burnett. Regie: Crispin Reece, Tony Mitchell, Christopher Spencer.

Bild © History Channel/VOX.


Arn – Der Kreuzritter (Miniserie)

22. November 2013

Als teuerste Produktion aus Schweden gilt die Roman-Verfilmung Arn – Der Kreuzritter. Nach zwei Kinofilmen 2007 und 2008 folgte 2010 ein Zusammenschnitt als Miniserie.

4-10Arn – Der Kreuzritter (Arn: Tempelriddaren)
6teiliges Historiendrama Schweden 2010. FSK: Freigegeben ab 12 Jahren, Gesamtlänge: ca. 260 Minuten (PAL-DVD). Mit: Joakim Nätterqvist, Sofia Helin, Stellan Skarsgård, Morgan Alling, Gustav Skarsgård, Fanny Risberg, Milind Soman, Bibi Andersson, Nicholas Boulton, Anders Baasmo Christiansen, Michael Nyqvist, Simon Callow, Steven Waddington, Vincent Perez u.a. Regie: Peter Flinth. Drehbuch: Hans Gunnarsson. Nach den Romanen von Jan Guillou.

Arn_DVD

Starbesetzter Schwedenschinken

Im 12. Jahrhundert wächst Arn Magnusson (Joakim Nätterqvist), der zweite Sohn einer schwedischen Adelsfamilie, in Västergotland auf. Aufgrund eines Gelöbnisses seiner Eltern kommt der junge Arn in ein Kloster, wo er vom Mönch Guilbert (Vincent Perez) nicht nur Lesen und Schreiben, sondern auch das Kämpfen erlernt. Als erwachsener Mann verlässt Arn das Kloster und trifft auf die hübsche Cecilia Algotsdotter (Sofia Helin). Die beiden verlieben und verloben sich heimlich. Als jedoch ihr Geheimnis durch eine Intrige ans Licht kommt und Cecilia schwanger wird, schlägt sie des Schicksals Härte mit voller Wucht. Cecilia muss im von der strengen Äbtissin Rikissa (Bibi Andersson) geleiteten Kloster ein striktes Leben als Nonne führen. Und Arn wird zu zwanzig Jahren Dienst als Tempelritter bei den Kreuzzügen verurteilt. Während seine Geliebte ihr Los mühsam erduldet, mausert sich Arn im Heiligen Land zum respektierten Heerführer. Doch keiner kann den anderen vergessen…

Arn_Cecilia und ArnNeben seiner Romanreihe über den Geheimagenten Hamilton (zuletzt verfilmt mit Mikael Persbrandt) ist der schwedische Autor Jan Guillou vor allem für seine „Kreuzritter“-Trilogie bekannt. Hauptperson dieser historischen Romane ist der schwedische Tempelritter Arn Magnusson. 2007 gab es mit Arn: Der Kreuzritter eine aufwändige Verfilmung. Dieser Film und die dazugehörige Fortsetzung (Arn: Riket vig vägens slut, 2008) gelten mit einem Gesamtbudget von umgerechnet 25 Millionen Euro als teuerste schwedische Produktion. Für die TV-Auswertung wurden die beiden Streifen 2010 zu einer sechsteiligen Miniserie zusammengefasst.

Man sieht Arn wirklich an, dass es sich um eine große Produktion handelt. Zwar fehlt es im Vergleich zu Hollywood noch an epischem Ausmaß, doch optisch und technisch ist das Historiendrama durchaus gelungen. Die Locations in Schweden, Schottland und Marokko liefern eindrucksvolle Bilder. Neben den Hauptdarstellern Joakim Nätterqvist und Sofia Helin agiert eine internationale Besetzung um bekannte schwedische Schauspieler wie Stellan Skarsgård (Thor: The Dark Kingdom), Bibi Andersson (spielte in Filmen von Ingmar Bergman) und Michael Nyqvist (Milennium-Trilogie).

Problematisch wird es allerdings bei der Story. Auch wenn man die historischen Ungenauigkeiten außer Acht lässt und die literarische Vorlage ignoriert, funktioniert Arn – Der Kreuzritter inhaltlich kaum. Vielmehr arbeitet das Drehbuch diverse Story-Elemente und Themen wie nach einer Liste ab, von denen die meisten aber nur oberflächlich angerissen werden. Arn und Cecilia verlieben sich, dürfen aber nicht zusammen sein. Während seine Angebetete im Kloster betet und weint, gibt Arn den edlen Tempelritter, der sich sogar mit dem Anführer der Sarazenen anfreundet. Nach zwanzig Jahren darf sich das Traumpaar dann wieder sehen, aber dann ist noch lange nicht Friede, Freude, Eierkuchen. Denn eine langjährige Feindschaft mit diversen politischen Machenschaften entzweit Arns und Cecilias Heimat. Das ist zwar alles irgendwie nett anzusehen, aber doch zu banal und klischeehaft. Durch die Aufteilung in sechs Folgen von jeweils etwa 45 Minuten Laufzeit wirkt die Handlung irgendwie zerstückelt. Vermutlich haben die beiden Kinofilme eine organische Dramaturgie, die Miniserie jedenfalls nicht.

Fazit: Aufwändige, optisch ansprechende Produktion. Doch die Story ist banal, oberflächlich und ziemlich zerfahren. 4 von 10 Punkten.

Arn_Blut

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Wem diese Miniserie gefällt, der sollte sich auch folgende Filme ansehen…

Königreich der Himmel (7/10)
Robin Hood (2010) (6/10)


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Blaupause7

die Pause zur blauen Stunde

The Home of Horn

What i like, what i don't. Short Reviews, Top-Lists, Interests.

Sneakfilm - Kino mal anders

Kino…DVD…Blu-ray…und mehr!

Trallafittibooks

Roguish. Nerdy. Redhead.

Gina Dieu Armstark

Passion of Arts

Filmexe - Blog über Filme und Serien

Filme und Serien werden bei uns besprochen, in Form von Kritiken und auch einem Podcast. Jede Woche gibt es zwei Filmkritiken zu Filmen die gerade im Kino laufen oder auch schon länger draußen sind, der Filmpodcast heißt Filmexe Podcast.

Miss Booleana

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