Masters Of The Universe (1987) (Kurzkritik)

7. August 2018

Verlassen wir zur Abwechslung beim Kurzkritiken-Sommer 2018 heute mal die australische Parallelwelt und begeben uns stattdessen nach Eternia. Allerdings bekämpfen He-Man und Co in der Realverfilmung von Masters Of The Universe ihre Widersacher nicht nur dort, sondern auch auf einem primitiven blauen Planeten…

Mit Synthie-Sounds durch Raum und Zeit

Düstere Zeiten auf Eternia. Finsterling Skeletor (Frank Langella) hat fast den ganzen Planeten erobert und die mächtige Zauberin von Grayskull (Christina Pickles) in seiner Gewalt. Nicht mehr lange und der Bösewicht wird auch die Macht des magischen Schlosses erhalten. Die letzten Widerstandskämpfer, He-Man (Dolph Lundgren) sowie Palastwächter Duncan alias Man-At-Arms (Jon Cypher) und dessen Tochter Teela (Chelsea Fields) finden beim magisch begabten Zwerg Gwildor (Billa Barty) kurzfristig Unterschlupf. Dieser hat einen kosmischen Schlüssel entwickelt, der dem ungleichen Quartett die Flucht von Eternia ermöglicht. Auf dem Trip zur Erde geht den Helden allerdings der Schlüssel abhanden. Ausgerechnet der Highschool-Musiker Kevin (Robert Duncan McNeill) und seine Freundin Julie (Courteney Cox) finden das geheimnisvolle Gerät, welches sie für einen japanischen Synthesizer halten. Skeletor schickt unterdessen seinen Trupp furchterregender Söldner auf die Erde, um den kosmischen Schlüssel zu finden, und He-Man gefangen zu nehmen. Mit der Versklavung des strahlenden Helden will der Tyrann endgültig den Widerstand des Volkes von Eternia brechen…

Groß muss die Enttäuschung für die Fans vor dreißig Jahren gewesen sein, da sich die Verfilmung der gleichnamigen Spielzeug-Figuren- und Zeichentrick-Serie (1983-1985) vergleichsweise weit von der „Vorlage“ entfernt. Sicherlich schöpft der Film von Gary Goddard (Miterfinder/Co-Autor der Scifi-Show Captain Power) das Potenzial des Stoffes nicht vollumfänglich aus. Ich persönlich hätte mir eine Adaption im Stile der grellbunten Camp-Orgie Flash Gordon (1980) mit Sam J. Jones oder Miles O’Keefe (Camelot – Der Fluch des Goldenen Schwertes, Ator der Unbesiegbare) als He-Man gewünscht. Dennoch bietet die Spielfilm-Version von Masters Of The Universe kurzweilige Unterhaltung, bei welcher die Effekte aus heutiger Sicht auch noch mehr als ordentlich wirken. Zweifelsohne sind die Kampfszene eher behäbig inszeniert und einzelne Elemente erinnern frappierend an Star Wars (Skeletors Armee!). Dass die nicht unbedingt sinnvolle, aber nicht völlig behämmerte Story überwiegend auf der Erde und nicht auf Eternia ­- immerhin war ein großes, optisch ansprechendes Grayskull-Set drin ­- spielt, spricht ebenfalls nicht unbedingt für den Film. Mit dem Casting des Charakterdarstellers Frank Langella (Dracula von 1979, Frost/Nixon) als Skeletor, der seine Dialogzeilen genüsslich auskostet, gelang es die schauspielerischen Mängel von Dolph „He-Man“ Lundgren auszugleichen. Daneben agieren unter anderem die späteren Serienstars Courteney Cox (Friends) und Robert Duncan McNeill (Star Trek: Raumschiff Voyager) als junges Paar, das unvermittelt in den Kampf um Eternia gerät. Seit gut zehn Jahren geistern übrigens Pläne für ein Reboot des Stoffes durch Hollywood. Nachdem zuletzt David S. Goyer (Dark Knight-Trilogie) und Explosionsguru McG (glücklicherweise) absprangen wurden die Brüder Adam und Aaron Nee (Band Of Robbers) als Regisseure engagiert und ein Kinostart für Dezember 2019 anberaumt.

Masters Of The Universe
Fantasy/Science-Fiction USA 1987. FSK 12. 101 Minuten (PAL-DVD). Mit: Dolph Lundgren, Frank Langella, Billy Barty, Courteney Cox, Jon Cypher, Chelsea Fields, Meg Foster, Robert Duncan McNeill, Christina Pickles, James Tolkan u.a. Regie: Gary Goddard. Drehbuch: David Odell. Nach der Spielzeugreihe von Mattel und der Zeichentrickserie von Filmation.

Credits:
Bilder (c) Winkler Film/Alive.


Masters Of The Universe: The Wizard Of Stone Mountain

30. Januar 2015

Für viele Kinder der 1980er ist Masters Of The Universe mehr als nur eine Actionfiguren- oder Cartoonserie. Da darf ein Fanfilm natürlich nicht fehlen, haben sich einige Anhänger aus den USA gedacht.

5-10Masters Of The Universe: The Wizard Of Stone Mountain
Fantasyfilm USA 2011. 72 Minuten. Mit: John F. Carroll, Bridget Farias, Bethany Harbaugh, Richard Dodwell, Blake Yelavich, Braden Hunt, Chris Romani, Brian Bogart u.v.a. Regie: John F. Carroll und Russell Minton. Drehbuch: John F. Carroll.


MOTU_Wizard of Stone Mountain_Logo

Bei der Macht von Carroll!

Malik (John F. Carroll) ist ein gutmütiger Zauberer, der in der Burg von Stone Mountain lebt und arbeitet. Als in der Gegend eine tödliche Seuche ausbricht, sind Malik und seine Assistentin Kareen (Bridget Farias) ratlos. Denn kein Zauberspruch und keine Heilpflanze vermag die Kranken zu heilen. Auch ein Besuch bei Eternias König Randor (Joseph Fontinos) und die Recherche in dessen Bibliothek bringen Malik nicht weiter. So geht er schweren Herzens einen Pakt mit dem Dämon Locus (Blake Yelavich) ein und erhält dadurch die Fähigkeit, die Seuche zu stoppen, im Austausch für seine Seele. Doch Locus bietet dem zerknirschten Malik noch mehr. Einst hat die hübsche Teela (Bethan Harbaugh) seinen Heiratsantrag abgelehnt, um sich auf ihre Karriere in der Leibgarde von König Randor zu konzentrieren. Auch nach Jahren sehnt sich Malik immer noch nach seiner alten Liebe…

MOTU_Wizard of Stone Mountain_Malik Malik, der Zauberer

Einige Zeichentrickserien, die im deutschen Fernsehen erstmals ab den späten 1980er Jahren im Kinderprogramm von Tele 5 gesendet wurden, haben mittlerweile Kultstatus. Vor allem fällt einem als Kind von damals die nach heutigen Maßstäben ungemein trashige Cartoonserie He-Man And The Masters Of The Universe (1983-1985) ein, die auf einer Spielfigurenreihe von Mattel basierte, und 1990 sowie 2002 neu aufgelegt wurde. 1987 gab es sogar einen Kinofilm, mit Schwedens Actionstar Dolph Lundgren in der Rolle des strahlenden Muskelhelden He-Man. Seit längerem schon hört man immer wieder von Plänen für einen neuen MOTU-Streifen, doch ein Produktionsbeginn ist noch nicht in Sicht. Einigen Fans aus Texas hat das alles zu lange gedauert und so haben sie ihre eigene Fanfilmtrilogie gedreht, deren erster Teil, The Wizard Of Stone Mountain, 2011 auf einer deutschen MOTU-Convention seine Premiere feierte.

Fanfilme sind vor allem bei Science-Fiction und Fantasy (man denke an Star Trek oder Herr der Ringe) nicht selten. Das Hauptproblem bei einer Amateurproduktion ist natürlich, dass kein oder nur minimal Geld vorhanden ist und daher keine teuren Sets gebaut oder Trickeffekte erstellt werden können. Bei Wizard Of Szone Mountain wird das allerdings ganz elegant gelöst. Zumeist wurden in Waldstücken gedreht oder eben vor Bluescreen, auf welchem man anschließend die Szenenhintergründe einfügte. Generell sind die Spezialeffekte (Waffenfeuer, Magie usw.) recht ordentlich und passend, vor allem weil die markanten Sounds aus der Originalserie Verwendung finden.

Wizard Of Stone Mountain basiert auf der gleichnamigen Episode der Original-Cartoonserie (Folge 24). Drehbuchautor und Hauptdarsteller John F. Carroll (auch Co-Regisseur, Produzent, Cutter, Kostümbildner…) gelingt es, die äußerst plakative Story von ca. 20 Minuten auf kurze Spielfilmlänge zu erweitern. Allerdings mangelt es am Gespür für die Relevanz von Charakteren. Diverse Figuren tauchen auf, ohne namentlich genannt zu werden oder eine wirkliche Rolle zu spielen. Vermutlich wurde hier einfach munter Fanservice betrieben. Die Fans wird es allerdings weniger freuen, dass die Hauptcharaktere der Trickserie mit Ausnahme von Teela gar keine oder keine große Rolle spielen. He-Man selbst hat nur einen Cameo. Die Qualität der Kostüme schwankt ziemlich, aber es dürfte dennoch interessant sein, die stilisierten Cartoonfiguren als Menschen aus Fleisch und Blut zu sehen.

MOTU_Wizard of Stone Mountain_EvilSkeletor und seine Schergen haben einen kurzen Auftritt


Auch wenn sich die Beteiligten im Rahmen ihrer Möglichkeiten mächtig ins Zeug gelegt haben so bleiben doch einige auffällige technische Fehler. Die Dialoge sind teilweise zu leise oder deutlich hörbar nachvertont. Immer wieder sind die Bilder übermäßig in die Breite verzerrt. Wenn Darsteller vor Bluescreen agieren, wirken ihre Umrisse in manchen Szenen verwaschen. Da bleibt nur zu hoffen, dass diese Mängel bei den weiteren Teilen der Trilogie, The Fountain Of Life und The Trials Of Darksmoke, weitgehend behoben wurden. Denn in bester „Marvel Cinematic Universe“-Tradition wird in einer Szene nach dem Abspann gleich der Grundstein für die Fortsetzung gesetzt.

Fazit: Trotz diverser technischer Mängel ist dem Regie-Team John F. Carroll und Russell Minton sowie ihren Mitstreitern mit Wizard Of Stone Mountain ein ordentlicher Amateur-Fantasyfilm gelungen, der über die kurze Laufzeit zu unterhalten vermag. 5 von 10 Punkten.

Den kompletten Film kann man sich HIER online anschauen.


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