Orphan Black: Staffel 5

24. September 2017

Eine rebellische Überlebenskünstlerin, eine Soccer-Mum mit Suchtproblemen, eine nerdige Hipster-Wissenschaftlerin, eine unberechenbare Killerin in freudiger Erwartung sowie eine eiserne Konzernchefin. Diese und viele andere Frauen haben drei Dinge gemeinsam. Sie sind Klone und stehen im Mittelpunkt der Serie Orphan Black. Und alle werden mit ihren unterschiedlichsten Facetten von einer Schauspielerin meisterhaft verkörpert: Tatiana Maslany. In der 5. Staffel leider zum letzten Mal…

Orphan Black: Staffel 5 (Orphan Black: Season 5)
Mysteryserie Kanada, USA 2017. FSK: Freigegeben ab 16 Jahren. 10 Folgen. Gesamtlänge: ca. 420 Minuten.
Mit: Tatiana Maslany, Jordan Gavaris, Maria Doyle Kennedy, Kevin Hanchard, Kristian Bruun, Ari Millen, Josh Vokey, Skyler Wexler, Évelyne Brochu u.v.a. Idee: John Fawcett & Graeme Manson.

 

Journey’s End

Der „Clone Club“ um die ungleichen Schwestern Sarah, Alison, Cosima, Helena (alle: Tatiana Maslany) sowie seine Angehörigen führt einen finalen Kampf um rechtliche Unabhängigkeit, gesundheitliche Unversehrtheit und ein selbstbestimmtes Leben gegen die Hintermänner der „Neolution“-Bewegung und deren Gründervater, den 170 Jahre alten P.T. Westmorland (Stephen McHattie). In diesem Konflikt zwischen den Fronten steht „Company Clone“ Rachel (auch Maslany) und verfolgt ihre eigenen Pläne. Helena, die unberechenbare, frühere Killerin, steht kurz vor der Geburt ihrer Zwillinge, welche ihr per Invitrofertilisation eingepflanzt wurden. Die Situation der Schwestern spitzt sich weiter zu, denn auch die Polizei wird von den Neolutionisten unterwandert…

Über fünf Staffeln durfte ich wie viele andere Zuschauer die Höhen und Tiefen der Mitglieder des selbsternannten „Clone Clubs“ miterleben. Bereits in der Besprechung zu Season vier zeigte ich Verständnis dafür, warum die Macher John Fawcett und Graeme Manson ihre Serie nach fünf Jahren enden lassen. Und trotzdem fällt der Abschied von Orphan Black sehr schwer. Schließlich habe ich die Klonschwestern und ihre „natürlich entstandenen“ Mitstreiter in mein Serien-Herz geschlossen.

Auch wenn die Klonverschwörung mit ihrem undurchsichtigen Firmenkonglomerat und die wahren Hintermänner in Runde fünf weitgehend enthüllt werden und somit der „final trip“ zu einem befriedigenden Ende führt, so hätte ich mir zum Abschiednehmen gerne noch ein, zwei Folgen mehr gewünscht. Die Autoren nutzen die letzten sieben Stunden von Orphan Black auch, um fast alle wichtigen Nebenfiguren wenigstens noch einmal kurz auftreten zu lassen, wobei diese Abschiedstournee zu keiner Zeit zum Selbstzweck verkommt, sondern die Geschichte auch durch diverse Rückblenden zu einem runden Abschluss bringt. Season 5 zeigt auch endlich den wahren Neolution-Gründer P.T. Westmorland, der vor 170 Jahren geboren sein soll. Verkörpert wird dieser moderne Dr. Frankenstein/Moreau vom kanadischen Schauspieler Stephen McHattie (The Fountain, Watchmen, Haven).

Was mich besonders an der Serie von John Fawcett und Graeme Manson fasziniert sind die starken Frauenfiguren. Obwohl die Klone-Schwestern immer wieder die Hilfe der Männer an ihrer Seite (wie Felix, Art oder Donnie) benötigen, so haben hier ganz klar die Damen das Heft in der Hand, allen voran natürlich Sarahs Adoptivmutter Siobhan alias Mrs. S, die aufgrund ihrer wilden Vergangenheit in Extremfällen auch vor einer weniger friedlichen Lösung nicht zurückschreckt. Orphan Black handelt nicht nur vom Kampf der Klone für Unabhängigkeit, sondern vollführt vielmehr auch eine weibliche Emanzipationsgeschichte gegen patriarchalische Mächte.

Primär ist die Show zweifelsohne der grandiose Durchbruch von Tatiana Maslany, die als unfassbar vielgesichtige und wandelbare Schauspielerin regelmäßig die fünf oben genannten, ungleichen Schwestern sowie weitere Klone in Nebenrollen verkörperte. Während jeder einzelnen der insgesamt 50 Episoden habe ich zwischenzeitlich vergessen, dass nur eine Darstellerin hinter all den Charakteren steckt. Ein besseres Kompliment gibt es für die 32jährige Kanadierin sicherlich kaum. Es wird spannend, ihre weitere Schauspielkarriere zu verfolgen.

Die finale Staffel von Orphan Black ist seit dem 13. August 2017 auf Netflix abrufbar. Eine deutsche DVD-/Blu-Ray-Veröffentlichung steht noch aus.

Fazit: Farewell, Clone Club. Oder um es mit einem Lied von Palastorchester-Maestro Max Raabe zu sagen: Klonen kann sich lohnen. 8 von 10 Punkten.

 

Bilder (c) BBC America/Netflix.

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Mein Fernsehjahr 2016

31. Dezember 2016

Ähnlich wie im Kino war für mich auf dem kleineren Schirm 2016 ein äußerst spannendes und abwechslungsreiches Jahr. So bleibt mir nur noch, erneut Bilanz zu ziehen und den ebenfalls ungemein wichtigen „mwj TV Award“ 2016 zu vergeben.

tv-2016_cloud

the-returned_staffel-2_dvd-coverNachdem es einige andere Blogger bereits thematisiert haben, möchte auch ich festhalten: Was Weltgeschehen und Politik betrifft war 2016 wahrlich kein gutes Jahr. Erschwerend kommt hinzu, dass in diesem Jahr viele (mehr oder minder) wichtige Persönlichkeiten verstorben sind (allein im Januar David Bowie und Alan Rickman). Dennoch habe ich 2016 in medialer Hinsicht (abzüglich Nachrichten versteht sich) sehr genossen. Auch wenn die Durchschnittswertung der gesehenen, aktuellen penny-dreadful-3_us-coverSerien und Fernsehfilme mit 6,61 von 10 Punkten (im Vorjahr 6,88/10) da vielleicht etwas anderes aussagt. Es waren halt auch dieses Jahr ein paar „Fehlsichtungen“ dabei (manche davon beginnen mit „sh“). insgesamt gab es 2016 mit The Crown, Game Of Thrones, Penny Dreadful, The Returned (franz. Original!) und Wölfe fünf absolute Top-Serien sowie einige weitere starke Shows. Aus Zeitgründen muss ich die Reviews zur ersten Staffel von The Crown und zur kompletten Serie The Returned früher oder später nachreichen. Ansonsten sind meine Besprechungen immer verlinkt.

Weiter unten im Beitrag stehen dann auch die Gewinner der mwj-Fernsehpreise.

Alles Gute für 2017 (sowohl medial als auch insgesamt)! 🙂

the-crown_posterSTATISTIK

10 Punkte
Fehlanzeige

9 Punkte
The Crown – Staffel 1
Game Of Thrones – Staffel 6
Penny Dreadful – Staffel 3
The Returned (Les Revenants) – Staffel 2
Wölfe (Miniserie)

game-of-thrones-6_poster8 Punkte
The Frankenstein Chronicles – Staffel 1
The Muppets. – Folgen 1 & 2
Orphan Black – Staffel 4
Sherlock: Die Braut des Grauens
(Special)

7 Punkte
Akte X – Staffel 10
Angie Tribeca – Staffel 1 & 2
Love (Netflix) – Staffel 1
Marcella – Staffel 1

woelfe_miniserie_dvd6 Punkte
22.11.63 (Miniserie) – Folgen 1 bis 4
The Big Bang Theory – Staffel 9
Heroes Reborn – Folgen 8 bis 13
Sense8: A Christmas Special
Die Simpsons – Staffel 27, Folgen 1 bis 12

5 Punkte
Die Stadt und die Macht (Miniserie)

4 Punkte
Marvel’s Agents Of S.H.I.E.L.D. – Staffel 2, Folgen 1 bis 3

3 Punkte
The Shannara Chronicles – Staffel 1
Tatort: Das Recht sich zu sorgen

2 Punkte
Shadowhunters – Folgen 1 & 2

1 Punkt
Fehlanzeige

PREISTRÄGER

Beste Serie
The Crown
Game Of Thrones
Penny Dreadful
The Returned (Les Revenants)
Wölfe

Beste Darstellerin
Claire Foy als Königin Elisabeth II. in The Crown
Eva Green als Vanessa Ives in Penny Dreadful
Tatiana Maslany als Sarah Manning und andere in Orphan Black

Bester Darsteller
Rory Kinnear als John Clare in Penny Dreadful
Mark Rylance als Thomas Cromwell in Wölfe
Pip Torrens als Tommy Lascelles in The Crown

Beste Episode
Game Of Thrones: „The Battle Of The Bastards“ (6×09)
Penny Dreadful: „A Blade Of Grass“ (3×04)

Die Bilder sind Eigentum des jeweiligen TV-Senders/Streaminganbieters/Verleihs.


Orphan Black: Staffel 4 (Kurzkritik)

29. September 2016

Am 18. September 2016 erhielt Tatiana Maslany für ihre Darstellung von bis zu neun verschiedenen Klonen in Orphan Black endlich ihren hochverdienten Emmy-Award als beste Hauptdarstellerin in einer Dramaserie. Das extrem wandlungsreiche Spiel der Kanadierin wird auch in der vierten Staffel erneut mehr als deutlich.

SPOILERWARNUNG

Zu aller Überraschung entpuppte sich ausgerechnet Kendall Malone (Alison Steadman), Mutter von Siobhan „Mrs. S“ Sadler (Maria Doyle Kennedy), als das Original der weiblichen und männlichen Klone. Außerdem ist die totgeglaubte Leiterin des Projektes Leda und „Mutter“ der geklonten Frauen, Susan Duncan (Rosemary Dunsmore), noch am Leben. Sarah (Tatiana Maslany), die sich mit ihrer Tochter Kira (Skyler Wexler) sowie „Mama“ Siobhan und „Oma“ Kendall in Island versteckt hält, wird von einer geheimnisvollen Frau mit skandinavischen Akzent, gewarnt, dass sie dort nicht mehr sicher sei. Während „Company orphan-black_season-4_posterClone“ Rachel (Maslany) sich in einem einsamen Refugium von ihrer schweren Hirnverletzung erholt, kommen Alison (Maslany) und ihr Mann Donnie (Kristian Bruun) dank der Hilfe von Sarahs Adoptivbruder Felix (Jordan Gavaris) im undurchsichtigen Konglomerat der an den Klon-Projekten beteiligten Firmen einem Unternehmen namens „Brightborn“ auf die Spur, das mit Hilfe einer neuartigen Gentherapie perfekte Babys verspricht…

In der Premierenepisode von Staffel 4 zäumen die Autoren das Pferd von hinten auf, und zeigen Geschehnisse vor Beginn der Serie um die psychisch angeschlagenen Polizistin Beth, die nach Entdeckung ihrer wahren Herkunft als Klon und die dazugehörigen Machenschaften bekanntlich in der allerersten Folge der Serie Selbstmord beging. Diese Rückblende in Episodenlänge dient dazu, „neue“ Figuren in der großen, sich immer weiter entwirrenden Klon-Verschwörung einzuführen und die Beweggründe hinter Beths Handlungen zu beleuchten. Nachdem in der dritten Staffel auch die männlichen Klone des Castor-Projektes (dargestellt von Ari Millen) eine wichtige Rolle spielten, so sieht man dieses Jahr mit Professor Duncans Assistent Ira nur einen Vertreter, im Gegensatz zu seinen Brüdern ohne militärische Herkunft. Season 4 konzentriert sich wieder voll auf die Schwestern und erforscht die historischen Hintergründe der Klonversuche. Die Tatsache, dass man eine Serie über menschliche Klone nicht ewig weiterduplizieren sollte, haben die Serien-Macher John Fawcett und Graeme Manson verstanden. Denn nach der für nächstes Jahr geplanten Staffel 5 ist Schluss.

Seit dem 6. August 2016 ist die vierte Staffel von Orphan Black zusammen mit den drei Vorgänger-Seasons auf Netflix verfügbar.

8-10Orphan Black: Staffel 4 (Orphan Black: Season 4)
Mysteryserie Kanada/USA 2016. FSK 16. 10 Folgen. Gesamtlänge: ca. 430 Minuten. Mit: Tatiana Maslany, Jordan Gavaris, Kevin Hanchard, Kristian Bruun, Maria Doyle Kennedy, Ari Millen, Rosemary Dunsmore, Josh Vokey, Skyler Wexler u.v.a. Idee: John Fawcett & Graeme Manson.

Bild (c) BBC America/Netflix.


Mein Fernsehjahr 2015

6. April 2016

Häh, werdet ihr jetzt vielleicht denken. Ein Rückblick auf 2015, aber erst im März April 2016? Das kommt davon, wenn der kleine mwj einer der größten Prokrastinatoren aller Zeiten ist. Und sich daher die Nachbereitung des vergangenen Jahres ewig hingezogen hat.

Genau deshalb werde ich auch ohne Umschweife zur Verleihung des mwj-Fernsehpreises für das Jahr 2015 kommen. Die Awards in den drei Kategorien (beste TV-Serie, beste Darstellerin, bester Darsteller) teilen sich dieses Jahr je zwei Gewinner.

Beginnen wir mit der kürzesten Preisverleihung der Welt:

Beste Darstellerinnen sind…

…Trommelwirbel…

Penny Dreadful 2_Vanessa

Orphan Black 4_Quartett

Und weiter geht’s mit den besten Darstellern….

…Trommelwirbel…

Jon Hamm as Don Draper - Mad Men _ Season 7, Episode 14 - Photo Credit: Courtesy of AMC

Penny Dreadful 2_Caliban

Einen besonderen Applaus für die beiden Top-Serien 2015…

…Applaus! Applaus! Applaus!…

Lerchenberg_Staffel 2_DVD

Penny Dreadful 2_DVD

Und hier die Übersicht mit allen in 2015 gesichteten neuen Serien(-Staffeln):

(vorhandene Kritiken sind verlinkt)

Beste Serie
Lerchenberg
Penny Dreadful

Beste Darstellerin
Eva Green, Penny Dreadful
Tatiana Maslany, Orphan Black

Bester Darsteller
Jon Hamm, Mad Men
Rory Kinnear, Penny Dreadful

TV-Statistik 2015

10 Punkte
Fehlanzeige

9 Punkte
Lerchenberg – Staffel 2
Penny Dreadful – Staffel 2

8 Punkte
The Fall – Staffel 1+2
Game Of Thrones – Staffel 5
Mad Men – Staffel 7, Teil 2
Orphan Black – Staffel 3
Sense8 – Staffel 1
Weinberg (Miniserie)
A Young Doctor’s Notebook – Staffel 2

7 Punkte
The Big Bang Theory – Staffel 8
Deutschland 83 (Miniserie)

6 Punkte
Kommissar Wallander – Staffel 4 (Miniserie)
Marvel’s Agents Of S.H.I.E.L.D. – Staffel 1

5 Punkte
Heroes Reborn – Folgen 1 bis 7

4 Punkte
Fehlanzeige

3 Punkte
Marvel’s Agent Carter – Staffel 1

2 Punkte
Atlantis – Folgen 1+2


Duchschnittswertung: 6,88/10 (im Vorjahr: 6,56/10).

HIER geht’s zum Kino-Rückblick 2015.

Bilder (c) Filmverleihe/TV-Sender.


Orphan Black – Staffel 3

15. Januar 2016

Am Ende der zweiten Staffel von Orphan Black wurde enthüllt, dass die weiblichen Klone nicht die einzigen sind. Runde drei des Klon-Thriller-Dramas aus Nordamerika erforscht die Hintergründe des Projektes Castor und was es für Überlebenskünstlerin Sarah sowie ihre Schwestern bedeutet…

8-10Orphan Black – Staffel 3 (Orphan Black: Season 3)
Mysteryserie Kanada/USA 2015. FSK. Freigegeben ab 16 Jahren. 10 Folgen. Gesamtlänge. ca. 430 Minuten.
Mit: Tatiana Maslany, Jordan Gavaris, Dylan Bruce, Ari Millen, Évelyne Brochu, Kristian Bruun, Kevin Hanchard, Maria Doyle Kennedy, Josh Vokey, Zoé de Grand’Maison, Kyra Harper, Michiel Huisman, Skyler Wexler u.v.a. Idee: John Fawcett & Graeme Manson.

Orphan Black 3_BluRay

 


Brothers and Sisters

Lange genug hatte Rachel (Tatiana Maslany), Top-Managerin des DYAD Instituts, ihre Klon-Schwestern Sarah, Alison, Cosima und Helena (alle ebenfalls Tatiana Maslany) unter Kontrolle. Doch damit ist jetzt Schluss. Mithilfe von Delphine (Évelyne Brochu) und weiteren Mitarbeitern gelingt der „Staatsstreich“ gegen die verhasste „Company-Bitch“, die schwer verletzt in der Versenkung verschwindet. Doch während neue Gefahren in Gestalt der gefährlichen männlichen Klone (alle gespielt von Ari Millen) droht, hadert Sarah mit der eigenmächtigen Entscheidung ihrer Adoptivmutter Siobhan (Maria Doyle Kennedy), die unberechenbare Helena ans Militär zu übergeben, um die Sicherheit der übrigen Klon-Familie zu gewährleisten…

Orphan Black 3_CastorObwohl sich die Thematik keineswegs geändert hat, gelingt es der in Kanada produzierten Mysteryserie Orphan Black auch in ihrer dritten Staffel zu fesseln. Ähnlich wie bei Akte X erweitert sich der Fokus immer mehr, nach und nach treten weitere Figuren auf bzw. neue Geheimnisse werden enthüllt. Die große Stärke ist sicherlich der Abwechslungsreichtum unter den Figuren, vor allem den weiblichen Klonen. Zwar müssen die Schwestern immer zusammenhalten, an einem Strang ziehen, um zu überleben, doch dreht sich nicht alles um die Klon-Verschwörung, sondern auch die „Alltagsprobleme“ der einzelnen Familienmitglieder werden verstärkt behandelt.

Besonders kurios sind erneut die Abenteuer von Vorstadt-Soccermum Alison, die nach ihrer Alkoholsucht in Staffel 2, nun neue Herausforderungen vor sich hat, denen sie sich aber mit einer Portion irrwitzigem Wagemut stellt. Nicht nur, dass sie für das Amt der Schulvorsitzenden kandidiert und sich dabei starker Konkurrenz aussetzt. Mit dem gutmütigen Ehemann Donnie führt sie das als Seifen-Verkauf getarnte Drogengeschäft eines jugendlichen Kleinkriminellen weiter. Schwierigkeiten sind da vorprogrammiert.

Nach der Enthüllung am Ende der zweiten Season, dass Mark, das ehemalige Mitglied der Proletheaner-Sekte, „nur“ einer der Klone aus dem Projekt Castor ist, lernen wir in der dritten seine Brüder kennen, alle gespielt vom kanadischen Schauspieler Ari Millen (12 Monkeys, TV-Serie). Während die weiblichen Klone alle sehr unterschiedliche Charakterzüge besitzen, auch weil sie in unterschiedlichsten Umgebungen aufwuchsen, sind Mark und seinesgleichen alles Soldaten, da es sich bei Castor um ein Militärprojekt handelt, und in gewisser Hinsicht schwerer voneinander zu unterscheiden. Auch die Geschöpfe der Castor-Reihe leiden nach und nach an einem tödlichen Gendefekt und so sucht die verantwortliche Wissenschaftlerin Dr. Coady (Kyra Harper) an bekannter Stelle nach einem Gegenmittel. Als Führungsoffizier der männlichen „Klonarmee“ fungiert übrigens Paul (Dylan Bruce), Ex-Freund und Monitor der verstorbenen Beth. Doch nicht nur Angehörige der Streitkräfte, sondern auch weitere Konzerne und deren Hintermänner, wie der zwielichtige Ferdinant (James Frain) haben in der weitreichenden Verschwörung ihre Finger im Spiel.

Wie gewohnt, gelingt es dem Autorenteam um die beiden Serienschöpfer John Fawcett und Graeme Manson die Spannung bis zum Schluss aufrecht zu erhalten. Am Ende der Season haben zwei wichtige Figuren ihr Leben gelassen und einige durchaus unerwartete Wendungen vermochten den Zuschauer zu verblüffen.

Nach der deutschen Free-TV-Premiere ab 16. Februar 2016 bei ZDF Neo (wo die Season wieder in Doppelfolgen gezeigt wird), erscheint die dritte Staffel von Orphan Black am 18. März 2016 auf BluRay und DVD. Voraussichtlich im April 2016 beginnt in Nordamerika die Ausstrahlung der vierten Staffel bei BBC America und Space.

Fazit: Orphan Black ist auch im dritten Jahr weit davon entfernt, Abnutzungserscheinungen zu zeigen. Im Gegenteil, die kuriose Mischung aus Patchwork-Familien-Dramedy, Mystery und Science-Fiction-Thriller fesselt durch die immer weiter entwirrende Klon-Verschwörung. Und wo bleibt das Dutzend Golden Globe- und Emmy-Nominierungen für Hauptdarstellerin Tatiana Maslany?! 8 von 10 Punkten.

Orphan Black 3_Spiegel

 

Linktipp
Orphan Black – Staffel 1
Orphan Black – Staffel 2 (Kurzkritik)

Bilder (C) BBC/Polyband.

 


Mein Fernsehjahr 2014

11. Februar 2015

Wieder etwas später als die Kinobilanz folgt nun mein Serienresüme für 2014. Neben den üblichen Verdächtigen gab es letztes Jahr vor allem einige spannende Neuheiten.

So langsam aber sicher läuft auch aus meiner persönlichen Sicht das Fernsehen dem Kino den Rang ab. In erzählerischer Hinsicht sind hochwertige Serien mit fortlaufenden Handlungssträngen, die sich über ganze Staffeln erstrecken, Filmen sowieso schon weit voraus. Bei der Produktionsqualität hat der kleinere Bildschirm die große Leinwand auch bereits eingeholt. Einzelne Folgen mancher Serien werden sogar in ausgewählten Kinos gezeigt. Ein Blick auf meine beiden Vorschauen für dieses Jahr (Kinofilme bzw. Serien) zeigt: 2015 wird im TV wohlmöglich spannender.

Richten wir unsere Augen doch zuerst einmal auf die „nackten“ Zahlen. 2015 habe ich 16 verschiene Serien und Miniserien geschaut, von den meisten die aktuelle Staffel, bei manchen aber auch nur die ersten paar Episoden. Die Durchschnittsbewertung liegt bei 6,56 von 10 Punkten. Interessant der Rückblick auf das Vorjahr. Da hatte ich nur acht aktuelle Produktionen gesichtet und kam genau auf einen Mittelwert von 6,50/10.

True-Detective_DVDEine wirkliche Enttäuschung ist mir im Kino letztes Jahr erspart geblieben, leider nicht bei den Serien. Neben den beiden schwachen Serien Nymphs (True Blood für Arme) und The White Queen (Die Tudors für Arme), die ich nach zwei Folgen abgebrochen habe, war die große Enttäuschung 2014 ganz klar die neunte und letzte Staffel der US-Beziehungssitcom How I Met Your Mother. Man kann zum sicherlich nicht unumstrittenen Ende der Comedy-Show stehen wie man will, aber dass eine Serienstaffel von 24 Folgen 22 Episoden damit verblödelt die wenigen Stunden zur Hochzeit von Robin und Barney ewig in die Länge zu ziehen, um die Ehe der beiden dann in der vorletzten Folge innerhalb von kürzester Zeit zu „killen“, dann ist das Zeitverschwendung und dramaturgisches Hütchenspiel. Das erhärtet den Verdacht, dass die beiden Chefautoren/Showrunner Carter Bays und Craig Thomas eigentlich keine neunte Season wollten und der Sender sie gedrängt hat, trotzdem weiter zu machen. Vielleicht hätte man die Episodenanzahl der Staffel aber auch einerseits kürzen und andererseits das Kennenlernen von Ted und der titelgebenden Mutter Tracy mehr in den Vordergrund stellen sollen, wenn nicht müssen.

Doch genug über die zahlenmäßig wenigen Flops meiner TV-Saison 2014. Denn es gab auch erfrischende Neuzugänge, allen voran Orphan Black. Die von BBC America produzierte Mysteryserie handelt von einer Kleinkriminellen, die erfährt, dass sie im wahrsten Sinne des Wortes nicht allein ist. Sie ist nur eine von mehreren Klonen, von denen manche schon zu Tode gekommen sind. Nach und nach entfaltet sich eine weitreichende Klon-Verschwörung. Die große Stärke der kanadisch-amerikanischen Serie heißt Tatiana Maslany. Die 29jährige Kanadierin spielt alle Klone selbst, sei es die toughe Sarah, die Hausfrau Allison, die Wissenschaftlerin Cosima oder die Psychopathin Helena. Und mit der Zeit vergisst man, dass da nur eine Schauspielerin zu sehen ist. Ein besseres Kompliment kann es für Mademoiselle Maslany nicht geben und daher ist sie eine von zwei Kandidatinnen für den mwj-Fernsehpreis in der Kategorie beste Darstellerin.

Eine weitere Neuentdeckung war A Young Doctor’s Notebook. Basierend auf semiautobiographischen Kurzgeschichten des russischen Autors Michail Bulgakow erzählt die kleine Miniserie vom Alltag eines jungen Arztes, der sich ohne große Praxiserfahrung im schwierigen Alltag eines schlecht ausgestatteten Provinzkrankenhaus zurecht finden muss und dem sein älteres Ich über die Schulter schaut. Das Kuriose hierbei: während Daniel „Harry Potter“ Radcliffe den jungen Doktor verkörpert, spielt Jon „Don Draper“ Hamm den älteren. Grundverschiedener können zwei Darsteller einer Rolle eigentlich nicht sein. Doch abseits dieses ungewöhnlichen Doppelgänger-Motiv überzeugt die Serie in der nur vier Folgen umfassenden ersten Staffel besonders durch den gekonnten Spagat zwischen schwarzem Humor und absurden Situationen. Am 27. Februar erscheint die ebenfalls vierteilige zweite und letzte Staffel auf DVD und BluRay.

Penny-Dreadful_PosterMan könnte sagen, 2014 war das Jahr der neuen Serien mit acht Folgen pro Season. True Detective handelt von zwei Polizisten und ihrer Jagd auf einen Mörder, die sich über fast zwei Jahrzehnte erstreckt. Im Mittelpunkt der HBO-Serie von Schriftsteller Nic Pizzolatto stand nicht nur die zähe Ermittlungsarbeit der beiden Protagonisten sondern auch deren Privatleben. Die beiden Cops wurden hervorragend von Matthew McConaughey und Woody Harrelson gespielt, wobei sich erster eine Hälfte des mwj-Fernsehpreis als bester männlicher Schauspieler redlich verdient hat. Stichwort: McConaissance.

Die andere große Acht-Episoden-Show 2014 ist Penny Dreadful, komplett aus der Feder von John Logan, dem Drehbuchautor des letzten (Skyfall) und des nächsten (Spectre) James Bond-Films. Die geniale Horrorserie, die wie die gleichnamigen Groschenromanheftchen Figuren aus verschiedenen Werken der viktorianischen Phantastik vereint, besticht durch ihre stimmungsvolle Inszenierung in Kinoqualität und die ambivalenten Charaktere. Besonders herausragend war allerdings die intensive Performance von Eva Green (siehe auch Kino-Rückblick 2014) als die von Dämonen besessene Vanessa Ives. Damit hat sich Mademoiselle Green die andere Hälfte des mwj-Preises als beste Fernsehdarstellerin mehr als verdient.

Auch im vierten Jahr bin ich es immer noch nicht Leid die geniale Fantasy-Serie Game Of Thrones auszuzeichnen. Die vierte Staffel der Adaption von George R.R. Martins Romanepos Das Lied von Eis und Feuer übertrifft die vorherigen noch bezüglich der Quantität und Qualität von Highlights und liefert einen Kracher nach dem anderen. Ein wahrer Paradiesvogel im ohnehin bunten Ensemble der HBO-Serie war in Season vier der chilenisch-amerikanische Akteur Pedro Pascal in der Rolle des leidenschaftlichen Prinzen Oberyn Martell aus dem Fürstentum Dorne. Obwohl Pascal nur in sieben der zehn Folgen auftritt und im Abspann als „guest star“ gelistet ist, macht ihn sein furioses Spiel zum zweiten Kandidaten des mwj-Darstellerpreises im Bereich Fernsehen.

Und wer sich jetzt noch fragt welches meiner Ansicht nach die drei besten Serien 2014 waren, der hat wohl nicht so ganz aufgepasst. 🙂

Jedenfalls freue ich mich dieses Jahr besonders auf die neuen Staffeln von Game Of Thrones (ab 12. April), Penny Dreadful (3. Mai) und natürlich auch True Detective (vsl. Sommer).

STATISTIK

Hier mein persönliches Fernsehjahr 2014 in der Übersicht (vorhandene Kritiken sind verlinkt)

10 Punkte
Fehlanzeige

Game-Of-Thrones-4_Poster9 Punkte
Game Of Thrones – Staffel 4
Penny Dreadful – Staffel 1
True Detective – Staffel 1

8 Punkte
The Big Bang Theory – Staffel 7
Mad Men – Staffel 7, Teil 1
Orphan Black – Staffel 1 und 2
Sherlock – Staffel 3
A Young Doctor’s Notebook – Staffel 1

7 Punkte
Dracula

6 Punkte
Die Musketiere – Staffel 1
Vikings – Folgen 1 bis 3

5 Punkte
Fleming

4 Punkte
Die Bibel – Folgen 1 bis 3
How I Met Your Mother – Staffel 9

3 Punkte
Nymphs – Folgen 1 + 2
The White Queen – Folgen 1 + 2

1 oder 2 Punkte
Fehlanzeige

PREISTRÄGER

Beste Serie
Game Of Thrones – Staffel 4
Penny Dreadful – Staffel 1
True Detective – Staffel 1

Beste Darstellerin
Eva Green, Penny Dreadful
Tatiana Maslany, Orphan Black

Bester Darsteller
Matthew McConaughey, True Detective
Pedro Pascal, Game Of Thrones

Bilder (C) Filmverleihe/TV-Sender.


Orphan Black: Staffel 2 (Kurzkritik)

21. Dezember 2014

Nach guten Quoten und positivem Kritikerecho bestellte BBC America gleich eine zweite Staffel seiner Klon-Mystery-Serie Orphan Black. Hauptfigur Sarah macht sich auf die Suche nach ihrer verschwundenen Tochter Kira und auch ihre „Doppelgänger“ wie Alison und Cosima müssen mit diversen Widrigkeiten kämpfen.

Orphan Black_Staffel 2_Vier
Von links: Rachel, Alison, Cosima, Sarah

Sarah (Tatiana Maslany) ist verzweifelt. Sowohl ihre kleine Tochter Kira (Syler Wexler) als auch ihre Adoptivmutter Siobhan (Maria Doyle Kennedy) sind verschwunden. Hauptverdächtigte ist „Klon-Schwester“ Rachel, die eine führende Position im zwielichtigen Genetik-Unternehmen DYAD Institute bekleidet. Auch die anderen Doppelgängerinnen haben es nicht leicht. Wissenschaftlerin Cosima ist todkrank und kann nur gerettet werden, wenn sie sich an DYAD „verkauft“. Vorzeige-Hausfrau Alison rutscht unterdessen tief in eine selbstzerstörerische Alkoholsucht ab, weil sie den mitverschuldeten Tod ihrer Nachbarin zu verarbeiten versucht und feststellen muss, dass ihr Ehemann Donnie (Kristian Bruun) sie seit Beginn ihrer Ehe ausspioniert hat…

Mit einem dichten Geflecht aus unterschiedlichsten Figuren, düsteren Machenschaften sowie teilweise überraschenden, aberwitzigen Wendungen gelingt es Orphan Black in seiner zweiten Staffel das Klon-Szenario zu vertiefen und konsequent fortzusetzen. Im Grunde stellt die kanadische Serie eine Mischung aus verschiedenen Genres dar. Sie funktioniert gleichzeitig als Verschwörungsthriller, schwarzhumoriger Krimi, Zukunftsvision und eigenwillige Familien-Saga. Orphan Black steht und fällt mit der genialen Hauptdarstellerin Tatiana Maslany. Die 29jährige Kanadierin versteht es gekonnt, den verschiedenen Klonen jeweils einzigartige Persönlichkeiten zu geben und profitiert dabei natürlich von den präzisen Drehbüchern sowie der starken Arbeit von Masken- und Kostümbildnern.

Vom 25. November bis 16. Dezember 2014 sendete ZDF Neo die zweite Staffel, die am 22. Dezember auf DVD und BluRay erscheint. Eine dritte Staffel wird derzeit produziert und voraussichtlich im Frühjahr 2015 bei BBC America ausgestrahlt.

Fazit: Orphan Black entwickelt sich in der zweiten Staffel weiter und lässt den Zuschauer tiefer in die große Klon-Verschwörung eintauchen. 8 von 10 Punkten.

8-10Orphan Black: Staffel 2 (Orphan Black: Season 2)
Mysteryserie Kanada/USA 2014. FSK 16. 10 Folgen. Gesamtlänge: ca. 430 Minuten. Mit:
Tatiana Maslany, Jordan Gavaris, Dylan Bruce, Kevin Hanchard, Maria Doyle Kennedy, Évelyne Brochu u.v.a. Idee: Graeme Manson und John Fawcett.

Bild (C) BBC.


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