Die Folterkammer des Dr. Fu Manchu

3. April 2020

Er ist böse, er ist mächtig. Und er will IMMER NOCH die Weltherrschaft: Dr. Fu Manchu! Nach der misslungenen Sache mit dem alten Inka-Gift (siehe Der Todeskuss des Dr. Fu Manchu) hat der Finsterling einen neuen teuflischen Plan: er will die Ozeane vereisen, sollten die Weltmächte ihm nicht gehorchen! Vorhang auf für Die Folterkammer des Dr. Fu Manchu!

Neuer Schmu mit Fu Manchu

Nachdem Tele 5 vor einigen Tagen nicht nur Der Todeskuss des Dr. Fu Manchu sendete, sondern auch Die Folterkammer des Dr. Fu Manchu, den fünften und letzten Teil der von Harry Alan Towers produzierten Filmreihe mit Christopher Lee (frei nach Romanen von Sax Rohmer), konnte ich dem Bann des asiatischen Superschurken erneut nicht widerstehen. Was soll ich sagen? Etwa, dass ich hinterher recht schlitzige Augen hatte?

Dr. Fu Manchu (Christopher Lee) will die uneingeschränkte Weltherrschaft! Um sein Ziel zu erreichen erpresst er die Regierungen der Großmächte. Sollten diese nicht innerhalb von zwei Wochen seinen Forderungen nachgeben droht Fu Manchu die Ozeane der Erde dank einer neuen Erfindung zu vereisen. Mit dieser hat der Bösewicht bereits ein schweres Schiffsunglück in der Karibik ausgelöst. Scotland Yard beauftragt seinen besten Mann, Nayland Smith (Richard Greene), die teuflischen Machenschaften Fu Manchus zu stoppen. Smith und sein Assistent Dr. Petrie (Howard Marion-Crawford) reisen in die Türkei, wo sie das Versteck des Superschurken zurecht vermuten. Fu Manchu benötigt zur Durchführung seines Plans allerdings nicht nur die Opiumvorräte Anatoliens, sondern auch die Expertise des gefangenen Wissenschaftlers Professor Henderson (Gustavo Re). Doch dieser ist schwer herzkrank und hat nur noch wenige Tage zu leben. Daher entführt Lin Tan (Tsai Chin), Fu Manchus Tochter, die Herzspezialisten Dr. Kessler (Günther Stoll) und Dr. Koch (Maria Perschy). Auch der Gangsterboss Omar Pascha (Jose Manuel Martin) und seine Tochter Lisa (Rosalba Neri) sind in die ganze Sache verwickelt…

Bei Der Todeskuss des Dr. Fu Manchu fand ich den Trailer besser als den Film an sich. Beim vorliegenden Nachfolger habe ich mir die Vorschau gespart und mich gleich in die seichten Fahrwasser dieses überaus lahmen Eurotrash-Streifens gestürzt. „Folterkammer“ wäre vermutlich gerne eine coole Lightversion von James Bond – Liebesgrüße aus Moskau, entpuppt sich aber als (erneut) hirnlos zusammenschnippelte Nullnummer, die weder als Agententhriller, Actionkracher noch als Katastrophenfilm auch nur annähernd funktioniert. Da werden einfach beliebte Motive zusammengeklaut (etwa das Duo Nayland Smith/Dr. Petrie als Sherlock Holmes und Dr. Watson für ganz Arme; für die Angelszene mit Dr. Petrie bitte schleunigst 5.000 Euro in die Schlechte-Wortwitz-Kasse zahlen!) und mit austauschbaren Plotpoints vermischt. Mit einer halbwegs ordentlichen Inszenierung wäre das ja nicht so schlimm, aber wie im Vorgänger wird die ganze Handlung unfassbar lahm und leblos runtergespult. Zwar hatte ich durch die ganz nett eingefangenen Locations in Spanien und der Türkei anfangs den Eindruck, dass „Folterkammer“ besser gelungen sein könnte als „Todeskuss“, aber nach Ende der Sichtung muss ich diese Meinung klar widerrufen. Die zweite Hälfte des Films spielt passenderweise überwiegend im Dunkeln, damit man die billigen Kulissen nicht so gut sieht. Dennoch bleibt nur allzu deutlich erkennbar wie miserabel die Kampfszenen choreographiert und abgedreht wurden. Eie Horde Grundschüler hätte das möglicherweise besser hingekriegt.

Um diese Machwerk besser genießen zu können empfehle ich folgendes Trinkspiel: jedes Mal wenn der Name der Titelfigur genannt wird einen kippen. Wer eher wenig Alkohol verträgt dürfte schon nach zehn Minuten blau sein. Das macht aber überhaupt nichts! Im Gegenteil. Ich gehe jetzt finstere Gesichtsausdrücke vor dem Spiegel einüben.

Die Folterkammer des Dr. Fu Manchu
Action/Abenteuer Deutschland, Italien, Spanien, UK 1969. FSK 12. 81 Minuten (gekürzte deutsche Fassung, PAL-DVD). Mit: Christopher Lee, Richard Greene, Tsai Chin, Günther Stoll, Maria Perschy, Howard Marion-Crawford, Rosalba Neri, José Manuel Martin, Gustavo Re u.v.a. Nach Motiven von Sax Rohmer. Drehbuch: Harry Alan Towers alias Peter Welbeck und Manfred Barthel. Regie: Jess Franco.

 


Credits
Bilder (c) Kinowelt.


Der Todeskuss des Dr. Fu Manchu

2. April 2020

Er ist böse, er ist mächtig. Und er will die Weltherrschaft: Dr. Fu Manchu! Mit einem antiken Inka-Gift plant der teuflische Asiate seine Gegner ein für alle Mal zu vernichten, in Der Todeskuss des Dr. Fu Manchu!


Früher war nicht alles besser!

Mit einem hinterhältigen Plan will Dr. Fu Manchu (Christopher Lee) die Weltherrschaft an sich reißen. Ein wiederentdecktes altes Gift der Inkas, gegen das Frauen immun sind, welches für Männer aber erst Blindheit und nach kurzer Zeit den Tod bedeutet, soll das Werkzeug sein. Fu Manchu und seine Tochter Lin (Tsai Chin) entsenden mit dem Gift infizierte junge Frauen in die Metropolen der Welt, um die mächtigsten Herren mit dem Kuss des Todes aus dem Weg zu räumen. Auch Fu Manchus alter Widersacher Nayland Smith (Richard Greene) soll auf diese Weise ausgeschaltet werden. Die hübsche Celeste (Loni von Friedl) küsst Smith und er erblindet sofort. Doch seine Freunde Dr. Petrie (Howard Marion-Crawford) und Carl Jansen (Götz George) sowie die Missionskrankenschwester Ursula Wagner (Maria Rohm) lassen nichts unversucht, um Fu Manchus Versteck im Dschungel Südamerikas aufzuspüren und ein Gegenmittel zu finden…

Vor etwa zehn Jahren stolperte ich im Bonusmaterial einer DVD (möglicherweise war es die von Vampire gegen Herakles) auf den Trailer zu Der Todeskuss des Dr. Fu Manchu. Auch wenn ich mich über diese trashige Vorschau damals köstlich amüsiert habe so sollte es bis ins Jahr 2020 dauern ehe ich in den „Genuss“ dieses Actionabenteuers kam. Früher (vor meiner Geburt und als meine Eltern noch Kinder bzw. Teenager waren) kam jeder Schund in die Kinos. Dieser Endruck entsteht zumindest, wenn man bedenkt welche B- und C-Movies, die heutzutage sicherlich direkt auf DVD, im Fernsehen oder bei einem Streaminganbieter landen würden, es auf die große Leinwand schafften. Zu diesen zweifelhaften Machwerken gehört auch Der Todeskuss des Dr. Fu Manchu von 1968. Unter der Ägide des britischen Produzenten Harry Alan Towers erschienen in den 1960ern insgesamt fünf Filme über den chinesischen Superschurken, nach Motiven der Romanreihe von Sax Rohmer. „Todeskuss“ war der vierte Teil und der erste von zweien, der vom berüchtigten spanischen Regisseur Jess Franco inszeniert wurde. Die Hauptrolle in allen fünf Teilen spielte niemand Geringeres als Christopher Lee, der sich seit Dracula (1958) einen Namen als Bram Stokers berühmter Vampir in diversen Produktionen gemacht hatte. Der junge Götz George (nach seinen Winnetou-Nebenrollen und vor seinerm ersten Schimanski-Auftritt) verkörpert hier einen der Helden, den Abenteurer Carl Jansen, eine Art Allan Quartermain für Arme.

Überhaupt wird hier die ganze Geschichte völlig lieblos heruntergekurbelt. Ein paar Nebencharaktere (wobei Charaktere schon zuviel gesagt ist) zuviel, uninspirierte Locationaufnahmen in Brasilien, eine recht chaotische Story, stümperhaft gefilmte Kampfszenen (selbst die Rolle-Rückwarts-Stunts aus Mit Schirm, Charme und Melone sehen besser aus!) und ein Bösewicht mit übelstem Yellowface sowie dem lächerlichsten Schnurrbart der Filmgeschichte. Das schmissige Titelthema von Gert Wilden passt besser zu einer 1970er Samstagabend-Show. Franco „würzt“ diese wild zusammengestückelte Melange aus Südamerika-Western, Abenteuerfilm und Agententhriller natürlich noch mit diversen exploitativen Szenen (leichtbekleidete Frauen in Ketten usw.). Die stereotypisch-rassistische Darstellung von Chinesen allein ist schon schlimm genug. Aber die komplette Produktion so unspannend abzuspulen, unfassbar! Und ich denke jetzt nicht, dass die elf Minuten, um welche die deutsche Version gekürzt wurde, den ganzen Streifen wirklich besser machen. Passend zur Qualität hat Tele 5 diesen Film kürzlich in einer krieseligen 4:3-Fassung gesendet. Vermutlich eine verstaubte VHS-Kassette (die jüngeren unter den Lesern mögen VHS bitte googeln), vom Praktikanten beim Ausmisten im Keller entdeckt.

Der Todeskuss des Dr. Fu Manchu ist auf DVD erhältlich, auch in einer Gesamtedition mit den vier anderen Fu Manchu-Filmen mit Christopher Lee.

Der Todeskuss des Dr. Fu Manchu
Abenteuerfilm Deutschland, Spanien, UK, USA 1968. FSK 16. 78 Minuten (gekürzte deutsche Fassung, PAL-DVD). Mit: Christopher Lee, Götz George, Richard Greene, Howard Marion-Crawford, Tsai Chin, Ricardo Palacios, Maria Rohm u.a. Nach Motiven von Sax Rohmer. Drehbuch: Harry Alan Towers alias Peter Welbeck. Regie: Jess Franco.

Credits
Bilder (c) Kinowelt


Matrjoschka (Kurzkritik)

7. März 2019

Eine eigenbrötlerische New Yorkerin stirbt, nur um immer wieder die Nacht ihres 36. Geburtstags zu durchleben. Party ohne Ende? Sex and the City meets Und täglich grüßt das Murmeltier? Matrjoschka hat mehr zu bieten…

Live and Let Die

Nadia (Natasha Lyonne) ist eine erfolgreiche, aber zynische Computerspiel-Programmiererin. Zu ihrem 36. Geburtstag veranstaltet Nadias beste Freundin Maxine (Greta Lee) eine große Party, zu der auch Nadias Ex-Freund John (Yul Vasquez) eingeladen wurde. Als Nadia dem großen Trubel zu entfliehen versucht, stirbt sie plötzlich. Um völlig überraschend wieder dort „aufzuwachen“, wo der Abend begann, in Maxines Badezimmer. Nadia erkennt, dass sie in einer Art Schleife gefangen zu sein scheint. Denn immer wieder segnet sie auf unterschiedliche Arten das Zeitliche, um am Abend der Party neu anzufangen. Überaus irritiert versucht Nadia herauszufinden, was mit ihr passiert. Könnte möglicherweise ihr lockerer Umgang mit Drogen für ihren „Zustand“ verantwortlich sein…?

In Und täglich grüßt das Murmeltier erlebt der griesgrämige Wettermoderator Phil (Bill Murray) immer wieder den „Murmeltier-Tag“, bis er sich besinnt und ein „besserer“ Mensch wird. Ein überraschend unkitschiger, witziger und herzerwärmender Film. 26 Jahre später durchlebt Natasha Lyonne (American Pie) als launige New Yorkerin eine Zeitschleife und das in einer achtteiligen Serie. In Filmen wie Edge of Tomorrow und Source Code wird diese Prämisse im Science-Fiction-Gewand verarbeitet. Matrjoschka (Originaltitel: Russian Doll) beschreitet allerdings andere Wege. Die von Lyonne mit ihrer Schauspielkollegin Amy Poehler (Parks and Recreation) und Regisseurin Leslye Headland (Sleeping with Other People) erschaffene Show, die auf ein rein weibliches Drehbuch- und Regie-Team setzt, verweigert sich einer konkreten (um nicht zu sagen banalen) Lösung oder Erklärung. Außerdem verzichtet man bei der Geschichte auf einen effektheischenden Plottwist, der die ganze Sache auf den Kopf stellen würde. Geschickt werden hier und da kleine Hinweise fast wie Brotkrumen verstreut sowie verschiedene Motive eingebaut. Die diffuse, recht authentische Entwicklung der Handlung erlaubt es jedem Zuschauer, sich seinen eigenen Reim auf die Serie zu machen und die kuriose Situation auf Augenhöhe mit der Protagonistin zu erleben. Hauptdarstellerin Natasha Lyonne stolpert mit krächzend-rauchiger Stimme als dauerpaffende Nadia (mit ihrer mächtigen roten Haarpracht optisch eine Mischung aus Curly Sue und Pumuckl) durch eine Welt zwischen leicht überzeichneter Hipster-Blase und heterogenem Großstadtviertel.

Alle acht Episoden von Matrjoschka sind seit dem 1. Februar 2019 bei Netflix abrufbar.

Matrjoschka (Russian Doll)
Dramedy/Mysteryserie USA 2019. 8 Folgen. Gesamtlänge: ca. 212 Minuten.
Mit: Natasha Lyonne, Greta Lee, Charlie Barnett, Elizabeth Ashley, Yul Vasquez u.a. Idee: Natasha Lyonne, Leslye Headland, Amy Poehler.

 

Credits:
Bilder (c) Netflix.


The Gifted – Folgen 1 bis 6

22. Februar 2018

Weil sich die beiden Kinder als Mutanten entpuppen muss eine vierköpfige Familie ihr bisheriges Leben hinter sich lassen und untertauchen. Dies ist die Prämisse von The Gifted, einer neuen Serie aus dem X-Men-Universum.

The Gifted – Folgen 1 bis 6 Science-Fiction-Serie USA 2017. Episodenlänge: ca. 42 Minuten. TV-Erstausstrahlung: 17. Januar 2018.
Mit: Stephen Moyer, Amy Acker, Sean Teale, Natalie Alyn Lind, Percy Hynes White, Coby Bell, Jamie Chung, Blair Redford, Emma Dumont, Elena Satie u.a. Idee: Matt Nix. Nach Comics von Stan Lee und Jack Kirby.

 

Fast NiX Neues

In nicht allzu ferner Zukunft. Die Existenz von Mutanten, Menschen mit besonderen Fähigkeiten, ist der Weltöffentlichkeit bekannt. Sowohl die X-Men als auch die Bruderschaft von Magneto sind verschwunden. Mutanten werden als potenzielle Terroristen verfolgt. Staatsanwalt Reed Strucker (Stephen Moyer) hat schon des öfteren solch „gefährliche“ Individuen hinter Gittern gebracht. Doch seine Ansichten bezüglich der „Begabten“ ändern sich, als seine eigenen Teenager-Kinder, Lauren (Natalie Alyn Lind) und ihr jüngerer Bruder Andy (Percy Hynes White), sich als Mutanten herausstellen. Nach einem Zwischenfall in der Highschool, bei welchem Lauren und Andy ihre Kräfte offenbaren, gerät die Familie ins Visier der Sentinel Service, einer Spezialeinheit zur Ergreifung von Mutanten. Reed, dessen Ehefrau und Krankenschwester Caitlin (Amy Acker) sowie die Kinder begeben sich auf eine abenteuerliche Flucht und suchen Kontakt zum lokalen Mutanten-Untergrund. Führende Mitglieder dieses Netzwerkes sind Marco „Eclipse“ Diaz (Sean Teale), John „Proudstar“ Thunderbird (Blair Redford) und Sonya „Dreamer“ Simonson (Elena Satie). Bei der Rettung der flüchtigen Clarice alias Blink (Jamie Chung) wurde Marcos schwangere Freundin Lorna „Polaris“ Dane (Emma Dumont) von der Polizei gefasst und ausgerechnet von Reed ins Gefängnis überstellt. Den flüchtigen Struckers dicht auf den Fersen: Agent Jace Turner (Coby Bell) von den Sentinel Services…

Nach Legion (Staffel 1 mittlerweile auf DVD und BluRay erhältlich, Staffel 2 ab 04.04.2018 beim deutschen Fox Channel) kommt mit The Gifted die zweite Serie welche im Universum von Marvels Comic-Mutanten spielt, mit den bisherigen Kinofilmen (z.B. X-Men, X-Men 2, X-Men: Der letzte Widerstand, X-Men: Erste Entscheidung, X-Men: Zukunft ist Vergangenheit und X-Men: Apokalypse) aber nur lose verbunden ist. Die Figuren basieren zum Teil auf vorhandenen Sprechblasen-Vorbildern, sind aber auch Eigenkreationen von Serienschöpfer Matt Nix (Burn Notice) und seinem Autorenteam.

Obwohl ich persönlich keine großen Erwartungen an The Gifted hatte (und vor allem nicht der Illusion verfalle, dass die neue Show nur annähernd an die unbeschreiblich grandiose erste Runde von Legion heranreichen könnte), so bin ich doch eher unbeeindruckt, wenngleich die Produktion des US-Networks Fox keinesfalls misslang. Nur leider gewinnt The Gifted dem Stoff kaum etwas Neues ab, vor allem wenn man eine oder mehrere der erwähnten Filme und/oder die thematisch sehr ähnliche Serie Heroes sowie deren Nachfolger Heroes Reborn schon kennt. Selbst die Verbindung mit tagesaktuellen Thema wie Terrorismus und Flüchtlingskrise bringen da keinen besonderen Mehrwert. Immerhin wird die Handlung schnörkellos inszeniert (bei der Pilotfolge führte Bryan Singer Regie, bei der zweiten Folge der unter anderem durch Underworld bekannte Len Wiseman) und die Actionszenen sind glücklicherweise alles andere als überladen.

Aus den oben erwähnten Gründen endet meine Sichtung der Mutanten-Show nach sechs Episoden. Es gibt schließlich noch viele andere interessantere Serien, die meine Aufmerksamkeit verdienen, etwa die 11. Staffel von Akte X, die nächste Woche (Mittwoch 28. Februar 2018) ihre Free-TV-Premiere auf Pro Sieben feiert. Und ab April kehrt schließlich Legion zurück.

The Gifted läuft seit dem 17. Januar 2018 immer mittwochs um 21:00 Uhr beim deutschen Pay-TV-Sender Fox Channel und ist über die Streamingplattformen von Sky und Vodafone abrufbar.

Fazit: Die ersten sechs Folgen von The Gifted liefern zwar solide Serienkost, bleiben hinsichtlich der Mutanten-Thematik aber recht uninspiriert. 5 von 10 Punkten.


 

Credits:
Bilder © Fox/Fox Channel Deutschland.


Erster Eindruck: Twin Peaks

10. September 2017

September 2017. Filmkritiker und Blogger mwj hat die in Plastik verpackte DVD-Komplettbox von Twin Peaks enthüllt und startet seine jungfräulichen Recherchen über die Kultserie…

Jeder Film- und Serienfan hat Bildungslücken. Manche mehr, mancher weniger gravierend. Die Größe meiner Lücke namens Twin Peaks erahnte ich schon länger, doch erst die Tatsache, dass dieses Jahr eine Rückkehr der Kultserie von Mark Frost und David Lynch stattfand, brachte mich (auch auf das Betreiben einer Bloggerkollegin hin) etwas verspätet dazu, Twin Peaks in Angriff zu nehmen. Mit meinem früheren Arbeitskollegen/guten Freund und seiner Ehefrau startete ich am Samstag Abend den ersten Ausflug in das abgelegene Städtchen und seine Geheimnisse mit dem Pilotfilm in der US-Fassung.

Februar 1989. In Twin Peaks, einer Kleinstadt im Bundesstaat Washington (Nordwesten der USA), wird die in Plastikfolie eingewickelte Leiche der 17jährigen Schülerin Laura Palmer (Sheryl Lee) gefunden. Sowohl die Palmer-Familie als auch die meisten Einwohner sind tief bestürzt. Sheriff Harry S. Truman (Michael Ontkean) holt sich für die Ermittlungen Unterstützung durch das FBI in Person von Special Agent Dale Cooper (Kyle MacLachlan). Ein erster Verdacht fällt auf Lauras festen Freund Bobby Briggs (Dana Ashbrook). Doch bald wird klar, dass Laura auch eine andere Beziehung pflegte…

Obgleich ich nach 90 Minuten noch nicht viel über den Inhalt der Serie sagen kann, so fällt mir bereits zu Beginn auf, dass die ganze Szenerie wie aus der Zeit gefallen wirkt und nicht wirklich weil Twin Peaks vor 27 Jahren das erste Mal über die (amerikanischen) Bildschirme flimmerte. Kostüme und Locations erzeugen eine eigenwillige Vermischung der 1950er und 1980er Jahre, erstere vor allem durch die Mode der Hoghschool-Schüler wie Bobby Briggs, Donna Hayward und James Hurley oder das typisch-amerikanische Diner. Die Menschen wirken eher realistisch dargestellt, Bewohner eines idyllischen Städtchens wie man sie sich auch heute noch vorstellen könnte. Die langsame Inszenierung mit einer eher statischen Kameraführung und unglaublich langen Takes (vor allem bei Gesprächsszenen) unterstützen den authentischeren Ansatz.

Einerseits sind manche Figuren auf den ersten Blick aber auch recht banal und die gefühlsbetonen Momente wirken nicht selten etwas überzogen oder kitschig. Frost und Lynch rühren hier einen surrealen Cocktail aus Kleinstadtidyll, Kriminalfall und Soap Opera unter teils verschrobenen Charakteren an, der zudem kräftig mit absurder Situationskomik gewürzt wird. Der Score von Angelo Badalamenti wechselt zwischen unheilschwangeren Synthie-Klängen, romantischen Klavierpassagen und lässigem Jazz.

Nach den ersten 90 Minuten bin ich jedenfalls sehr gespannt welche Geheimnisse die Stadt mit den eindrucksvollen Bäumen und dem Sägewerk in kommenden Episoden noch bereithält.

Das Geheimnis von Twin Peaks (Twin Peaks: Pilot / Northwest Passage)
USA 1990. FSK: Freigegeben ab 16 Jahren. 90 Minuten (PAL-DVD).
Mit: Kyle MacLachlan, Michael Ontkean, Mädchen Amick, Dana Ashbrook, Richard Beymer, Lara Flynn Boyle, Sheryl Fenn, Warren Frost, Peggy Lipton, James Marshall, Everett McGill, Jack Nance, Ray Wise, Joan Chen, Piper Laurie, Harry Goaz, Grace Zabriskie u.v.a. Idee & Drehbuch: Mark Frost und David Lynch. Regie: David Lynch.

Bilder (c) Paramount.


Coffee and Cigarettes (Kurzkritik)

27. Februar 2017

In seinem achten Spielfilm widmet sich der amerikanische Indie-Regisseur Jim Jarmusch den beiden (vielleicht) liebsten Genussmitteln überhaupt.

coffee-and-cigarettes_dvdDurch seine letzten beiden Filme, Only Lovers Left Alive (2013) und Paterson (2016) wurde ich auf den Filmemacher Jim Jarmusch besonders aufmerksam. Auch wenn ich selbst nur einem der beiden im Titel genannten „Laster“ fröne, so war es nur eine Frage der Zeit, bis die Koffein-und-Nikotin-Collage konsumiert werden musste.

Zwei oder mehr Leute treffen sich bei ein paar Tassen Kaffee und Zigaretten. Es wird geplaudert, über Gott und die Welt, die Folgen von übermäßigem Koffein- und Nikotin-Konsum, gesunde Ernährung, Starrummel und vieles mehr. So kommt es zu den unterschiedlichsten Begegnungen der kuriosen und komischen Art. Da treffen Joie Susannah Lee und Cinqué Lee (Geschwister des Regisseurs Spike Lee) als Zwillinge auf einen etwas aufdringlichen Kellner (Steve Buscemi), der ihnen die Geschichte von Elvis Presleys bösem Zwillingsbruder zum Besten gibt. Die Kultmusiker Iggy Pop und Tom Waits feiern ihre Nikotin-Abstinenz mit einer Zigarette. Alfred Molina offenbart seinem Schauspielkollegen Steve Coogan freudestrahlend, dass die beiden über 50 Ecken miteinander verwandt sind, was letzteren sogar nicht beeindruckt. Cate Blanchett trifft in einer Doppelrolle auf ihre eigene (fiktive) Cousine, die ihr sogar nicht ähnelt. Zwei Rapper diskutieren mit Kellner Billy Murray seine Suchtprobleme.

Schwarzer Kaffee, weiße Glimmstengel, dazu ein durchgehendes Schwarzweiß-Muster auf Bodenfliesen und Tischdeko und nicht zu vergessen: die Bilder sind auch nur zweifarbig. Jim Jarmuschs optisch minimalistische Kurzfilm-Anthologie – die ersten drei Episoden entstanden bereits zwischen 1986 und 1993 – serviert elf kleine Personenkonstellationen um zwei der angesehensten Genussmittel, die zwischen vergnüglicher Banalität sowie hintersinnigem Tiefgang pendeln und dabei nicht selten mit den realen Personalien der Akteure spielen. Fürs Protokoll: ich persönliche trinke meinen Kaffee immer schwarz, mit Rohrzucker.

coffee-and-cigarettes_cate-und-cousine-shelly
coffee-and-cigarettes_gza-rza-und-bill-murray

7-10Coffee and Cigarettes
Episodenfilm USA 2003. FSK 12. OmU. 92 Minuten. Mit: Roberto Benigni, Stephen Wright, Joie Lee, Cinqué Lee, Steve Buscemi, Iggy Pop, Tom Waits, Alex Descas, Isaach De Bankolé, Cate Blanchett, Meg White, Jack White, Alfred Molina, Steve Coogan, GZA, RZA, Bill Murray u.a. Drehbuch und Regie: Jim Jarmusch.

Bilder (c) Arthaus/Kinowelt.


Agents Of S.H.I.E.L.D. (Pilotfolge)

27. September 2013

Während weiter an Phase zwei des Kino-Universums der Comicschmiede Marvel gearbeitet wird, expandiert das sehr rentable Helden-Franchise nun auch auf den kleineren Bildschirm. Diese Woche startete in den USA die Serie Agents Of S.H.I.E.L.D. und Meister Hirn hat sich die Pilotfolge angesehen.

6-10Marvel’s Agents Of S.H.I.E.L.D.
Comic-Adaption/Actionserie USA 2013. 44 Minuten (Pilotfolge). Mit: Clark Gregg, Ming-Na Wen, Brett Dalton, Chloe Bennett, Iain De Caestecker, Elizabeth Henstridge, Cobie Smulders u.a. Idee & Drehbuch: Maurissa Tancharoen, Jed Whedon, Joss Whedon. Nach Comic-Charakteren von Stan Lee und Jack Kirby. Regie: Joss Whedon.

Agents Of SHIELD_Poster

Tote, Nerds und nette Gags

Nach dem Alien-Angriff auf New York in The Avengers ist die Organisation S.H.I.E.L.D. (Kurzform von Strategic Homeland Intervention, Enforcement and Logistics Division) in vorläufiger Alarmbereitschaft. Ein neues Team von Spezialisten unter Agent Phil Coulson soll Menschen mit besonderen Fähigkeiten aufspüren und somit mögliche Gefahren für die Bevölkerung minimieren. Neben der Pilotin/Waffenexpertin Melinda May gehören auch der Geheimagent Grant Ward sowie die beiden Wissenschaftler Leo Fitz und Jemma Simmons. Ihr erster Fall dreht sich um einen Mann, der scheinbar übermenschliche Kräfte besitzt und eine Frau aus einem brennenden Haus rettet. Überraschenderweise kommt den Agenten die Hackerin Skye in die Quere…

Fast täglich gibt es neue Meldungen, Gerüchte und „Enthüllungen“ zu den zahllosen kommenden Comic-Verfilmungen aus dem Hause Marvel, egal ob aus dem eigenständig produziertem Kinoversum oder nicht. In diesem Universum spielt auch die Serie Agents Of S.H.I.E.L.D., die am 24. September ihre Premiere feierte. Die Pilotepisode der vorerst auf dreizehn Folgen ausgelegten Produktion läuft nach dem gängigen Schema für US-Network-Serien ab: sie dauert kaum länger als 40 Minuten und macht aus dramaturgischer Sicht artig Platz für die vielen Werbepausen. Das limitiert die Story natürlich gewaltig. Wie so viele andere ist die Pilotfolge von Agents Of S.H.I.E.L.D. daher nicht wirklich besonders gelungen, führt jedoch die Charaktere (Stereotypen wie Kämpferin, Prügelknabe, Wissenschaftsnerds und EDV-Geek) und die Mission ordentlich ein. Hier und da ein paar Dialoge mit amüsanten Anspielungen sowie eine ähnliche Bedrohung wie in Iron Man 3, der diese Jahr die zweite Phase des Kinoversums einleitete. Warum Agent Coulson, der in Avengers von Loki getötet wurde, nun doch wieder unter den Lebenden weilt, erfährt man (noch) nicht.

Fazit: Man sollte nach einer Folge nicht zu schnell urteilen, aber der große Wurf ist Regisseur/Produzent Joss Whedon (Firefly) und seinen Co-Autoren (Bruder Jed und Schwägerin Marissa) mit dem Piloten von „Shield“ nicht gelungen. Neben wenigen Eigentümlichen bietet er US-TV nach gängigem Schema. Hoffentlich wird das noch etwas besser. 6 von 10 Punken.

Bild (c) Marvel/ABC.


LESELISTEN

LITERATUR - PROSOPAGNOSIE - FILM

Neue Filmkritik

braucht das Land

Apokalypse Film

Schaut vor der Apokalypse keine schlechten Filme!

Klappe!

Das Filmmagazin

Bette Davis left the bookshop

Bücher, Filme und viel mehr

VERfilmt&ZERlesen

Wo Kafka und Kubrick sich treffen

Schreiben als Hobby

Aus den Aufzeichnungen der Skáldkonur: Wo Worte sich zu Texten fügen, ist es Zeit für den Barden seine Geschichten zu erzählen.

11ersfilmkritiken.wordpress.com/

Ich heiße euch herzlich auf meinem Blog willkommen.

Weltending.

Buch. Musik. Film. Serie. Spiel. Ding.

Adoring Audience

Kritiken zu Filmen, Serien und Theater

Parkwelten

Freizeitparks, Kirmes & Co

Blaupause7

die Pause zur blauen Stunde

The Home of Horn

What i like, what i don't. Short Reviews, Top-Lists, Interests.

Sneakfilm - Kino mal anders

Kino…DVD…Blu-ray…und mehr!

Gina Dieu Armstark

Passion of Arts

Filmexe - Blog über Filme und Serien

Filme und Serien werden bei uns besprochen, in Form von Kritiken und auch einem Podcast. Jede Woche gibt es zwei Filmkritiken zu Filmen die gerade im Kino laufen oder auch schon länger draußen sind, der Filmpodcast heißt Filmexe Podcast.

Miss Booleana

says "Hello World!"

Cinematographic Tides

Filmische Gezeiten / Filmbesprechungen nach Wetter- und Stimmungslage / Klönschnack inbegriffen

What's Best in Life?

Ein Popkultur-Buchclub für Nerds

Hurzfilm

Ist das Filmkunst oder kann das weg?

Marcel Michaelsen

Selbsternannter Schriftsteller

Trivial

Friedl Von Grimm - fast eklig polygam

flightattendantlovesmovies

Die Flugbegleiterin, die gerne gute Filme und Serien guckt und darüber schreibt.

28 Books Later

Schundliteratur und anderer Unfug

neuesvomschreibtisch

You're gonna be fine.

ergothek

Der Blog mit dem DeLorean

Filmschrott

Schlechte Filme von Mainstream bis Trash. Die Lücke ist kleiner als man denkt.

The Televisioner

Ein subjektives Blog über Serien, Filme und anderen Popkultur-Kram

Singende Lehrerin

Tagebuch einer singenden, film-, serien- und theaterverrückten Lehrerin

Xanders Blog

Ein Blog über Filme, Fernsehen, Games, Bücher, Comics und sowas.

moviescape.blog

Texte über Filme, Serien, Popkultur, Laufen und das Vatersein.