Gefahr: Diabolik (Kurzkritik)

9. September 2018

Ein ausgekochter Superverbrecher hält die Polizei-Organisationen Europas in Atem. Mit Gefahr: Diabolik verfilmte Mario Bava vor einem halben Jahrhundert eine italienische Comicserie…



Der diabolische Meisterdieb

Diabolik (John Philip Law) ist ein Mastermind unter den Verbrechern Europas. Obwohl Inspektor Ginko (Michel Piccoli) alle erdenklichen Sicherheitsvorkehrungen bei einem Geldtransport trifft, gelingt es dem Gangster mit der Hilfe seiner Komplizin/Gespielin Eva Kant (Marisa Mell) 10 Millionen zu erbeuten. Weil niemand die Identität geschweige denn das Aussehen Diaboliks kennt, wendet sich Ginko an den Gangster Ralph Valmont (Adolfo Celi), dem er im Gegenzur für Unterstützung bei der Ergreifung Diaboliks eine milde Strafe verspricht. Wird Diabolik auch diesen Plan durchschauen?

Bevor er einige Horrorfilme, Giallo-Produktionen und Italo-Western inszenierte, begann Mario Bava (1914-1980) seine Karriere als Kameramann (unter anderem bei den beiden Herkules-Abenteuern mit Steve Reeves), Beleuchter und Effektspezialist. Vereinzelt machte der Italiener auch Ausflüge in andere Genres, wie beim Science-Fiction-Streifen Planet der Vampire oder mit Gefahr: Diabolik, einer Adaption der von den Giussani-Schwestern erschaffenen Fumetti-Neri-Reihe Diabolik. Für den Film hatte Starproduzent Dino De Laurentiis Bava umgerechnet 3 Millionen Dollar Budget zur Verfügung gestellt. Durch die besonders sparsame Arbeitsweise des Regisseurs kostete die Produktion angeblich nur 400 000. Auch wenn dieser Betrag vor fünfzig Jahren wesentlich mehr Wert besaß, so erscheint diese Zahl beim Anblick des fertigen Films aufgrund der sicherlich nicht unaufwändigen Verfolgungsjagden und anderen Szenen ziemlich ausgeschlossen. Maestro Bava zeigt hier wieder seine große Stärke, nämlich die perfekte Symbiose von Kulissenbau, Matte-Paintings und Beleuchtung/Farbgebung. Auch Altmeister Ennio Morricone bot mit einem schräg-psychedelisch-jazzigen Score sein ganzes Könne auf. An der Seite des amerikanischen Hauptdarstellers John Philip Law, der damals als großes Sexsymbol galt, bietet „Diabolik“ auch die elegante Österreicherin Marisa Mell sowie die nicht minder bekannten Schauspieler Michel Piccoli (Belle de Jour, Die Verachtung) und Adolfo Celi (James Bond – Feuerball) auf. Die kuriosen Einfälle des Titelhelden bei der Durchführung seiner Coups sorgen durchaus für Spannung, aber insgesamt krankt die Story an der Episodenhaftigkeit der Vorlage. Direkt im Anschluss drehte Law übrigens gemeinsam mit Jane Fonda und Regisseur Roger Vadim den irren Camp-Cocktail Barbarella, eine weitere Comic-Verfilmung, bei welcher zum Teil die Kulissen von Gefahr: Diabolik erneut zum Einsatz kamen.

Gefahr: Diabolik (Diabolik)
Comicverfilmung Italien, Frankreich 1968. FSK 16. 96 Minuten. Mit: John Philip Law, Marisa Mell, Michel Piccoli, Adolfo Celi, Terry-Thomas u.v.a. Regie: Mario Bava. Drehbuch: Dino Maiuri, Brian Degas, Tudor Gates, Mario Bava. Nach den Comics von Angela Giussani und Luciana Giussani.

 

Credits:
Bilder (c) Paramount


Der Kurzkritiken-Sommer #9: Barbarella

15. August 2016

Zu den Kultfilmen der wilden, späten 1960er gehört auch Roger Vadims Comicverfilmung Barbarella, mit seiner damaligen Ehefrau Jane Fonda in der Hauptrolle. Doch hält der Film auch in der Gegenwart noch was sein Status verspricht?

Kurzkritiken-Sommer_Cloud

In ferner Zukunft. Auf der Erde herrscht Frieden und Liebe. Kriege gibt es nicht mehr. Der Präsident der planetaren Regierung (Claude Dauphin) beauftragt Barbarella (Jane Fonda), die beste Astro-Navigatorin überhaupt, mit der Suche nach dem jungen Wissenschaftler Durand Durand, der eine tödliche Waffe entwickelt hat. Auf dem Planeten Tau Ceti gerät die Weltraumamazone sogleich in tödliche Gefahren, wird aber von einem Kinderfänger (Ugo Tognazzi) sowie später von einem blinden Engel (John Phillip Law) gerettet. In der dunklen Stadt Sogo, die von einem finsteren Tyrannen (Anita Pallenberg) beherrscht wird, soll sich Durand Durand befinden…

Barbarella_DVDSo geht spaßiger und unterhaltsamer Trash möchte man den Machern uninspirierter Billigkopien (The Asylum), italienischen Schmalspur-Epigonen (Luigi Cozzi) sowie allen anderen B- bis Z-Movie-Produzenten zurufen und sie zwingen, sich Barbarella anzusehen. Denn das bonbonbunte Weltraum-Abenteuer von Regisseur Roger Vadim (…und immer lockt das Weib) zelebriert mit grenzenlos-kreativem Setdesign und extravagantem Kostümbild eine naive, aber selbstironische Zukunftsvision von damals, als quasi Typen wie Austin Powers noch als Sexsymbole und nicht als Nerds galten. Auf der Erde gibt es den „herkömmlichen“ Sex nicht mehr, stattdessen verpasst man sich erotisches Vergnügen durch psychedelische Wunderpillen. Das hält unsere erotische Heldin aber nicht davon ab, als „Belohnung“ für erfolgreiche Rettungsaktionen ihren Körper anzubieten. Der blinde und flügellahme Engel Pygar gewinnt seine Fähigkeit zu Fliegen dadurch zurück, dass er mit Barbarella… Auch ansonsten ist die einfach gestrickte Story nur Gerüst, um das titelgebende Space Babe (und den Zuschauer) von einer kuriosen Situation in die nächste zu bringen. Eine dunkle Königin, die auf Frauen steht, ihr verrückter Concierge, der Barbarella mit seinem großen Musikinstrument zu Tode „orgeln“ will, dazu der vertrottelte Rebellenführer, Starpantomime Marcel Marceau als Orchideen fressender Professor Ping und Frauen, welche durch eine Wasserpfeiffe den „Extrakt des Mannes“ rauchen. Das alles und noch viel mehr ergibt diesen Lavalampen-getränkten Camp-Cocktail, der durch die teilweise behämmerten Dialoge und die flotte Musik prächtig unterhält.

7-10Barbarella
Science-Fiction-Film Frankreich/Italien 1968. FSK 16. 94 Minuten. Mit: Jane Fonda, John Phillip Law, Milo O’Shea, Anita Pallenberg, David Hemmings, Marcel Marceau u.a. Regie: Roger Vadim. Nach den Comics von Jean-Claude Forest.

Bild (c) Paramount.


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