Justice League Dark (Kurzkritik)

3. Februar 2019

Wenn dunkle Magie, Dämonen und ähnliche übersinnliche Mächte die Menscheit bedrohen, müssen die gängigen Recken der Gerechtigkeitsliga wie Superman oder Wonder Woman passen. Dann sind Helden wie Constantine, Deadman oder Zatanna gefragt. Gemeinsam mit Batman und anderen bekämpfen sie in Justice League Dark die finsteren Pläne eines Magiers…

League of Extraordinary Magicians

Schaurige Verbrechen erschüttern Gotham City, Metropolis und Washington D.C. zugleich. Einzelne Bewohner der Großstädte greifen ihre Mitmenschen an, weil sie diese plötzlich für Dämonen halten. Superman (Jerry O’Connell), Wonder Woman (Rosario Dawson) und die anderen Mitglieder der „Justice League“ sind ratlos. Nachdem er einen entscheidenden Hinweis erhalten hat, macht sich Batman (Jason O’Mara) auf die Suche nach dem Okkultisten und Magier John Constantine (Matt Ryan). Constantine, Batman sowie die Illusionistin Zatanna (Camilla Luddington), der untote Artist Boston Brand alias Deadman (Nicholas Turturro) und der unsterbliche Jason Blood (Ray Chase) gehen den mysteriösen Vorfällen gemeinsam auf den Grund. Ein mächtiger Zauberer hat scheinbar finstere Mächte entfesselt…

Nach dem enttäuschenden Batman v Superman (2016) beschloss ich, mir die weiteren Kinofilme des DC Extended Universe (DCEU) wie Wonder Woman, Justice League (beide 2017) und Aquaman (2018) zu sparen. Zu meinem Geburtstag im Januar bekam ich die BluRay zu Justice League Dark von einer Freundin geschenkt. Nach Batman: Gotham Knight (2008), Batman: Year One (2011) und dem Kurzfilm Watchmen: Tales of the Black Freighter (2009) mein vierter Animationsfilm nach einem DC-Comic. Visuell knüpfen Regisseur Jay Oliva (u.a. Batman: The Dark Knight Returns) und sein Team an die gängige Zeichentrick-Ästhetik diverser DC-Animationsfilme und -serien an, wobei der Einsatz von Magie hier effektvoll und optisch ansprechend dargestellt wird. Leider sehen die Dämonen aus, als entstammten sie einer Cartoonserie der 1990ern. Ansonsten erweist sich „JLD“ als solider Streifen, der in inhaltlicher Hinsicht zwar viele Elemente und Versatzstücke anreißt, insgesamt aber dennoch nicht zu überladen wirkt. Neben den Serien-Stars Camilla Luddington (Grey’s Anatomy) als Zatanna und Jason O’Mara (Marvel’s Agents of S.H.I.E.L.D.) gehört auch Matt Ryan zum Voicecast in der Originalfassung, der seine Rolle aus der kurzlebigen Live-Action-Serie Constantine (2014/15) wieder aufnimmt, wobei er diese auch im Arrowverse verkörpert. Mit der animierten Webserie Constantine: City of Demons erhielt der Okkultismus-Detektiv/Magier außerdem ein Spin-Off. Interessant für mich als jemand, der sowohl die Comics von DC oder Marvel kaum (eigentlich nur aus den Filmen) kennt, dass einige Figuren ihr jeweiliges Gegenstück im anderen Universum besitzen, etwa Constantine – Doctor Strange, Zatanna – Scarlet Witch oder Jason Blood – Hulk (als Versionen von Dr. Jekyll/Mr. Hyde).

Justice League Dark ist seit dem 23. März 2017 auf DVD und BluRay erhältlich. Seit Oktober 2018 gibt es die bisherigen fünf Episoden von Constantine: City of Demons als Schnittfassung in Spielfilmlänge ebenfalls fürs Heimkino.

Justice League Dark
Animationsfilm USA 2017. FSK 12. 76 Minuten. Originalsprecher: Matt Ryan (Constantine), Camilla Luddington (Zatanna), Jason O’Mara (Batman), Nicholas Turturro (Boston Brand/Deadman), Ray Chase (Jason Blood/Etrigan), Jeremy Davies (Ritchie Simpson), Roger Cross (Swamp Thing), Colleen Villard (Orchid), Alfred Molina (Destiny) u.a. Regie: Jay Oliva. Drehbuch: Ernie Altbacker.

Credits:
Bilder (c) Warner Animation/DC.

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Watership Down – Unten am Fluss (2018) (Kurzkritik)

18. Januar 2019

Für Kaninchenfans bot 2018 gleich zwei Buchverfilmungen. Nachdem Peter Hase um Ostern in einem Animations-Realfilm-Mix auf der großen Leinwand hoppelte, veröffentlichten die BBC und Netflix kurz vor Weihnachten noch die Neuadaption von Richard Adams‘ Roman Watership Down – Unten am Fluss als vierteilige Miniserie…

Von Kaninchen und mäßigen Animationen

In Südengland. Der junge Fiver (Originalstimme: Nicholas Hoult) bewohnt mit vielen anderen Kaninchen einen großen Bau. Nachdem er eine Vision von der Zerstörung ihrer Heimstätte erlebt, beschließt sein älterer Bruder Hazel (James McAvoy) vor dem bevorstehenden Unheil zu fliehen. Bei Anführer Threahrah (Tom Wilkinson) stoßen die beiden allerdings auf taube Ohren, können aber andere Kaninchen für die Suche nach einer neuen Heimat überzeugen, darunter Bigwig (John Boyega), Bluebell (Daniel Kaluuya) und Dandelion (Daniel Rigby), allerdings keine Weibchen. Und so macht sich die kleine Gruppe auf eine abenteuerliche Reise voller Gefahren, zu denen nicht nur die üblichen Feinde zählen, sondern auch ein vom tyrannischen General Woundwort (Ben Kingsley) geführter Kaninchenstaat…

Der britische Autor Richard Adams (1920-2016) verlieh den Kaninchen in seinem Roman Watership Down (1972) zwar kein anthromorphes Aussehen, dafür aber eine eigene Sprache, Kultur, Mythologie und Gesellschaftsstruktur. 1978 gab es eine erste Adaption, als abendfüllender Zeichentrickfilm von Regisseur Martin Rosen. 40 Jahre später erschien kurz vor Weihnachten die bereits seit ein paar Jahren angekündigte Neuauflage in Form einer animierten Miniserie. Regie führte der Israeli Noam Murro (300: Rise of an Empire), nach einem Drehbuch von Tom Bidwell. Mit einer Laufzeit von insgesamt etwa 200 Minuten besitzt der Vierteiler inhaltlich natürlich die besseren Möglichkeiten, den Stoff adäquat umzusetzen, was hier auch gut genutzt wird. Allerdings hat die 2018er Version ein gravierendes Problem: die Computeranimationen sehen aus als entstammten sie einem Videospiel aus Zeiten der Jahrtausendwende. Irgendwie schien die lange Produktionszeit (angekündigt wurde das Projekt erstmals 2014) nicht ausgereicht zu haben, denn die Animationen und teilweise auch Hintergründe wirken unfertig, trotz der flüssigen Bewegungen der Kaninchen. Insgesamt geriet die Optik recht farblos, das erschwert vor allem die Unterscheidung der einzelnen Charaktere untereinander sehr. „Watership Down 2018“ besticht eher durch die abwechlungsreiche, bewegende Geschichte über den mit gesellschaftkritischen Themen unterfütterten Überlebenskampf besonders gefährdeter Tiere. Die harten Szenen wurden im Gegensatz zum Zeichentrickfilm leider etwas entschärft. Ein Großteil des Budgets von 20 Millionen Pfund dürfte vielleicht für die Gagen des überaus prominenten Voicecasts angefallen sein. Mit den X-Men-Stars James McAvoy und Nicholas Hoult als Hazel bzw. Fiver sowie John Boyega (Star Wars), Peter Capaldi (Doctor Who), Daniel Kaluuya (Black Panther), Gemma Arterton (James Bond – Ein Quantum Trost), Oliva Colman (The Favourite) und Oscar-Preisträger Ben Kingsley liest sich die Besetzungsliste fast wie ein Who-is-Who der aktuellen britischen Schauspielszene. Ich persönlich hätte mich an Ostern 2019 mehr über den Vierteiler gefreut. Dann wären noch ein paar Monate Zeit geblieben, um die Animationen fertig zu rendern.

Die komplette Miniserie ist seit dem 23. Dezember 2018 bei Netflix abrufbar.


Watership Down – Unten am Fluss
(Watership Down)
Animation/Miniserie UK 2018. 4 Folgen. Gesamtlänge: ca. 204 Minuten. Nach dem Roman von Richard Adams. Drehbuch: Tom Bidwell. Regie: Noam Murro.

Credits:
Bilder (c) Netflix/BBC.


Beverly Hills Cop III (Kurzkritik)

13. Januar 2019

Sieben Jahre nach Beverly Hills Cop II kehrte Eddie Murphy ein drittes Mal in seiner Paraderolle zurück. In Beverly Hills Cop III jagt Axel Foley aus Detroit den Mörder seines Vorgesetzten. Die Spur führt in einen kalifornischen Freizeitpark…

Theme Park Cop

Die geplante Razzia einer illegalen Autowerkstatt in Detroit geht für Detective Axel Foley (Eddie Murphy) und seine Kollegen gewaltig schief. Ein namensloser Gangsterboss (Timothy Carhart) und sein Killerkommando tauchen auf. Während der folgenden Schießerei wird Axels Boss Inspector Todd (Gil Hill) getötet. Axel schwört, den Verantwortlichen zur Strecke zu bringen. Die Beweise führen nach Beverly Hills, in den beliebten Freizeitpark „Wonder World“. Axel kontaktiert seinen alten Freund, den mittlerweile zum Sergeant und Leiter einer bezirksübergreifenden Sondereinheit beförderten Billy Rosewood (Juidge Reinhold). Doch ausgerechnet in Ellis DeWald, den vielfach geschätzten, einflussreichen Sicherheitschef von „Wonder World“, erkennt Axel den Mörders Todds. Rosewoods Partner Jon Flint (Hector Elizondo) möchte nicht gegen seinen alten Freund DeWald ermitteln und der geheimnisvolle Secret-Service-Agent Fulbright (Stephen McHattie) bremst weitere Maßnahmen aus. Vor allem als ihn Onkel Dave (Alan Young), Mitbegründer und Aushängeschild des Freizeitparks, bittet den Tod eines Kollegen aufzuklären, schleicht sich Axel auf eigene Faust in „Wonder World“ ein…

Die Kritiken zur mit Verzögerungen zustande gekommenen zweiten Fortsetzung des Komödienhits Beverly Hills Cop waren/sind ziemlich verheerend (10 Prozent Bewertung bei Rotten Tomatoes, 16 von 100 Punkten bei Metacritic). Nachdem ich die ersten beiden Teile mehrmals Mitte der 1990er gesehen hatte, war die gestrige Sichtung von Teil 3 eine Premiere für mich. Trotz der schwachen Resonanz war ich vom dritten Film der Reihe zumindest teilweise positiv überrascht. Natürlich darf man von „BHC III“ enttäuscht sein, weil er von dem glamourösen Setting der Vorgänger (Beverly Hills ist schließlich ndie Stadt der Reichen und Schönen) wenig bietet und von der Stammbesetzung nur Eddie Murphy als immer noch bestens aufgelegter Axel Foley bzw. Judge Reinhold als Billy Rosewood, dem seine Beförderung sowie die neuen Kompetenzen etwas zu Kopf steigen, dabei sind. Außerdem hätte man aus dem riesigen Freizeitpark als Hauptschauplatz inszenatorisch mehr machen müssen. Dennoch geriet Teil 3 aus meiner Sicht kurzweilig, unterhaltsam und inhaltlich weniger hingeschludert als Teil 2. Mit dem Werbespot für die fiktive Waffe „Vernichter 2000“ gibt es außerdem einen herrlichen Seitenhieb auf die amerikanische Waffenlobby. Wer möchte nicht eine Superwaffe, die außerdem noch Mobiltelefon, Faxgerät, Mikrowelle, CD-Player, Digitalradio, Videokamera und mehr beinhaltet? 😉

Beverly Hills Cop III
Actionkomödie USA 1994. FSK 16. 100 Minuten. Mit: Eddie Murphy, Judge Reinhold, Hector Elizondo, Timothy Carhart, John Saxon, Theresa Randle, Stephen McHattie u.a. Regie: John Landis. Drehbuch: Steven E. de Souza.

Credits:
Bilder (c) Paramount.


Beverly Hills Cop II (Kurzkritik)

5. Januar 2019

Nach dem großen Erfolg des ersten Teils durfte Eddie Murphy erneut als Axel Foley ran. In Beverly Hills Cop II wildert der „Quassel-Bulle“ wieder im Revier der Reichen und Schönen.

Knallige Fortsetzung ohne zündende Story

Als der mittlerweile zum Captain der Polizei von Beverly Hills beförderte Andrew Bogumil (Ronny Cox) einen Hinweis im „Alphabet-Fall“ entdeckt, wird er wegen fadenscheiniger Gründe vom despotischen neuen Chief Lutz (Allen Garfield) suspentiert. Die eiskalte Killerin Karla Fry (Brigitte Nielsen) lockt Bogumil in einen fast tödlichen Hinterhalt. Als Axel Foley vom Anschlag auf seinen alten Bekannten und dessen kritischem Zustand erfährt, beendet er seine aktuellen Undercover-Ermittlungen in Detroit und macht sich sogleich auf den Weg nach Beverly Hills. Gemeinsam mit seinen Freunden Detective Billy Rosewood (Judge Reinhold) und Sergeant John Taggart (John Ashton), die eigentlich von Lutz zur Verkehrspolizei versetzt wurden, nimmt Axel die Ermittlungen auf. Eine Spur führt zu einem von Chip Cain (Dean Stockwell) und dem Industriellen Maxwell Dent (Jürgen Prochnow) betriebenen Waffenklub…

Mit etwa 12 Jahren sah ich (gemeinsam mit meinem Vater) zum ersten Mal die beiden ersten Beverly Hills Cop-Filme im Fernsehen, wobei weitere Sichtungen folgten. Damals fühlten wir uns von den Actionkomödien prächtig unterhalten, wobei Teil 2 mir besser gefiel. Das herausragende Einspielergebnis von Teil I an der Kinokasse (234 Millionen Dollar Umsatz bei 15 Millionen Budget) bewog das Produzenten-Duo Don Simpson und Jerry Bruckheimer zu einem Sequel, wobei Tony Scott (1944-2012), der mit dem Kampfflieger-Streifen Top Gun (1986) einen Hit gelandet hatte, die Regie übernahm. Beverly Hills Cop II profitiert von der eingespielten Figurendynamik, seinem weiterhin energiegeladenem Hauptdarsteller und einem höheren Actionanteil, vor allem im großen Finale. 25 Jahre nach der Erstsichtung empfinde ich das ganze Drumherum allerdings als äußerst mäßig. Die Story um die Pläne des als Gangsterboss im Hintergrund völlig verschenkten Jürgen Prochnow (Das Boot) erscheint nicht nur äußerst generisch, sondern hält auch einer näheren Betrachtung so überhaupt nicht Stand (ein Großindustrieller in finanziellen Nöten überfällt seine eigenen Unternehmen, um vom Gewinn dann Waffenhandel zu betreiben???). Dass Frauen in diesem für die Zeit typischen Macho-Film keine große Rolle spielen, dürfte jetzt niemanden verwundern, aber wieso werden die weiblichen Darsteller hier so dermaßen zu Randfiguren (Kampfmieze, Stichwortgeberin und Sexbomben) degradiert? Da bleibt am Ende außerdem die Frage, ob ich mir Teil III wirklich antun soll.

 

Beverly Hills Cop II
Actionkomödie USA 1987. FSK 12. 99 Minuten (PAL-DVD). Mit: Eddie Murphy, Judge Reinhold, John Ashton, Ronny Cox, Allen Garfield, Brigitte Nielsen, Jürgen Prochnow, Dean Stockwell u.a. Regie: Tony Scott. Drehbuch: Larry Ferguson und Warren Skaaren.

Credits:
Bilder (c) Paramount


Beverly Hills Cop (Kurzkritik)

2. Januar 2019

Im zarten Alter von 23 Jahren wurde Eddie Murphy mit der Rolle des Axel Foley, dem schlitzohrigen Polizisten mit großer Klappe, in Beverly Hills Cop zum Star, vor allem weil der Film Mitte der 1980er zum absoluten Kassenschlager avancierte. Doch wie gut ist der Streifen heute noch?

Große Klappe, dünner Plot

Gerade hat sich der junge Detroiter Polizist Axel Foley (Eddie Murphy) durch eine eigenmächtige Undercover-Aktion den Zorn seines Vorgesetzten, Inspector Todd (Gilbert R. Hill), eingehandelt, da erhält er überraschenden Besuch von Mikey (James Russo), einem alten Kumpel, der gerade frisch aus dem Gefängnis entlassen wurde. Nach einer durchzechten Nacht wird Axel vor seiner Wohnung niedergeschlagen und Mikey ermordet. Die Spur führt Axel nach Beverly Hills zum Kunstgalerie-Unternehmer Victor Maitland (Steven Berkoff), für den auch Jenny (Lisa Eilbacher), eine alte Freundin Axels und Mikeys, arbeitet. Auf der Suche nach dem Mörder Mikeys überschreitet Foley mehrfach seine Kompetenzen und erregt die Aufmerksamkeit der hiesigen Polizei unter Lieutenant Bogumil (Ronny Cox), der Sergeant Taggart (John Ashton) und den jungen Detective Bill Rosewood (Judge Reinhold) auf den Detroiter Cop ansetzt…

Unter der gemeinsamen Ägide des Produzentenduos Don Simpsons und Jerry Bruckheimer (Flashdance, Top Gun, The Rock) entstand auch Beverly Hills Cop, eine bereits ab 1977 konizipierte Mischung aus Kriminalfilm und Buddy-Komödie. Im Mittelpunkt des Streifens von 1984 (Kinostart in Deutschland war im April 1985) steht natürlich der damals sehr junge Eddie Murphy (Der Prinz aus Zamunda, Shrek) als Quasselstrippen-Bulle Axel Foley, der sein Gegenüber gerne auch mal fast zu Tode nervt und in der deutschen Fassung natürlich auch von der glänzenden Performance von Sprecher Randolf Kronenberg profitiert. Um die Hauptfigur herum bastelte man anhand diverser Drehbuchentwürfen eine kurzweilige, aber aus meiner Sicht keinesfalls übermäßig gelungene Actionkomödie mit recht dünnem Plot. Kaum vorstellbar dass Beverly Hills Cop sogar jeweils eine Nominierung für Golden Globe (beste Komödie) und Oscar (bestes Originaldrehbuch) erhielt. Das gut aufgelegte Schauspielerensemble um Judge Reinhold, John Ashton sowie Steven Berkoff als dezent schmieriger Bösewicht, der kultige Synthie-Score des deutschen Komponisten Harold Faltermeyer sowie die schnörkellose Inszenierung halten den Zuschauer aber gut bei der Stange. Bei einem Budget von 15 Millionen Dollar spielte „BHC“ seinerzeit unglaubliche 234 Millionen weltweit ein. Da musste natürlich eine Fortsetzung her.

Beverly Hills Cop
Actionkomödie USA 1984. FSK 12. 101 Minuten (PAL-DVD). Mit: Eddie Murphy, Judge Reinhold, John Ashton, Lisa Eilbacher, Steven Berkoff, Ronny Cox, Jonathan Banks u.a. Regie: Martin Brest. Drehbuch: Danilo Bach und Daniel Petrie Jr.

Credits:
Bilder (c) Paramount.


She-Ra und die Rebellenprinzessinnen (Kurzkritik)

27. Dezember 2018

Eine neue Serie über die schillernde Heldin She-Ra?! Das kann doch eigentlich nichts werden, oder? Und dennoch gelingt der jungen Comic-Künstlerin Noelle Stevenson (26) mit She-Ra und die Rebellenprinzessinnen eine zeitgemäße Adaption des 1980er Cartoons.

The soldier who became a princess

Der finstere Lord Hordak versucht mit seiner mächtigen Armee, der sogenannten Horde, den Planeten Etheria komplett zu erobern. Königin Angella von Bright Moon und andere leisten Widerstand gegen die Horde. Doch die einzelnen Reiche sind untereinander zerstritten. Adora, eine in Hordaks Armee ausgebildetete, junge Frau, entdeckt eines Tages ein geheimnisvolles Schwert irgendwo im Wald. Als Adora das Schwert berührt und überraschenderweise die richtigen Worte spricht, verwandelt sie sich in die mächtige Kriegerin She-Ra. Angellas Tochter Glimmer und Bogenschütze Bow, die zufällig zugegeben sind, nehmen Adora als Gefangene mit nach Bright Moon. Unterwegs begreift die junge Frau, dass die Horde für Frieden und Freiheit Etherias eine ernste Bedrohung darstellt. Daher entschließt sich Adora als She-Ra gegen ihre frühere „Familie“ wie die ehemals beste Freundin Catra zu kämpfen. Doch um dringende Verstärkung zu erhalten müssen Adora, Glimmer und Bow auch die anderen Prinzessinnen des Planeten überzeugen, sich der Rebellion gegen die Horde anzuschließen…

Worin liegt der elementarste Unterschied zwischen She-Ra: Prinzessin der Macht (1985/86) und der neuen Serie She-Ra und die Rebellenprinzessinnen? Letztere dient nicht als Marketingtool zum Verkauf von Actionfiguren. Somit gelingt der jungen Showrunnerin Noelle Stevenson (bekannt für die preisgekrönten Comicreihen Nimona und Lumberjanes) und ihrem Team bei Dreamworks Animation ein zeitgemäßes Update der bekannten, an der Schnittstelle von Fantasy und Science-Fiction angesiedelten Welt. Natürlich sind die fast ausschießlich handgezeichneten Bilder (lediglich bei „komplizierten Maschinerien“ verwendete man CGI) grellbunt bis kitschig und der Titelsong von Aaliyah Rose grauslig schlecht, aber der liebevolle Stil zwischen Filmen von Hayao Miyazaki (Prinzessin Glimmer sieht aus als wäre sie das Kind des Schweizer Bergmädchens Heidi und eines Glücksbärchis) und den Werken des französischen Comicgurus Jean Giraud alias Moebius überzeugt. In Sachen Diversität, Feminismus (die kreative Crew sowie das Figurenensemble und somit der Voicecast bestehen fast ausschließlich aus Frauen) und neutralem Erscheinungsbild der Charaktere erscheint „Princesses of Power“ vielen anderen Trickserien um Einiges voraus. Die weitgehend nach Schema F abgefrühstückten Episodenstories, in deren Zentrum meist die Rekrutierung einer weiteren Prinzessin für die Rebellion steht, lassen sich als größte Schwäche der Serie ausmachen, aber im Gegensatz zur Vorgängershow gibt es hier eine Entwicklung bei der Titelheldin. Als junge Frau, die soeben ihre Vergangenheit hinter sich gelassen hat, kämpft Adora erst einmal mit den Hindernissen und der Macht, welche ihr Alter Ego mit sich bringen. „She-Ra 2018“ punktet nicht nur mit der Vermittlung von Werten wie Freundschaft und Toleranz an die jungen Zuschauer, sondern suhlt sich auch in Selbstironie mit einem Hauch Überzeichnung. Mich jedenfalls hat die Neuauflage gut unterhalten. Und Muskelmann He-Man wird hier keineswegs vermisst.

Die erste Staffel (13 Folgen) von She-Ra und die Rebellenprinzessinnen ist seit dem 16. November 2018 komplett bei Netflix abrufbar.

She-Ra und die Rebellenprinzessinnen
(She-Ra and the Princesses of Power)
Zeichentrick/Fantasy-Serie USA 2018. 13 Folgen (Staffel 1). Gesamtlänge: 312 Minuten. Nach der Originalserie von Larry DiTillo und J. Michael Straczynski. Adaption: Noelle Stevenson.

Credits:
Bilder (c) Netlix/Dreamworks.


Parfum (Kurzkritik)

19. Dezember 2018

12 Jahre nachdem Tom Tykwer Patrick Süskinds Roman Das Parfum verfilmt hat gibt es eine sechsteilige Serie, welche die Prämisse des Buches in die Gegenwart verlagert. Als eine Sängerin ermordet wird geraten ihre fünf Freunde aus der Schulzeit ins Visier der Ermittlungen…

Böse Mütter, arme Kinder

In der Region Niederrhein wird die Leiche der rothaarigen Sängerin Katharina „K“ Läufer (Siri Nase) in deren Swimmingpool entdeckt. Der Toten wurden sämtliche Körperbehaarung mit chirurgischer Präzision entfernt. Die Spur des Ermittlerteams um Profilerin Nadia Simon (Friederike Becht) und ihren Kollegen Matthias Köhler (Jürgen Maurer) führt zu Katharinas alter Clique aus einem katholischen Internat, bestehend aus dem Arzt Roman Seliger (Ken Duken), seiner Ehefrau Elena (Natalia Belitski), dem Parfumeur Moritz de Vries (August Diehl), Zuhälter Thomas Butsche (Trystan Pütter) und dem einsamen Loser Daniel „Zahnlos“ Sluiter (Christian Friedel). Inspiriert durch den Roman Das Parfum (1985) experimentierte die Gruppe vor etwa 20 Jahren mit Gerüchen und Düften, genau wie Grenouille, der Protagonist des Buches. Auch der Mörder von „K“ scheint dessen Vorgehensweise zu kopieren…

Patrick Süskinds Welterfolg über die Welt der Gerüche als Vorlage für einen düsteren Kriminalfall in der Gegenwart. Warum auch nicht? Doch was Regisseur Philipp Kadelbach (Unsere Mütter, unsere Väter) und Drehbuchdebütantin Eva Kranenburg aus dieser Prämisse machen ist auf eine ganz andere Weise schaurig als beabsichtigt. Nicht nur das die Story teilweise wirklich ekelerregende Details beinhaltet, bisweilen wirkt die ganze Angelegenheit auch einfach unfreiwilig komisch. Doch das wirklich schlimme an Parfum ist die durchgehende Misogynie, die zum Himmel stinkt. Die zentrale Ursache für die Probleme fast aller Figuren, somit Auslöser für Mord und andere Verbrechen, sind schlicht und ergreifend: böse Mütter; die ihren Nachwuchs vernachlässigen, zurücklassen, demütgen oder sogar misshandeln. Die Söhne dieser Rabenelternteile werden zur frauenhassenden Monstern, die Töchter zu unterwürfigen und irrational agierenden Opfern. Der Versuch dadurch eine ausgewogene, gar psychologisch vielschichtige Charakterzeichnung zu erreichen scheitert auf ganzer Linie. Und dabei kann man nicht einmal sagen, dass der Sechsteiler durchgehend misslungen sei. Durch die farbentsättigen Bilder der trostlosen Schauplätze sowie die geschickte Montage der Gegenwartshandlung mit den Ereignissen vor 20 Jahren wirkt Parfum zumindest inszenatorisch ansprechend. Insgesamt solide agiert auch das Darsteller-Ensemble, vor allem Friederike Becht (Die Vierhändige) und August Diehl (Der junge Karl Marx). Aber von hochwertiger Serienware bleibt das Endprodukt Lichtjahre entfernt.

Parfum ist seit der Erstausstrahlung bei ZDFneo in der ZDF-Mediathek noch bis einschließlich 27. Dezember 2018 abrufbar, aus Jugendschutzgründen allerdings nur zwischen 22:00 Uhr und 6:00 Uhr.

Parfum
Krimiserie Deutschland 2018. FSK 16. 6 Folgen. Gesamtlänge: 346 Minuten. TV-Erstausstrahlung: 14. November 2018.
Mit: Friederike Becht, Natalia Belitski, August Diehl, Ken Duken, Christian Friedel, Trystan Pütter, Jürgen Maurer, Wotan Wilke Möhring u.v.a. Nach Motiven des Romans Das Parfum. Die Geschichte eines Mörders von Patrick Süskind. Idee: Eva Kranenburg, Philipp Kadelbach, Oliver Berben. Drehbuch: Eva Kranenburg. Regie: Philipp Kadelbach.

Credits:
Bilder (c) Constantin Film/ZDF Neo.


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