Being David Hasselhoff (Kurzkritik)

16. August 2019

Nach Tagen der Unproduktivität wird es endlich einmal wieder Zeit für ein Review, heute mit einem Fernsehstar, Chartstürmer und (mittlerweile) einer Trashikone in Personalunion. In der Doku Being David Hasselhoff zeigt Regisseur Oliver Schwabe die Karriere des beliebten Amerikaners anhand eines aktuellen Interviews nach.


Mit Stolz und Selbstironie

Oliver Schwabe (geb. 1966) hat mit Dokus wie Heino – Made in Germany (2013), Pump up the Jam – Heroes of Eurodance (2014) und Tokio Hotel – Hinter der Welt (2017) bereits die Untiefen deutscher Mainstreammusik durchfahren. Da erscheint es nur stimmig, dass sich das neue Werk des Filmemachers mit Schauspieler und Sänger David Hasselhoff beschäftigt. Schwabe und sein Kamerateam interviewen dabei den Star in dessen schickem Anwesen in Kalifornien, wo Hasselhoff auch einige seiner Trophäen zeigt.
„The Hoff“ erinnert sich nicht nur an die Anfänge seiner Karriere als Hauptdarsteller in der Seifenoper Schatten der Leidenschaft (The Young & The Restless), sondern auch an die großen Serienhits Knight Rider (1982-1986) und Baywatch (1989-2001), die ihn zum meistgesehenen Fernseh-Schauspieler der Welt machten. Während der Erfolg als Sänger im heimischen Amerika ausblieb, schlug Hasselhoffs musikalisches Wirken im deutschsprachigen Raum dagegen umso mehr ein. Vor allem der 1989 veröffentlichte Song Looking for Freedom machte ihn außerhalb der USA über Nacht zum Superstar. Im Gespräch räumt David unter anderem mit der „urban legend“ auf, dass wegen seines Auftritts in Berlin die Mauer gefallen sei. Voller Stolz zeigt er das Poster von seinem Broadway-Debüt im Alter von 48 Jahren als Hauptdarsteller in der Musicalversion von Dr. Jekyll und Mr. Hyde, mit welchem sich der mittlerweile 67jährige einen Kindheitstraum erfüllte. Seine illustre Vergangenheit betrachtet Hasselhoff mit einer Mischung aus Stolz, Selbstkritik und Selbstironie, wobei letztere maßgeblich für seine sich selbst parodierenden Autritte in Streifen wie Der SpongeBob Schwammkopf Film und Killing Hasselhoff sein, die im den Ruf einer Trashikone einbrachten. Schwabe montiert diese Interview-Sequenzen gekonnt mit diversem Archivmaterial (etwa Super8-Aufnahmen aus Davids Kindheit) und aktuellem Material, vom Besuch des Strandes aus Baywatch bis zur kleinen Spritztour mit einem wohlbekannten Auto. Natürlich fand ich „The Hoff“ im Alter von etwa neun, zehn Jahren (wie viele meiner Altersgenossen) total cool. Auch wenn ich mich seitdem vor allem hinsichtlich meines Musikgeschmacks massiv weiterentwickelt habe, so erscheint mir Schwabes Doku-Feature durchaus gelungen und informativ, obgleich ein wenig einseitig.

Die Doku Being David Hasselhoff kann man sich nach der Erstausstrahlung vom 11. August 2019 noch bis einschließlich 9. September 2019 in der Arte-Mediathek ansehen.

Filmographie von David Hasselhoff (Auswahl)

1975-1982 Schatten der Leidenschaft
1978 Star Crash
1982-1986 Knight Rider
1989-2001 Baywatch
2004 Der SpongeBob Schwammkopf Film
2015 Kung Fury (Kurzfilm) (Cameo und Titelsong)
2015 Sharknado 3
2017 Guardians of the Galaxy, Vol. 2 (Cameo und Titelsong)
2017 Killing Hasselhoff

 

Being David Hasselhoff
TV-Dokumentation Deutschland 2019. 50 Minuten. Buch und Regie: Oliver Schwabe.

 

Credits:
Bilder (c) Arte/RBB.

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Star Trek: Short Treks (Kurzkritik)

4. August 2019

Im Vorfeld der 2. Staffel von Star Trek: Discovery veröffentliche CBS All Access vier Kurzfilme, die im Universum der Serie spielen. In Star Trek: Short Treks erleben wir eine royale Ausreißerin, eine hochentwickelte künstliche Intelligenz, einen ungewöhnlichen Pionier und die Tricks eines gewieften Con Artists…

Ursprünglich war mein Plan, diesen Sommer wieder einen Kurzkritiken-Sommer zu veranstalten, mit dem speziellen Thema Anthologie-Serien. Philip K. Dick’s Electric Dreams (basierend auf Kurzgeschichten des visionären Autors) sowie die ersten paar Folgen der britischen Show Black Mirror sollten Episode für Episode gesichtet und rezensiert werden. Dazu kam es aus unterschiedlichen Gründen nicht. Als kleinen „Ersatz“ gab es die vier Kurzfilme von Star Trek: Short Treks, einer Anthologiereihe, die als Tie-In zu Star Trek: Discovery fungiert.

Die Beiträge im Einzelnen:

Runaway
Mit: Mary Wiseman, Yadira Guevara-Prip u.a. Drehbuch: Jenny Lumet und Alex Kurtzman. Regie: Maja Vrvilo.
Zufällig entdeckt die junge Kadettin Sylvia Tilly, dass sich auf der USS Discovery eine junge Ausreißerin versteckt.

Calypso
Mit: Aldis Hodge und Annabelle Wallis. Drehbuch: Michael Chabon und Sean Cochran. Regie: Olatunde Osunsanmi.
Seit 1.000 Jahren treibt das verlassene Raumschiff Discovery durchs All. Der Schifsscomputer hat sich mittlerweile zu einer empfindsamen Intelligenz entwickelt und rettet einen verletzten Krieger namens Craft…

The Brightest Star
Mit: Doug Jones, Hannah Spear, Robert Verlaque und Michelle Yeoh. Drehbuch: Bo Yeon Kim und Erica Lippoldt. Regie: Douglas Aarniokoski.
Um die „große Balance“ auf dem Planeten Kaminar zu bewahren müssen sich die Kelpianer den technologisch weit überlegenen Ba’ul opfern, sobald ihre Zeit gekommen ist. So zumindest predigen es die kelpianischen Priester. Der intelligente Fischer Saru gibt sich damit nicht zufrieden und blickt zu den Sternen…

Houdini (The Escape Artist)
Mit: Rainn Wilson, Harry Judge u.a. Drehbuch: Michael McMahan. Regie: Rainn Wilson.
Der windige Trickbetrüger Harry Mudd wird im ganzen Quadranten gesucht. Als es einem Tellariten gelingt, Mudd zu schnappen, möchte der Außerirdische seinen Gefangenen an die Föderation ausliefern…

Insgesamt bin ich von den Kurzepisoden (mit einer Laufzeit zwischen 15 und 18 Minuten) eher „underwhelmed“. Freilich sind alle vier Shorts aufwändig produziert und technisch gelungen, allerdings kaum mehr als kleine Appetizer für die zweite Discovery-Season bzw. (wenn man diese schon gesehen hat) die ausstehende Staffel 3, welche im nächsten Jahr erscheinen soll. Am besten hat mir die Begegnung zwischen einer empfindsamen künstlichen Intelligenz und einem gestrandeten Mann in Calypso gefallen. Runaway und The Brightest Star dienen als Prequels für zwei Discovery-Episoden, müssen zu derem inhatlichen Verständnis aber nicht zwingend angesehen werden.

Die ersten vier Kurzfilme der Reihe sind seit 17. Januar 2019 auf Netflix unter „Trailer und mehr“ bei Star Trek: Discovery abspielbar. Im Juli 2019 wurden sechs weitere „Short Treks“ angekündigt. Drei davon sollen sich jeweils um die Figuren Spock, Captain Pike und Number One drehen. Neben einer weiteren Episode, welche die Serie Star Trek: Picard (ab 2020 bei Amazon Prime) einleiten soll, wird es auch animierte Folgen geben.

Star Trek: Short Treks
Science-Fiction-Anthologieserie USA 2018/19. 4 Folgen. Idee: Bryan Fuller und Alex Kurtzman. Nach
Star Trek von Gene Roddenberry.

Credits:
Bilder (c) Netflix.


Auf der Suche nach dem Ultra-Sex (Kurzkritik)

21. Juli 2019

Es gibt Filme, deren Inhalt bzw. Beschreibung kann man kaum für möglich halten. Die französischen Komiker Nicolas und Bruno haben für ihre Scifi-Sexklamotte Auf der Suche nach dem Ultra-Sex einfach diverse Pornofilme zusammengeschnitten und mit neuen Dialogen ausgestattet. Den Spaß diese versaute Collage zu synchronisieren hat sich schließlich passenderweise das SchleFaZ-Duo Olli und Pätter gegönnt.

And now for something completely different…

Alarm im Weltall! Denn auf der Erde grassiert gigantische Geilheit. Die öffentliche Ordnung kommt zum Erliegen, denn die Menschen geben sich nur noch sexuellen Vergnügungen hin. Die Ursache für diese globale Katastrophe: jemand hat den Ultra-Sex gestohlen, eine geheimen Matrix, welche die menschliche Lust in gesunden Bahnen hält. Raumschiff-Captain Jean-Marc Schwanz und seine Crew müssen dringend den Ultra-Sex finden, bevor die Situation auf der Erde eskaliert…

Zu den bisherigen Werken des Comedy-Duos Nicolas Charlet und Bruno Lavaine, in ihrem Heimatland unter ihren Vornamen bekannt, zählen untern anderem die französische Variante der britischen Büro-Sitcom The Office und die Werbetexter-Satire 39,90 (2007), wobei die beiden meist als Drehbuchautoren, Regisseure und Schauspieler agieren. Indem sie diverse Erotikfilme, Porno-Parodien und Sexklamotten mit Science-Fiction Elementen montierten und die Dialoge komplett neu aufnahmen kreierten Nicolas und Bruno die krude Crossover-Collage Auf der Suche nach dem Ultra-Sex. Die oben beschriebene „Story“ dient freilich nur dazu, unzählige Sexszenen aus diversen Filmchen der 1970er, 1980er und teilweise auch 1990er aneinander zu reihen. Die Rahmenhandlung mit einer Raumschiff-Besatzung entstammt dem italienischen Beitrag Die Bestie aus dem Weltall (1980). Dazu gesellen sich Ausschnitte aus erotischen Parodien von Star Trek, Miami Vice und Power Rangers mit diversen weiteren Clips aus Softcore-Streifen unterschiedlichster Art und dem berüchtigen Actionfilm Samurai Cop (1991). In der deutschen Fassung haben Oliver Kalkofe (Kalkofes Mattscheibe) und Peter Rütten (Rüttens Bullshit-Universum), Moderatoren der beliebten Tele 5-Reihe SchleFaZ, sämtliche Rollen synchronisiert, was den Spaßfaktor der ganzen kuriosen Angelegenheit erhöht. Das Gesamtergebnis wirkt natürlich völlig behämmert, vor allem einige der zahllosen billigen Kopulier-Episödchen mit „Vintage-Charme“, die albernen Scifi-Elemente und die Sing-und-Tanz-Einlage eines Roboters. Was die Art der Zusammenstellung betrifft so erinnert die Filmcollage sehr an die anarchische Kult-Sketchsendung Monty Python’s Flying Circus (1969-1974). Und irgendwie verspüre ich nach der Sichtung den Wunsch, mir eine Collage aus Scifi-B-Movies der 1970er und 1980er reinzuziehen.

Auf der Suche nach dem Ultra-Sex ist seit dem 29. März 2018 auf DVD erhältlich sowie online bei Tele5.de, Google Play, Amazon, Youtube und anderen Anbietern abrufbar.


Auf der Suche nach dem Ultra-Sex (Message à caractère pornographique: A la recherche de l’Ultra-Sex)
Science-Fiction/Erotikkomödie Frankreich 2015. FSK 16. 60 Minuten. Deutsche Stimmen: Oliver Kalkofe und Peter Rütten. Regie: Nicolas Charlet und Bruno Lavaine.

Credits:
Bilder (c) Pierrot le Fou/AL!VE.


Die Todesgöttin des Liebescamps (Kurzkritik)

16. Juli 2019

Nach seiner Karriere als Schlagersänger und Nebendarsteller in deutschen Filmkomödien versuchte sich Christian Anders (geb. 1945) als Regisseur und Leading Man. Nach dem Kampfsport-Actioner Die Brut des Bösen (1979) erschien 1981 Anders‘ zweite und letzte Regie-Arbeit: Die Todesgöttin des Liebescamps.

Sommer, Sonne, Sekten-Schlager

Auf Zypern betreibt die Sektenanführerin „die Göttliche“ (Laura Gemser) ein „Liebescamp“, in welchem eine kapitalismus- und kirchenkritische, eskapistische Religion mit „freier“ Liebe zelebriert wird. Das Camp gerät allerdings durch das Verschwinden diverser Mitglieder ins Visier der Polizei. Der charismatische Prediger Dorian (Christian Anders) ist am erfolgreichsten im Rekrutieren neuer Sektenmitglieder. Von seiner Herrin erhält er daher den Auftrag, Patricia Bannerman (Simone Brahmann), Tochter und Erbin eines reichen Senators (Bob Burrows), für die Sekte zu gewinnen. Denn obwohl sich die weiblichen Mitglieder des Camps für Geld prostituieren müssen, steht die „Glaubensgemeinschaft“ finanziell weniger gut da…

Aus unerfindlichen Gründen spukte seit der SchleFaZ-Sommerstaffel vom letzten Jahr (August 2018) das vorliegende Machwerk auf meinem digitalen Festplattenrecorder umher. Nach reichlicher Überlegung kam ich zum Entschluss dass der Streifen eventuell in meine Parade „seichter Sommerfilme“ (siehe auch hier, da und dort) passen könnte. Vor allem Dank der genialen humoristischen Unterwanderung durch Kalkofe und Rütten wurde die Sichtung einigermaßen unbeschadet überstanden. Erforscht man die Biografie von Herrn Anders (bürgerlich Antonio Augusto Schinzel-Tenicolo, daher nicht verwandt mit Thomas Anders von Modern Talking), erscheint es ganz und gar nicht verwunderlich, dass er mit Die Todesgöttin des Liebescamps einen Sekten-Exploitation-Film gedreht hat. Etwa 20 Jahre später machte Anders durch diverse Buchveröffentlichung Schlagzeilen, in denen er unter dem Guru-Pseudonym „Lanoo“ seine äußerst fragwürdigen Verschwörungstheorien (z.B. Aids sei von der WHO erschaffen worden, um Homosexuelle und Schwarze zu bestrafen; Albert Einstein sei geistig behindert gewesen und Michelle Obama in Wirklichkeit ein Mann!) verbreitete. Doch fehlt es seinem Softcore-Sekten-Streifen so ziemlich an allem, was einen halbwegs gelungenen Beitrag ausmacht. Zwar bietet „Love Camp“ (so einer der internationalen Titel) auch in der kürzeren deutschen Fassung einige freizügige Szenen mit viel nackter Haut und zudem das ein oder andere exploitative Element, doch verkommen diese Bestandteile zu bloßen Gimmicks. Anders versteht es weder als Regisseur, Drehbuchautor noch Hauptdarsteller (mit goldblondem Haar) eine Dramaturgie bzw. Entwicklung aufzuzeigen, von kritischer Distanz ganz zu schweigen. Stattdessen reiht der Film leblos unterschiedliche Sequenzen aneinander, die sich teilweise gegenseitig an niveaulosem Kitsch und Peinlichkeit überbieten. Gepaart mit dem ebenfalls von Maestro Anders verbrochenen Score respektive den geträllerten Liedchen, den zwischen schleimigen Schmonzetten und pseudophilosophischem Schwachsinn pendelnden Dialogen sowie einigen lockeren, aber deplatzierten Musical-Nummern ergibt sich ein Kuriosum von Film, das (leider oder glücklicherweise) schon wieder vorbei ist, bevor sich die „Story“ überhaupt entfalten kann. Wenn ihr mich jetzt entschuldigt, ich muss mir dringend eine güldene Perücke und ein Nachthemd kaufen, damit meine Rekrutierung junger Frauen für meine Sekte von Erfolg gekrönt sein wird!

Die Todesgöttin des Liebescamps
Erotikdrama Deutschland 1981. FSK 18. 76 Minuten. Mit: Christian Anders, Laura Gemser, Simone Brahmann, Sascha Borysenko, Bob Burrows u.a. Drehbuch und Regie: Christian Anders.

Credits
Bilder (c) X-Rated/Chranders.


Hot Shots! – Der 2. Versuch (Kurzkritik)

10. Juli 2019

Zwei Jahre nach Hot Shots! kam eine Fortsetzung in die Kinos. In Hot Shots! Der zweite Versuch begibt sich Topper Harley in Rambo-Manier auf eine gefährliche Befreiungsmission…

Krieg, Eifersucht und ein Schönheitsfleck

Mehrere Versuche, Gefangene der Operation „Desert Storm“ aus dem Irak zu befreien, misslingen. Die Missionen scheinen sabotiert worden zu sein. US-Präsident Benson (Lloyd Bridges) schickt CIA-Agentin Michelle Huddleston (Brenda Bakke) und Colonel Walters (Richard Crenna) los, um den legendären Kämpfer Topper Harley (Charlie Sheen) aus seinem Exil in einem thailändischen Buddhisten-Kloster zu holen. Doch Topper leidet immer noch unter der Trennung von seiner großen Liebe Ramada (Valeria Golino), die ihn vor Jahren plötzlich verlassen hat. Die Zeit drängt, denn Iraks Diktator Saddam Hussein (Jerry Haleva) plant die Gefangenen zu verlegen…

Mit Hot Shots 2 verbinde ich einen schönen Kinobesuch im Herbst 1993 (ich war 12). Neben meinem damaligen Schulfreund und mir waren nur noch zwei andere Besucher im Saal. Wir hatten jedenfalls großen Spaß und haben konstant gelacht, auch wenn damals der ein oder andere „schlüpfrigere Gag“ noch nicht verstanden wurde. Gut 25 Jahre später fühlte ich mich vom „2. Versuch“ immer noch ganz prächtig unterhalten, auch wenn viele der Gags mittlerweile recht plump wirken. Die Fortsetzung funktioniert aus meiner Sicht deshalb besser als der Vorgänger, weil hier eher ein Spannungsbogen zu erkennen ist. Außerdem empfand ich die „hochdramatische“ Lovestory ungleich amüsanter. Regisseur Abrahams und sein Team parodieren hier nicht nur die Rambo-Reihe und ähnliche Produktionen, sondern veralbern auch Filme wie Basic Instinct, Star Wars, Terminator 2 oder Susi und Strolch (Stichwort Spaghetti). Zusätzlich gibt es eine Meta-Szene über Apocalypse Now, Platoon und Wall Street mit Cameo von Charlie Sheens Vater Martin. Auch dieses Mal zuständig für viele Slapstick-Momente im Die Nackte Kanone-Stil: Lloyd Bridges in der Rolle des megatrotteligen Thomas Benson, der als amerikanischer Präsident eine Spur der Verwüstung nach sich zieht.

Hot Shots! – Der 2. Versuch (Hot Shots! Part Deux)
Actionfilmparodie USA 1993. FSK 12. 85 Minuten (PAL-DVD). Mit: Charlie Sheen, Valeria Golino, Lloyd Bridges, Brenda Bakke, Richard Crenna, Miguel Ferrer, Ryan Stiles, Jerry Haleva u.a. Regie: Jim Abrahams.
Drehbuch: Jim Abrahams und Pat Proft.

Credits
Bilder (c) Fox.


Hot Shots! (Kurzkritik)

9. Juli 2019

Parodien bekannter Filme oder Filmreihen waren in den 1990ern oft sehr erfolgreich. Hot Shots! von Jim Abraham zieht vor allem Top Gun durch den Kakao, macht aber vor weiteren Streifen nicht halt…

Strahlemann, Fischauge und das schläfrige Wiesel

Obwohl unehrenhaft entlassen soll Kampfpilot Lieutenant Sean „Topper“ Harley (Charlie Sheen) für die Operation „Schläfriges Wiesel“, eine geheime Mission im Luftraum über dem Irak, in den aktiven Dienst zurückkehren. Auf dem Stützpunkt fällt Topper durch rücksichtsloses Verhalten auf und beginnt ein Verhältnis mit Psychologin Ramada, die Zweifel bezüglich seiner Flugtauglichkeit hat. Sehr zum Unmut von Lieutenant Kent Gregory (Cary Elwes), Ramadas Verlobtem, lässt Missionsleiter Lieutenant Commander Block (Kevin Dunn) den mit Vaterkomplex belasteten Piloten Harley aber am Einsatz teilnehmen. Admiral Benson (Lloyd Bridges) versucht unterdessen seine Rolle bei der Operation zu verstehen…

Das unter dem Kürzel ZAZ bekannte Trio aus David Zucker, Jim Abrahams und Jerry Zucker wurde durch diverse Parodien und Slapstick-Komödien bekannt. Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug (1980), die gefloppte Krimiserie Die nackte Pistole (1982) und die daraus resultierende Trilogie Die nackte Kanone (1988/91/94), mit Leslie Nielsen in der Hauptrolle, sind meine Favoriten aus deren Œuvre. Zwischendurch gingen die drei Regisseure und Drehbuchautoren aber auch getrennte Wege. Jim Abrahams drehte mit Hot Shots! – Die Mutter aller Filme eine Persiflage auf den Flieger-Actioner Top Gun (1986). Aber wie damals üblich wurden möglichst viele mehr oder minder aktuelle Kinoerfolge veralbert, wie Der mit dem Wolf tanzt (1990), 9 ½ Wochen (1986) und Die fabelhaften Baker Boys (1989). Man muss die Originale nicht unbedingt gesehen haben, es dürfte aber dem eigenen Amüsement nicht schaden. Der Plot erscheint völlig belanglos, dient er doch nur als grober Aufhänger für diverse Sight-Gags, Slapstick oder andere Blödeleien. Bei der Erstsichtung im zarten Alter von 13 Jahren (1994) fand ich das alles noch sehr witzig, als Erwachsener funktioniert dieses „Gagfeuerwerk“ für mich nur noch bedingt. Aber dennoch bleibt Hot Shots! ein kurzweiliges Filmhäppchen für zwischendurch. Interessant bei der Besetzung, dass hier Charlie Sheen als problematischer Held an der Seite seines späteren Two and a Half Man-Kollegen Jon Cryer agiert, der den sehbehinderten Jim „Fischauge“ Pfaffenbach spielt. Den Obertrottel verkörpert wie schon im „verrückten Flugzeug“ der gute alte Lloyd Bridges (1913-1998). Ein sehr gutes Einspielergebnis von über 180 Millionen Dollar weltweit (bei einem Budget von 26 Millionen) machte die Fortsetzung Hot Shots! – Der zweite Versuch (1993) möglich, die ich damals sogar im Kino erleben durfte. Dazu bald mehr auf dieser Website aka „Das Stiefkind aller Filmblogs“!

Hot Shots! – Die Mutter aller Filme (Hot Shots!)
Actionfilmparodie USA 1991. FSK 6. 81 Minuten (PAL-DVD). Mit: Charlie Sheen, Valeria Golino, Jon Cryer, Cary Elwes, Lloyd Bridges, Kevin Dunn u.a. Regie: Jim Abrahams. Drehbuch: Jim Abrahams und Pat Proft.

 

Credits:
Bilder (c) Fox.


Captain America (1990) (Kurzkritik)

26. Juni 2019

20 Jahre bevor der Held im Stars-and-Stripes-Kostüm in Gestalt von Chris Evans seinen Einstand im Marvel Cinematic Universe feierte schlüpfte Matt Salinger in die ikonische Rolle. Das Resultat ist in mehrfacher Hinsicht bemerkenswert.

Peinliches Patriotismusvehikel

1936 entführen die Faschisten in Italien den überaus begabten Jungen Tadzio de Santis und verwandeln ihn dank eines Serums der Wissenschaftlerin Dr. Vaselli (Carla Cassola) in einen entstellten Supersoldaten namens Red Skull. Geschockt vom Ergebnis ihrer Forschung flieht Dr. Vaselli in die USA, wo sie ihr Serum sieben Jahre später im Auftrag des US-Militärs einsetzt, um aus dem gehbehinderten Steve Rogers (Matt Salinger) den Helden Captain America zu erschaffen. Bei seinem ersten Einsatz lässt sich Steve allerdings von Red Skull (Scott Paulin) überwältigen und landet mit einer Rakete im ewigen Eis. Erst fünfzig Jahre später erwacht Rogers aus seinem Kälteschlaf und muss nicht nur feststellen, dass sich die Welt komplett verändert hat, sondern auch dass seine Nemesis Red Skull noch am Leben ist und einen perfiden Plan hat, wofür der Fiesling den amerikanischen Präsidenten Thomas Kimball (Ronny Cox) entführt…

1990, pünktlich zum 50. Geburtstag, sollte die von Joe Simon (1913-2011) und Jack Kirby (1917-1994) erschaffene Comicfigur des Captain America ihren großen Auftritt in den (US-)Kinos erleben, nachdem es bereits 1944 ein 15teiliges Filmserial sowie 1979 zwei Fernsehfilme gegeben hatte. Doch der von Menahem Golan (1929-2014), ehemals Miteigentümer der B-Film-Schmiede Cannon, produzierte und Regisseur Albert Pyun (Radioactive Dreams, Cyborg) inszenierte Film wurde in den USA erst zwei Jahre später direkt auf Video veröffentlicht. In einigen anderen Ländern debüttierte der Film zwischen Ende 1990 und 1991, erschien hierzulande im Februar 1991 auf VHS. Aber warum hat man sich so schwer getan, den Streifen unter die Leute zu bringen? Ganz einfach: das erste abendfüllende Leinwandabenteuer des blau-rot-weißen Captains ist ziemlich misslungen. Der Titelheld, sein Gegenspieler, dessen Schergen sowie das Filmteam überbieten sich hier gegenseitig an Stümperhaftigkeit. Natürlich darf man die 1990er Version nicht mit dem unter ganz anderen Bedingungen entstandenen Film von 2011 (der bei mir auch nicht gerade Begeisterungsstürme ausgelöst hat) vergleichen, schließlich standen Pyun und Co nur wenig Geld zur Verfügung. Die Story wirkt in ihrer Gesamtheit allerdings dermaßen infantil, als wäre sie von Fünftklässlern der Donald-Trump-Patriotismus-Schule verfasst worden. Noch dazu wurde das ganze Machwerk völlig uninspiriert gefilmt und überaus lieblos zusammengeschnippelt. Matt Salinger (Sohn des Autors J.D. Salinger) mag zwar optisch für die Titelrolle geeiget gewesen sein, aber seine „Performance“ passt sich dem peinlichen Verhalten des „Helden“ an. Unter der Maske des Red Skull (der hier übrigens John F. Kennedy, Robert Kennedy UND Martin Luther King auf dem Gewissen hat!) werden Fans der Serie Castle vielleicht Scott Paulin alias Kate Becketts Papa wieder erkennen. Einigermaßen schadlos bleibt wohl nur Ronny Cox (Beverly Hills Cop, Total Recall) in der Rolle des engagierten, überidealistischen US-Präsidenten. Captain America von 1990 bleibt ein Film, der zurecht weitgehend dem Vergessen anheim fiel und sich seinen Platz als einer der „Schlechtesten Filme aller Zeiten“ (siehe die SchleFaZ-Reihe mit Oliver Kalkofe und Peter Rütten) mehr als verdient hat.

Captain America
Comicverfilmung USA, Jugoslawien 1990. FSK 16. 93 Minuten. Mit: Matt Salinger, Ronny Cox, Scott Paulin, Kim Gillingham, Francesca Neri, Ned Beatty, Darren McGavin u.a. Regie: Albert Pyun. Nach Charakteren von Joe Simon und Jack Kirby.

 

Credits:
Bilder (c) Ascot Elite


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