Music for One X-Mas and Six Drummers (Kurzfilm)

23. Dezember 2016

Weihnachtsfilme müssen nicht kitschig sein. Oder lang. Den perfekten Pausenfüller zum Fest gibt es in Gestalt eines schwedischen Kurzfilms.

Zehn Jahre nach dem Kurzfilm Musik für eine Wohnung und sechs Perkussionisten (2001) und ein Jahr nach ihrem Langfilmdebüt Sound of Noise (2010) kehrte das schwedische Percussionguerilla-Sextett Six Drummers 2011 in kurzer, weihnachtlicher Mission zurück.

music-for-one-x-mas-and-six-drummers_drummersGetarnt als Weihnachtssänger schleichen sich die sechs Perkussionisten am Heiligabend in ein Altersheim. Während die Bewohner mit ihrer Betreuerin darauf warten, dass die Gäste endlich zum gemeinsamen Singen in den großen Saal kommen, schnappen sich die dreisten Sechs nebenan alles, was sie in die Finger bekommen und machen damit Musik. Ob diverse Bastelutensilien, eine Nähmaschine, ein Webstuhl, Punschgläschen oder gar der Christbaum selbst, alles eignet sich zur kuriosen Tonerzeugung.

Wie schon beim Vorgänger glänzt das schwedische Sextett mit grandiosen Einfallsreichtum bezüglich der Instrumentenwahl. Wer meint, hier wäre einfach alles nachträglich im Tonstudio abgemischt worden, der sollte sich das ein oder andere Live-Video der Band anschauen. Als jemand, der gerne auf Alltagsgegenständen herumtrommelt, muss ich nach diesem Kurzfilm jedenfalls aufpassen, dass ich mich an den Weihnachtstagen nicht durch Missbrauch von „Weihnachtssachen“ bei meinen Verwandten unbeliebt mache.

Den kompletten Kurzfilm kann man sich hier auf Youtube ansehen.


9-10Music for One X-Mas and Six Drummers
Kurzfilm Schweden 2011. 5 Minuten. Mit: Johannes Björk, Magnus Börjeson, Marcus Haraldson, Fredrik Myhr, Sanna Persson, Anders Vestergard u.a. Regie: Ola Simonsson, Johannes Stjärne Nilsson.

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Der Kurzkritiken-Sommer #4: Kung Fury (Kurzfilm)

16. Juli 2016

Alter Schwede! Was der Musikvideo-Regisseur David Sandberg dank Crowdfunding mit Kung Fury für eine abgedrehte Hommage an pseudostylishe B-Movies der 1980er gedreht hat, das haut den stärksten Laser-Dino um!

Kurzkritiken-Sommer_Cloud

Seit ihn ein Blitz getroffen hat, ist er nicht mehr einfach nur ein Cop bei der Polizei von Miami, nein „Kung Fury“ (David Sanberg) ist der beste Kung-Fu-Kämpfer der Welt. Seine Kräfte nutzt er freilich im Einsatz gegen Kriminalität. Gerade hat er einen marodierenden Videospielautomaten besiegt, da kündigt sich schon ein wahrlich ebenbürtiger Gegner an: Adolf Hitler (Jorma Taccone) alias „Kung Führer“ ist aus der Nazi-Zeit in die Gegenwart des Jahres 1985 gereist und will die Welt versklaven. Mit der Hilfe des Super-Hackers Hackman (Leopold Nilsson) resit Kung Fury in die Vergangenheit, um Hitler in seiner Zeit zu besiegen. Doch der erste Trip geht schief und Fury landet im Zeitalter der Wikinger und Laser-Dinosaurier…

Kung Fury_PosterBisher fühlte sich Regisseur David Sandberg eher für Werbespots und Musikvideos zuständig. Doch um seinen Traum von einer Kurzfilm-Actionkomödie zu finanzieren startete der Schwede eine erfolgreiche Kickstarter-Kampagne, die 630 000 US-Dollar einbrachte. Was man diesem für Hollywood-Verhältnisse gerade zu mickrigen Budget (lediglich die drittklassigen Billig-Kopien aus dem Hause The Asylum kosten meist weniger) an vergleichsweise ordentlichen CGI-Effekten zustandebringt ist durchaus erstaunlich. Der Film zelebriert bis aufs Äußerste alle Klischees zweiklassiger Actionfilme, die Hauptdarsteller, Drehbuchautor und Inszenator Sandberg so eingefallen sind: ein aus heutiger Sicht gruseliger Synthiepop-Score (inklusive Abspannsong von The Hoff, der auch einen Cameo hat), Bildästhetik der 1980er (inklusiver absichtlicher Abnutzungserscheinungen einer VHS-Kassette), überbordende Kampfszenen, aufreizende Wikingerbabes, schnelle Autos, Dinosaurier in all ihren Facetten (sei es als sprechender Dino-Cop oder Laser-Raptor) und vieles mehr. Bösewicht „Kung Führer“ wirkt mit seinen Moves allerdings eher wie ein John Travolta-Tanzepigone. Inhaltlich hangelt sich die Story dank absurder Gimmicks und ohne einen Hauch Logik von einer videospielhaften Metzelszene zur nächsten. Aber der Star hinter all diesem Spektakel ist natürlich Master Sandberg himself, optisch eine Mischung aus Bruce Lee und dem jungen Tom Cruise, immer einen trockenen Klischeespruch aus der amerikanischen Actionfilmdialogmottenkiste auf den Lippen. In punkto Spaßfaktor können die uninspirierten Schmalspurfilmer von The Asylum hier so Einiges lernen.

Kung Fury kann man sich kostenlos auf Youtube und anderen Videoportalen ansehen. Für 2018 ist eine Fortsetzung in Spielfilmlänge geplant.

7-10Kung Fury
Action/Science-Fiction/Trash-Kurzfilm Schweden 2015. 31 Minuten. Mit: David Sandberg, Jorma Taccone, Leopold Nilsson, Eleni Young, Helene Ahlson, Andreas Cahling, Erik Hornqvist, Frank Sanderson u.a. Drehbuch und Regie: David Sandberg.

Bild (c) Laser Unicorn.

Demnächst beim Kurzkritiken-Sommer:

El Superbeasto (2009)
Underwater Love (2011)


Musik für eine Wohnung und sechs Perkussionisten (Kurzfilm)

14. Januar 2016

Beim Kinobesuch von Mr. Holmes im hiesigen Programmkino wurde ein kurioser Kurzfilm gezeigt. Sechs Menschen „missbrauchen“ eine Wohnung als vielfältiges Musikinstrument.

MfeWusPIn ihrem Volvo legen sich sechs schwedische Musiker auf die Lauer und kundschaften eine Wohnung aus. Als die beiden Bewohner, ein Paar, mit dem Hund spazieren geht, passiert alles ganz schnell. Das Drummer-Sextett bricht in die Wohnung ein und beginnen in der Küche mit allem Musik zu machen, was sie gerade finden: Mixer, Küchenmaschine, Töpfe, Gläser, Schranktüren usw. Das gleich setzt sich im Schlafzimmer, Bad und im Wohnzimmer fort. Doch bald kommen die Besitzer der Wohnung auch schon zurück…

10 Minuten musikalischer Einfallsreichtum. So könnte man den schwedischen Kurzfilm mit wenigen Worten zusammenfassen. Für Hobby-Alltags-Perkussionisten, die gerne auf allem herumtrommeln, was interessante Töne hervorbringt, ist diese besondere Jam-Session sicherlich sehr inspirierend. Besonderen Charme strahlt auch der Retro-Look der Wohnung sowie der agierenden Musiker aus, der den Anschein erweckt, der Film wäre in den 1980ern gedreht worden. Doch bevor hier über die verwendeten „Instrumente“ oder ähnliches gespoilert wird, empfehle ich einfach dieses Juwel der kurzen Filmkunst auf Youtube anzusehen. 2010 wurde mit Sound Of Noise ein abendfüllender Spielfilm über die Gruppe von Guerilla-Perkussionisten veröffentlicht.


9-10Musik für eine Wohnung und sechs Perkussionisten (Music For One Appartment And Six Drummers)
Kurzfilm Schweden 2001. 10 Minuten. Mit: Johannes Björk, Magnus Börjeson, Marcus Haraldson, Fredrik Myhr, Sanna Persson, Anders Vestergard. Regie: Ola Simonsson, Johannes Stjärne Nilsson.


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