The Gifted – Folgen 1 bis 6

22. Februar 2018

Weil sich die beiden Kinder als Mutanten entpuppen muss eine vierköpfige Familie ihr bisheriges Leben hinter sich lassen und untertauchen. Dies ist die Prämisse von The Gifted, einer neuen Serie aus dem X-Men-Universum.

The Gifted – Folgen 1 bis 6 Science-Fiction-Serie USA 2017. Episodenlänge: ca. 42 Minuten. TV-Erstausstrahlung: 17. Januar 2018.
Mit: Stephen Moyer, Amy Acker, Sean Teale, Natalie Alyn Lind, Percy Hynes White, Coby Bell, Jamie Chung, Blair Redford, Emma Dumont, Elena Satie u.a. Idee: Matt Nix. Nach Comics von Stan Lee und Jack Kirby.

 

Fast NiX Neues

In nicht allzu ferner Zukunft. Die Existenz von Mutanten, Menschen mit besonderen Fähigkeiten, ist der Weltöffentlichkeit bekannt. Sowohl die X-Men als auch die Bruderschaft von Magneto sind verschwunden. Mutanten werden als potenzielle Terroristen verfolgt. Staatsanwalt Reed Strucker (Stephen Moyer) hat schon des öfteren solch „gefährliche“ Individuen hinter Gittern gebracht. Doch seine Ansichten bezüglich der „Begabten“ ändern sich, als seine eigenen Teenager-Kinder, Lauren (Natalie Alyn Lind) und ihr jüngerer Bruder Andy (Percy Hynes White), sich als Mutanten herausstellen. Nach einem Zwischenfall in der Highschool, bei welchem Lauren und Andy ihre Kräfte offenbaren, gerät die Familie ins Visier der Sentinel Service, einer Spezialeinheit zur Ergreifung von Mutanten. Reed, dessen Ehefrau und Krankenschwester Caitlin (Amy Acker) sowie die Kinder begeben sich auf eine abenteuerliche Flucht und suchen Kontakt zum lokalen Mutanten-Untergrund. Führende Mitglieder dieses Netzwerkes sind Marco „Eclipse“ Diaz (Sean Teale), John „Proudstar“ Thunderbird (Blair Redford) und Sonya „Dreamer“ Simonson (Elena Satie). Bei der Rettung der flüchtigen Clarice alias Blink (Jamie Chung) wurde Marcos schwangere Freundin Lorna „Polaris“ Dane (Emma Dumont) von der Polizei gefasst und ausgerechnet von Reed ins Gefängnis überstellt. Den flüchtigen Struckers dicht auf den Fersen: Agent Jace Turner (Coby Bell) von den Sentinel Services…

Nach Legion (Staffel 1 mittlerweile auf DVD und BluRay erhältlich, Staffel 2 ab 04.04.2018 beim deutschen Fox Channel) kommt mit The Gifted die zweite Serie welche im Universum von Marvels Comic-Mutanten spielt, mit den bisherigen Kinofilmen (z.B. X-Men, X-Men 2, X-Men: Der letzte Widerstand, X-Men: Erste Entscheidung, X-Men: Zukunft ist Vergangenheit und X-Men: Apokalypse) aber nur lose verbunden ist. Die Figuren basieren zum Teil auf vorhandenen Sprechblasen-Vorbildern, sind aber auch Eigenkreationen von Serienschöpfer Matt Nix (Burn Notice) und seinem Autorenteam.

Obwohl ich persönlich keine großen Erwartungen an The Gifted hatte (und vor allem nicht der Illusion verfalle, dass die neue Show nur annähernd an die unbeschreiblich grandiose erste Runde von Legion heranreichen könnte), so bin ich doch eher unbeeindruckt, wenngleich die Produktion des US-Networks Fox keinesfalls misslang. Nur leider gewinnt The Gifted dem Stoff kaum etwas Neues ab, vor allem wenn man eine oder mehrere der erwähnten Filme und/oder die thematisch sehr ähnliche Serie Heroes sowie deren Nachfolger Heroes Reborn schon kennt. Selbst die Verbindung mit tagesaktuellen Thema wie Terrorismus und Flüchtlingskrise bringen da keinen besonderen Mehrwert. Immerhin wird die Handlung schnörkellos inszeniert (bei der Pilotfolge führte Bryan Singer Regie, bei der zweiten Folge der unter anderem durch Underworld bekannte Len Wiseman) und die Actionszenen sind glücklicherweise alles andere als überladen.

Aus den oben erwähnten Gründen endet meine Sichtung der Mutanten-Show nach sechs Episoden. Es gibt schließlich noch viele andere interessantere Serien, die meine Aufmerksamkeit verdienen, etwa die 11. Staffel von Akte X, die nächste Woche (Mittwoch 28. Februar 2018) ihre Free-TV-Premiere auf Pro Sieben feiert. Und ab April kehrt schließlich Legion zurück.

The Gifted läuft seit dem 17. Januar 2018 immer mittwochs um 21:00 Uhr beim deutschen Pay-TV-Sender Fox Channel und ist über die Streamingplattformen von Sky und Vodafone abrufbar.

Fazit: Die ersten sechs Folgen von The Gifted liefern zwar solide Serienkost, bleiben hinsichtlich der Mutanten-Thematik aber recht uninspiriert. 5 von 10 Punkten.


 

Credits:
Bilder © Fox/Fox Channel Deutschland.

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The Frankenstein Chronicles

25. Oktober 2016

Im London der 1820er Jahre versucht Ex-Soldat John Marlott (Sean Bean) ein grausiges Verbrechen aufzuklären. Die Spur führt in die Abgründe der Stadt, aber auch in höhere Kreise…

8-10The Frankenstein Chronicles
Mysteryserie UK 2015. 6 Folgen (Staffel 1). Gesamtlänge: ca. 283 Minuten.
Mit: Sean Bean, Richie Campbell, Vanessa Kirby, Eloise Smyth, Ed Stoppard, Tom Ward, Elliot Cowan, Ryan Sampson, Charlie Creed-Miles, Stuart Graham, Anna Maxwell Martin, Samuel West u.a. Idee: Benjamin Ross und Barry Langford. Regie: Benjamin Ross.


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Graues Panorama

London, 1827. Bei der Festnahme einer Bande von Opiumschmuggler an der Themse stößt Inspektor John Marlott (Sean Bean) auf den toten Körper eines Kindes, das aus Teilen mehrerer Leichen zusammengeflickt wurde. Um einen Skandal im Zuge der anstehenden Parlamentsabstimmung über das geplante Anatomie-Gesetz zu vermeiden beauftragt Innenminister Sir Robert Peel (Tom Ward) Marlott persönlich mit der Aufklärung des Verbrechens. Die Spur führt Marlott und seinen neuen Partner Nightingale (Richie Campbell) in die Armenviertel Londons, wo Kinderfänger und Leichendiebe ihr Unwesen treiben, aber auch in elitäre Mediziner-Kreise sowie zu Mary Shelley (Anna Maxwell Martin), der Autorin eines Romanes mit dem Titel Frankenstein. Doch nicht nur die schwere Ermittlungsarbeit macht Marlott zu schaffen, auch die Nebenwirkungen seiner Syphilis-Therapie und der Verlust seiner Familie…

the-frankenstein-chronicles_john-marlottInspektor Marlott

Auch wenn The Frankenstein Chronicles nicht die üppigen Dekors und schillernden Figuren der thematisch nicht unähnlichen Showtime-Horrorpastiche Penny Dreadful (2014-2016) aufzubieten hat, so liefert die Serie von Benjamin Ross und Barry Langford (ersterer auch Regisseur aller sechs Episoden) einen durchaus stimmungsvollen, wenn auch sehr gruseligen Cocktail unterschiedlichster Zutaten. Die Anfänge der englischen Polizei (die vom späteren Premierminister Sir Robert Peel ins Leben gerufen wurde) und die öffentliche Diskussion um den 1832 verabschiedetenen „Anatomy Act“, um dem verbreiteten, illegalen Leichenhandel entgegen zu wirken, liefern das historische Setting, in welchem hier der „Frankenstein-Mythos“ neu aufbereitet wird.

Gedreht wurde die vom britischen Sender ITV in Auftrag gegebene Serie in der nordirischen Hauptstadt Belfast, wo auch heute noch viele alte Gebäude und Fabrikhallen aus dem 19. Jahrhundert stehen. Diese Originalschauplätze unterstreichen die morbid-graue Authentizität der Geschichte natürlich perfekt. Die Rolle des von einem harten Leben gezeichneten, grüblerischen Inspektor John Marlott wirkt Sean Bean, der bekanntlich ähnliche Figuren bereits verkörperte (siehe etwa Der Herr der Ringe oder Game Of Thrones), wie auf den Leib geschrieben. Selbst an so einem erfahrenen Kriegsveteranen gehen die Grauen und menschlichen Schicksale, die er im Rahmen seiner Ermittlungen miterleben muss, nicht spurlos vorüber. Durch die Behandlung seiner Syphilis mit Quecksilber hat Marlott immer wieder Visionen bezüglich des Falls (welche dem Geschehen eine zusätzliche albtraumhafte Note verleihen), aber auch von seiner verstorbenen Familie.

Ab April 2016 liefThe Frankenstein Chronicles in deutscher Erstausstrahlung beim Pay-TV-Sender TNT Serie, wo die sechsteiligte erste Staffel derzeit auch wiederholt wird. Etwas überraschend gab ITV im Juni 2016 die Bestellung einer zweiten Staffel bekannt, die voraussichtlich ab Januar 2017 gedreht werden soll.

Fazit: The Frankenstein Chronicles überzeugt in den ersten sechs Folgen als düstere Mischung aus Sozialdrama und Mysterykrimi, welche den „Frankenstein-Mythos“ in einer Zeit des gesellschaftlichen und medizinischen Umbruchs verortet. 8 von 10 Punkten.

©Rainmark Films
Was weiß Mary Shelley?
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Bilder (c) ITV/TNT Serie


Agents Of S.H.I.E.L.D. (Pilotfolge)

27. September 2013

Während weiter an Phase zwei des Kino-Universums der Comicschmiede Marvel gearbeitet wird, expandiert das sehr rentable Helden-Franchise nun auch auf den kleineren Bildschirm. Diese Woche startete in den USA die Serie Agents Of S.H.I.E.L.D. und Meister Hirn hat sich die Pilotfolge angesehen.

6-10Marvel’s Agents Of S.H.I.E.L.D.
Comic-Adaption/Actionserie USA 2013. 44 Minuten (Pilotfolge). Mit: Clark Gregg, Ming-Na Wen, Brett Dalton, Chloe Bennett, Iain De Caestecker, Elizabeth Henstridge, Cobie Smulders u.a. Idee & Drehbuch: Maurissa Tancharoen, Jed Whedon, Joss Whedon. Nach Comic-Charakteren von Stan Lee und Jack Kirby. Regie: Joss Whedon.

Agents Of SHIELD_Poster

Tote, Nerds und nette Gags

Nach dem Alien-Angriff auf New York in The Avengers ist die Organisation S.H.I.E.L.D. (Kurzform von Strategic Homeland Intervention, Enforcement and Logistics Division) in vorläufiger Alarmbereitschaft. Ein neues Team von Spezialisten unter Agent Phil Coulson soll Menschen mit besonderen Fähigkeiten aufspüren und somit mögliche Gefahren für die Bevölkerung minimieren. Neben der Pilotin/Waffenexpertin Melinda May gehören auch der Geheimagent Grant Ward sowie die beiden Wissenschaftler Leo Fitz und Jemma Simmons. Ihr erster Fall dreht sich um einen Mann, der scheinbar übermenschliche Kräfte besitzt und eine Frau aus einem brennenden Haus rettet. Überraschenderweise kommt den Agenten die Hackerin Skye in die Quere…

Fast täglich gibt es neue Meldungen, Gerüchte und „Enthüllungen“ zu den zahllosen kommenden Comic-Verfilmungen aus dem Hause Marvel, egal ob aus dem eigenständig produziertem Kinoversum oder nicht. In diesem Universum spielt auch die Serie Agents Of S.H.I.E.L.D., die am 24. September ihre Premiere feierte. Die Pilotepisode der vorerst auf dreizehn Folgen ausgelegten Produktion läuft nach dem gängigen Schema für US-Network-Serien ab: sie dauert kaum länger als 40 Minuten und macht aus dramaturgischer Sicht artig Platz für die vielen Werbepausen. Das limitiert die Story natürlich gewaltig. Wie so viele andere ist die Pilotfolge von Agents Of S.H.I.E.L.D. daher nicht wirklich besonders gelungen, führt jedoch die Charaktere (Stereotypen wie Kämpferin, Prügelknabe, Wissenschaftsnerds und EDV-Geek) und die Mission ordentlich ein. Hier und da ein paar Dialoge mit amüsanten Anspielungen sowie eine ähnliche Bedrohung wie in Iron Man 3, der diese Jahr die zweite Phase des Kinoversums einleitete. Warum Agent Coulson, der in Avengers von Loki getötet wurde, nun doch wieder unter den Lebenden weilt, erfährt man (noch) nicht.

Fazit: Man sollte nach einer Folge nicht zu schnell urteilen, aber der große Wurf ist Regisseur/Produzent Joss Whedon (Firefly) und seinen Co-Autoren (Bruder Jed und Schwägerin Marissa) mit dem Piloten von „Shield“ nicht gelungen. Neben wenigen Eigentümlichen bietet er US-TV nach gängigem Schema. Hoffentlich wird das noch etwas besser. 6 von 10 Punken.

Bild (c) Marvel/ABC.


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