Castle: Staffel 7

30. Mai 2020

Monate nach seinem dramatischen Verschwinden taucht Krimiautor Richard Castle plötzlich wieder auf. Castles Familie und Freunde sind irritiert…

Gute Ansätze, wenig Konsequenz

Am Ende von Staffel 6  verschwand Richard Castle unter mysteriösen Umständen auf dem Weg zu seiner Hochzeit mit Detective Kate Beckett. Zurück blieb nur das brennende Wrack seines Wagens. Was ist in der Zwischenzeit vorgefallen? Das erfahren wir in der siebten und vorletzten Season der Krimiserie von Andrew W. Marlowe. „Nebenbei“ löst das dynamische Schriftsteller/Cop-Duo auch noch knapp zwei Dutzend Fälle.

Zwei Monate nach seinem Verschwinden kurz vor der Hochzeit wird Krimi-Schriftsteller Richard Castle (Nathan Fillion) bewusstlos in einem Boot auf dem Atlantik treibend gefunden. Sein Gesundheitszustand ist stabil, doch kann sich Richard weder an die Zeit seines Verschwindens noch an seine Entführung erinnern. Mit der Hilfe seiner Verlobten, Detective Kate Beckett (Stana Katic), sowie Mutter Martha (Susan Sullivan) und Tochter Alexis (Molly C. Quinn) gelingt es Castle wieder zum normalen Alltag zurückzukehren. Schon bald gibt es neue Mordfälle, in welchen Castle und Beckett gemeinsam mit den Detectives Kevin Ryan (Seamus Dever) und Javier Exposito (Jon Huertas) wie gewohnt ermitteln. Doch die fehlenden Wochen lassen den Autor nicht los. Währenddessen macht sich Kate Gedanken darüber, ob sie im Leben genug erreicht hat…

Es ist ja nicht so dass die Autoren von Castle unter Führung von Schöpfer Marlowe und seiner Ehefrau Terry Edda Miller nicht bisweilen versucht hätten, die formelhaften Strukturen des Procedural-Formats aufzubrechen. Auch wenn das Finale der vorherigen Season aus einer schlechten Seifenoper zu stammen scheint so bietet Castles fehlende Erinnerung an die Zeit seiner Abwesenheit genug Potenzial. Nach der Auflösung des Mordes an Kate Becketts Mutter im Vorjahr musste schließlich ein neuer fortlaufender Handlungsstrang her. Wohl weil sich die beiden Hauptdarsteller Nathan Filion und Stana Katic nach über sechs Jahren Produktion nicht mehr wirklich grün waren wird Castle zwischenzeitlich aus dem „Polizeidienst“ entlassen und beginnt daher als Privatdetektiv zu arbeiten. Doch diese neuen Ansätze werden relativ schnell wieder fallen gelassen und die Lücke in Castles Gedächtnis mit einem überaus reißerischen Geheimauftrag mäßig geschlossen. Scheinbar hatten die Schreiber Angst davor auf Dauer mehr als Dienst nach Vorschrift leisten zu müssen. Oder der Sender wollte auf keinen Fall eine Änderung des „Erfolgsrezeptes“. Für Gerichtsmedizinerin Lanie (Tamala Jones), Captain Victoria Gates (Penny Johnson Jerald), Castles Mutter Martha (Susan Sullivan) und seine Tochter Alexis (Molly C. Quinn) gibt es in Staffel 7 fast keine brauchbaren Storylines. Das Schauspielerinnen-Quartett versauert quasi weitgehend auf der Serien-Ersatzbank.

Ein paar teils überdurchschnittliche Episoden stehen aber dennoch auf der Habenseite. Nach dem Kontakt mit einem mysteriösen Artefakt findet sich der Titelheld in Folge 6 plötzlich in einem Paralleluniversum wieder, in welchem er als Schriftsteller erfolglos blieb und Detective Beckett ihn nie kennenlernte. Die Zusammenarbeit mit ein paar in die Jahre gekommenenen Actionstars in der neunten Episode geriet recht amüsant. In einer spannenden Doppelfolge (von denen es in der ganzen Show zu wenige gibt) wird zudem der Fall des berüchtigten Dreifachmörders zu Ende geführt. Ein paar prominente Gaststars hat Runde 7 ebenfalls zu bieten, nämlich Linda Park (Star Trek: Enterprise), Rosalind Chao (Star Trek: Deep Space Nine) und Jaleel White (Steve Urkel aus Alle unter einem Dach). Was kann Castle in der achten und letzten Staffel noch reißen? Nach der vielleicht schwächsten Season bisher bin ich dennoch gespannt.

Castle: Staffel 7
(Castle: Season 7)
Krimiserie USA 2014/15. FSK: Freigegeben ab 16 Jahren. 23 Folgen. Gesamtlänge: ca. 945 Minuten. Mit: Nathan Fillion, Stana Katic, Seamus Dever, Jon Huertas, Penny Johnson Jerald, Tamala Jones, Molly C. Quinn, Susan Sullivan, Maya Stojan u.a. Idee: Andrew W. Marlowe.

 

Credits
Bilder (c) ABC.


Castle: Staffel 6

12. April 2020

Schon über ein Jahr war es her, dass ich Staffel 5 von Castle gesehen habe. In der kürzlich gesichteten sechsten Runde der leicht konsumierbaren Krimiserie ermitteln die Polizistin Kate Beckett und der Krimibestsellerautor Richard Castle nicht nur weiter in Mordfällen, sondern planen auch munter ihre Hochzeit…

Solide Staffel, lahmes Ende

Kate Beckett (Stana Katic), Detective beim 12. Revier der New Yorker Polizei, hat sich entschlossen ein lukratives Jobangebot beim Justizministerium in Washington D.C. anzunehmen. Eine echte Herausforderung für die romantische Beziehung Kates zu ihrem Lebensgefährtin und Ermittlungspartner, dem Schriftsteller Richard Castle (Nathan Fillion). Castle macht ihr daraufhin einen Heiratsantrag und Beckett akzeptiert. Die Fernbeziehung währt allerdings nicht lange, denn schon nach kurzer Zeit kehrt Kate nach New York zurück, um wieder gemeinsam mit Richard sowie den Detectives Kevin Ryan (Seamus Dever) und Javier Esposito (Jon Huertas) sowie Gerichtsmedizinerin Lanie Parish (Tamala Jones) auf Mörderjagd zu gehen. Sehr zum Unmut ihre Vaters zieht Castles Tochter Alexis (Molly C. Quinn) mit ihrem Freund, dem überzogen alternativen Pi (Myko Oliver) zusammen. Auch die Planung der Hochzeit entwickelt sich komplizierter als gedacht…

Im Grunde liefert Castle auch in Season 6 das, was die von Andrew W. Marlohe (Air Force One, End of Days, Hollow Man) erschaffene Serie auch bisher geboten hat. Die in 41 Minuten (inklusive Intro und Abspann) abgespulten Fälle pendeln zwischen ganz solide und furchtbar konstruiert. Zwischendurch vermag die ein oder andere Episode zu amüsieren oder gar zu fesseln. Solche Highlights bilden aber definitiv die Ausnahme, wie Folge 5 als ein Verdächtiger behauptet, ein Zeitreisender aus der Zukunft zu sein, der eine folgenschwere Kette von Ereignissen verhindern will. In Episode 16 gibt es in einem Mordfall gleich mehrere potenzielle Täter, die alle den Tathergang genau rekonstruieren können. Witzig zudem der augenzwinkernd-überzeichnete Retrocharme in der 20. Folge als das 12. Revier im Stil der 1970er umgekrempelt wird (siehe Bild unten) um den vierzig Jahre alten Mordfall an einem Mafiaboss zu lösen. Am Ende geht Season 6 aber ziemlich die Puste aus. Die letzten beiden Episoden dürften zu dem schwächsten der ganzen Serie zählen (vorbehaltlich meiner Sichtung von Staffel 7 und 8). So wird die über mehrere Jahre aufgebaute Verschwörung hinter dem Mord an Kate Becketts Mutter schrecklich einfallslos aufgelöst. Im Staffelfinale fand ich die Sache mit Becketts vergessenem Ehemann noch ganz amüsant, aber den haarsträubenden Cliffhanger haben die Autoren scheinbar aus einer mäßigen Seifenoper kopiert. Schade.

Castle: Staffel 6
(Castle: Season 6)
Krimiserie USA 2013/14. FSK 16. 23 Folgen. Gesamtlänge: ca. 945 Minuten. Mit: Nathan Fillion, Stana Katic, Seamus Dever, Jon Huertas, Penny Johnson Jerald, Tamala Jones, Molly C. Quinn, Susan Sullivan, Maya Stojan u.a. Idee: Andrew W. Marlowe.

Credits
Bilder (c) ABC

 


Star Trek: Short Treks (Kurzkritik)

4. August 2019

Im Vorfeld der 2. Staffel von Star Trek: Discovery veröffentliche CBS All Access vier Kurzfilme, die im Universum der Serie spielen. In Star Trek: Short Treks erleben wir eine royale Ausreißerin, eine hochentwickelte künstliche Intelligenz, einen ungewöhnlichen Pionier und die Tricks eines gewieften Con Artists…

Ursprünglich war mein Plan, diesen Sommer wieder einen Kurzkritiken-Sommer zu veranstalten, mit dem speziellen Thema Anthologie-Serien. Philip K. Dick’s Electric Dreams (basierend auf Kurzgeschichten des visionären Autors) sowie die ersten paar Folgen der britischen Show Black Mirror sollten Episode für Episode gesichtet und rezensiert werden. Dazu kam es aus unterschiedlichen Gründen nicht. Als kleinen „Ersatz“ gab es die vier Kurzfilme von Star Trek: Short Treks, einer Anthologiereihe, die als Tie-In zu Star Trek: Discovery fungiert.

Die Beiträge im Einzelnen:

Runaway
Mit: Mary Wiseman, Yadira Guevara-Prip u.a. Drehbuch: Jenny Lumet und Alex Kurtzman. Regie: Maja Vrvilo.
Zufällig entdeckt die junge Kadettin Sylvia Tilly, dass sich auf der USS Discovery eine junge Ausreißerin versteckt.

Calypso
Mit: Aldis Hodge und Annabelle Wallis. Drehbuch: Michael Chabon und Sean Cochran. Regie: Olatunde Osunsanmi.
Seit 1.000 Jahren treibt das verlassene Raumschiff Discovery durchs All. Der Schifsscomputer hat sich mittlerweile zu einer empfindsamen Intelligenz entwickelt und rettet einen verletzten Krieger namens Craft…

The Brightest Star
Mit: Doug Jones, Hannah Spear, Robert Verlaque und Michelle Yeoh. Drehbuch: Bo Yeon Kim und Erica Lippoldt. Regie: Douglas Aarniokoski.
Um die „große Balance“ auf dem Planeten Kaminar zu bewahren müssen sich die Kelpianer den technologisch weit überlegenen Ba’ul opfern, sobald ihre Zeit gekommen ist. So zumindest predigen es die kelpianischen Priester. Der intelligente Fischer Saru gibt sich damit nicht zufrieden und blickt zu den Sternen…

Houdini (The Escape Artist)
Mit: Rainn Wilson, Harry Judge u.a. Drehbuch: Michael McMahan. Regie: Rainn Wilson.
Der windige Trickbetrüger Harry Mudd wird im ganzen Quadranten gesucht. Als es einem Tellariten gelingt, Mudd zu schnappen, möchte der Außerirdische seinen Gefangenen an die Föderation ausliefern…

Insgesamt bin ich von den Kurzepisoden (mit einer Laufzeit zwischen 15 und 18 Minuten) eher „underwhelmed“. Freilich sind alle vier Shorts aufwändig produziert und technisch gelungen, allerdings kaum mehr als kleine Appetizer für die zweite Discovery-Season bzw. (wenn man diese schon gesehen hat) die ausstehende Staffel 3, welche im nächsten Jahr erscheinen soll. Am besten hat mir die Begegnung zwischen einer empfindsamen künstlichen Intelligenz und einem gestrandeten Mann in Calypso gefallen. Runaway und The Brightest Star dienen als Prequels für zwei Discovery-Episoden, müssen zu derem inhatlichen Verständnis aber nicht zwingend angesehen werden.

Die ersten vier Kurzfilme der Reihe sind seit 17. Januar 2019 auf Netflix unter „Trailer und mehr“ bei Star Trek: Discovery abspielbar. Im Juli 2019 wurden sechs weitere „Short Treks“ angekündigt. Drei davon sollen sich jeweils um die Figuren Spock, Captain Pike und Number One drehen. Neben einer weiteren Episode, welche die Serie Star Trek: Picard (ab 2020 bei Amazon Prime) einleiten soll, wird es auch animierte Folgen geben.

Star Trek: Short Treks
Science-Fiction-Anthologieserie USA 2018/19. 4 Folgen. Idee: Bryan Fuller und Alex Kurtzman. Nach
Star Trek von Gene Roddenberry.

Credits:
Bilder (c) Netflix.


Castle: Staffel 5 (Kurzkritik)

10. Februar 2019

2018 hatte ich (mit Ausnahme von einzelnen Wiederholungen im linearen Fernsehen) bei Castle pausiert. Ende Januar 2019 wurde meine Sichtung der Krimiserie mit der fünften Staffel fortgesetzt.

Nachdem sie während der Nachforschungen im Fall ihrer ermordeten Mutter fast getötet wird flüchtet sich Detective Kate Beckett (Stana Katic) in die Arme ihres Ermittlungspartners Richard Castle (Nathan Fillion). Die Polizistin und der Krimiautor werden ein Paar, doch müssen sie ihre neue Beziehung vor den NYPD-Kollegen Ryan (Seamus Dever) und Esposito (Jon Huertas) sowie ihrer Vorgesetzten Captain Gates (Penny Johnson Jerald) geheim halten. Keine einfache Sache für das ungleiche Duo. Castle hat unterdessen etwas darunter zu leiden, dass Tochter Alexis (Molly C. Quinn) auszieht und aufs College geht…

Auch in Season 5 gelingt es der Show von Andrew W. Marlohe viel zu selten, sich von der formelhaften Dramaturgie sowie mäßig konstruierten Skripts zu lösen. Einfach mal darauf achten: der Täter ist fast immer jemand, der am Anfang der Ermittlungen befragt wird. Da hilft es nach meiner Meinung auch eher wenig, dass der Bestseller-Autor auf den Spuren von Liam Neeson aus Taken – 96 Hours wandelt, als seine Tochter entführt wird, oder in einer andere Episode eine „tödliche“ DVD à la The Ring im Zentrum des Falles steht. Etwas überzeugender wirkt da schon die Hommage an Alfred Hitchcocks Das Fenster zum Hof. Immerhin gibt es mit Folge 6 (The Final Frontier; deutscher Titel: Mord im Weltall), inszeniert von Jonathan „Commander Riker“ Frakes (Star Trek: The Next Generation), ein echtes Highlight. Beckett und Castle untersuchen dabei den Mord an einem Fan auf einer Science-Fiction-Convention und natürlich wird bei diesem Anlass munter-humorvoll auf die kurzlebige Scifi-Serie Firefly (von Joss Whedon, mit Nathan Fillion in der Hauptrolle) und andere Genre-Werke angespielt. Castle bleibt auch im fünften Jahr solide, überraschungsarme Procedural-Kost, die gerne nebenher konsumiert wird. Am besten hält allerdings die geänderte Beziehung der beiden Protagonisten das Publikum bei der Stange.

Castle: Staffel 5
(Castle: Season 5)
Krimiserie USA 2012/13. FSK 16. 24 Folgen. Gesamtlänge: ca. 988 Minuten.
Mit: Nathan Fillion, Stana Katic, Seamus Dever, Jon Huertas, Penny Johnson Jerald, Tamala Jones, Molly C. Quinn, Susan Sullivan u.a. Idee: Andrew W. Marlowe.

Credits:
Bilder (c) ABC.


Troja 2: Die Odyssee

9. März 2018

Endlich! Die eigentlich unverfilmbare Odyssee von Homer liegt in einer unnachahmlichen Filmfassung der Meisterwerkschmiede „The Asylum“ vor. Leinen los, Hirn aus und los geht’s! Oder auch nicht…

Troja 2: Die Odyssee (Troy: The Odyssey)
Abenteuer USA 2017. FSK: Freigegeben ab 16 Jahren. 86 Minuten (PAL-DVD).
Mit: Dylan Vox, Lara Heller, Hachem Hicham, Kelly B. Jones, David Gray, Daniel Whyte u.v.a. Regie: Tekin Girgin. Drehbuch: Eric Forsberg.

 

Sparfahrt statt Irrfahrt

1184 vor Christus. Im zehnten Kriegsjahr gelingt es dem Heer der Griechen unter Agamemnon (David Blazejko) endlich die bisher unneinnehmbare Stadt Troja zu erobern, dank der List mit dem Hölzernen Pferd von Odysseus (Dylan Vox). Doch kurz vor seinem Tod belegt Trojas König Priam (Ego Mikitas) die Griechen mit einem Fluch. Die trojanische Priesterin Kirke (Lara Heller) als Gefangene im Schlepptau treten Odysseus und seine Gefährten die Heimreise nach Ithaka an, die freilich anders verläuft als geplant. In der Heimat sieht sich Odysseus‘ treue Gattin Penelope (Kelly B. Jones) dem hinterhältigen Antinoos (Daniel Whyte) und weiteren Freiern gegenüber, die mit aller Macht den Platz des nach langer Abwesenheit totgeglaubten Königs einnehmen wollen…

 Trojas gigantische Mauern

Troja 2? Na, endlich gibt es die Fortsetzung zum Historien-Blockbuster Troja (2004) von Wolfgang Petersen (der 2007 auch einen Director’s Cut veröffentlichte), mag der völlig unbedarfte Filmfan beim Anblick des DVD-Covers denken. Doch spätestens der Blick auf die Rückseite in Verbindung mit einem berüchtigten Label verrät, in welche unterweltlichen Gefilde man sich hier begibt: in die Billigfilmhölle von The Asylum. Abgesehen von eigenen Franchises wie der Sharknado-Reihe oder Megashark vs und Konsorten wurde die Produktionsfirma von David Michael Latt (der bürgerlich vielleicht Bill Igheimer heißt) vor allem für ihre sogenannten Mockbuster bekannt. Nahezu zeitgleich mit großen Blockbustern werden billige Kopien produziert und veröffentlicht, sicherlich auch um die Ahnungslosigkeit einiger Zuschauer beim Filmkauf auszunutzen. Bei Troy: The Odyssey (so der Originaltitel) dürfte der Impuls sicherlich nicht die Fortsetzung des oben genannten Historien-Actioners gewesen sein, sondern vermutlich die immer wieder kursierenden Gerüchte um eine Hollywood-Adaption von Homers zweitem Versepos um den listenreichen, Zeus genährten König von Ithaka.

Zwar bezeichnet die Website Filmaffinity.com den Streifen laut Cover-Rückseite als „Asylums aufwändigster Fantasyfilm, doch hinterher muss man konstatierten, dass wohl die Reisekosten der Filmcrew den größten Ausgabenposten bildeten. Es wurde nämlich in Thailand gedreht. Ansonsten bemüht sich die Kameraführung in den meisten Szenen um den kleinstmöglichen Bildausschnitt. Dennoch sieht man nur allzu deutlich, dass etwa das griechische Heerlager nur aus einem Zelt besteht und Trojas „gigantische“ Mauer bestenfalls ein mittleres Hindernis darstellen während die Größe der Stadt mit unfertigen CGI-Grafiken aus der Ferne behauptet wird. Odysseus‘ Mannschaft setzt sich nur aus drei weiteren Männern und einer Geisel zusammen. Für mehr Personen wäre auf dem winzigen Schiffchen auch nicht Platz gewesen, ohne dass jemand bei einem unbedachten Schritt ins Meer fliegt!

Auf Sparfahrt  

Im Rahmen der äußerst begrenzen Möglichkeiten kann Drehbuchautor Eric Forsberg (der unter anderem auch die Skripts zu Snakes On A Train, Thor – Der Allmächtige und Krieg der Welten 2: Die nächste Angriffswelle verfasste) sogar ein wenig Akzente setzen, wenn er sinnvollerweise Kalypso, die Lotophagen sowie die Sirenen (welche man freilich nur hört) in einer Episode zusammenführt. Aber insgesamt bietet der völligst schmucklos runtergespulte Plot keinerlei nennenswerte Spannung. Nicht nur, dass die Szenerien meist völlig menschenleer sind, es herrscht auch keinerlei Zeit, das Personal einzuführen oder gar zu entwickeln. Aus Sparsamkeitsgründen wird hier Agamemnon anstelle seines rausgekürzten Bruders Menelaos zum gehörnten Gatte Helenas, die gleichsam wie ihr Lover Paris nur einen Mini-Auftritt haben. In Ithaka besteht die Schar der Freier aus Antinoos sowie ein paar Komparsen, die einfach nur an einer vergleichsweise (!) prunkvollen Tafel sitzen. Gemeinsam mit der Marmor-Imitat-Treppe ins Nirgendwo sicherlich das Highlight des kärglichsten Produktiondesigns.

Schauspielerisch darf man hier nichts erwarten und bekommt die knabenhafte Lara Heller (2014 mit kleinem Part in Fatih Akins The Cut) in der Rolle von Kirke/Circe, welche zwar nicht als verführerische Zauberin wie in der Vorlage dient, dafür jedoch als Kriegsgefangene/Sparfahrt-Gefährtin des Protagonisten. Dieser wird einigermaßen solide von Dylan Vox (Titanic II) verkörpert, dennoch ragt er nicht sonderlich aus dem hölzern-ausdruckslosen Cast heraus. Dafür bietet die Begegnung mit dem Zyklopen für Asylum-Verhältnisse fast schon gelungene Effekte. Wenn man hier nur nicht alles so unspiriert abfrühstücken würde. Da bleibt kaum Platz für unfreiwillige Komik.

Wie man das antike Versepos in kürzerer Spielfilmlänge adäquat umsetzen kann, hat vor über 60 Jahren Mario Camerini bei Die Fahrten des Odysseus (mit Leinwandlegende Kirk Douglas als Titelheld) gezeigt. Der türkischstämmige Regisseur Tekin Girgin zeigt hier, wie man es nicht machen sollte. Da wirkt selbst die unausgegorene Arte-Serie Odysseus (2013) wie ein ausgeklügeltes Meisterwerk.

Wer sich von diesem Review nicht abschrecken lässt, Troja 2: Die Odyssee gibt es seit 23. Februar 2018 auf BluRay und DVD.

Fazit: Troja 2: Die Odyssee bietet zu keiner Zeit eine filmische Kreuzfahrt, sondern dümpelt nur mit einem billigen Tretboot im Nichtschwimmerbecken eines leerstehenden Freizeitparks. 1 von 10 Punkten.

 

Credits:

Bilder (c) The Asylum/White Pearl/Daredo


Castle: Staffel 4 (Kurzkritik)

20. November 2017

In nicht einmal vier Wochen konsumierte ich die vierte Staffel von Castle. Ob es daran lag, dass die 23 Episoden so gut sind? Lest selbst…

Bei der Beerdigung von Captain Montgomery wird Detective Kate Beckett (Stana Katic) von einem mysteriösen Attentäter niedergeschossen und überlebt diesen Anschlag nur knapp. Nach drei Monaten Heilungszeit tritt die toughe Polizistin ihren Dienst wieder an und versucht mit ihrem beratenden Ermittler, dem Bestsellerautor Richard Castle (Nathan Fillion), sowie ihren Kollegen, Detectives Kevin Ryan (Seamus Dever) und Javier Esposito (Jon Huertas) den Schützen zu finden. Der neue Chefin des 12. Reviers, Captain Victoria „Iron“ Gates (Penny Johnson Jerald), ist die Anwesenheit Castles bei Mordermittlungen ein Dorn im Auge…

Nach den fast tödlichen Schüssen auf Kate wird kontinuierlich klar, dass zwischen ihr und Rick nichts mehr so sein wird, wie es früher einmal war. Werden die beiden ihren Gefühlen füreinander nachgeben oder nicht? Die sich nun deutlich wandelnde Beziehung und Dynamik der Hauptfiguren sind die große Stärke der Krimiserie von Andrew W. Marlohe (Autor der Hollywoodfilme Air Force One und Hollow Man). Alles andere ist bisweilen sogar fast unterdurchschnittlich, vor allem die meisten Drehbücher. Da wird selbst ein potenzialträchtiges Szenario eines Banküberfalls, bei welchem die Räuber Castle und seine Mutter Martha (Susan Sullivan) als Geiseln festhalten, durch eine unsinnige Wendung verschwendet. Auch die kleinen Pseudodramen im Leben von Castles Tochter Alexis (Molly C. Quinn) kann man locker unter der Überschrift Luxusprobleme verbuchen. Die Ermittlungen im Mordfall von Kate Becketts Mutter erreichen kurioserweise mittlerweile beinahe Ausmaße der groß angelegten Alien-Verschwörung bei Akte X. Zwischenzeitlich sucht Castle übrigens Inspiration bei dem knallharten und rüden Detective Slaughter, gespielt von Nathan Fillions altem Firefly-Kollegen Adam Baldwin. In einer der leider zu wenigen Doppelfolgen treffen wir auf Castles alte CIA-Flamme (Flashdance-Ikone Jennifer Beals in einer Gastrolle)

Jedenfalls steht die Serie in der vierten Staffel an einem Wendepunkt und ich bin trotz der durchgehenden Schwächen immer noch gespannt, wo die Reise der kriminalistischen Helden hingehen soll.

Castle: Staffel 4
(Castle: Season 4)
Krimiserie USA 2011/12. FSK 12. 23 Folgen. Gesamtlänge: ca. 945 Minuten.
Mit: Nathan Fillion, Stana Katic, Seamus Dever, Jon Huertas, Penny Johnson Jerald, Tamala Jones, Molly C. Quinn, Susan Sullivan u.a. Idee: Andrew W. Marlowe.

Bild (c) ABC.


Castle: Staffel 3 (Kurzkritik)

21. Oktober 2017

Obwohl sommerliche Hitze seit einigen Wochen nicht mehr auf dem Programm steht, so bin ich der Procedural-Serie Castle bisher treu geblieben, was sich in Staffel 3 durchaus gelohnt hat…

Zur Fertigstellung seines zweiten „Nikki-Heat“Romans hat sich Richard Castle (Nathan Fillion) den Sommer über zurückgezogen. Detective Kate Beckett (Stana Katic) und ihre Kollegen haben monatelang ohne den Bestseller-Krimiautor ermittelt. Da taucht Castle ausgerechnet an einem Tatort auf…

Spätestens im dritten Jahr sind die „romantischen Spannungen“ zwischen dem erfolgreichen Schriftsteller und der ambitionierten New Yorker Polizistin nicht mehr weg zu diskutieren und das obwohl letztere eine Beziehung zu einem gut aussehenden Arzt unterhält. Wie sich der Erfolg von Castles Romanen über die auf Beckett basierende Heldin Nikki Heat unangenehm auswirken kann, erfährt das Duo in der 11. Episode, als sie auf die quasi zum Leben erweckte Romanfigur in Form einer überzogen agierenden Schauspielerin treffen. Trotz der oft formelhaften Dramaturgie und nicht selten vorhersehbaren, mäßig konstruierten Fälle bietet Season 3 durchaus interessante Folgen, wie etwa das Double Feature um eine Bombe mit verheerendem Zerstörungspotenzial sowie ein „Betriebsausflug“ der Hauptcharaktere nach Kalifornieren (wo die Serie in Wirklichkeit gedreht wird). Weitere Fortschritte im Mordfall von Becketts Mutter sorgen schließlich für das dramatische Staffelfinale. Trotz der üblichen Schwächen und obwohl man sich hier etwa ein Drittel der 24 Episoden hätte sparen können erscheint mir die dritte Staffel von Castle bisher als die beste. Die DVD-Box zu Season vier liegt schon bereit.

Castle: Staffel 3 (Castle: Season 3)
Krimiserie USA 2010/11. FSK 16. 24 Folgen. Gesamtlänge: ca. 990 Minuten.
Mit: Nathan Fillion, Stana Katic, Seamus Dever, Jon Huertas, Tamala Jones, Molly C. Quinn, Ruben Santiago-Hudson, Susan Sullivan u.a. Idee: Andrew W. Marlowe.

Bild (c) ABC/Touchstone.


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