Dungeons & Dragons

15. Dezember 2019

Ein mäßiger Fantasy-Streifen mit Drachen und Jeremy Irons? Die Rede ist aber nicht von Eragon – Das Vermächtnis der Drachenreiter, einer uninspirierten Adaption des generischen Romans von Christopher Paolini, sondern von der sechs Jahre zuvor veröffentlichten Rollenspiel-Verfilmung Dungeons & Dragons.

Grimassen & Drachen

Im Reich Izmir droht ein Bürgerkrieg zwischen „gewöhnlichen“ Menschen und den Magiern. Kaiserin Savina (Thora Birch) möchte, dass alle ihre Untertanen gleichgestellt werden. Profion (Jeremy Irons), der machtgierige Vorsitzende des Hohen Rates der Magier, plant diese revolutionären Ansichten gegen die Monarchin zu verwenden. Mit der Hilfe eines magischen Stabes will Profion die Macht über die roten Drachen erlangen, um die Macht über Izmir zu erlangen. Die Magierschülerin Marina (Zoe McLellan) kann gerade noch verhindern, dass Profions Handlanger Damodar (Bruce Payne) und dessen Schergen in den Besitz einer Karte gelangen, die einen Weg zum Stab weist. Die beiden Diebe Ridley (Justin Whalin) und Snails (Marlon Wayans) sowie der Zwerg Elwood (Lee Arenberg) stolpern mehr oder minder freiwillig mit Marina in die gefährliche Queste auf der Suche nach dem Stab. Doch Savinas Fährtenleserin, die Elfe Morda (Kristen Wilson), und Damodar sind dem ungleichen Quartett bereits auf der Spur…

Meine Berührungspunkte mit der Welt der Pen-&-Paper-Rollenspiele beschränkt sich auf ein paar DSA-Abenteuer mit meinen Cousins in den gemeinsamen Urlauben während meiner Jugend. Von Dungeons & Dragons hatte ich zwar auch gehört und erinnere mich dunkel an die Sichtung der Zeichentrickserie Im Land der phantastischen Drachen (1983-1985) in meiner Kindheit. An einem trägen Sonntagvormittag kam der Entschluss, die berüchtigte Kino-Version des Stoffes zu sichten. Das Echo von Kritikern und Fans auf den Streifen von Courtney Solomon (der die Verfilmungsrechte des Spiels erworben hatte und sich gedrängt sah, neben der Rolle des Produzenten auch die des Regisseurs zu übernehmen) war und ist auch heute noch ziemlich verheerend. Auch ohne Kenntnis des Rollenspiels kann ich diese negative Resonanz nachvollziehen. Dennoch erscheint mir Dungeons & Dragons: The Movie nicht völlig misslungen.

Zugegebenermaßen liegt hier einiges im Argen. Die Schauspielleistungen sind schwach bis mäßig (ein Skandal, dass Jeremy Irons für sein hemmungsloses Dauergrimassieren und kindisches Herumgefuchtel keine Goldene Himbeere erhielt), die Dialoge generisch bis dämlich. Außerdem müssen die CGI-Effekte vor 19 Jahren schon altbacken gewirkt haben während sich die Qualität der Kostüme irgendwo zwischen Opulenz, Kitsch und niedrigem LARP-Niveau befindet. Aber immerhin sind die Kulissen ordentlich geraten und das Drehbuch hält sich nicht lange mit Erklärungen auf, sondern kommt gleich zum Punkt. Dadurch gestalten sich die gut 90 Minuten Nettolaufzeit immerhin kurzweilig und ein paar fast schon gelungene Szenen gibt es auch. Aus heutiger Sicht wirkt das alles wie eine krude Mischung aus klassischen Fantasy-Tropen, Die unendliche Geschichte (1984) und einer misslungenen Leinwandversion von J.R.R. Tolkiens Der Herr der Ringe, unter anderem mit der verschenkten Thora Birch (American Beauty) in der Rolle der „kindlichen Kaiserin“ sowie Justin Whalin (Jimmy Olsen aus Superman: Die Abenteuer von Lois & Clark) als heldenhaftem Teeniestar-Hobbit plus ein paar austauschbare Sidekicks. Relativ gut aus der Affäre zieht sich dagegen Bruce Payne (Highlander: Endgame) mit seiner Performance als Damodar, Handlanger des Oberschurken Profion. Herrlich auch der Kurzauftritt von Richard O’Brien (bekannt als Autor und Darsteller von The Rocky Horror Picture Show).

Dungeons & Dragons ist seit Oktober 2001 auf DVD und seit März 2011 auf BluRay erhältlich sowie bei diversen Streaminganbietern abrufbar. Mit Dungeons & Dragons: Die Macht der Elemente (2005) und Dungeons & Dragons: Das Buch der dunklen Schatten (2012) erschienen zwei Fortsetzungen (beide inszeniert von Regisseur Gerry Lively) direkt auf DVD.

Dungeons & Dragons
Fantasyfilm USA/Tschechien 2000. FSK 12. 104 Minuten (PAL-DVD). Mit: Justin Whalin, Marlon Wayans, Zoe McLellan, Bruce Payne, Jeremy Irons, Lee Arenberg, Thora Birch, Kristen Wilson u.a. Regie: Courtney Solomon. Drehbuch: Topper Lilien und Caroll Cartwright. Nach dem gleichnamigen Rollenspiel von Gary Gygax und Dave Arneson.

 

Credits:
Bilder (c) Ascot Elite/EuroVideo.


The White Queen

7. Juni 2014

Die britische Monarchie war schon immer Inspirationsquelle für Filme und Serien. Mit The White Queen läuft dieses Pfingstwochenende eine Produktion über die Rosenkriege beim Privatsender Sixx. Und da ist die Serie wohl auch richtig aufgehoben.

3-10The White Queen
Historienserie/Liebesdrama UK 2013. 10 Folgen. Gesamtlänge: ca. 590 Minuten.
Mit: Rebecca Ferguson, Max Irons, Aneurin Barnard, Amanda Hale, Ben Lamb, Fay Marsay, Juliet Aubrey, Ben Lamb, James Frain u.v.a. Nach Romanen von Philippa Gregory.

 

the-white-queen-poster

England im Jahre 1464. Mitten im blutigen Rosenkriegen, der zwischen den Häusern York und Lancaster tobt, verliebt sich König Edward IV. (York) in Lady Elizabeth Woodville, die aus einer Familie von Lancaster-Anhängern stammt. Als Edward und Elizabeth heiraten, kommt die neue Königin an den Hof in London, wo sie nicht willkommen ist. Denn nicht nur Edwards Cousin und Berater Warwick ist nicht mit der heimlich geschlossenen Ehe einverstanden…

Eigentlich wollte ich den Samstagabend des Pfingstwochenendes ja dazu nutzen, an der ein oder anderen noch offenen Rezension zu schreiben. Doch irgendwie bin ich zur Primetime vor dem Fernseher gelandet. Und da ja bekanntlich Samstag Abend nichts Brauchbares läuft, bin ich auf die Free-TV-Premiere der britischen „Hysterienserie“ The White Queen gestoßen.

Auf die genaueren inhaltlichen und historischen Details will ich jetzt nicht weiter eingehen. Wem die zehnteilige Serie gefällt, der soll sie sich ruhig ansehen (am morgigen Pfingstsonntag sendet Sixx die Folgen 4 bis 6, am Montag die übrigen vier Episoden). Ich für meinen Teil habe während der zweiten von drei Folgen aufgegeben. Basierend auf der Romantrilogie The Cousins War der Schriftstellerin Philippa Gregory (die auch die Vorlage zum Historienfilm Die Schwester der Königin, über die Boleyn-Schwestern, verfasst hat) ist The White Queen eine Co-Produktion der britischen Rundfunkanstalt BBC und des amerikanischen Bezahlsenders Starz. Ja richtig, genau jener Sender der uns die brutal-dämliche Metzelserie Spartacus und die alberne Artus-Sagen-Adaption Camelot (2011) beschert hat. Und etwa auf diesem Niveau bewegt sich auch die „Weiße Königin“.

Zugegebenermaßen wirkt die Serie ordentlich produziert, gedreht wurde übrigens in Belgien. Aber bei einem Budget von 25 Millionen britischer Pfund darf man so etwas auch erwarten. Die Frage ist nur: warum verschwendet man vergleichsweise so viel Geld für so einen Schund? Diese Frage habe ich mir auch bei den Ken Follet-Adaptionen Die Säulen der Erde und Die Tore der Welt (weniger bei ersterer, mehr bei letzterer Produktion) gestellt.

Im Grunde passt der Zehnteiler zum selbstgewählten Frauenbild des ausstrahlenden Senders Sixx. Federleichte Unterhaltung mit Pseudo-Romantik, Sex (mehr in der US-Fassung), Intrigenspielen usw. Aber der ganze Brei wäre nicht komplett ohne eine Überdosis Magie. Denn die Mutter der Protagonistin besitzt magische Fähigkeiten, die sie natürlich an ihre Tochter weiter gegeben hat, so dass diese immer wieder Visionen hat. Vision bedeutet plötzlich überraschter Gesichtsausdruck plus symbolträchtig, unheilschwangere Vorhersage. Die Nebel von Avalon lassen grüßen.

Die Charaktere sind weitgehend stereotype Schachfiguren oder einfach relativ uninteressant und funktionieren gemäß der klassischen Gut-Böse-Aufteilung. Dazwischen liegt vielleicht Elizabeths Mutter, gespielt von Jane McTeer (Into The Storm). Die meisten Darsteller wirken recht nichtssagend. Scheinbar wollten die Autoren die fehlende Charakterqualität durch Quantität kompensieren.

Fazit: Wem Game Of Thrones und Die Tudors zu gut sind, der wird mit White Queen sicherlich glücklich werden. Liebe, Drama und Intrigen nach Schema F. 3 von 10 Punkten.

Bild (c) BBC/Starz.


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