Austin Powers

27. März 2021

Groovy, baby! Vor knapp einem Vierteljahrhundert wurde mit Austin Powers der schrillste Agent weit und breit auf der Leinwand losgelassen. Doch wie gut funktioniert das erste Abenteuer des wandelnden Brusthaartoupets heute noch?


„Danger is my middle name.“

London in den wilden 1960ern. Austin Powers (Mike Myers), Geheimagent im Dienst ihrer Majestät, gelingt es erneut, die Pläne seines Erzfeindes Dr. Evil (ebenfalls Mike Myers) zu durchkreuzen. Daraufhin flieht der Bösewicht mit einer Rakete ins All und lässt sich einfrieren. Auch Austin begibt sich in den Kälteschlaf. Dreißig Jahre später kehrt Dr. Evil auf die Erde zurück und bedroht die Welt mit einer neuen Superwaffe. Nur einer kann den Finsterling stoppen: Austin Powers! Doch der muss sich nach dem Auftauen erst einmal an die neue Welt der 1990er gewöhnen. Dabei soll ihm die attraktive Agentin Vanessa Kensington (Elizabeth Hurley), die Tochter seiner früheren Kollegin (Mimi Rogers), helfen. Vor allem die Emanzipation bereitet dem sexbessessenen Ladykiller Schwierigkeiten. Dr. Evil muss ebenfalls feststellen, dass sich in drei Jahrzehnten so Einiges geändert hat. So erfährt der glatzköpfige Schurke von der Existenz seines Sohnes Scott (Seth Green). Wird es Austin Powers gelingen, seine Nemesis auch in den Neunzigern zu besiegen?

Seit langem habe ich mir kürzlich wieder mal Austin Powers – Das Schärfste was ihre Majestät zu bieten hat angesehen, erstmals in der englischen Originalfassung. Konnte ich mich bei früheren Sichtungen noch über die diversen Gags kaputtlachen, so haben diese heutzutage ihre Wirkung auf mich etwas verloren, mit Ausnahme der Sight Gags. Trotzdem gefällt Austin Danger (!) Powers‘ erster Kinofilm als spaßig-kurzweilige Parodie auf diverse Agentenfilme, vor allem natürlich die Werke mit einem gewissen Agenten namens James Bond. Gekonnt werden hier diverse 007-Streifen zitiert, vor allem Goldfinger (der mit Schuhen werfende Handlanger Random Task als Parodie auf den Hüte schleudernden Oddjob oder die auf Pussy Galore anspielende Privatsekretärin Alotta Fagina), Feuerball (Dr. Evils Umgang mit seinen weniger kompetenten Mitarbeitern und der Augenklappe tragende Mr. Nummer 2) und natürlich Man lebt nur zweimal (Dr. Evil als Kopie von Donald Pleasence in der Rolle von Bonds Dauergegner Blofeld).

Garniert wird dieser überaus zotige Swinging-Sixties-Spy-Spoof mit einem kultigen Soundtrack – der brasilianische Evergreen Mas Que Nada darf ebenso wenig fehlen wie Quincy Jones‘ Gassenhauer Soul Bossa Nova – sowie einem passenden Score von George S. Clinton, schrillen Kostümen, absurden Einfällen und einem überaus gut aufgelegten Cast um Mike Myers (auch Drehbuchautor und Produzent; bekannt aus Saturday Night Life und Wayne’s World), Elizabeth Hurley (Teuflisch), Michael York (Cabaret) und Robert Wagner (Ihr Auftritt, Al Mundy; Hart aber herzlich). Dazu gibt es Cameos von Carrie Fisher (Star Wars), Lois Chiles (Moonraker), Christian Slater (True Romance, Mr. Robot) und Musiker Burt Bacharach. Für den herrlich überzeichneten Retro-Charme sorgen natürlich auch die psychedelischen Einschübe mit der Band Ming Tea, die Mike Myers bereits Anfang der 1990er gründete. Insgesamt viel „Hit and Miss“, aber dennoch „groovy“. Mit Austin Powers – Spion in geheimer Missionarsstellung (1999) und Austin Powers in Goldständer (2002), den ich damals sogar im Kino erleben konnte, gab es zwei Fortsetzungen. Zu einem immer mal wieder kolportierten vierten Teil kam es bisher nicht.

Austin Powers – Das Schärfste was ihre Majestät zu bieten hat ist auf DVD und BluRay erhältlich sowie bei diversen Streaminganbietern abrufbar.

Austin Powers – Das Schärfste was ihre Majestät zu bieten hat
(Austin Powers: International Man of Mystery)
Agentenparodie USA 1997. FSK 12. 94 Minuten. Mit: Mike Myers, Elizabeth Hurley, Robert Wagner, Michael York, Seth Green, Mindy Sterling, Fabiana Udenio, Joe Son u.v.a. Drehbuch: Mike Myers. Regie: Jay Roach.

Credits
Bilder (c) Concorde/Winklerfilm.

 

 


Chaos on the Bridge

17. Juli 2020

Während der Recherchen zu meiner Rezension der ersten Staffel von Star Trek: The Next Generation stieß ich zufällig auf die von William „Captain Kirk“ Shatner moderierte und inszenierte Doku Chaos on the Bridge, welche die schwierigen Anfänge der Serie anhand von Interviews erforscht.

The Untold Story behind Trek’s Next Generation

Auch wenn Raumschiff Enterprise: Das nächste Jahrhundert (1987-1994) auf lange Sicht ein großer Erfolg war und vier Kinofilme (Star Trek: Treffen der Generationen [1994], Star Trek: Der Erste Kontakt [1996], Star Trek: Der Aufstand [1998] und Star Trek: Nemesis [2002]) sowie aktuell die Spin-Off-Serie Star Trek Picard nach sich zog, so gestalteten sich die Anfänge dieser Maßstäbe setzenden Fernsehproduktion mehr als schwierig. William Shatner, der keiner weiteren Vorstellung bedarf, spricht in der vorliegenden Dokumentation mit beteiligten Personen von damals und zeichnet so das zeitweilige „Chaos auf Brücke“ nach.

Zum 20jährigen Jubiläum von Raumschiff Enterprise (Star Trek, 1966-1969) wurde eine zweite Live-Action-Serie mit neuen Figuren angekündigt. Serienschöpfer Gene Roddenberry (1921-1991) wurde nach dem ersten Kinofilm ziemlich ausgebootet und erhielt in der Folge auch kaum noch oder gar keine Tantiemen mehr. Dies sollte bei der zweiten ST-Show anders werden, denn „The Great Bird of the Galaxy“ (wie Roddenberry genannt wurde) wollte kreativ involviert sein und auch finanziell davon profitieren. Die Studiobosse handelten mit ihm einen lukrativen Deal aus. In Roddenberrys Vision einer utopischen Zukunft war kein Platz für Konflikte, vor allem nicht unter den Hauptfiguren von The Next Generation, wie die neue Serie schließlich genannt wurde. Das sorgte immer wieder für Streit mit den anderen Autoren und Produzenten sorgte.

Diese überaus holprigen Anfänge von TNG illustriert Shatner in Interviews mit unzähligen Gesprächspartnern, die alle in unterschiedlichster Form in die Produktion involviert waren. Sowohl Autoren wie D.C. Fontana, David Gerrold (beide auch an der Originalserie beteiligt) und Tracy Tormé kommen zu Wort als auch Maurice Hurley, der die letzten acht Folgen der ersten und die komplette zweite Staffel als Showrunner fungierte, und andere Produzenten wie Roddenberrys Nachfolger Rick Berman. Von den Schauspielern berichten Sir Patrick Stewart (Captain Picard), Jonathan Frakes (Commander Riker), Denise Crosby (Lieutenant Yar) und Gates McFadden (Dr. Crusher) von ihren Erlebnissen während den Vorbereitungen und Dreharbeiten zur ersten TNG-Season.

Chaos on the Bridge findet aus meiner Sicht eine gute Balance zwischen interessanten Einsichten zum Thema und schnell geschnittenen Interview-Schnipseln, bleibt dabei im Gegensatz zu anderen Dokumentationen, die auf ein US-Publikum zugeschnitten sind, vergleichsweise unhektisch. Sehr gefallen haben mir die im kontrastreichen Comicstil gehaltenen Animationen, welche in überspitzer Form Schlüsselmomente und Begebenheiten illustrieren. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass andere Gesprächspartner eine zumindest in Teilen andere Version der Geschichte erzählt hätten.

Die Dokumentation ist auf DVD und BluRay erhältlich sowie bei den Streaminganbietern Amazon, iTunes, Videoload und Maxdome abrufbar.

Chaos on the Bridge
Dokumentation Kanada, USA 2014. 59 Minuten. Mitwirkende: William Shatner, Dorothy „D.C.“ Fontana, David Gerrold, Maurice Hurley, Rick Berman, John Pike, Susan Sackett, Patrick Stewart, Ronald D. Moore, Denise Crosby, Jonathan Frakes, Gates McFadden u.v.a. Buch und Regie: William Shatner.

Credits
Bilder (c) New KSM.


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