Clique: Staffel 2

14. Mai 2020

Fast direkt im Anschluss an die erste Staffel von Clique habe ich mir in der Mediathek von One die zweite Season der britischen Serie im Original angesehen. Personell und thematisch hat sich im Vergleich zu den ersten sechs Folgen einiges geändert…

Zwischen den Fronten

Ein Jahr nach den Ereignissen um die Solasta-Initiative der gleichnamigen Privatbank leben Holly (Synnøve Karlsen) und Louise (Sophia Brown) gemeinsam mit der etwas jüngeren Studentin Rayna (Imogen King) und deren besten Freund Fraser (Stuart Campbell) in einer WG. Rayna schaut zu Holly auf. Die Enthüllungen um Solasta haben Holly mehr Aufmerksamkeit beschert als der jungen Frau lieb ist. Daher hat sie sich seitdem zurückgezogen. Auf einer Strandpartie trifft Holly auf den sportlichen Jack Yorke (Leo Suter), der Teil einer Clique männlicher Studenten ist, zu welcher auch sein Adoptivbruder Calum (Nicholas Nunn), der Computer-Experte Barney (Barney Harris) und der schwule US-Student Aubrey (Jyuddah Jaymes) gehören. Unterstützt von Ben Howard (Richard Gadd), der eine Website für „alternative Nachrichten“ betreibt, stört die Gruppe immer wieder Veranstaltungen der feministischen Studentenbewegung „Women Rise“, die Maßnahmen gegen Übergriffe auf Studierende fordert. Als Rayna und Fraser nach der Party am Strand von vermummten Gestalten angegriffen werden, verschärft sich auf beiden Seiten der Ton. Vor allem weil Rayna einen der Angreifer als Jack identifiziert. Hin- und hergerissen zwischen beiden Fronten versucht Holly herauszufinden, was in der besagten Nacht wirklich passiert ist. Ist Jack, zu dem sich Holly irgendwie hingezogen fühlt, ein gefährlicher Gewalttäter oder hat Rayna nicht die Wahrheit gesagt? Jack kann sich nicht erinnern, wo er zur Tatzeit war…

Die erste Staffel von Clique bot eine teils eigenwillige Mischung aus einem Drama über Freundschaft und Höhen/Tiefen des Studentenlebens sowie Thriller mit Scandi-Noir-Ästhetik, die kurz vor dem Ende überraschend noch die Ausrichtung wechselte. Season 2 der von Drehbuchautorin Jess Brittain erschaffenen (und dieses Mal auch komplett allein geschriebenen) Serie verlässt die Glamourwelt der Hochfinanz um einen von schrecklichen Ereignissen angeschürten gesellschaftlichen Diskurs unter zwei Lagern, der tagespolitisch nicht aktueller sein könnte, zu behandeln. Auf der einen Seite Politikerin Agnes Reid (Madeleine Woorall), die mit ihrem stark feministisch geprägten Programm für einen Sitz im Parlament kandidiert, auf der anderen Internet-Unternehmer Ben Howard, der gegen Reid und das feministische Aktionsbündnis an der Universität Edinburgh massiv Stimmung macht. Zwischen den Fronten dieser beiden konträren Positionen steht nicht nur Holly, sondern auch Jack, der ausgerechnet Agnes Reids Sohn ist. Dieses Szenario gestaltet sich recht spannend und authentisch wenn sukzessive Details über die Gewaltat und andere Geheimnisse ans Licht kommen. Fast jeder scheint hier Leichen im Keller zu haben.

Hinsichtlich der Handlung empfand ich Staffel zwei konsequenter und besser als die erste Runde, wenngleich das gelegentliche Liebäugeln mit Psychopathen-Krimi weniger überzeugt. Der Schauplatz ist immer noch der gleiche, doch diese Season könnte fast als eigenständige Serie durchgehen. Mit Holly, Louise und Rachel sind nämlich nur drei Figuren aus der ersten Staffel noch dabei (oder vier wenn man den Kurzauftritt von Phoebe mitrechnet). Doch sehe ich die sechs neueren Folgen als inhaltliche und thematische Weiterentwicklung. Wie zuvor baut die Inszenierung auf den stimmungsvollen Einsatz von treibender Musik, der aber nicht immer so funktioniert, weil in manchen Szenen einfach zu laut aufgedreht wird. Der düstere Darkwave-Track Pain von Boy Harsher hat sich allerdings gnadenlos in meinen Gehörgängen festgesetzt. Ob es eine dritte Staffel von Clique geben wird scheint derzeit noch offen. Potenzial wäre durchaus vorhanden.

Aktuell ist die zweite Staffel von Clique noch bis 4. Juni 2020 in der Mediathek von One sowohl in der Synchronfassung als auch im englischen Original kostenlos anschaubar. Bei diversen kostenpflichtigen Streaminganbietern wie Amazon oder Joyn gibt es die Serie nur auf Deutsch.

Clique: Staffel 2
(Clique: Series 2)
Drama-Serie/Thriller UK 2018. 6 Folgen. Gesamtlänge: ca. 255 Minuten.
Mit: Synnøve Karlsen, Sophia Brown, Leo Suter, Rachel Hurd-Wood, Nicholas Nunn, Barney Harris, Imogen King, Madeleine Woorall, Richard Gadd u.a. Idee & Drehbuch: Jess Brittain. Regie: Andrew Cumming, Robert McKillop.

Credits
Bilder (c) BBC.

 

 

 


Clique (Serie)

8. Mai 2020

Holly und Georgia beginnen gemeinsam ihr Studium an der Universität von Edinburgh. Als Georgia in eine glamouöse Clique aufgenommen wird, beginnt sie sich von Holly zunehmend zu entfremden. Doch Holly will ihre beste Freundin nicht so einfach aufgeben…


Glamour, Freundschaft und krumme Geschäfte

Auch ich war selbst mal für ein Jahr Student. Lang ist das her. Tolle Zeit mit viel Alkohol, Party und hübschen Kommiltoninnen. Nicht. Doch um einen Eindruck von dieser legendären Phase im Leben zu kriegen habe ich mir die erste Staffel der britischen Serie Clique von 2017 angesehen.

Seit ihrem elften Lebensjahr sind Holly (Synnøve Karlsen) und Georgia (Aisling Franciosi) unzertrennlich. Gemeinsam starten die beiden 19jährigen ihr Studium in Edinburgh. Schon bald werden die Freundinnen auf eine Elite-Clique von gut aussehenden und hippen Studentinnen aufmerksam, alle Teil einer Initiative für die Förderung junger Frauen im Berufsleben. Rachel (Rachel Hurd-Wood), Fay (Fiona Appleton), Louise (Sophia Brown) und Phoebe (Ella-Rae Smith) haben über das Programm jeweils einen hochwertigen Praktikumsplatz bei der angesehenen Privatbank Solasta, die von Alistair McDermid (Emun Elliot) und seiner Schwester, der Ökonomie-Professorin Jude (Louise Brealey) geleitet wird, erhalten. Als Georgia in die einflussreiche Gruppe aufgenommen wird bekommt Holly ihre beste Freundin kaum noch zu Gesicht. Doch ein schrecklicher Todesfall unter den Solasta-Mitarbeitern verdeutlicht, dass dort etwas nicht stimmt. Mit ihrer Kommiltonin Elisabeth (Sorcha Groundsell) stellt Holly Nachforschungen an und findet sich überraschend bald selbst als neues Mitglied der Clique wieder…

Clique ist die erste von Jess Brittain, die zuvor Skripte für das von ihrem Vater Bryan Eisley und ihrem Bruder James Brittain erschaffene Jugend-Drama Skins geschrieben hat, kreierte Serie. Darin verarbeitet die schottische Drehbuchautorin ihre eigenen Erfahrungen als Studentin in Edinburgh. Auf den ersten Blick liefert die BBC-Produktion nur eine weitere Hochglanz-Show über priviligierte junge Menschen. Diesen Vorwurf muss sich die Serie zum Teil gefallen lassen, denn ein Großteil der Darsteller sehen wirklich sehr (um nicht zu sagen unrealistisch) schön aus. Die teils hypnotische Inszenierung vermischt diesen Glamour-Look aber gekonnt mit düsterer Scandi-Noir-Ästhetik, was insgesamt gut passt. Während Hollys Kampf um ihre beste Freundin den Motor der Handlung bildet, so gestaltet sich die Geschichte lange Zeit wie ein Thriller über Dekadenz und Verbrechen im Bankensektor (wenngleich weniger groß aufgezogen als anderswo), nur um kurz vor dem Ende eine völlig andere Richtung einzuschlagen, die in Anbetracht der kompletten Staffel auch gar nicht mal so weithergeholt erscheint, auch weil immer wieder sehr dezent darauf hingearbeitet wurde. In der Hauptrolle der Holly ist Serien-Newcomerin Synnøve Karlsen zu sehen, die für mich wie eine Mischung aus der jungen Diana Rigg und Florence Pugh (Lady Macbeth) wirkt. Im weiteren Ensemble agieren einige Darstellerinnen, die man wohlmöglich aus diversen anderen Serien (oder Filmen) kennt wie Rachel Hurd-Wood (Das Parfum, Tomorrow, When The War Began), Aisling Franciosi (The Fall – Tod in Belfast), Louise Brealey (Gerichtsmedizinerin Molly Hooper aus Sherlock), Sophia Brown (Marcella: Staffel 2) und Ella Rae-Smith (Into The Badlands: Staffel 3). 2018 erschien eine zweite Staffel, in welcher Holly es mit einer Elite-Clique junger Männer zu tun bekommt.

Aktuell ist die erste Staffel von Clique noch bis 21. Mai 2020 in der Mediathek von One sowohl in der Synchronfassung als auch im englischen Original kostenlos anschaubar. Bei diversen kostenpflichtigen Streaminganbietern wie Amazon oder Joyn gibt es die Serie nur auf Deutsch.

Clique
Drama-Serie/Thriller UK 2017. 6 Folgen (Staffel 1). Gesamtlänge: ca. 260 Minuten. Mit: Synnøve Karlsen, Aisling Franciosi, Rachel Hurd-Wood, Sophia Brown, Ella-Rae Smith, Sorcha Groundsell, Emma Appleton, Louise Brealey, Emun Elliot, Mark Strepan u.a. Idee: Jess Brittain. Drehbuch: Jess Brittain, Milly Thomas, Kirsten Swain. Regie: Robert McKillop, Andrea Harkin.

Bilder (c) BBC.


Tomorrow, When The War Began (Kurzkritik)

30. September 2018

Sieben junge, australische Erwachsene müssen nach einem Trip in die Wildnis feststellen, dass ihre Heimatstadt von ausländischen Truppen angegriffen wurde. Auf der Flucht vor dem unbekannten Feind kämpfen sie ums Überleben…

Flucht in die Hölle

Vor dem letzten Schuljahr veranstaltet Ellie (Caitlin Stasey) einen Campingtrip in die angrenzende Wildnis mit einigen Freunden: Corrie (Rachel Hurd-Wood), deren Freund Kevin (Lincoln Lewis), Homer (Denis Akdeniz), Schönheitskönigin Fiona (Phoebe Tonkin), Lee (Chris Pang) und die religiöse Robin (Ashleigh Cummings). Als die Teenager nach ein paar Tagen zurückkehren sind ihre Familien verschwunden und die Häuser verlassen. Ellie, Corrie und Kevin beobachten wie ausländische Soldaten die Bewohner der Stadt im Zentrum zusammentreiben. Wie die Gruppe erfährt, wurde ganz Australien angegriffen und sukzessive erobert. Nach dem Rückzug in ihren als „Hölle“ bekannten, abgelegenen Lieblingsplatz fernab der Zivilisation müssen sich Ellie und ihre Freunde entscheiden, was sie nun tun sollen: sich weiterhin versteckt halten oder gegen die feindlichen Soldaten kämpfen?

Ehrlich gesagt interessiert mich das derzeit in Literatur, Film und Fernsehen grassierende Genre/Thema „Young Adult“ so gut wie gar nicht. Entweder die betreffenden Produktionen wurden von meiner Seite kaum eines Blickes gewürdigt (Die Tribute von Panem, Maze Runner) oder nach kurzer Sichtung abgebrochen (Shadowhunters). Vielleicht hat mich Tomorrow, When The War Began, die Adaption einer australischen Jugendbuchreihe von Autor John Marsden, auch deswegen eher interessiert, weil der Film weder mit großen Namen aufwartet noch außerhalb seines Entstehungslandes ein großes Publikum finden konnte. Das Regiedebüt von Stuart Beattie (I, Frankenstein, Australia) erfindet beileibe das Rad nicht neu und bietet zudem ein paar Hochglanzgesichter im jungen Cast auf. Ansonsten gestaltet sich das Drama dank einer nicht ganz unrealistischen und zudem patriotismusfreien Geschichte recht solide. Beatties Drehbuch behält konsequent die Perspektive der sieben Jugendlichen bei, so dass auch der Zuschauer nicht mehr über die Hintergründe der plötzlichen Invasion erfährt. Das offene Ende spekuliert natürlich auf eine Fortsetzung, schließlich besteht die Romanreihe aus sieben Bänden. Doch ein zweiter Film wurde bisher nicht gedreht. Stattdessen adaptierte man den ersten Roman erneut, als sechsteilige Fernsehserie, die im April 2016 ihre Premiere down under feierte. Caitlin Stasey (Reign) und Ashleigh Cummings (Miss Fishers mysteriöse Mordfälle) wurden durch ihre späteren Serien-Hauptrollen international bekannt.

Tomorrow, When The War Began ist seit dem 27. Mai 2011 auf DVD und BluRay erhältlich.

Tomorrow, When The War Began
Jugend-Drama Australien 2010. FSK 16. 100 Minuten. Miit: Caitlin Stasey, Rachel Hurd-Wood, Deniz Akdeniz, Lincoln Lewis, Phoebe Tonkin, Chris Pang, Ashleigh Cummings u.a. Drehbuch und Regie: Stuart Beattie. Nach dem Roman von John Marsden.

Credits:
Bilder (c) Splendid Film/WVG.


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