Das karmesinrote Blütenblatt (Kurzkritik)

6. November 2016

In Das karmesinrote Blütenblatt erhält eine belesene junge Frau im viktorianischen London die Chance, ihr Leben als Prostituierte hinter sich zu lassen. Für die BBC wurde der Roman von Michel Faber als Vierteiler mit prominentem Cast adaptiert.

Im viktorianischen London ist die junge Sugar (Romola Garai), die im Bordell der zerknitterten Mrs. Castaway (Gillian Anderson) anschafft, bei begüterten Männern sehr gefragt. Der unbedarfte und antriebslose Industriellensohn William Rackham (Chris O’Dowd), dessen Ehefrau Agnes (Amanda Hale) unter schweren psychischen Problemen leidet, verfällt Sugar sofort und bietet ihr die einmalige Gelegenheit, als seine Mätresse der Düsterheit des Elendsviertels zu entfliehen. Sugar, die an einem Buch schreibt, in welchem sie mit den Freiern abrechnet, willigt ein…

das-karmesinrote-bluetenblatt_dvdDie Verfilmung des Romans The Crimson Petal And The White (2002) – der Titel ist ein Zitat aus einem Gedicht von Alfred Lord Tennyson – passt gut ins Portfolio der BBC, die seit Jahrzehnten die Werke von Jane Austen, Charles Dickens und anderen Schriftstellern der Zeit als Fernsehfilme oder Mehrteiler adaptiert. Wie bei Austen und Dickens geht es auch hier um Liebe über Standesgrenzen hinweg, gesellschaftliche Zwänge, bittere Armut und die Emanzipation der Frau gegen Unterdrückung durch Männer. Regisseur Marc Munden (Die Mätresse des Teufels) inszenierte auf Basis des Drehbuchs von Lucinda Coxon (The Danish Girl) ein abgründiges Sozialdrama mit düsteren Kulissen, karger Farbgebung und fast klaustrophobischer Kameraführung. Die Geschichte hätte vielleicht ein oder zwei Episoden mehr gut vertragen können, um etwas organischer zu wirken. Angeführt von Romola Garai (Abbitte, The Hour) und Chris O’Dowd (The IT Crowd, Friends With Kids) sowie u.a. mit Gillian Anderson (Akte X, The Fall – Tod in Belfast) und Mark Gatiss (Sherlock) in wichtigen Nebenrollen glänzt Das karmesinrote Blütenblatt durch seine starke Besetzung.

8-10Das karmesinrote Blütenblatt (The Crimson Petal And The White)
Gesellschaftsdrama/Miniserie UK, Kanada 2011. FSK 16. 4 Folgen. Gesamtlänge: ca. 236 Minuten. Mit: Romola Garai, Chris O’Dowd, Amanda Hale, Shirley Henderson, Richard E. Grant, Mark Gatiss, Gillian Anderson u.a. Regie: Marc Munden. Drehbuch: Lucinda Coxon. Nach dem Roman von Michel Faber.

Bild (c) Polyband.

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Mein Fernsehjahr 2013

23. Februar 2014

Wegen diverser Widrigkeiten hat sich der zweite Teil meines medialen Rückblick auf das Jahr 2013 etwas verzögert. Nach dem Kino-Resümee folgt nun die Sparte Fernsehen.

2013 habe ich eine doch recht bunte Palette neuer Serien und Serienstaffeln gesehen, darunter auch solche, die nicht aus den USA kommen.

Beginnen möchte ich mit meinem persönlichen TV-Flop 2013: Prime Suspect, das US-Remake der britischen Krimireihe Heißer Verdacht. In den USA bereits 2011 ausgestrahlt, fand die Krimiserie mit Maria Bello in der Hauptrolle ihren Weg erst im August 2013 ins deutsche Free-TV, wo sie auf Kabel 1 lief. Während das Original mit Oscar-Preisträgerin Helen Mirren eine realistische und authentische Serie über den harten Polizeialltag ist, ignoriert das Remake diesen besonderen Ansatz und liefert leider nur den x-ten TV-Hochglanzkrimi.

Ebenfalls wenig innovativ wirkte Elementary, über den in New York der Jetztzeit ermittelnden Sherlock Holmes. Dabei handelt es sich beileibe nicht um einen Abklatsch der britischen Miniserie Sherlock, aber da es Castle und Bones schon gibt, bedarf es nicht einer weiteren Produktion mit dem gleichen Grundrezept. Die vom deutsch-französischen Kultursender co-produzierte Historienserie Odysseus bot zwar eine teilweise spannende Neuinterpretation des antiken Stoffes, verhaspelte sich aber im Verlauf zu sehr in unsinnigen Wendungen und landet daher in meiner Serienliste 2013 nur im Mittelfeld.

Etwas enttäuschend, aber immer noch gut: die sechste Staffel von Mad Men, bei der die sonst so souverän geführte Handlung etwas aus dem Ruder geriet. Interessant wird es werden, was die zweigeteilte siebte und letzte Staffel noch so mit sich bringt.

Wie würde wohl dabei herauskommen, wenn die Kultregisseure Quentin Tarantino und Robert Rodriguez eine Anime-Serie erschaffen hätten? Die Antwort lieferte die mit Verspätung im Free-TV (auf Tele 5) gelaufene Show Black Lagoon, in welcher ein japanischer Angestellter von einer in asiatischen Gewässern operierenden Söldnertruppe entführt wird und sich dieser anschließt. Recht derbe Dialoge, überstilisierte Gewalt, schwarzer Humor und furiose Wendungen zeichnen die 24teilige Serie aus, welche in ihrem Ursprungsland schon 2006 und 2007 gesendet wurde. Leider habe ich die beiden letzten Episoden verpasst.

Gewohnt gelungen auch in der sechsten Staffel ist die Sitcom The Big Bang Theory über eine Gruppe männlicher Physiker-Nerds und ihre Frauen/Freundinnen. Die Comedyserie zeichnet sich im Vergleich zu anderen dadurch aus, dass sie sich über die Jahre ohne Abnutzungserscheinungen immer weiter entwickelt hat. Seit Januar 2014 läuft auf Pro Sieben bereits die siebte Season.

The Hour 2_TrioEbenfalls auf Arte lief die leider nach zwei Staffeln eingestellte britische Produktion The Hour (2011-2012), über die Redaktion eines Politmagazins bei der BBC in den späten 1950er Jahren. Die zweimal sechs Folgen waren mit viel Inhalt vollgepackt, was vor allem in der zweiten Staffel eine äußerst dichte Inszenierung zur Folge hatte. Trotz der inhaltlichen Überfrachtung konnte The Hour vor allem dank seiner starken Schauspielleistungen überzeugen, allen voran das Hauptdarsteller-Trio Romola Garai, Dominic West und Ben Whishaw. In der zweiten Staffel spielte auch der neue Doctor-Who-Darsteller Peter Capaldi eine tragende Rolle.

Ja, mein absoluter Serienfavorit 2013 war wieder Game Of Thrones. Auch in der dritten Staffel hielt die Serienadaption der Romanreihe Das Lied von Eis und Feuer ihr hohes Niveau. Auch die verstärkt notwendig gewordene Straffung der Handlung führte zu keinem Qualitätsverlust. Im Free-TV bei RTL II läuft die dritte Staffel übrigens ab 28. Februar 2014. Auf DVD erscheint sie am 31. März. Die vierte Season der Serie startet ab 6. April in den USA auf HBO und kurze Zeit später auch auf Sky.

Bei meinen kleinen Preisen, die ich jedes Jahr vergebe, hat sich in der Kategorie beste Serie zum dritten Mal in Folge nichts geändert. Das Maß aller Dinge ist immer noch Game Of Thrones. Nur gibt es bei den Darsteller-Preisen diesmal gemeinsame Gewinner. Bei GoT haben sich diesmal Michelle Fairley als Lady Catelyn Stark und Nikolaj Coster-Waldau in mein Herz gespielt, wahrscheinlich weil ihren Figuren so einiges widerfährt. Aber quasi stellvertretend für die herausragende Ensemble-Leistung von The Hour haben sich Romola Garai als Chefredakteurin Bel Rowley und Peter Capaldi als Programmchef Randall Brown jeweils die zweite Hälfte der Preise verdient.

STATISTIK

Hier mein Fernsehjahr 2013 in der Übersicht (Kritiken sind verlinkt):

10 Punkte
Fehlanzeige

9 Punkte
Game Of Thrones – Staffel 3

8 Punkte
The Big Bang Theory – Staffel 6
The Hour (Gesamtbewertung Staffel 1 und 2)

7 Punkte
Black Lagoon
Mad Men – Staffel 6

6 Punkte
Fehlanzeige

5 Punkte
Elementary
Odysseus

4 Punkte
Fehlanzeige

3 Punkte
Prime Suspect

2 Punkte oder 1 Punkt
Fehlanzeige

Game Of Thrones 3_SoulPREISTRÄGER

Beste Serie
Game Of Thrones

Beste Darstellerin
Michelle Fairley, Game Of Thrones
Romola Garai, The Hour

Bester Darsteller
Peter Capaldi, The Hour
Nikolaj Coster-Waldau, Game Of Thrones

Bilder (c) Filmverleihe


The Hour (Kurzkritik)

28. März 2013

Vom 7. bis 21 . März 2013 zeigte der Kultursender Arte die erste Staffel der britischen Serie The Hour, welche sich um ein Nachrichtenmagazin bei der BBC im Jahr 1956 dreht.

The Hour_TrioDie junge Journalistin Isabel „Bel“ Rowley (Romola Garai) sowie ihr bester Freund und Kollege Freddie Lyon (Ben Whishaw) werden für „The Hour“, das neue Nachrichtenmagazin der BBC, engagiert. Während Freddie als findiger Rechercheur eher hinter der Kamera agiert, übernimmt Bel die Leitung der Sendung, die der gut aussehende und privilegierte Hector Madden (Dominic West) moderiert. Als die Suezkrise in Ägypten ausbricht, die Russen in Ungarn einmarschieren und sich zwei mysteriöse Todesfälle ereignen, scheint genügend Stoff für die nächsten Sendungen gesichert. Doch Programmchef Clarence Fendley (Anton Lesser) und das Team von „The Hour“ bekommen immer wieder Druck von „oben“, meist in Gestalt von Angus McCain (Julian Rhind-Tutt), dem Pressesprecher des Premierministers, die Berichterstattung regierungskonform zu halten.

The Hour präsentiert sich in seiner ersten von zwei produzierten Staffeln schauspielerisch stark, vor allem von Romola Garai (Abbitte) als Bel und Ben Whishaw (Das Parfum) als Freddie, sowie spannend und wirkungsvoll inszeniert. Das Problem an der Serie ist deren Unentschlossenheit. Autorin Abi Morgan (Die Eiserne Lady) entwarf eine bisweilen undurchsichtige Mischung aus Gesellschaftsstudie wie Mad Men, Journalismus-Drama wie The Newsroom und Verschwörungsthriller. Diverse Handlungsstränge werden begonnen, aber nicht zu einem logischen Ende geführt, was zur Folge hat, dass man als Zuschauer am Ende nicht unbedingt viel schlauer ist. Um der Themenvielfalt gerecht zu werden, wären mehr als sechs Folgen nötig gewesen. Unterhaltsam ist das Ganze trotzdem. Hoffentlich strahlt Arte auch die zweite und letzte Season aus.

7-10The Hour
Drama-Serie UK 2011. 6 Folgen (Staffel 1). Gesamtlänge: ca. 360 Minuten. Mit: Romola Garai, Dominic West, Ben Whishaw, Anna Chancellor, Anton Lesser, Julian Rhind-Tutt u.v.a. Idee und Drehbuch: Abi Morgan.

Bild (c) BBC/Arte.


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