Clique (Serie)

8. Mai 2020

Holly und Georgia beginnen gemeinsam ihr Studium an der Universität von Edinburgh. Als Georgia in eine glamouöse Clique aufgenommen wird, beginnt sie sich von Holly zunehmend zu entfremden. Doch Holly will ihre beste Freundin nicht so einfach aufgeben…


Glamour, Freundschaft und krumme Geschäfte

Auch ich war selbst mal für ein Jahr Student. Lang ist das her. Tolle Zeit mit viel Alkohol, Party und hübschen Kommiltoninnen. Nicht. Doch um einen Eindruck von dieser legendären Phase im Leben zu kriegen habe ich mir die erste Staffel der britischen Serie Clique von 2017 angesehen.

Seit ihrem elften Lebensjahr sind Holly (Synnøve Karlsen) und Georgia (Aisling Franciosi) unzertrennlich. Gemeinsam starten die beiden 19jährigen ihr Studium in Edinburgh. Schon bald werden die Freundinnen auf eine Elite-Clique von gut aussehenden und hippen Studentinnen aufmerksam, alle Teil einer Initiative für die Förderung junger Frauen im Berufsleben. Rachel (Rachel Hurd-Wood), Fay (Fiona Appleton), Louise (Sophia Brown) und Phoebe (Ella-Rae Smith) haben über das Programm jeweils einen hochwertigen Praktikumsplatz bei der angesehenen Privatbank Solasta, die von Alistair McDermid (Emun Elliot) und seiner Schwester, der Ökonomie-Professorin Jude (Louise Brealey) geleitet wird, erhalten. Als Georgia in die einflussreiche Gruppe aufgenommen wird bekommt Holly ihre beste Freundin kaum noch zu Gesicht. Doch ein schrecklicher Todesfall unter den Solasta-Mitarbeitern verdeutlicht, dass dort etwas nicht stimmt. Mit ihrer Kommiltonin Elisabeth (Sorcha Groundsell) stellt Holly Nachforschungen an und findet sich überraschend bald selbst als neues Mitglied der Clique wieder…

Clique ist die erste von Jess Brittain, die zuvor Skripte für das von ihrem Vater Bryan Eisley und ihrem Bruder James Brittain erschaffene Jugend-Drama Skins geschrieben hat, kreierte Serie. Darin verarbeitet die schottische Drehbuchautorin ihre eigenen Erfahrungen als Studentin in Edinburgh. Auf den ersten Blick liefert die BBC-Produktion nur eine weitere Hochglanz-Show über priviligierte junge Menschen. Diesen Vorwurf muss sich die Serie zum Teil gefallen lassen, denn ein Großteil der Darsteller sehen wirklich sehr (um nicht zu sagen unrealistisch) schön aus. Die teils hypnotische Inszenierung vermischt diesen Glamour-Look aber gekonnt mit düsterer Scandi-Noir-Ästhetik, was insgesamt gut passt. Während Hollys Kampf um ihre beste Freundin den Motor der Handlung bildet, so gestaltet sich die Geschichte lange Zeit wie ein Thriller über Dekadenz und Verbrechen im Bankensektor (wenngleich weniger groß aufgezogen als anderswo), nur um kurz vor dem Ende eine völlig andere Richtung einzuschlagen, die in Anbetracht der kompletten Staffel auch gar nicht mal so weithergeholt erscheint, auch weil immer wieder sehr dezent darauf hingearbeitet wurde. In der Hauptrolle der Holly ist Serien-Newcomerin Synnøve Karlsen zu sehen, die für mich wie eine Mischung aus der jungen Diana Rigg und Florence Pugh (Lady Macbeth) wirkt. Im weiteren Ensemble agieren einige Darstellerinnen, die man wohlmöglich aus diversen anderen Serien (oder Filmen) kennt wie Rachel Hurd-Wood (Das Parfum, Tomorrow, When The War Began), Aisling Franciosi (The Fall – Tod in Belfast), Louise Brealey (Gerichtsmedizinerin Molly Hooper aus Sherlock), Sophia Brown (Marcella: Staffel 2) und Ella Rae-Smith (Into The Badlands: Staffel 3). 2018 erschien eine zweite Staffel, in welcher Holly es mit einer Elite-Clique junger Männer zu tun bekommt.

Aktuell ist die erste Staffel von Clique noch bis 21. Mai 2020 in der Mediathek von One sowohl in der Synchronfassung als auch im englischen Original kostenlos anschaubar. Bei diversen kostenpflichtigen Streaminganbietern wie Amazon oder Joyn gibt es die Serie nur auf Deutsch.

Clique
Drama-Serie/Thriller UK 2017. 6 Folgen (Staffel 1). Gesamtlänge: ca. 260 Minuten. Mit: Synnøve Karlsen, Aisling Franciosi, Rachel Hurd-Wood, Sophia Brown, Ella-Rae Smith, Sorcha Groundsell, Emma Appleton, Louise Brealey, Emun Elliot, Mark Strepan u.a. Idee: Jess Brittain. Drehbuch: Jess Brittain, Milly Thomas, Kirsten Swain. Regie: Robert McKillop, Andrea Harkin.

Bilder (c) BBC.


The Fall: Tod in Belfast – Ungekürzte Fassung

28. Mai 2016

Nach der ZDF-Fassung (in der Mediathek) im November 2015 hatte ich vor ein paar Wochen die Gelegenheit die ungekürzte Version der britisch-irischen Krimiserie The Fall bei ZDF Neo zu sehen. Wie wirkt sich die zusätzliche Laufzeit aus?

The Fall – Tod in Belfast (The Fall)
Krimiserie UK/Irland 2013/14. FSK: Freigegeben ab 16 Jahren. 11 Folgen (Staffel 1 und 2). Gesamtlänge: ca. 690 Minuten. TV-Erstausstrahlung: 15. November 2015.
Mit: Gillian Anderson, Jamie Dornan, Bronagh Waugh, John Lynch, Niamh McGrady, Aisling Franciosi, Emmet J. Scanlan, Archie Panjabi, Stuart Graham u.a. Idee & Drehbuch: Allan Cubitt. Regie: Jakob Verbruggen, Allan Cubitt.

The Fall_Staffel 1_DVD

 

Eigentlich ist Paul Spector ein ganz netter Typ, sowohl liebender Ehemann und Vater zweier Kinder als auch ein einfühlsamer Trauer-Therapeut. Nachts engagiert er sich sogar noch für die Betreuung einer Selbstmordhotline. Das erzählt er zumindest seiner Ehefrau Sally Ann, wenn er spät Abends das Haus verlässt und erst in den frühen Morgenstunden zurückkehrt. Doch in Wirklichkeit verfolgt Paul nachts junge erfolgreiche Frauen, bricht erst in ihre Wohnungen ein, durchsucht deren Kleidung um sie dann umzubringen. Anschließend drapiert er deren Leichen in fast künstlerischer Weise und dokumentiert dies mit Fotos, befriedigt so seine niederen Instinkte. Weil der „Ex-Schwiegervater“ des letzten Opfers niemand geringeres als der Vorsitzende des Polizeiausschusses, Morgan Monroe, ist, zieht die Polizei von Belfast unter Jim Burns die erfahrene Ermittlerin Stella Gibson von der Londoner Metropolitan Police für eine Neubewertung des Falles hinzu. Gibson schwört das Team darauf ein, jedem Hinweise nachzugehen und jedes Detail erneut nachzuprüfen. Dabei erkennt sie Parallelen zu einem früheren Mordfall und vermutet einen Serientäter hinter den beiden Morden, da die beiden Opfer sich ähnlich sahen und zudem beruflich erfolgreiche Frauen Anfang 30 waren. Als Paul in der Anwältin Sarah Kay sein nächstes Opfer findet, ist Stella von ihrer These endgültig überzeugt und übernimmt die Leitung der Ermittlungen…

(soweit die Inhaltsangebe zur meiner Vieraugen-Kritik vom Dezember 2015)

Es hat mich ziemlich geärgert, dass mit The Fall wieder einmal eine ausländische Serie für die deutsche TV-Auswertung gekürzt wurde, um sie in ein starres Sendeformat (hier sechsmal 90 Minuten) zu pressen. Die beiden Staffeln bestehen ursprünglich aus insgesamt 11 Folgen, 10 davon mit einer Länge von knapp 60 Minuten, die letzte Episode geht ca. 90 Minuten. Immerhin gnädig bestimmt hat mich die Tatsache, dass ich mir die ZDF-Fassung in der Mediathek im englischen Original ansehen konnte. Wie bereits in meiner oben verlinkten Serienreview erwähnt, fallen die Kürzungen schon auf.

The Fall_Staffel 2_DVDIn der BBC-Fassung werden diese Lücken nun weitgehend behoben. Polizistin Dani Ferrington, die in den ersten Folgen noch eine wichtige Rolle an der Seite von Stella Gibson spielt, verschwindet in der zweiten Staffel nicht völlig in der Versenkung. Außerdem gibt es ein paar nicht unwichtige Szene, die im „ZDF Cut“ fehlen. Assistant Chief Constable Jim Byrnes (John Lynch) besucht einen verurteilten pädophilen Priester im Gefängnis, um mehr über die Kindheit von Paul Spector in diversen Waisenhäusern herauszufinden, und blickt dabei in menschliche Abgründe. Interessant auch die Szene, als Paul sich während einer Zugfahrt mit eine blonden Frau unterhält, die ihm erklärt, dass sie eigentlich brünett sei und sich die Haare blond gefärbt habe, um nicht dem Beuteschema des gesuchten Frauenmörders zu entsprechen. Insgesamt wirkt The Fall in der Gesamtbetrachtung erzählerisch runder. Auch wenn wir über den Mord am jungen Polizisten James Olson (der Stellas Liebhaber für eine Nacht war) oder die Machenschaften der Monroe-Familie so gut wie nichts mehr erfahren.

Kurios wird es in der fünften und letzten Episode der 2. Staffel. Die dauert, im Gegensatz zu den bisherigen 10 Folgen nicht knapp eine Stunde, sondern etwa 90 Minuten. Allerdings besteht zu meiner Verwirrung das Staffelfinale in Spielfilmlänge zu einem Drittel aus „altem“ Material, denn die ersten ca. 30 Minuten sind Szenen aus der vorherigen Episode zu sehen.

ZDF Neo strahlte die ungekürzte Version im April und Mai 2016 in der deutschen Synchronfassung aus. Hatte ich vorher Bedenken, weil Gillian Anderson hier nicht ihre übliche deutsche „Scully-Stimme“ Franziska Pigulla hat, muss ich nun zugestehen, dass die neue Sprecherin Elisabeth Günther wesentlich besser zur Figur der kühlen Ermittlerin Stella Gibson passt. Auch die übrigen deutschen Stimmen sind fast durch die Bank gut gewählt.

Obwohl das Ende von Staffel 2 eigentlich auch fast der ideale Schlusspunkt der Serie hätte sein können, wurde von der BBC eine dritte Season bestellt. Die Dreharbeiten fanden zwischen Dezember 2015 und März 2016 statt. Voraussichtlich im Herbst werden die neuen Episoden auf den britischen Inseln zu sehen sein.

Fazit: In der ungekürzten Fassung, die auch auf Blu-Ray und DVD erschienen ist, wirkt die düster-authentische Krimiserie The Fall vor allem inhaltlich runder. 8 von 10 Punkten.

Bilder (c) Studio Hamburg/ZDF/BBC.


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