Stonehenge Apocalypse

7. April 2020

Alle guten Dinge sind drei, alle schlechten auch. Von daher war es nach dem Schmu mit Fu Manchu logisch, dass ich mir kurz danach einen weiteren Gurkenfilm reinziehe. Die Wahl fiel auf die kanadische TV-Produktion Stonehenge Apocalypse, in welcher die berühmte Steinkonstellation in England die Welt zu vernichten droht…

Steine, Pyramiden und der Weltuntergang

Nachdem ein Team von Ärchaologen unter Joseph Leshem (Hill Harper) im US-Bundesstaat Maine eine uralte, unterirdische Pyramide entdeckt, entwickelt das bekannte Monument Stonehenge in England ein gefährliches Eigenleben. Eine hohe Entladung mit elektromagnetischer Energie löscht dort eine Gruppe von Touristen aus. Das Gebiet um Stonehenge wird daraufhin vom Militär abgesperrt. Eine Wissenschaftler-Team unter Führung von Dr. John Trousdale (Peter Wingfield) und Dr. Kaycee Leeds (Torri Higginson) versucht die Ursache der hohen elektromagnetischen Energiewerte zu ergründen. Als der als Spinner und Verschwörungstheoretiker in Verruf geratene Physiker Dr. Jacob Galser (Misha Collins), ein alter Freund Leshems, von den Vorgängen in England erfährt, hat er einen schrecklichen Verdacht. Alle zehn Stunden gibt es neue Energieentladungen in Stonehenge, gefolgt von Vulkanausbrüchen in Mexiko und Indonesien. Jacob weiß, dass die Menschheit vor der Vernichtung steht. Doch niemand scheint ihm zu glauben…

„Syfy Original Movie“ ist beileibe kein Qualitätssiegel, sondern die Reihe in welcher der gleichnamige Sender billig produzierte oder noch billiger eingekaufte Genre-Fernsehfilmchen ausstrahlt, darunter auch viele der unsäglichen Produktionen der Megabilligfilmschmiede The Asylum (u.a. Sharknado-Reihe). Besetzungstechnisch zeichnen sich diese Machwerke oft dadurch aus, dass der ein oder andere halbwegs bekannte Schauspieler (weil er/sie wohl dringend Geld brauchte) mitwirkt. Stonehenge Apocalypse hat derer sogar gleich vier zu bieten. Es treten an zum apokalyptischen Scifi-Schmarrn: die Serienstars Misha Collins (Castiel aus Supernatural), Torri Higginson (Dr. Weir aus Stargate Atlantis), Peter Wingfield (Methos aus Highlander) und Hill Harper (Dr. Hawkes aus CSI:NY). Regie führte der für viele ähnlich „hochwertige“ Werke berüchtigte Paul Ziller, dessen Karrierehöhepunkte die Inszenierung je einer Folge von (ihr ahnt es!) Highlander und Stargate Atlantis bilden. Ehrlich gesagt war meine Erwartungshaltung vor der Sichtung entsprechend gering. Ein völlig albern zusammenphantasiertes und total unlogisches Skript, schlechtes CGI, hölzerne Schauspieler und uninspiriert aneinandergereihte Szenen. Das alles und im Grunde nicht wesentlich mehr bietet dieser von parawissenschaftlichem Humbug unterfütterte Katastrophen-Streifen aus Kanada. Gedreht wurde freilich kein Milimeter an Orginalschauplätzen (ist ja auch viel zu teuer, verdammt nochmal!), sondern ausschließlich in und um Vancouver.

Für Prä-Astronautik-Fans mag das hier Dargebotene vielleicht Sinn ergeben, aber ich empfand die kruden Theorien und das depperte Gefasel (in anderen Filmen nennt man das gemeinhin Dialoge) weitgehend unfreiwilig komisch. Die Schauspieler mögen hier nicht ihre Glanzleistung abrufen, aber immerhin haben sie es geschafft, den völligen Quark irgendwie ohne bleibende Schäden und ohne vor Lachen zusammenzubrechen in die Kamera zu sprechen. Teilweise amüsant sind dann auch die Effekte, welche einem Videospiel der 1990er zu entstammen scheinen. Aber wer schon ein paar Produktionen von The Asylum gesehen hat, der weiß: es geht auch schlechter. Obgleich Stonehenge Apocalypse von einem guten Streifen mindest so weit entfernt ist wie die Drehorte von der echten titelgebenden Steinkonstellation, so gestalten sich die gut 80 Minuten keineswegs völlig langweilig. Dass neben dem Film auch eine Tüte Chips konsumiert wurde hat geholfen.

Stonehenge Apocalypse ist seit Oktober 2010 auf DVD erhältlich sowie als Stream bei Amazon abrufbar.

Stonehenge Apocalypse
TV-Science-Fiction-Film Kanada 2010. FSK 12. 87 Minuten (PAL-DVD). Mit: Misha Colins, Torri Higginson, Peter Wingfield, Hill Harper, David Lewis, Tina Milo Milivojevic, Michael Kopsa, Brent Stait u.a. Drehbuch: Paul Ziller und Brad Abraham. Regie: Paul Ziller.

Credits
Bilder (c) Sunfilm


Das letzte Problem (2019)

9. Februar 2020

Personal und Gäste eines abgelegenen Hotels in Vorarlberg sitzen wegen starken Schneefalls fest. Da passiert ein Mord. Wie gut, dass ein Wiener Kommissar mit seinem Assistenten zur Stelle ist…

Die Arbeiten des Kommissars Horak

Durch starken und andauernden Schneefall ist das Hotel Edelweiss in den Bergen Voralbergs von der Außenwelt abgeschnitten. Ungehaltene Gäste, die einen Teil der Übernachtungskosten zurückerstattet haben wollen, sind allerdings bald das geringste Problem für Hoteldirektorin Beate Riegler (Maria Fliri) und ihren Bruder Franz (Max Moor). Denn das Zimmermädchen (Vidina Popov) findet den einsamen Meeresbiologen Hefenstein (Haymon Maria Buttinger) ermordet vor. Wie gut, dass der erfahrene Kommissar Jonas Horak (Karl Markovics) zu den Gästen zählt und sich mit seinem Assistenten Freitag (Stefan Pohl) sogleich an die Ermittlungen macht. Denn mit der hiesigen Polizei ist aufgrund der Witterungsverhältnisse vorerst nicht zu rechnen…

Seit 2012 produziert der ORF die Anthologie-Reihe Landkrimi. Die einzelnen Episoden sind in den unterschiedlichen Regionen Österreichs sowie auch in Südtirol angesiedelt. Das letzte Problem (nicht zu verwechseln mit dem unsäglichen Finale der vierten Staffel von Sherlock) spielt im westlichsten Bundesland unseres Nachbarlandes, in Vorarlberg. Nach einem Drehbuch des renommierten Schriftstellers Daniel Kehlmann (Die Vermessung der Welt, Tyll) wurde die Episode von Schauspieler Karl Markovics (Die Fälscher, Babylon Berlin) inszeniert, der auch die Hauptrolle übernahm.

Sehr zufällig und spontan entschloss ich mich zur Sichtung des TV-Krimis. Die Grundkonstellation erinnert natürlich an bekannte Whodunit-Klassiker, etwa nach Romanen von Agatha Christie, im Allgemeinen und an Die Arbeiten des Hercule, einer der letzten Episoden der langjährigen britischen Serie Poirot, im Besonderen. Eine mehr oder minder illustre Gesellschaft, von der Außenwelt abgeschnitten, hat einen Mörder in ihrer Mitte, den es zu entlarven gilt. Glücklicherweise gehört zu den Gästen auch ein erfahrener Kriminaler. Das letzte Problem liefert vordergründig genau diese Zutaten, um dann vor allem im letzten Drittel einen ganz anderen Weg einzuschlagen, vom scheinbar herkömmlichen Kriminalfall zum zwischen Tragik und Ironie pendelnden Drama, welches das ganze Szenario gehörig auf den Kopf stellt. Markovics scheint der Part des „routinierten“ Ermittlers Jonas Horak wie auf den Leib geschrieben. Daneben sind auch die hierzulande nicht ganz unbekannten Marc Hosemann (Parfum [TV-Serie], Der Goldene Handschuh), Sunnyi Melles (Der Große Rudolph) und der sonst eher als TV-Moderator agierende Max Moor (ttt – titel, thesen, temperamente) zu sehen.

Das letzte Problem gibt es seit dem 13. Dezember 2019 auf DVD. Nach der deutschen Erstausstrahlung ist der TV-Krimi noch bis einschließlich 29. Februar 2020 in der Arte-Mediathek abrufbar.

Landkrimi: Das letzte Problem
TV-Krimi Österreich, Deutschland 2019. 88 Minuten. Mit: Karl Markovics, Stefan Pohl, Maria Fliri, Max Moor, Laura Bilgeri, Julia Koch, Sunnyi Melles, Marc Hosemann, Kristina Bangert, Dominik Warta, Julia Heinze, Vidina Popov u.v.a. Drehbuch: Daniel Kehlmann. Regie: Karl Markovics.

 

Credits
Bilder (c) Superfilm/ORF/Arte.


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