Game of Thrones: 8×02 – Recap

23. April 2019

Dienstag Abend. Wieder Zeit für die „GoT-Recap“. Wie letzte Woche bin ich völlig unverspoilert in die Sichtung der neuen Folge von Game of Thrones gegangen. Lediglich den Titel habe ich vorher gelesen…

Wer auch weiterhin unverspoilert bleiben will nimmt bitte die fette Warnung Ernst.

 

Der letzte Tag und die letzte Nacht vor der Schlacht gegen die Toten. Winterfell bereitet sich vor. Aber nicht das beschauliche Winterfell aus der ersten Staffel, sondern das Winterfell, welches nun mit tausenden Soldaten, so ziemlich allen Bewohnern des Nordens und fast allen hohen Tieren von Westeros gefüllt ist. Unermüdlich laufen die Vorbereitungen. Waffen werden geschmiedet, Befestigungen gebaut/verstärkt und Essen verteilt. Kampf oder Krypta lautet die Devise.

Dass der Night King, seine White Walker und die Totenarmee vor Sonnenaufgang eintreffen werden wissen wir weil zwischenzeitlich Tormund, Beric, Edd und Co reinschneien. Die Episode beginnt aber mit dem „Supreme Court of Winterfell“, bestehend aus Daenerys, Sansa, Bran und Jon. Jaime Lannister ist ja bekanntlich in Winterfell eingetroffen, allerdings nicht mit einer Lannister-Armee. Weil ihm verständlicherweise keiner der Anwesenden so wirklich über den Weg traut bürgt Brienne für ihren ehemaligen Gefangenen und Eidgefährten. Die Sache wird eigentlich recht schnell und unspektakulär abgehandelt, doch Jamie fühlt sich freilich auch danach nicht wirklich willkommen. Auch das kurze Vieraugen-Gespräch mit seinem Opfer Bran (bzw. Fünf-Augen-Gespräch, Bran ist ja der dreiäugige Rabe) gestaltet sich anders als es der nicht mehr wirklich goldene Löwe erwartet hat.

Da ihr Jon die ganze Zeit ziemlich aus dem Weg geht versucht Dany die Wogen zwischen Sansa und sich zu glätten. Doch so einfach lässt sich die Lady von Winterfell nicht einlullen („What about the north?“). Weitere Spannungen sind unausweichlich. Denn nach offensiv-passiv-agressivem Herumbrüten an der Statue seiner Mama rückt Jon gegenüber seiner neuen Königin mit der Wahrheit über seine Abstammung und seine wahre Identität als Aegon Targaryen raus. Dany glaubt ihrem neuen Lover nicht. Verständlich, denn die heikle Information hat der Ex-König des Nordens von seinem Bruder sowie seinem besten Freund Samwell Tarly. Letzterer nimmt es der Drachenkönigin verständlicherweise übel, dass sie seinen Vater und Bruder zerbrutzeln ließ. Das Gespräch wird unterbrochen vom Klang der Hörner. Die Toten reiten jetzt doch nicht mehr so langsam und stehen in Sichtweite vor den Toren Winterfells.

Ansonsten viel Schwelgen in alten Zeiten (z.B. Tyrion und Jaime oder das Nachtwache-Trio John, Samwell und Edd), rührend-komische Szenen. Dass Arya in der letzten Nacht vor der Schlacht über Gendry herfällt empfand ich jetzt eher als irritierend. Grey Worm und Missandei erfahren stumme Ablehnung (Rassismus) durch die Bewohner des Nordens und beschließen sich daher nach dem Krieg auf der überaus friedlichen Insel Naath, Missandeis Heimat, niederzulassen. Falls beide überleben. Der Anführer der Unbefleckten-Armee wird, so meine Vermutung, in einem der ausstehenden Kämpfe sein Leben lassen. Ein ziemlich klarer Todes-Kandidat ist für mich auch Theon Greyjoy. Nicht nur weil er sich mit Sansa so gut versteht und die beiden ein putziges Paar wären, sondern vor allem weil das ehemalige Stark-Mündel sich als Beschützer von Bran opfern könnte und somit sein Karma wieder total im Positiven wäre.

Die Highlights der Folge gibt’s aber vor dem warmen Kaminfeuer. Zum gemütlichen Beisammensein mit den Lannister-Brüdern und Tyrions gutem Kumpel namens Wein gesellen sich auch Brienne, Dauer-Knappe Podrick, Ser Davos und natürlich der alte Wildlingshaudegen Tormund, der sein eigenes Getränk stilecht im Horn mitgebracht hat. Herrlich wie Tormund den Anwesenden die Story von seiner Begegnung mit einer Riesin erzählt und genial wie das der echt rotbärtige Kristofer Hivju spielt. Und wie dezent er seinen Schwarm Brienne anbaggert („I would have knighted you ten times over“). Jaime findet endlich einen Weg, Brienne seine Dankbarkeit und seinen guten Willen zu zeigen. Er schlägt sie zum Ritter der Sieben Königslande. Tolle Szene, sehr erfüllend. Als sich die Party schon ziemlich im Dämmerzustand befindet fragt Tyrion, ob nicht jemand ein Lied singen will. Zu aller Überraschung gibt Podrick „Jenny’s Song“ aka „Jenny of Oldstones“ zum Besten. Schauspieler Daniel Portman, einer der ewigen Helden aus der zweiten bis dritten Reihe, hat eine wundervolle Stimme. Seine Version gefällt mir besser als jene von Florence + The Machine im Abspann. In dieser Folge ist übrigens wirklich Niemand gestorben.

 

 

Insgesamt eine sehr gemächliche, aber doch recht erfüllende Episode. So kann Fanservice für mich funktionieren. Die Vorfreude auf die größte Schlacht der Fernsehgeschichte am Montag ist groß. Aber jetzt wende ich mich wieder Gaimans Götter jenseits des Atlantik zu.

Credits
Video (c) HBO
Die Wordclouds wurden mit Tagul erstellt

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Game of Thrones: 8×01 – Recap

16. April 2019

Zu meiner Überraschung hat mich die Auftaktepisode der finalen Staffel von Game of Thrones doch recht geflasht. Daher ist es jetzt Zeit für eine kleine Recap…

…doch vorher eine eindringliche Spoiler-Warnung

 

Was für ein Hammer-Update des Vorspanns! Einfach grandios. Das Astrolabium fliegt durch die Lücke in der Mauer über Last Hearth nach Winterfell, durch die Burg und die Krypta, von dort aus nach King’s Landing zum Red Keep bis in den Thronsaal wo sich die Schwerter des Eisernen Thrones ausfahren. Dafür bitte einen weiteren Emmy an die Kreativen von Elastic, dem Studio hinter dem GoT-Vorspann und weiteren genialen Opening Titles!

 

 

Doch nun zum Inhalt der Folge. Sowohl mit der Eingangssequenz (Einmarsch von Dany, Jon und den unterschiedlichen Truppen der Drachenkönigin in Winterfell) als auch mit der Schlussszene schlägt die Serie einen direkten Bogen zurück zur allerersten Folge Winter is Coming (die übrigens am 17. April 2011, also vor ziemlich genau acht Jahren premierte). Diese Spiegelung wirkt sich auch auf die musikalische Untermalung aus, im Abspann wird sogar die gleiche Variante des Titelthemas verwendet. In diese mit 51 Minuten nicht direkt lange Episode wird Einiges an Handlung gepackt und nicht einfach nur die Figuren in Stellung gebracht. Wenn ich ehrlich bin mag ich solche Folgen sogar lieber als die groß angelegten Actionszenen.

Nachdem Dany und ihre unfassbar große Schar von Truppen in Winterfell einmarschiert sind gibt es erst einmal einen frostigen Empfang (eisiger könnte das nur noch der Night King) von Lady Sansa und den Lords des Nordens. Ein herzerwärmendes Wiedersehen von Arya und Jon (nach 66 Folgen!) muss aber sein. Solche Szenen haben mich in den letzten Staffeln immer am meisten bewegt. Während sich die hohen Tiere noch um Formalitäten streiten macht sich Schmied und Baratheon-Bastard Gendry (formerly known as Gendry Marathon) an die anspruchsvolle Aufgabe, möglichst viele Waffen mit Drachenglas zu bestücken.

In King’s Landing hat Euron Greyjoy (mit sinistrer Verschlagenheit und herrlicher Arroganz gespielt von Pilou Asbæk) wieder eines seiner Versprechen an Königin Cersei eingelöst und mit seiner Flotte die 20 000 Mann starke Söldnertruppe namens Golden Company unter ihrem Captain Harry Strickland (der deutsche Schauspieler Marc Rissmann in seinem GoT-Debüt) von Essos nach Westeros gebracht. Zu Cerseis Unmut aber ohne Elefanten. (Eine verqueere Theorie als Einschub: das wäre ein Grund für die Lannister-Löwin, sich mit dem Night King zu verbünden, denn der hat wohl untote Mammuts im Gefolge). Erstaunlich, dass dem Wunsch Eurons nach einem „privaten Treffen“ nach einigem Zögern dann doch entsprochen wurde. Ist Cersei doch nicht (mehr) von Jaime schwanger?

Für ihre beiden Brüder hat die blonde Lannister-Chefin jedenfalls ganz konkrete Pläne. Dauersöldner und Humorbolzen Bronn wird vom flotten Dreier im King’s Landing-Vertragspuff weggeholt, damit er mit Joffreys Armbrust (!) sowohl Tyrion als auch Jaime ermordet. Sollte er erfolgreich sein wäre Bronn dann der „Kingslayer Slayer“. Der unkaputtbare Söldner als Zünglein an der Waage im Spiel der Throne? Unterdessen befreit Theon Greyjoy seine Schwester Yara/Asha, die bisher auf der Silence, dem völlig „stummen“ Flagschiff von Eurons Flotte auf weniger langweilige Zeiten wartete. Dabei müssen ein paar Typen dran glauben, darunter Dave Hill (Autor dieser Episode) in seinem Cameo als Mann, dem Theon das Gesicht mit einer Axt spaltet.

Für die Höhepunkte sorgt in der Staffelpremiere allerdings Ex-Maester-Azubi Samwell Tarly, der erstmals Daenerys begegnet, nur um dann zu erfahren, dass sein verhasster Vater und sein weniger verhasster Bruder von ihr hingerichtet wurden. Den Schmerz über den Verlust seiner halben Familie noch frisch in sich trifft er Jon Snow in der Krypta von Winterfell und offenbart ihm das am besten gehütete Geheimnis von ganz Westeros: Jon ist kein Stark-Bastard, sondern Aegon VI Targaryen, der rechtmäßige König der Sieben Königslande. Doch Jon will davon nichts wissen. Kit Harington macht hier seine Sache nicht schlecht, aber John Bradley brilliert als emotional völlig aufgewühlter Samwell. Dass die Angelegenheit einen solchen Verlauf nimmt hätte ich nicht wirklich gedacht.

Kurz vor Ende treffen sich die Überlebenden des Mauersturzes aus Eastwatch-by-the-Sea um Wildlings-Rotbart Tormund und den „untoten“ Beric Dondarrion mit Eddison Tollett und seinem Nachtwache-Rest in Last Hearth, dem Sitz des Hauses Umber, wo sie eine schaurige Entdeckung machen. Die Toten sind nun wahrlich nicht mehr weit.

Eine in ihrer Gesamtheit sehr starke Folge, lediglich Jons erste „Drachenfliegen leicht gemacht“-Stunde hätte man sich sparen können. Das wirkte etwas plump und gewollt komisch. Winterfell war übrigens die erste Game of Thrones-Folge seit Langem, deren Erstsichtung ich völlig unverspoilert genoss.

Wenn ihr mich entschuldigt, es wird Zeit für die neue Folge von American Gods.

Credits
Video (c) HBO
Die Wordclouds wurden mit Tagul erstellt


The Shannara Chronicles: Staffel 2

20. Dezember 2017

Nach der Rettung des Elfenreiches werden die vier Lande von neuen Bedrohungen überschattet. Haldelf Wil Ohmsford und seine Freunde sind auch in der 2. Staffel von The Shannara Chronicles gefragt.

The Shannara Chronicles: Staffel 2 (The Shannara Chronicles: Season 2)
Fantasyserie USA 2017. FSK: Freigegeben ab 16 Jahren. 10 Folgen Gesamtlänge: ca. 410 Minuten.
Mit: Austin Butler, Ivana Baquero, Manu Bennett, Aaron Jakubenko, Marcus Vanco, Malese Jow, Vanessa Morgan, Gentry White, Caroline Chikezie, Desmond Chiam, Andrew Grainger u.a. Nach der Romanreihe von Terry Brooks. Adaption: Alfred Gough und Miles Millar.

Terror und Finsternis

Ein Jahr nachdem Dämonenfürst Dagda Mor und seine Truppen unter schweren Verlusten besiegt werden konnten droht neues Ungemach in den vier Landen der postapokalyptischen Erde. Der gnadenlose General Riga (Desmond Chiam) will mit seiner Terrormiliz „Crimson“ Magie komplett ausrotten und schreckt dabei vor Mord an vielen Unschuldigen nicht zurück. König Ander Elessedil (Aaron Jakubenko), dessen Nichte Amberle sich opferte und zur Reinkarnation des magischen Baumes Ellcrys wurde, plant das geschwächte Reich der Elfen durch eine Allianz mit dem menschlichen Königreich Leah unter Königin Tamlin (Caroline Chikezie) zu stabilisieren. Tamlin indes hat eigene Pläne. In der Gnomenstadt Storlock führt Haldelf Wil Ohmsford (Austin Butler) ein genügsames Leben als Heilkundiger, bis die geheimnisvolle Mareth (Malese Jow) auftaucht. Die ehemalige Rover-Tochter Eretria (Ivana Baquero) lebt mit ihrer Geliebten Lyria (Vanessa Morgan) in den Ruinen von San Francisco. Der von dunkler Bessesenheit befallene Bandon (Marcus Vanco) macht sich an die gefährliche Aufgabe, den finsteren Warlock-Lord wieder zum Leben zu erwecken. Druide Allanon (Manu Bennett) will den Ausbruch der Dunkelheit verhindern…

Wil hadert mit seinem Schicksal

Keine Ahnung, was mich nach der durchwachsenen ersten Staffel geritten hat, The Shannara Chronicles weiterzuschauen. Denn trotz einiger neuer Figuren und Thematiken liefert Season 2 der in Neuseeland gedrehten Fantasyserie weitgehend den gleichen (Teenie-)Einheitsbrei wie zuvor ab.

Dabei gestaltet sich die Story der zehn neuen Episoden zu Beginn noch interesssant, eröffnet mit der Bedrohung durch die Terrormiliz „Crimson“ (als Genre-Variante real existierender Terroristen-Gruppen) und den finsteren Plänen des gefallenen Magiers Bandon doch ein mehrschichtiges Szenario mit Potenzial. Doch im Verlauf wird die Handlung immer einfallsloser und spult die gängigen Tropen und Motive per Autopilot ab. Es würde sich zum Beispiel lohnen, ein Trinkspiel zu veranstalten, jedes Mal wenn Protagonist Wil Ohmsford mit seiner Rolle als schicksalsträchtiger Held hadert. Da dürfte der Alkoholpegel nach wenigen Folgen hoch sein. Oder man führt eine Strichliste mit den entsprechenden Klischees und hakt diese nach Erledigung ab.

Auch ohne Kenntnisse der Bücher von Autor Terry Brooks (*1944) gehe ich davon aus, dass die zweite Season auf keinem seiner Roman direkt basiert, und es sich stattdessen um Fanfiction handelt, siehe das plötzliche Auftauchen der Tochter einer Hauptfigur oder die Zeitreise eines anderen Charakters, der auf die eigenen (in der Gegenwart bereits verstorbenen) Eltern trifft.

Dabei wirkt die Serie nicht durchgehend mäßig. Bei den „Production Values“ kann „Shannara“ mit den ausgefallenen Kostümen, teils opulenten Setpieces und ordentlichen CGI-Effekten durchaus punkten. Die immer für eine Augenweide geeignete Landschaft von Neuseeland würde allerdings besser zur Geltung kommen, wenn nicht fast jede Episode der gleiche Strand für diverse Schauplätze herhalten müsste. Positiv anzumerken ist die Diversität im Darsteller-Ensemble hinsichtlicht verschiedener Ethnien und in Ansätzen bezüglich sexueller Orientierung.

Die größten Schwachpunkte der Fantasy-Adaption sind aber wie letztes Jahr die äußerst armseligen Dialoge. Warum die Autoren meinen sich dabei auf ein abgedroschenes Highschool-Niveau begeben zu müssen und dem Stoff/Genre nicht eine angemessenere Wortwahl angedeihen, wissen wohl auch nur die weisen, längst vergessenen Druiden aus den vier Landen. Auch wenn in der 2. Staffel neue Figuren etabliert werden (darunter mit Königin Tamlin eine teilweise ambivalente Oprah-Winfrey-Kopie), so kommt ein Großteil des Ensembles aus der Riege ausdrucksloser hochglanzgesichter mit limitierten schauspielerischen Fähigkeiten. Manu Bennett (Gallier Crixus aus Spartacus, Ork Azog aus der Hobbit-Trilogie) darf hier nicht nur weiter als Druide Allanon hohle Weisheiten und eindringliche Warnungen in seinen Bart nuscheln, sondern im letzten Drittel auch als eine Art düsterer Aquaman agieren. Die ebenfalls magiebegabte Mareth wirkt wie der fleischgewordene Traum von Manga-/Videospiel-Nerds. Immerhin müssen wir die hilflos dreinschauende Poppy Drayton als Amberle nur noch in wenigen Visionen erleben.

Man kann es drehen, wie man will, aber die bessere der beiden aktuellen Endzeit-Shows des Autoren-/Produzentenduos Alfred Gough und Miles Millar (Smallville) ist bei weitem Into The Badlands, die 2018 in eine dritte Staffel geht. Ob The Shannara Chronicles ebenfalls verlängert wird, darf aufgrund der schwachen Quoten beim US-Publikum eher bezweifelt werden.

Staffel 2 der Shannara Chronicles erscheint am 21. Dezember 2017 auf BluRay und DVD. Seit 14. Dezember ist die Season auch komplett bei Amazon Prime Video arufbar. Für echte Fanfiction zur Serie und den Büchern empfehle ich einschlägige Internetseiten.

Fazit: Auch in Runde zwei verschwendet die nicht uninteressante, optisch ansprechend aufgemachte Fantasyserie ihr inhaltliches Potenzial und verliert sich in allzu beliebigen Storywendungen mit armseligen Dialogen sowie ausdruckslosen Hochglanzgesichtern. 3 von 10 Punkten.


Nein, das ist nicht Oprah Winfrey

Bilder (c) Amazon/Concorde.


The Shannara Chronicles

27. August 2016

Mit Game Of Thrones als großem Vorbild verfilmte der ehemalige Musiksender MTV die “Shannara”-Romane von Terry Brooks als TV-Serie in Neuseeland. Ein neues Trash-Debakel im Stile von Hercules und Xena oder doch ernstzunehmende Genre-Kost?

The Shannara Chronicles
3-10Fantasyserie USA 2016. FSK: Freigegeben ab 12 Jahren. 10 Folgen (Staffel 1). Gesamtlänge: ca. 400 Minuten.
Mit: Austin Butler, Poppy Drayton, Ivana Baquero, Manu Bennett, Aaron Jakubenko, Jed Brophy, Daniel MacPherson, John Rhys-Davies, Marcus Vanco u.v.a. Nach der Romanreihe von Terry Brooks.
Adaption: Alfred Gough und Miles Millar.


Shannara Chonicles_Staffel 1_DVD

 

Abenteuer im Dreieck

Mehrere Tausend Jahre nach einer schweren Nuklearkatastrophe leben auf der postapokalyptischen Erde neben Menschen auch Zwerge, Elfen und Gnome. Die Kräfte des magischen Baumes Ellcrys schützen die Welt vor finsteren Dämonen. Doch allmählich stirbt der Baum und einige Dämonen, wie der mächtige Dagda Mor (Jed Brophy), kommen frei. Die Auserwählte Amberle (Poppy Drayton), Enkelin des Elfenkönigs Eventine (John Rhys-Davies), macht sich mit einigen wenigen Gefährten, darunter Halbelf Wil (Austin Butler), Druide Allanon (Manu Bennett) und Räubertochter Eretria (Ivana Baquero), auf die Suche nach dem einzigen Heilmittel: dem sogenannten Blutfeuer.

Seit 1977 veröffentlichte der amerikanische Schriftsteller Terry Brooks (72) etwa 30 Romane in seiner Shannara-Buchreihe. Der zweite Band Die Elfensteine von Shannara (1982) wurde in Neuseeland als TV-Serie adaptiert. Abgesehen von Peter Jacksons Mittelerde-Filmreihe kennt man das Land der Kiwis auch als Heimat von zweit- bis drittklassigen TV-Produktionen wie Hercules (1995-1999), Xena (1995-2001) oder Spartacus (2010-2013). The Shannara Chronicles, adaptiert von Alfred Gough und Miles Millar sowie inszeniert unter anderem von Jonathan Liebesman (Zorn der Titanen), bewegt sich eher in den Gefilden von Legend Of The Seeker (2008-2010).

Shannara Chonicles_Trio Wil, Amberle und Eretria müssen an einem Strang ziehen

Die Prämisse, die ganze Geschichte in einer postapokalyptischen Welt spielen zu lassen, zeählt sicherlich zu den interessanten Aspekten der Produktion, nur wird dieser potenzialträchtige Hintergrund nur selten verwendet. Zwar sieht man immer wieder große Panoramen von überwuchterten und verwilderten Ruinen moderner Zivilisation, aber richtig thematisiert wird dies nur in der achten Folge, als es das ungleiche Heldentrio Amberle, Wil und Eretria in eine Kommune von Menschen verschlägt, die nicht nur über Elektrizität verfügen, sondern auch technische Errungenschaften wie einen Plattenspieler oder einen Filmprojektor (auf welchem sie Star Trek – Der Film abspielen) besitzen. Ansonsten wirken die vier Lande eher wie eine generische Fantasywelt mit Elfen, Menschen, Gnomen und Dämonen. Die im Vorspann erwähnten Zwerge bekommt man (noch?) nicht zu Gesicht. 

Shannara“ könnte als durchschnittliche Fantasy mit moderatem, aber vorhandenem Unterhaltungswert funktionieren. Mit dem „Räuberhauptmann“ Cephelo (gespielt von James Remar, Django Unchained) und seiner „Räubertochter“ Eretria (Ivana Baquero, Pans Labyrinth) hat man sogar zwei unberechenbare und halbwegs spannende Figuren. John Rhys-Davies, vom Zwerg in der Herr der Ringe-Trilogie hier zum Elfenkönig „befördert“, hat eher wenig zu tun. Aber leider versteifen sich die Chefautoren Alfred Gough und Miles Millars (bekannt für die Superhelden-Schmonzette Smallville) von Anfang an auf Teenies als primäre Zielgruppe anstatt dem einfachen Fantasy-Setting einen reiferen Anstrich zu geben.

Das fängt schon bei den beiden Hauptdarstellern Austin Butler als Wil und Poppy Drayton als Amberle an, die sicherlich nicht wegen ihres begrenzten schauspielerischen Talents sondern allein aufgrund ihres guten Aussehens gecastet wurden. Egal in welch gefährlicher Situation sie sich befinden, die meisten Figuren (wie etwa auch Amberles Prinzen-Onkel Ander und Arion) sind immer top gestylt und geschminkt. Hohle Hochglanz-Gesichter aus Hollywoods Perfektions-Retorte. Bisweilen wirkt die Serie auch wie eine Mischung aus Heidi-Klum-Modelcasting und aufwändiger High-Society-Kostümpartie. Dazu bewegen sich die Dialoge (vor allem in der Original-Fassung) auf Highschool-Niveau und einen wichtigen Platz nimmt die halbgare Dreiecksgeschichte zwischen Amberle, Wil und Eretria ein, inklusive weniger unmotiviert-braver „Sexszenen“.

Der zweite große Schwachpunkt, der vor allem eine tiefgründige Ausarbeitung der Handlungsstränge verhindert, ist die festgelegte Laufzeit der Episoden auf genau 40 Minuten. Innerhalb dieser im Vergleich zu Game Of Thrones (zwischen 50 und 69 Minuten Läng pro Folge) gerade zu kurzen Episodendauer ist der Erzählfluss fest von den eingeplanten Werbepausen vorgegeben. Das gibt es zwar schon so lange wie das US-Fernsehen, aber bei The Shannara Chronicles fällt es besonders unangenehm auf. Da hilft es auch nicht unbedingt sehr, wenn als Szenenübergänge durch überwiegend schöne Landschaftspanoramen Neuseelands verwendet werden.

Dei von Autor Terry Brooks mit seinem Segen bedachte Adaption ist aber bei weitem kein völliger Reinfall. Dank der oben genannten ambivalenten Figuren versrüht die Geschichte über weite Strecken durchaus Spannung. Während die CGI-Effekte bisweilen etwas zu sehr nach Videospielgrafiken aussehen, so wirken die Dämonen mit ihrem aufwendigen Makeup und dem düsteren Sounddesign recht gelungen. Da lässt es sich auch verschmerzen, dass der von Jed Brophy (Darsteller diverser Orks bei „Herr der Ringe“ und des Zwergs Nori in der Hobbit-Trilogie) gespielte Dämonenfürst Dagda Mor exakt wie ein Ork aussieht.

Am Ende hätte man sich für die Geschichte mehr Zeit sowie für zwei der drei Hauptfiguren authentische Schauspieler und mehr Charakterentwicklung gewünscht. Aber vielleicht wird ja in der für 2017 geplanten zweiten Staffel so manches besser.

Die erste Staffel von Shannara Chronicles ist über Amazon Prime verfügbar sowie seit April 2016 auch auf BluRay und DVD erhältlich.

Fazit: Trotz interessanter, streckenweise unterhaltsamer Elemente hat die Fantasy-Adaption The Shannara Chronicles zwei große Probleme: konsequentes Anbiedern an Teenies als Zielgruppe und ein starres Format, welches das inhaltliche Potenzial limitiert. 3 von 10 Punkten.

Shannara Chonicles_Eventine
John Rhys-Davies als Elfenkönig Eventine
Shannara Chonicles_Ellcrys
Der magische Baum Ellcrys

Bilder © MTV/Concorde.

 


Euer Leseverhalten (deutsch u. englischsprachige Science Fiction/Fantasy)

5. Juni 2014

In seinem Blog Translate or Die fragt der Übersetzer Markus Mäurer nach dem Leseverhalten bezüglich Fantasy und Science-Fiction. Lesen wir diese Genres lieber auf Deutsch oder im englischen Original?

 

Markus Mäurer übersetzt Literatur für diverse Verlage aus dem Englischen (u.a. die Neuauflage von Captain Future). In seinem Blog startete er am 27. April eine Umfrage zum Leseverhalten bezüglich SF- und Fantasyliteratur auf Deutsch und Englisch. Und los geht’s!

 

Lest ihr auf Deutsch, Englisch oder beides? Beides.

Lest ihr in Deutschland abgebrochene Serien/Reihen auf Englisch weiter? Lest ihr nicht übersetzte aber interessante Titel auf Englisch? Ja und ja.

Wenn ja, lest Ihr trotzdem auch noch deutsche Titel bzw. Übersetzungen? Ja.

Wer liest nur noch auf Englisch? Und warum?

Wer liest weiterhin ausschließlich auf Deutsch? Seit ihr mit dem Angebot zufrieden?

Wie seht ihr die aktuelle Lage auf dem Fantasy und SF-Buchmarkt? Sehr durchwachsen. In der Fantasyecke gibt es meist den immer gleichförmigen Einheitsbrei (wie in der Blödsellerwelt generell). Die Science-Fiction-Literatur dagegen fristet hierzulande leider nur ein Nischendasein. Manche Verlage meiden bei ihren Publikationen die Genrebezeichnung wie der Teufel das Weihwasser. Traurig aber wahr. Ich wäre also für weniger redundante Fantasy, dafür aber mehr Platz für SF.


Space-View wird eingestellt

2. März 2012

Jetzt ist es endgültig. Die Zeitschrift Space-View, die über fünfzehn Jahre Science-Fiction bzw. Fantasy in Film, TV und Literatur behandelte, wird eingestellt. Dies gab der HEEL Verlag am 1. März bekannt.

Bereits am 30. November 2011 meldete das Webportal SF-Radio, dass die Zeitschrift eingestellt werde. Dieser Meldung folgte nun die offizielle Bestätigung des Verlages gut drei Monate später. Eine rückläufige Leserschaft und die „Zersplitterung der Science-Fiction-Themen“ sind sicherlich die Gründe.

2011 feierte Space-View 15jähriges Bestehen. Mit „Star Trek“ als zentralem Thema zu Beginn erstreckte sich die Berichterstattung über Science-Fiction, Fantasy und verwandte Genres in den Bereichen Kino, TV-Serien, Büchern, Hörbüchern und Videospielen. Bis vor ein paar Jahren wurden auch immer wieder Kurzgeschichten veröffentlicht.

Ich persönlich finde das sehr schade, auch wenn es abzusehen war. Durch die Schnelllebigkeit des Internets war die zuletzt nur alle drei bis vier Monate erscheinende Space-View meist nicht mehr ganz aktuell. Zuletzt fand ich vor allem die Reihe über Klein- und Spezialverlage und die Lexikon-Beiträge sehr gelungen. Seit ziemlich genau fünf Jahren war ich Abonnent der Space-View. Zuvor habe ich die Zeitschrift meist auch regelmäßig gelesen.

In der Erklärung zum Aus teilt der HEEL Verlag mit, das alle Abonnenten ein exklusives Angebot als Ersatz ür die Space-View erhalten. Da bin ich mal gespannt, ob es ein Angebot ist, dass ich nicht ablehnen kann!

Farewell Space-View. Now we must travel space in blindness!

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Bild © HEEL Verlag.

Quelle: www.space-view.de


Game Of Thrones ab Herbst auf RTL II

19. Januar 2012

Der deutsche Privatsender RTL II hat sich die Free-TV-Rechte an der preisgekrönten Fantasy-Serie Game Of Thrones gesichert. Die aufwändige Produktion des amerikanischen Qualitätssenders HBO soll voraussichtlich ab Herbst gesendet werden.

Game Of Thrones basiert auf der Romanreihe „Das Lied von Eis und Feuer“ des amerikanischen Autors George R. R. Martin. Die Handlung der ersten Staffel basiert auf dem ersten Roman der Buchreihe bzw. den ersten beiden Bänden der deutschen Übersetzung.

Auf dem mittelalterlichen Kontinent Westeros verschärft sich allmählich ein Kampf um die Macht bzw. ums Überleben diverser Adelshäuser. Im Reich der sieben Königslande können die Jahreszeiten eine Dekade dauern. Ein langer, grausamer Winter steht bevor…

Die Serie besticht u.a. durch ein starkes Schauspielerensemble sowie eine erstaunlich werkgetreue und kraftvolle Inszenierung. Nicht nur bei Fans, sondern auch bei Kritikern und Preisverleihungen fand Game Of Thrones großen Anklang. Am vergangenen Sonntag gewann Schauspieler Peter Dinklage einen Golden Globes als bester Nebendarsteller, nachdem er im September den „Fernsehoscar“ Emmy erhalten hatte.

Im Pay-TV liefen die zehn Folgen der ersten Staffel bereits von Anfang November 2011 bis Anfang Januar 2012 auf TNT Serie. Die DVD-Box erscheint am 30. März. Am 1. April 2012 startet in den USA die zweite Staffel auf HBO.

Quelle

Linktipp: Kritik zur ersten Staffel

Game Of Thrones – Das Lied von Eis und Feuer
Fantasy-Drama-Serie USA 2011. 1. Staffel mit 10 Folgen. Mit: Sean Bean, Mark Addy, Nikolaj Coster-Waldau, Michelle Fairley, Lena Headey, Emilia Clarke, Iain Glen, Aidan Gillen, Kit Harington, Harry Lloyd, Isaac Hempstead-Wright, Richard Madden, Sophie Turner, Maisie Williams, Jack Gleeson, Alfie allen, Rory McCann, Peter Dinklage, Jason Momoa u.v.a. Nach den Romanen von George R. R. Martin. Adaption: David Benioff und D. B. Weiss.


Schreiben als Hobby

Aus den Aufzeichnungen der Skáldkonur: Wo Worte sich zu Texten fügen, ist es Zeit für den Barden seine Geschichten zu erzählen.

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Kritiken zu Filmen, Serien und Theater

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