Schattenkrieger – The Shadow Cabal

2. Oktober 2021

Leider habe ich in den letzten Wochen nur sehr wenige Filme gesehen. Vor wenigen Tagen habe ich mich dann immerhin an den Fantasy-Streifen Schattenkrieger – The Shadow Cabal herangewagt, welchee auf einerm Videospiel basiert.


Solide Low-Budget-Fantasy

Eine Welt, in welcher es nicht nur Menschen, sondern auch Elfen, Zwerge, Orks, Drachen und andere wundersame Geschöpfte gibt. Ein finsterer Geheimbund steht kurz davor einen schrecklichen Plan in die Tat umzusetzen: die Wiedererweckung des Totengottes Goth Azul. Drei ungleiche Helden müssen verhindern, dass die Asche Amun-Khans sowie das Blut Goth Azuls vereint werden und so das Reich der Lebenden vom Totengott überschattet wird: der von einer göttlichen Prophetin ausersandte Ritter Keltus (Richard McWilliams), die rachsüchtige Elfe/Kopfgeldjägerin Nemyt (Danielle Chuchran Ryan) und Kulimon (Paul D. Hunt), ein von seiner eigenen Horde verstoßener Ork. Die Zeit drängt, denn Nemyt trägt selbst das Mal der Schatten, welches Besitz von ihr zu ergreifen vermag…

Eine Elfe, ein Kleriker/Krieger und ein Ork. Was sich wie der Beginn eines unter Rollenspielern beliebten Witzes anhört bildet die personelle Ausgangssituation von Schattenkrieger – The Shadow Cabal, einem für wenig Geld im US-Bundesstaat Utah gedrehten Genre-Streifen mit klassischen Elementen wie man sie aus Fantasy und RPGs kennt. Wie es der Originaltitel SAGA: Curse of the Shadow quasi verrät basiert das Setting auf dem Multiplayer-Online-Strategiespiel SAGA von 2008. Game-Designer Jason Faller war hier als Co-Autor neben Kynan Griffin tätig, Gemeinsam hat das Duo auch die fünfteilige Filmreihe Mythica (2014-2016), mit Kevin „Hercules“ Sorbo in einer der Hauptrollen, geschrieben und produziert, teilweise mit Crowdfunding und Fördergeldern aus Utah finanziert. Die Welt der mit kleinen Budgets produzierten Fantasyfilme reicht von miesen Machwerken aus dem Hause The Asylum, nicht ganz so schlechten und teils annehmbaren Werken sowie soliden, teils sogar gelungenen Filmen. Schattenkrieger gehört für mich definitiv in letztere Kategorie.

Regisseur John Lyde, auch für Kamera und Schnitt verantwortlich sowie gemeinsam mit Faller und Griffin Produzent, und sein Team machen hier das beste aus wenigen Mitteln. Den Vergleich mit gigantischen Fantasy-Leinwandepen wie Herr der Ringe kann das Ergebnis natürlich nur schlecht aussehen, doch wirkt das Endprodukt teurer als es in Wirklichkeit ist. Kostüme und Make Up wirken mehr als ordentlich und die Orks sehen ihren Artgenossen aus Peter Jacksons filmischer Ringtrilogie wirklich zum Verwechseln ähnlich, erhalten aber hier immerhin mehr eigene Identität und wirkten mit ihrer Sprache auch mich zeitweise die die Klingonen aus Star Trek. Die HdR-Filme standen bei mehreren Kameraeinstellung definitv Pate, doch würde ich dies nicht als plumpe Nachmacherei sondern Hommage an das Vorbild sehen. Schattenkrieger bietet keine epischen Schlachten, aber dafür immer wieder kleine Kampfszenen mit ansprechender Choreographie. Das zahlenmäßig recht reduzierte Darstellerensemble reißt schauspielerisch keine Bäume aus, fällt aber auch nicht negativ auf. Danielle Chuchran Ryan versprüht als akrobatisch kämpfende Elfe ein wenig Xena-Feeling (allerdings ohne Salti und Kampfschreie). In Anlehnung an Neuseeland als Mittelerde präsentieren die Macher des vorliegenden Streifens ein paar schöne Landschaftspanoramen mit einer Portion Colourgrading (der Himmel erstrahlt immer gelb-rötlich). Die Story gestaltet sich über weite Strecken eher generisch, aber irgendwie wirkt das alles spannender und abwechslungsreicher als im thematisch und produktionstechnisch sehr ähnlichen Dungeons & Dragons: Die Macht der Elemente (2005). Dennoch hätte man die Handlung an manchen Stellen ein wenig besser ausarbeiten können. Das Finale wird dann leider etwas von einer schlecht gerenderten CGI-Kreatur überschattet. Aber insgesamt ein vor allem in Anbetracht der Rahmenbedingungen solides Fantasy-Abenteuer.

Schattenkrieger – The Shadow Cabal ist am 18. Juni 2013 auf DVD und BluRay erschienen sowie als kostenpflichtiger Stream bei Amazon, Apple TV und Maxdome abrufbar.


Schattenkrieger – The Shadow Cabal (SAGA: Curse of the Shadow)
Fantasyfilm USA 2013. FSK 16. 101 Minuten. Mit: Danielle Chuchran Ryan, Richard McWilliams, Paul D. Hunt, Kyle Paul, Bailee MyKell Cowperthwaite, James C. Morris u.a. Nach dem Videospiel
SAGA. Drehbuch: Jason Faller und Kynan Griffin. Regie: John Lyde.

 

Credits
Bilder (c) Ascot Elite.

 

 

 


Seventh Son

27. Juni 2021

Und heute gibt es wieder Erwarten kein Review zu einer weiteren Dokumentation, sondern zum prominent besetzten Fantasy-Streifen Seventh Son, mit den Oscar-Gewinnern Jeff Bridges und Julianne Moore in zentralen Rollen.


Der versiebte Streifen

Im 16. Jahrhundert. England wird nicht nur von Menschen, sondern auch von Hexen, Geistern und monströsen Kreaturen bevölkert. Master Gregory (Jeff Bridges) ist der letzte aus einem traditionsreichen Orden, welcher diese Geschöpfe jagt und zur Strecke bringt. Vor Jahren sperrte er die böse Hexe Mutter Malkin (Julianne Moore) in ein unterirdisches Gefängnis. Doch Malkin gelang die Flucht und nun plant sie am bevorstehenden Blutmond, die Mächte der Finsternis zu entfesseln. Nachdem sein letzter Schüler getötet wurde sucht Gregory einen Nachfolger, den er im Bauernjungen Tom (Ben Barnes) findet. Tom ist der siebte Sohn eines siebten Sohnes und erlebt immer wieder Visionen, in welchen er die Zukunft sieht. Gregory und Tom machen sich auf den Weg zur Festung Malkins, um deren verheerende Pläne zu vereiteln. Tom trifft unterwegs auf die junge Alice (Alicia Vikander), die ein Geheimnis hütet…

Der vom russisch-amerikanischen Regisseur Sergei Bodrov (Nomad – The Warrior, Der Mongole) in Kanada gedrehte Fantasy-Blockbuster Seventh Son stand schon länger auf meiner Watchlist. Vor allem weil man die Oscar-Gewinner Jeff Bridges (für Crazy Heart, 2009) und Julianne Moore (für Still Alice – Mein Leben ohne Gestern, 2014) – beide spielten zuvor zusammen in der Kultkomödie The Big Lebowski (1998) von den Coen-Brüdern – eher selten in Werken aus der Phantastik erlebt. Die 95-Millionen-Dollar-Projekt wartet zudem mit weiteren prominenten Darstellern auf. In Person von Alicia Vikander (The Danish Girl) spielte eine weitere, spätere Oscar-Preisträgerin mit. Dazu gesellten sich Ben Barnes (Die Chroniken von Narnia) als Titelheld, Djimon Hounsou (Gladiator) als einer von Malkins finsteren Handlangern, Antje Traue (Man of Steel) als Malkins Schwester Lizzie und in einer kleinen Rolle Kit Harington, bekannt als Jon Snow aus Game of Thrones.

Die Dreharbeiten begannen bereits im März 2012, doch wegen einer drohenden Pleite des Effekt-Studios Rhythm and Hues sowie dem Ende der Zusammenarbeit von Legendary und Warner verzögerte sich die Fertigstellung des Films. Nachdem Seventh Son im Dezember 2014 in einigen europäischen und asiatischen Ländern gestartet war erfolgte die US-Veröffentlichung am 8. Februar 2015. Deutscher Kinostart war am 5. März 2015. Die Geschichte basiert auf dem ersten Roman der Spook-Buchreihe für Jugendliche des britischen Autors Joseph Delaney. Rein vom Papier her bringt der Film alle Voraussetzungen für gutes Fantasy-Kino mit sich. Das Endergebnis erweist sich aber leider als ziemlich durchwachsen.

Inhaltlich präsentiert sich Seventh Son als überaus generisch und völlig vorhersehbar. Die handelnden Personen kommen zu keiner Zeit über den Status sehr grob gezeichneter Klischeefiguren hinaus. Da helfen die großen Namen im Cast auch nicht weiter. Jeff Bridges gibt den von finsteren Kämpfen gezeichneten Magier als halbbesoffenen Gandalf während Ben Barnes in der Rolle seines Schülers weitgehend blass bleibt. Julianne Moore (erhielt eine Nominierung für die Goldene Himbeere als schlechteste Nebendarstellerin) weiß sich bei all dem prächtig aussehenden CGI-Verwandlungsirrsinn scheinbar nur mit hemmungslosem Overacting zu helfen. Als ziemlich wirkungslos verpuffen auch die Versuche, die Angelegenheit mit Humor aufzupeppen. Von der Gesamtperformance her hat mich Bodrovs Film ziemlich an Stephen Sommers Horror-Blödbuster Van Helsing (2004, mit Hugh Jackman) erinnert, mit dem Unterschied, dass letzterer Streifen trotz aller Schwächen immer wieder witzig ist. Der bodenlos-theatralische und austauschbare Score von Marco Beltrami ist da ebensowenig hilfreich.

Seventh Son ist auf DVD und BluRay erhältlich sowie Teil des Angebots von Streaminganbietern wie Netflix, Amazon Prime und anderen.


Seventh Son
Fantasyfilm USA, UK, Kanada, China 2014.
FSK 12. 102 Minuten.
Mit: Jeff Bridges, Ben Barnes, Julianne Moore, Alicia Vikander, Antje Traue, Djimon Hounsou, Olivia Williams, John DeSantis u.v.a. Nach dem Roman
Spooks – Der Schüler des Geisterjägers von Joseph Delaney. Drehbuch: Charles Leavitt und Steven Knight. Regie: Sergei Bodrov.


Credits
Bilder (c) Legendary Pictures/Universal.

 

 

 

 


10 Jahre Game of Thrones

17. April 2021

Vor zehn Jahren, am 17. April 2011, startete mit Game of Thrones eine aufwändige und epische Fantasyserie, welche die bisher erschienenen Bändes des Romanzyklus Das Lied von Eis und Feuer von George R.R. Martin adaptierte.

Was für ein jubiläumsträchtiges Jahr! 40 Jahre mwj, 60 Jahre Lisa Gerrard und demnächst 20 Jahre Herr der Ringe-Filmtrilogie. Heute feiert mit Game of Thrones eine der wenigen wirklich hochwertigen Fantasyserien einen ersten runden Geburtstag. Vor 10 Jahren debüttierte die von David Benioff und D.B. Weiss ins Leben gerufene TV-Adaption von George R.R. Martins epischer Romanreihe Das Lied von Eis und Feuer (OT: A Song of Ice and Fire, 1996-?). Während die Buchreihe noch unvollendet ist (ich bin zuversichtlich, dass der Autor bei gleichbleibender Geschwindigkeit die ausstehenden Bände sechs und sieben bis zu seinem 100. Geburtstag am 20. September 2048 herausbringen wird) fand die Serie mit ihrer achten Staffel 2019 zu einem sehr umstrittenen Ende.

Auf dem Kontinent Westeros. 17 Jahre nachdem der tyrannische König Aerys Targaryen von einem Zusammenschluss diverser Adelshäuser unter Führung der Baratheons, Lannisters und Starks gestürzt und die Familie des Tyrannen fast komplett ausgelöscht wurde herrscht dennoch nur ein brüchiger Frieden in den Sieben Königslanden. König Robert Baratheon ist des Herrschens müde und bietet seinen besten Freund Ned Stark, den Wächter des Nordens, im als Hand des Königs in der im Süden gelegenen Hauptstadt King’s Landing beizustehen. Widerwillig verlässt Ned seine Heimat Winterfell. In der Folge werden die Starks, Baratheons und andere Familien in einen gnadenlosen Machtkampf unterschiedlicher Häuser verstrickt. Im Norden jenseits der Mauer, eines kilometerlangen und dreihundert Meter hohen Eiswalles, lauern neue Bedrohungen, vor allem in Form der White Walkers. Auf dem östlichen Kontinent Essos leben unterdessen die letzten Targaryens, der hochmütige Viserys und seine Schwester Daenerys im Exil und planen den Eisernen Thron ihres Vaters und ihrer Vorfahren zurück zu erobern.

Nachdem ich ein paarJahre zuvor von der komplexen, aus der Sicht unterschiedlichster Figuren erzählten Saga um Macht, Überleben und die mögliche Existenz magischer Wesen wie Drachen, gehört hatte, startete ich 2007 die Lektüre der bis dato erschienenen vier (in der deutschen Übersetzung acht) von sieben geplanten Büchern. Im Juli 2011, wenige Monate nach der Premiere der Serienadaption, erschien der fünfte Band A Dance with Dragons (dt. Der Sohn des Greifen und Ein Tanz mit Drachen). Seitdem, also seit einer Dekade, warten wir darauf, dass Autor GRRM den sechsten Roman (und irgendwann vielleicht auch mal den siebten) endlich fertigkriegt. Kurz nach der Premiere von GoT am 17. April 2011 beim für andere hochwertige Serien wie Die Sopranos, Rom, The Wire und Boardwalk Empire bekannten Pay-TV-Sender HBO kam ich erstmals in den Genuss der ersten Staffel. Wie für viele andere (sowohl buchkundige als auch buchunkundige) Zuschauer erwies sich die GoT über die Jahre hinweg als hochklassiges Event-Fernsehen. Man fieberte mit Jon Snow, Daenerys Targaryen, den Stark-Kindern und weiteren, war (trotz Kenntnis der Vorlage) von vielen brutalen Wendungen schockiert sowie von vielschichtigen Charakteren (von starken Schauspielern wie Sean Bean, Peter Dinklage, Michelle Fairley, Nikolaj Coster-Waldau, Lena Headey, Charles Dance, Maisie Williams, Iain Glen, Alfie Allen, Jack Gleeson, Jerome Flynn, Gwendoline Christie u.v.a. verkörpert), starken Dialogen und hohen „Production Values“ begeistert. Pro Staffel war meist eine oder zwei Folgen mit einer fulminant inszenierten Schlacht im üppigen, aber in den ersten sechs Jahren keinesfalls astronomischen Budget drin.

Spätestens ab Staffel 6 (und teilweise bereits ein Jahr zuvor) hatte die Adaption die Romanreihe erzählerisch eingeholt, die Showrunner/Chefautoren Benioff und Weiss sowie ihr Team waren daher auf das angewiesen, was ihnen Martin vom Inhalt/Verlauf der noch nicht fertigen Bände 5 und 6 preisgab. Dieses Fehlen einer ausgearbeiteten Vorlage wirkte sich leider negativ auf die Qualität der letzten Seasons aus. Denn einerseits waren Benioff, Weiss & Co besser darin, eine vorhandene Vorlage zu adaptieren als eine noch nicht fertige Geschichte anhand wichtiger Eckpunkte selbst in kurzer Zeit zu vollenden. Außerdem kommt aus meiner Sicht eine falsche Entscheidung hinzu, nämlich die, dass man in den letzten beiden Staffeln auf mehr groß angelegte Actionszenen setzte anstatt die Zeit zu nutzen, um die diversen Handlungsstränge besser zu vollenden. Dennoch halte ich es für überzogen, die Serie wegen ihres durchwachsenen Schlussakkords komplett herabzustufen oder den Drehbuchautoren ihre Fähigkeit in ihrer Gänze abzusprechen. Game of Thrones hat Maßstäbe beim Thema Fantasy im Fernsehen gesetzt ähnlich wie es Peter Jackson Verfilmung von Herr der Ringe fürs Kino vollbracht hat.

Aufgrund des weltweiten Erfolgs von GoT hat HBO mehrere weitere Serien aus dem gleichen Universum, teils basierend auf Martins begleitenden Büchern und Kurzgeschichten, in Auftrag gegeben, darunter die sich bereits im Dreh befindliche Show House of the Dragon. Das birgt natürlich immer etwas die Gefahr, eine Übersättigung zu erzeugen und natürlich Meister Martin von seinem eigentlichen Job (siehe oben) abzuhalten. An dieser Stelle auf jeden Fall ein Gläschen auf zehn Jahre Spiel der Throne im Fernsehen! Leider habe ich gerade keinen edlen, dornischen Wein zur Hand. 😉

Übersicht meiner Reviews/Recaps zur Serie

Staffel 1 (2011)
Staffel 2 (2012)
Staffel 3
(2013)
Staffel 4 (2014)
Staffel 5
(2015)
Game of Thrones: The Musical
(2015)
Staffel 6 (2016)
* Staffel 6, Folge 1 und 2
* Staffel 6, Folge 3
* Staffel 6, Folge 4
* Staffel 6, Folge 5
* Staffel 6, Folge 6
* Staffel 6, Folge 7
* Staffel 6, Folge 8
* Staffel 6, Folge 9
* Staffel 6, Folge 10
Staffel 7
(2017)
Staffel 8
(2019)
* Staffel 8, Folge 1
* Staffel 8, Folge 2
* Staffel 8, Folge 3
* Staffel 8, Folge 4
* Staffel 8, Folge 5
* Staffel 8, Folge 6
Game of Thrones: The Last Watch
(Doku, 2019)

Credits:
Bilder und Video (c) HBO/Sky.

 


Wizards of the Lost Kingdom

7. Februar 2021

Nach einem halben Dutzend anspruchsvoller Filme bei der Internationalen Filmwoche in Würzburg stand mir der Sinn nach leichter Unterhaltung. Daher konsumierte ich den billigen „Fantasy-Kracher“ Wizards of the Lost Kingdom.

Rogers Resterampe

Im Königreich Axeholme lebt der junge Simon (Vidal Peterson), Sohn des Hofmagiers Wulfrik (Edgardo Moreira). Mit Unterstützung von Königin Udea (Barbara Stock) stürzt und tötet der böse Magier Shurkan (Thom Christopher) den König (Augusto Larreta). Dessen Tochter, Prinzessin Aura (Dolores Michaels), landet im Kerker. Wulfrik gelingt es gerade noch seinem Sohn Simon einen magischen Ring zu übergeben bevor der Hofzauberer im Kampf mit Shurkan sein Leben lässt. Gemeinsam mit seinem befellten Freund Gulfax (Edgardo Moreira) gelingt Simon die Flucht. Unterwegs treffen die beiden auf Krieger Kor (Bo Svenson), der sich dazu überreden lässt, Simon im Kampf gegen Shurkan zu unterstützen…

Was der Bezos’sche Algorithmus so alles verzapt! Weil ich vor etwa einem halben Jahr Deathstalker – Der Todesjäger (1983) gesichtet hatte wurde mir doch glatt Wizards of the Lost Kingdom empfohlen. Das ergibt auch ziemlich Sinn, denn beide Filme gehören zu den insgesamt neun Machwerken, die B-Movie-Papst Roger Corman in den 1980ern in Argentinen produzieren ließ. Gleich vorweg: Wizards of the Lost Kingdom (in Deutschland auch bekannt als Der Zauberring, Magier der verlorenen Welten, Der Zauberer des vergessenen Königreichs und Ein Königreich vor unserer Zeit I) ist eine echte Trash-Granate wie sie im Buche steht, im Strafgesetzbuch! Ein klarer Fall für SchleFaZ bei Tele 5!

Den Trailer und die Prämisse fand ich ja irgendwie noch ganz spannend, der Film aber „glänzt“ überwiegend durch unfreiwillige Komik und ein Sammelsurium unterschiedlichster Kreaturen. Am auffälligsten in Erinnerung bleibt natürlich Simons pelziger Freund Gulfax, eine Kreuzung aus Chewbacca (spricht die gleiche Sprache), Yeti und Big Foot, der meisten nur dumm brummelnd in der Gegend rumsteht. Wer sich schon immer mal gefragt was aus den sieben Zwergen nach Schneewittchen und der Bergwerkskarriere geworden ist bekommt hier die Antwort serviert. Die kleinen Zipfelmützenträger verdingen sich als Handlanger des bösen bösen bösen Magiers Shurkan (nicht Shere Khan!), mit Ausnahme von einem, der zum Waldzauberer umgeschult hat und als Nachmieter der Hexe im Knusperhäuschen wohnt. Außerdem bekommt der Zuschauer hier unter anderem noch Echsenmenschen, Spielzeugdinosaurier, eine Truppe untoter Krieger, Zyklopen, eine Meerjungfrau und einen geflügelten Löwen geboten.

Auf dem Papier mag das nach einem brauchbaren, familientauglichen (der Protagonist ist schätzungsweise 12) Fantasyfilmchen aussehen. Der Schein trügt. Das Machwerk ist an allen Ecken und Enden billig zusammengeschustert. An den teils farbenfrohen Kostümen (blau, türkis, fliederfarben, lila…!) und den schlichten Lichteffekten (Merke: böse Magie ist rot, gute Magie ist blau) konnte ich mich (auch wegen minimalem Restalkohol) noch erfreuen. Alles andere entpuppt sich als ziemlich mies. Die Kampfszenen wirken fast noch stümperhafter gefilmt als bei Billigbarbar Ator. Für eine kohärente Geschichte hat sich wohl auch niemand interessant. So lustlos wie der schwedisch-amerikanische Actionfilm-Hüne Bo Svenson als Kor (kommt heraus, wenn man Thor und Conan mixt) hier agiert so uninspiriert-lieblos wird der ganze Schmu auch heruntergekurbelt. Was Regisseur Héctor Oliveira (Barbarian Queen) ursprünglich an verwertbarem Filmmaterial abgeliefert hatte ging nur eine knappe Stunde und so wurde die Laufzeit einfach mit Szenenschnipseln aus zwei anderen Corman-Produktionen der Zeit, nämlich (ja!) Deathstalker und Sorceress – Die Mächte des Lichts (1982), auf knapp 80 Minuten gestreckt. Nur leider fällt diese Schummelei auf, weil das zusätzliche Material nicht wirklich dazu passt.

Passend zur kreativen „Eigenleistung“ wird einfach der Score von James Horner aus Sador – Herrscher im Weltraum recycelt und ein Programm generischer Fantasy-Versatzstücke (Herr der Ringe und Star Wars zählen zu den offensichtlichen, unfreiwilligen Paten) mit an Oberflächlichkeiten nicht mehr zu überbietenden Dialogen (ich vermute Ausschussware von Kalenderblattsprüchen) kombiniert. Erstaunlich, dass die wackeligen Styropor- und Pappkulissen beim turbulenten Finale nicht eingestürzt sind. Das Fehlen jeglicher Qualität hat Corman und Co übrigens nicht davon abgehalten, eine Fortsetzung (Ein Königreich vor unserer Zeit II) zu drehen, mit komplett anderer Besetzung und Story sowie „ergänzendem“ Material aus Der Krieger und die Hexe (1984), Barbarian Queen (1985), Amazons (1986) und Mystor – Todesjäger II (1987). Falls Textstellen aus dieser Rezension in anderen Reviews auftauchen, bitte nicht wundern.

Wizards of the Lost Kingdom ist auf DVD und BluRay erhältlich sowie als Stream bei Amazon (in Prime enthalten), Google Play, maxdome und Youtube verfügbar.

Wizards of the Lost Kingdom
Fantasy-Abenteuer Argentinien, USA 1985. FSK 12. 78 Minuten.
Mit: Vidal Peterson, Bo Svenson, Thom Christopher, Barbara Stock, Dolores Michaels, Edgardo Moreira, Michael Fontaine u.a. Drehbuch: Ed Naha alias Tom Edwards. Regie: Héctor Oliveira.

Credits
Bilder (c) M-Square.

 


Krull

23. August 2020

Nach zwei billigen Barbaren-Streifen hatte ich Lust auf einen ungleich aufwändigeren Film. Die Wahl fiel auf Krull, ein Fantasy-Abenteuer von Regisseur Peter Yates aus den 1980ern.

Das magische 5-Klingen-Schwert

Der Planet Krull wird von einer außerirdischen Macht heimgesucht. Von der Schwarzen Festung aus entsendet das Unsagbare Ungeheuer seine Truppen, die Slayers, um die Bewohner des Planeten in seine Gewalt zu bringen. Prinz Colywn (Kenneth Marshall) und Prinzessin Lyssa (Lysette Anthony) wollen mit ihrer Heirat die eigentlich verfeindeten Königreiche ihrer Väter vereinen und so gemeinsam gegen die außerirdischen Invasoren kämpfen. Doch die Hochzeitszeremonie wird von einem Angriff der Slayers unterbrochen. Lyssa wird entführt und in die Schwarze Festung gebracht. Colwyn erholt sich dank der Heilkraft des weisen alten Ynir (Freddie Jones) schnell von seinen Verletzungen. Gemeinsam mit Ynir, dem unbeholfenen Gestaltwandler Ergo (David Battley) sowie einer Gruppe von Räubern, die von Torquil (Alun Armstrong angeführt werden, macht sich Colwyn auf, seine Braut zu befreien und das Monster zu besiegen…

Peter Yates, der zuvor unter anderem einige Episoden der britischen Krimiserien Danger Man – Geheimauftrag für John Drake und The Saint – Simon Templar sowie den Kult-Actionthriller Bullitt (1968) mit Steve McQueen inszeniert hatte, drehte mit Krull seinen ersten und einzigen Beitrag zum Genre Fantasy. Auch wenn man sich hier in einem kruden Mischmasch aus John Boormans Artussagen-Adaption Excalibur (1981) und George Lucas‘ Star Wars-Filmen wähnt so gehört die britische-amerikanische Co-Produktion keinesfalls zur Welle der billig nachgemachten Epigonenfilme. Das liegt vor allem daran, dass die Macher hier mit etwa 30 Millionen Dollar über ein damals mehr als üppiges Budget verfügen konnten. Dieses Geld wurde mehr vor allem in die wirklich gelungenen Kulissen und die überwiegend mit Modellen und optischen Illusionen erschaffenen Spezialeffekte investiert.

Bis auf wenige Details (darunter das „Schwert“ mit fünf Klingen) gestaltet sich der Plot überaus generisch. Man erfährt so gut wie gar nichts über die Welt des Planeten, außer dass sie von Rittern, Magiern, Räubern, Gestaltwandlern, Zyklopen und Flammenpferden bevölkert wird. Für innere Logik war bei der Drehbuchentwicklung wenig Zeit. Geht eine Unternehmung schief, so gibt es meist einen zweiten Weg, das wichtige Ziel zu erreichen, auch wenn es vorher hieß, dass nur einen gebe. Zwar entwickelt sich in der heterogenen Helden-Riege so etwas wie Gruppendynamik, aber die meisten Figuren kommen über Allgemeinplätze kaum hinaus. Während es für den ordentlichen Hauptdarsteller Kenneth Marshall (später als Michael Eddington in Star Trek: Deep Space Nine zu sehen) der einzige Part als Leading Man bleiben sollte erreichten zwei jüngere Darsteller namens Liam Neeson und Robbie Coltrane (siehe Foto unten) später große Bekanntheit. Freddie Jones alias Ynir und die in einem kleinen Part als „Spinnenfrau“ verheizte Francesca Annis agierten danach gemeinsam in David Lynchs berüchtiger Verfilmung von Frank Herberts Dune – Der Wüstenplanet (1984). Lysette Anthony (Dr. Jekyll and Ms. Hyde, Dracula – Tot aber glücklich) spielt hier als Prinzessin Lyssa leider nur die passive Rolle der Damsel-in-Distress, auch wenn sie Zwiegespräche mit dem Ungeheuer (dessen wahre Gestalt lange ein Rätsel bleibt) führt und durch labyrinthische Sets irrt. Mit einer besser ausgearbeiteten Geschichte und profundem Worldbuilding hätte Krull wohlmöglich das Zeug zum großen Fantasy-Blockbuster gehabt.

Krull ist auf DVD erhältlich sowie bei ein paar Streaminganbietern abrufbar.

Krull
Fantasy-Abenteuer UK, USA 1983. FSK 12. 116 Minuten (PAL-DVD). Mit: Kenneth Marshall, Lysette Anthony, Freddie Jones, Alun Armstrong, David Battley, Bernard Bresslaw, Robbie Coltrane, Graham McGrath, Liam Neeson u.v.a. Drehbuch: Stanford Sherman. Regie: Peter Yates.

Credits
Bilder (c) Sony.

 


Dungeons & Dragons: Die Macht der Elemente

17. Dezember 2019

Nach der spontanen Sichtung des Fantasy-Flops Dungeons & Dragons (2000) habe ich mir aus einer Laune heraus gleich noch die kostengünstigere Fortsetzung Dungeons & Dragons: Die Macht der Elemente gegönnt. Allein um herauszufinden, ob Bruce Payne in seiner Rolle als Damodar erneut mit todschickem blauen Lippenstift aufläuft (Spoiler: tut er nicht!).

Damodar Returns

Hundert Jahre nach dem Sieg über Profion. Neues Ungemach droht dem Königreich Izmir. Der zu einem Dasein als Untoter verfluchte Damodar (Bruce Payne) findet den schwarzen Orb, mit welchem der die Macht des unter der Erde eingesperrten Drachengottes Faluzure entfesseln will, umso Feuer und Zerstörung über das Land zu bringen. Während der erfahrene Ritter Sir Berek (Mark Dymond) sich mit vier weiteren Kriegern – Barbarin Lux (Ellie Chidzey), Meisterdieb Nim (Tim Stern), Elfenmagierin Ormaline (Lucy Gaskell) und Kleriker Dorian (Steven Elder) – auf die gefährliche Reise zum Versteck Damodars macht, versuchen die Magier Izmirs um ihren Anführer Oberon (Roy Marsden) und Bereks Ehefrau Melora (Clemency Burton-Hill) in einem uralten Zauberbuch ein wirksames Mittel gegen das bevorstehende Unheil zu finden. Die Zeit drängt, denn schon beim nächsten Neumond wird Faluzure erwachen…

Dungeons & Dragons, die Kino-Adaption des bekannten Pen-&-Paper-Rollenspiels, floppte zu Beginn des Jahrtausends und nach meiner Erstsichtung des Films muss ich sagen: zurecht. Regisseur Gerry Liveley (Darkness Falls: Mörderisches Geheimnis) drehte wenige Jahre später in Litauen eine billigere Fortsetzung, wobei sich Courtney Solomon, der den Vorgänger inszenierte, dieses Mal auf die Rolle des ausführenden Produzenten beschränkte. Nach der Premiere von Dungeons & Dragons: Die Macht der Elemente im US-Fernsehen im Oktober 2005 fand der Streifen in der Folge auch seinen weltweiten Weg in die DVD-Regale. Auch wenn beim Standalone-Sequel nur knapp ein Drittel des Budgets von Teil eins zur Verfügung stand, der CGI-Drachen wirklich mies animiert (oder einfach nicht fertig gerendert) ist und man sich beim Skript auch kein Bein ausgerissen hat so würde ich nicht sagen, dass Die Macht der Elemente wirklich missratener daherkommt. Im Rahmen der fast schon typischen Direct-to-DVD-Machart machen Lively und sein Team nicht alles falsch. Die (bis auf Bruce Payne) durchgehend unbekannten Schauspieler agieren solide und die Story wird nicht unnötig in die Länge gezogen. Zwischen den fünf Helden entwickelt sich sogar so etwas wie Gruppendynamik. Die Anspielungen und das Namedropping wenden sich deutlich an Fans des Rollenspiels, weswegen Außenstehende die ganzen Zitate wohl recht beliebig finden. Die Bilder hätte etwas mehr Farbe vertragen können. Mich hat der Film teilweise an die thematisch ähnliche Videospielverfilmung Schwerter des Königs: Dungeon Siege vom berüchtigen Uwe Boll erinnert, nur ohne die Stars und nicht so dreist so zusammengeklaut, aber dafür auch nicht so billig wie die Fortsetzung.

Dungeons & Dragons: Die Macht der Elemente ist auf DVD erhältlich sowie bei diversen Streaminganbietern abrufbar. 2012 erschien Dungeons & Dragons 3: Das Buch der dunklen Schatten, ebenfalls von Gerry Lively inszeniert.

Dungeons & Dragons: Die Macht der Elemente
(Dungeons & Dragons: Wrath of the Dragon God)
Fantasyfilm USA, UK, Litauen, Deutschland 2005. FSK 12. 101 Minuten (PAL-DVD). Mit: Mark Dymond, Bruce Payne, Clemency Burton-Hill, Ellie Chidzey, Tim Stern, Lucy Gaskell, Steven Elder, Roy Marsden u.a. Regie: Gerry Lively. Drehbuch: Robert Kimmel, Brian Rudnick, Gerry Lively. Nach dem Rollenspiel von Gary Gygax und Dave Arneson.

Credits:
Bilder (c) Universum Film.


Dungeons & Dragons

15. Dezember 2019

Ein mäßiger Fantasy-Streifen mit Drachen und Jeremy Irons? Die Rede ist aber nicht von Eragon – Das Vermächtnis der Drachenreiter, einer uninspirierten Adaption des generischen Romans von Christopher Paolini, sondern von der sechs Jahre zuvor veröffentlichten Rollenspiel-Verfilmung Dungeons & Dragons.

Grimassen & Drachen

Im Reich Izmir droht ein Bürgerkrieg zwischen „gewöhnlichen“ Menschen und den Magiern. Kaiserin Savina (Thora Birch) möchte, dass alle ihre Untertanen gleichgestellt werden. Profion (Jeremy Irons), der machtgierige Vorsitzende des Hohen Rates der Magier, plant diese revolutionären Ansichten gegen die Monarchin zu verwenden. Mit der Hilfe eines magischen Stabes will Profion die Macht über die roten Drachen erlangen, um die Macht über Izmir zu erlangen. Die Magierschülerin Marina (Zoe McLellan) kann gerade noch verhindern, dass Profions Handlanger Damodar (Bruce Payne) und dessen Schergen in den Besitz einer Karte gelangen, die einen Weg zum Stab weist. Die beiden Diebe Ridley (Justin Whalin) und Snails (Marlon Wayans) sowie der Zwerg Elwood (Lee Arenberg) stolpern mehr oder minder freiwillig mit Marina in die gefährliche Queste auf der Suche nach dem Stab. Doch Savinas Fährtenleserin, die Elfe Morda (Kristen Wilson), und Damodar sind dem ungleichen Quartett bereits auf der Spur…

Meine Berührungspunkte mit der Welt der Pen-&-Paper-Rollenspiele beschränkt sich auf ein paar DSA-Abenteuer mit meinen Cousins in den gemeinsamen Urlauben während meiner Jugend. Von Dungeons & Dragons hatte ich zwar auch gehört und erinnere mich dunkel an die Sichtung der Zeichentrickserie Im Land der phantastischen Drachen (1983-1985) in meiner Kindheit. An einem trägen Sonntagvormittag kam der Entschluss, die berüchtigte Kino-Version des Stoffes zu sichten. Das Echo von Kritikern und Fans auf den Streifen von Courtney Solomon (der die Verfilmungsrechte des Spiels erworben hatte und sich gedrängt sah, neben der Rolle des Produzenten auch die des Regisseurs zu übernehmen) war und ist auch heute noch ziemlich verheerend. Auch ohne Kenntnis des Rollenspiels kann ich diese negative Resonanz nachvollziehen. Dennoch erscheint mir Dungeons & Dragons: The Movie nicht völlig misslungen.

Zugegebenermaßen liegt hier einiges im Argen. Die Schauspielleistungen sind schwach bis mäßig (ein Skandal, dass Jeremy Irons für sein hemmungsloses Dauergrimassieren und kindisches Herumgefuchtel keine Goldene Himbeere erhielt), die Dialoge generisch bis dämlich. Außerdem müssen die CGI-Effekte vor 19 Jahren schon altbacken gewirkt haben während sich die Qualität der Kostüme irgendwo zwischen Opulenz, Kitsch und niedrigem LARP-Niveau befindet. Aber immerhin sind die Kulissen ordentlich geraten und das Drehbuch hält sich nicht lange mit Erklärungen auf, sondern kommt gleich zum Punkt. Dadurch gestalten sich die gut 90 Minuten Nettolaufzeit immerhin kurzweilig und ein paar fast schon gelungene Szenen gibt es auch. Aus heutiger Sicht wirkt das alles wie eine krude Mischung aus klassischen Fantasy-Tropen, Die unendliche Geschichte (1984) und einer misslungenen Leinwandversion von J.R.R. Tolkiens Der Herr der Ringe, unter anderem mit der verschenkten Thora Birch (American Beauty) in der Rolle der „kindlichen Kaiserin“ sowie Justin Whalin (Jimmy Olsen aus Superman: Die Abenteuer von Lois & Clark) als heldenhaftem Teeniestar-Hobbit plus ein paar austauschbare Sidekicks. Relativ gut aus der Affäre zieht sich dagegen Bruce Payne (Highlander: Endgame) mit seiner Performance als Damodar, Handlanger des Oberschurken Profion. Herrlich auch der Kurzauftritt von Richard O’Brien (bekannt als Autor und Darsteller von The Rocky Horror Picture Show).

Dungeons & Dragons ist seit Oktober 2001 auf DVD und seit März 2011 auf BluRay erhältlich sowie bei diversen Streaminganbietern abrufbar. Mit Dungeons & Dragons: Die Macht der Elemente (2005) und Dungeons & Dragons: Das Buch der dunklen Schatten (2012) erschienen zwei Fortsetzungen (beide inszeniert von Regisseur Gerry Lively) direkt auf DVD.

Dungeons & Dragons
Fantasyfilm USA/Tschechien 2000. FSK 12. 104 Minuten (PAL-DVD). Mit: Justin Whalin, Marlon Wayans, Zoe McLellan, Bruce Payne, Jeremy Irons, Lee Arenberg, Thora Birch, Kristen Wilson u.a. Regie: Courtney Solomon. Drehbuch: Topper Lilien und Caroll Cartwright. Nach dem gleichnamigen Rollenspiel von Gary Gygax und Dave Arneson.

 

Credits:
Bilder (c) Ascot Elite/EuroVideo.


Herr der Ringe: 50 Jahre deutsche Erstausgabe

15. September 2019

„Ein Ring, sie zu knechten, sie alle zu finden, Ins Dunkel zu treiben und ewig zu binden…“. Heute vor 50 Jahren erschien Der Herr der Ringe erstmals in der deutschen Übersetzung.

Was der Roman für mich bedeutet, kann man HIER nachlesen. Die Kurzfassung: J.R.R. Tolkiens Epos und die dazugehörige Verfilmung von Peter Jackson haben mein Leben nachhaltig verändert, vor allem aber meine Begeisterung für Filme so richtig entfacht.

Nachdem meine grüne, dreibändige Taschenbuchausgabe mit der „falschen“ Übersetzung von Wolfgang Krege nicht mehr zu gebrauchen war, hatte ich die letzten Jahre mit dem Erwerb der Carroux-Übersetzung in einer schicken neuen Edition geliebäugelt. Doch erst die seit Ende August erschienene „edle Klassikerausgabe“ in drei Bänden mit der ersten Übertragung von Margaret Carroux sowie sämtlichen Anhängen und Registern lockte mich aus der Reserve. Für Nostalgiker gibt es außerdem eine Retro-Version mit den Covern der Erstausgabe von 1969.

Die angekündigte Adaption des Fantasy-Epos als TV-Serie durch Amazon (vsl. 2021), welche sich inhaltlich allerdings mit der Zeit vor dem Ringkrieg auseinandersetzen wird, bietet schließlich allein schon genügend Anlass für eine erneute Lektüre.

 

 

 

Viel Spaß beim Lesen!

 

 

 


Game of Thrones: 8×02 – Recap

23. April 2019

Dienstag Abend. Wieder Zeit für die „GoT-Recap“. Wie letzte Woche bin ich völlig unverspoilert in die Sichtung der neuen Folge von Game of Thrones gegangen. Lediglich den Titel habe ich vorher gelesen…

Wer auch weiterhin unverspoilert bleiben will nimmt bitte die fette Warnung Ernst.

 

Der letzte Tag und die letzte Nacht vor der Schlacht gegen die Toten. Winterfell bereitet sich vor. Aber nicht das beschauliche Winterfell aus der ersten Staffel, sondern das Winterfell, welches nun mit tausenden Soldaten, so ziemlich allen Bewohnern des Nordens und fast allen hohen Tieren von Westeros gefüllt ist. Unermüdlich laufen die Vorbereitungen. Waffen werden geschmiedet, Befestigungen gebaut/verstärkt und Essen verteilt. Kampf oder Krypta lautet die Devise.

Dass der Night King, seine White Walker und die Totenarmee vor Sonnenaufgang eintreffen werden wissen wir weil zwischenzeitlich Tormund, Beric, Edd und Co reinschneien. Die Episode beginnt aber mit dem „Supreme Court of Winterfell“, bestehend aus Daenerys, Sansa, Bran und Jon. Jaime Lannister ist ja bekanntlich in Winterfell eingetroffen, allerdings nicht mit einer Lannister-Armee. Weil ihm verständlicherweise keiner der Anwesenden so wirklich über den Weg traut bürgt Brienne für ihren ehemaligen Gefangenen und Eidgefährten. Die Sache wird eigentlich recht schnell und unspektakulär abgehandelt, doch Jamie fühlt sich freilich auch danach nicht wirklich willkommen. Auch das kurze Vieraugen-Gespräch mit seinem Opfer Bran (bzw. Fünf-Augen-Gespräch, Bran ist ja der dreiäugige Rabe) gestaltet sich anders als es der nicht mehr wirklich goldene Löwe erwartet hat.

Da ihr Jon die ganze Zeit ziemlich aus dem Weg geht versucht Dany die Wogen zwischen Sansa und sich zu glätten. Doch so einfach lässt sich die Lady von Winterfell nicht einlullen („What about the north?“). Weitere Spannungen sind unausweichlich. Denn nach offensiv-passiv-agressivem Herumbrüten an der Statue seiner Mama rückt Jon gegenüber seiner neuen Königin mit der Wahrheit über seine Abstammung und seine wahre Identität als Aegon Targaryen raus. Dany glaubt ihrem neuen Lover nicht. Verständlich, denn die heikle Information hat der Ex-König des Nordens von seinem Bruder sowie seinem besten Freund Samwell Tarly. Letzterer nimmt es der Drachenkönigin verständlicherweise übel, dass sie seinen Vater und Bruder zerbrutzeln ließ. Das Gespräch wird unterbrochen vom Klang der Hörner. Die Toten reiten jetzt doch nicht mehr so langsam und stehen in Sichtweite vor den Toren Winterfells.

Ansonsten viel Schwelgen in alten Zeiten (z.B. Tyrion und Jaime oder das Nachtwache-Trio John, Samwell und Edd), rührend-komische Szenen. Dass Arya in der letzten Nacht vor der Schlacht über Gendry herfällt empfand ich jetzt eher als irritierend. Grey Worm und Missandei erfahren stumme Ablehnung (Rassismus) durch die Bewohner des Nordens und beschließen sich daher nach dem Krieg auf der überaus friedlichen Insel Naath, Missandeis Heimat, niederzulassen. Falls beide überleben. Der Anführer der Unbefleckten-Armee wird, so meine Vermutung, in einem der ausstehenden Kämpfe sein Leben lassen. Ein ziemlich klarer Todes-Kandidat ist für mich auch Theon Greyjoy. Nicht nur weil er sich mit Sansa so gut versteht und die beiden ein putziges Paar wären, sondern vor allem weil das ehemalige Stark-Mündel sich als Beschützer von Bran opfern könnte und somit sein Karma wieder total im Positiven wäre.

Die Highlights der Folge gibt’s aber vor dem warmen Kaminfeuer. Zum gemütlichen Beisammensein mit den Lannister-Brüdern und Tyrions gutem Kumpel namens Wein gesellen sich auch Brienne, Dauer-Knappe Podrick, Ser Davos und natürlich der alte Wildlingshaudegen Tormund, der sein eigenes Getränk stilecht im Horn mitgebracht hat. Herrlich wie Tormund den Anwesenden die Story von seiner Begegnung mit einer Riesin erzählt und genial wie das der echt rotbärtige Kristofer Hivju spielt. Und wie dezent er seinen Schwarm Brienne anbaggert („I would have knighted you ten times over“). Jaime findet endlich einen Weg, Brienne seine Dankbarkeit und seinen guten Willen zu zeigen. Er schlägt sie zum Ritter der Sieben Königslande. Tolle Szene, sehr erfüllend. Als sich die Party schon ziemlich im Dämmerzustand befindet fragt Tyrion, ob nicht jemand ein Lied singen will. Zu aller Überraschung gibt Podrick „Jenny’s Song“ aka „Jenny of Oldstones“ zum Besten. Schauspieler Daniel Portman, einer der ewigen Helden aus der zweiten bis dritten Reihe, hat eine wundervolle Stimme. Seine Version gefällt mir besser als jene von Florence + The Machine im Abspann. In dieser Folge ist übrigens wirklich Niemand gestorben.

 

 

Insgesamt eine sehr gemächliche, aber doch recht erfüllende Episode. So kann Fanservice für mich funktionieren. Die Vorfreude auf die größte Schlacht der Fernsehgeschichte am Montag ist groß. Aber jetzt wende ich mich wieder Gaimans Götter jenseits des Atlantik zu.

Credits
Video (c) HBO
Die Wordclouds wurden mit Tagul erstellt


Game of Thrones: 8×01 – Recap

16. April 2019

Zu meiner Überraschung hat mich die Auftaktepisode der finalen Staffel von Game of Thrones doch recht geflasht. Daher ist es jetzt Zeit für eine kleine Recap…

…doch vorher eine eindringliche Spoiler-Warnung

 

Was für ein Hammer-Update des Vorspanns! Einfach grandios. Das Astrolabium fliegt durch die Lücke in der Mauer über Last Hearth nach Winterfell, durch die Burg und die Krypta, von dort aus nach King’s Landing zum Red Keep bis in den Thronsaal wo sich die Schwerter des Eisernen Thrones ausfahren. Dafür bitte einen weiteren Emmy an die Kreativen von Elastic, dem Studio hinter dem GoT-Vorspann und weiteren genialen Opening Titles!

 

 

Doch nun zum Inhalt der Folge. Sowohl mit der Eingangssequenz (Einmarsch von Dany, Jon und den unterschiedlichen Truppen der Drachenkönigin in Winterfell) als auch mit der Schlussszene schlägt die Serie einen direkten Bogen zurück zur allerersten Folge Winter is Coming (die übrigens am 17. April 2011, also vor ziemlich genau acht Jahren premierte). Diese Spiegelung wirkt sich auch auf die musikalische Untermalung aus, im Abspann wird sogar die gleiche Variante des Titelthemas verwendet. In diese mit 51 Minuten nicht direkt lange Episode wird Einiges an Handlung gepackt und nicht einfach nur die Figuren in Stellung gebracht. Wenn ich ehrlich bin mag ich solche Folgen sogar lieber als die groß angelegten Actionszenen.

Nachdem Dany und ihre unfassbar große Schar von Truppen in Winterfell einmarschiert sind gibt es erst einmal einen frostigen Empfang (eisiger könnte das nur noch der Night King) von Lady Sansa und den Lords des Nordens. Ein herzerwärmendes Wiedersehen von Arya und Jon (nach 66 Folgen!) muss aber sein. Solche Szenen haben mich in den letzten Staffeln immer am meisten bewegt. Während sich die hohen Tiere noch um Formalitäten streiten macht sich Schmied und Baratheon-Bastard Gendry (formerly known as Gendry Marathon) an die anspruchsvolle Aufgabe, möglichst viele Waffen mit Drachenglas zu bestücken.

In King’s Landing hat Euron Greyjoy (mit sinistrer Verschlagenheit und herrlicher Arroganz gespielt von Pilou Asbæk) wieder eines seiner Versprechen an Königin Cersei eingelöst und mit seiner Flotte die 20 000 Mann starke Söldnertruppe namens Golden Company unter ihrem Captain Harry Strickland (der deutsche Schauspieler Marc Rissmann in seinem GoT-Debüt) von Essos nach Westeros gebracht. Zu Cerseis Unmut aber ohne Elefanten. (Eine verqueere Theorie als Einschub: das wäre ein Grund für die Lannister-Löwin, sich mit dem Night King zu verbünden, denn der hat wohl untote Mammuts im Gefolge). Erstaunlich, dass dem Wunsch Eurons nach einem „privaten Treffen“ nach einigem Zögern dann doch entsprochen wurde. Ist Cersei doch nicht (mehr) von Jaime schwanger?

Für ihre beiden Brüder hat die blonde Lannister-Chefin jedenfalls ganz konkrete Pläne. Dauersöldner und Humorbolzen Bronn wird vom flotten Dreier im King’s Landing-Vertragspuff weggeholt, damit er mit Joffreys Armbrust (!) sowohl Tyrion als auch Jaime ermordet. Sollte er erfolgreich sein wäre Bronn dann der „Kingslayer Slayer“. Der unkaputtbare Söldner als Zünglein an der Waage im Spiel der Throne? Unterdessen befreit Theon Greyjoy seine Schwester Yara/Asha, die bisher auf der Silence, dem völlig „stummen“ Flagschiff von Eurons Flotte auf weniger langweilige Zeiten wartete. Dabei müssen ein paar Typen dran glauben, darunter Dave Hill (Autor dieser Episode) in seinem Cameo als Mann, dem Theon das Gesicht mit einer Axt spaltet.

Für die Höhepunkte sorgt in der Staffelpremiere allerdings Ex-Maester-Azubi Samwell Tarly, der erstmals Daenerys begegnet, nur um dann zu erfahren, dass sein verhasster Vater und sein weniger verhasster Bruder von ihr hingerichtet wurden. Den Schmerz über den Verlust seiner halben Familie noch frisch in sich trifft er Jon Snow in der Krypta von Winterfell und offenbart ihm das am besten gehütete Geheimnis von ganz Westeros: Jon ist kein Stark-Bastard, sondern Aegon VI Targaryen, der rechtmäßige König der Sieben Königslande. Doch Jon will davon nichts wissen. Kit Harington macht hier seine Sache nicht schlecht, aber John Bradley brilliert als emotional völlig aufgewühlter Samwell. Dass die Angelegenheit einen solchen Verlauf nimmt hätte ich nicht wirklich gedacht.

Kurz vor Ende treffen sich die Überlebenden des Mauersturzes aus Eastwatch-by-the-Sea um Wildlings-Rotbart Tormund und den „untoten“ Beric Dondarrion mit Eddison Tollett und seinem Nachtwache-Rest in Last Hearth, dem Sitz des Hauses Umber, wo sie eine schaurige Entdeckung machen. Die Toten sind nun wahrlich nicht mehr weit.

Eine in ihrer Gesamtheit sehr starke Folge, lediglich Jons erste „Drachenfliegen leicht gemacht“-Stunde hätte man sich sparen können. Das wirkte etwas plump und gewollt komisch. Winterfell war übrigens die erste Game of Thrones-Folge seit Langem, deren Erstsichtung ich völlig unverspoilert genoss.

Wenn ihr mich entschuldigt, es wird Zeit für die neue Folge von American Gods.

Credits
Video (c) HBO
Die Wordclouds wurden mit Tagul erstellt


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