Miss Fishers neue mysteriöse Mordfälle

26. Juli 2020

In drei Staffeln mit insgesamt 34 Folgen löste die unabhängige Privatdetektivin Phryne Fisher (Essie Davis) im Melbourne der späten 1920er Jahre Mordfälle. Gut drei Jahrzehnte später tritt Phrynes Nichte Peregryne in Miss Fishers neue mysteriöse Mordfälle in die Fußstapfen ihrer berühmten Tante.

 

Miss Fisher – The Next Generation

Australien 1964. Gerade hat die junge, eigenwillige Peregryne Fisher (Geraldine Hakewill) mal wieder ihren Job verloren, da erhält sie einen ominösen Brief. Ihre Tante Phryne ist in Papua-Neuguinea verschollen und hat ihren Besitz der bisher unbekannten Nichte vererbt. Peregryne kommt nach Melbourne und bezieht nicht nur das schicke Haus ihrer Tante, sondern bewirbt sich auch um deren vakanten Platz im Club der Abenteurerinnen. Die Ex-Spionin Birdie Birdsell (Catherine McClements) leitet den Verein besonderer Frauen wie Modedesignerin Florence Aster (Libby Tanner) oder Ärztin Violetta Fellini (Louisa Mignone), und lässt Peregryne eine kleine Aufnahmeprüfung machen, welche diese mit Bravour besteht. Als eines der Models bei einer Brautmodenschau ermordet wird wittert Peregryne ihre Chance wie ihre Tante als Privatdetektivin zu arbeiten. Bei ihren Ermittlungen trifft sie auf den gutaussehenden und sympathischen Polizeibeamten Detective James Steed (Joel Jackson)…

Nach insgesamt 34 Episoden in drei Seasons endete die in den späten 1920ern angesiedelte Krimiserie Miss Fishers mysteriöse Mordfälle 2015. Ein paar Jahre später sollte Phryne Fisher in Miss Fisher and the Crypt of Tears den Sprung auf die große Leinwand schaffen. Der Film feierte Anfang 2020 seine Weltpremiere und lief down under auch bereits in den Kinos. Eine Veröffentlichung in Deutschland, sei es auf DVD/BluRay oder bei einem Streaminganbieter, steht leider noch aus. Doch die Wartezeit lässt sich mit der vorliegenden Sequel-Show überbrücken, in welcher Phrynes Nichte Peregryne in die detektivischen Fußstapfen ihrer Tante tritt.

Die Original-Serie, basierend auf den Büchern von Juristin und Autorin Kerry Greenwood (geb. 1954), spielt im Melbourne der Roaring Twenties, der Nachfolger (von manchen auch als Spin-Off bezeichnet) dagegen in den Swinging Sixties. Peregryne Fisher wirkt wie das jüngere Abziehbild ihrer Tante. Zwar erscheint die junge Frau anfangs noch nicht so abgebrüht wie ihre verschollene Verwandte, aber in Sachen Mode nd Selbstbewusstsein steht Peregryne Phryne in wenig nach. Was die Figurenkonstellation angeht funktioniern die „neuen Mordfälle“ fast genau wie die alten. Die Protagonistin ist eine gutaussehende und pfiffige Detektivin. Ihr zur Seite steht nicht nur ein schneidiger Polizist, sondern auch eine Gruppe von Vertrauten, wie der versierte Tüftler Samuel Birdside (Toby Truslove), der als einziger Mann in der Villa des Abenteurerinnen-Clubs wohnt, den seine ältere Schwester leitet. Mit Detective Steeds Vorgesetztem, dem korrupten und schmierigen Inspector Sparrow (Greg Stone) gibt es zudem einen permanenten Widersacher, der schon Tante Phryne Probleme bereitete.

Zu den positiven Aspekten zählen weniger die meist recht konstruierten Krimiplots, sondern vielmehr die wirklich stylischen Kostüme, die authentischen Kulissen und den für damalige Zeiten immer noch progressiven Feminismus, welchen sowohl die Heldin als auch ihre Mitstreiterinnen zelebrieren. Mir persönlich hat vor allem die leicht verspielte Musik von Brett Aplin, Dmitri Golovko und Burkhard von Dallwitz (Die Truman Show) sehr gut gefallen. Die hochgewachsene Hauptdarstellerin Geraldine Hakewill wirkt auf mich wie eine 1960er Jahre Mischung aus Crisin Milioti (bekannt als Titelfigur in How I Met Your Mother) und Rashida Jones (Angie Tribeca). An sich besteht Season 1 (eine zweite wurde mittlerweile bestellt) aus vier Folgen in Spielfilmlänge (ca. 85 Minuten), die man jedoch für die internationale Auswertung in acht ca. 45minütige „Halbfolgen“ aufteilte.

Die erste Staffel von Miss Fishers neue mysteriöse Mordfälle ist seit dem 17. Januar 2020 auf DVD und BluRay erhältlich sowie auch bei einigen Streaminganbietern abrufbar. Alle drei Staffeln der Original-Serie sind auf DVD und BluRay erschienen (auch als Komplettbox) sowie zudem Teil des Angebots von Netflix.

Miss Fishers neue mysteriöse Mordfälle
(Ms. Fisher’s Modern Murder Mysteries)
Krimiserie Australien 2019. FSK 12. 8 Folgen (Staffel 1). Gesamtlänge: ca. 345 Minuten. Mit: Geraldine Hakewill, Joel Jackson, Catherine McClements, Toby Truslove, Louisa Mignone, Greg Stone, Katie Robertson u.a. Idee: Deb Cox und Fiona Eagger. Nach der Serie
Miss Fishers mysteriöse Mordfälle.

 


Credits
Bilder (c) Polyband/WVG.

 


Captain America (1990) (Kurzkritik)

26. Juni 2019

20 Jahre bevor der Held im Stars-and-Stripes-Kostüm in Gestalt von Chris Evans seinen Einstand im Marvel Cinematic Universe feierte schlüpfte Matt Salinger in die ikonische Rolle. Das Resultat ist in mehrfacher Hinsicht bemerkenswert.

Peinliches Patriotismusvehikel

1936 entführen die Faschisten in Italien den überaus begabten Jungen Tadzio de Santis und verwandeln ihn dank eines Serums der Wissenschaftlerin Dr. Vaselli (Carla Cassola) in einen entstellten Supersoldaten namens Red Skull. Geschockt vom Ergebnis ihrer Forschung flieht Dr. Vaselli in die USA, wo sie ihr Serum sieben Jahre später im Auftrag des US-Militärs einsetzt, um aus dem gehbehinderten Steve Rogers (Matt Salinger) den Helden Captain America zu erschaffen. Bei seinem ersten Einsatz lässt sich Steve allerdings von Red Skull (Scott Paulin) überwältigen und landet mit einer Rakete im ewigen Eis. Erst fünfzig Jahre später erwacht Rogers aus seinem Kälteschlaf und muss nicht nur feststellen, dass sich die Welt komplett verändert hat, sondern auch dass seine Nemesis Red Skull noch am Leben ist und einen perfiden Plan hat, wofür der Fiesling den amerikanischen Präsidenten Thomas Kimball (Ronny Cox) entführt…

1990, pünktlich zum 50. Geburtstag, sollte die von Joe Simon (1913-2011) und Jack Kirby (1917-1994) erschaffene Comicfigur des Captain America ihren großen Auftritt in den (US-)Kinos erleben, nachdem es bereits 1944 ein 15teiliges Filmserial sowie 1979 zwei Fernsehfilme gegeben hatte. Doch der von Menahem Golan (1929-2014), ehemals Miteigentümer der B-Film-Schmiede Cannon, produzierte und Regisseur Albert Pyun (Radioactive Dreams, Cyborg) inszenierte Film wurde in den USA erst zwei Jahre später direkt auf Video veröffentlicht. In einigen anderen Ländern debüttierte der Film zwischen Ende 1990 und 1991, erschien hierzulande im Februar 1991 auf VHS. Aber warum hat man sich so schwer getan, den Streifen unter die Leute zu bringen? Ganz einfach: das erste abendfüllende Leinwandabenteuer des blau-rot-weißen Captains ist ziemlich misslungen. Der Titelheld, sein Gegenspieler, dessen Schergen sowie das Filmteam überbieten sich hier gegenseitig an Stümperhaftigkeit. Natürlich darf man die 1990er Version nicht mit dem unter ganz anderen Bedingungen entstandenen Film von 2011 (der bei mir auch nicht gerade Begeisterungsstürme ausgelöst hat) vergleichen, schließlich standen Pyun und Co nur wenig Geld zur Verfügung. Die Story wirkt in ihrer Gesamtheit allerdings dermaßen infantil, als wäre sie von Fünftklässlern der Donald-Trump-Patriotismus-Schule verfasst worden. Noch dazu wurde das ganze Machwerk völlig uninspiriert gefilmt und überaus lieblos zusammengeschnippelt. Matt Salinger (Sohn des Autors J.D. Salinger) mag zwar optisch für die Titelrolle geeiget gewesen sein, aber seine „Performance“ passt sich dem peinlichen Verhalten des „Helden“ an. Unter der Maske des Red Skull (der hier übrigens John F. Kennedy, Robert Kennedy UND Martin Luther King auf dem Gewissen hat!) werden Fans der Serie Castle vielleicht Scott Paulin alias Kate Becketts Papa wieder erkennen. Einigermaßen schadlos bleibt wohl nur Ronny Cox (Beverly Hills Cop, Total Recall) in der Rolle des engagierten, überidealistischen US-Präsidenten. Captain America von 1990 bleibt ein Film, der zurecht weitgehend dem Vergessen anheim fiel und sich seinen Platz als einer der „Schlechtesten Filme aller Zeiten“ (siehe die SchleFaZ-Reihe mit Oliver Kalkofe und Peter Rütten) mehr als verdient hat.

Captain America
Comicverfilmung USA, Jugoslawien 1990. FSK 16. 93 Minuten. Mit: Matt Salinger, Ronny Cox, Scott Paulin, Kim Gillingham, Francesca Neri, Ned Beatty, Darren McGavin u.a. Regie: Albert Pyun. Nach Charakteren von Joe Simon und Jack Kirby.

 

Credits:
Bilder (c) Ascot Elite


Beverly Hills Cop II (Kurzkritik)

5. Januar 2019

Nach dem großen Erfolg des ersten Teils durfte Eddie Murphy erneut als Axel Foley ran. In Beverly Hills Cop II wildert der „Quassel-Bulle“ wieder im Revier der Reichen und Schönen.

Knallige Fortsetzung ohne zündende Story

Als der mittlerweile zum Captain der Polizei von Beverly Hills beförderte Andrew Bogumil (Ronny Cox) einen Hinweis im „Alphabet-Fall“ entdeckt, wird er wegen fadenscheiniger Gründe vom despotischen neuen Chief Lutz (Allen Garfield) suspentiert. Die eiskalte Killerin Karla Fry (Brigitte Nielsen) lockt Bogumil in einen fast tödlichen Hinterhalt. Als Axel Foley vom Anschlag auf seinen alten Bekannten und dessen kritischem Zustand erfährt, beendet er seine aktuellen Undercover-Ermittlungen in Detroit und macht sich sogleich auf den Weg nach Beverly Hills. Gemeinsam mit seinen Freunden Detective Billy Rosewood (Judge Reinhold) und Sergeant John Taggart (John Ashton), die eigentlich von Lutz zur Verkehrspolizei versetzt wurden, nimmt Axel die Ermittlungen auf. Eine Spur führt zu einem von Chip Cain (Dean Stockwell) und dem Industriellen Maxwell Dent (Jürgen Prochnow) betriebenen Waffenklub…

Mit etwa 12 Jahren sah ich (gemeinsam mit meinem Vater) zum ersten Mal die beiden ersten Beverly Hills Cop-Filme im Fernsehen, wobei weitere Sichtungen folgten. Damals fühlten wir uns von den Actionkomödien prächtig unterhalten, wobei Teil 2 mir besser gefiel. Das herausragende Einspielergebnis von Teil I an der Kinokasse (234 Millionen Dollar Umsatz bei 15 Millionen Budget) bewog das Produzenten-Duo Don Simpson und Jerry Bruckheimer zu einem Sequel, wobei Tony Scott (1944-2012), der mit dem Kampfflieger-Streifen Top Gun (1986) einen Hit gelandet hatte, die Regie übernahm. Beverly Hills Cop II profitiert von der eingespielten Figurendynamik, seinem weiterhin energiegeladenem Hauptdarsteller und einem höheren Actionanteil, vor allem im großen Finale. 25 Jahre nach der Erstsichtung empfinde ich das ganze Drumherum allerdings als äußerst mäßig. Die Story um die Pläne des als Gangsterboss im Hintergrund völlig verschenkten Jürgen Prochnow (Das Boot) erscheint nicht nur äußerst generisch, sondern hält auch einer näheren Betrachtung so überhaupt nicht Stand (ein Großindustrieller in finanziellen Nöten überfällt seine eigenen Unternehmen, um vom Gewinn dann Waffenhandel zu betreiben???). Dass Frauen in diesem für die Zeit typischen Macho-Film keine große Rolle spielen, dürfte jetzt niemanden verwundern, aber wieso werden die weiblichen Darsteller hier so dermaßen zu Randfiguren (Kampfmieze, Stichwortgeberin und Sexbomben) degradiert? Da bleibt am Ende außerdem die Frage, ob ich mir Teil III wirklich antun soll.

 

Beverly Hills Cop II
Actionkomödie USA 1987. FSK 12. 99 Minuten (PAL-DVD). Mit: Eddie Murphy, Judge Reinhold, John Ashton, Ronny Cox, Allen Garfield, Brigitte Nielsen, Jürgen Prochnow, Dean Stockwell u.a. Regie: Tony Scott. Drehbuch: Larry Ferguson und Warren Skaaren.

Credits:
Bilder (c) Paramount


Beverly Hills Cop (Kurzkritik)

2. Januar 2019

Im zarten Alter von 23 Jahren wurde Eddie Murphy mit der Rolle des Axel Foley, dem schlitzohrigen Polizisten mit großer Klappe, in Beverly Hills Cop zum Star, vor allem weil der Film Mitte der 1980er zum absoluten Kassenschlager avancierte. Doch wie gut ist der Streifen heute noch?

Große Klappe, dünner Plot

Gerade hat sich der junge Detroiter Polizist Axel Foley (Eddie Murphy) durch eine eigenmächtige Undercover-Aktion den Zorn seines Vorgesetzten, Inspector Todd (Gilbert R. Hill), eingehandelt, da erhält er überraschenden Besuch von Mikey (James Russo), einem alten Kumpel, der gerade frisch aus dem Gefängnis entlassen wurde. Nach einer durchzechten Nacht wird Axel vor seiner Wohnung niedergeschlagen und Mikey ermordet. Die Spur führt Axel nach Beverly Hills zum Kunstgalerie-Unternehmer Victor Maitland (Steven Berkoff), für den auch Jenny (Lisa Eilbacher), eine alte Freundin Axels und Mikeys, arbeitet. Auf der Suche nach dem Mörder Mikeys überschreitet Foley mehrfach seine Kompetenzen und erregt die Aufmerksamkeit der hiesigen Polizei unter Lieutenant Bogumil (Ronny Cox), der Sergeant Taggart (John Ashton) und den jungen Detective Bill Rosewood (Judge Reinhold) auf den Detroiter Cop ansetzt…

Unter der gemeinsamen Ägide des Produzentenduos Don Simpsons und Jerry Bruckheimer (Flashdance, Top Gun, The Rock) entstand auch Beverly Hills Cop, eine bereits ab 1977 konizipierte Mischung aus Kriminalfilm und Buddy-Komödie. Im Mittelpunkt des Streifens von 1984 (Kinostart in Deutschland war im April 1985) steht natürlich der damals sehr junge Eddie Murphy (Der Prinz aus Zamunda, Shrek) als Quasselstrippen-Bulle Axel Foley, der sein Gegenüber gerne auch mal fast zu Tode nervt und in der deutschen Fassung natürlich auch von der glänzenden Performance von Sprecher Randolf Kronenberg profitiert. Um die Hauptfigur herum bastelte man anhand diverser Drehbuchentwürfen eine kurzweilige, aber aus meiner Sicht keinesfalls übermäßig gelungene Actionkomödie mit recht dünnem Plot. Kaum vorstellbar dass Beverly Hills Cop sogar jeweils eine Nominierung für Golden Globe (beste Komödie) und Oscar (bestes Originaldrehbuch) erhielt. Das gut aufgelegte Schauspielerensemble um Judge Reinhold, John Ashton sowie Steven Berkoff als dezent schmieriger Bösewicht, der kultige Synthie-Score des deutschen Komponisten Harold Faltermeyer sowie die schnörkellose Inszenierung halten den Zuschauer aber gut bei der Stange. Bei einem Budget von 15 Millionen Dollar spielte „BHC“ seinerzeit unglaubliche 234 Millionen weltweit ein. Da musste natürlich eine Fortsetzung her.

Beverly Hills Cop
Actionkomödie USA 1984. FSK 12. 101 Minuten (PAL-DVD). Mit: Eddie Murphy, Judge Reinhold, John Ashton, Lisa Eilbacher, Steven Berkoff, Ronny Cox, Jonathan Banks u.a. Regie: Martin Brest. Drehbuch: Danilo Bach und Daniel Petrie Jr.

Credits:
Bilder (c) Paramount.


Masters Of The Universe (1987) (Kurzkritik)

7. August 2018

Verlassen wir zur Abwechslung beim Kurzkritiken-Sommer 2018 heute mal die australische Parallelwelt und begeben uns stattdessen nach Eternia. Allerdings bekämpfen He-Man und Co in der Realverfilmung von Masters Of The Universe ihre Widersacher nicht nur dort, sondern auch auf einem primitiven blauen Planeten…

Mit Synthie-Sounds durch Raum und Zeit

Düstere Zeiten auf Eternia. Finsterling Skeletor (Frank Langella) hat fast den ganzen Planeten erobert und die mächtige Zauberin von Grayskull (Christina Pickles) in seiner Gewalt. Nicht mehr lange und der Bösewicht wird auch die Macht des magischen Schlosses erhalten. Die letzten Widerstandskämpfer, He-Man (Dolph Lundgren) sowie Palastwächter Duncan alias Man-At-Arms (Jon Cypher) und dessen Tochter Teela (Chelsea Fields) finden beim magisch begabten Zwerg Gwildor (Billa Barty) kurzfristig Unterschlupf. Dieser hat einen kosmischen Schlüssel entwickelt, der dem ungleichen Quartett die Flucht von Eternia ermöglicht. Auf dem Trip zur Erde geht den Helden allerdings der Schlüssel abhanden. Ausgerechnet der Highschool-Musiker Kevin (Robert Duncan McNeill) und seine Freundin Julie (Courteney Cox) finden das geheimnisvolle Gerät, welches sie für einen japanischen Synthesizer halten. Skeletor schickt unterdessen seinen Trupp furchterregender Söldner auf die Erde, um den kosmischen Schlüssel zu finden, und He-Man gefangen zu nehmen. Mit der Versklavung des strahlenden Helden will der Tyrann endgültig den Widerstand des Volkes von Eternia brechen…

Groß muss die Enttäuschung für die Fans vor dreißig Jahren gewesen sein, da sich die Verfilmung der gleichnamigen Spielzeug-Figuren- und Zeichentrick-Serie (1983-1985) vergleichsweise weit von der „Vorlage“ entfernt. Sicherlich schöpft der Film von Gary Goddard (Miterfinder/Co-Autor der Scifi-Show Captain Power) das Potenzial des Stoffes nicht vollumfänglich aus. Ich persönlich hätte mir eine Adaption im Stile der grellbunten Camp-Orgie Flash Gordon (1980) mit Sam J. Jones oder Miles O’Keefe (Camelot – Der Fluch des Goldenen Schwertes, Ator der Unbesiegbare) als He-Man gewünscht. Dennoch bietet die Spielfilm-Version von Masters Of The Universe kurzweilige Unterhaltung, bei welcher die Effekte aus heutiger Sicht auch noch mehr als ordentlich wirken. Zweifelsohne sind die Kampfszene eher behäbig inszeniert und einzelne Elemente erinnern frappierend an Star Wars (Skeletors Armee!). Dass die nicht unbedingt sinnvolle, aber nicht völlig behämmerte Story überwiegend auf der Erde und nicht auf Eternia ­- immerhin war ein großes, optisch ansprechendes Grayskull-Set drin ­- spielt, spricht ebenfalls nicht unbedingt für den Film. Mit dem Casting des Charakterdarstellers Frank Langella (Dracula von 1979, Frost/Nixon) als Skeletor, der seine Dialogzeilen genüsslich auskostet, gelang es die schauspielerischen Mängel von Dolph „He-Man“ Lundgren auszugleichen. Daneben agieren unter anderem die späteren Serienstars Courteney Cox (Friends) und Robert Duncan McNeill (Star Trek: Raumschiff Voyager) als junges Paar, das unvermittelt in den Kampf um Eternia gerät. Seit gut zehn Jahren geistern übrigens Pläne für ein Reboot des Stoffes durch Hollywood. Nachdem zuletzt David S. Goyer (Dark Knight-Trilogie) und Explosionsguru McG (glücklicherweise) absprangen wurden die Brüder Adam und Aaron Nee (Band Of Robbers) als Regisseure engagiert und ein Kinostart für Dezember 2019 anberaumt.

Masters Of The Universe
Fantasy/Science-Fiction USA 1987. FSK 12. 101 Minuten (PAL-DVD). Mit: Dolph Lundgren, Frank Langella, Billy Barty, Courteney Cox, Jon Cypher, Chelsea Fields, Meg Foster, Robert Duncan McNeill, Christina Pickles, James Tolkan u.a. Regie: Gary Goddard. Drehbuch: David Odell. Nach der Spielzeugreihe von Mattel und der Zeichentrickserie von Filmation.

Credits:
Bilder (c) Winkler Film/Alive.


Miss Fishers mysteriöse Mordfälle: Staffel 2 & 3 (Kurzkritik)

7. März 2017

Nach der unterhaltsamen ersten Staffel bgann ich mit viel Vorfreude die weiteren Episoden der australischen „Sleuth Show“ im Free-TV zu verfolgen, in deren Verlauf wir u.a. mehr über Miss Fisher Familie erfahren…

Am Ende der ersten Season konnte Phryne Fisher (Essie Davis) endlich den Mörder ihrer Schwester Jane seiner gerechten Strafe zuführen. In ihrem nächsten Fall muss die lebenslustige Detektivin die Unschuld des stellvertretenden Polizeipräsidenten – gleichzeitig Inspektor Jack Robinsons (Nathan Page) Ex-Schwiegervater – beweisen, der neben einer ermordeten Prostituierten erwacht. Auch die unzähligen Wohltätigkeitsaktivitäten von Tante Prudence (Miriam Margoyles) sind Ausgangspunkt für diverse Ermittlungen. Phrynes Hausmädchen, die zurückhaltende und sehr katholische Dorothy „Dot“ Williams (Ashleigh Cummings), und der junge Constable Hugh Collins (Hugo Johnstone-Burt) kommen sich langsam näher. Doch auch zwischen der patenten Detektivin und dem coolen Inspektor knistert es immer wieder…

Mit der 34. Episode, in welcher Phryne Fisher ihrem spielsüchtigen und unzuverlässigen Vater (Pip Miller) vor einem mehrfachen Mörder zu beschützen versucht, endete die australische Sleuth Show nach drei Staffeln. Zwar gibt es immer wieder Gerüchte über einen oder mehrere geplante Kinofilme, doch diese scheitern bisher daran, dass Hauptdarstellerin Essie Davis (mit 3-Folgen-Auftritt in Season 6 von Game Of Thrones ) mit ihrem Ehemann, dem Regisseur Justin Kurzel (Macbeth von 2015, Assassins Creed) und den gemeinsamen Kindern, derzeit in England lebt. Dabei wäre aus dramaturgischer Sicht ein Spielfilm genau das richtige für die junge Melbourne-Marple. Denn leider sind die meisten Folgen (mit einer Laufzeit von ca. 55 Minuten) inhaltlich oft wenig berauschend und nicht selten ziemlich konstruiert, was die Identität und Beweggründe des Mörders betreffem. Die unerschrockene Protagonistin, die als Lebedame bereits in den späten 1920er für die Rechte der Frauen kämpft (auch in Männerdomänen wie dem Rennsport), und ihre modernen Ansichten, sowie das liebenswerrte Ensemble der weiteren Hauptfiguren in Miss Fishers Entourage entschädigen aber weitgehend für die allzu schematischen Plots. Das oben erwähnte Serienfinale wirkt allerdings recht enttäuschend, vor allem weil zu viel Handlung hineingepresst wird und lang erwartete Szenen daher überhastet abgehandelt werden. Dennoch ist Miss Fisher’s Murder Mysteries über weite Strecken unterhaltsamer als so manche 40-Minuten-Procedural-Krimiserie aus den USA.

Alle drei Staffeln von Miss Fishers mysteriöse Mordfälle sind mittlerweile auf BluRay und DVD erhältlich. Die erste Season kann man auch auf Netflix streamen.

Miss Fishers mysteriöse Mordfälle (Miss Fisher’s Murder Mysteries)
Krimiserie Australien 2013, 2015. FSK 12. 13 Folgen (Staffel 2, 734 Min.) bzw. 8 Folgen (Staffel 3, 432 Min.). Mit: Essie Davis, Ashleigh Cummings, Nathan Page, Hugo Johnstone-Burt, Richard Bligh, Travis McMahon, Anthony Sharpe, Tammy MacIntosh, Miriam Margoyles u.a. Nach
The Phryne Fisher Mysteries von Kerry Greenwood. Adaption: Deb Cox und Fiona Eagger.

Bilder (c) ABC/Polyband.


Miss Fishers mysteriöse Mordfälle (Kurzkritik)

7. März 2016

Genau wie das Vereinigte Königreich hat auch dessen ehemalige Kolonie Australien seine fiktionale Meisterdetektivin: Romanfigur Phryne Fisher. Am 15. März feiert die erste Staffel der Serienadaption von Miss Fishers Fällen ihre Premiere im deutschen Fernsehen.

Hätten Agatha Christies Meisterdetektive Miss Marple und Hercule Poirot ein gemeinsames Kind in die Welt gesetzt und es aus Gründen, die wir hier nicht näher ausführen werden, zur Adoption nach Australien gegeben, dann hieße dieser Nachwuchs sicher Miss Phryne Fisher und wäre selbst eine patente Detektivin.

Miss Fishers mysteriöse Mordfälle_S 1 DVDEnde der 1920er Jahre kehrt die selbstbewusste Miss Phryne Fisher (Essie Davis) von einem langen Aufenthalt in Europa nach Australien zurück und bezieht ein geräumiges Haus in Melbourne. Sehr zum anfänglichen Unmut von Police-Inspector John „Jack“ Robinson (Nathan Page) und seinem Assistenten, Constable Collins (Hugo Johnstone-Burt), ermittelt sie immer wieder in kniffligen Mordfällen. Mit Hilfe ihrer bunt gemischten Entourage um das junge, katholische Hausmädchen Dot (Ashley Cummings), Butler (!) Mr. Butler (Richard Bligh) sowie zwei Freunden aus der Arbeiterklasse, Bert (Travis McMahon) und Cec (Anthony Sharpe), stürzt sich Phryne in so manche waghalsige Abenteuer und gefährliche Liebschaften.

Auf Basis der seit 1989 veröffentlichen Romanreihe der australischen Juristin und Schriftstellerin Kerry Greenwood (geboren 1954) produzierte Australiens öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt ABC eine aufwändige TV-Serie mit Essie Davis (Australia, Der Babadook) in der Rolle der Glamour-Schnüfflerin Miss Fisher, die bei allem Charme doch eine Mary Sue, wie man sie sich vor knapp 100 Jahren erträumte, verkörpert. Phryne, die durch ihre Familie über ein ordentliches Vermögen verfügt, ist reich und sexy, aber auch multipolyglott und verfügt nicht nur über die Fähigkeit, Auto zu fahren, sondern hat Erfahrungen als Pilotin und in zig weiteren Disziplinen. In den stylischsten Klamotten der Roaring Twenties und bewaffnet mit ihrem vergoldeten Revolver stolziert der selbsternannte „Lady Detective“ durch für das „Whodunit“-Genre vergleichsweise gut geschriebene Stories mit einer Episodenlänge von etwa 55 Minuten. Aufgrund des üppigen Budgets von 1 Million australischer Dollar (ca. 650 000 €) pro Folge ist Miss Fishers mysteriöse Mordfälle dem britischen Vorläufer Poirot (1989-2013) im Bereich Ausstattung und Kostüme überlegen. Streckenweise ist die erste Staffel so unterhaltsam, dass man sich eine „Sleuth Convention“ mit Miss Marple und Monsieur Poirot wünscht.

Die erste Staffel der Serie ist seit 24. April 2015 auf DVD erhältlich und auch über Netflix verfügbar. Eins Festival zeigt die 13 Folgen ab dem 15. März 2016 als Free-TV-Premiere immer dienstags. Am 27. Mai 2016 erscheint die zweite Season (ebenfalls 13 Episoden) fürs Heimkino. 2015 sendete ABC eine dritte Staffel mit lediglich acht Folgen.

7-10Miss Fishers mysteriöse Mordfälle (Miss Fisher’s Murder Mysteries)
Krimiserie Australien 2012. FSK 12. 13 Folgen (Staffel 1). Gesamtlänge: ca. 728 Minuten.
Mit: Essie Davis, Ashley Cummings, Nathan Page, Hugo Johnstone-Burt, Richard Bligh, Travis McMahon, Anthony Sharpe u.v.a. Nach The Phryne Fisher Mysteries von Kerry Greenwood. Adaption: Deb Cox und Fiona Eagger.

 

Miss Fishers mysteriöse Mordfälle_Quartett

 

Bilder (c) ABC/Polyband.


LESELISTEN

LITERATUR - PROSOPAGNOSIE - FILM

Neue Filmkritik

braucht das Land

Apokalypse Film

Schaut vor der Apokalypse keine schlechten Filme!

Klappe!

Das Filmmagazin

Bette Davis left the bookshop

Bücher, Filme und viel mehr

VERfilmt&ZERlesen

Wo Kafka und Kubrick sich treffen

Schreiben als Hobby

Aus den Aufzeichnungen der Skáldkonur: Wo Worte sich zu Texten fügen, ist es Zeit für den Barden seine Geschichten zu erzählen.

11ersfilmkritiken.wordpress.com/

Ich heiße euch herzlich auf meinem Blog willkommen.

Weltending.

Buch. Musik. Film. Serie. Spiel. Ding.

Adoring Audience

Kritiken zu Filmen, Serien und Theater

Parkwelten

Freizeitparks, Kirmes & Co

Blaupause7

die Pause zur blauen Stunde

The Home of Horn

What i like, what i don't. Short Reviews, Top-Lists, Interests.

Sneakfilm - Kino mal anders

Kino…DVD…Blu-ray…und mehr!

Gina Dieu Armstark

Passion of Arts

Filmexe - Blog über Filme und Serien

Filme und Serien werden bei uns besprochen, in Form von Kritiken und auch einem Podcast. Jede Woche gibt es zwei Filmkritiken zu Filmen die gerade im Kino laufen oder auch schon länger draußen sind, der Filmpodcast heißt Filmexe Podcast.

Miss Booleana

says "Hello World!"

Cinematographic Tides

Filmische Gezeiten / Filmbesprechungen nach Wetter- und Stimmungslage / Klönschnack inbegriffen

What's Best in Life?

Ein Popkultur-Buchclub für Nerds

Hurzfilm

Ist das Filmkunst oder kann das weg?

Marcel Michaelsen

Selbsternannter Schriftsteller

Trivial

Friedl Von Grimm - fast eklig polygam

flightattendantlovesmovies

Die Flugbegleiterin, die gerne gute Filme und Serien guckt und darüber schreibt.

28 Books Later

Schundliteratur und anderer Unfug

neuesvomschreibtisch

You're gonna be fine.

ergothek

Der Blog mit dem DeLorean

Filmschrott

Schlechte Filme von Mainstream bis Trash. Die Lücke ist kleiner als man denkt.

The Televisioner

Ein subjektives Blog über Serien, Filme und anderen Popkultur-Kram

Singende Lehrerin

Tagebuch einer singenden, film-, serien- und theaterverrückten Lehrerin

Xanders Blog

Ein Blog über Filme, Fernsehen, Games, Bücher, Comics und sowas.

moviescape.blog

Texte über Filme, Serien, Popkultur, Laufen und das Vatersein.