Free Fire

28. März 2021

Bei einem geplanten Waffendeal löst ein Streit eine blutige Schießerei unter den anwesenden Gangstern aus, im prominent besetzten Free Fire von Regisseur Ben Wheatley.


The Trigger-Happy Twelve

Boston, 1978. In einer leerstehenden Fabrikhalle treffen sich die IRA-Mitglieder Chris (Cillian Murphy) und Frank (Michael Smiley) um Maschinengewehre vom südafrikanischern Waffenhändler Vernon (Sharlto Copley) zu kaufen. Als Mittelsmänner fungieren die beiden Amerikaner Ord (Armie Hammer) und Justine (Brie Larson). Zwischen Stevo (Sam Riley), einem Kollegen von Chris und Frank, sowie Harry (Jack Reynor), einem Mitarbeiter Vernons, bricht plötzlich ein Streit aus, der sich nach und nach auf die anderen Anwesenden, wie Vernons Geschäftspartner Martin (Baboo Ceesay), Harrys Kollegen Gordon (Noah Taylor) und Stevos Komplizen Bernie (Enzo Cilenti) überträgt. Schließlich münden die Unstimmigkeiten in einer handfesten Schießerei…

Mehrere zwielichtige Gestalten kommen am gleichen Ort zusammen. Dort stellt sich heraus, dass die Leute sich nicht wirklich grün sind und irgendwann trachtet man sich nach dem Leben. Quentin Tarantino, der gestern seinen 58. Geburtstag feierte, benötigte für diese Konstellation in seinem Western The Hateful Eight (je nach Fassung) zweieindreiviertel bis drei Stunden. Ben Wheatley (High-Rise) dagegen schaffte es mit dem hundert Jahre später angesiedelten Free Fire in etwa der Hälfte der Zeit. Die Idee zum filmischen Shootout kamen dem britischen Filmemacher und seiner Ehefrau Amy Jump, die gemeinsam das Drehbuch schrieben und auch für den Schnitt verantwortlich waren, durch die Lektüre diverser Polizeiberichte. Das minutiöse FBI-Protokoll einer Schießerei in Miami in den 1980ern fiel dem Paar besonders auf. Schließlich entstand ein bleihaltiges, großräumiges „Kammerspiel“, welches sich realistischer als andere Gangsterfilme gestaltet. Denn die Figuren sterben hier nicht gleich nachdem sie von einer Kugel getroffen werden. Außerdem wird die Schwierigkeit, ein bewegliches Ziel zu treffen., veranschaulicht.

Rein inhaltlich mag Free Fire recht wenig zu bieten haben, doch die abwechslungsreiche Dynamik der Schusswechsel sowie die ein oder andere überraschende Wendung vermögen für kurzweilige Unterhaltung zu sorgen. Wenn gegen Ende die (noch lebenden) Beteiligten aufgrund ihrer Verletzungen fast nur noch am Boden entlangkriechen dann nimmt die ganze Sache fast absurde Ausmaße an. Ins Rennen schicken Wheatley und Jump gemäß der Herkunft der Figuren ein internationales Ensemble aus fünf (überwiegend) englischsprachigen Ländern (USA, Großbritannien, Irland, Südafrika und Australien), darunter Oscar-Preisträgerin Brie Larson (Raum, Captain Marvel), Sharlto Copley (District 9), Armie Hammer (Spieglein Spieglein, Call me by your Name), Cillian Murphy (Peacock, Peaky Blinders) und Jack Reynor (What Richard Did, Midsommar [2019]).

Free Fire ist auf DVD und BluRay sowie als kostenpflichtiger Stream bei diversen Anbietern erhältlich.


Free Fire
Actionfilm UK 2016. FSK 16. 90 Minuten. Mit: Cillian Murphy, Armie Hammer, Brie Larson, Sharlto Copley, Jack Reynor, Sam Riley, Michael Smiley, Baboo Ceesay, Enzo Cilenti u.a. Drehbuch: Amy Jump und Ben Wheatley. Regie: Ben Wheatley.

Credits
Bilder (c) Splendid Film.

 


Maleficent: Die dunkle Fee (Kurzkritik)

19. April 2017

Zu Ostern noch schnell die Free-TV-Premiere eines Blockbuster mitnehmen? Deshalb sah ich Disneys eigene Dornröschen-Variante Maleficent, mit Medienikone Angelina Jolie in ihrem Nebenberuf.

Das Königreich der Menschen und die benachbarten More, wo Feen und unzählige andere Fabelwesen leben, sind verfeindet. Fernab der Feindseligkeiten lernen sich das geflügelte Feenmädchen Maleficent und der Waisenjunge Stefan kennen und werden Freunde. Dank seines grenzenloses Ehrgeizes steigt Stefan als Erwachsener (Sharlto Copley) schnell bei Hofe auf. Als er Maleficent (Angelina Jolie) verrät und ihr die Flügel abtrennt wird Stefan König. Die verstümmelte Fee schwört Rache und verflucht Stefans Tochter Aurora in der Wiege. An ihrem 16. Geburtstag wird die Prinzessin (Elle Fanning) sich an einer Spindel stechen und in einen todesähnlichen Schlaf fallen, so der Fluch…

Während es bei der dieses Jahr veröffentlichten Version von Die Schöne und das Biest bis auf die Umwandlung von Zeichentrick- zu Realfilm keinerlei kreative Gründe für einen Neuaufguss gab, so erscheint dies bei Disneys Maleficent auf den ersten Blick anders. Im Vergleich zu Dornröschen von 1959 wird hier nämlich die Perspektive geändert und die Geschichte aus der Sicht der titelgebenden „bösen“ Fee erzählt. Doch leider macht der Film viel zu wenig aus dieser Prämisse. Dramaturgisch äußerst ungelenk und holprig werden die bekannten Märchen-Motive inklusive dem üblichen Disney-Kitsch zu einer oberflächlichen Alternativversion verändert. Darüberhinaus liefert Oscar-Preisträger und Regiedebütant Robert Stromberg (Effektspezialist u.a. für Avatar und Alice im Wunderland von 2010) ein überbordendes, künstlich-seelenloses Effekte-Spektakel. Neben der halbgaren Story sind die Macher von Maleficent auch bei der technischen Umsetzung inkonsequent. Denn wozu Schauspieler in ausdruckslosen Rollen verschwenden, wenn man das ganze gleich als hundertprozentigen CGI-Animationsfilm realisieren kann? Doch beim großen Mickey-Maus-Konzern wird man in den nächsten Jahren die kreative Einfallosigkeit bis zur Verblödung treiben und 18 (!) weitere Zeichentrickfilme aus eigener Produktion als Live-Action-Versionen umsetzen. Da hilft beim besten Willen auch keine gute Fee mehr.

Maleficent: Die Dunkle Fee (Maleficent)
Fantasyfilm USA 2014. FSK 6. 93 Minuten (gekürzte Fassung, PAL-DVD). Mit: Angelina Jolie, Sharlto Copley, Elle Fanning, Sam Riley, Lesley Manville, Imelda Staunton, Juno Temple u.a. Regie: Robert Stromberg. Drehbuch: Linda Woolverton.

Bild (c) Disney.


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