Hercule Poirots Weihnachten

25. Dezember 2019

Eigentlich wollte Privatdetektiv Hercule Poirot ein gemütliches Weihnachten zuhause verbringen. Doch dann wird er von einem alten reichen Mann kontaktiert, der sein baldiges Ableben vermutet…

Christie’s Christmas Murder Mystery

Irgendwie hat es sich bei mir dieses Jahr nicht so recht ergeben, einen der zahlreichen Weihnachtsklassiker im Fernsehen, auf DVD oder per Streaming anzuschauen. Am Vormittag des 24. Dezember entschloss ich mich allerdings spontan, mit Hercule Poirots Weihnachten eine thematisch passende Episode der über einen Zeitraum von fast 25 Jahren in 13 Staffeln (1989-2013) veröffentlichten Krimiserie Poirot (basierend auf dem Romanen und Kurzgeschichten Agatha Christies über den exzentrischen belgischen Detektiv) anzusehen. Die Handlung der Folge in Spielfilmlänge (Staffel 6, Episode 1) spielt im Jahre 1936.

Der durch Diamantenfunde in Südafrika reich gewordene Simeon Lee (Vernon Dobtcheff) ist mittlerweile ein alter und kranker Mann, aber auch ein misanthroper, tyrannischer Patriarch, dessen Familie daher nicht viel für ihn übrig hat. Simeon lädt seine drei Söhne samt Anhang und seine spanische Enkelin Pilar (Sasha Behar) zu Weihnachten ein, um diese über eine geplante Testamentsänderung zu informieren. Gleichzeitig engagiert Lee Hercule Poirot (David Suchet), um herauszufinden wer ihm selbst nach dem Leben trachtet. Doch bereits am ersten Abend liegt Simeon Lee tot in seinem Zimmer. Der Raum wurde verwüstet und aus dem Safe fehlen vier ungeschliffene Diamanten. Der zufällig anwesende Superintendent Sugden (Mark Tandy) beginnt sogleich seine Ermittlungen. Poirot zieht aber auch seinen guten Bekannten, Chief Inspector Japp (Philip Jackson) von Scotland Yard, zu Rate. Jeder der Anwesenden – die Söhne George (Eric Carte), Alfred (Simon Roberts) sowie deren Ehefrauen Magdalene (Andrée Bernard) und Lydia (Catherine Rabett) inklusive des weitgereisten schwarzen Schafes Harry (Brian Gwaspari) und Pilar, dem einzigen Kind von Simeons verstorbener Tochter Jennifer – besitzt ein Motiv für den Mord…

Hercule Poirots Weihnachten feierte seine Premiere vor genau einem Vierteljahrhundert, am Christmas Day 1994. Generell ziehe ich bei der insgesamt 70teiligen Serie die Folgen in Spielfilmlänge den 50-Minütern vor. Die Weihnachtsepisode bildet ein gutes Beispiel für einen guten, soliden Whodunit-Beitrag, der mit einem etwas überraschenden Twist aufwartet. Eine Zweitsichtung macht aber dennoch Sinn. Denn wenn man die Lösung des Falles bereits kennt so bemerkt man beim zweiten Mal die im Verlauf der Geschichte subtil gestreuten Hinweise und Anspielungen. Bezüglich der Bildqualität mögen die frühen Staffeln etwas antiquiert wirken, aber Regisseur Edward Bennett, der für neun weitere Poirot-Folgen verantwortlich zeichnete, und sein Team machen inszenatorisch das Beste aus einem nicht sehr üppigen Budget und dem folglich weniger opulenten Szenenbild. Ab „Series 9“ (2003/04) sollten sich Look und Setting der TV-Produktion etwas verschwenderischer gestalten.

Hercule Poirots Weihnachten ist am 26. November 2010 auf DVD erschienen, als Bestandteil von Collection 7, welche die komplette 6. Staffel mit allen vier Episoden in Spielfilmlänge beinhaltet. Außerdem ist die Folge über einige Streaminganbieter abrufbar.

Poirot: Hercule Poirots Weihnachten (Poirot: Hercule Poirot’s Christmas)
TV-Krimi UK 1994. FSK 12. 103 Minuten (PAL-DVD). Mit: David Suchet, Philip Jackson, Simon Roberts, Catherine Rabett, Brian Gwaspari, Sasha Behar, Eric Carte, Andrée Bernard, Mark Tandy u.v.a. Nach dem Roman von Agatha Christie. Drehbuch: Clive Exton. Regie: Edward Bennett.


Credits
Bilder © ITV/Polyband

 


Tod auf dem Nil – Ideen für eine Parodie

6. April 2014

Mal ehrlich, es gibt vor allem in den letzten Jahren so einige schwache Filmparodien. Da wünscht man sich die Hochzeiten von Meisterparodist Mel Brooks (Frankenstein Junior, Spaceballs) oder den gelungenen ZAZ-Werken (z.B. Die Nackte Kanone) zurück. Da ich die Hercule Poirot-Filme mit Peter Ustinov liebe (aber auch Albert Finney in dieser Rolle in Mord im Orientexpress), habe ich mir vor einiger Zeit einmal Gedanken gemacht, wie denn eine Parodie von Tod auf dem Nil aussehen könnte, welche Szenen man durch den Kakao ziehen könnte. Für alle, die den Film nicht kennen, vorneweg natürlich eine Spoiler-Warnung.

Running Gag 1:
Poirot droht ständig seinen falschen Schnurrbart zu verlieren und muss ihn sich immer wieder „ankleben“.

Running Gag 2 – Schlaglöcher:
Der Schuss von Jacky, der Simon verfehlt, reißt ein tiefes Loch in den Boden des Schiffssalons. Als sich Simon später in sein Bein schießen will, verfehlt er es mehrmals aus kürzester Distanz (weil er den massiven Rechtsdrall der Pistole unterschätzt) und hinterlässt weitere Schlaglöcher im Salon, die zu Stolperfallen für alle anderen Passagiere werden. 

Mordszenen:
Wegen des Rechtsdralls der kleinen Pistole verfehlt Simon seine Frau Linnet mehrmals. Die Kugeln landen in der Wand und formen ein Kreuzzeichen. Schließlich erschlägt Simon Linnet mit der Fliegenklatsche, darauf spritzt das Blut und malt ein „J“ an die Wand.
Jacky ersticht das Dienstmädchen Louise mit einer Miniaturnagelfeile. Unerkannt schießt Jacky auf Mrs. Otterbourne mit Andrew Penningtons Pump-Gun, trifft die betrunkene Schriftstellerin aber nur in den Arm, worauf diese mit dem Kopf gegen die Wand stößt und stirbt.

Weitere Gags:
Mrs. Otterbourne ist teilweise so betrunken, dass sie keiner versteht und ihre Tochter Rosalie übersetzen muss. Dr. Bessner kassiert für seine Dienste mehrmals die Praxisgebühr. Mr. Ferguson verschenkt an alle Gratisausgaben von „Das Kapital“ und bittet um Spenden für die Kommunistische Partei. Am Ende kollidiert der Dampfer auf dem Nil mit einem Eisberg und sinkt.


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