The Shannara Chronicles: Staffel 2

20. Dezember 2017

Nach der Rettung des Elfenreiches werden die vier Lande von neuen Bedrohungen überschattet. Haldelf Wil Ohmsford und seine Freunde sind auch in der 2. Staffel von The Shannara Chronicles gefragt.

The Shannara Chronicles: Staffel 2 (The Shannara Chronicles: Season 2)
Fantasyserie USA 2017. FSK: Freigegeben ab 16 Jahren. 10 Folgen Gesamtlänge: ca. 410 Minuten.
Mit: Austin Butler, Ivana Baquero, Manu Bennett, Aaron Jakubenko, Marcus Vanco, Malese Jow, Vanessa Morgan, Gentry White, Caroline Chikezie, Desmond Chiam, Andrew Grainger u.a. Nach der Romanreihe von Terry Brooks. Adaption: Alfred Gough und Miles Millar.

Terror und Finsternis

Ein Jahr nachdem Dämonenfürst Dagda Mor und seine Truppen unter schweren Verlusten besiegt werden konnten droht neues Ungemach in den vier Landen der postapokalyptischen Erde. Der gnadenlose General Riga (Desmond Chiam) will mit seiner Terrormiliz „Crimson“ Magie komplett ausrotten und schreckt dabei vor Mord an vielen Unschuldigen nicht zurück. König Ander Elessedil (Aaron Jakubenko), dessen Nichte Amberle sich opferte und zur Reinkarnation des magischen Baumes Ellcrys wurde, plant das geschwächte Reich der Elfen durch eine Allianz mit dem menschlichen Königreich Leah unter Königin Tamlin (Caroline Chikezie) zu stabilisieren. Tamlin indes hat eigene Pläne. In der Gnomenstadt Storlock führt Haldelf Wil Ohmsford (Austin Butler) ein genügsames Leben als Heilkundiger, bis die geheimnisvolle Mareth (Malese Jow) auftaucht. Die ehemalige Rover-Tochter Eretria (Ivana Baquero) lebt mit ihrer Geliebten Lyria (Vanessa Morgan) in den Ruinen von San Francisco. Der von dunkler Bessesenheit befallene Bandon (Marcus Vanco) macht sich an die gefährliche Aufgabe, den finsteren Warlock-Lord wieder zum Leben zu erwecken. Druide Allanon (Manu Bennett) will den Ausbruch der Dunkelheit verhindern…

Wil hadert mit seinem Schicksal

Keine Ahnung, was mich nach der durchwachsenen ersten Staffel geritten hat, The Shannara Chronicles weiterzuschauen. Denn trotz einiger neuer Figuren und Thematiken liefert Season 2 der in Neuseeland gedrehten Fantasyserie weitgehend den gleichen (Teenie-)Einheitsbrei wie zuvor ab.

Dabei gestaltet sich die Story der zehn neuen Episoden zu Beginn noch interesssant, eröffnet mit der Bedrohung durch die Terrormiliz „Crimson“ (als Genre-Variante real existierender Terroristen-Gruppen) und den finsteren Plänen des gefallenen Magiers Bandon doch ein mehrschichtiges Szenario mit Potenzial. Doch im Verlauf wird die Handlung immer einfallsloser und spult die gängigen Tropen und Motive per Autopilot ab. Es würde sich zum Beispiel lohnen, ein Trinkspiel zu veranstalten, jedes Mal wenn Protagonist Wil Ohmsford mit seiner Rolle als schicksalsträchtiger Held hadert. Da dürfte der Alkoholpegel nach wenigen Folgen hoch sein. Oder man führt eine Strichliste mit den entsprechenden Klischees und hakt diese nach Erledigung ab.

Auch ohne Kenntnisse der Bücher von Autor Terry Brooks (*1944) gehe ich davon aus, dass die zweite Season auf keinem seiner Roman direkt basiert, und es sich stattdessen um Fanfiction handelt, siehe das plötzliche Auftauchen der Tochter einer Hauptfigur oder die Zeitreise eines anderen Charakters, der auf die eigenen (in der Gegenwart bereits verstorbenen) Eltern trifft.

Dabei wirkt die Serie nicht durchgehend mäßig. Bei den „Production Values“ kann „Shannara“ mit den ausgefallenen Kostümen, teils opulenten Setpieces und ordentlichen CGI-Effekten durchaus punkten. Die immer für eine Augenweide geeignete Landschaft von Neuseeland würde allerdings besser zur Geltung kommen, wenn nicht fast jede Episode der gleiche Strand für diverse Schauplätze herhalten müsste. Positiv anzumerken ist die Diversität im Darsteller-Ensemble hinsichtlicht verschiedener Ethnien und in Ansätzen bezüglich sexueller Orientierung.

Die größten Schwachpunkte der Fantasy-Adaption sind aber wie letztes Jahr die äußerst armseligen Dialoge. Warum die Autoren meinen sich dabei auf ein abgedroschenes Highschool-Niveau begeben zu müssen und dem Stoff/Genre nicht eine angemessenere Wortwahl angedeihen, wissen wohl auch nur die weisen, längst vergessenen Druiden aus den vier Landen. Auch wenn in der 2. Staffel neue Figuren etabliert werden (darunter mit Königin Tamlin eine teilweise ambivalente Oprah-Winfrey-Kopie), so kommt ein Großteil des Ensembles aus der Riege ausdrucksloser hochglanzgesichter mit limitierten schauspielerischen Fähigkeiten. Manu Bennett (Gallier Crixus aus Spartacus, Ork Azog aus der Hobbit-Trilogie) darf hier nicht nur weiter als Druide Allanon hohle Weisheiten und eindringliche Warnungen in seinen Bart nuscheln, sondern im letzten Drittel auch als eine Art düsterer Aquaman agieren. Die ebenfalls magiebegabte Mareth wirkt wie der fleischgewordene Traum von Manga-/Videospiel-Nerds. Immerhin müssen wir die hilflos dreinschauende Poppy Drayton als Amberle nur noch in wenigen Visionen erleben.

Man kann es drehen, wie man will, aber die bessere der beiden aktuellen Endzeit-Shows des Autoren-/Produzentenduos Alfred Gough und Miles Millar (Smallville) ist bei weitem Into The Badlands, die 2018 in eine dritte Staffel geht. Ob The Shannara Chronicles ebenfalls verlängert wird, darf aufgrund der schwachen Quoten beim US-Publikum eher bezweifelt werden.

Staffel 2 der Shannara Chronicles erscheint am 21. Dezember 2017 auf BluRay und DVD. Seit 14. Dezember ist die Season auch komplett bei Amazon Prime Video arufbar. Für echte Fanfiction zur Serie und den Büchern empfehle ich einschlägige Internetseiten.

Fazit: Auch in Runde zwei verschwendet die nicht uninteressante, optisch ansprechend aufgemachte Fantasyserie ihr inhaltliches Potenzial und verliert sich in allzu beliebigen Storywendungen mit armseligen Dialogen sowie ausdruckslosen Hochglanzgesichtern. 3 von 10 Punkten.


Nein, das ist nicht Oprah Winfrey

Bilder (c) Amazon/Concorde.


iBoy (Kurzkritik)

31. März 2017

Was?! Diesen Monat nur einen einzigen Film gesehen? Das kann nicht so bleiben. Abhilfe schafft da der britische Netflix-Beitrag iBoy, der vor allem wegen seiner nicht unprominenten Besetzung interessant erschien.

Tom (Bill Milner) ist ein Teenager, der kurz vor seinen Abschlussprüfungen steht und nach dem frühen Drogentod seiner Mutter mit seiner Großmutter (Miranda Richardson) in einem Londoner Problemviertel lebt. Als er seine Schulfreundin Lucy (Maisie Williams) abends besuchen will, bekommt Tom mit, wie sie von maskierten Männern vergewaltigt wird. Beim Versuch die Polizei mit seinem Smartphone zu verständigen, wird Tom von einem der Angreifer in den Kopf geschossen. Tom überlebt ohne schwerwiegende Schäden, es bleiben jedoch Splitter des Handys in seinem Gehirn zurück. Dadurch entwickelt Tom eine besondere Sensitivität und kann alle Arten von Computern, Mobiltelefonen und Laptops manipulieren. Heimlich beginnt er seine Gabe zu nutzen, um die verschiedenen Gangs des Viertels aus dem Verkehr zu ziehen…

Wäre der auf dem gleichnamigen Roman von Kevin Brooks (Bunker Diary) basierende Film iBoy nicht vom Streaminganbieter Netflix mitproduziert worden, so hätte er außerhalb des (noch) Vereinigten Königreiches sicherlich kaum ein Publikum erreicht. Die prominente Besetzung, Bill Milner (X-Men: First Class, Son Of Rambow), Maisie Williams (Game Of Thrones), Miranda Richardson (Merlin, The Hours) sowie Rory Kinnear (Skyfall, Penny Dreadful), gereicht dem kleinen Thriller kaum zum Nachteil. Der Streifen von Regisseur Adam Randall (Level Up) glänzt durch seine schnörkellose, unaufgeregte Inszenierung ohne großes Effektgewitter. Der pulsierende Elektronikscore von Max Aruj und Steffen Thrum unterstreicht die bedrohliche Atmosphäre der von Gangs bevölkerten Häuserschluchten, in denen Tom und Lucy wohnen. Inhaltlich bleibt allerdings ziemlich viel auf der Strecke. Auch wenn man in 90 Minuten doch eine gute Geschichte erzählen kann und sich der Film nicht mit Nebensächlichkeiten aufhält, versagt Iboy gerade in dieser Hinsicht. Die Auswirkungen von Toms Fähigkeit auf seine Gesundheit wird kaum thematisiert. Es fehlt den Figuren auch an nötigem Hintergrund. Zwar erwartet man keinen zweiten Kick-Ass aber etwas Humor hätte dem ganzen Werk sicherlich gut zu Gesicht gestanden, auch wenn natürlich der grimmige, düstere Ansatz nicht unpassend wirkt. Insgesamt scheint die britische Produktion einiges mit der deutschen Krimiserie Tatort gemein zu haben. Ansprechende Aufmachung, aber inhaltlich wäre mehr drin gewesen.

iBoy kann man sich seit dem 27. Januar 2017 bei Netflix ansehen.

iBoy
Science-Fiction-Thriller UK 2017. 90 Minuten. Mit: Bill Milner, Maisie Williams, Miranda Richardson, Jordan Bolger, Charley Palmer Rothwell, Rory Kinnear u.a. Regie: Adam Randall. Drehbuch: Joe Barton, Mark Denton, Jonny Stockwood. Nach dem Roman von Kevin Brooks.

Bild (c) Netflix.


Robi Robi Robin Hood (Kurzkritik)

25. Januar 2017

Das man als Produkt der frühen 1980er noch in den Genuss von „älteren“ TV-Serien kommt, liegt meist nicht an der Wiederholungspolitik des deutschen Fernsehens, sondern an der jüngsten Veröffentlichung auf DVD. Wie im Falle von Mel Brooks‘ Comedyshow über den Rächer der Verarmten.

England, im 12. Jahrhundert. In Abwesenheit des rechtmäßigen Königs Richard Löwenherz sitzt dessen Bruder Johann (Ron Rifkin) auf dem Thron. In Johanns Auftrag terrorisieren der Sheriff von Nottingham (Henry Polic II.) und sein Handlanger robi-robi-robin-hood_dvdBertram (Richard Dimitri) das einfache Volk mit überhöhten Steuern. Doch der legendäre Robin Hood (Dick Gautier) und seine Truppe um Little John (David Sabin), Bruder Tuck (Dick van Patten), Allan-a-Dale (Bernie Kopell) sowie Bertrams verhassten Zwillingsbruder Renaldo (Richard Dimitri) bieten dem tyrannischen Trio Paroli. Robins Herz gehört der liebreizenden Jungfer Marianne (Misty Rowe), die so manchen finsteren Plan des Sheriffs als erstes mitbekommt…

Nicht nur im Kino zelebrierte Altmeister Mel Brooks seine herrlich komische Parodien, auch fürs Fernsehen war der mittlerweile 90jährige tätig. Nachdem er 1965 gemeinsam mit Buck Henry die Agenten-Persiflage Mini-Max (Get Smart) ins Leben gerufen hatte, war Brooks zehn Jahre später auch an einer TV-Comedy über den berühmtesten Bogenschützen-Rebell Britanniens beteiligt. Und das knapp 20 Jahre vor seiner Swashbuckler-Spoof Robin Hood: Helden in Strumpfhosen! Robi Robi Robin Hood, Originaltitel When Things Were Rotten, funktioniert nicht nur als augenzwinkernde Hommage an die Technicolor-Kostümfilme der 1940er/1950er oder als Fortführung des Disney-Zeichentrickfilms von 1973 sondern bietet auch die gängigen humoristischen Zutaten des „Brooksverse“ wie Sight Gags, Wortwitze und absurde Situationskomik in Tateinheit mit anachronistischen Elementen. Das ist zwar über die gesamte Laufzeit der 13 halbstündigen Episoden nicht durchgehend brüllend komisch (wohl auch ein Grund warum die Serie nach einer Staffel eingestellt wurde), aber dennoch unterhaltsam. Für Fans des guten alten Mel B ist diese bunte Mittelalter-Albernheit sowieso Pflicht.

Fast 40 Jahre nach der deutschen TV-Pemiere 1977 im ZDF liegt Robi Robi Robin Hood seit November 2016 auch in einer Heimkino-Auswertung (2 DVDs) vor. Die für die deutsche Fassung entfernten Szenen sind als Bonusmaterial auf der zweiten Disc enthalten.

6-10Robi Robi Robin Hood (When Things Were Rotten)
Comedy-Serie USA 1975. FSK 6. 13 Folgen. Gesamtlänge: ca. 325 Minuten. Mit: Dick Gautier, Dick Van Patten, Bernie Kopell, Richard Dimitri, Henry Polic II., Misty Rowe, David Sabin, Ron Rifkin u.a. Idee: Mel Brooks, John Boni, Norman Stiles.

Bild (c) Pandastorm.


The Shannara Chronicles

27. August 2016

Mit Game Of Thrones als großem Vorbild verfilmte der ehemalige Musiksender MTV die “Shannara”-Romane von Terry Brooks als TV-Serie in Neuseeland. Ein neues Trash-Debakel im Stile von Hercules und Xena oder doch ernstzunehmende Genre-Kost?

The Shannara Chronicles
3-10Fantasyserie USA 2016. FSK: Freigegeben ab 12 Jahren. 10 Folgen (Staffel 1). Gesamtlänge: ca. 400 Minuten.
Mit: Austin Butler, Poppy Drayton, Ivana Baquero, Manu Bennett, Aaron Jakubenko, Jed Brophy, Daniel MacPherson, John Rhys-Davies, Marcus Vanco u.v.a. Nach der Romanreihe von Terry Brooks.
Adaption: Alfred Gough und Miles Millar.


Shannara Chonicles_Staffel 1_DVD

 

Abenteuer im Dreieck

Mehrere Tausend Jahre nach einer schweren Nuklearkatastrophe leben auf der postapokalyptischen Erde neben Menschen auch Zwerge, Elfen und Gnome. Die Kräfte des magischen Baumes Ellcrys schützen die Welt vor finsteren Dämonen. Doch allmählich stirbt der Baum und einige Dämonen, wie der mächtige Dagda Mor (Jed Brophy), kommen frei. Die Auserwählte Amberle (Poppy Drayton), Enkelin des Elfenkönigs Eventine (John Rhys-Davies), macht sich mit einigen wenigen Gefährten, darunter Halbelf Wil (Austin Butler), Druide Allanon (Manu Bennett) und Räubertochter Eretria (Ivana Baquero), auf die Suche nach dem einzigen Heilmittel: dem sogenannten Blutfeuer.

Seit 1977 veröffentlichte der amerikanische Schriftsteller Terry Brooks (72) etwa 30 Romane in seiner Shannara-Buchreihe. Der zweite Band Die Elfensteine von Shannara (1982) wurde in Neuseeland als TV-Serie adaptiert. Abgesehen von Peter Jacksons Mittelerde-Filmreihe kennt man das Land der Kiwis auch als Heimat von zweit- bis drittklassigen TV-Produktionen wie Hercules (1995-1999), Xena (1995-2001) oder Spartacus (2010-2013). The Shannara Chronicles, adaptiert von Alfred Gough und Miles Millar sowie inszeniert unter anderem von Jonathan Liebesman (Zorn der Titanen), bewegt sich eher in den Gefilden von Legend Of The Seeker (2008-2010).

Shannara Chonicles_Trio Wil, Amberle und Eretria müssen an einem Strang ziehen

Die Prämisse, die ganze Geschichte in einer postapokalyptischen Welt spielen zu lassen, zeählt sicherlich zu den interessanten Aspekten der Produktion, nur wird dieser potenzialträchtige Hintergrund nur selten verwendet. Zwar sieht man immer wieder große Panoramen von überwuchterten und verwilderten Ruinen moderner Zivilisation, aber richtig thematisiert wird dies nur in der achten Folge, als es das ungleiche Heldentrio Amberle, Wil und Eretria in eine Kommune von Menschen verschlägt, die nicht nur über Elektrizität verfügen, sondern auch technische Errungenschaften wie einen Plattenspieler oder einen Filmprojektor (auf welchem sie Star Trek – Der Film abspielen) besitzen. Ansonsten wirken die vier Lande eher wie eine generische Fantasywelt mit Elfen, Menschen, Gnomen und Dämonen. Die im Vorspann erwähnten Zwerge bekommt man (noch?) nicht zu Gesicht. 

Shannara“ könnte als durchschnittliche Fantasy mit moderatem, aber vorhandenem Unterhaltungswert funktionieren. Mit dem „Räuberhauptmann“ Cephelo (gespielt von James Remar, Django Unchained) und seiner „Räubertochter“ Eretria (Ivana Baquero, Pans Labyrinth) hat man sogar zwei unberechenbare und halbwegs spannende Figuren. John Rhys-Davies, vom Zwerg in der Herr der Ringe-Trilogie hier zum Elfenkönig „befördert“, hat eher wenig zu tun. Aber leider versteifen sich die Chefautoren Alfred Gough und Miles Millars (bekannt für die Superhelden-Schmonzette Smallville) von Anfang an auf Teenies als primäre Zielgruppe anstatt dem einfachen Fantasy-Setting einen reiferen Anstrich zu geben.

Das fängt schon bei den beiden Hauptdarstellern Austin Butler als Wil und Poppy Drayton als Amberle an, die sicherlich nicht wegen ihres begrenzten schauspielerischen Talents sondern allein aufgrund ihres guten Aussehens gecastet wurden. Egal in welch gefährlicher Situation sie sich befinden, die meisten Figuren (wie etwa auch Amberles Prinzen-Onkel Ander und Arion) sind immer top gestylt und geschminkt. Hohle Hochglanz-Gesichter aus Hollywoods Perfektions-Retorte. Bisweilen wirkt die Serie auch wie eine Mischung aus Heidi-Klum-Modelcasting und aufwändiger High-Society-Kostümpartie. Dazu bewegen sich die Dialoge (vor allem in der Original-Fassung) auf Highschool-Niveau und einen wichtigen Platz nimmt die halbgare Dreiecksgeschichte zwischen Amberle, Wil und Eretria ein, inklusive weniger unmotiviert-braver „Sexszenen“.

Der zweite große Schwachpunkt, der vor allem eine tiefgründige Ausarbeitung der Handlungsstränge verhindert, ist die festgelegte Laufzeit der Episoden auf genau 40 Minuten. Innerhalb dieser im Vergleich zu Game Of Thrones (zwischen 50 und 69 Minuten Läng pro Folge) gerade zu kurzen Episodendauer ist der Erzählfluss fest von den eingeplanten Werbepausen vorgegeben. Das gibt es zwar schon so lange wie das US-Fernsehen, aber bei The Shannara Chronicles fällt es besonders unangenehm auf. Da hilft es auch nicht unbedingt sehr, wenn als Szenenübergänge durch überwiegend schöne Landschaftspanoramen Neuseelands verwendet werden.

Dei von Autor Terry Brooks mit seinem Segen bedachte Adaption ist aber bei weitem kein völliger Reinfall. Dank der oben genannten ambivalenten Figuren versrüht die Geschichte über weite Strecken durchaus Spannung. Während die CGI-Effekte bisweilen etwas zu sehr nach Videospielgrafiken aussehen, so wirken die Dämonen mit ihrem aufwendigen Makeup und dem düsteren Sounddesign recht gelungen. Da lässt es sich auch verschmerzen, dass der von Jed Brophy (Darsteller diverser Orks bei „Herr der Ringe“ und des Zwergs Nori in der Hobbit-Trilogie) gespielte Dämonenfürst Dagda Mor exakt wie ein Ork aussieht.

Am Ende hätte man sich für die Geschichte mehr Zeit sowie für zwei der drei Hauptfiguren authentische Schauspieler und mehr Charakterentwicklung gewünscht. Aber vielleicht wird ja in der für 2017 geplanten zweiten Staffel so manches besser.

Die erste Staffel von Shannara Chronicles ist über Amazon Prime verfügbar sowie seit April 2016 auch auf BluRay und DVD erhältlich.

Fazit: Trotz interessanter, streckenweise unterhaltsamer Elemente hat die Fantasy-Adaption The Shannara Chronicles zwei große Probleme: konsequentes Anbiedern an Teenies als Zielgruppe und ein starres Format, welches das inhaltliche Potenzial limitiert. 3 von 10 Punkten.

Shannara Chonicles_Eventine
John Rhys-Davies als Elfenkönig Eventine
Shannara Chonicles_Ellcrys
Der magische Baum Ellcrys

Bilder © MTV/Concorde.

 


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