Star Trek: Lower Decks – Staffel 1

19. September 2021

Der Weltraum. Unendliche Weiten. Dies sind die (gezeichneten) Abenteuer des Raumschiffes Cerritos. Die Besatzung des Föderationsschiffes bekommt meist die ehrenvolle Aufgabe des zweiten Kontakts und anderer weniger ruhmreicher Mission, in der animierten Serie Star Trek: Lower Decks.


Helden aus der zweiten Reihe

Unter dem Kommando von Captain Carol Freeman (Sprecherin: Dawnn Lewis) und ihren Führungsoffizieren Commander Ransom (Jerry O’Connell), Sicherheitschef Shaxs (Fred Tatasciore) sowie Chefärztin Dr. T’Ana (Gillian Vigman) absolviert die Crew der USS Cerritos meist wenig ruhmreiche, aber doch wichtige und schwierige Missionen der Sternenflotte. Nicht selten stehen dabei weniger die hochrangigen Crewmitglieder im Vordergrund, sondern vielmehr die jungen Offiziere aus den „unteren Decks“, wie etwa die Schwierigkeiten suchende Beckett Mariner (Tawny Newsome), der ambitioniert-ängstliche Brad Boimler (Jack Quaid) sowie die beiden Wissenschaftsnerds D’Vana Tendi (Noël Wells) und Sam Rutherford (Eugene Cordero), welcher mit einem kybernetischen Implantat ausgestattet wurde. Werden die vier Ensigns an ihren Aufgaben wachsen?

Seitdem der ansonsten für Blockbuster-Trash wie Transformers zuständige Alex Kurtzman die kreative Führung in der Fernsehsparte des von Gene Roddenberry (1921-1991) ins Leben gerufenen Star Trek-Universums übernommen hat erlebt das Franchise eine Renaissance mit mehreren, gleichzeitig laufenden SProjekten. Es begann 2017 mit Star Trek: Discovery, jener im ganz für sich stehenden Mary-Sue-Burnham-ist-größer-als-Gott-Fanfiction-Universum angesiedelten Show, welche erst kurz vor den Abenteuern von Kirk & Co spielte, nur um mit Staffel 3 so weit in die Zukunft vorzudringen wie es noch nie eine Trek-Serie zuvor getan hatte. Parallel erschien die Kurzfilm-Anthologiereihe Short Treks (von welcher die zweite Staffel immer noch darauf wartet, in Deutschland veröffentlicht zu werden). 2020 begab sich dann der beliebteste Captain der Sternenflotte, Jean-Luc Picard (Patrick Stewart) im hohen Alter auf neue Abenteuer, in Star Trek: Picard, deren zweite Season im Februar 2022 veröffentlicht werden soll. Weitere Shows sind in der Mache oder stehen kurz vor ihrer Veröffentlichung. Die Animationsserie Star Trek: Prodigy richtet sich an die ganz jungen Zuschauer und bietet unter anderem Kate Mulgrew als Captain Janeway aus Raumschiff Voyager im Voicecast auf. Star Trek: Strange New Worlds hingegen dreht sich um die Missionen der Enterprise unter dem Kommando von Captain Pike (Anson Mount) an der Seite von Spock (Ethan Peck) und Number One (Rebecca Romijn), wobei diese drei Figuren im Burnhamverse neu aufgelegt wurden. Doch vorher gab es da noch die ebenfalls animierte Show Lower Decks von Mike McMahan (bekannt für Solar Opposites), welche mittlerweile sogar in der zweiten Runde läuft. Eine dritte Staffel befindet sich bereits in Produktion. Nach Star Trek: The Animated Series (1973-74, deutscher Titel Die Enterprise) ist Lower Decks erste die zweite Zeichentrickserie aus dem Franchise.

In fast allen Episoden sämtlicher Star Trek-Serien standen meist die führenden Offiziere im Zentrum der Handlung. Die 15. Folge der siebten Staffel von The Next Generation, Lower Decks (deutscher Titel: Beförderungen; 1994), widmete sich allerdings einer Gruppe von Crewmitgliedern am Anfang ihrer Karriere. In die gleiche Kerbe schlagen McMahan und sein Autorenteam mit der neuen Trickserie. Die Führungsoffiziere spielen zwar eine gewichtige Rolle, aber im Fokus der Geschichten stehen vier junge Sternenflottenabsolventen, welche noch eher wenig Erfahrung haben und ihren Platz an Bord eines Föderationsraumschiffes suchen. Mit einer von vorneherein auf Comedy getrimmten Serie betritt Lower Decks auf jeden Fall Neuland. Hinsichtlich Dialoge und Gags legt die Zeichentrickserie ein sehr, bisweilen ein wenig zu hohes Tempo vor. Insgesamt macht das die ganze Angelegenheit zwae teilweise anstrengend, aber auch angenehm kurzweilig. Was die Dynamik unter den vier Hauptfiguren angeht so fühlte ich mich sehr an She-Ra und die Rebellenprinzessinnen (2018-2020) erinnert, obgleich sich Lower Decks an ein eher erwachsenes Publikum richtet.

Die Cerritos fliegt sicherlich sehr im Fahrwasser der wesentlich prominenteren USS Enterprise D unter dem Kommando von Captain Picard, was man auch daran sieht, dass im selbstironischen Vorspann die gleiche Schriftart wie bei TNG Verwendung findet. Eine durchgehend humoristische Annäherung an Star Trek ist auch nach über 50 Jahren noch irgendwie neu. Dabei orientiert sich die Show von McMahan sehr an The Orville, jener Comedyserie von Autor/Hauptdarsteller Seth MacFarlane, die eigentlich in einem eigenen Universum spielt, sich aber deutlich als Parodie des bekannten Sternenflotten-Perfektionismus versteht. Die jungen Offiziere sind noch eher unerfahren, aber selbst die erfahrenen Mitglieder der Führungscrew agieren mitunter genauso trottelig oder in purer Selbstüberschätzung. Commander Ransom, der erste Offizier, fungiert freilich als überzeichnete Karikatur von Commander William Riker oder (wenn man so will) auch eines jüngeren Captain Kirks. Mit Antiheldin Beckett Mariner, die ein heikles Geheimnis mit sich herumträgt, haben wir hier sogar eine einigermaßen komplexe Figur. Sie besitzt einerseits das Potenzial, um mehr als ein einfacher Ensign (früher übersetzt mit Fähnrich) zu sein, andererseits torpediert die junge Frau ihre eigenen beruflichen Chancen durch inaktzeptables Verhalten. Im Grunde eine besser ausgearbeitete und weniger egomane Michael Burnham. Beide haben jedenfalls gemeinsam, dass sie mit vielen „Stars“ der Föderation auf Du und Du ist. In den zehn turbulenten und im Verlauf etwas dramatischeren Abenteuern der ersten Season gibt es natürlich diverse Referenzen und Zitate. Gleich die katzenartige Schiffsärztin Dr. T’Ana bildet einen direkten Bezug zur Animated Series aus den 1970ern, in welcher diese Rasse bisher einzig und allein aufgetreten war. Außerdem lassen es sich auch drei bekannte Darsteller aus der Next Generation nicht nehmen, Gastauftritt zu absolvieren. Wobei an dieser Stelle nicht verraten wird, um welche „Special Guests“ es sich genau handelt. Lower Decks funktioniert als Raumschiff-Comedy für Trekkies, die bei ihrem über alles geliebten Franchise auch Sinn für Humor haben.

Die komplette erste Staffel von Star Trek: Lower Decks ist seit dem 22. Januar 2021 bei Amazon Prime abrufbar. Am 18. November 2021 wird die Veröffentlichung auf DVD und BluRay erfolgen. Am 7. August 2021 begann die wöchentliche Ausstrahlung der zweiten Staffel bei Amazon.

Star Trek: Lower Decks – Staffel 1 (Star Trek: Lower Decks – Season 1)
Science-Fiction/Comedy/Animationsserie USA 2020. FSK 16. 10 Folgen. Gesamtlänge: ca. 250 Minuten.
Originalsprecher: Tawny Newsome (Beckett Mariner), Jack Quaid (Brad Boimler), Noël Wells (D’Vana Tendi), Eugene Cordero (Sam Rutherford), Dawnn Lewis (Captain Carol Freeman), Jerry O’Connell (Commander Jack Ransom), Fred Tatasciore (Lieutenant Shaxs), Gillian Vigman (Dr. T’Ana) u.a. Nach Gene Roddenberry. Idee: Mike McMahan. Regie: Barry J. Kelly, Kim Arndt, Bob Suarez.


Credits
Bilder (c) Amazon Prime/Paramount.

 

 

 


Masters of the Universe: Revelation – Teil 1

31. Juli 2021

Am 23. Juli sind die ersten fünf Folgen der neuen Masters of the Universe-Zeichentrickserie von Kultfilmemacher Kevin Smith (Clerks, Dogma, Jay and Silent Bob) bei Netflix erschienen. Relevation knüpft an die Original-Mattel-Serie aus den 1980ern an, gewinnt dem Stoff aber neue Facetten ab.


Eternia’s Endgame?

Auf dem Planeten Eternia. Während Teela (Originalstimme: Sarah Michelle Gellar) am Hofe von König Randor (Diedrich Bader) und Königin Marlena (Alicia Silverstone) mit einer feierlichen Zeremonie zum obersten Waffenmeister ernannt wird und damit in die Fußstapfen ihres Vaters Duncan alias Man-At-Arms (Liam Cunningham) tritt startet Skeletor (Mark Hamill) einen weiteren Versuch, Schloss Grayskull und die darin beheimatete Magie an sich zu bringen. He-Man (Chris Wood), das mächtige Alter Ego des schmächtigen Prinzen Adam,, Teela und ihre Freunde eilen der Sorceress (Susan Eisenberg), welche das magische Schloss hütet, sogleich zu Hilfe. Durch den folgenden Kampf wird die Magie Eternias vollständig zerstört und Anarchie breitet sich aus. Es liegt nun an Teela und ihrer Freundin Andra (Tiffany Smith) das Schwert der Macht zu erneuern und nicht nur die Magie, sondern auch den kompletten Planeten zu retten. Ausgerechnet an der Seite der bösen Hexe Evil-Lyn (Lena Headey) starten Teela und Andra ihre Mission…

Wie viele meiner Altersgenossen kam auch ich in den späten 1980ern und frühen 1990ern durch den Cartoonblock am Nachmittag bei der damaligen Version des Privatsenders Tele 5 in den Genuss von He-Man and the Masters of the Universe (1983/84), aber auch anderer actionreicher Zeichentrickserien wie Adventures of the Galaxy Rangers (1986) oder Saber Rider and the Star Sheriffs (1987/88), vorausgesetzt mir wurde der Konsum dieser Sendungen damals nicht von elterlicher Seite verboten. Als Grundschüler fand man vor allem He-Man & Co damals ja supercool. Als ich die Cartoon-Show um 2002 dann wieder ansah funktionierte sie frielich nur noch als unfreiwillig komischer Partyspaß. 2010 veranstalteten ein paar Freunde einen „Zeichentrick-Trash-Abend“ und da waren natürlich auch ein paar MOTU-Folgen fällig. Doch vor dem Cartoon gab es ja bekanntlich die Actionfiguren. Einer Legende zu Folge entwickelte man diese ja ursprünglich als Merchandising für John Milius‘ Fantasyfilm Conan, der Barbar (1982), nach den Stories von Robert E. Howard, mit Arnold Schwarzenegger in der Hauptrolle. Da der Film aber eine Altersfreigabe nur für Erwachsene erhielt konnten die hergestellten Figuren nicht wirklich an Kinder verkauft werden und wurden daher umgestaltet. Daraus soll dann die Masters of the Universe-Toyline entstanden sein. Egal ob diese Tall Story stimmt oder nicht, die Zeichentrickserie wurde damals (wie heute so ziemlich alles Neue von Star Wars) gemacht, um Spielzeug zu verkaufen, quasi als überlanger Werbespot.

Nach der Spielfilm-Adaption von 1987 folgten weitere Figurenreihen und dazugehörige Serien (The New Adventures of He-Man [1990] bzw. He-Man and the Masters of the Universe [2002-2004]). Bereits 1985 startete mit She-Ra – Princess of Power eine Spinoff-Serie über Adams/He-Mans Schwester, die auf einem anderen Planeten lebt und dort gegen Skeletors Meister Hordak und dessen Truppen kämpft. Über die Jahre bildete sich eine treue Fangemeinde, deren Mitglieder auch als Erwachsene ihre Begeisterung für MOTU nicht verloren. Wie etwa eine Gruppe Anhänger aus Texas um Filmemacher John F. Carroll, die zwischen 2011 und 2015 die drei Fanfilme The Wizard of Stone Mountain, The Fountain of Life und The Trials of Darksmoke veröffentlichten. Außerdem erschienen bei Netfliy zwischen 2018 und 2020 fünf Staffeln von She-Ra and the Princesses of Power, einer von Comicautorin/Zeichnerin Noelle Stevenson erschaffenen/betreuten, sehr bunten und diversen Neuauflage von „She-Ra“. Im August 2019 kündigte Kevin Smith Revelation als Fortsetzung der Originalserie für ein eher erwachsenes Publikum an.

Mit einer schönen Eingangssequenz, die optisch im Stil der alten Show, Comics und Figuren gehalten wurde, holt die Netflix-Produktion die alten Fans gut ab und bietet neuen Zuschauern einen kurzen Abriss der bisherigen Mythologie. Anschließend spinnen Showrunner/Executive Producer Smith und seine Co-Autoren die ganze Geschichte auf eher unerwartete Weise weiter. Einige Kreaturen werden gleich in der ersten Folge ziemlich vom Antlitz Eternias getilgt und liegt es nun bei Teela gemeinsam mit einer eher dysfunktionalen Gruppe das Schwert der Macht wieder zu vereinen und somit das Universum zu retten. Mit seiner Kompromisslosigkeit was das Ableben einiger Personen betrifft fühlte ich mich etwas an Avengers: Infinty War erinnert. Revelation erweist sich bisher nicht gerade als große Offenbarung, jedoch im Vergleich zur infantilen, simpelst gestrickten und albern-trashigen Serie aus den 1980ern erzählerisch massiv weiterentwickelt. Im Gegensatz zu früher haben die Wendungen dauerhafte Konsequenzen für die Figuren. Dennoch bleibt das Ganze am Ende aber auch nicht mehr und nicht weniger als eine mit gängigen, überwiegend generischen Motiven und Versatzstücken arbeitende Fantasyserie mit Scifi-Anleihen, die inhaltlich keine Bäume ausreißt. In ästhetischer Hinsicht entpuppt sich die Optik als Mischung der Ur-Show und der 2002er Inkarnation, entspricht dabei dem gängigen, stilisierten Zeichentrick-Standard, den man vom Animationsstudio Powerhouse (siehe auch Blood of Zeus) gewohnt ist. Allerdings empfinde ich es als recht armselig, dass fast zwei Jahre nach der Ankündigung lediglich mickrige fünf Folgen veröffentlicht werden. Wobei ich schon hier und da gelesen habe, dass Teil 2 möglicherweise noch Ende 2021 oder Anfang 2022 erscheinen soll.

Die Neuauflage von MOTU punktet vor allem mit einem famosen Voicecast voller prominenter Namen. Sarah Michelle Gellar, als Titelheldin in Joss Whedons Teenie-Horror-Serie Buffy the Vampire Slayer (1997-2003) zum Idol avanciert, leiht der im Zentrum stehenden Heldin Teela ihre Stimme. Für ihren Widerpart Evil-Lyn konnte man die unnachahmliche Lena Headey (Cersei Lannister aus Game of Thrones). Mit Liam Cunningham als Man-At-Arms ist ein zweiter GoT-Star mit von der Partie, dieses Mal leider ohne seinen charakteristischen irischen Akzent. Außerdem dabei: der nicht nur als Luke Skywalker bekannte, sondern auch als Sprecher des Jokers in unzähligen animierten Batman-Produktionen geschätzte Mark Hamill als Skeletor. Voice-Actor-Legende und Original-Skeletor Alan Oppenheimer (mittlerweile 91!) hat eine kleine Rolle als Moss Man.

Leider stören sich die rassistischen, sexistischen N*z*-Puristen unter den Anhängern massiv an der inhaltlich eher progressiven Ausrichtung des neuesten MOTU-Cartoons. Teela und nicht He-Man als Hauptfigur? Möglicher queerer Subtext? Das und anderes geht in den trüben Augen dieser unverbesserlichen, ewiggestrigen „Fans“ natürlich überhaupt nicht. Dahe erdreisteten sich diese Dumpfbacken die Serie am Erscheinungstag bei imdb.com und Rotten Tomatoes mit unrechtmäßig schlechten Bewertungen abzustrafen. Dabei wird doch niemand gezwungen, sich Relevation anzusehen! Es bleibt ja weiterhin die Möglichkeit den infantilen Originalcartoon bis zu Verblödung zu bingen oder im stillen Kämmerlein auch im Midlife-Crisis-Alter wieder/noch mit den alten Actionfiguren zu spielen. Ja, ich oute mich hiermit als „aufgeweckter“ Blogger, der gleichzeitig auch im Alter von 40 Jahren mit einer prominent besetzen, anspruchslosen Animationsserie seinen Spaß haben kann.

Die ersten fünf Folgen von Masters of the Universe: Revelation sind seit dem 23. Juli 2021 bei Netflix abrufbar. Als kleinen Bonus gibt es das 25minütige Special Revelations: The Masters of the Universe Aftershow, in welchem Showrunner Kevin Smith, Mattel-Produzent Rob David und Andra-Sprecherin Tiffany Smith mit den prominenten Stimmen über die Serie labern.

Masters of the Universe: Revelation – Teil 1
(Masters of the Universe: Revelation – Part 1)
Fantasy/Science-Fiction/Zeichentrickserie USA 2021. 5 Folgen. Gesamtlänge: ca. 130 Minuten. Originalsprecher: Sarah Michelle Gellar (Teela), Lena Headey (Evil-Lyn), Liam Cunningham (Duncan/Man-At-Arms), Tiffany Smith (Andra), Griffin Newman (Orko), Justin Long (Roboto), Chris Wood (Adam/He-Man), Mark Hamill (Skeletor), Diedrich Bader (Randor/Trap-Jaw), Henry Rollins (Tri-Klops), Kevin Michael Richardson (Beast Man), Susan Eisenberg (Sorceress) u.a. Nach der Originalserie Masters of the Universe von Lou Scheimer. Idee: Kevin Smith. Drehbuch: Kevin Smith, Diya Mishra, Marc Bernardin, Tim Sheridan, Eric Carrasco. Regie: Adam Conarroe und Patrick Stannard.

Credits:
Bilder (c) Netflix/Mattel/Powerhouse Animation.

 

 


America: Der Film

1. Juli 2021

Auch wenn die Kinos nun wieder geöffnet haben (und ich meinem zweiten sowie dritten Kinobesuch dieses Jahr entgegenfiebere) so gibt es weiterhin einige Film-Neuerscheinungen, welche ausschließlich bei einem Streaminganbieter laufen. Und das ist im Falle von America: Der Film, einem knalligem Animationsstreifen für Erwachsene über die „alternative“ Gründungsgeschichte der USA, nicht einmal besonders schlimm.


Mit Bier, Silber und Wissenschaft gegen die Tee-Invasion

Eigentlich wollten George Washington (Stimme im Original: Channing Tatum), Abraham Lincoln (Will Forte) und Co die dreizehn Kolonien der Neuen Welt für unabhängig vom britischen Empire erklären, doch wird das Unterfangen von Georges altem Vertrauten Benedict Arnold (Andy Samberg) verraten, der zudem Abe Lincoln auf bestialische Weise ermordet. Washington ist verzweifelt über den Verlust seines besten Freundes. Angestachelt von seiner Ehefrau Martha (Judy Greer) stellt George ein Team zusammen, welches sich der britischen Übermacht entgegenstellt. Diese Gruppe besteht aus Bier- und Sprengstoff-Experte Sam Adams (Jason Mantzoukas), dem sozial unbeholfenen, aber sehr fähigen Pferdesportler Paul Revere (Bobby Moynihan), Fährtenleser Geronimo (Raoul Trujillo) und Erfinderin Thomas Edison (Olivia Munn). Gemeinsam wollen sie Ben Arnold und den übermächtigen britischen König James (Simon Pegg) davon abhalten, die Bevölkerung des jungen Kontinents zu willenlosen Anhängern des Empires zu machen…

Schon lange sind Trickfilme nicht mehr reiner Kinderkram, sondern immer öfter auch Stoff für erwachsene Zuschauer. Überhaupt erscheint es eine westliche Unart, gezeichnete Bewegtbilder herabzuwürdigen, während dies in Japan schon immer differenziert betrachtet wird. Als wenig differenziert entpuppt sich der aktuell bei Netflix veröffentlichte Adult-Animated-Film America: Der Film (OT: America: The Motion Picture), der zwar durchaus spaßige Ideen mitbringt, diese aber nicht umzusetzen weiß.

Auf dem Papier liest sich das Filmdebüt von Matt Thompson (bisher Autor, Produzent und Regisseur der ebenfalls bei Netflix laufenden Agenten-Trickserie Archer) wie eine Mischung aus den Avengers, Team America sowie einer sehr freien Neuinterpretation der Biographien der amerikanischen Gründerväter im Stile von Sketchshows wie Saturday Night Live und College Humor. Das erfolgreiche Duo Phil Lord und Christopher Miller (The Lego Movie) sind außerdem als Produzenten mit an Bord. Drehbuchautor Dave Callaham (Zombieland: Doppelt hält besser, Wonder Woman 1984, Mortal Kombat [2021]) verarbeitet hier unterschiedlichste Elemente und Motive amerikanischer Geschichte und Popkultur auf anachronistische Weise. Da sind etwa George Washington (1732-1799) und Abraham Lincoln (1809-1865) plötzlich Zeitgenossen im Jahre 1776 und der (in Wahrheit ebenfalls später lebende) berühmte Erfinder Thomas Edison (1847-1931) entpuppt sich als Frau asiatischer Abstammung.

Die üblichen Alltagsgegenstände und Fortbewegungsmittel sind mit technologischen Errungenschaften und moderner Musik aufgepeppt, die es erst viele Jahr(hundert)e später geben sollte. Von der Sprache mal ganz zu schweigen. Grundsätzlich besitzt die 1000-unterschiedliche-Dinge-in-einen-Topf-zu-schmeißen-Methode durchaus Potenzial, doch wird das hier fast gar nicht genutzt. Denn abgesehen von einem groben Gerüst scheint hier das Interesse an einer halbwegs ausgearbeiten Story kaum vorhanden. Über weite Strecken wird ein in manchen Momenten witziges, aber doch im Grunde einfallsloses Programm abgespult. Vor allem im Vergleich zur derben, aber ungemein treffenden Hurra-Patriotismus-Puppentrick-Parodie Team America erweist sich America: Der Film als ziemlich lahme Angelegenheit. Wobei mir die durchaus kurzweiligen 98 Minuten eher wie 75 bis 80 Minuten vorkamen. Das mag auch am gelungenen Voicecast liegen. So gibt Channing „Magic Mike“ Tatum den George Washington während Andy Samberg als böser Brite Benedict Arnold glänzt und Simon Pegg (Star Trek-Neuauflage) als König James wie Baron Harkonnen aus Dune – Der Wüstenplanet wirkt. Wer bereits ein Abo beim roten N hat, kann sich den Streifen ruhig mal ansehen, aber wirklich brauchen tut ihn niemand. Und glücklicherweise blockiert das Werk keine Kinosäle.

America: Der Film ist seit dem 30. Juni 2021 Teil des Angebots von Netflix.

America: Der Film
(America: The Motion Picture)
Animationsfilm USA 2021. FSK 16. 98 Minuten. Originalsprecher: Channing Tatum (George Washington), Jason Mantzoukas (Sam Adams), Olivia Munn (Thomas Edison), Bobby Moynihan (Paul Revere), Raoul Trujillo (Geronimo), Judy Greer (Martha Washington), Andy Samberg (Benedict Arnold), Simon Pegg (King James), Killer Mike (John Henry), Will Forte (Abraham Lincoln) u.a. Drehbuch: Dave Callaham. Regie: Matt Thompson.

 

 

Credits
Bilder (c) Netflix.

 

 

 


Fire (PoZar) (Kurzfilm)

6. Juni 2020

Altmeister David Lynch hat schon wieder einen neuen Kurzfilm veröffentlicht: Fire (PoZar), kostenlos auf Youtube verfügbar.

Als das Feuer in die Welt kam

Auf den Tag genau vier Monate nachdem der kuriose „Mini-Krimi“ What Did Jack Do? am 20. Januar 2020 beim Streamingdienst Netflix auftauchte hat Kult-Regisseur David Lynch einen neuen Kurzfilm ins Internet gestellt. Doch worum geht es in Fire (PoZar), der bereits 2015 gedreht wurde? Das Feuer wird vom Menschen entdeckt, brennt aber ein Loch in die Welt, durch welches eine unfassbare Schreckensgestalt eindringt und alles in Brand setzt. Am Ende wird die Erde von elch-ähnlichen Kreaturen bevölkert.

Soweit der Versuch einer Inhaltsangabe. Obwohl sich meine Kenntnisse der Werke Lynchs (der ja nicht nur Filme und Serien macht, sondern auch als Maler, Fotograf, Möbeldesigner und Komponist tätig ist) bisher auf seine als misslungen geltende Film-Adaption von Frank Herberts Roman Der Wüstenplanet sowie das Twin Peaks-Universum (die Originalserie, den Kinofilm und die Serien-Fortsetzung von 2017) und den oben erwähnten Kurzfilm beschränkt, so habe ich schon kapiert, dass die Schöpfungen des 74jährigen Amerikaners rätselhaft und geheimnisvoll bleiben. Lynch weigert sich generell, irgendeines seiner Werke zu erklären. Diese sollen für sich selbst sprechen.

Die von Lynch persönlich gezeichneten und von der Japanerin Noriko Miyakawa (bei diversen Lynch-Produktionen für den Schnitt verantwortlich) animierten Bilder wirken auf mich wie eine Mischung aus Scherenschnittkunst und Schattentheater, als altmodische Attraktion auf einem Jahrmarkt. Der polnisch-amerikanische Musiker Marek Zebrowski, mit welchem Meister Lynch das Album Polish Night Music (2007) aufnahm, hat für Fire einen melancholisch-unheilschwangeren Score mit Streicherquartett komponiert. Hinsichtlich der Ästhetik hat mich die ganze Szenerie auch an die berüchtigte achte Folge der oben erwähnten Twin Peaks-Rückkehr erinnert, in welcher nicht nur eine Atombombenexplosion in Superzeitlupe sondern auch eine insektoide Kreatur, fliegende Gebilde und andere äußerst surreale Impressionen zu sehen sind. Meine Interpretation des Ganzen: die Menschheit zerstört durch den unaufhaltsamen Fortschritt ihren eigenen Lebensraum und löscht sich dadurch langfristig selbst aus, bis die Natur den Planeten wieder für sich allein hat.

Fire (PoZar) kann man sich seit dem 20. Mai 2020 auf Youtube ansehen.

Fire (PoZar)
Animation/Kurzfilm USA 2020. 11 Minuten. Animation: Noriko Miyakawa. Musik: Marek Zebrowski. Zeichnungen, Drehbuch und Regie: David Lynch.

Credits
Bild (c) David Lynch Theater.


Destino (Kurzfilm)

2. Mai 2020

Mitte der 1940er Jahre planten die befreundeten Künstler Salvador Dali und Walt Disney ein gemeinsames Projekt, welches Disney aber damals verwarf. Gut 50 Jahre später wurde Destino vollendet, ein siebenminütiger Trickfilm voller surrealer Bilder.

Tempus Fugit

Die Produktionsgeschichte von Destino (zu deutsch Schicksal) ist ähnlich bemerkenswert wie der animierte Kurzfilm selbst. 1945 als Zusammenarbeit von Salvador Dali (1904-1989), dem ikonischen Surrealisten, und Walt Disney (1901-1966), Trickfilmzeichner, Produzent und Urvater des heute wohl größten Unterhaltungskonzerns, begonnen, sollte es gut 50 Jahre dauern bis das Projekt wirklich realisiert und vollendet wurde. John Hench, einer der ersten Zeichner der Walt Disney Company, und Dali erarbeiteten damals zusammen die Story, die als Teil eines Kompilationsfilms im Stile von Fantasia (1940) geplant war. Nach acht Monaten Arbeit gab Disney die Produktion aber aus finanziellen Gründen auf. Walts Neffe und Erbe Roy E. Disney (1930-2009) wurde 1999 während der Produktion von Fantasia 2000 auf Destino aufmerksam. Die französische Außenstelle des Mäusekonzerns wurde beauftragt aus dem bisher lediglich 17 Sekunden Material einen kompletten Kurzfilm zu machen. Regie führte Dominique Monféry, der im Laufe seiner Karriere als Animator an Zeichentrickfilmen wie Der Glöckner von Notre Dame (1996), Hercules (1997), Tarzan (1999) und Ein Köngreich für ein Lama (2000) mitwirkte. 25 Animatoren schufen u.a. aus 100 Stift- und Tintezeichnungen sowie 15 Gemälden Dalis den vorliegenden Streifen, der seine Premiere im Juni 2003 auf dem Festival d’Animation Annecy feierte und 2004 auch für einen Oscar nominiert war.

Es gibt hier keine Dialoge, sondern „nur“ phantastische Bilderwelten und von Alvaro Dominguez bzw. Michael Starobin komponierte Musik mit Gesang von Dora Luz (Die drei Caballeros). Destino erzählt auch keine Geschichte im klassischen Sinn, sondern illustriert die unmögliche Liebe zwischen Dahlia, einer Sterblichen, und Chronos, der männlichen Personifizierung der Zeit. Der Zuschauer begleitet die Frau auf einer abstrakten Traumreise zwischen Disney-typischer Zeichentrick-Ästhetik und den surrealen Kreationen Dalis, die man aus den Werken des spanischen Surrealisten kennt. Ein einmaliger, kurzer Experimentalfilm, der aber lange nachhallt. Ich selbst bin auf Destino erst über Umwege aufmerksam geworden, nämlich in Form einer nicht minder faszinierenden Alternativversion auf Youtube, in welcher die Originalmusik durch die episch-düstere Komposition Persephone von meiner Lieblingsband Dead Can Dance ersetzt wurde.

Destino ist als Bonusmaterial auf der BluRay-Veröffentlichung von Fantasia 2000 enthalten und auch bei Disney+ abrufbar.

Destino
Animation/Kurzfilm Frankreich, USA 2003. 7 Minuten.
Musik: Alvaro Dominguez. Story: Salvador Dali und John Hench. Regie: Dominique Monféry.

Bilder (c) Disney.


Undone

27. Dezember 2019

Nach einem schweren Autounfall beginnt eine junge Frau merkwürdige Zeitsprünge zu erleben. Außerdem erscheint immer wieder ihr toter Vater…

Schamanismus oder Schizophrenie?

Alma (Rosa Salazar), eine Frau Ende 20, ist mit ihrem bisherigen Leben unzufrieden, scheut sich aber auch davor, sesshaft zu werden. Die Verlobung ihrer Schwester Becca (Angelique Cabral) mit dem reichen Reed (Kevin Bigley) nimmt sie zum Anlass, ihre Lebensentscheidungen in Frage zu stellen und die Beziehung mit Lebensgefährte Sam (Siddharth Dhananjay) zu beenden. Völlig aufgelöst baut Alma nach einem Streit mit ihrer Schwester einen schweren Autounfall. Im Krankenhaus aus dem Koma erwacht erscheint Alma plötzlich ihr Vater Jacob (Bob Odenkirk), der vor 17 Jahren ums Leben kam. Jacob möchte seiner Tochter nun beibringen wie man die Grenzen von Raum und Zeit überwinden kann um dadurch die genauen Umstände seines Todes aufzuklären. Von den ständigen Wechseln zwischen realer Welt und plötzlichen Zeitsprüngen fühlt sich Alma überfordert und versucht daher eine gesunde Balance zu finden. Da sich ihr unberechenbares Verhalten auch auf ihren Job in einer Kindestagesstätte auswirkt rät Almas Chef Tunde (Daveed Diggs) zu einer Auszeit während Mutter Camila (Constance Marie) ihrer Tochter die Einnahme von Psychopharmaka nahelegt…

Spätestens seit Legion (einer überaus genialen Serie, die dieses Jahr leider zu Ende ging) bin ich für außergewöhnliche „Tripps“ gerne zu haben. Dass es sich bei Undone nicht einfach nur eine Show über eine Frau zwischen „Traum und Realität“ handelt, sondern die ganze Geschichte in animierter Form präsentiert wird, weckte bereits kurz vor der Veröffentlichung im September 2019 mein Interesse. Undone stammt aus der Feder von Raphael Bob-Waksberg, dem Schöpfer der preisgekrönten Netflix-Animationsserie BoJack Horseman (2014-2020), und Kate Purdy, die ebenfalls als Autorin/Produzentin bei „BJH“ arbeitet. Ursprünglich als reine Live-Action-Produktion geplant erkannten Bob-Waksberg und Purdy aber bald, dass Animation sich besser für die Darstellung der verzerrten Realität eignet. Gedreht wurden alle Szenen in einem schwarzen, ca. 13 m² kleinem Raum mit minimaler Ausstattung und die Bilder hinterher durch das Rotoskopie-Verfahren n den Minnow Mountain Studios in Texas sowie den Submarine Studios in Amsterdam animiert. Regie führte der Niederländer Hisko Hulsing.

Nach Sichtung der acht Episoden kann ich mir keine bessere Machart für die Serie vorstellen. Vor allem weil Undone eben nicht den Verlockungen von „Style over Substance“ verfällt. Im Gegenteil. Eigentlich müsste die Show völlig überladen wirken, wenn man bedenkt welche unterschiedliche Themen/Motive Bob-Waksberg, Purdy und ihre Co-Autoren in acht Folgen à 22 bis 23 Minuten Laufzeit packen. Ähnlich wie im Fall von David „Legion“ Haller stellt sich auch bei Protagonistin Alma die Frage ob sie besondere Fähigkeiten besitzt oder einfach aufgrund einer erblichen bedingten Schizophrenie (an welcher Jacobs Mutter litt) den Sinn für Realität verliert. Diese Dualität bildet den Kernpunkt der Handlung. Undone befasst sich zudem mit dem spirituellen Erbe indigener Völker. Zu Lebzeiten hat Almas jüdischstämmiger Vater die Lebensweise der Vorfahren seiner aus Mexiko stammenden Ehefrau studiert. Liegt darin der Schlüssel zum tieferen Verständnis der Natur? In Undone geht es allerdings um viel mehr: familiärer Zusammenhalt in schwierigen Zeiten, prägende Kindheitserinnerungen, schmerzlicher Verlust usw.

Neben dem einzigartigen Look und ihrem spirituell-wissenschaftlichem Unterbau punktet die Serie vor allem mit gut ausgearbeiteten Figuren. Im Zentrum steht natürlich Rosa Salazar (Alita: Battle Angel) als Alma, deren widersprüchlicher Charakter und Aussehen sie auf mich wie eine Art Hybrid aus der von Aubrey Plaza gespielten Lenny aus Legion und Tiabeanie, der Heldin aus Disenchantment, wirken lassen. Diese Hauptfigur passt perfekt in eine wundervoll stimmige, bewegende und teilweise auch humorvolle Geschichte.

Die erste Staffel von Undone ist seit dem 13. September 2019 bei Amazon Prime abrufbar. Eine zweite Season wurde im November 2019 bestellt.

Undone
Animationsserie/Fantasy/Science-Fiction-Drama USA 2019. 8 Folgen (Staffel 1). Gesamtlänge: 180 Minuten. Mit: Rosa Salazar, Bob Odenkirk, Angelique Cabral, Constance Marie, Siddharth Dhananjay, Daveed Diggs u.a. Idee: Raphael Bob-Waksberg und Kate Purdy. Regie: Hisko Hulsing.

 

Credits
Bilder (c) Amazon.


#9 (Kurzkritik)

20. Mai 2017

Passenderweise erschienen 2009 nicht nur das südafrikanische Flüchtlings-Scifi-Drama District 9 und die lahme Musical-Adaption Nine, sondern auch der CGI-Animationsfilm #9 von Shane Acker, eine Langfassung seines Kurzfilms von 2005.

In einer Welt, in welcher die Maschinen ihre menschlichen Schöpfer ausgelöscht haben, erwacht die Stoffpuppe namens 9 zum Leben. Sein Erschaffer ist tot und so macht sich 9 auf Entdeckungsreise durch eine völlig zerstörte Welt, wo er weitere beseelte Puppen wie 2 und 5 trifft, die vor den tödlichen Maschinenwesen Zuflucht in einer Kirche suchen…

Durch seinen Kurzfilm über die Stoffpuppe Nr. 9, der 2006 eine Oscar-Nominierung als bester animierter Kurzfilm erhielt, machte Shane Acker den renommierten Filmemacher Tim Burton auf sich aufmerksam. Mit Burton als Produzent konnte Acker die Geschichte von „9“ in einen abendfüllenden Animationsfilm adaptieren. Als Schauplatz der Handlung dient die postapokalyptische Erde nach dem Untergang der Menschheit. Alles wirkt wie eine kuriose Mischung aus Krieg der Welten, Matrix, Terminator und WALL-E. Die Mecha-Puppen sehen aus wie vorsintflutliche Minions, glücklicherweise sind sie aber beim Wortschatz breiter aufgestellt. Was Referenzen und Motive betrifft so bedient sich der Film außerdem bei christlich-jüdischen Schöpfungsmythen, Steampunk sowie Elementen einer faschistoiden Dystopie. Zwar sind die Puppen durchaus putzig anzusehen, wegen der überwiegend kompromisslosen Inszenierung erscheint #9 aber nur für ältere Kinder geeignet. Die leichte Abkehr von üblichen Hollywood-Klischees des Genres darf durchaus als großer Schritt betrachtet werden. Wenngleich Shane Ackers Langfilmdebüt als Regisseur wie viele andere Trickfilm-Produktionen ein wenig zu kurz geriet.

#9
Animationsfilm USA 2009. FSK 12. 76 Minuten. Regie: Shane Acker. Drehbuch: Pamela Pettler. Nach dem gleichnamigen Kurzfilm von Shane Acker.

Bild © Universal.


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Freizeitparks, Kirmes & Co.

Blaupause7

die Pause zur blauen Stunde

The Home of Horn

What i like, what i don't. Short Reviews, Top-Lists, Interests.

Sneakfilm - Kino mal anders

Kino…DVD…Blu-ray…und mehr!

Gina Dieu Armstark

Passion of Arts

Filmexe - Blog über Filme und Serien

Filme und Serien werden bei uns besprochen, in Form von Kritiken und auch einem Podcast. Jede Woche gibt es zwei Filmkritiken zu Filmen die gerade im Kino laufen oder auch schon länger draußen sind, der Filmpodcast heißt Filmexe Podcast.

Miss Booleana

says "Hello World!"

Marcel Michaelsen

Selbsternannter Schriftsteller

Trivial

Friedl Von Grimm - fast eklig polygam

flightattendantlovesmovies

Die Flugbegleiterin, die gerne gute Filme und Serien guckt und darüber schreibt.

28 Books Later

Schundliteratur und anderer Unfug

neuesvomschreibtisch

Serien, Filme, Leben

ergothek

Der Blog mit dem DeLorean

Filmschrott

Schlechte Filme von Mainstream bis Trash. Die Lücke ist kleiner als man denkt.

Singende Lehrerin

Tagebuch einer singenden, film-, serien- und theaterverrückten Lehrerin

Osnabrix - Xanders Blog

Ein Blog über Klemmbausteine, Filme, Fernsehen, Games, Bücher, Comics und sowas.

moviescape.blog

Texte über Filme, Serien, Popkultur, Laufen und das Vatersein.