Watership Down – Unten am Fluss (2018) (Kurzkritik)

18. Januar 2019

Für Kaninchenfans bot 2018 gleich zwei Buchverfilmungen. Nachdem Peter Hase um Ostern in einem Animations-Realfilm-Mix auf der großen Leinwand hoppelte, veröffentlichten die BBC und Netflix kurz vor Weihnachten noch die Neuadaption von Richard Adams‘ Roman Watership Down – Unten am Fluss als vierteilige Miniserie…

Von Kaninchen und mäßigen Animationen

In Südengland. Der junge Fiver (Originalstimme: Nicholas Hoult) bewohnt mit vielen anderen Kaninchen einen großen Bau. Nachdem er eine Vision von der Zerstörung ihrer Heimstätte erlebt, beschließt sein älterer Bruder Hazel (James McAvoy) vor dem bevorstehenden Unheil zu fliehen. Bei Anführer Threahrah (Tom Wilkinson) stoßen die beiden allerdings auf taube Ohren, können aber andere Kaninchen für die Suche nach einer neuen Heimat überzeugen, darunter Bigwig (John Boyega), Bluebell (Daniel Kaluuya) und Dandelion (Daniel Rigby), allerdings keine Weibchen. Und so macht sich die kleine Gruppe auf eine abenteuerliche Reise voller Gefahren, zu denen nicht nur die üblichen Feinde zählen, sondern auch ein vom tyrannischen General Woundwort (Ben Kingsley) geführter Kaninchenstaat…

Der britische Autor Richard Adams (1920-2016) verlieh den Kaninchen in seinem Roman Watership Down (1972) zwar kein anthromorphes Aussehen, dafür aber eine eigene Sprache, Kultur, Mythologie und Gesellschaftsstruktur. 1978 gab es eine erste Adaption, als abendfüllender Zeichentrickfilm von Regisseur Martin Rosen. 40 Jahre später erschien kurz vor Weihnachten die bereits seit ein paar Jahren angekündigte Neuauflage in Form einer animierten Miniserie. Regie führte der Israeli Noam Murro (300: Rise of an Empire), nach einem Drehbuch von Tom Bidwell. Mit einer Laufzeit von insgesamt etwa 200 Minuten besitzt der Vierteiler inhaltlich natürlich die besseren Möglichkeiten, den Stoff adäquat umzusetzen, was hier auch gut genutzt wird. Allerdings hat die 2018er Version ein gravierendes Problem: die Computeranimationen sehen aus als entstammten sie einem Videospiel aus Zeiten der Jahrtausendwende. Irgendwie schien die lange Produktionszeit (angekündigt wurde das Projekt erstmals 2014) nicht ausgereicht zu haben, denn die Animationen und teilweise auch Hintergründe wirken unfertig, trotz der flüssigen Bewegungen der Kaninchen. Insgesamt geriet die Optik recht farblos, das erschwert vor allem die Unterscheidung der einzelnen Charaktere untereinander sehr. „Watership Down 2018“ besticht eher durch die abwechlungsreiche, bewegende Geschichte über den mit gesellschaftkritischen Themen unterfütterten Überlebenskampf besonders gefährdeter Tiere. Die harten Szenen wurden im Gegensatz zum Zeichentrickfilm leider etwas entschärft. Ein Großteil des Budgets von 20 Millionen Pfund dürfte vielleicht für die Gagen des überaus prominenten Voicecasts angefallen sein. Mit den X-Men-Stars James McAvoy und Nicholas Hoult als Hazel bzw. Fiver sowie John Boyega (Star Wars), Peter Capaldi (Doctor Who), Daniel Kaluuya (Black Panther), Gemma Arterton (James Bond – Ein Quantum Trost), Oliva Colman (The Favourite) und Oscar-Preisträger Ben Kingsley liest sich die Besetzungsliste fast wie ein Who-is-Who der aktuellen britischen Schauspielszene. Ich persönlich hätte mich an Ostern 2019 mehr über den Vierteiler gefreut. Dann wären noch ein paar Monate Zeit geblieben, um die Animationen fertig zu rendern.

Die komplette Miniserie ist seit dem 23. Dezember 2018 bei Netflix abrufbar.


Watership Down – Unten am Fluss
(Watership Down)
Animation/Miniserie UK 2018. 4 Folgen. Gesamtlänge: ca. 204 Minuten. Nach dem Roman von Richard Adams. Drehbuch: Tom Bidwell. Regie: Noam Murro.

Credits:
Bilder (c) Netflix/BBC.

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Mein Musikjahr 2018

17. Januar 2019

Da 2018 in musikalischer Hinsicht so ein überaus gelungenes Jahr war, gibt es auch einen entsprechenden Rückblick…



Seit gut zwei Jahren gehe ich öfter auf Konzerte als früher. Mit Abstand die meisten Live-Musik-Veranstaltungen wurden allerdings im letzten Jahr besucht. 18 Konzerte, davon lediglich zwei außerhalb meines Wohnortes. Meine „local heroes“ Hildegard von Binge Drinking und The Instant Voodoo Kit durfte ich sogar je zweimal auf der Bühne erleben. Außerdem hinterließ so manches Konzert aus der „Freakshow-Artrock“-Ecke (Bent Knee, Yolk oder Camembert) einen prägenden Ersteindruck.
Hinsichtlich interessanter Veröffentlichungen konnte ich mich 2018 auch nicht beklagen. Nicht nur dass meine absolute Lieblingsband Dead Can Dance mit Dionysus ein neues Album veröffentlichte (und eine Tour für 2019 ankündigte!), auch die amerikanische Sound-and-Song-Enchantress Julia Holter kredenzte eine magische Doppel-CD namens Aviary. In Zeiten chaotischer Brexit-Shenanigans kam die Platte Serve der britischen Punkjazzer Worldservice Project zur richtigen Zeit; auf der Bühne beim „Freakshow Artrock Festival 2018“ sprach sich Frontmann Dave Morecroft für ein friedliches Miteinander und gegen Abschottung aus. BooCheemish, die Zusammenarbeit zwischen dem traditionsreichen Frauenchor Mystery of the Bulgarian Voices und Dead Can Dance-Sängerin Lisa Gerrard, enttäuschte ebenfalls nicht, wovon ich mich beim Konzert in Hamburg auch live überzeugen konnte. Ebenfalls in der Hansestadt gab sich Julia Holter die Ehre und füllte den großen Saal in der Elbphilharmonie. Für wohlig-frostiges Erschauern sorgte hingegen die lettische Vokalistin/Komponistin und Unterweltgöttin Darja Kazimira mit ihren neuen Kompositionen.

2019 wird musikalisch sicherlich nicht weniger spannend!

Konzerte 2018

4. März
Bent Knee (USA)

29. April
Yolk (FRA)

6. Mai
Caterina Palazzi’s Sudoku Killer (ITA)

23. Juni – Umsonst & Draußen Würzburg
Prada Meinhoff (GER)
Hildegard von Binge Drinking (GER)

7 September
The Instant Voodoo Kit (GER)

22./23. September – Freakshow Artrock Festival Würzburg
Chato (GER)
Alex’s Hand (USA)
Free Salamander Exhibit (USA)
Öz Ürügülü (SUI)
Worldservice Project (UK)
Camembert (FRA)

29. September
Oporto (GER)
The Instant Voodoo Kit (GER)

15. Oktober
Mystery of the Bulgarian Voices feat. Lisa Gerrard (BUL/AUS)

31. Oktober
Ryskinder (ISR)
Hildegard von Binge Drinking (GER)

1. Dezember
Julia Holter (USA)

Die Besten Songs 2018
(in keiner bestimmten Reihenfolge)

1 Mystery of the Bulgarian Voices feat. Lisa Gerrard: Pora Sotunda (BooCheemish)
2 Julia Holter: I Shall Love 2 (Aviary)
3
Darja Kazimira & Dagmar Gertot: Chtona – Moja Majka (Chtonia is my Mother) (Death of the Bull)
4 Worldservice Project: The Tale of Mr. Giggles (Serve)
5 Lisa Gerrard & David Kuckhermann: Rite of Passage (Hiraeth)
6 Darja Kazimira & Dagmar Gertot: Zrtvanosenje (The Sacrifice) (Death of the Bull)
7 Worldservice Project: Now This Means War (Serve)
8 Mystery of the Bulgarian Voices feat. Lisa Gerrard: Mani Yanni (BooCheemish)
9 Julia Holter: Words I Heard (Aviary)
10 Hildegard von Binge Drinking: Death 2 (Infinity)

Bonus Track:
Dead Can Dance: Act II – The Mountain (Dionysus)

 

Bestes Album 2018
Julia Holter: Aviary

 

Credits:
Julia Holter: Aviary; Albumcover (c) Domino.


Mein Kinojahr 2018

6. Januar 2019

Bevor das noch ganz frische Kinojahr 2019 in die Gänge kommt, gibt es meinen cineastischen Rückblick auf 2018, inklusive der obligatorischen Statistik…



2018 sah ich 24 aktuelle Filme (genau wie 2017), davon 17 ganz regulär im Kino. 5 Beiträge liefen „nur“ auf Festivals, einer davon ist ein Kurzfilm. Zwei weitere Streifen kamen nicht in die deutschen Kinos und erschienen lediglich auf DVD/BluRay. Die durchschnittliche Bewertung 2018 liegt bei 7,29 von 10 Punkten, das ist eine massive Steigerung zum Vorjahr (6,75/10). Das mag an meiner bewussten Entscheidung zu ungunsten vieler Blockbuster liegen. Interessanterweise ist kein Netflix-Film vertreten. 23 von 24 Filmen (95,84 Prozent!) haben sechs Punkte oder mehr erhalten. Lediglich ein Machwerk war richtig schlecht, was aber zu erwarten war (zwei Worte: The Asylum). Künftig muss ich also einfach nur den offensichtlichen Schund weglassen. 😉

Bald gibt es den Rückblick auf das Fernsehjahr 2018 sowie die „mwj Film Awards 2018“ und die „mwj Television Awards 2018“.

Hier nun alle Werke im Überblick, absteigend sortiert nach Bewertung und dann alphabetisch.
(alle vorhandenen Filmkritiken sind verlinkt)

STATISTIK

10 Punkte
Fehlanzeige

9 Punkte
An Evening with Beverly Luff Linn (Fantasy Filmfest 2018)
Dave Made A Maze (Internationales Filmwochenende Würzburg 2018)
Lady Bird

8 Punkte
Cinderella the Cat
Fragment 1890 (Kurzfilm, Internationales Filmwochenende Würzburg 2018)
Ingrid Goes West
Isle of Dogs – Ataris Reise
Life Guidance (Internationales Filmwochenende Würzburg 2018)
Lucky
Mackie Messer – Brechts Dreigroschenfilm
The Man who killed Don Quixote
Perfect Silence (Internationales Filmwochenende Würzburg 2018)

7 Punkte
Avengers: Infinity War
Black Panther
Bohemian Rhapsody
Early Man
Halaleluja – Iren sind menschlich!
Das krumme Haus
Mandy
Mary Shelley
The Shape of Water

6 Punkte
Ant-Man and the Wasp
Peter Hase

2/3/4/5 Punkte
Fehlanzeige

1 Punkt
Troja 2 – Die Odyssee

Auf der Strecke geblieben

Bei folgenden aktuellen Filmen aus 2018 habe ich aus diversen Gründen (fehlende Zeit, fehlende Vorführung in meiner Gegend) die Sichtung leider nicht geschafft:


Ava
Auslöschung (Netflix)
The Breadwinner (Netflix)
Cam (Netflix)
The Cleaners
Downsizing
Endless Poetry
Euphoria
The Florida Project
Free Lunch Society: Komm Komm Grundeinkommen
The Happytime Murders
Mute (Netflix)
Nico, 1988
On the Beach at Night Alone
Outlaw King (Netflix)
Reise nach Jerusalem
Roma (Netflix)
Rememory
Suspiria
Zwei im falschen Film


Das war der Kurzkritiken-Sommer 2018

23. September 2018

Während es draußen herbstlich stürmt, scheint es wirklich höchste Eisenbahn, den diesjährigen Kurzkritiken-Sommer mit einem kleinen Resümee abzuschließen.

Interessant erscheint der Rückblick auch auf die beiden Vorjahre. Während der KKS 2016 lediglich zehn Kurzkritiken (alles Filme) umfasste, gab es 2017 immerhin schon eine Steigerung auf zwölf (acht Filme, vier Serienstaffeln). Dieses Jahr waren es dann sogar zwanzig Kurzkritiken, wobei ein 70 Prozent davon auf die Einzel-Episoden-Reviews von Danger 5, dem campy Centrepiece. Das Thema des KKS 2018 lässt sich somit mit „1960er-und-1980er-Retro-Trip“ umschreiben. Da der nächste Sommer noch weit entfernt ist, habe ich natürlich noch keinen blassen Schimmer, wie der Kurzkritiken-Sommer im nächsten Jahr inhaltlich aussehen soll und ob/inwieweit es ein Schwerpunktthema geben wird.


Eine Preisverleihung gibt es heuer ebenfalls nicht, denn vermutlich würden David Ashby und Dario Russo, die mit ihrem Kurzfilm Italian Spiderman sowie den einzelnen Danger 5-Episoden gleich 15mal vertreten sind, sowieso fast alle abräumen. Mario Bava bekäme einen Spezialpreis für die beste Ausstattung und Beleuchtung. In loser Folge wird es natürlich in den nächsten Wochen und Monate hier auf diesem Blog wieder Kurzkritiken geben.

 

 

Aber nun viel Vergnügen mit den gesammelten Reviews:

Filme

Argoman – Der phantastische Supermann (1967)
Gefahr: Diabolik (1968)
Italian Spiderman (2008)
Masters Of The Universe (1987)
Planet der Vampire (1965)




Serien (-Folgen)

Batman – Folgen 1 und 2 (1966)

Danger 5 – Staffel 1 (2011/12)
Episode 0: The Diamond Girls
Episode 1: I Danced For Hitler
Episode 2: Lizard-Men Of The Third Reich
Episode 3: Kill-Men Of The Rising Sun
Episode 4: Hitler’s Golden Murder Palace
Episode 5: Fresh Meat For Hitler’s Sex Kitchen
Episode 6: Final Victory

 

 

 

Danger 5 Staffel 2 (2015)
Episode 1: Merry Christmas Colonel
Episode 2: Johnny Hitler
Episode 3: Revenge Of The Lizardmen
Episode 4: Un sacco di Natale
Episode 5: Super Dead
Episode 6: Back To The Führer
Episode 7: Welcome To Hitlerland

 

Bilder-Credits:
Argoman (c) SchröderMedia
Gefahr: Diabolik (c) Paramount
Italian Spiderman (c) Alrugo
Masters Of The Universe (c) Winklerfilm/Alive
Planet der Vampire (c) Universum Film
Batman (c) Warner
Danger 5 (c) Edel Germany


Danger 5: Welcome To Hitlerland (Kurzkritik)

23. September 2018

Das Ende ist da, sowohl vom diesjährigen Kurzkritiken-Sommer als auch von Danger 5. Im großen Finale von Staffel 2 kommt es zum endgültigen Endkampf gegen den ewigen Erzfeind…

Previously On DANGER 5

Danger Rangers in Space

Nach ihrer Reise in Vergangenheit kehren Danger 5 zurück in die Gegenwart und sind schockiert. Hitler (Carmine Russo) hat irgendwie überlebt und beherrscht nun als allmächtiger Boss Hitler die ganze Welt von seinem Raumschiff im Orbit aus. Die Überlebenschancen der Agenten sind gleich null, denn Hitlers Albtraumwelt ist völlig vegan und daher kann Pierre (Pacharo Mzembe) seinen Zeitreise-Cocktail nicht zubereiten. Eine hoffnungslose Hetzjagd beginnt…

Im ultimativ letzten Streich mobilisieren Dave Ashby und Dario Russo nochmal eine geballte Ladung Irrwitz und bringen die zweite Runde ihrer Retro-Camp-Naziploitation-Serie zu einemk würdigen Abschluss. Welcome To Hitlerland entführt die Zuschauer nicht nur in eine krude Dystopie, das letzte Abenteuer der gefährlich guten Fünf bietet auch herrlichen Scifi-Trash nach (wie sollte es auch anders sein) japanischem Vorbild. Natürlich ist das hier alles völlig gaga, wenn eine unerwartete, zudem mindestens alberne und/oder gleichzeitig unlogischste die nächste jagt. Dazu gibt es hier eine Reihe schräger, in Ganzkörperkostümen herumhampelnder Nebenfiguren wie einen Roboter, oder sprechende Tiere wie ein Yeti sowie ein Haifisch namens Megabite! Dazu schweben Gebäude und Raumschiffe einfach so durchs All und bei der finalen Konfrontation vollziehen die Mitglieder des titelgebenden Teams die Verwandlung zur Sentai-Truppe (ich sag nur Power Rangers). Dem allumfassenden Rundumschlag gegen die popkulturellen Sünden der 1980er fügt Welcome To Hitlerland noch das Genre der plumpen Sitcom hinzu, wenn Hitler seine Gegner in einer besonders bösen Form dieser Seriengattung gefangenhält. Einen herrlichen abgespacten Score gibt’s gratis dazu.

An dieser Stelle muss sich mich bei allen Beteiligten von Danger 5 bedanken, dass es diese im besten Sinne kuriose Show überhaupt das Licht der Fernsehbildschirme erblickt hat. Was hat mir diese tolle Serie für schöne Stunden bei der Erst- und Zweitsichtung im letzten Jahr sowie bei der Dritt- und Viertsichtung im Rahmen des Kurzkritiken-Sommers 2018 beschert! Wenn ihr mich jetzt entschuldigt, ich gehe mal kurz ins Nebenzimmer, um über das bittersüße Ende zu weinen, welches Game Of Thrones erstmal toppen muss!

 

Mit freundlicher Unterstützung von Colonel Chestbridges Sitdown-Gun.

Danger 5, 2×07: Welcome To Hitlerland
Australien 2015. FSK 16. 25 Minuten. Mit: David Ashby, Elizabeth Hay, Sean James Murphy, Pacharo Mzembe, Natasa Ristic, Amanda Simons, Nikola Despoja, Carmine Russo u.a. Idee & Drehbuch: David Ashby und Dario Russo. Regie: Dario Russo.

Credits:
Bilder (c) Edel Germany


Danger 5: Back To The Führer (Kurzkritik)

14. September 2018
Wie der Titel verspricht ereignet sich in der insgesamt 13. Folge von Danger 5 eine Zeitreise. Die Truppe versucht in der Vergangenheit den unsterblichen Geist von Hitler zur Strecke zu bringen… —   Previously on DANGER 5
Back To The Sixties (With Cheese)! Während der Zombieapokalypse im USSR-Land konnten Hitlers (Carmine Russo) untote Überreste zwar zerstört werden, doch über Umwege gelang der Geist des Führers in den Körper der unsterblichen Holly (Elizabeth Hay). „Hitler-Holly“ reiste daraufhin in die Vergangenheit, um den Zweiten Weltkrieg für sich zu entscheiden. Dank eines flott gemixten Zeitreise-Cocktails von Pierre (Pacharo Mzembe) gelang Danger 5 die Verfolgung. Im vom Krieg gezeichneten Österreich müssen sie nicht nur den unkaputtbaren Führer aufhalten, sondern werden auch mit ihren jüngeren Ichs konfrontiert. Vor allem für Pierre ein mehr als denkwürdiges Erlebnis… Mit der vorletzten Episode schlagen David Ashby und Dario Russo den Bogen zur ersten Staffel, mit einer Zeitreise zurück in den Zweiten Weltkrieg im anachronistischen Sixties-Setting, inklusive eines Gastauftritts von Aldo Mignone, dem Pierre aus Staffel 1 sowie einem Wiedersehen mit Colonel Chestbrige und seiner Sitdown-Gun. Nebenbei dient die Folge natürlich auch im Zuge des popkulturellen, allumfassenden Eighties-Overkills als eigenwillige Hommage an eine ikonische Filmtrilogie von Robert Zemeckis. Marty McFly und Doc Brown düsen per modifiziertem DeLorean durch die Zeit. Danger 5 gelingt dies durch einen besonders ausgefeilten Drink, freilich eine Eigenkreation von „Mixperte“ Pierre, welche unbedingt mit Mozzarella zubereitet werden muss („You can’t go back in time without cheese!“)! Als es zur unvermeidlichen Begegnung der Agententruppe mit ihren jüngeren Versionen kommt, helfen auch keine Warnungen, das Raum-Zeit-Kontinuums durch unbedachte Handlung nachhaltig zu verändern. Und so dreht sich Back To The Führer zu weiten Teilen um die persönlichen Befindlichkeiten, die jenes Aufeinandertreffen mit sich bringt. Aber die Episode verkommt keinesfalls zum surrealen Identitätsdrama. Dafür wird reichlich hemmungslos billig zusammengezimmerte Action geboten: ein fast die ganze Laufzeit überdauernder Luftangriff mit den üblichen Spielzeugfliegern an recht sichtbaren Fäden, teils in Tateinheit mit Spielfiguren sowie knallige Shootouts und mehr, inklusive einer augenzwinkernden Reminiszenz an die gute alte Batman-Serie aus den 1960ern. Der unangenehm überraschende Schlussakkord bildet die Basis für das große Serienfinale, demnächst rezensiert auf diesem kleinen Blog. Mit freundlicher Unterstützung von Mein Klampf, dem Führer unter den Gitarren. —   Danger 5, 2×06: Back To The Führer Australien 2015. FSK 16. 25 Minuten. Mit: David Ashby, Elizabeth Hay, Sean James Murphy, Pacharo Mzembe, Natasa Ristic, Amanda Simons, Nikola Despoja, Carmine Russo u.a. Special Guest Star: Aldo Mignone als Pierre. Idee & Drehbuch: David Ashby und Dario Russo. Regie: Dario Russo. — Credits: Bilder (c) Edel Germany

Gefahr: Diabolik (Kurzkritik)

9. September 2018

Ein ausgekochter Superverbrecher hält die Polizei-Organisationen Europas in Atem. Mit Gefahr: Diabolik verfilmte Mario Bava vor einem halben Jahrhundert eine italienische Comicserie…



Der diabolische Meisterdieb

Diabolik (John Philip Law) ist ein Mastermind unter den Verbrechern Europas. Obwohl Inspektor Ginko (Michel Piccoli) alle erdenklichen Sicherheitsvorkehrungen bei einem Geldtransport trifft, gelingt es dem Gangster mit der Hilfe seiner Komplizin/Gespielin Eva Kant (Marisa Mell) 10 Millionen zu erbeuten. Weil niemand die Identität geschweige denn das Aussehen Diaboliks kennt, wendet sich Ginko an den Gangster Ralph Valmont (Adolfo Celi), dem er im Gegenzur für Unterstützung bei der Ergreifung Diaboliks eine milde Strafe verspricht. Wird Diabolik auch diesen Plan durchschauen?

Bevor er einige Horrorfilme, Giallo-Produktionen und Italo-Western inszenierte, begann Mario Bava (1914-1980) seine Karriere als Kameramann (unter anderem bei den beiden Herkules-Abenteuern mit Steve Reeves), Beleuchter und Effektspezialist. Vereinzelt machte der Italiener auch Ausflüge in andere Genres, wie beim Science-Fiction-Streifen Planet der Vampire oder mit Gefahr: Diabolik, einer Adaption der von den Giussani-Schwestern erschaffenen Fumetti-Neri-Reihe Diabolik. Für den Film hatte Starproduzent Dino De Laurentiis Bava umgerechnet 3 Millionen Dollar Budget zur Verfügung gestellt. Durch die besonders sparsame Arbeitsweise des Regisseurs kostete die Produktion angeblich nur 400 000. Auch wenn dieser Betrag vor fünfzig Jahren wesentlich mehr Wert besaß, so erscheint diese Zahl beim Anblick des fertigen Films aufgrund der sicherlich nicht unaufwändigen Verfolgungsjagden und anderen Szenen ziemlich ausgeschlossen. Maestro Bava zeigt hier wieder seine große Stärke, nämlich die perfekte Symbiose von Kulissenbau, Matte-Paintings und Beleuchtung/Farbgebung. Auch Altmeister Ennio Morricone bot mit einem schräg-psychedelisch-jazzigen Score sein ganzes Könne auf. An der Seite des amerikanischen Hauptdarstellers John Philip Law, der damals als großes Sexsymbol galt, bietet „Diabolik“ auch die elegante Österreicherin Marisa Mell sowie die nicht minder bekannten Schauspieler Michel Piccoli (Belle de Jour, Die Verachtung) und Adolfo Celi (James Bond – Feuerball) auf. Die kuriosen Einfälle des Titelhelden bei der Durchführung seiner Coups sorgen durchaus für Spannung, aber insgesamt krankt die Story an der Episodenhaftigkeit der Vorlage. Direkt im Anschluss drehte Law übrigens gemeinsam mit Jane Fonda und Regisseur Roger Vadim den irren Camp-Cocktail Barbarella, eine weitere Comic-Verfilmung, bei welcher zum Teil die Kulissen von Gefahr: Diabolik erneut zum Einsatz kamen.

Gefahr: Diabolik (Diabolik)
Comicverfilmung Italien, Frankreich 1968. FSK 16. 96 Minuten. Mit: John Philip Law, Marisa Mell, Michel Piccoli, Adolfo Celi, Terry-Thomas u.v.a. Regie: Mario Bava. Drehbuch: Dino Maiuri, Brian Degas, Tudor Gates, Mario Bava. Nach den Comics von Angela Giussani und Luciana Giussani.

 

Credits:
Bilder (c) Paramount


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