The Loft (Kurzkritik)

3. August 2017

Fünf eng befreundete Männer kaufen gemeinsam ein Loft, um dort ihre außerehelichen Affären auszuleben. Dann passiert ein Mord…



Der erfolgreiche Architekt Vincent (Karl Urban) bietet seinen vier besten Freunden Luke (Wentworth Miller), Marty (Eric Stonestreet), Chris (James Marsden) und dessen Halbbruder Filip (Matthias Schoenarts) eine verlockende Möglichkeit an: gemeinsam unterhalten die fünf Männer ein Designer-Loft, um sich dort mit Geliebten und Prostituierten zu vergnügen, ohne dass ihre Ehefrauen etwas mitbekommen. Alles scheint gutzugehen, bis Luke eine Frauenleiche im Luxus-Appartment findet. Die fünf Männer treffen zusammen und suchen fieberhaft nach einer Möglichkeit, die fatale Situation zu lösen bis sie sich gegenseitig verdächtigen…

Nachdem sein Film Loft (2008), deutscher Titel Tödliche Affären, zum erfolgreichsten flämischen Film an der belgischen Kinokasse avancierte, drehte Regisseur Eric Van Looy 2011 ein US-Remake mit den bekannten Darstellern Karl Urban (Herr der Ringe, Star Trek), James Marsden (X-Men), Wentworth Miller (Prison Break) und Eric Stonestreet (Modern Family) sowie Landsmann Matthias Schoenarts (The Danish Girl), der seinen Part aus dem Original wiederaufnahm, in den Hauptrollen. Veröffentlicht wurde die Kopie erst gut drei Jahre später. Die Prämisse klingt nach einem interessanten Whodunit-Plot à la Agatha Christie oder Alfred Hitchcock. Herausgekommen ist dabei leider nur ein halbgarer Thriller mit pseudoerotischem Touch. Allerdings kann ich nichts über den belgischen Originalfilm sagen, da ich diesen nicht gesehen habe. The Loft mag mit seiner nichtchronologischen Handlung formal und inszenatorisch gelungen sein, aber inhaltlich liegt hier einiges im Argen. Im Verlauf der Twist um Twist auftischenden Story wird dieser immer unlogischer und klischeebeladener. Auch frage ich mich, warum man sich als Zuschauer für diese unsympatischen, höchst oberflächlichen, überwiegend misogynistischen Charakterschweine interessieren oder gar mit ihnen mitfühlen soll. Wie eine Episode einer lahmen, Hochglanz-Procedural-Krimiserie spult The Loft nur sein schales Programm runter und vermeidet jegliche ernsthafte Auseinandersetzung.

The Loft
Krimi Belgien/USA 2014. FSK 16. 99 Minuten. Mit: Karl Urban, James Marsden, Wentworth Miller, Eric Stonestreet, Matthias Schoenarts, Isabel Lucas, Rachael Taylor u.a. Regie: Eric Van Looy. Drehbuch: Bart De Pauw und Wesley Strick. Nach dem Originalfilm von 2008.

Bild (c) Universum Film.


Die Taschendiebin (Kurzkritik)

23. Juli 2017

Letztes Wochenende war ich nach zwei Jahren endlich wieder einmal im Open Air Kino und sah mir Die Taschendiebin von Park Chan-wook an. Ein falsches Dienstmädchen, ein falscher Adeliger und eine einsame Erbin stehen im Zentrum eines Betrugskomplottes…

Dekadenz und Dialektik

in den 1930er Jahren ist Korea von den Japanern besetzt. Die junge Sook-hee (Kim Tae-ri) wuchs als Waise in einem Haushalt von Kleinkriminellen auf und wurde von Kindesbeinen an zur Taschendiebin geschult. Ein Hochstapler (Ha Jung-woo), der sich als japanischer Graf Fujiwara ausgibt, plant, die reiche, einsame Erbin Izumi Hideko (Kim Min-hee) zu heiraten, um an ihr Vermögen zu gelangen. Getarnt als Dienstmädchen soll Sook-hee ihre junge Herrin Hideko, die mit ihrem Onkel (Cho Jin-woong), einem Büchersammler, in einem riesigen Anwesen lebt, für die Avancen des falschen Grafen empfänglich machen. Doch mit der Zeit kommen sich Taschendiebin und einsame Erbin näher…

Vor allem mit seiner Vengeance-Trilogie (Sympathy for Mr. Vengeance, Oldboy und Lady Vengeance) hat sich der Südkoreaner Park Chan-woo einen Namen gemacht. Auf Basis des Romans Solange du lügst (OT: Fingersmith) von Sarah Waters drehte er zuletzt Die Taschendiebin (internationaler Titel: The Handmaiden), ein opulent ausgestattetes und sinnliches Drama, welches mit auffallender Dialektik die Erwartungshaltung der Zuschauer mehrfach durchbricht. Der Wechsel der Erzählperspektive sorgt für Spannung und Irritation zugleich. Zwar sind die Sexszenen sehr freizügig inszeniert, doch führt die lesbische Liebesgeschichte zur Emanzipation der weiblichen Hauptfiguren. Die Männer im Film interessieren sich für Sex nur als Mittel zum Zweck oder wollen lediglich ihre Altherrenphantasien anhand von Porno- und SM-Literatur befriedigen. Obwohl Die Taschendiebin im Gewand eines Sittengemäldes gekleidet wurde, so funtioniert das Werk eher als abgründige Mischung aus Intrigenspiel und Entwicklungsroman.

Nach dem Kinostart im Januar ist Die Taschendiebin seit 8. Juni 2017 auf BluRay und DVD erhältlich.

Die Taschendiebin (Agassi)
Erotikdrama Südkorea 2016. FSK 16. 144 Minuten.
Mit: Kim Min-hee, Kim Tae-ri, Ha Jung-woo, Cho Jin-woong u.a. Regie: Park Chan-wook. Drehbuch: Chung Seo-kyung und Park Chan-wook. Nach dem Roman Solange du lügst von Sarah Waters.

Bild (c) Koch Media.


Avengers Grimm (Kurzkritik)

18. Juli 2017

Lieber 100 schlechte Filme machen als einen guten. Dieses Motto haben sich wohl die Macher hinter der Billigfilmschmiede „The Asylum“ auf die Fahnen geschrieben. So bleiben weder Marvels Superheldenteam noch ein paar Märchengestalten verschont. Vorhang auf für Avengers Grimm!



Rumpelstiltsdien gegen die Märchen-Zicken

Rumpelstilzchen hat nicht nur fast das gesamte Märchenland erobert und versklavt, den abgrundtief bösen Finsterling trachtet es nach mehr Macht. Mit dem magischen Spiegel von Königin Schneewittchen gelingt es ihm, ins Los Angeles der heutigen Zeit zu reisen. Auch hier hat der ehemals Kinder stehlende, backende und Bier brauende Unhold Übles im Sinn. Wie gut, dass Schneewittchen ihre Freundinnen Cinderella, Rapunzel, Dornröschen und Rotkäppchen versammelt, die als Prinzessinen-Avengers-Truppe gemeinsam den Kampf gegen Rapunzel und seine willenlose Horden aufnehmen…

Bereits vom DVD-Cover strahlt uns der Name Caspar Van Dien entgegen, jener Schauspieler, der nach guten Filmen in der Frühphase seiner Karriere (Starship Troopers, Sleepy Hollow) quasi als Garant für schlechte Billigkost gilt und hier eine allmächtige Version von Rumpelstilzchen darstellen soll. Als Quotenaltstar, der schon bessere Tage gesehen hat, fungiert Lou Ferrigno (bekannt als Titelfigur aus der Serie Der unglaubliche Hulk sowie den Italo-Trashperlen Herkules und Die Abenteuer des Herkules) als silber angemalter Eisenhans. Für die Märchenfiguren mit allzu beliebigen Superkräften hat man fünf talentlose, hemmungslos zugekleisterte Makeup-Miezen gecastet, die sich untereinander ständig anzicken. Sinn und Logik halten Regisseur/Autor Jeremy M. Inman sowie Mega-Produzent David Michael Latt wohl für verzichtbare Gmmicks in ihrem als Drehbuch getarnten, bestenfalls groben „Handlungsgerüst“. Trotz potenzialträchtiger Prämisse sowie ordentlichen Effekten wirkt alles völlig l(i)eblos zusammengeschnipselt und daher grottenlangweilig. Vielleicht lassen sich die hirnrissigen Aktionen des Bösewichts als satirische Spitzen gegen den derzeitgen US-Präsidenten interpretieren. Immerhin verschont uns „The Asylum“ dieses Mal mit dem sonst obligatorischen, abgrundtief schlecht animierten Dinosaurier. Insgesamt ist Avengers Grimm nur mit Alkoholgenuss und den ätzenden Kommentaren des SchleFaZ-Duos Olli Kalkofe und Pätter Rütten gerade noch auszuhalten.

Avengers Grimm
Fantasy-Trash USA 2015. FSK 16. 82 Minuten. Mit: Caspar Van Dien, Lauren Parkinson, Milynn Sarley, Marah Fairclough, Rileah Vanderbilt, Elizabeth Peterson, Lou Ferrigno, Kimo Leopoldo u.a. „Drehbuch“ und Regie: Jeremy M. Inman.

Bild (c) White Pearl Movies


Der Kurzkritiken-Sommer – Revival!

18. Juli 2017

Den Super-Serien-Montag gibt es nicht mehr. Dafür lebt hiermit der Kurzkritiken-Sommer wieder auf!

Obwohl ich im Vergleich zum letzten Jahr etwas spät dran bin, hier die Rückkehr des Kurzkritikensommers. Als Neuerung im Vergleich zum Vorjahr gibt es 2017 zusätzlich zu den Filmbesprechungen auch Serienreviews. Daher werden die kürzlich veröffentlichen Kurzkritiken zu den jeweils ersten Staffeln von Castle und Into The Badlands „rückwirkend“ mit aufgenommen. Mit der Gurke des Sommers folgt die erste Filmbesprechung sehr bald.

Viel Spaß beim Lesen!


Into The Badlands: Staffel 1 (Kurzkritik)

7. Juli 2017

Wenn das Autoren-Duo Alfred Gough und Miles Millar (Smallville) nicht gerade in Shannara weilt, arbeiten die beiden an der postapokalyptischen Südstaaten-Saga Into The Badlands.



Crouching Widow, Hidden Darkness

In ferner Zukunft. Die sogenannten Badlands, ein Gebiet irgendwo in den nicht mehr existenten Vereinigten Staaten von Amerika, werden von sieben Baronen regiert. Industrialisierung und technologische Errungenschaften gibt es kaum noch, Schusswaffen sind verboten. Mit einer großen Schar von Sklaven und Dienern erwirtschaften die Baronate wichtige Güter. Quinn (Marton Csokas) ist einer dieser Barone. Auf seinen Feldern wird Mohnblumensaft für die Opium-Herstellung abgebaut. An der Spitze von Quinns Heer von Clippern (Schwertkämpfern) steht der legendäre Krieger Sunny (Daniel Wu). Sunny gelingt es den Jungen M.K. (Aramis Knight) vor räuberischen Nomaden zu retten. Jedes Mal wenn M.K. Blut verliert, ergreift eine dunkle Macht Besitz von ihm. Quinn, seine erste Ehefrau Lydia (Orla Brady), deren Sohn Ryder (Oliver Stark) und Quinns künftige zweite Gattin Jade (Sarah Bolger) sind ständig auf der Hut. Denn „The Widow“ (Emily Beecham) möchte mit ihrer Armee von weiblichen Kämpferinnen, darunter ihre Tochter Tilda (Ally Ioannides), die Ordnung der anderen Barone stürzen und schreckt dabei vor wenig zurück…

Alfred Gough und Miles Millar sind bei vielen Serienfans vor allem für ihre Superman-Teenie-Show Smallville (2001 bis 2011). Nach einigen Filmen (u.a. Die Mumie: Das Grabmal des Drachenkaisers und Ich bin Nummer vier) sowie einer gescheiterten TV-Neuauflage von Drei Engel für Charlie kreiierte das Duo Into The Badlands, eine sehr nach Manga-/Animematerial klingende Mischung aus Südstaaten-Saga, postapokalyptischen Drama und Samurai-Eastern. Obwohl im Handlungsgeflecht um Macht, Intrigen, Verrat, Liebe und die Suche nach der eigenen Identität das Rad nicht unbedingt neu erfunden wird, so gestaltet sich das Setting vor allem durch das bunte Figurenensemble als durchaus spannend. Glücklicherweise verzichtete man trotz ein paar Hochglanzgesichter im Cast auf die unsägliche Anbiederung an Teenies. Die von erfahrenen Martial-Arts-Meistern choreographierten Kampfszenen sind vor allem für eine TV-Produktion ein echter Hingucker. Vermutlich kann die Serie in der zweiten Staffel (10 Folgen) etwas mehr Substanz beim Worldbuilding entwickeln.

Die erste Staffel von Into The Badlands ist über Amazon Prime abrufbar sowie seit November 2016 auf BluRay und DVD erhältlich. Im Frühjahr 2017 erschien Season 2 bei Prime.

Into The Badlands: Staffel 1 (Into The Badlands: Season 1)
Actionserie/Endzeitdrama USA 2015. FSK 16. 6 Folgen. Gesamtlänge: ca. 256 Minuten. Mit: Daniel Wu, Marton Csokas, Aramis Knight, Orla Brady, Sarah Bolger, Oliver Stark, Emily Beecham, Madeleine Mantock, Ally Ioannides u.a. Idee: Alfred Gough und Miles Millar.

Bilder (c) AMC/Amazon.


Castle: Staffel 1 (Kurzkritik)

30. Juni 2017

Auch wenn die Hitzewelle (pun intended) mittlerweile eine Pause eingelegt hat, so haben die hohen Temperaturen ihren Tribut hinsichtlich der Art meines Serienkonsums gefordert. In wenigen Tagen konsumierte ich die erste Staffel der letztes Jahr beendeten Krimiserie Castle.

Richard „Rick“ Castle (Nathan Fillion) ist ein erfolgreicher Krimiautor, lebt nach zwei Scheidungen mit seiner 15jährigen Tochter Alexis (Molly C. Quinn) und seiner Mutter Martha (Susan Sullivan), einer etwas in die Jahre gekommenen Schauspielerin, in einer schicken, großen Wohnung. Seit Castle seine beliebte Figur Derrick Storm sterben ließ, plagt den Autor eine Schreibblockade. Weil ein Serienkiller Morde aus Castles Romanen kopiert, engagiert das New York Police Department in Person von Detective Kate Beckett (Stana Katic) ihn als Berater. Durch die starke und ambitionierte Polizistin fühlt sich Castle zu einer neuen Figur für sein nächstes Werk inspiriert. Daher lässt er seine guten Beziehungen spielen, um fortan an den Ermittlungen mitwirken zu dürfen, sehr zum Missfallen von Beckett…

Bei der deutschen Free-TV-Premiere der Krimiserie von Andrew W. Marlowe (Air Force One, Hollow Man) im Jahr 2010 habe ich bereits die ersten Folgen gesehen, aber schnell das Interesse verloren. Nicht weil Castle jetzt wirklich schlecht ist, sondern eher weil man hier, wie bei ähnlich gelagerten Produktionen (Bones, Elementary), inhaltlich fast durchgehendes auf das bewährte „Ein-Fall-in-40-Minuten“-Rezept setzt. Castle unterhält dank seines charmanten Hauptdarstellers Nathan Fillion (bekannt als Captain Reynolds aus Firefly) und der bisweilen amüsanten Dynamik der Figuren untereinander. Die kurze erste Staffel war jedenfalls für mein hitzegeplagtes Gehirn genau das richtige.

Castle: Staffel 1 (Castle: Season 1)
Krimiserie USA 2009. FSK 16. 10 Folgen. Gesamtlänge: ca. 405 Minuten.
Mit: Nathan Fillion, Stana Katic, Seamus Dever, Jon Huertas, Tamala Jones, Molly C. Quinn, Ruben Santiago-Hudson, Susan Sullivan u.a. Idee: Andrew W. Marlowe.

Bild (c) ABC/Touchstone.


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