Mein Fernsehjahr 2014

11. Februar 2015

Wieder etwas später als die Kinobilanz folgt nun mein Serienresüme für 2014. Neben den üblichen Verdächtigen gab es letztes Jahr vor allem einige spannende Neuheiten.

So langsam aber sicher läuft auch aus meiner persönlichen Sicht das Fernsehen dem Kino den Rang ab. In erzählerischer Hinsicht sind hochwertige Serien mit fortlaufenden Handlungssträngen, die sich über ganze Staffeln erstrecken, Filmen sowieso schon weit voraus. Bei der Produktionsqualität hat der kleinere Bildschirm die große Leinwand auch bereits eingeholt. Einzelne Folgen mancher Serien werden sogar in ausgewählten Kinos gezeigt. Ein Blick auf meine beiden Vorschauen für dieses Jahr (Kinofilme bzw. Serien) zeigt: 2015 wird im TV wohlmöglich spannender.

Richten wir unsere Augen doch zuerst einmal auf die „nackten“ Zahlen. 2015 habe ich 16 verschiene Serien und Miniserien geschaut, von den meisten die aktuelle Staffel, bei manchen aber auch nur die ersten paar Episoden. Die Durchschnittsbewertung liegt bei 6,56 von 10 Punkten. Interessant der Rückblick auf das Vorjahr. Da hatte ich nur acht aktuelle Produktionen gesichtet und kam genau auf einen Mittelwert von 6,50/10.

True-Detective_DVDEine wirkliche Enttäuschung ist mir im Kino letztes Jahr erspart geblieben, leider nicht bei den Serien. Neben den beiden schwachen Serien Nymphs (True Blood für Arme) und The White Queen (Die Tudors für Arme), die ich nach zwei Folgen abgebrochen habe, war die große Enttäuschung 2014 ganz klar die neunte und letzte Staffel der US-Beziehungssitcom How I Met Your Mother. Man kann zum sicherlich nicht unumstrittenen Ende der Comedy-Show stehen wie man will, aber dass eine Serienstaffel von 24 Folgen 22 Episoden damit verblödelt die wenigen Stunden zur Hochzeit von Robin und Barney ewig in die Länge zu ziehen, um die Ehe der beiden dann in der vorletzten Folge innerhalb von kürzester Zeit zu „killen“, dann ist das Zeitverschwendung und dramaturgisches Hütchenspiel. Das erhärtet den Verdacht, dass die beiden Chefautoren/Showrunner Carter Bays und Craig Thomas eigentlich keine neunte Season wollten und der Sender sie gedrängt hat, trotzdem weiter zu machen. Vielleicht hätte man die Episodenanzahl der Staffel aber auch einerseits kürzen und andererseits das Kennenlernen von Ted und der titelgebenden Mutter Tracy mehr in den Vordergrund stellen sollen, wenn nicht müssen.

Doch genug über die zahlenmäßig wenigen Flops meiner TV-Saison 2014. Denn es gab auch erfrischende Neuzugänge, allen voran Orphan Black. Die von BBC America produzierte Mysteryserie handelt von einer Kleinkriminellen, die erfährt, dass sie im wahrsten Sinne des Wortes nicht allein ist. Sie ist nur eine von mehreren Klonen, von denen manche schon zu Tode gekommen sind. Nach und nach entfaltet sich eine weitreichende Klon-Verschwörung. Die große Stärke der kanadisch-amerikanischen Serie heißt Tatiana Maslany. Die 29jährige Kanadierin spielt alle Klone selbst, sei es die toughe Sarah, die Hausfrau Allison, die Wissenschaftlerin Cosima oder die Psychopathin Helena. Und mit der Zeit vergisst man, dass da nur eine Schauspielerin zu sehen ist. Ein besseres Kompliment kann es für Mademoiselle Maslany nicht geben und daher ist sie eine von zwei Kandidatinnen für den mwj-Fernsehpreis in der Kategorie beste Darstellerin.

Eine weitere Neuentdeckung war A Young Doctor’s Notebook. Basierend auf semiautobiographischen Kurzgeschichten des russischen Autors Michail Bulgakow erzählt die kleine Miniserie vom Alltag eines jungen Arztes, der sich ohne große Praxiserfahrung im schwierigen Alltag eines schlecht ausgestatteten Provinzkrankenhaus zurecht finden muss und dem sein älteres Ich über die Schulter schaut. Das Kuriose hierbei: während Daniel „Harry Potter“ Radcliffe den jungen Doktor verkörpert, spielt Jon „Don Draper“ Hamm den älteren. Grundverschiedener können zwei Darsteller einer Rolle eigentlich nicht sein. Doch abseits dieses ungewöhnlichen Doppelgänger-Motiv überzeugt die Serie in der nur vier Folgen umfassenden ersten Staffel besonders durch den gekonnten Spagat zwischen schwarzem Humor und absurden Situationen. Am 27. Februar erscheint die ebenfalls vierteilige zweite und letzte Staffel auf DVD und BluRay.

Penny-Dreadful_PosterMan könnte sagen, 2014 war das Jahr der neuen Serien mit acht Folgen pro Season. True Detective handelt von zwei Polizisten und ihrer Jagd auf einen Mörder, die sich über fast zwei Jahrzehnte erstreckt. Im Mittelpunkt der HBO-Serie von Schriftsteller Nic Pizzolatto stand nicht nur die zähe Ermittlungsarbeit der beiden Protagonisten sondern auch deren Privatleben. Die beiden Cops wurden hervorragend von Matthew McConaughey und Woody Harrelson gespielt, wobei sich erster eine Hälfte des mwj-Fernsehpreis als bester männlicher Schauspieler redlich verdient hat. Stichwort: McConaissance.

Die andere große Acht-Episoden-Show 2014 ist Penny Dreadful, komplett aus der Feder von John Logan, dem Drehbuchautor des letzten (Skyfall) und des nächsten (Spectre) James Bond-Films. Die geniale Horrorserie, die wie die gleichnamigen Groschenromanheftchen Figuren aus verschiedenen Werken der viktorianischen Phantastik vereint, besticht durch ihre stimmungsvolle Inszenierung in Kinoqualität und die ambivalenten Charaktere. Besonders herausragend war allerdings die intensive Performance von Eva Green (siehe auch Kino-Rückblick 2014) als die von Dämonen besessene Vanessa Ives. Damit hat sich Mademoiselle Green die andere Hälfte des mwj-Preises als beste Fernsehdarstellerin mehr als verdient.

Auch im vierten Jahr bin ich es immer noch nicht Leid die geniale Fantasy-Serie Game Of Thrones auszuzeichnen. Die vierte Staffel der Adaption von George R.R. Martins Romanepos Das Lied von Eis und Feuer übertrifft die vorherigen noch bezüglich der Quantität und Qualität von Highlights und liefert einen Kracher nach dem anderen. Ein wahrer Paradiesvogel im ohnehin bunten Ensemble der HBO-Serie war in Season vier der chilenisch-amerikanische Akteur Pedro Pascal in der Rolle des leidenschaftlichen Prinzen Oberyn Martell aus dem Fürstentum Dorne. Obwohl Pascal nur in sieben der zehn Folgen auftritt und im Abspann als „guest star“ gelistet ist, macht ihn sein furioses Spiel zum zweiten Kandidaten des mwj-Darstellerpreises im Bereich Fernsehen.

Und wer sich jetzt noch fragt welches meiner Ansicht nach die drei besten Serien 2014 waren, der hat wohl nicht so ganz aufgepasst. 🙂

Jedenfalls freue ich mich dieses Jahr besonders auf die neuen Staffeln von Game Of Thrones (ab 12. April), Penny Dreadful (3. Mai) und natürlich auch True Detective (vsl. Sommer).

STATISTIK

Hier mein persönliches Fernsehjahr 2014 in der Übersicht (vorhandene Kritiken sind verlinkt)

10 Punkte
Fehlanzeige

Game-Of-Thrones-4_Poster9 Punkte
Game Of Thrones – Staffel 4
Penny Dreadful – Staffel 1
True Detective – Staffel 1

8 Punkte
The Big Bang Theory – Staffel 7
Mad Men – Staffel 7, Teil 1
Orphan Black – Staffel 1 und 2
Sherlock – Staffel 3
A Young Doctor’s Notebook – Staffel 1

7 Punkte
Dracula

6 Punkte
Die Musketiere – Staffel 1
Vikings – Folgen 1 bis 3

5 Punkte
Fleming

4 Punkte
Die Bibel – Folgen 1 bis 3
How I Met Your Mother – Staffel 9

3 Punkte
Nymphs – Folgen 1 + 2
The White Queen – Folgen 1 + 2

1 oder 2 Punkte
Fehlanzeige

PREISTRÄGER

Beste Serie
Game Of Thrones – Staffel 4
Penny Dreadful – Staffel 1
True Detective – Staffel 1

Beste Darstellerin
Eva Green, Penny Dreadful
Tatiana Maslany, Orphan Black

Bester Darsteller
Matthew McConaughey, True Detective
Pedro Pascal, Game Of Thrones

Bilder (C) Filmverleihe/TV-Sender.

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Mein Kinojahr 2014

6. Januar 2015

Die mediale Nachbereitung des just vergangenen Jahres ist noch in vollem Gange. Beginnen möchte ich heute mit meiner Leinwandbilanz 2014.

2014 habe ich 16 Filme im Kino gesehen, ein leichter Rückgang zum Vorjahr (18). Bei den Bewertungen gab es weder die Höchstwertung noch die vier untersten Noten. Schlechte oder recht mäßige Filme konnte ich also vermeiden, daher gibt es auch keinen Filmflop des Jahres. Die Durchschnittswertung liegt bei 6,88 von 10 Punkten, also über dem Schnitt der letzten beiden Jahre (6,5/10). Ein paar Filme (vor allem kleinere Produktionen) mussten leider auf der Strecke bleiben. Die Nachlese per Heimkino ist allerdings nicht auszuschließen.

Boyhood_PosterAn dieser Stelle vergebe ich alljährlich meine eigene Trophäe (den „mwj-Filmpreis“) für den besten Film/die besten Filme sowie meine Favoriten unter den Darstellern. Auch wenn 2014 das Jahr der „Doppelgänger“-Streifen war (X-Men: Zukunft ist Vergangenheit, Enemy, Muppets Most Wanted) so gibt es nur einen Top-Film des Jahres: Boyhood.

Das neueste Werk von Regisseur und Drehbuchautor Richard Linklater (dessen vorheriger Film Before Midnight unter meinen Top 3 von 2013 landete) erzählt auf magische Weise das Heranwachsen eines Jungen (gespielt von Eilar Coltrane) von der Grundschule zur Volljährigkeit. Dazu wurde über einem Zeitraum von 12 Jahren jedes Jahr drei bis vier Tage gedreht. Ab 22. Januar 2015 gibt es in einigen deutschen Kinos eine Wiederaufführung des einmaligen 12-Jahre-Projekts.

2014 war eindeutig ein sehr gutes Jahr für die schwedisch-französische Schauspielerin Eva Green. In der ersten Staffel der Horror-Serie Penny Dreadful brillierte sie als besessene Vanessa Ives. Auf der Leinwand war sie in beiden Fortsetzungen der Comic-Verfilmungen von Frank Miller (300: Rise Of An Empire, Sin City: A Dame To Kill For) zu sehen. Für letztere Rolle, als titelgebende Femme fatale im Sin City-Sequel, erhält Mademoiselle Green nun den mwj-Preis als beste Filmdarstellerin 2014. Es scheint als hätte Frank Miller ihr den Part auf den oft unverhüllten Leib geschrieben/gezeichnet.

Doch wer war für mich der männliche Darsteller des Jahres? Dazu kommen wir nun zu dem einzigen Film in meiner Liste, der (noch?) keinen deutschen Kinostart erhielt: What Richard Did. Das irische Jugenddrama über die folgenschwere Tat des 19jährigen Titelcharakters sah ich auf dem Internationalen Filmwochenende in Würzburg. Der Film von Regisseur Lenny Abrahamson überzeugte vor allem durch seine Authentizität. Besonders lebensecht wirkten auch die weitgehend unbekannten Schauspieler, allen voran Hauptdarsteller Jack Reynor, der sich durch sein starkes Spiel den mwj-Award als bester männlicher Darsteller redlich verdient hat. Vielleicht findet What Richard Did noch den Weg auf die hiesigen Leinwände oder wenigstens in die DVD-Regale.

Und hier die Übersicht meines Kinojahres 2014 (Kritiken sind verlinkt)

STATISTIK

10 Punkte
Fehlanzeige

9 Punkte
Boyhood

What Richard Did_Poster8 Punkte
What Richard Did
Und Aektschn
Stromberg – Der Film
X-Men: Zukunft ist Vergangenheit
Interstellar
The Zero Theorem

7 Punkte
Enemy
Viel Lärm um Nichts

6 Punkte
Muppets Most Wanted
Guardians Of The Galaxy
Sin City: A Dame To Kill For
Der Hobbit: Die Schlacht der Fünf Heere

5 Punkte
The Return Of The First Avenger
Drachenzähmen leicht gemacht 2
Dracula Untold

4,3,2 oder 1 Punkt
Fehlanzeige

PREISTRÄGER

Bester Film
Boyhood

Beste Darstellerin
Eva Green, Sin City: A Dame To Kill For

Bester Darsteller
Jack Reynor, What Richard Did

Bilder (C) Filmverleihe.


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