Dracula (TV-Serie) (Kurzkritik)

28. Dezember 2014

Mit dem Kinofilm Dracula Untold wurden im Herbst 2014 die Anfänge des legendären Vampirfürsten erforscht. Eine gänzlich andere Geschichte erzählt dagegen Dracula, eine britisch-amerikanische Serie, die kürzlich auch im deutschen Fernsehen lief.

 

Dracula_NBC_DarstellerVon links: Van Helsing, Harker, Lucy, Renfield, Lady Jayne, Mina und Grayson

Blutsauger unter Blutsaugern

Um 1890. Wie aus dem Nichts taucht der amerikanische Geschäftsmann Alexander Grayson (Jonathan Rhys Meyers) in der Londoner High Society auf und kündigt kein weniger gewaltiges Unterfangen an als die Menschen mit drahtlosem Strom durch Geomagnetismus zu versorgen. Doch Grayson ist in Wahrheit der wieder erweckte Vampirfürst Dracula. Gemeinsam mit dem Mediziner Professor Van Helsing (Thomas Kretschmann) will Grayson/Dracula Rache am sogenannten Drachenorden nehmen, welcher weite Teile der Energie-Wirtschaft kontrolliert. Einst ermordeten Mitglieder des Geheimbunds nicht nur Draculas Ehefrau Ilona (Jessica De Gouw), sondern machten ihn auch zu einem Geschöpf der Nacht. Allerdings bringt eine Sache Graysons großen Masterplan in Gefahr: er verliebt sich in die junge Medizinstudentin Mina Murray (Jessica De Gouw), die seiner verstorbene Gattin bis aufs Haar gleicht…

Die Titelfigur aus Bram Stokers wegweisendem Roman Dracula gehört zu den Leinwandcharakteren mit den meisten Filmauftritten. Eine neue britisch-amerikanische Produktion brachte den Vampirfürsten auch auf die heimischen Fernsehbildschirme. Das Szenario des Drehbuchautors Cole Haddon bietet bekannte Zutaten des Stoffes wie das viktorianische England als Schauplatz und das üblichen Personal (Van Helsing, Mina, Harker, Renfield) auf, punktet aber mit einem neuen Ansatz. Es geht nicht nur um den Kampf gegen Vampire oder deren finstere Machenschaften, sondern auch um das Kräftemessen großer Unternehmen im Mutterland der Industrialisierung, welche aber von alten Mächten (untoter rumänischer Fürst gegen christlichen Geheimbund) geführt werden.

Leider wirkt die Serie vor allem am Anfang recht plump und oberflächlich vor allem in Person der Vampirjägerin Lady Jayne Weatherby, die so ziemlich jedes Klischees einer überzeichneten, Männer mordenden Furie erfüllt. Immerhin gibt es mit Mina Murray eine recht emanzipierte Frauenrolle, mit dem Ehrgeiz gleichzeitig als künftige Medizinerin und Ehefrau ihren Mann zu stehen. Mit Fortschreiten der Handlung gewinnt Dracula an Spannung und hält diese bis zum Schluss hoch. Jonathan Rhys Meyers spielt den Titelcharakter mit ähnlicher katzenhaften Präsenz wie er auch Englands König Heinrich VIII. in der Historienserie Die Tudors (2007-2010) verkörperte. Der amerikanische TV-Sender NBC bestellte nach zehn ausgestrahlten Episoden keine weiteren und so endete Draculas jüngstes Gastspiel auf den heimischen Bildschirmen nach nur einer Staffel, aber immerhin nicht mit einem völligen Cliffhanger.

Dracula lief von 20. Oktober bis 1. Dezember 2014 beim deutschen Privatsender VOX und erscheint am 12. Februar 2015 auf DVD und BluRay.

Fazit: Trotz gelegentlicher Peinlichkeit bietet die zehnteilige Serie eine weitgehend gelungene und spannende Neuausrichtung des bekannten Stoffes. 7 von 10 Punkten.


7-10Dracula
Horror-Serie UK/USA 2013/14. 10 Folgen. FSK 16. Gesamtlänge: ca. 430 Minuten. Mit: Jonathan Rhys Meyers, Jessica De Gouw, Thomas Kretschmann, Victoria Smurfit, Oliver Jackson-Cohen, Nonso Anozie,
Katie McGrath, Ben Miles u.a. Idee: Cole Haddon. Nach dem Roman von Bram Stoker.

Bild (C) Universal.


Mein Fernsehjahr 2013

23. Februar 2014

Wegen diverser Widrigkeiten hat sich der zweite Teil meines medialen Rückblick auf das Jahr 2013 etwas verzögert. Nach dem Kino-Resümee folgt nun die Sparte Fernsehen.

2013 habe ich eine doch recht bunte Palette neuer Serien und Serienstaffeln gesehen, darunter auch solche, die nicht aus den USA kommen.

Beginnen möchte ich mit meinem persönlichen TV-Flop 2013: Prime Suspect, das US-Remake der britischen Krimireihe Heißer Verdacht. In den USA bereits 2011 ausgestrahlt, fand die Krimiserie mit Maria Bello in der Hauptrolle ihren Weg erst im August 2013 ins deutsche Free-TV, wo sie auf Kabel 1 lief. Während das Original mit Oscar-Preisträgerin Helen Mirren eine realistische und authentische Serie über den harten Polizeialltag ist, ignoriert das Remake diesen besonderen Ansatz und liefert leider nur den x-ten TV-Hochglanzkrimi.

Ebenfalls wenig innovativ wirkte Elementary, über den in New York der Jetztzeit ermittelnden Sherlock Holmes. Dabei handelt es sich beileibe nicht um einen Abklatsch der britischen Miniserie Sherlock, aber da es Castle und Bones schon gibt, bedarf es nicht einer weiteren Produktion mit dem gleichen Grundrezept. Die vom deutsch-französischen Kultursender co-produzierte Historienserie Odysseus bot zwar eine teilweise spannende Neuinterpretation des antiken Stoffes, verhaspelte sich aber im Verlauf zu sehr in unsinnigen Wendungen und landet daher in meiner Serienliste 2013 nur im Mittelfeld.

Etwas enttäuschend, aber immer noch gut: die sechste Staffel von Mad Men, bei der die sonst so souverän geführte Handlung etwas aus dem Ruder geriet. Interessant wird es werden, was die zweigeteilte siebte und letzte Staffel noch so mit sich bringt.

Wie würde wohl dabei herauskommen, wenn die Kultregisseure Quentin Tarantino und Robert Rodriguez eine Anime-Serie erschaffen hätten? Die Antwort lieferte die mit Verspätung im Free-TV (auf Tele 5) gelaufene Show Black Lagoon, in welcher ein japanischer Angestellter von einer in asiatischen Gewässern operierenden Söldnertruppe entführt wird und sich dieser anschließt. Recht derbe Dialoge, überstilisierte Gewalt, schwarzer Humor und furiose Wendungen zeichnen die 24teilige Serie aus, welche in ihrem Ursprungsland schon 2006 und 2007 gesendet wurde. Leider habe ich die beiden letzten Episoden verpasst.

Gewohnt gelungen auch in der sechsten Staffel ist die Sitcom The Big Bang Theory über eine Gruppe männlicher Physiker-Nerds und ihre Frauen/Freundinnen. Die Comedyserie zeichnet sich im Vergleich zu anderen dadurch aus, dass sie sich über die Jahre ohne Abnutzungserscheinungen immer weiter entwickelt hat. Seit Januar 2014 läuft auf Pro Sieben bereits die siebte Season.

The Hour 2_TrioEbenfalls auf Arte lief die leider nach zwei Staffeln eingestellte britische Produktion The Hour (2011-2012), über die Redaktion eines Politmagazins bei der BBC in den späten 1950er Jahren. Die zweimal sechs Folgen waren mit viel Inhalt vollgepackt, was vor allem in der zweiten Staffel eine äußerst dichte Inszenierung zur Folge hatte. Trotz der inhaltlichen Überfrachtung konnte The Hour vor allem dank seiner starken Schauspielleistungen überzeugen, allen voran das Hauptdarsteller-Trio Romola Garai, Dominic West und Ben Whishaw. In der zweiten Staffel spielte auch der neue Doctor-Who-Darsteller Peter Capaldi eine tragende Rolle.

Ja, mein absoluter Serienfavorit 2013 war wieder Game Of Thrones. Auch in der dritten Staffel hielt die Serienadaption der Romanreihe Das Lied von Eis und Feuer ihr hohes Niveau. Auch die verstärkt notwendig gewordene Straffung der Handlung führte zu keinem Qualitätsverlust. Im Free-TV bei RTL II läuft die dritte Staffel übrigens ab 28. Februar 2014. Auf DVD erscheint sie am 31. März. Die vierte Season der Serie startet ab 6. April in den USA auf HBO und kurze Zeit später auch auf Sky.

Bei meinen kleinen Preisen, die ich jedes Jahr vergebe, hat sich in der Kategorie beste Serie zum dritten Mal in Folge nichts geändert. Das Maß aller Dinge ist immer noch Game Of Thrones. Nur gibt es bei den Darsteller-Preisen diesmal gemeinsame Gewinner. Bei GoT haben sich diesmal Michelle Fairley als Lady Catelyn Stark und Nikolaj Coster-Waldau in mein Herz gespielt, wahrscheinlich weil ihren Figuren so einiges widerfährt. Aber quasi stellvertretend für die herausragende Ensemble-Leistung von The Hour haben sich Romola Garai als Chefredakteurin Bel Rowley und Peter Capaldi als Programmchef Randall Brown jeweils die zweite Hälfte der Preise verdient.

STATISTIK

Hier mein Fernsehjahr 2013 in der Übersicht (Kritiken sind verlinkt):

10 Punkte
Fehlanzeige

9 Punkte
Game Of Thrones – Staffel 3

8 Punkte
The Big Bang Theory – Staffel 6
The Hour (Gesamtbewertung Staffel 1 und 2)

7 Punkte
Black Lagoon
Mad Men – Staffel 6

6 Punkte
Fehlanzeige

5 Punkte
Elementary
Odysseus

4 Punkte
Fehlanzeige

3 Punkte
Prime Suspect

2 Punkte oder 1 Punkt
Fehlanzeige

Game Of Thrones 3_SoulPREISTRÄGER

Beste Serie
Game Of Thrones

Beste Darstellerin
Michelle Fairley, Game Of Thrones
Romola Garai, The Hour

Bester Darsteller
Peter Capaldi, The Hour
Nikolaj Coster-Waldau, Game Of Thrones

Bilder (c) Filmverleihe


Mein Kinojahr 2013

8. Januar 2014

2013 ist gelaufen. Zeit für mein jährliches Resümee. Was waren die Tops und Flops meines persönlichen Kinojahres?

In den letzten Jahren habe ich meine Jahresbilanz aufgeteilt in „Kino und TV“ sowie eine Kinofilmstatistik. Zur Vereinfachung werde ich für 2013 eine strikte Trennung bezüglich Kino und Fernsehen machen. Beginnen werde ich, wie der Titel deutlich verrät, mit dem Leinwandgeschehen.

Berberrian Sound Studio_PosterWenn man sich die „nackten“ Zahlen, also die Durchschnittsbewertung, ansieht, hat sich 2013 im Vergleich zum Vorjahr nichts geändert. Die durchschnittliche Bewertung 2013 war wieder 6,5 von 10 Punkten (2011 waren es lediglich 5,57 Punkte). Ansonsten ist das vergangene Kinojahr dann aber dennoch für mich erfolgreicher gewesen. Denn ich habe es geschafft, 18 Filme zu sehen. Eine deutliche Steigerung zu den Vorjahren (2012: 14; 2011: 11). Meinen absoluten Top-Wert von 21 Filmen im Jahr 2006 werde ich aber wohl nicht mehr so schnell erreichen. Besonders zufrieden bin ich, dass ich 2013 fast jeden Film, den ich mir vorgenommen hatte, auch sehen konnte. Die eine oder andere DVD-Nachlese wird es aber noch geben. Wenn nicht hier dann auf www.kino.vieraugen.com  .

Kommen wir nun zu den Top-Filmen und den herausragenden Schauspielleistungen. Über eine kuriose Filmperle stolperte ich bei meinem zweiten Besuch des Internationalen Filmwochenendes in Würzburg: Berberian Sound Studio. In diesem surrealen Thriller verschlägt es einen britischen Geräuschemacher in ein italienisches Tonstudio, wo er einen Horrorfilm vertonen soll. Nach und nach verschwimmen die Erlebnisse des Protagonisten mit der Handlung des Films im Film, den der Zuschauer nie zu Gesicht bekommt. Dazu ein Gemüsekorb mit absurdem Humor. Die Hauptfigur wird übrigens gespielt von Toby Jones, der sich den Darstellerpreis redlich verdient hat.

Only Lovers Left Alive_PosterDen wahrscheinlich sinnvollsten dritten Teil einer Filmreihe lieferten Regisseur Richard Linklater sowie die Darsteller/Co-Autoren Ethan Hawke und Julie Delpy mit Before Midnight, der Fortsetzung von Before Sunrise (1995) und Before Sunset (2004). Achtzehn Jahre nach ihrer ersten Begegnung und neun Jahre nach ihrer zweiten sind der Amerikaner Jesse und die Französin Celine endgültig ein Paar, haben zwei Töchter und genießen ihren Urlaub in Griechenland. Bis sie in einen folgenschweren Streit geraten. Selten wurde eine Liebesgeschichte so authentisch erzählt wie in den „Before“-Filmen. Der dritte Teil bringt die Geschichte des Paares zu einem entscheidenden Wendepunkt.

Kurz vor Jahresende dann noch ein weiteres Highlight. Jim Jarmuschs Vampirfilm Only Lovers Left Alive spendete dem Blutsaugerkino frisches Blut. Neben einer Abkehr von gängigen Klischees und einem interessanten Ansatz, was Vampire denn so die ganze Zeit machen, glänzte der Autorenfilm vor allem mit genialer musikalischer Untermalung. Und einer (wie kaum anders von ihr gewohnt) starken Performance von Leinwandgöttin Tilda Swinton, die ich zur besten Kino-Darstellerin 2013 küre.

Erstaunlich wie sich das Feld bei den Bewertungen einengt. Sowohl die beiden Top-Bewertungen als auch die drei schlechtesten blieben aus. Daher gab es auch keine richtigen Flops. Die niedrigsten Bewertungen erhielten die enttäuschenden Fortsetzungen (!) Ich – Einfach unverbesserlich 2 und Thor: The Dark World.

Hier mein Kinojahr 2013 in der Übersicht (Kritiken sind verlinkt):

STATISTIK

(sortiert nach Bewertung und darunter nach Kinostart)

10 Punkte & 9 Punkte
Fehlanzeige

Before Midnight_Poster8 Punkte
Django Unchained
Before Midnight
Berberian Sound Studio
Gravity
Only Lovers Left Alive

7 Punkte
Hitchcock
Iron Man 3
Star Trek Into Darkness
Man Of Steel
The Grandmaster
Wolverine: Weg des Kriegers

6 Punkte
Der Große Gatsby
R.E.D. 2

5 Punkte
Percy Jackson 2: Im Bann des Zyklopen
Der Hobbit: Smaugs Einöde
Machete Kills

4 Punkte
Ich – Einfach unverbesserlich 2
Thor: The Dark Kingdom

3 Punkte, 2 Punkte oder 1 Punkt
Fehlanzeige

PREISTRÄGER

Bester Film
Before Midnight
Berberian Sound Studio
Only Lovers Left Alive

Beste Darstellerin
Tilda Swinton, Only Lovers Left Alive

Bester Darsteller
Toby Jones, Berberian Sound Studio

Bilder (C) Filmverleihe


Meine Welt der Bücher 📚

Rezensionen und mehr (02012482970)

Neue Filmkritik

braucht das Land

Apokalypse Film

Schaut vor der Apokalypse keine schlechten Filme!

Klappe!

Das Filmmagazin

Bette Davis left the bookshop

Bücher, Filme und viel mehr

VERfilmt&ZERlesen

Wo Kafka und Kubrick sich treffen

Schreiben als Hobby, kreativ sein - Poetik für Anfänger

Aus den Aufzeichnungen der Skáldkonur: Wo Worte sich zu Texten fügen, ist es Zeit für den Barden seine Geschichten zu erzählen.

11ersfilmkritiken.wordpress.com/

Ich heiße euch herzlich auf meinem Blog willkommen.

Weltending.

Buch. Musik. Film. Serie. Spiel. Ding.

Adoring Audience

Kritiken zu Filmen, Serien und Theater

Blaupause7

die Pause zur blauen Stunde

The Home of Horn

What i like, what i don't. Short Reviews, Top-Lists, Interests.

Sneakfilm - Kino mal anders

Kino…DVD…Blu-ray…und mehr!

Gina Dieu Armstark

Passion of Arts

Filmexe - Blog über Filme und Serien

Filme und Serien werden bei uns besprochen, in Form von Kritiken und auch einem Podcast. Jede Woche gibt es zwei Filmkritiken zu Filmen die gerade im Kino laufen oder auch schon länger draußen sind, der Filmpodcast heißt Filmexe Podcast.

Miss Booleana

says "Hello World!"

Marcel Michaelsen

Selbsternannter Schriftsteller

Trivial

Friedl Von Grimm - fast eklig polygam

flightattendantlovesmovies

Die Flugbegleiterin, die gerne gute Filme und Serien guckt und darüber schreibt.

28 Books Later

Schundliteratur und anderer Unfug

neuesvomschreibtisch

Serien, Filme, Leben

ergothek

Der Blog mit dem DeLorean

Filmschrott

Schlechte Filme von Mainstream bis Trash. Die Lücke ist kleiner als man denkt.

Singende Lehrerin

Tagebuch einer singenden, film-, serien- und theaterverrückten Lehrerin

Osnabrix - Xanders Blog

Ein Blog über Klemmbausteine, Filme, Fernsehen, Games, Bücher, Comics und sowas.

moviescape.blog

Texte über Filme, Serien, Popkultur, Laufen und das Vatersein.